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Investmentfonds für Rentner: So bleibt dein Vermögen im Ruhestand liquide und wächst moderat

Auch mit 65 oder 70 Jahren kannst du einen Teil deines Vermögens in Investmentfonds anlegen. Entscheidend sind ein realistischer Anlagehorizont, eine breite Streuung und ein klarer Plan für Entnahmen, damit du ruhig schlafen kannst.

11 Kapitel · 17 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Ein Anlagehorizont von 15 bis 20 Jahren ist auch im Ruhestand realistisch und erlaubt einen moderaten Aktienanteil.
  • Tagesgeld und Festgeld decken kurzfristige Ausgaben, Investmentfonds und ETFs den langfristigen Vermögenserhalt.
  • Die Teilfreistellung von 30 Prozent bei Aktienfonds senkt die Steuerlast auf Kursgewinne und Dividenden.
  • Ein Auszahlplan mit monatlicher Rate macht Fondserträge planbar, ohne das gesamte Kapital sofort zu verbrauchen.

01 · Grundlagen

Was bedeutet Anlagehorizont für Rentner?

Dein Anlagehorizont endet nicht mit dem Renteneintritt. Wer mit Mitte 60 in Rente geht, hat statistisch oft noch 20 oder mehr Jahre vor sich, in denen das Geld weiterarbeiten kann.

Dein Anlagehorizont beschreibt den Zeitraum, in dem dein Geld ohne vollständige Auflösung der Anlage für dich arbeiten kann. Bei einem Renteneintritt mit Mitte 60 sind das häufig 15 bis 25 Jahre, weil die durchschnittliche Lebenserwartung weiter steigt. Dieser lange Zeitraum überdauert kurzfristige Marktschwankungen und erlaubt dir, einen Teil deines Vermögens in renditestärkere Fonds zu legen.

Ein langer Anlagehorizont ist die Voraussetzung dafür, dass sich zwischenzeitliche Kursrückgänge wieder ausgleichen können. Wer mit 65 in Rente geht, hat statistisch gesehen noch viele Jahre vor sich, in denen Aktienfonds Erträge durch Zinsen, Dividenden oder Kurssteigerungen bringen können. Deshalb solltest du deine Fondsanlage nicht auf die nächsten fünf Jahre, sondern auf einen längeren Zeitraum auslegen.

Für deine Planung bedeutet das: Geld, das du erst in zehn oder mehr Jahren benötigst, kann in Investmentfonds bleiben. Geld für die nächsten zwei bis drei Jahre gehört dagegen auf Tagesgeld oder Festgeld, damit du nicht in einer schwachen Börsenphase verkaufen musst.

  • Ein Anlagehorizont von 20 oder mehr Jahren erlaubt einen höheren Anteil an Aktienfonds im Depot.
  • Kurzfristige Marktschwankungen sind bei langem Horizont weniger bedrohlich, weil sich Kurse historisch oft wieder erholen.
  • Die Aufteilung in kurzfristige und langfristige Töpfe verhindert erzwungene Verkäufe in schlechten Börsenphasen.

Kurz erklärt

Anlagehorizont im Ruhestand

Der Zeitraum, in dem dein angelegtes Geld ohne vollständige Auflösung der Anlage Erträge erwirtschaften soll. Bei einem Renteneintritt mit Mitte 60 kann ein Anlagehorizont von 20 oder gar 30 Jahren bestehen.

Ein langer Anlagehorizont erlaubt einen höheren Anteil an Aktienfonds, weil zwischenzeitliche Kursrückgänge durch spätere Erholungen ausgeglichen werden können.

02 · Vergleich

Welche Rolle spielt Diversifikation bei der Geldanlage für Rentner?

Diversifikation bedeutet, dein Geld auf mehrere Anlageklassen und Märkte zu verteilen. Das reduziert das Risiko, dass ein einzelner Ausfall oder eine schwache Branche dein gesamtes Vermögen belastet.

