Ratgeber · Investieren
Investmentfonds in der Steuererklärung: So gibst du Fondserträge richtig an
Für deine Investmentfonds gilt seit dem Investmentsteuerreformgesetz ein eigenes Besteuerungssystem. Hier erfährst du, welche Fondserträge du in der Steuererklärung angeben musst und wann die Bank die Steuer bereits abgeführt hat.
11 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Depotbank führt auf Fondserträge in der Regel 25 Prozent Abgeltungsteuer ab, sodass die Angaben in der Steuererklärung oft entfallen.
- Durch die Teilfreistellung sind je nach Fondsart 15, 30, 60 oder 80 Prozent der Erträge steuerfrei.
- Bei thesaurierenden Fonds wird jährlich eine Vorabpauschale fällig, die die Depotbank von deinem Konto abbucht.
- Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person schützt einen Teil deiner Kapitaleinkünfte vor Steuern.
01 · Hintergrund
Was bedeutet das Investmentsteuerreformgesetz für dich?
Seit 2018 besteuert der Gesetzgeber Investmentfonds nach einem neuen System. Die Reform hat die Besteuerung auf Fondsebene und Anlegerebene neu geordnet.
Das Investmentsteuerreformgesetz hat das bis 2017 geltende Transparenzprinzip abgelöst. Seitdem werden bestimmte inländische Erträge wie Dividenden oder Immobilienerträge bereits auf Fondsebene mit 15 Prozent Körperschaftsteuer belastet.
Als Ausgleich für diese Vorbelastung erhältst du als Privatanleger eine Teilfreistellung. Das bedeutet, dass ein Teil deiner Fondserträge steuerfrei bleibt. Die Höhe hängt von der Art des Fonds ab.
Für dich als Anlegerin bedeutet das neue System: Die Depotbank behält die Kapitalertragsteuer auf deine Fondserträge ein. Mit diesem Steuerabzug ist deine Steuerpflicht in den meisten Fällen abgegolten.
Das Investmentsteuerreformgesetz hat das bis 2017 geltende Transparenzprinzip abgelöst. Seitdem werden bestimmte inländische Erträge wie Dividenden oder Immobilienerträge bereits auf Fondsebene mit 15 Prozent Körperschaftsteuer belastet.
Als Ausgleich für diese Vorbelastung erhältst du als Privatanleger eine Teilfreistellung. Das bedeutet, dass ein Teil deiner Fondserträge steuerfrei bleibt. Die Höhe hängt von der Art des Fonds ab.
Für dich als Anlegerin bedeutet das neue System: Die Depotbank behält die Kapitalertragsteuer auf deine Fondserträge ein. Mit diesem Steuerabzug ist deine Steuerpflicht in der Regel abgegolten, du musst die Erträge also nicht mehr in der Steuererklärung angeben.
02 · Was gilt
Welche Fondserträge zählen zu den Kapitaleinkünften?
Nicht nur Ausschüttungen sind steuerpflichtig. Auch thesaurierte Erträge und Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen gehören zu den Einkünften aus Kapitalvermögen.
Zu den steuerlich relevanten Erträgen aus Investmentfonds gehören nicht nur die offensichtlichen Geldflüsse. Auch Erträge, die du nicht direkt auf deinem Konto siehst, können eine Steuerpflicht auslösen.
Die folgende Einordnung zeigt, welche Positionen du in deiner Steuererklärung berücksichtigen musst und welche nicht.
- Ausschüttungen des Investmentfonds zählen zu den Kapitaleinkünften.
- Vorabpauschalen bei thesaurierenden Fonds zählen zu den Kapitaleinkünften.
- Gewinne aus der Veräußerung von Investmentanteilen zählen zu den Kapitaleinkünften.
- Zwischengewinne bei unterjährigem Verkauf zählen zu den Kapitaleinkünften.
- Die Rückzahlung des ursprünglich eingezahlten Kapitals zählt nicht dazu.
- Verluste aus der Veräußerung von Fondsanteilen zählen nicht zu den steuerpflichtigen Einkünften.
- Steuerfreie Anteile durch die Teilfreistellung zählen nicht zu den steuerpflichtigen Einkünften.
Zählt zu den Kapitaleinkünften
Zählt nicht dazu
03 · Kosten
Wie hoch ist die Abgeltungsteuer auf Fondserträge?
