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Investmentfonds-Auszahlplan: So wird dein Depot zur regelmäßigen Rente

Ein Investmentfonds-Auszahlplan verwandelt angespartes Fondsvermögen in ein regelmäßiges Einkommen. Du entscheidest, ob dein Kapital dabei erhalten bleibt oder planmäßig verbraucht wird.

11 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Ein Auszahlplan zahlt dir monatlich, quartalsweise oder jährlich Geld aus deinem Investmentfonds aus.
  • Du hast die Wahl zwischen Kapitalverzehr und Kapitalerhalt.
  • Während der Auszahlphase bleibt dein Geld investiert und kann weiter Rendite erzielen.
  • Höhe und Rhythmus der Auszahlungen kannst du flexibel anpassen.

01 · Grundlagen

Was ist ein Investmentfonds-Auszahlplan?

Ein Auszahlplan ist eine Vereinbarung mit deiner Fondsgesellschaft oder deinem Depotanbieter, dir regelmäßig Geld aus deinem Fondsvermögen zu überweisen. Das Kapital bleibt dabei in der Regel investiert.

Bei einem Investmentfonds-Auszahlplan erteilst du deiner Fondsgesellschaft oder deinem Depotanbieter die Anweisung, dir regelmäßig einen festen Betrag auf dein Referenzkonto zu überweisen. Die Auszahlung erfolgt, indem automatisch die entsprechende Anzahl an Fondsanteilen verkauft wird. Dein restliches Kapital bleibt währenddessen vollständig investiert und kann weiterhin an den Kapitalmärkten arbeiten.

Du legst die Höhe der Rate selbst fest und kannst sie bereits ab 25 Euro pro Auszahlung starten. Auch der Rhythmus ist frei wählbar, zum Beispiel monatlich, quartalsweise oder jährlich. Diese Flexibilität unterscheidet den Auszahlplan von einer klassischen Rentenversicherung, bei der du dein Kapital gegen eine lebenslange Rente abtrittst.

Ein wichtiger Punkt ist die Eigentumsfrage: Dein Geld bleibt bei einem Investmentfonds-Auszahlplan in deinem Eigentum. Du musst es nicht an eine Versicherungsgesellschaft übertragen, sondern kannst jederzeit über das gesamte Restkapital verfügen. Auch eine komplette Auszahlung des verbleibenden Guthabens ist ohne vertragliche Bindung oder Mindestlaufzeit möglich.

Kurz erklärt

Investmentfonds-Auszahlplan

Eine flexible Regelung, bei der du aus deinem Investmentfondsvermögen regelmäßig Geld auf dein Konto ausgezahlt bekommst, während der Rest des Kapitals weiter angelegt bleibt.

Du behältst die Kontrolle über dein Kapital und musst es nicht an eine Versicherung abtreten.

02 · Vergleich

Kapitalverzehr oder Kapitalerhalt: Welche Strategie passt zu dir?

Die zentrale Entscheidung bei einem Auszahlplan betrifft den Umgang mit deinem angesparten Kapital. Beide Varianten haben unterschiedliche Konsequenzen für dein Einkommen und dein Erbe.

Beim Kapitalverzehr wird dein angespartes Kapital planmäßig über die Jahre ausgezahlt. Du erhältst in der Regel höhere Raten, weil sowohl die Erträge als auch die Substanz deines Depots für die Auszahlungen verwendet werden. Am Ende der Laufzeit ist das Vermögen vollständig aufgebraucht, was für dich sinnvoll sein kann, wenn du keine Erben bedenken möchtest.

Beim Kapitalerhalt werden dagegen nur die laufenden Erträge deines Fonds ausgezahlt. Dein eingezahltes Kapital bleibt dauerhaft bestehen und kann später vererbt oder für andere Zwecke verwendet werden. Die Auszahlungen fallen bei dieser Variante in der Regel niedriger aus, weil sie stark von der jährlichen Wertentwicklung deines Fonds abhängen.

Du kannst die Strategie auch während der Laufzeit wechseln. Wenn du zum Beispiel mit Kapitalverzehr startest und später feststellst, dass du einen Teil des Vermögens erhalten möchtest, passt du die Rate einfach an. Umgekehrt ist auch eine spätere Erhöhung der Entnahmen möglich, wenn du mehr Geld benötigst.