Diversifikation verteilt dein Geld auf viele verschiedene Unternehmen, Branchen und Länder. Bei einer Einzelaktie kann eine Unternehmensschieflage bis zum Totalausfall führen, während ein breit gestreuter Investmentfonds den Verlust auf viele Titel verteilt. Für Rentner ist diese Risikostreuung meist wichtiger als die Chance auf eine einzelne Kursrakete.

Ein konzentriertes Depot mit wenigen Einzelwerten schwankt oft stärker als ein Fonds, der hunderte Aktien bündelt. Die laufenden Erträge sind bei Einzelaktien von der Dividende des einen Unternehmens abhängig, bei Fonds dagegen von der Summe vieler Dividenden. Dadurch werden die Ausschüttungen stabiler und besser planbar.

Für deine Geldanlage im Ruhestand heißt das: Setze auf breit streuende Investmentfonds oder ETFs statt auf Themen- oder Branchenwetten. Ein Basis-Investmentfonds auf einen Weltindex reduziert das Risiko, dass ein einzelner Ausfall dein gesamtes Vermögen belastet.

  • Einzelaktien haben ein hohes Verlustrisiko bei Unternehmensschieflage, Fonds verteilen dieses Risiko auf viele Titel.
  • Breit gestreute Fonds glätten die Schwankungsintensität im Vergleich zu einzelnen Aktien.
  • Für Rentner ist die breite Streuung meist wichtiger als die Chance auf eine einzelne Kursrakete.
Konzentriertes Depot im Vergleich zu breit gestreuten Investmentfonds
EinzelaktieBasis-Investmentfonds
Risiko bei UnternehmensschieflageHohe Verluste möglich, wenn ein großer Teil des Vermögens in eine einzelne Aktie investiert istGeringer, da das Kapital auf verschiedene Aktien verteilt wird
Schwankungs­intensitätMögliche Wertschwankungen müssen berücksichtigt werdenGeringere Schwankungen durch breite Risikostreuung

03 · Hintergrund

Warum sind ETFs als Investmentfonds für Rentner interessant?

ETFs bilden einen Index wie den MSCI World ab und bündeln hunderte Aktien in einem Wertpapier. Sie sind eine einfache Möglichkeit, breit zu streuen, ohne einzelne Unternehmen auswählen zu müssen.

Ein ETF auf einen breiten Weltindex kauft automatisch Anteile an vielen großen Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern und Branchen. Damit übernimmst du nicht das Risiko eines einzelnen Unternehmens, sondern das allgemeine Marktrisiko. Diese breite Streuung macht ETFs zu einem einfachen Baustein für dein Depot im Ruhestand.

ETFs verursachen meist niedrigere laufende Kosten als viele aktiv verwaltete Fonds, weil sie einen Index automatisch nachbilden. Du kannst Anteile in kleinen Stücken kaufen oder verkaufen, was dir Flexibilität bei Entnahmen gibt. Für Rentner eignen sich ETFs vor allem als langfristiger Baustein, der über viele Jahre Erträge bringen soll.

Wichtig ist, dass du einen ETF nicht als kurzfristige Geldanlage betrachtest. Kursschwankungen gehören dazu, deshalb sollte nur der Teil deines Vermögens in ETFs liegen, den du frühestens in fünf bis zehn Jahren benötigst. Für die nächsten zwei bis drei Jahre bleibt Tagesgeld oder Festgeld die passende Wahl.

  • ETFs bündeln hunderte Aktien in einem Wertpapier und streuen das Risiko über viele Unternehmen.
  • Die laufenden Kosten sind meist niedriger als bei aktiv verwalteten Fonds.
  • ETFs eignen sich für Geld, das frühestens in fünf bis zehn Jahren benötigt wird, nicht für die Notfallreserve.

