Investmentfonds vs Fonds: Dein einfacher Einstieg in die Welt des Investierens
Du hörst ständig von Fonds, aber weißt nicht genau, was das ist? Kein Problem. Wir erklären dir den Unterschied zwischen Investmentfonds und Fonds, wie sie funktionieren und wie du damit ganz einfach starten kannst.
Warum dich das Thema Fonds betrifft
Vielleicht denkst du, dass sich nur reiche Leute mit Fonds beschäftigen. Das ist ein Irrglaube. Auch mit kleinen Beträgen kannst du heute in Fonds investieren. Das ist wichtiger denn je, denn dein Geld auf dem Sparbuch verliert durch die Inflation an Kaufkraft. Dein Erspartes wird also jedes Jahr ein Stückchen weniger wert.
Gleichzeitig steigen die Lebenshaltungskosten und die Renten werden voraussichtlich nicht reichen, um deinen Lebensstandard zu halten. Deshalb ist es so wichtig, dass du dich um deine eigene finanzielle Zukunft kümmerst. Fonds sind dafür ein bewährtes und einfaches Werkzeug, das auch für Einsteiger geeignet ist.
Du musst kein Finanzexperte sein, um von Fonds zu profitieren. Die Grundidee ist simpel: Du bündelst dein Geld mit dem Geld vieler anderer Anleger. Ein Fondsmanager kümmert sich dann darum, das Geld gewinnbringend anzulegen. So kannst du von den Chancen der Finanzmärkte profitieren, ohne dich selbst um jede einzelne Aktie kümmern zu müssen.
Der Einstieg ist heute einfacher denn je. Dank moderner Apps und Online-Broker kannst du schon mit wenigen Euro im Monat einen Sparplan einrichten. Das ist der erste Schritt, um dein Geld für dich arbeiten zu lassen und langfristig Vermögen aufzubauen. Genau dabei hilft dir dieser Ratgeber.
Was ist ein Fonds und was ist ein Investmentfonds?
Im Alltag werden die Begriffe Fonds und Investmentfonds oft synonym verwendet. Das ist auch völlig in Ordnung, denn im Kern ist es dasselbe. Ein Fonds ist im Finanzbereich ein Topf, in dem das Geld vieler Anleger gesammelt wird. Dieses Geld wird dann von einem professionellen Fondsmanager in verschiedene Wertpapiere investiert, zum Beispiel in Aktien, Anleihen oder Immobilien.
Der offizielle Begriff ist Investmentfonds oder auch Publikumsfonds. Damit ist ein Fonds gemeint, der für die breite Öffentlichkeit zugänglich ist. Jeder kann Anteile daran kaufen. Das Gegenteil wären Spezialfonds, die nur für institutionelle Anleger wie Versicherungen oder Pensionskassen zugänglich sind. Wenn du als Privatanleger von Fonds hörst, sind fast immer Investmentfonds gemeint.
Der große Vorteil eines Investmentfonds ist die Risikostreuung. Anstatt dein ganzes Geld in eine einzige Aktie zu stecken, besitzt du über den Fonds winzige Anteile an vielen verschiedenen Unternehmen. Geht ein Unternehmen pleite, ist das für deinen Fonds nur ein kleiner Rückschlag. Die anderen Unternehmen im Fonds können den Verlust oft ausgleichen.
Du musst dir das wie einen Obstkorb vorstellen. Ein einzelner Apfel kann faul sein. Wenn du aber einen ganzen Korb voller verschiedener Früchte hast, ist der Schaden gering. Genau so funktioniert ein Fonds. Er bündelt viele verschiedene Anlagen und reduziert so das Risiko für dich als Anleger.
Die Funktionsweise: So arbeitet ein Investmentfonds
Die Funktionsweise eines Fonds ist einfacher, als du vielleicht denkst. Zuerst legt die Fondsgesellschaft die Anlagestrategie fest. Das kann zum Beispiel sein: Investiere in die 40 größten deutschen Unternehmen oder in Technologie-Aktien aus den USA. Diese Strategie bestimmt, welche Wertpapiere der Fondsmanager kaufen darf.
