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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Momentum ETF Vergleich: So findest du den passenden für dein Depot

Momentum-ETFs setzen auf Aktien mit starkem Kursmomentum. Wir zeigen dir, wie diese Strategie funktioniert, worauf du beim Vergleich achten musst und wie du den passenden Fonds für dein Depot findest.

Momentum-StrategieETF-AuswahlPassives Investieren
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Momentum-ETFs sind eine Ergänzung, kein Ersatz für einen breiten Welt-ETF.
Wie funktioniert es?
Automatisch regelbasiert.
Der Index kauft Aktien mit starkem Trend und verkauft schwache.
Was kostet es?
Meist etwas mehr.
Die Gebühren liegen über klassischen Markt-ETFs, aber unter aktiven Fonds.

Warum dich das Thema Momentum ETF betrifft

Vielleicht hast du schon einmal davon gehört, dass man mit Aktien langfristig Vermögen aufbauen kann. Doch die Auswahl der richtigen Aktien ist schwierig und zeitaufwendig. Du müsstest Bilanzen lesen, Märkte beobachten und ständig informiert bleiben. Das schreckt viele Menschen ab, die trotzdem ihr Geld gewinnbringend anlegen möchten.

Hier kommen ETFs ins Spiel. Ein ETF, also ein börsengehandelter Indexfonds, bildet einen Aktienindex einfach nach. Du kaufst also mit einem einzigen Wertpapier einen ganzen Korb voller Aktien. Das ist bequem, kostengünstig und transparent. Der Klassiker ist der MSCI World, der die größten Unternehmen der Welt enthält.

Doch es gibt auch speziellere Strategien, die versuchen, die Rendite zu steigern. Eine davon ist die Momentum-Strategie. Sie nutzt eine der ältesten Erkenntnisse der Finanzwelt: Aktien, die in der Vergangenheit gut gelaufen sind, laufen oft auch in der nahen Zukunft gut. Ein Momentum ETF setzt genau diese Regel automatisch um.

Für dich als Anleger bedeutet das: Du kannst von dieser Strategie profitieren, ohne selbst aktiv werden zu müssen. Du musst keine Aktien analysieren oder den Markt timen. Der Fonds übernimmt die Arbeit für dich. Das macht das Thema auch für Einsteiger interessant, die ihr Depot etwas aufpeppen möchten.

Bevor du dich jedoch für einen Momentum ETF entscheidest, solltest du verstehen, wie er funktioniert und worin er sich von anderen ETFs unterscheidet. Nur so kannst du fundiert entscheiden, ob diese Anlageform zu dir und deinen Zielen passt. Dieser Ratgeber hilft dir dabei, den Durchblick zu bekommen.

Seit 1927
belegt die Momentum-Prämie in US-Studien.
~200 Aktien
hält ein typischer Momentum-Index weltweit.
2x im Jahr
wird das Portfolio meist neu gewichtet.

Was ist ein Momentum ETF überhaupt?

Um einen Momentum ETF zu verstehen, musst du zuerst das Grundprinzip kennen: das Momentum. Im Finanzbereich beschreibt dieser Begriff die Tendenz von Aktienkursen, einen eingeschlagenen Trend fortzusetzen. Steigt eine Aktie also seit Monaten, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie das auch weiterhin tut, als dass sie plötzlich fällt.

Diese Beobachtung ist keine moderne Erfindung. Bereits in den 1920er Jahren untersuchten Forscher dieses Phänomen. Seitdem wurde es in unzähligen Studien für verschiedene Märkte und Zeiträume bestätigt. Die sogenannte Momentum-Prämie, also die Überrendite gegenüber dem Gesamtmarkt, ist eine der am besten dokumentierten Anomalien der Finanzwelt.

Ein Momentum ETF macht sich dieses Prinzip zunutze, indem er einen speziellen Index nachbildet. Dieser Index enthält nicht einfach die größten Unternehmen, sondern diejenigen mit der stärksten Kursentwicklung in der Vergangenheit. Der Zeitraum für diese Betrachtung ist meist zwölf Monate, wobei die letzten Wochen oft ausgeschlossen werden, um kurzfristige Übertreibungen zu vermeiden.

Der Fonds kauft also automatisch die Gewinner der Vergangenheit und verkauft die Verlierer. Das passiert nicht täglich, sondern in der Regel zwei bis vier Mal im Jahr. Bei diesen Umschichtungen wird das Portfolio an die aktuellen Trends angepasst. So bleibt der Fonds immer in den Aktien investiert, die gerade stark sind.

