Ratgeber · Investieren
Was kosten Optionen? Alle Gebühren und laufenden Kosten im Überblick
Die Kosten beim Optionshandel setzen sich aus Provisionen, Geld-Brief-Spannen und der Optionsprämie selbst zusammen. Wer die einzelnen Bausteine kennt, kann die Gesamtkosten einer Position besser einschätzen.
10 Kapitel · 9 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Optionsprämie ist der Preis, den du als Käufer zahlst oder als Stillhalter vereinnahmst.
- Provisionen pro Kontrakt liegen je nach Anbieter oft zwischen 0,15 und 0,65 USD bei US-Optionen.
- Bei deutschen Brokern kommen häufig Sockelbeträge zwischen 25 und 70 Euro pro Order hinzu.
- Ungedeckte Short-Positionen und Futures können ein Verlustrisiko über das eingesetzte Kapital hinaus bedeuten.
01 · Grundlagen
Optionsprämie: Der Preis der Option
Die Optionsprämie ist der Betrag, den du beim Kauf einer Option zahlst. Sie wird von mehreren Faktoren beeinflusst, darunter der Kurs des Basiswerts, die Restlaufzeit und die Volatilität.
Die Optionsprämie wird pro Einheit des Basiswerts angegeben. Erst durch die Verrechnung mit dem Kontraktmultiplikator ergibt sich der tatsächliche Betrag, den du für einen vollständigen Kontrakt zahlst oder als Stillhalter vereinnahmst.
Ein Kontrakt bezieht sich in der Regel auf 100 Aktien. Notiert eine Option mit 2,50, zahlst du beim Kauf also 250 Euro Prämie, bevor Provisionen und weitere Kosten hinzukommen.
Die Prämie ist kein fester Preis, sondern verändert sich laufend. Kursbewegungen des Basiswerts, die verbleibende Restlaufzeit und die erwartete Schwankungsbreite wirken direkt auf den Optionspreis ein.
Kurz erklärt
Optionsprämie
Der Preis, zu dem eine Option gehandelt wird. Käufer zahlen die Prämie, Stillhalter vereinnahmen sie.
Die Prämie wird pro Einheit des Basiswerts angegeben und mit dem Kontraktmultiplikator verrechnet.
02 · Kosten
Provisionen im Optionshandel
Neben der Prämie berechnen Broker eine Provision für die Ausführung deiner Order. Die Modelle unterscheiden sich stark, daher lohnt sich ein Blick auf Sockelbeträge und variable Anteile.
Die Provisionsmodelle deutscher Broker kombinieren häufig einen Sockelbetrag mit einem variablen Anteil am Kurswert. Für den Kauf gedeckter Optionen liegt der Sockelbetrag bei 25,00 Euro, beim Kauf von Aktienoptionen bei 35,00 Euro.
Für ungedeckte Verkäufe verlangen Anbieter höhere Sockelbeträge. Bei Indexoptionen sind es 65,00 Euro, bei Aktienoptionen 55,00 Euro. Der variable Anteil liegt je nach Produkt zwischen 1,25 und 2,25 Prozent des Kurswerts.
Bei US-Optionskontrakten rechnen Broker dagegen oft pro Kontrakt ab. Die Spanne liegt zwischen 0,15 und 0,65 USD pro US-Optionskontrakt. Mindestgebühren pro Order können zusätzlich anfallen.
Typische Provisionsbestandteile für Optionsorders
03 · Im Vertrag
Basiswert, Strike und Laufzeit
Diese drei Begriffe bestimmen, worauf sich die Option bezieht, zu welchem Preis du kaufen oder verkaufen darfst und wie lange das Recht gilt.
Der Basiswert ist der Vermögenswert, auf den sich die Option bezieht. Das kann eine einzelne Aktie sein, aber auch ein Index, ein Future oder ein Edelmetall.