Anleger wie du kaufen dann Anteile an diesem Fonds. Dein Geld fließt in den Fonds und wird Teil des gemeinsamen Vermögens. Der Fondsmanager nutzt dieses Geld, um die Wertpapiere gemäß der Strategie zu kaufen. Er beobachtet den Markt, kauft und verkauft Aktien und versucht, den Wert des Fonds zu steigern.
Der Wert deines Anteils wird täglich berechnet. Er ergibt sich aus dem Gesamtwert aller Wertpapiere im Fonds, geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile. Steigen die Kurse der Aktien im Fonds, steigt auch der Wert deines Anteils. Fallen die Kurse, sinkt auch dein Anteilswert. Dieser Wert wird als Rücknahmepreis bezeichnet.
Du kannst deine Anteile grundsätzlich jederzeit an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Du bekommst dann den aktuellen Rücknahmepreis ausgezahlt. Diese tägliche Handelbarkeit macht Fonds sehr flexibel. Du bist also nicht langfristig an dein Geld gebunden, auch wenn Fonds vor allem für langfristige Anlagen gedacht sind.
Aktive Fonds vs. passive Fonds (ETFs): Der Kernunterschied
Wenn du dich mit dem Thema Investmentfonds vs Fonds beschäftigst, wirst du schnell auf die Begriffe aktiv und passiv stoßen. Das ist der wichtigste Unterschied, den du kennen musst. Ein aktiver Fonds hat das Ziel, einen bestimmten Markt zu schlagen. Der Fondsmanager versucht also, besser zu sein als zum Beispiel der deutsche Aktienindex DAX.
Dafür recherchiert er Unternehmen, analysiert Bilanzen und trifft Kauf- und Verkaufsentscheidungen. Diese Arbeit kostet Geld, was sich in höheren Gebühren für dich niederschlägt. Die Hoffnung ist, dass der Fondsmanager durch sein Können eine höhere Rendite erzielt als der Markt. Studien zeigen aber, dass das auf lange Sicht nur wenigen gelingt.
Ein passiver Fonds, meist als ETF (Exchange Traded Fund) bezeichnet, bildet einfach einen Index ab. Er kauft also automatisch alle Aktien, die zum Beispiel im DAX oder im weltweiten MSCI World Index enthalten sind. Es gibt keinen Fondsmanager, der Entscheidungen trifft. Das macht diese Fonds deutlich günstiger in der Verwaltung.
Für dich als Einsteiger sind passive Fonds oft die bessere Wahl. Sie sind kostengünstig, transparent und du profitierst mit einem einzigen Fonds von der Entwicklung der gesamten Weltwirtschaft. Die Rendite ist nicht die maximale, aber sie ist solide und du machst nicht den Fehler, auf den falschen Fondsmanager zu setzen.
Kosten verstehen: Was Fonds wirklich kosten
Kosten sind beim Investieren in Fonds ein entscheidender Faktor. Sie schmälern deine Rendite direkt. Die wichtigste Kennzahl ist die Gesamtkostenquote, auch TER genannt. Sie gibt an, wie viel Prozent deines investierten Vermögens pro Jahr für die Verwaltung des Fonds abgezogen werden. Bei aktiven Fonds ist die TER oft deutlich höher als bei passiven ETFs.
Zusätzlich gibt es oft einen Ausgabeaufschlag. Das ist eine Gebühr, die du beim Kauf von Fondsanteilen über eine Bank zahlst. Sie kann mehrere Prozent betragen und geht direkt an den Vermittler. Bei ETFs und bei vielen Online-Brokern entfällt dieser Aufschlag heutzutage, was sie besonders attraktiv macht.
Achte auch auf die erfolgsabhängige Vergütung. Manche aktive Fonds erhalten einen Bonus, wenn sie eine bestimmte Rendite erreichen. Das klingt erstmal gut, kann aber dazu führen, dass der Fondsmanager zu hohe Risiken eingeht. Zudem profitiert er auch dann, wenn der Markt insgesamt gestiegen ist und er nur durchschnittlich abgeschnitten hat.
Ein Tipp: Vergleiche immer die Gesamtkostenquote. Ein Unterschied von einem Prozentpunkt pro Jahr mag klein erscheinen. Über einen Anlagezeitraum von 20 oder 30 Jahren macht das aber einen enormen Unterschied aus. Günstige ETFs haben oft eine TER von unter 0,5 Prozent pro Jahr. Aktive Fonds kosten oft das Zwei- bis Dreifache.