Die zwei Grundvarianten eines Investmentfonds-Auszahlplans
KapitalverzehrKapitalerhalt
Auszahlungs­quelleAngespartes Kapital und ErträgeNur laufende Erträge
Höhe der RateIn der Regel höherIn der Regel niedriger
Verbleib des KapitalsWird planmäßig aufgebrauchtBleibt dauerhaft bestehen
FlexibilitätKomplette Auszahlung jederzeit möglichZugriff auf Kapital in der Regel möglich

03 · Schritt für Schritt

So richtest du einen Auszahlplan für Investmentfonds ein

Der Weg zum regelmäßigen Einkommen aus deinem Fondsvermögen ist unkompliziert. Du legst die Eckdaten fest und erteilst eine Anweisung an die Fondsgesellschaft.

Der erste Schritt ist ein Depot mit ausreichend Kapital in einem Investmentfonds oder ETF. Dieses Kapital kann aus einer Einmalanlage stammen oder über viele Jahre mit einem Fondssparplan aufgebaut worden sein. Auch eine Kombination aus beiden Varianten ist möglich, wenn du zum Beispiel eine Abfindung zusätzlich anlegen möchtest.

Anschließend legst du die Eckdaten deines Auszahlplans fest. Dazu gehören die Höhe der regelmäßigen Rate, der Auszahlungsrhythmus und der gewünschte Startzeitpunkt. Du kannst entweder einen festen Betrag vorgeben oder eine bestimmte Auszahldauer, aus der sich die Ratenhöhe ergibt.

Die Einrichtung selbst erfolgt durch eine einfache Anweisung an deinen Depotanbieter oder die Fondsgesellschaft. Diese verkauft dann automatisch die benötigten Anteile und überweist den Erlös auf dein Konto. Während der Laufzeit kannst du die Ratenhöhe, den Rhythmus oder die Fondsauswahl jederzeit ändern, zusätzliche Einzahlungen tätigen oder den Plan komplett stoppen.

01

Fondsanlage auswählen

Du benötigst ein Depot mit ausreichend Kapital in einem Investmentfonds oder ETF. Das kann aus einer Einmalanlage oder einem Fondssparplan stammen.

02

Auszahlungsmodalitäten festlegen

Du bestimmst die Höhe der Rate, den Rhythmus (monatlich, quartalsweise, jährlich) und den gewünschten Startzeitpunkt der Auszahlungen.

03

Anweisung erteilen

Du beauftragst deinen Depotanbieter oder die Fondsgesellschaft, regelmäßig Anteile zu verkaufen und den Erlös auf dein Referenzkonto zu überweisen.

04

Plan bei Bedarf anpassen

Du kannst die Ratenhöhe, den Rhythmus oder die Fondsauswahl jederzeit ändern. Auch Zuzahlungen oder komplette Entnahmen sind möglich.

04 · Hintergrund

Welche Rolle spielen ETFs in einem Auszahlplan?

ETFs eignen sich als kostengünstige Basis für einen Auszahlplan. Sie bilden einen Index ab und verursachen in der Regel geringere laufende Kosten als aktiv verwaltete Fonds.

Für einen Auszahlplan kannst du sowohl aktiv gemanagte Investmentfonds als auch passive ETFs nutzen. ETFs haben den Vorteil, dass sie ohne Ausgabeaufschlag gekauft werden können und ihre jährlichen Verwaltungskosten oft deutlich niedriger sind als bei aktiv verwalteten Fonds. Diese Kostenersparnis wirkt sich während der gesamten Auszahlphase positiv auf deine Nettorendite aus.

Bei einem Auszahlplan mit ETFs verkaufst du regelmäßig Anteile zum aktuellen Börsenkurs. Der Kurs schwankt je nach Marktlage, sodass du mal zu einem besseren und mal zu einem schlechteren Preis verkaufst. Über einen längeren Zeitraum ergibt sich daraus ein Durchschnittspreis, der die kurzfristigen Schwankungen ausgleicht.

Eine Kombination aus einem breit gestreuten Aktien-ETF und einem Sicherheitsbaustein wie Tagesgeld oder Festgeld kann das Risiko reduzieren. So vermeidest du, in schwachen Marktphasen ausschließlich Aktienanteile verkaufen zu müssen. Der Sicherheitsbaustein dient als Puffer, aus dem du Entnahmen tätigen kannst, bis sich die Kurse erholt haben.

Für einen Auszahlplan kannst du sowohl aktiv gemanagte Investmentfonds als auch passive ETFs nutzen. ETFs haben den Vorteil, dass sie ohne Ausgabeaufschlag gekauft werden können und ihre jährlichen Verwaltungskosten oft deutlich niedriger sind.