Der Ausübungspreis, auch Strike genannt, legt fest, zu welchem Preis du den Basiswert bei Ausübung kaufen oder verkaufen kannst. Er wird beim Abschluss der Option festgeschrieben und bleibt bis zum Verfall unverändert.
Die Laufzeit bestimmt den Zeitraum, in dem du dein Recht ausüben kannst. Nach Ablauf verfällt die Option wertlos, wenn du sie nicht vorher verkauft oder ausgeübt hast.
Die wichtigsten Begriffe einer Option
04 · Vergleich
Call-Optionen und Put-Optionen
Mit Calls setzt du auf steigende Kurse, mit Puts auf fallende. Beide Varianten haben unterschiedliche Rechte und Pflichten für Käufer und Stillhalter.
Mit einer Call-Option erwirbst du das Recht, den Basiswert zum Ausübungspreis zu kaufen. Du setzt damit auf steigende Kurse, weil du den Basiswert später günstiger beziehen kannst, als er am Markt notiert.
Eine Put-Option gibt dir das Recht, den Basiswert zum Ausübungspreis zu verkaufen. Das ist sinnvoll, wenn du fallende Kurse erwartest oder eine bestehende Position absichern möchtest.
Der Stillhalter übernimmt jeweils die Gegenseite. Bei einem Call muss er den Basiswert liefern, bei einem Put muss er ihn abnehmen. Der Käufer hat ein Wahlrecht, der Stillhalter eine Pflicht.
| Call-Option | Put-Option | |
|---|---|---|
| Recht des Käufers | Basiswert zum Ausübungspreis kaufen | Basiswert zum Ausübungspreis verkaufen |
| Erwartung des Käufers | Steigende Kurse | Fallende Kurse |
| Pflicht des Stillhalters | Basiswert liefern | Basiswert abnehmen |
05 · Fehler vermeiden
Stillhalter und Short-Positionen
Als Stillhalter vereinnahmst du die Prämie, gehst aber eine Verpflichtung ein. Bei ungedeckten Positionen kann das Verlustrisiko deutlich über den Einsatz steigen.
Als Stillhalter vereinnahmst du die Optionsprämie, gehst aber eine Verpflichtung ein. Bei ungedeckten Short-Puts musst du den Basiswert zum Ausübungspreis abnehmen, auch wenn der Kurs deutlich gefallen ist.
Bei ungedeckten Short-Calls auf Aktien besteht ein theoretisch unbegrenztes Verlustrisiko. Steigt der Kurs stark, musst du die Aktien zu einem viel höheren Preis beschaffen, als du sie liefern musst.
Bei Short-Positionen auf Futures und ungedeckten Stillhalterpositionen auf Optionen besteht ein unbegrenztes Verlustrisiko. Dein Verlust kann also über das eingesetzte Kapital hinausgehen.
Risiken, die du als Stillhalter kennen solltest
06 · Hintergrund
Hebelwirkung bei Optionen und Futures
Optionen und Futures ermöglichen eine überproportionale Partizipation an der Kursentwicklung des Basiswerts. Das wirkt in beide Richtungen.
Die Hebelwirkung ist ein zentraler Aspekt des Handels mit Futures und Optionen. Kursveränderungen des Basiswerts werden dadurch verstärkt, was die Möglichkeit auf überproportionale Gewinne bietet.
Gleichzeitig birgt der Handel mit Hebelprodukten aufgrund der hohen Volatilität und komplexen Preisbildung ein hohes Risiko. Eine Wertminderung bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.
In bestimmten Fällen besteht sogar das Risiko von unbegrenzten Verlusten, die über das eingesetzte Kapital hinausgehen. Das gilt vor allem für Short-Positionen auf Futures und ungedeckte Stillhalterpositionen.
Die Hebelwirkung ist ein zentraler Aspekt des Handels mit Futures und Optionen. Kursveränderungen des Basiswerts werden dadurch verstärkt, was die Möglichkeit auf überproportionale Gewinne bietet.
Gleichzeitig birgt der Handel mit Hebelprodukten aufgrund der hohen Volatilität und komplexen Preisbildung ein hohes Risiko. Eine Wertminderung bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.
