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MagazineFinanzenInvestieren Crowdinvesting sinnvoll
FinanzbildungInvestieren9 Min.

Crowdinvesting sinnvoll: So entscheidest du richtig

Crowdinvesting klingt verlockend, aber ist es auch sinnvoll für dich? Wir zeigen dir, wie es funktioniert, welche Risiken lauern und wie du klug investierst.

CrowdinvestingRisikenAnlagestrategie
Brauche ich das?
Nur bei Risikobereitschaft
Crowdinvesting ist spekulativ und nur für einen kleinen Teil deines Vermögens geeignet.
Wie viel investieren?
Maximal 5 Prozent
Experten raten, nur einen kleinen Bruchteil deines Anlagevermögens in Crowdinvesting zu stecken.
Was bringt es?
Hohe Renditechancen
Im Vergleich zu Tagesgeld sind die Zinsen oft deutlich höher, aber auch das Ausfallrisiko.
Was kostet es?
Keine Gebühren
Für dich als Anleger fallen meist keine direkten Kosten an, die Plattform verdient am Unternehmen.

Warum Crowdinvesting auch dich betrifft

Vielleicht hast du schon von Crowdinvesting gehört, aber nie genau verstanden, was es ist. Dabei begegnet es dir öfter, als du denkst. Wenn du zum Beispiel ein neues Café in deiner Stadt besuchst, könnte dieses über Crowdinvesting finanziert worden sein. Auch Start-ups, Immobilienprojekte oder nachhaltige Energieanlagen nutzen diese Form der Finanzierung. Das bedeutet: Dein Geld kann direkt in Projekte fließen, die du vielleicht sogar aus deinem Alltag kennst.

Für dich als Privatanleger ist Crowdinvesting eine Möglichkeit, schon mit kleinen Beträgen in spannende Unternehmen zu investieren. Während du bei Aktien oft erst mal ein Wertpapierdepot brauchst, reicht bei vielen Plattformen eine einfache Registrierung. Du kannst bereits mit rund 50 Euro oder rund 100 Euro einsteigen. Das macht Crowdinvesting besonders attraktiv für Menschen, die nicht viel Kapital haben, aber trotzdem ihr Geld vermehren möchten.

Gleichzeitig ist Crowdinvesting kein Selbstläufer. Es gibt klare Risiken, die du kennen solltest, bevor du dich entscheidest. Denn anders als bei einem Sparbuch ist dein Geld nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Wenn das Unternehmen pleitegeht, kannst du dein eingesetztes Geld komplett verlieren. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gründlich informierst und nicht blind auf hohe Renditen hoffst.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir, was Crowdinvesting genau ist, wie es funktioniert, welche Kosten auf dich zukommen und worauf du unbedingt achten solltest. Am Ende weißt du, ob Crowdinvesting für dich sinnvoll ist und wie du im besten Fall vorgehst. Unser Ziel ist es, dass du eine fundierte Entscheidung triffst, die zu deiner persönlichen Finanzsituation passt.

~5%
des Anlagevermögens solltest du maximal in Crowdinvesting stecken
12-15%
Zinsen sind möglich, aber nicht garantiert
1-5 Jahre
Laufzeit typischer Crowdinvesting-Projekte

Was ist Crowdinvesting überhaupt?

Crowdinvesting ist eine Form der Schwarmfinanzierung. Viele Menschen geben kleine Geldbeträge, um zusammen ein größeres Projekt zu finanzieren. Das Unternehmen, das das Geld bekommt, bietet im Gegenzug eine Beteiligung am Gewinn oder einen festen Zins an. Du wirst also nicht Eigentümer des Unternehmens, sondern leihst ihm quasi Geld oder beteiligst dich an einem spezifischen Projekt.

Es gibt verschiedene Arten von Crowdinvesting. Bei manchen Modellen bekommst du einen festen Zins über einen bestimmten Zeitraum, ähnlich wie bei einem Kredit. Das nennt man auch Crowdlending. Bei anderen Modellen wirst du am Gewinn beteiligt, was bedeutet, dass deine Rendite schwanken kann. Wieder andere Modelle sind mit einem Teilverkauf von Unternehmensanteilen verbunden, das ist dann Crowdfunding mit Eigenkapital.