Auf deine steuerpflichtigen Fondserträge wird die Abgeltungsteuer fällig. Die Depotbank führt sie direkt an das Finanzamt ab.
Die Depotbank führt sie direkt an das Finanzamt ab und berücksichtigt dabei bereits deine Teilfreistellung.
Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer von 8 bis 9 Prozent der Abgeltungsteuer, je nach Bundesland.
Du zahlst die Steuer also nur auf den steuerpflichtigen Teil deiner Erträge. Der steuerfreie Teil durch die Teilfreistellung wird vor dem Steuerabzug abgezogen.
Kurz erklärt
Abgeltungsteuer
Steuerabzug auf steuerpflichtige Fondserträge nach Teilfreistellung
25 %
04 · Vergleich
Welche Teilfreistellungen gibt es für Aktienfonds, Mischfonds und Immobilienfonds?
Die Teilfreistellung legt fest, welcher Anteil deiner Fondserträge steuerfrei bleibt. Die Höhe richtet sich nach der Anlagepolitik des Fonds.
Die Fondsgesellschaft teilt die Qualifizierung deines Fonds mit. Du solltest diese Angabe prüfen, denn sie bestimmt, wie viel Steuer du tatsächlich zahlst.
- Bei Aktienfonds mit fortlaufend mehr als 50 Prozent Kapitalbeteiligungen sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei.
- Bei Mischfonds mit mindestens 25 Prozent Kapitalbeteiligungen sind 15 Prozent der Erträge steuerfrei.
- Bei Immobilienfonds mit mehr als 50 Prozent Immobilien und Immobiliengesellschaften sind 60 Prozent der Erträge steuerfrei.
- Bei Auslands-Immobilienfonds mit mehr als 50 Prozent ausländischen Immobilien sind 80 Prozent der Erträge steuerfrei.
| Aktienfonds | Mischfonds | Immobilienfonds | Auslands-Immobilienfonds | |
|---|---|---|---|---|
| Voraussetzung laut Anlagebedingungen | Fortlaufend mehr als 50 Prozent Kapitalbeteiligungen | Mindestens 25 Prozent Kapitalbeteiligungen | Mehr als 50 Prozent Immobilien und Immobiliengesellschaften | Mehr als 50 Prozent ausländische Immobilien |
| Steuerfreier Anteil der Erträge | 30 Prozent | 15 Prozent | 60 Prozent | 80 Prozent |
| Steuerpflichtiger Anteil der Erträge | 70 Prozent | 85 Prozent | 40 Prozent | 20 Prozent |
05 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert die Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds?
Thesaurierende Fonds schütten keine Erträge aus. Damit du die Steuer nicht erst beim Verkauf zahlst, wird jährlich eine Vorabpauschale als fiktiver Ertrag besteuert.
Bei thesaurierenden Fonds fließt dir kein Geld zu, trotzdem wird jährlich eine Vorabpauschale als fiktiver Ertrag besteuert. Sie stellt eine vorweggenommene Besteuerung von künftig erwarteten Wertsteigerungen dar.
Die Berechnung erfolgt in mehreren Schritten. Zuerst wird der Basisertrag ermittelt, dann auf den tatsächlichen Wertzuwachs begrenzt und schließlich werden Ausschüttungen angerechnet.
Basisertrag ermitteln
Die Vorabpauschale orientiert sich am Basiszins, den die Deutsche Bundesbank jährlich festlegt. Sie beträgt 70 Prozent dieses Basiszinses multipliziert mit dem Wert deiner Fondsanteile zu Jahresbeginn.
Begrenzung auf den Wertzuwachs
Die Vorabpauschale ist auf den tatsächlichen Wertzuwachs des Fonds im Kalenderjahr begrenzt. Hat der Fonds an Wert verloren, fällt keine Vorabpauschale an.
Ausschüttungen anrechnen
Bei ausschüttenden Fonds werden die Ausschüttungen auf die Vorabpauschale angerechnet. Nur wenn die Ausschüttungen niedriger sind als die Vorabpauschale, wird die Differenz besteuert.
Steuerabzug durch die Depotbank
Die Depotbank bucht die Steuer auf die Vorabpauschale am ersten Werktag des Folgejahres von deinem Verrechnungskonto ab. Ein Freistellungsauftrag reduziert oder verhindert diese Abbuchung.
