Ratgeber · Investieren
Indexfonds-Testsieger: So findest du den passenden ETF für dein Depot
Ein Indexfonds-Testsieger ist kein einzelnes Produkt, sondern ein ETF, der zentrale Qualitätskriterien erfüllt. Entscheidend sind eine breite Streuung, niedrige Kosten und ein ausreichend hohes Fondsvolumen.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich breit gestreute Aktien-ETFs auf Weltindizes wie den MSCI ACWI IMI oder FTSE All-World.
- Achte auf eine Gesamtkostenquote von unter 0,3 Prozent pro Jahr und ein Fondsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro.
- Branchen-ETFs und aktive Fonds sind für die Basis deines Depots nicht geeignet, da sie höhere Risiken bergen.
- Ein ETF-Sparplan auf einen weltweiten Indexfonds ist eine solide Grundlage für den Vermögensaufbau.
01 · Grundlagen
Was ist ein Indexfonds (ETF)?
Ein Indexfonds bildet die Wertentwicklung eines Börsenindex nach. Er wird an der Börse gehandelt und heißt auf Englisch Exchange Traded Fund, kurz ETF.
Ein ETF bündelt das Geld vieler Anleger und kauft damit die Wertpapiere, die in einem bestimmten Index enthalten sind. Steigt der Index, steigt auch der Wert deines Anteils. Anders als bei aktiv gemanagten Fonds entscheidet kein Fondsmanager, welche Aktien gekauft werden.
Die passive Konstruktion hält die Kosten niedrig und macht die Wertentwicklung transparent. Du kannst jederzeit an der Börse handeln, weil der Fonds fortlaufend Preise stellt.
- Ein Indexfonds bildet einen Index wie den MSCI World oder den S&P 500 eins zu eins nach.
- Du beteiligst dich mit einem einzigen Wertpapier an hunderten oder tausenden Unternehmen gleichzeitig.
Kurz erklärt
Indexfonds (ETF)
Ein börsengehandelter Fonds, der die Wertentwicklung eines Index wie MSCI World oder S&P 500 nachbildet.
Passive Geldanlage mit breiter Streuung über viele Aktien oder Anleihen.
02 · Checkliste
Welche Kriterien erfüllt ein Indexfonds-Testsieger?
Ein empfehlenswerter ETF muss mehrere Qualitätskriterien erfüllen. Diese Kriterien helfen dir, aus dem riesigen Angebot passende Indexfonds herauszufiltern.
Ein empfehlenswerter ETF muss mehrere harte Anforderungen erfüllen, bevor er für dein Depot infrage kommt. Die wichtigste Hürde ist die Kostenquote: Sie muss unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen. Nur wenn ein ETF teurer ist, aber in den vergangenen fünf Jahren eine bessere Rendite als sein Index erzielt hat, bleibt er in der Auswahl.
Zusätzlich muss der Fonds seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar sein und mehr als 100 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt haben. Diese beiden Kriterien schützen dich vor sehr jungen oder sehr kleinen Produkten, die der Anbieter wieder vom Markt nehmen könnte.
- Der ETF bildet einen weltweiten Aktienindex ab, idealerweise mit Industrie- und Schwellenländern.
- Die Gesamtkostenquote liegt unter 0,3 Prozent pro Jahr.
- Das Fondsvolumen beträgt mehr als 100 Millionen Euro.
- Der ETF ist seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar.
Kriterien für einen guten Indexfonds
Der ETF bildet einen weltweiten Aktienindex ab, idealerweise mit Industrie- und Schwellenländern.
Der ETF ist seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar.
Das Fondsvolumen beträgt mehr als 100 Millionen Euro.
Die Gesamtkostenquote (TER) liegt unter 0,3 Prozent pro Jahr.
Der ETF bildet den Index physisch nach und verleiht Wertpapiere nur in begrenztem Umfang.
03 · Vergleich
Weltweite Aktien-ETFs im Vergleich: Alle Länder oder Industrieländer?
Für den langfristigen Vermögensaufbau sind breit gestreute Aktien-ETFs die erste Wahl. Dabei unterscheiden sich die zugrunde liegenden Indizes in ihrer Marktabdeckung.