Ein ETF auf einen breiten Weltindex kauft automatisch Anteile an vielen großen Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern und Branchen. Damit übernimmst du nicht das Risiko eines einzelnen Unternehmens, sondern das allgemeine Marktrisiko.

Für Rentner eignen sich ETFs vor allem als langfristiger Baustein im Depot. Sie verursachen meist niedrigere laufende Kosten als viele aktiv verwaltete Fonds und lassen sich in kleinen Stücken kaufen oder verkaufen.

Wichtig ist, dass du einen ETF nicht als kurzfristige Geldanlage betrachtest. Kursschwankungen gehören dazu, deshalb sollte nur der Teil deines Vermögens in ETFs liegen, den du in den nächsten Jahren nicht zwingend benötigst.

04 · Was gilt

Wie viel Liquidität brauchst du neben Investmentfonds?

Liquidität bedeutet, dass du jederzeit auf Geld zugreifen kannst, ohne Anteile mit Verlust verkaufen zu müssen. Diese Reserve gehört auf ein Tagesgeldkonto, nicht in Fonds.

Tagesgeld eignet sich für Reparaturen, Nachzahlungen oder kurzfristige Anschaffungen, weil das Kapital täglich verfügbar ist.

Für geplante Ausgaben in ein bis drei Jahren ist Festgeld eine sinnvolle Ergänzung, da es eine höhere Verzinsung als Tagesgeld bietet, das Geld aber für einen festgelegten Zeitraum bindet. Aktienfonds oder ETFs sind dagegen für Geld gedacht, das frühestens in fünf bis zehn Jahren benötigt wird. Investmentfonds für die tägliche Haushaltskasse oder die Notfallreserve, die morgen verfügbar sein muss, sind ungeeignet.

Für deine Planung heißt das: Halte mindestens zwei bis drei Jahresausgaben als Liquiditätsreserve außerhalb von Fonds. So vermeidest du, dass du in einer schwachen Börsenphase Anteile mit Verlust verkaufen musst, nur weil eine unerwartete Ausgabe ansteht.

  • Tagesgeld ist für die Notfallreserve und kurzfristige Ausgaben gedacht, nicht für langfristigen Vermögensaufbau.
  • Festgeld eignet sich für geplante Ausgaben in den nächsten ein bis drei Jahren.
  • Aktienfonds und ETFs sind für Geld gedacht, das frühestens in fünf bis zehn Jahren benötigt wird.

Gut geeignet

·Tagesgeld für Reparaturen, Nachzahlungen oder kurzfristige Anschaffungen
·Festgeld für geplante Ausgaben in ein bis drei Jahren
·Aktienfonds oder ETFs für Geld, das frühestens in fünf bis zehn Jahren benötigt wird

Eher ungeeignet

·Investmentfonds für die tägliche Haushaltskasse
·Aktienfonds für die Notfallreserve, die morgen verfügbar sein muss
·Tagesgeld als alleinige Anlage gegen langfristigen Kaufkraftverlust

05 · Schritt für Schritt

Lebenserwartung und Ruhestand: Wie lange muss dein Geld reichen?

Viele Menschen unterschätzen, wie lange der Ruhestand dauert. Deine Anlagestrategie sollte deshalb nicht auf die nächsten fünf Jahre, sondern auf einen längeren Zeitraum ausgelegt sein.

Geh bei Renteneintritt mit Mitte 60 von einem Anlagehorizont von 20 oder mehr Jahren aus. Das ist lang genug, um einen Teil des Vermögens in renditestärkere Fonds zu legen, die über mehrere Jahre Erträge durch Zinsen, Dividenden oder Kurssteigerungen bringen. Viele Menschen unterschätzen die Dauer ihres Ruhestandes und planen zu kurzfristig.