Anrechnung beim Verkauf
Beim späteren Verkauf deiner Fondsanteile werden alle bereits versteuerten Vorabpauschalen vom Veräußerungsgewinn abgezogen. So wird eine Doppelbesteuerung vermieden.
06 · Hintergrund
Was gilt für ausschüttende Fonds in der Steuererklärung?
Bei ausschüttenden Fonds fließt dir Geld zu. Die Besteuerung erfolgt direkt an der Quelle, du musst in der Regel nichts weiter tun.
Erhältst du Ausschüttungen aus einem Investmentfonds, führt deine Depotbank die Kapitalertragsteuer direkt an das Finanzamt ab. Sie berücksichtigt dabei automatisch die Teilfreistellung für deinen Fondstyp.
Beispiel: Du hältst Anteile an einem Aktienfonds und erhältst eine Ausschüttung von 1000 Euro. Davon sind 30 Prozent, also 300 Euro, steuerfrei. Nur auf die verbleibenden 700 Euro fällt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an.
Hast du einen Freistellungsauftrag in ausreichender Höhe eingerichtet, entfällt der Steuerabzug bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person. Für zusammenveranlagte Ehepaare gilt ein gemeinsamer Freibetrag von 2000 Euro.
Erhältst du Ausschüttungen aus einem Investmentfonds, führt deine Depotbank die Kapitalertragsteuer direkt an das Finanzamt ab. Sie berücksichtigt dabei automatisch die Teilfreistellung für deinen Fondstyp.
Beispiel: Du hältst Anteile an einem Aktienfonds und erhältst eine Ausschüttung von 1000 Euro. Davon sind 30 Prozent, also 300 Euro, steuerfrei. Nur auf die verbleibenden 700 Euro fällt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an.
Hast du einen Freistellungsauftrag in ausreichender Höhe eingerichtet, entfällt der Steuerabzug bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person. Für zusammenveranlagte Ehepaare gilt ein gemeinsamer Freibetrag von 2000 Euro.
07 · Hintergrund
Wie werden Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen besteuert?
Verkaufst du deine Fondsanteile mit Gewinn, fällt auf den Veräußerungsgewinn Abgeltungsteuer an. Die Teilfreistellung reduziert auch hier die Steuerlast.
Der Veräußerungsgewinn ist die Differenz zwischen dem Verkaufserlös und den Anschaffungskosten deiner Fondsanteile. Bereits versteuerte Vorabpauschalen werden von diesem Gewinn abgezogen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.
Auch auf Veräußerungsgewinne wendet die Depotbank die Teilfreistellung an. Bei einem Aktienfonds bleiben 30 Prozent des Gewinns steuerfrei, auf die restlichen 70 Prozent wird die Abgeltungsteuer fällig.
Für Fondsanteile, die du vor 2018 erworben hast, gelten Übergangsregelungen. Bestandsgeschützte Alt-Anteile, die vor 2009 gekauft wurden, profitieren von einem Freibetrag von 100.000 Euro für Wertveränderungen ab 2018.
Der Veräußerungsgewinn ist die Differenz zwischen dem Verkaufserlös und den Anschaffungskosten deiner Fondsanteile. Bereits versteuerte Vorabpauschalen werden von diesem Gewinn abgezogen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.
Auch auf Veräußerungsgewinne wendet die Depotbank die Teilfreistellung an. Bei einem Aktienfonds bleiben 30 Prozent des Gewinns steuerfrei, auf die restlichen 70 Prozent wird die Abgeltungsteuer fällig.
Für Fondsanteile, die du vor 2018 erworben hast, gelten Übergangsregelungen. Bestandsgeschützte Alt-Anteile, die vor 2009 gekauft wurden, profitieren von einem Freibetrag von 100.000 Euro für Wertveränderungen ab 2018.
08 · Was gilt
Welche Besonderheiten gelten für Immobilienfonds?
Immobilienfonds nehmen bei der Teilfreistellung eine Sonderrolle ein. Je nach Anlageschwerpunkt sind 60 oder 80 Prozent der Erträge steuerfrei.
Die folgende Einteilung zeigt, welcher Steuersatz für deinen Immobilienfonds gilt.
- 60 Prozent steuerfrei sind Erträge aus Fonds, die mehr als 50 Prozent in inländische Immobilien investieren.