Wichtig ist: Ein Momentum ETF ist kein aktiver Fonds mit einem Star-Manager. Er folgt strikt den Regeln des zugrunde liegenden Index. Das macht ihn transparent und in der Regel günstiger als aktiv verwaltete Fonds. Gleichzeitig ist er aber spezieller und konzentrierter als ein breiter Welt-ETF.

Wie funktioniert die Auswahl im Index?

Die genaue Zusammensetzung eines Momentum-Index kann sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Es gibt aber einige gemeinsame Merkmale. Zunächst wird ein Anlageuniversum festgelegt, zum Beispiel die größten Aktien aus den Industrieländern. Aus diesem Universum wählt der Index dann die Titel mit dem stärksten Momentum aus.

Das Momentum wird meist anhand der Gesamtrendite der Vergangenheit gemessen. Dazu zählen Kurssteigerungen und Dividendenzahlungen. Die Aktien werden nach ihrer relativen Stärke sortiert. Die besten 20 bis rund 30 Prozent des Universums schaffen es in den Index. Die genaue Anzahl der Aktien kann also variieren, liegt aber oft bei mehreren hundert Titeln.

Ein wichtiges Detail ist die Gewichtung. Bei einem klassischen Index wie dem DAX werden die größten Unternehmen am stärksten gewichtet. Bei einem Momentum-Index ist das anders. Hier werden Aktien mit dem stärksten Momentum stärker gewichtet. Das bedeutet, die Favoriten der Strategie haben den größten Einfluss auf die Wertentwicklung des Fonds.

Die Umschichtungen erfolgen in festen Intervallen, zum Beispiel halbjährlich. Bei diesen Terminen wird die Rangliste der Aktien neu berechnet. Titel, die an Momentum verloren haben, fliegen raus. Neue Gewinner kommen hinzu. Dieser Prozess ist vollständig regelbasiert und lässt keinen Raum für subjektive Entscheidungen.

Für dich als Anleger bedeutet das: Du profitierst von einer systematischen Strategie, die in der Vergangenheit erfolgreich war. Du musst keine Überzeugung von einzelnen Unternehmen haben. Du vertraust darauf, dass der Trend sich fortsetzt und der Fonds die richtigen Aktien automatisch auswählt.

Was kostet ein Momentum ETF und wie schneidet er ab?

Kosten sind ein entscheidender Faktor bei der Wahl eines ETFs. Sie schmälern direkt deine Rendite. Bei Momentum-ETFs liegen die laufenden Kosten, die sogenannte Total Expense Ratio (TER), meist etwas höher als bei einfachen Markt-ETFs. Das ist logisch, denn die Strategie ist komplexer und erfordert mehr Umschichtungen.

Die TER gibt an, wie viel Prozent deines Anlagebetrags jährlich für die Fondsverwaltung abgezogen werden. Bei einem MSCI World ETF liegt sie oft unter 0,20 Prozent pro Jahr. Bei einem Momentum ETF solltest du mit Kosten im Bereich von 0,25 bis rund 0,50 Prozent pro Jahr rechnen. Das ist immer noch deutlich günstiger als die meisten aktiven Fonds.

Neben der TER gibt es noch die Transaktionskosten, die bei den Umschichtungen anfallen. Diese sind in der TER nicht enthalten und können je nach Fonds unterschiedlich hoch sein. Sie entstehen, wenn der Fonds Aktien kauft und verkauft. Bei einer halbjährlichen Umschichtung können diese Kosten spürbar sein, sind aber schwer im Voraus zu beziffern.

Die höheren Kosten müssen sich durch eine höhere Rendite auszahlen. In der Vergangenheit hat die Momentum-Strategie den breiten Markt oft geschlagen, aber nicht immer. Es gab auch Phasen, in denen Momentum-ETFs hinterherhinkten. Du solltest also nicht nur auf die Kosten schauen, sondern auch auf die potenzielle Mehrrendite und die damit verbundenen Risiken.

Ein direkter Vergleich der Kosten ist wichtig, aber nicht das einzige Kriterium. Achte auch auf die Größe des Fonds und die Handelsliquidität. Ein großer Fonds mit hohem Handelsvolumen ist in der Regel stabiler und hat engere Geld-Brief-Spannen. Das erleichtert dir den Kauf und Verkauf zu fairen Preisen.