Bei einem Auszahlplan mit ETFs verkaufst du regelmäßig Anteile. Der Verkauf erfolgt zum aktuellen Börsenkurs, der je nach Marktlage schwanken kann. Über einen längeren Zeitraum verkaufst du so zu einem Durchschnittspreis.

Eine Kombination aus einem breit gestreuten Aktien-ETF und einem Sicherheitsbaustein wie Tagesgeld oder Festgeld kann das Risiko reduzieren, zu einem ungünstigen Zeitpunkt Anteile verkaufen zu müssen.

05 · Hintergrund

Rendite und Wert­entwicklung während der Auszahlphase

Dein Geld arbeitet auch dann weiter, wenn du bereits Entnahmen tätigst. Die zukünftige Wertentwicklung bestimmt, wie lange dein Vermögen reicht.

Der große Vorteil eines Investmentfonds-Auszahlplans gegenüber einer klassischen Verrentung liegt in den weiterhin bestehenden Renditechancen. Dein Restkapital bleibt an den internationalen Kapitalmärkten investiert und kann von Kursgewinnen und Dividenden profitieren. Durch die automatische Wiederanlage der Erträge kommt dir der Zinseszinseffekt zugute, der dein Vermögen auch während der Auszahlphase weiter wachsen lassen kann.

Allerdings unterliegt die Wertentwicklung Schwankungen. Ein Kurseinbruch kurz nach Beginn der Auszahlphase kann die Dauer deines Kapitals verkürzen, wenn du gezwungen bist, Anteile zu niedrigen Kursen zu verkaufen. Deshalb ist es sinnvoll, einen Sicherheitspuffer aus Tagesgeld oder kurzlaufenden Anleihen vorzuhalten, der Verkäufe in schwachen Marktphasen überflüssig macht.

Die konkrete Wertentwicklung hängt von der Auswahl deiner Fondsanlage ab. Breit gestreute Fonds, die in viele Einzelwerte aus unterschiedlichen Anlageklassen, Ländern und Regionen investieren, reduzieren das Risiko im Vergleich zur Anlage in einzelne Werte. Währungsschwankungen an den Devisenmärkten können die Fondsperformance jedoch belasten.

Der große Vorteil eines Investmentfonds-Auszahlplans gegenüber einer klassischen Verrentung liegt in den weiterhin bestehenden Renditechancen. Dein Restkapital bleibt an den internationalen Kapitalmärkten investiert und kann von Kursgewinnen und Dividenden profitieren.

Allerdings unterliegt die Wertentwicklung Schwankungen. Ein Kurseinbruch kurz nach Beginn der Auszahlphase kann die Dauer deines Kapitals verkürzen, wenn du gezwungen bist, Anteile zu niedrigen Kursen zu verkaufen.

Ein Sicherheitspuffer aus Tagesgeld oder kurzlaufenden Anleihen kann helfen, Verkäufe in schwachen Marktphasen zu vermeiden. So überbrückst du Krisen, ohne dein Depot zu ungünstigen Zeitpunkten anzutasten.

06 · Was gilt

Steuern auf Auszahlungen aus Investmentfonds

Auszahlungen aus deinem Fondsdepot sind nicht in voller Höhe steuerpflichtig. Besteuert wird nur der Gewinnanteil, also die Differenz zwischen Verkaufserlös und Kaufpreis.

Auszahlungen aus deinem Fondsdepot sind nicht in voller Höhe steuerpflichtig. Besteuert wird nur der Gewinnanteil, also die Differenz zwischen Verkaufserlös und Kaufpreis deiner Fondsanteile. Die Rückzahlung deines ursprünglich eingezahlten Kapitals bleibt dagegen steuerfrei, weil du nur dein eigenes Geld zurückerhältst.

Steuerpflichtig sind Kursgewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen, Dividenden und Zinserträge des Fonds sowie Vorabpauschalen bei thesaurierenden Fonds. Diese Erträge werden mit der Abgeltungsteuer belegt, sobald sie deinen Sparer-Pauschbetrag übersteigen. Der Freibetrag liegt bei 1000 EUR pro Person und Jahr, bei zusammenveranlagten Ehepaaren bei 2000 EUR.