Worauf du bei der Fondsauswahl achten solltest
Die Auswahl des richtigen Fonds ist entscheidend für deinen Anlageerfolg. Der wichtigste Grundsatz lautet: Breite Streuung geht vor. Ein Fonds, der in die ganze Welt investiert, ist in der Regel besser geeignet als ein Fonds, der nur in eine einzelne Branche oder ein einzelnes Land investiert. So reduzierst du das Risiko von Klumpenrisiken.
Achte auf das Fondsvolumen. Ein Fonds mit einem sehr geringen Volumen könnte geschlossen werden, was für dich als Anleger unnötigen Aufwand bedeutet. Große Fonds mit einem Volumen von mehreren hundert Millionen Euro sind in der Regel stabiler und etablierter. Das ist ein Zeichen für das Vertrauen anderer Anleger.
Das Alter des Fonds ist ebenfalls ein Indikator. Ein Fonds, der seit über 20 Jahren besteht, hat schon mehrere Krisen überstanden. Das ist zwar keine Garantie für die Zukunft, aber es zeigt, dass die Anlagestrategie über einen langen Zeitraum funktioniert hat. Junge Fonds haben oft noch keine lange Erfolgsbilanz.
Überprüfe außerdem, in welcher Währung der Fonds geführt wird. Für deutsche Anleger ist ein Fonds in Euro ideal. So vermeidest du ein zusätzliches Währungsrisiko. Wenn du einen Fonds in US-Dollar kaufst, hängt deine Rendite auch vom Wechselkurs zwischen Dollar und Euro ab. Das ist ein Risiko, das du nicht eingehen musst.
Typische Fehler, die du als Einsteiger vermeiden solltest
Der häufigste Fehler ist, auf kurzfristige Kursschwankungen zu reagieren. Wenn die Börse fällt, bekommen viele Anleger Angst und verkaufen ihre Fondsanteile. Damit realisieren sie den Verlust und verpassen oft den anschließenden Aufschwung. Die beste Strategie ist, einfach investiert zu bleiben und langfristig zu denken.
Ein weiterer Fehler ist, zu viel Geld in einen einzigen Fonds oder eine einzige Aktie zu stecken. Selbst wenn der Fonds gut ist, ist das Risiko zu hoch. Besser ist es, auf mehrere Fonds zu setzen, die unterschiedliche Märkte abdecken. So bist du auf der sicheren Seite, falls eine Region oder Branche schwächelt.
Viele Einsteiger lassen sich auch von hohen Renditen der Vergangenheit blenden. Sie kaufen den Fonds, der im letzten Jahr am besten abgeschnitten hat. Das ist jedoch keine Garantie für die Zukunft. Oft sind genau diese Fonds im nächsten Jahr die Verlierer. Wähle lieber einen breit aufgestellten Fonds mit einer soliden, langfristigen Strategie.
Zu guter Letzt: Vermeide es, dein Geld zu investieren, das du in den nächsten Jahren dringend brauchst. Fonds sind eine langfristige Anlage. Wenn du das Geld für eine Anzahlung für ein Haus oder für ein Auto in zwei Jahren benötigst, solltest du es nicht in Aktienfonds stecken. Dafür sind Tagesgeld oder Festgeld besser geeignet.
Dein Fahrplan: So startest du mit Fonds durch
Der erste Schritt ist, ein kostenloses Depot bei einem Online-Broker oder einer Bank zu eröffnen. Das geht heute komplett digital in wenigen Minuten. Achte darauf, dass der Anbieter ein breites Angebot an ETFs und Fonds hat und die Sparpläne möglichst ohne Gebühren anbietet. Vergleiche ein paar Anbieter, um den besten für dich zu finden.
Als zweites legst du dein Anlageziel fest. Willst du für das Alter vorsorgen, für ein Haus sparen oder einfach dein Geld vermehren? Dein Ziel bestimmt, wie lange du investieren kannst und wie viel Risiko du eingehen solltest. Je länger dein Anlagehorizont ist, desto mehr Schwankungen kannst du aussitzen.
Dann wählst du deinen ersten Fonds. Für Einsteiger ist ein weltweit investierender ETF die beste Wahl. Er ist breit gestreut, günstig und du machst nichts falsch. Du kannst zum Beispiel in einen ETF investieren, der den MSCI World Index abbildet. Dieser enthält über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern.