Worauf du beim Vergleich von Momentum ETFs achten solltest

Wenn du verschiedene Momentum ETFs vergleichst, gibt es einige wichtige Kriterien. Zuerst solltest du dir das Anlageuniversum ansehen. Es macht einen Unterschied, ob der Fonds nur in US-Aktien investiert oder weltweit streut. Ein globaler Ansatz bietet mehr Diversifikation und reduziert das Risiko einer Region.

Ein weiteres Kriterium ist die Fondsgröße und das Fondsalter. Ein Fonds, der schon seit vielen Jahren besteht und ein großes Vermögen verwaltet, hat sich in der Praxis bewährt. Neue Fonds haben oft eine kürzere Track-Record und können kleiner sein, was zu höheren Kosten oder Liquiditätsproblemen führen kann.

Die Indexmethodik ist ebenfalls entscheidend. Wie wird das Momentum genau definiert? Wie oft wird umgeschichtet? Wie viele Aktien enthält der Index? Diese Details beeinflussen die Wertentwicklung und das Risikoprofil. Du kannst die Methodik in den Factsheets der Fondsanbieter nachlesen und vergleichen.

Achte auch auf die Replikationsmethode. Die meisten ETFs bilden ihren Index physisch ab, kaufen also die echten Aktien. Bei manchen Indizes mit vielen kleinen Positionen kann eine synthetische Abbildung über Swaps sinnvoll sein. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile, die du kennen solltest, bevor du dich entscheidest.

Vergiss nicht, die Wertentwicklung zu vergleichen. Aber Achtung: Die Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft. Sieh dir die Wertentwicklung über mehrere Jahre an und vergleiche sie mit dem breiten Markt. So bekommst du ein Gefühl dafür, in welchen Marktphasen der Momentum ETF besonders gut oder schlecht abschneidet.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist es, einen Momentum ETF als alleinige Anlage zu nutzen. Die Strategie ist konzentrierter und volatiler als ein breiter Welt-ETF. Wenn du alles auf eine Karte setzt, erhöhst du dein Risiko erheblich. Besser ist es, einen Momentum ETF als Beimischung zu einem breiten Basis-Depot zu verwenden.

Ein weiterer Fehler ist das ständige Umschichten. Wer versucht, den Markt zu timen und den Momentum ETF nur in guten Phasen zu halten, verpasst oft die besten Tage. Die Strategie funktioniert nur, wenn du langfristig investiert bleibst und die Schwankungen aussitzt. Kurzfristiges Handeln führt meist zu schlechteren Ergebnissen.

Viele Anleger unterschätzen auch die Schwankungsbreite. Momentum-ETFs können in Krisen stärker fallen als der Gesamtmarkt. Das liegt daran, dass sie stark in zyklische und wachstumsstarke Aktien investiert sind. Wenn du solche Verluste nicht aushalten kannst, ist diese Strategie nichts für dich. Du solltest dein Risikoprofil ehrlich einschätzen.

Ein weiterer Punkt ist die Kostenfalle. Manche Anleger vergleichen nur die TER und ignorieren die Transaktionskosten. Diese können bei häufig umschichtenden Fonds ins Gewicht fallen. Informiere dich daher genau über die Gesamtkostenquote und die tatsächliche Umschlagshäufigkeit des Fonds. Nur so kannst du die Kosten realistisch einschätzen.

Schließlich solltest du nicht blind auf die Vergangenheit schauen. Eine starke Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Beweis für zukünftige Erfolge. Die Momentum-Prämie kann über lange Zeiträume ausbleiben. Du solltest also nicht nur auf die Rendite schauen, sondern auch verstehen, warum die Strategie funktioniert und wann sie scheitern kann.

So gehst du Schritt für Schritt vor

Bevor du einen Momentum ETF kaufst, solltest du deine grundsätzliche Anlagestrategie festlegen. Überlege dir, wie viel Risiko du eingehen möchtest und wie lange du investieren willst. Ein Momentum ETF ist eher etwas für Anleger mit einem langen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren und einer hohen Risikobereitschaft.

Als Nächstes solltest du dein bestehendes Depot prüfen. Hast du bereits einen breiten Welt-ETF? Dann kannst du überlegen, einen Teil deines Geldes in einen Momentum ETF umzuschichten. Eine typische Beimischung liegt bei 10 bis rund 20 Prozent deines Aktienanteils. Das reicht, um von der Strategie zu profitieren, ohne das Gesamtrisiko zu stark zu erhöhen.