Für neue Sparpläne sind Alle-Länder-ETFs die bevorzugte Wahl. Sie bilden Indizes ab, die Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern enthalten, und streuen dein Geld damit breiter als reine Industrieländer-Indizes. Zu den relevanten Indizes gehören der MSCI ACWI IMI, der FTSE All-World und der MSCI All Country World.
Hast du bereits einen ETF auf den MSCI World oder den FTSE Developed im Depot, musst du nicht umschichten. Diese Fonds bleiben für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet, und ein Verkauf würde nur vorzeitig Steuern auslösen. Künftige Sparraten kannst du einfach in einen Alle-Länder-ETF lenken.
- Alle-Länder-ETFs enthalten auch Schwellenländer und kleine Unternehmen.
- Industrieländer-ETFs konzentrieren sich auf mittlere und große Unternehmen aus entwickelten Märkten.
- Ein bestehender MSCI-World-ETF muss nicht verkauft werden, nur weil Alle-Länder-ETFs breiter streuen.
| Alle-Länder-ETF | Industrieländer-ETF | |
|---|---|---|
| Beispiele für Indizes | MSCI ACWI IMI, FTSE All-World, MSCI All Country World | MSCI World, FTSE Developed |
| Marktabdeckung | Große, mittlere und kleine Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern | Mittlere und große Unternehmen nur aus Industrieländern |
| Risikostreuung | Breiter gestreut, da auch Schwellenländer enthalten sind | Geringer gestreut, da Schwellenländer fehlen |
| Empfehlung für Neuanlagen | Bevorzugte Wahl für den langfristigen Vermögensaufbau | Weiterhin geeignet, aber nicht mehr gleichrangig für neue Sparpläne |
04 · Was gilt
Welche Indizes eignen sich für einen Indexfonds-Sparplan?
Ein ETF-Sparplan funktioniert am besten mit einem Index, der breit über viele Länder und Unternehmen streut. Das reduziert das Risiko von Einzelverlusten.
Für ein Basisinvestment eignen sich breite Weltindizes, die viele Länder und Unternehmen abdecken. Der MSCI ACWI IMI umfasst kleine, mittlere und große Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern und bietet damit die breiteste Streuung unter den gängigen Indizes. Auch der FTSE All-World und der MSCI All Country World sind solide Grundlagen für einen Sparplan.
Branchenindizes wie Wasserstoff oder Cannabis sind als alleinige Anlage ungeeignet, weil sie dein Geld auf eine einzige Sparte konzentrieren. Läuft es dort schlecht, können andere Branchen den Verlust nicht ausgleichen. Dasselbe gilt für Länderindizes wie den Dax oder den S&P 500, wenn du ausschließlich darauf setzt.
- Geeignet als Basisinvestment sind der MSCI ACWI IMI, der FTSE All-World und der MSCI All Country World.
- Nicht als Basis geeignet sind Branchenindizes, einzelne Länderindizes und aktive ETFs ohne festen Indexbezug.
Geeignet als Basisinvestment
Nicht als Basis geeignet
05 · Kosten
Was kostet ein Indexfonds? Die Gesamtkostenquote (TER)
Die laufenden Kosten eines ETF werden als Total Expense Ratio (TER) ausgewiesen. Sie mindert deine jährliche Rendite und sollte möglichst niedrig sein.
Die Total Expense Ratio, kurz TER, gibt an, wie viel Prozentpunkte die laufenden Kosten deine jährliche Rendite mindern. Sie wird direkt im Fondsvermögen verrechnet und fällt jedes Jahr an, ohne dass du eine separate Rechnung bekommst. Für empfehlenswerte ETFs liegt die TER unter 0,3 Prozent pro Jahr.
Sehr günstige Indexfonds bewegen sich zwischen 0,1 und 0,2 Prozent. Teure Produkte mit einer Kostenquote über 0,5 Prozent solltest du meiden, weil sie deine Rendite über viele Jahre spürbar reduzieren. Die TER ist nicht die einzige Kostenart, aber die wichtigste Kennzahl für den laufenden Vergleich.
- Sehr günstige ETFs kosten zwischen 0,1 und 0,2 Prozent pro Jahr.
- Der empfohlene Maximalwert liegt bei unter 0,3 Prozent pro Jahr.