- 60 Prozent steuerfrei sind Erträge aus Fonds, die mehr als 50 Prozent in Immobiliengesellschaften mit Inlandsschwerpunkt investieren.
- 60 Prozent steuerfrei sind Erträge aus gemischten Immobilienfonds ohne klaren Auslandsschwerpunkt.
- 80 Prozent steuerfrei sind Erträge aus Fonds, die mehr als 50 Prozent in ausländische Immobilien investieren.
- 80 Prozent steuerfrei sind Erträge aus Fonds, die mehr als 50 Prozent in Auslands-Immobiliengesellschaften investieren.
- 80 Prozent steuerfrei sind Erträge aus Immobilienfonds mit klarem Fokus auf internationale Märkte.
60 Prozent steuerfrei
80 Prozent steuerfrei
09 · Checkliste
Wie nutzt du den Freistellungsauftrag für deine Fondserträge?
Der Freistellungsauftrag verhindert, dass die Depotbank Steuern auf deine Fondserträge abführt, solange dein Sparer-Pauschbetrag nicht ausgeschöpft ist.
Ohne Freistellungsauftrag führt die Bank Steuern ab, die du dir nur über die Steuererklärung zurückholen kannst.
So richtest du den Freistellungsauftrag richtig ein:
So richtest du den Freistellungsauftrag richtig ein
Beantrage den Freistellungsauftrag direkt bei deiner Depotbank, meist online oder per Formular.
Verteile den Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person auf alle deine Banken und Depots.
Bei zusammenveranlagten Ehepaaren steht ein gemeinsamer Freistellungsauftrag von 2000 Euro zur Verfügung.
Prüfe regelmäßig, ob deine gesamten Kapitaleinkünfte den Freibetrag überschreiten, und passe die Verteilung an.
Ohne Freistellungsauftrag führt die Bank Steuern ab, die du dir nur über die Steuererklärung zurückholen kannst.
10 · Was gilt
Wann musst du Fondserträge in der Steuererklärung angeben?
In den meisten Fällen erledigt die Depotbank die Steuer für dich. Es gibt aber Situationen, in denen du selbst aktiv werden musst.
Die folgende Einteilung zeigt, wann eine Angabe erforderlich ist und wann nicht.
- Eine Angabe ist erforderlich, wenn deine Fondsanteile bei einer ausländischen Depotbank liegen.
- Eine Angabe ist erforderlich, wenn du bestandsgeschützte Alt-Anteile verkauft hast und den Freibetrag von 100.000 Euro nutzen möchtest.
- Eine Angabe ist erforderlich, wenn dein Freistellungsauftrag zu niedrig war und du zu viel gezahlte Steuern zurückholen möchtest.
- Keine Angabe ist nötig, wenn deine Fondsanteile bei einer inländischen Depotbank mit korrektem Freistellungsauftrag liegen.
- Keine Angabe ist nötig, wenn die Depotbank die Abgeltungsteuer bereits abgeführt hat.
- Keine Angabe ist nötig, wenn deine gesamten Kapitaleinkünfte unter dem Sparer-Pauschbetrag liegen und du einen Freistellungsauftrag eingerichtet hast.
Angabe erforderlich
Keine Angabe nötig
11 · Fehler vermeiden
Welche Fehler passieren bei der Steuererklärung für Investmentfonds?
Wer Fondserträge falsch angibt, zahlt oft zu viel Steuer. Diese Fehler solltest du vermeiden.
Diese Fehler solltest du vermeiden, um keine unnötigen Abgaben zu leisten.
- Teilfreistellung nicht geprüft: Viele Anleger übersehen, dass ihre Bank die Teilfreistellung nicht korrekt berücksichtigt hat, und zahlen zu viel Steuer.
- Fondsart falsch eingestuft: Die Fondsgesellschaft teilt die Qualifizierung mit, aber Fehler passieren. Prüfe die Anlagebedingungen deines Fonds.
- Vorabpauschale nicht beachtet: Bei thesaurierenden Fonds bucht die Bank die Steuer ab, ohne dass du einen Geldzufluss bemerkst. Ein zu niedriger Kontostand kann zu Problemen führen.
- Freistellungsauftrag nicht verteilt: Wer mehrere Depots hat, aber den Freibetrag nur bei einer Bank hinterlegt, zahlt auf Erträge bei anderen Banken unnötig Steuern.
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