Für die Steuerberechnung ist es unerheblich, ob du die Erträge auszahlen lässt oder im Fonds belässt. Auch thesaurierte Erträge sind steuerpflichtig, was du bei deiner Liquiditätsplanung berücksichtigen solltest. Die Steuer wird in der Regel direkt von deinem Depotanbieter einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

Steuerpflichtig

·Kursgewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen
·Dividenden und Zinserträge des Fonds
·Vorabpauschalen bei thesaurierenden Fonds

Steuerfrei

·Die Rückzahlung deines ursprünglich eingezahlten Kapitals
·Gewinne innerhalb des Sparer-Pauschbetrags von 1000 EUR pro Person und Jahr
·Gewinne innerhalb des Sparer-Pauschbetrags von 2000 EUR bei Zusammenveranlagung

07 · Kosten

Abgeltungs­teuer und Teilfreistellung bei Aktienfonds

Auf deine steuerpflichtigen Kapitalerträge fallen Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag an. Bei Aktienfonds reduziert die Teilfreistellung die Steuerlast spürbar.

Auf deine steuerpflichtigen Kapitalerträge fallen im Jahr 2026 Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag an. Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent, der Solidaritätszuschlag 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Zusammen ergibt sich eine Belastung von 26,375 Prozent auf die steuerpflichtigen Erträge.

Bei Aktienfonds reduziert die Teilfreistellung die Steuerlast spürbar. Für Fonds, die überwiegend in Aktien investieren, bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Die Abgeltungsteuer fällt nur auf die verbleibenden 70 Prozent an, was deine effektive Steuerlast deutlich senkt.

Diese Teilfreistellung gilt für alle Erträge des Aktienfonds, also für Kursgewinne, Dividenden und Vorabpauschalen. Sie ist ein Ausgleich dafür, dass der Fonds auf Ebene der enthaltenen Unternehmen bereits Körperschaftsteuer gezahlt hat. Bei reinen Anleihenfonds oder Mischfonds mit geringem Aktienanteil greift die Teilfreistellung nicht oder nur anteilig.

08 · Fehler vermeiden

Kurseinbrüche und Risiken im Auszahlplan abfedern

Ein Auszahlplan ist Marktschwankungen ausgesetzt. Mit der richtigen Struktur reduzierst du das Risiko, in Krisenphasen Anteile mit Verlust verkaufen zu müssen.

Ein Auszahlplan ist Marktschwankungen ausgesetzt, weil dein Kapital investiert bleibt. Kapitalmarktbedingte Schwankungen können nicht ausgeschlossen werden und zu Verlusten führen. Das Risiko ist besonders hoch, wenn du in einer Krise gezwungen bist, Anteile zu niedrigen Kursen zu verkaufen, um deine regelmäßigen Auszahlungen zu bedienen.

Ein häufiger Fehler ist eine zu hohe Entnahmerate, die das Kapital schneller aufzehrt als geplant. Wenn du dauerhaft mehr entnimmst, als dein Fonds an Rendite erwirtschaftet, sinkt dein Vermögen kontinuierlich. Nach einem Kurseinbruch kann sich dieser Effekt verstärken, weil die Verluste nicht mehr aufgeholt werden können.

Ein Sicherheitspolster aus Tagesgeld oder kurzlaufenden Anleihen hilft, Verkäufe in schwachen Marktphasen zu vermeiden. Als Faustregel gilt, dass du ein bis zwei Jahre deiner geplanten Entnahmen außerhalb des Aktienmarktes vorhalten solltest. So überbrückst du Krisenphasen, ohne Anteile zu Tiefstkursen verkaufen zu müssen.

Typische Fehler und Risiken bei Investmentfonds-Auszahlplänen

·Zu hohe Entnahmerate wählen, die das Kapital schneller aufzehrt als geplant
·Kein Sicherheitspolster für Kurseinbrüche vorhalten und dann zu Tiefstkursen verkaufen
·Die laufenden Kosten der Fondsanlage unterschätzen, die die Nettorendite schmälern
·Die steuerliche Belastung der Auszahlungen nicht in der Entnahmeplanung berücksichtigen
·Sich zu stark auf Einzelwerte oder Branchenfonds konzentrieren statt breit zu streuen

09 · Hintergrund

Vom Fondssparplan zum Auszahlplan: Vermögensaufbau und Entnahme kombinieren

Der Investmentfonds-Auszahlplan ist die logische Fortsetzung eines langjährigen Fondssparplans. Was du über Jahrzehnte angespart hast, wird nun planvoll entspart.

Viele Anlegerinnen und Anleger bauen ihr Vermögen über einen Fondssparplan auf und wechseln später in einen Auszahlplan. Der Übergang ist fließend: Du kannst dein bestehendes Fondsdepot einfach weiterführen und die Entnahmen starten, wenn du das Einkommen benötigst. Ein neuer Vertrag oder ein Produktwechsel ist dafür nicht erforderlich.