In bestimmten Fällen besteht sogar das Risiko von unbegrenzten Verlusten, die über das eingesetzte Kapital hinausgehen.
07 · Grundlagen
Optionsscheine als Alternative
Optionsscheine werden von Emittenten ausgegeben und haben andere Eigenschaften als börsengehandelte Optionen. Sie richten sich häufig an Privatanleger.
Ein Optionsschein ist ein von einer Bank emittiertes Wertpapier. Er verbrieft das Recht, einen Basiswert zu festgelegten Bedingungen zu kaufen oder zu verkaufen.
Anders als bei börsengehandelten Optionen tritt der Emittent als Vertragspartner auf. Du bist damit vom Bonitätsrisiko der ausgebenden Bank abhängig.
Optionsscheine richten sich häufig an Privatanleger, weil sie in kleineren Stückelungen gehandelt werden können. Die Preisbildung unterscheidet sich jedoch von börsengehandelten Optionen.
Kurz erklärt
Optionsschein
Ein von einer Bank emittiertes Wertpapier, das das Recht verbrieft, einen Basiswert zu festgelegten Bedingungen zu kaufen oder zu verkaufen.
Anders als bei börsengehandelten Optionen tritt der Emittent als Vertragspartner auf.
08 · Kosten
Futures: Kosten und Kontrakte
Futures sind standardisierte Terminkontrakte. Die Kostenstruktur unterscheidet sich von Optionen, da oft ein fester Betrag pro Kontrakt berechnet wird.
Für Futures auf Aktien berechnen deutsche Broker häufig einen festen Betrag pro Kontrakt. Die Kosten liegen bei 15,00 Euro pro Kontrakt. Zusätzlich kann ein Sockelbetrag pro Order anfallen.
Für Futures und Optionen auf Futures gilt derselbe Betrag von 15,00 Euro pro Kontrakt. Der Sockelbetrag pro Order liegt bei diesen Produkten bei 70,00 Euro.
Die Beträge gelten pro Kontrakt und können je nach Börsenplatz variieren. Nicht ausgeführte Aufträge oder Änderungen werden bei einigen Anbietern nicht berechnet.
Typische Kosten für Futures-Orders
09 · Was gilt
Kostenfaktoren im Vergleich
Die Gesamtkosten einer Optionsposition setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Ein Vergleich hilft, die Unterschiede zwischen den Produktarten einzuordnen.
Beim Kauf von Optionen zahlst du die Optionsprämie plus Provision. Beim Verkauf als Stillhalter vereinnahmst du die Prämie, zahlst aber ebenfalls Provision und trägst das Verlustrisiko.
Die Geld-Brief-Spanne wirkt als indirekte Kosten. Sie ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs und fällt bei jedem Handel an, auch wenn sie nicht als separate Gebühr ausgewiesen wird.
Der Bargeldausgleich bei Indexoptionen ist bei einigen Anbietern provisionsfrei. Für die Ausübung von Aktienoptionen fällt dagegen die übliche Aktienprovision an.
Fällt an
Fällt nicht an
10 · Checkliste
Checkliste vor der ersten Optionsorder
Bevor du eine Option handelst, solltest du die Kosten und Bedingungen deines Brokers kennen. Diese Punkte helfen dir bei der Vorbereitung.
Das solltest du vor dem Handel prüfen
Höhe der Provision pro Kontrakt und eventuelle Mindestgebühren
Sockelbetrag und variabler Anteil am Kurswert für Optionsorders
Berechtigungsstufe für den gewünschten Optionshandel
Risikoaufklärung und Rahmenvereinbarung für Finanztermingeschäfte
Kosten für die Ausübung von Aktienoptionen
Verfügbarkeit des gewünschten Basiswerts an der Terminbörse
Häufige Fragen
Fragen zu Was kosten Optionen? Alle Gebühren und laufenden Kosten im Überblick
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