Wichtig ist, dass Crowdinvesting nicht mit klassischem Crowdfunding verwechselt wird. Beim Crowdfunding spendest du Geld für eine Idee und bekommst oft nur ein Dankeschön oder ein Produkt. Beim Crowdinvesting geht es um eine finanzielle Beteiligung mit der Erwartung einer Rendite. Das klingt erst mal ähnlich, ist aber rechtlich und wirtschaftlich ein großer Unterschied.

In Deutschland ist Crowdinvesting durch das Vermögensanlagengesetz reguliert. Das bedeutet, dass Plattformen bestimmte Pflichten haben, zum Beispiel ein Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) zur Verfügung zu stellen. Dieses Blatt fasst die wichtigsten Risiken und Chancen zusammen. Du solltest es immer lesen, bevor du investierst, denn es hilft dir, die Entscheidung besser einzuschätzen.

So funktioniert Crowdinvesting im Detail

Der Ablauf ist meistens ähnlich. Zuerst wählst du eine Plattform aus, die Crowdinvesting anbietet. Dort findest du verschiedene Projekte, die eine Finanzierung suchen. Jedes Projekt hat eine Beschreibung, ein Unternehmen, einen Zweck und eine angestrebte Summe. Du kannst dir die Projekte anschauen und entscheiden, ob du investieren möchtest.

Wenn du dich für ein Projekt entscheidest, legst du fest, wie viel Geld du investieren willst. Das geht oft schon ab 50 Euro. Danach überweist du das Geld an die Plattform, die es an das Unternehmen weitergibt. Im Gegenzug bekommst du einen Vertrag, in dem die Konditionen festgehalten sind. Dazu gehören Laufzeit, Zins oder Gewinnbeteiligung und die Risiken.

Während der Laufzeit bekommst du regelmäßig Auszahlungen. Das können monatliche Zinszahlungen sein oder eine einmalige Rückzahlung am Ende. Manche Plattformen bieten auch einen Zweitmarkt an, auf dem du deine Anteile vorzeitig verkaufen kannst. Das ist aber nicht immer möglich und oft mit Abschlägen verbunden. Du solltest also nicht davon ausgehen, dass du jederzeit an dein Geld kommst.

Am Ende der Laufzeit bekommst du dein eingesetztes Kapital zurück, sofern das Unternehmen nicht pleitegeht. Genau hier liegt das größte Risiko. Wenn das Unternehmen zahlungsunfähig wird, verlierst du dein Geld. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher über die Bonität des Unternehmens informierst und nicht nur auf die hohe Rendite schaust.

Welche Kosten kommen auf dich zu?

Die gute Nachricht zuerst: Für dich als Anleger fallen bei den meisten Crowdinvesting-Plattformen keine direkten Gebühren an. Du zahlst also keine Kontoführungsgebühr oder Provision. Die Plattform verdient ihr Geld in der Regel durch eine Gebühr, die das Unternehmen an sie zahlt. Das bedeutet, dass deine Rendite nicht durch zusätzliche Kosten geschmälert wird.

Trotzdem gibt es indirekte Kosten, die du beachten solltest. Wenn du zum Beispiel über einen Zweitmarkt verkaufen möchtest, kann eine Gebühr anfallen. Auch bei der Auszahlung deiner Zinsen können Überweisungsgebühren entstehen, wenn du ein ausländisches Konto hast. Diese Kosten sind aber meist gering und transparent ausgewiesen.

Ein wichtiger Punkt ist die Steuer. Deine Zinserträge aus Crowdinvesting müssen in der Regel als Kapitaleinkünfte versteuert werden. Die Plattformen führen die Abgeltungssteuer direkt an das Finanzamt ab, wenn du eine Steuererklärung machst. Du musst die Einkünfte aber in deiner Steuererklärung angeben. Ein Steuerberater kann dir helfen, wenn du unsicher bist.

Vergiss nicht, dass es auch Opportunitätskosten gibt. Das Geld, das du in Crowdinvesting steckst, kannst du nicht anderweitig investieren. Wenn du es zum Beispiel in einen breit gestreuten Aktien-ETF gesteckt hättest, wärst du vielleicht besser gefahren. Diese Überlegung solltest du bei deiner Entscheidung immer mit einbeziehen.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Bevor du dich für ein Crowdinvesting-Projekt entscheidest, solltest du dir die Plattform genau anschauen. Seriöse Plattformen sind in Deutschland registriert und unterliegen der Aufsicht der BaFin. Du kannst auf der Website der BaFin prüfen, ob die Plattform eine Erlaubnis hat. Das ist ein erster wichtiger Schritt, um Betrug zu vermeiden.