- ETFs mit mehr als 0,5 Prozent laufenden Kosten sind für den Vermögensaufbau zu teuer.
Kurz erklärt
Empfohlener Maximalwert
Jährliche Gesamtkostenquote (TER) für empfehlenswerte ETFs
unter 0,3 Prozent
06 · Fehler vermeiden
Welche Fehler solltest du bei der Auswahl eines Indexfonds vermeiden?
Viele Anleger greifen zu Produkten, die auf den ersten Blick attraktiv wirken, aber für den langfristigen Vermögensaufbau ungeeignet sind. Diese Fehler kosten Rendite und erhöhen das Risiko.
Der häufigste Fehler ist der Griff zu einem Branchen-ETF, etwa für Wasserstoff oder Cannabis. Damit konzentrierst du dein Geld auf eine einzige Sparte und gehst ein hohes Risiko ein, das andere Bereiche nicht ausgleichen können. Ein marktbreiter Aktien-ETF enthält dagegen ein Best of der Börse und fängt Ausreißer wieder auf.
Auch aktive ETFs sind kritisch zu sehen. Hier bestimmt ein Fondsmanager, welche Wertpapiere der Fonds kauft, was höhere Kosten verursacht und den Markt selten schlägt. Ein weiterer Fehler ist der Verkauf eines bestehenden MSCI-World-ETF nur deshalb, weil Alle-Länder-ETFs breiter streuen. Das löst unnötig früh Steuern aus.
- Du investierst in einen Branchen-ETF und konzentrierst dein Risiko auf eine einzige Sparte.
- Du wählst einen aktiven ETF, der höhere Kosten verursacht und den Markt selten schlägt.
- Du verkaufst einen bestehenden MSCI-World-ETF und zahlst dadurch vorzeitig Steuern.
Häufige Fehler bei der ETF-Auswahl
07 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert der Vermögensaufbau mit einem Indexfonds-Sparplan?
Ein Sparplan auf einen breit gestreuten Aktien-ETF ist ein einfacher Weg, regelmäßig Vermögen aufzubauen. Der Ablauf ist klar strukturiert und erfordert wenig Pflege.
Der Einstieg beginnt mit einem Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Achte auf niedrige Ordergebühren und eine große Auswahl an ETF-Sparplänen, damit du flexibel bleibst. Danach wählst du einen breit gestreuten Aktien-ETF auf einen Weltindex wie den MSCI ACWI IMI oder den FTSE All-World.
Die Sparrate legst du so fest, dass du sie langfristig beibehalten kannst. Bereits kleine Beträge wachsen über viele Jahre durch den Zinseszinseffekt. Der Sparplan wird einmal eingerichtet und führt die Käufe danach automatisch aus, ohne dass du dich regelmäßig kümmern musst.
- Eröffne ein Wertpapierdepot mit niedrigen Ordergebühren und großer ETF-Auswahl.
- Wähle einen breit gestreuten Aktien-ETF auf einen Weltindex.
- Lege eine Sparrate fest, die du langfristig durchhalten kannst.
- Richte den Sparplan ein und lass ihn automatisch laufen.
Wertpapierdepot eröffnen
Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Achte auf niedrige Ordergebühren und eine große Auswahl an ETF-Sparplänen.
Passenden Indexfonds wählen
Wähle einen breit gestreuten Aktien-ETF auf einen Weltindex wie den MSCI ACWI IMI oder FTSE All-World. Prüfe Kostenquote, Alter und Fondsvolumen.
Sparrate festlegen
Lege eine monatliche Sparrate fest, die du langfristig beibehalten kannst. Bereits kleine Beträge wachsen über viele Jahre durch den Zinseszinseffekt.
Sparplan einrichten
Richte den Sparplan mit der gewünschten Rate und dem gewählten ETF ein. Die Ausführung erfolgt automatisch zum festgelegten Termin.
Langfristig investiert bleiben
Lass den Sparplan über viele Jahre laufen. Kurzfristige Kursschwankungen sind normal und gleichen sich bei breiter Streuung langfristig aus.
08 · Was gilt
Welche Rolle spielen Aktienfonds, Rentenfonds und Anleihen im Depot?
Neben Aktien-ETFs gibt es weitere Fondsarten, die unterschiedliche Aufgaben im Portfolio übernehmen. Die Auswahl hängt von deinem Anlageziel und deiner Risikobereitschaft ab.