Jetzt kommt der eigentliche Vergleich. Nutze Vergleichsportale und die Webseiten der Fondsanbieter, um die verschiedenen Momentum ETFs zu analysieren. Achte auf die Kriterien, die wir besprochen haben: Anlageuniversum, Fondsgröße, Kosten und Indexmethodik. Erstelle eine kurze Liste mit deinen Favoriten.

Wenn du dich für einen Fonds entschieden hast, kannst du ihn über deinen Broker kaufen. Achte dabei auf die Handelskosten und die Geld-Brief-Spanne. Es kann sinnvoll sein, einen Sparplan einzurichten, um regelmäßig zu investieren und den Cost-Average-Effekt zu nutzen. So glättest du deine Einstiegskurse über die Zeit.

Danach heißt es: Geduld haben. Überprüfe dein Investment nicht zu häufig. Ein- bis zweimal im Jahr reicht aus, um zu sehen, ob der Fonds noch zu deiner Strategie passt. Verkaufe nicht bei der ersten Krise. Die Momentum-Strategie braucht Zeit, um ihre Stärken auszuspielen. Bleib also ruhig und diszipliniert.

Für wen ist ein Momentum ETF geeignet?

Ein Momentum ETF ist nicht für jeden Anleger geeignet. Er richtet sich an Menschen, die bereit sind, höhere Schwankungen zu akzeptieren, um im Gegenzug eine potenziell höhere Rendite zu erzielen. Wenn du ein eher sicherheitsorientierter Anleger bist, wirst du mit einem breiten Welt-ETF wahrscheinlich besser schlafen.

Die Strategie eignet sich für Anleger, die an die Effizienz von Märkten glauben und trotzdem eine systematische Überrendite erzielen möchten. Du musst nicht an einzelne Aktien glauben, sondern an die Kraft des Trends. Das macht die Anlageform auch für Menschen interessant, die keine Zeit oder Lust haben, sich intensiv mit Einzelaktien zu beschäftigen.

Auch für junge Anleger mit einem langen Anlagehorizont kann ein Momentum ETF eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie haben genug Zeit, um zwischenzeitliche Verluste auszusitzen und von den langfristigen Wachstumstrends zu profitieren. Je länger dein Anlagehorizont ist, desto besser kannst du die Schwankungen verkraften.

Wichtig ist, dass du die Strategie verstehst und dich damit wohlfühlst. Wenn du nachts nicht schlafen kannst, weil dein Depot stark schwankt, ist die Strategie nichts für dich. Du solltest nur in Produkte investieren, die du wirklich verstehst und denen du vertraust. Das ist die Grundlage für langfristigen Anlageerfolg.

Letztlich ist ein Momentum ETF ein Werkzeug, das in einem diversifizierten Portfolio seinen Platz haben kann. Er ist kein Allheilmittel und keine Garantie für hohe Renditen. Aber für die richtigen Anleger kann er eine spannende und potenziell lohnende Ergänzung sein.

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Häufige Fragen

Ein klassischer ETF bildet einen breiten Marktindex wie den MSCI World ab. Ein Momentum ETF folgt einem speziellen Index, der nur Aktien mit starkem Kursmomentum enthält. Die Auswahl erfolgt regelbasiert und nicht nach Marktkapitalisierung.

Das Risiko ist in der Regel höher als bei einem breiten Welt-ETF. Die Strategie ist konzentrierter und kann in Krisen stärker fallen. Dafür bietet sie langfristig das Potenzial für eine höhere Rendite. Du solltest also eine hohe Risikobereitschaft mitbringen.

Ja, die meisten Broker bieten Sparpläne auf gängige Momentum ETFs an. Das ist eine bequeme Möglichkeit, regelmäßig zu investieren und vom Cost-Average-Effekt zu profitieren. Du solltest aber die Kosten des Sparplans im Blick behalten.

Die Umschichtung erfolgt in der Regel zwei bis vier Mal pro Jahr. Bei diesen Terminen wird das Portfolio an die aktuellen Kursentwicklungen angepasst. Die genauen Termine und die Methodik findest du in den Fondsunterlagen des Anbieters.

Die Momentum-Prämie wurde in vielen Ländern und Märkten nachgewiesen, auch in Europa. Es gibt jedoch keine Garantie für die Zukunft. Die Strategie kann über längere Zeiträume schwächer abschneiden als der Gesamtmarkt. Eine langfristige Perspektive ist daher wichtig.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.