Schau dir auch das Unternehmen an, das das Geld bekommt. Was macht es? Wie lange gibt es das Unternehmen schon? Wer sind die Geschäftsführer? Gibt es einen Businessplan? Je mehr Informationen du findest, desto besser kannst du das Risiko einschätzen. Achte darauf, ob das Unternehmen realistische Zahlen nennt oder ob die Versprechen zu gut klingen, um wahr zu sein.

Ein weiterer Punkt ist die Risikoklasse. Viele Plattformen stufen ihre Projekte in Risikoklassen ein, zum Beispiel von A bis F. Je höher die Risikoklasse, desto höher die Rendite, aber auch das Ausfallrisiko. Du solltest nur in Projekte investieren, deren Risiko du wirklich verstehst und tragen kannst. Ein gesundes Misstrauen ist angebracht.

Lies außerdem das Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) sorgfältig. Dort stehen die wichtigsten Risiken, die Renditeerwartung und die Kosten. Wenn dir etwas unklar ist, solltest du nachfragen oder lieber auf das Projekt verzichten. Es gibt genug andere Anlagemöglichkeiten, die weniger komplex sind.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist, zu viel Geld in Crowdinvesting zu stecken. Auch wenn die Rendite verlockend ist, solltest du niemals dein gesamtes Erspartes in diese Anlageform investieren. Experten empfehlen, höchstens fünf Prozent deines Anlagevermögens in Crowdinvesting zu stecken. So begrenzt du das Risiko, falls ein Projekt scheitert.

Ein weiterer Fehler ist, sich nicht über das Unternehmen zu informieren. Viele Anleger lassen sich von schönen Bildern und großen Versprechen blenden. Aber ein gutes Projekt braucht mehr als eine coole Idee. Schau dir die Zahlen an, lies den Businessplan und suche nach unabhängigen Bewertungen. Nur so kannst du fundiert entscheiden.

Auch das Ignorieren von Risikohinweisen ist ein Problem. Die Plattformen weisen deutlich auf die Risiken hin, aber viele Anleger überlesen das. Wenn du zum Beispiel nicht weißt, was ein Nachrangdarlehen ist, solltest du dich erst schlau machen. Ein Nachrangdarlehen bedeutet, dass du im Insolvenzfall erst nach anderen Gläubigern bedient wirst. Das erhöht dein Risiko erheblich.

Zu guter Letzt: Nicht diversifizieren ist ein Fehler. Wenn du nur in ein einziges Projekt investierst, hängt dein Erfolg von einem einzigen Unternehmen ab. Besser ist es, dein Geld auf mehrere Projekte zu verteilen. So kannst du Verluste bei einem Projekt durch Gewinne bei anderen ausgleichen. Das senkt dein Gesamtrisiko deutlich.

So gehst du Schritt für Schritt vor

Wenn du dich entscheidest, in Crowdinvesting zu investieren, solltest du strukturiert vorgehen. Zuerst legst du fest, wie viel Geld du maximal investieren willst. Das sollte nur ein kleiner Teil deines Vermögens sein, den du im schlimmsten Fall komplett verlieren kannst. Überlege dir auch, ob du das Geld für einen bestimmten Zeitraum entbehren kannst.

Danach suchst du dir eine oder mehrere Plattformen aus. Vergleiche die Konditionen, die angebotenen Projekte und die Gebühren. Achte darauf, dass die Plattform seriös ist und eine Zulassung der BaFin hat. Du kannst auch Erfahrungsberichte von anderen Anlegern lesen, um ein Gefühl für die Plattform zu bekommen.

Wenn du ein Projekt gefunden hast, das zu dir passt, lies alle Unterlagen genau durch. Besonders wichtig sind das Vermögensanlagen-Informationsblatt und der Vertrag. Kläre offene Fragen mit dem Kundenservice der Plattform. Wenn du unsicher bist, hole dir eine zweite Meinung von einem Finanzberater oder einer Person, die sich auskennt.

Nachdem du investiert hast, solltest du deine Anlage regelmäßig überwachen. Die Plattformen bieten oft ein Dashboard an, auf dem du den Status deiner Investments siehst. Achte auf Zahlungen und auf Nachrichten vom Unternehmen. Wenn du merkst, dass etwas schief läuft, kannst du vielleicht noch reagieren, zum Beispiel über den Zweitmarkt verkaufen.

Für wen ist Crowdinvesting wirklich sinnvoll?