Auch während der Auszahlphase sind Zuzahlungen jederzeit möglich. Wenn du zum Beispiel eine Erbschaft oder eine Abfindung erhältst, kannst du das Geld in denselben Fonds einzahlen und so deinen Kapitalstock wieder erhöhen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu einer Rentenversicherung, bei der spätere Einzahlungen oft nicht mehr möglich sind.

Die Flexibilität des Auszahlplans erlaubt es dir, die Entnahmen an deine Lebenssituation anzupassen. In Jahren mit hohen Ausgaben kannst du die Rate erhöhen, in Jahren mit geringerem Bedarf reduzierst du sie. Auch eine komplette Aussetzung der Auszahlungen ist möglich, wenn du das Geld gerade nicht benötigst.

Viele Anlegerinnen und Anleger bauen ihr Vermögen über einen Fondssparplan auf und wechseln später in einen Auszahlplan. Der Übergang ist fließend: Du kannst dein bestehendes Fondsdepot einfach weiterführen und die Entnahmen starten, wenn du das Einkommen benötigst.

Auch während der Auszahlphase sind Zuzahlungen jederzeit möglich. Wenn du zum Beispiel eine Erbschaft oder eine Abfindung erhältst, kannst du das Geld in denselben Fonds einzahlen und so deinen Kapitalstock wieder erhöhen.

Die Flexibilität des Auszahlplans erlaubt es dir, die Entnahmen an deine Lebenssituation anzupassen. In Jahren mit hohen Ausgaben entnimmst du mehr, in anderen Jahren weniger oder setzt die Auszahlung ganz aus.

10 · Checkliste

Fondsauswahl für den Auszahlplan: Das solltest du beachten

Nicht jeder Fonds eignet sich gleichermaßen für die Auszahlphase. Entscheidend sind Kosten, Risikostreuung und die langfristige Stabilität der Wertentwicklung.

Nicht jeder Fonds eignet sich gleichermaßen für die Auszahlphase. Entscheidend sind Kosten, Risikostreuung und die langfristige Stabilität der Wertentwicklung. Ein breit gestreuter Fonds, der in viele Einzelwerte aus unterschiedlichen Anlageklassen, Ländern und Regionen investiert, reduziert das Risiko im Vergleich zur Anlage in einzelne Werte.

Die laufenden Kosten deiner Fondsanlage schmälern deine Nettorendite während der gesamten Auszahlphase. ETFs haben hier einen Vorteil, weil sie ohne Ausgabeaufschlag gekauft werden können und ihre jährlichen Verwaltungskosten oft deutlich niedriger sind als bei aktiv verwalteten Fonds. Achte beim Kauf auf einen möglichst geringen Ausgabeaufschlag.

Wähle eine Fondsanlage, die zu deinem persönlichen Chance-Risiko-Profil passt. Von eher ertragsorientierten bis hin zu chancenorientierten Konzepten stehen dir viele verschiedene Fondsvarianten zur Verfügung. Du kannst die Fondsanlage während der Laufzeit auch wechseln, wenn sich deine Einschätzung oder deine Lebenssituation ändert.

Kriterien für die Fondsauswahl im Auszahlplan

01

Breite Streuung über viele Einzelwerte, Länder und Branchen

02

Geringe laufende Kosten, insbesondere bei ETFs

03

Kein oder nur ein geringer Ausgabeaufschlag beim Kauf

04

Langfristig nachvollziehbare Wertentwicklung

05

Passung zum eigenen Chance-Risiko-Profil

06

Möglichkeit, die Fondsanlage während der Laufzeit zu wechseln

11 · Hintergrund

Regelmäßiges Einkommen aus Fondsbeständen: So planst du die Entnahmehöhe

Die richtige Entnahmehöhe hängt von deinem Kapital, der erwarteten Rendite und deinem Zeithorizont ab. Eine zu hohe Rate gefährdet den langfristigen Kapitalerhalt.

Deine individuelle Entnahmehöhe solltest du an deinen Lebenshaltungskosten und deinen weiteren Einkommensquellen wie gesetzlicher Rente oder Betriebsrente ausrichten. Der Auszahlplan dient dann als flexible Ergänzung.

Überprüfe deine Entnahmerate regelmäßig. Nach starken Kursgewinnen kannst du deine Auszahlung erhöhen, nach Verlustphasen solltest du sie eher reduzieren, um dein Kapital zu schonen.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026