Stelle deinen regelmäßigen Ausgaben die gesetzliche Rente und andere feste Einkünfte gegenüber. Die Lücke zeigt, wie viel Geld du aus deinem Vermögen entnehmen musst. Diese monatliche Entnahme sollte aus dem kurzfristigen Topf kommen, nicht aus Fondsanteilen, die du in einer schwachen Börsenphase verkaufen müsstest.

Teile dein Kapital in Töpfe auf: Bilde einen kurzfristigen Topf für die nächsten zwei bis drei Jahre auf Tagesgeld oder Festgeld. Der Rest kann in Investmentfonds oder ETFs bleiben, um weiter zu wachsen und die Inflation auszugleichen. Diese Aufteilung schützt dich vor erzwungenen Verkäufen und gibt dem langfristigen Teil Zeit, sich zu erholen.

  • Ein Anlagehorizont von 20 oder mehr Jahren erlaubt einen höheren Anteil an renditestärkeren Fonds.
  • Die monatliche Lücke zwischen Ausgaben und festen Einkünften bestimmt deinen Entnahmebedarf.
  • Ein kurzfristiger Topf für zwei bis drei Jahre verhindert Verkäufe in schlechten Börsenphasen.
01

Realistische Dauer einschätzen

Geh bei Renteneintritt mit Mitte 60 von einem Anlagehorizont von 20 oder mehr Jahren aus. Das ist lang genug, um einen Teil des Vermögens in renditestärkere Fonds zu legen.

02

Monatlichen Bedarf ermitteln

Stelle deinen regelmäßigen Ausgaben die gesetzliche Rente und andere feste Einkünfte gegenüber. Die Lücke zeigt, wie viel Geld du aus deinem Vermögen entnehmen musst.

03

Kapital in Töpfe aufteilen

Bilde einen kurzfristigen Topf für die nächsten zwei bis drei Jahre auf Tagesgeld oder Festgeld. Der Rest kann in Investmentfonds oder ETFs bleiben, um weiter zu wachsen.

04

Entnahmen planen

Verkaufe Fondsanteile in festen Abständen, zum Beispiel quartalsweise. So vermeidest du, alles auf einmal zu einem ungünstigen Kurs zu verkaufen.

06 · Checkliste

Welche Anlagestrategie passt zu deiner Altersvorsorge?

Die richtige Mischung aus sicheren und renditeorientierten Anlagen hängt von deinem Bedarf und deinem Sicherheitsbedürfnis ab. Eine einfache Grundregel hilft bei der Orientierung.

Halte mindestens zwei bis drei Jahresausgaben als Liquiditätsreserve außerhalb von Fonds, damit du nicht in einer schwachen Börsenphase verkaufen musst. Diese Reserve gehört auf Tagesgeld oder Festgeld.

Wähle den Aktienfondsanteil so, dass du Kursschwankungen aushältst, ohne nachts schlecht zu schlafen. Setze auf breit streuende Fonds statt auf Themen- oder Branchenwetten, denn die breite Streuung reduziert das Risiko eines einzelnen Ausfalls. Plane feste Entnahmeregeln, zum Beispiel monatlich 0,3 bis 0,5 Prozent des Fondsvermögens, damit du nicht in Panik auf Kursschwankungen reagierst.

Überprüfe einmal im Jahr, ob deine Aufteilung noch zu deinem Leben passt. Veränderte Lebensumstände wie höhere Pflegekosten oder eine unerwartete Erbschaft können eine Anpassung nötig machen. Eine regelmäßige Überprüfung sichert finanzielle Stabilität und Selbstbestimmtheit im Alter.

  • Halte mindestens zwei bis drei Jahresausgaben als Liquiditätsreserve außerhalb von Fonds.
  • Wähle den Aktienfondsanteil so, dass du Kursschwankungen aushältst, ohne nachts schlecht zu schlafen.
  • Setze auf breit streuende Fonds statt auf Themen- oder Branchenwetten.
  • Plane feste Entnahmeregeln, zum Beispiel monatlich 0,3 bis 0,5 Prozent des Fondsvermögens.
  • Überprüfe einmal im Jahr, ob deine Aufteilung noch zu deinem Leben passt.