Crowdinvesting ist nicht für jeden geeignet. Wenn du ein risikoaverser Anleger bist und lieber auf Nummer sicher gehst, wirst du mit klassischen Anlagen wie Tagesgeld oder Festgeld besser fahren. Auch wenn du kurz vor der Rente stehst und dein Geld bald brauchst, ist Crowdinvesting eher ungeeignet, weil du nicht sicher planen kannst.

Sinnvoll ist Crowdinvesting für Anleger, die bereits ein solides Fundament haben. Das heißt, du hast einen Notgroschen für unerwartete Ausgaben, einen Teil deines Geldes in breit gestreute Anlagen investiert und kannst es dir leisten, einen kleinen Betrag zu riskieren. Wenn das der Fall ist, kannst du mit Crowdinvesting deine Renditechancen erhöhen.

Auch wenn du dich für bestimmte Branchen interessierst, kann Crowdinvesting spannend sein. Du kannst zum Beispiel in erneuerbare Energien, Immobilien oder Start-ups investieren, die dir persönlich am Herzen liegen. Das gibt dir ein gutes Gefühl, auch wenn die Rendite nicht garantiert ist.

Letztlich ist Crowdinvesting eine Ergänzung, kein Ersatz für andere Anlagen. Du solltest es nie als Hauptanlage nutzen, sondern als Beimischung. Wenn du das beachtest und die Risiken verstehst, kann Crowdinvesting eine sinnvolle Ergänzung deines Portfolios sein.

Fazit: Deine Entscheidung für 2026

Crowdinvesting kann eine lohnende Anlage sein, wenn du bereit bist, Risiken einzugehen. Die hohen Renditechancen sind verlockend, aber du musst auch mit dem Totalverlust rechnen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich gründlich informierst und nur einen kleinen Teil deines Vermögens investierst.

Für 2026 gilt: Die Regulierung wird strenger, und viele Plattformen haben sich professionalisiert. Das ist gut für dich als Anleger, weil es mehr Transparenz gibt. Trotzdem solltest du nicht blind vertrauen, sondern jede Anlage einzeln prüfen. Lies die Unterlagen, hinterfrage die Zahlen und scheue dich nicht, Fragen zu stellen.

Wenn du die Grundlagen verstanden hast und die Risiken akzeptierst, kann Crowdinvesting eine spannende Ergänzung deiner Finanzen sein. Es bietet dir die Möglichkeit, in Projekte zu investieren, die du vielleicht sogar persönlich unterstützen möchtest. Und mit einer klugen Streuung kannst du das Risiko begrenzen.

Am Ende ist die Frage 'Ist Crowdinvesting sinnvoll?' eine persönliche Entscheidung. Wir hoffen, dass dieser Ratgeber dir geholfen hat, eine fundierte Antwort zu finden. Wenn du unsicher bist, starte klein und sammle Erfahrungen. So kannst du herausfinden, ob Crowdinvesting zu dir passt.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du den Totalverlust deines Investments verkraften?
Hast du einen Notgroschen für unerwartete Ausgaben?
Verstehst du, wie das Unternehmen Geld verdient?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Das Risiko ist hoch, da es keine Einlagensicherung gibt. Du kannst dein Geld komplett verlieren, wenn das Unternehmen pleitegeht. Deshalb solltest du nur Geld investieren, das du nicht unbedingt brauchst.

In der Regel nicht. Crowdinvesting hat feste Laufzeiten, oft zwischen einem und fünf Jahren. Manche Plattformen bieten einen Zweitmarkt an, aber dort bekommst du oft weniger als deinen Einsatz.

Experten empfehlen, höchstens fünf Prozent deines Anlagevermögens in Crowdinvesting zu stecken. So begrenzt du das Risiko, falls mehrere Projekte scheitern.

Seriöse Plattformen haben eine Zulassung der BaFin und sind in Deutschland registriert. Du kannst auf der BaFin-Website prüfen, ob die Plattform eine Erlaubnis hat. Lies auch Erfahrungsberichte von anderen Anlegern.

Ja, Zinserträge aus Crowdinvesting sind als Kapitaleinkünfte steuerpflichtig. Die Plattformen führen die Abgeltungssteuer meist direkt ab, aber du musst die Einkünfte in deiner Steuererklärung angeben.

Beim Crowdfunding spendest du Geld für eine Idee und bekommst oft nur ein Dankeschön. Beim Crowdinvesting bekommst du eine finanzielle Beteiligung mit Renditeerwartung. Es ist also eine echte Investition.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.