Richte schließlich einen Sparplan ein. Du bestimmst einen festen Betrag, zum Beispiel 50 oder rund 100 Euro, der monatlich von deinem Konto abgebucht und automatisch in den Fonds investiert wird. So baust du dir über die Jahre ein beachtliches Vermögen auf, ohne dass du dich aktiv darum kümmern musst. Der schwierigste Schritt ist, einfach anzufangen.
Deine Reise geht weiter: Fonds als Teil deiner Finanzstrategie
Du hast jetzt das Grundwissen, um mit Investmentfonds und ETFs durchzustarten. Der wichtigste Punkt ist, dass du überhaupt anfängst. Zögere nicht zu lange, denn Zeit ist der wichtigste Faktor beim Vermögensaufbau. Je früher du beginnst, desto mehr profitierst du vom Zinseszinseffekt, bei dem deine Renditen wiederum Renditen erwirtschaften.
Überprüfe dein Depot regelmäßig, aber nicht zu oft. Ein Blick pro Quartal oder pro Jahr reicht völlig aus. Überlege dann, ob deine Anlagestrategie noch zu deinen Zielen passt. Wenn du älter wirst oder sich deine Lebensumstände ändern, kannst du den Anteil an riskanten Anlagen reduzieren und sicherere Anlagen hinzufügen.
Bilde dich weiter, aber lass dich nicht von der Flut an Informationen überfordern. Es gibt viele gute Bücher, Podcasts und Websites zum Thema Geldanlage. Konzentriere dich auf die Grundlagen und lass dich nicht von kurzfristigen Marktprognosen verrückt machen. Ein breit gestreuter Fonds ist und bleibt die beste Basis für deine Altersvorsorge.
Denke daran: Investieren ist ein Marathon, kein Sprint. Es wird immer Phasen geben, in denen dein Depot an Wert verliert. Das ist normal und gehört dazu. Wichtig ist, dass du dann einen kühlen Kopf bewahrst und deine Strategie durchziehst. Mit Geduld und Disziplin wirst du langfristig belohnt. Du legst jetzt den Grundstein für deine finanzielle Unabhängigkeit.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ein Fonds ist der Oberbegriff. Ein ETF ist ein spezieller, passiver Fonds, der einen Index abbildet. Der Hauptunterschied liegt in der Verwaltung: Aktive Fonds versuchen, den Markt zu schlagen, während ETFs den Markt einfach abbilden. ETFs sind dadurch in der Regel deutlich günstiger.
Du brauchst erstaunlich wenig. Viele Online-Broker bieten ETF-Sparpläne schon ab rund 1 Euro pro Monat an. Für den Kauf einzelner Fondsanteile benötigst du je nach Fonds und Anbieter oft nur einen zweistelligen Betrag. Der Einstieg ist also auch mit kleinem Budget möglich.
Nein, Fonds sind nicht sicher im Sinne von garantiert. Dein Geld kann an Wert verlieren. Das Risiko wird aber durch die breite Streuung über viele Unternehmen reduziert. Über einen langen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren sind die Chancen auf eine positive Rendite jedoch sehr hoch.
Ja, in der Regel kannst du deine Fondsanteile an jedem Bankarbeitstag zurückgeben. Du erhältst dann den aktuellen Rücknahmepreis. Es gibt keine feste Laufzeit. Beachte aber, dass du bei kurzfristigem Verkauf möglicherweise Verluste realisierst, wenn die Kurse gerade niedrig stehen.
Die wichtigsten Kosten sind die laufenden Verwaltungsgebühren, die als Gesamtkostenquote (TER) angegeben werden. Dazu kann ein Ausgabeaufschlag beim Kauf kommen, der bei vielen Online-Brokern aber entfällt. Bei aktiven Fonds können zusätzlich erfolgsabhängige Gebühren anfallen.
Für die meisten Privatanleger sind passive ETFs die bessere Wahl. Sie sind deutlich günstiger und schneiden über lange Zeiträume oft besser ab als aktive Fonds. Aktive Fonds können in bestimmten Marktphasen besser sein, aber das ist schwer vorherzusagen und die höheren Kosten fressen die Rendite auf.
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