Kriterien für deine persönliche Fondsstrategie

01

Halte mindestens zwei bis drei Jahresausgaben als Liquiditätsreserve außerhalb von Fonds

02

Wähle den Aktienfondsanteil so, dass du Kursschwankungen aushältst, ohne nachts schlecht zu schlafen

03

Setze auf breit streuende Fonds statt auf Themen- oder Branchenwetten

04

Überprüfe einmal im Jahr, ob deine Aufteilung noch zu deinem Leben passt

07 · Vergleich

Aktien, Aktienfonds und ETFs: Was ist der Unterschied?

Aktien sind Anteile an einem einzelnen Unternehmen. Aktienfonds und ETFs bündeln viele Aktien und streuen dadurch das Risiko über viele Unternehmen und Branchen.

Aktive Aktienfonds bündeln viele Titel, wobei ein Fondsmanager die Auswahl trifft und dafür meist eine höhere Verwaltungsgebühr verlangt. ETFs bilden einen gesamten Index ab und haben dadurch eine sehr hohe Streuung bei meist niedrigeren laufenden Kosten.

Der Aufwand für dich ist bei Einzelaktien hoch, weil du laufend analysieren und kontrollieren musst. Bei aktiven Fonds entscheidet der Fondsmanager, bei ETFs wird der Index automatisch nachgebildet. Für Rentner sind breit streuende Aktienfonds und ETFs meist einfacher zu handhaben als Einzelaktien, weil sie weniger Aufwand und geringeres Einzelrisiko bedeuten.

Für deine Geldanlage im Ruhestand heißt das: Einzelaktien eignen sich nur für einen kleinen Teil des Vermögens, wenn du bereit bist, das Risiko und den Aufwand zu tragen. Breit streuende Aktienfonds und ETFs sind die einfachere Wahl, um langfristig Erträge zu erzielen, ohne einzelne Unternehmen auswählen zu müssen.

  • Einzelaktien haben eine geringe Streuung und ein hohes Verlustrisiko bei Unternehmensschieflage.
  • Aktive Aktienfonds haben eine hohe Streuung, aber meist höhere Verwaltungsgebühren.
  • ETFs bilden einen gesamten Index ab und haben eine sehr hohe Streuung bei meist niedrigeren Kosten.
Einzelaktien, aktive Aktienfonds und ETFs im Vergleich
EinzelaktienAktive AktienfondsETFs
StreuungBreite RisikostreuungBreite Diversifikation über Länder, Branchen und Anlageklassen

08 · Was gilt

Tagesgeld und Festgeld: Welche Rolle spielen sie neben Investmentfonds?

Tagesgeld und Festgeld sind die sicheren Bausteine deiner Geldanlage. Sie werfen oft weniger Rendite ab als Fonds, schützen aber vor erzwungenen Verkäufen in schlechten Börsenphasen.

Tagesgeld ist für die Notfallreserve und kurzfristige Ausgaben gedacht, weil das Kapital täglich verfügbar ist.

Festgeld eignet sich für geplante Ausgaben in den nächsten ein bis drei Jahren, da es eine höhere Verzinsung als Tagesgeld bietet, das Geld aber für einen festgelegten Zeitraum bindet. Investmentfonds sind für den Vermögensteil gedacht, der langfristig die Inflation ausgleichen soll. Tagesgeld als alleiniger Schutz vor langfristigem Kaufkraftverlust ist ungeeignet, weil die Zinsen oft unter der Inflationsrate liegen.

Für deine Planung heißt das: Kombiniere Sicherheitsbausteine und Fondsbausteine. Tagesgeld und Festgeld decken kurzfristige und geplante Ausgaben ab, Investmentfonds übernehmen den langfristigen Vermögenserhalt. So vermeidest du, dass du Fondsanteile für die nächste Stromnachzahlung oder Autoreparatur verkaufen musst.