Aktien-ETFs auf Weltindizes sind der Renditebaustein für den langfristigen Vermögensaufbau. Rentenfonds mit Staatsanleihen übernehmen dagegen die Aufgabe, Schwankungen im Depot zu reduzieren und Stabilität zu bringen. Sie eignen sich besonders dann, wenn dein Anlageziel näher rückt und du Verluste vermeiden willst.
Aktive Aktienfonds sind wegen ihrer hohen Kosten und der seltenen Marktschläge keine gute Wahl. Branchen-ETFs tragen ein zu hohes Klumpenrisiko für die Basis, und Rentenfonds mit Unternehmensanleihen hoher Rendite bringen ein höheres Ausfallrisiko mit.
- Aktien-ETFs auf Weltindizes dienen als Renditebaustein für den langfristigen Vermögensaufbau.
- Rentenfonds mit Staatsanleihen sorgen für Stabilität und geringere Schwankungen.
- Aktive Aktienfonds und Branchen-ETFs sind für die Basis ungeeignet.
Geeignet für
Weniger geeignet für
09 · Hintergrund
Wie sicher ist ein Indexfonds?
Ein breit gestreuter Aktien-ETF verteilt dein Geld auf hunderte oder tausende Unternehmen. Das reduziert das Risiko, dass ein einzelner Ausfall dein gesamtes Depot belastet.
Ein weltweit ausgerichteter Aktien-Indexfonds streut dein Geld über viele Länder, Branchen und Unternehmen. Geht eine Firma pleite oder gerät eine Branche in die Krise, fangen andere Bereiche des Index diesen Verlust auf. Diese breite Streuung ist der zentrale Sicherheitsmechanismus eines ETF.
Berechnungen haben gezeigt, dass Anleger, die in der Vergangenheit über beliebige 15 Jahre in solche passiven ETFs investierten, niemals Geld verloren haben. Das ist keine Garantie für die Zukunft, aber ein Hinweis auf die Robustheit der Strategie. Wichtig ist, dass du einen ETF wählst, der schon mehr als fünf Jahre besteht und mehr als 100 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt hat.
- Die breite Streuung über viele Länder und Branchen reduziert das Risiko einzelner Ausfälle.
- Ein Fondsvolumen über 100 Millionen Euro senkt das Risiko einer Fondsschließung.
- Ein Alter von mehr als fünf Jahren zeigt, dass der ETF seinen Index zuverlässig nachbildet.
Ein weltweit ausgerichteter Aktien-Indexfonds streut dein Geld über viele Länder, Branchen und Unternehmen. Geht eine Firma pleite oder gerät eine Branche in die Krise, fangen andere Bereiche des Index diesen Verlust auf.
Berechnungen haben gezeigt, dass Anleger, die in der Vergangenheit über beliebige 15 Jahre in solche passiven ETFs investierten, niemals Geld verloren haben. Das ist keine Garantie für die Zukunft, aber ein Hinweis auf die Robustheit der Strategie.
Wichtig ist, dass du einen ETF wählst, der schon mehr als fünf Jahre besteht und mehr als 100 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt hat. So reduzierst du das Risiko, dass der Anbieter den Fonds mangels Nachfrage schließt.
10 · Im Vertrag
Welche Steuern fallen auf Indexfonds an?
Gewinne aus Indexfonds unterliegen der Abgeltungsteuer. Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung, die deine Steuerlast reduziert.
Gewinne aus Indexfonds unterliegen der Abgeltungsteuer. Pro Person und Jahr sind 1000 Euro Kapitalerträge steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro. Oberhalb dieses Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an, auf die zusätzlich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag erhoben werden.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, dass nur 70 Prozent deiner Gewinne besteuert werden und 30 Prozent steuerfrei bleiben. Diese Regelung reduziert deine Steuerlast spürbar und macht Aktien-ETFs im Vergleich zu anderen Kapitalanlagen attraktiver.
- Pro Person und Jahr sind 1000 Euro Kapitalerträge steuerfrei, bei Ehepaaren 2000 Euro.
- Auf Gewinne oberhalb des Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an.
- Für Aktienfonds sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei, nur 70 Prozent werden besteuert.
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