  • Tagesgeld ist für die Notfallreserve und kurzfristige Ausgaben gedacht, nicht für langfristigen Vermögensaufbau.
  • Festgeld eignet sich für geplante Ausgaben in den nächsten ein bis drei Jahren.
  • Investmentfonds sind für den Vermögensteil gedacht, der langfristig die Inflation ausgleichen soll.

Dafür geeignet

·Tagesgeld für die Notfallreserve und kurzfristige Ausgaben
·Festgeld für geplante Ausgaben in den nächsten ein bis drei Jahren
·Investmentfonds für den Vermögensteil, der langfristig die Inflation ausgleichen soll

Dafür nicht gedacht

·Tagesgeld als alleiniger Schutz vor langfristigem Kaufkraftverlust
·Festgeld für Geld, das du jederzeit verfügbar haben musst
·Investmentfonds für die nächste Stromnachzahlung oder Autoreparatur

09 · Kosten

Wie schützt du deine Geldanlage für Rentner vor Inflation?

Inflation senkt die Kaufkraft deines Geldes, wenn die Rendite niedriger ist als die Teuerung. Ein Teil des Vermögens sollte deshalb in Anlagen liegen, die langfristig höhere Erträge bringen können.

Tagesgeld liegt oft unter der Inflationsrate, Festgeld teils nahe der Inflationsrate. Rentenfonds bieten einen moderaten Ertrag, gemischte Fonds einen guten Ausgleich, und Aktienfonds sowie ETFs haben die höchste langfristige Ertragschance.

Reine Sicherheitsanlagen schützen vor Verlusten, aber nicht immer vor Kaufkraftverlust. Eine Beimischung von Fonds kann die reale Rendite verbessern, weil Aktienfonds und ETFs langfristig höhere Erträge bringen können als Tagesgeld oder Festgeld. Für Rentner ist diese Beimischung wichtig, damit das Vermögen nicht Jahr für Jahr an Kaufkraft verliert.

Für deine Geldanlage heißt das: Lege einen Teil deines Vermögens in breit streuende Investmentfonds oder ETFs an, um die Inflation auszugleichen. Der kurzfristige Bedarf bleibt auf Tagesgeld oder Festgeld, der langfristige Teil arbeitet in Fonds weiter. So schützt du dein Vermögen vor schleichendem Kaufkraftverlust.

  • Tagesgeld liegt oft unter der Inflationsrate und schützt nicht vor Kaufkraftverlust.
  • Festgeld liegt teils nahe der Inflationsrate, bietet aber keinen langfristigen Ausgleich.
  • Aktienfonds und ETFs haben die höchste langfristige Ertragschance und können die Inflation ausgleichen.

Wirkung verschiedener Anlageformen auf den realen Vermögenserhalt

Tagesgeldhohe Sicherheit, aber oft geringe Rendite
Festgeldhöhere Verzinsung als Tagesgeld, Kapitalbindung
Rentenfondsplanbare Erträge bei moderatem Risiko
Aktienfonds / ETFshöhere Renditechancen bei Wertschwankungen

10 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du bei Investmentfonds im Ruhestand vermeiden?

Typische Fehler entstehen, wenn zu viel Geld zu früh in riskante Anlagen fließt oder wenn aus Angst vor Schwankungen gar nicht angelegt wird. Beides kann dein Vermögen unnötig schmälern.

Ein typischer Fehler ist, die gesamte Notfallreserve in Aktienfonds anzulegen und bei Kursrückgang mit Verlust verkaufen zu müssen. Die Notfallreserve gehört auf Tagesgeld, damit sie jederzeit verfügbar ist. Ein anderer Fehler ist, nur auf Tagesgeld zu setzen und dadurch Jahr für Jahr Kaufkraft zu verlieren, weil die Zinsen oft unter der Inflationsrate liegen.

Fondsanteile ohne festen Entnahmeplan zu verkaufen und in Panik auf Kursschwankungen zu reagieren, schmälert dein Vermögen unnötig. Das gesamte Vermögen in einen einzigen Themenfonds oder eine einzelne Region zu stecken, erhöht das Risiko eines hohen Verlusts. Die jährliche Überprüfung der Aufteilung zu vergessen, führt dazu, dass du nicht auf veränderte Lebensumstände reagierst.

Für deine Geldanlage heißt das: Halte die Notfallreserve außerhalb von Fonds, setze auf breite Streuung und plane feste Entnahmeregeln. Überprüfe einmal im Jahr, ob deine Aufteilung noch zu deinem Leben passt. So vermeidest du die häufigsten Fehler bei der Fondsanlage im Alter.

  • Die gesamte Notfallreserve in Aktienfonds anzulegen und bei Kursrückgang mit Verlust verkaufen zu müssen, ist ein typischer Fehler.
  • Nur auf Tagesgeld zu setzen und dadurch Jahr für Jahr Kaufkraft zu verlieren, schmälert dein Vermögen.
  • Fondsanteile ohne festen Entnahmeplan zu verkaufen und in Panik auf Kursschwankungen zu reagieren, ist riskant.
  • Das gesamte Vermögen in einen einzigen Themenfonds oder eine einzelne Region zu stecken, erhöht das Verlustrisiko.
  • Die jährliche Überprüfung der Aufteilung zu vergessen, verhindert die Anpassung an veränderte Lebensumstände.

Häufige Fehler bei der Fondsanlage im Alter

·Die gesamte Notfallreserve in Aktienfonds anlegen und bei Kursrückgang mit Verlust verkaufen müssen
·Nur auf Tagesgeld setzen und dadurch Jahr für Jahr Kaufkraft verlieren
·Fondsanteile ohne festen Entnahmeplan verkaufen und in Panik auf Kursschwankungen reagieren
·Das gesamte Vermögen in einen einzigen Themenfonds oder eine einzelne Region stecken
·Die jährliche Überprüfung der Aufteilung vergessen und nicht auf veränderte Lebensumstände reagieren

11 · Im Vertrag

Steuern auf Investmentfonds für Rentner: Was bleibt vom Ertrag?

Auf Erträge aus Investmentfonds fallen Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag an. Bei Aktienfonds greift eine Teilfreistellung, die deine Steuerlast spürbar senkt.

Pro Person bleiben 1000 EUR Kapitalerträge im Jahr steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 EUR. Dieser Sparer-Pauschbetrag gilt für alle Kapitalerträge, also auch für Zinsen und Dividenden.

Oberhalb des Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an, auf die zusätzlich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag kommen. Bei Aktienfonds greift eine Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei, nur 70 Prozent der Erträge werden besteuert. Diese Teilfreistellung senkt deine Steuerlast spürbar, wenn du in Aktienfonds oder ETFs investierst.

Für deine Planung heißt das: Nutze den Sparer-Pauschbetrag, indem du Freistellungsaufträge bei deinen Banken einrichtest. Die Teilfreistellung für Aktienfonds macht diese Anlageform steuerlich attraktiver als reine Zinsanlagen. So bleibt von deinen Fondserträgen im Ruhestand mehr übrig.

  • Pro Person bleiben 1000 EUR Kapitalerträge im Jahr steuerfrei, bei Ehepaaren 2000 EUR.
  • Auf Kapitalerträge oberhalb des Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an.
  • Auf die Abgeltungsteuer kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag hinzu.
  • Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei, nur 70 Prozent werden besteuert.

Steuerliche Eckwerte für Fondsanleger im Jahr 2026

Sparer-PauschbetragFreibetragPro Person bleiben 1000 EUR Kapitalerträge im Jahr steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 EUR.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026