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ESG-ETF-Testsieger: So findest du den passenden nachhaltigen Aktienfonds
Ein ESG-ETF-Testsieger kombiniert breite Aktienstreuung mit klaren Nachhaltigkeitskriterien. Entscheidend sind der zugrunde liegende Index, die Ausschlusskriterien und die laufenden Kosten.
11 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Nachhaltige ETFs bilden Indizes ab, die Unternehmen nach Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung (ESG) filtern.
- Der Best-in-Class-Ansatz wählt pro Branche die nachhaltigsten Unternehmen aus, statt ganze Branchen auszuschließen.
- Für ein breit gestreutes Weltportfolio sind der MSCI World SRI und der Dow Jones Best-in-Class World Enlarged Index relevante Vergleichsmaßstäbe.
- Die laufenden Kosten nachhaltiger ETFs liegen oft zwischen 0,10 und 0,65 Prozent pro Jahr.
01 · Grundlagen
Was ist ein ESG-ETF?
Ein ESG-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen nachhaltig gefilterten Aktienindex abbildet. Die Abkürzung ESG steht für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.
Ein ESG-ETF bildet einen Aktienindex ab, der Unternehmen nach Kriterien aus Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung filtert. Die Abkürzung steht für Environmental, Social und Governance. Der Indexanbieter legt fest, welche Unternehmen die Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und im Index enthalten sind.
Für dich bedeutet das: Du investierst mit einem einzigen Wertpapier in hunderte Unternehmen, die bestimmte Mindeststandards einhalten. Die Auswahl übernimmt der Index, nicht der Fondsmanager.
Die laufenden Kosten breit streuender ESG-ETFs liegen meist zwischen 0,10 und 0,65 Prozent pro Jahr.
Kurz erklärt
ESG-ETF
Ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Aktienindex nachbildet, welcher Unternehmen anhand von Kriterien aus Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung auswählt.
Die Indexanbieter legen fest, welche Unternehmen die Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und im Index enthalten sind.
02 · Vergleich
Best-in-Class-Ansatz im Vergleich zu reinen Ausschlusskriterien
Nachhaltige Indizes unterscheiden sich grundlegend darin, wie sie Unternehmen auswählen. Der Best-in-Class-Ansatz wählt pro Branche die nachhaltigsten Unternehmen aus, während reine Ausschlusskriterien nur bestimmte Geschäftsfelder verbieten.
Dadurch bleiben auch Branchen wie Öl oder Chemie im Index vertreten, allerdings nur mit ihren nachhaltigsten Vertretern. Reine Ausschlusskriterien entfernen dagegen komplette Geschäftsfelder wie Waffen, Tabak oder Kraftwerkskohle.
Der iShares Dow Jones Global Leaders Screened nutzt den Best-in-Class-Ansatz und enthält rund 550 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern. Der MSCI World SRI kombiniert strenge Sektorausschlüsse mit einem Best-in-Class-Ansatz und kommt auf rund 380 Aktien.
- Der Best-in-Class-Ansatz erhält die breite Streuung über alle Branchen.
- Reine Ausschlusskriterien entfernen ganze Sektoren und verringern die Branchenvielfalt.
- Beide Methoden können in einem Index kombiniert werden.
| Best-in-Class-Ansatz | Reine Ausschlusskriterien | |
|---|---|---|
| Auswahlprinzip | Wählt pro Branche die Unternehmen mit den besten ESG-Bewertungen aus | Schließt Unternehmen mit bestimmten Geschäftsfeldern komplett aus |
| Branchenabdeckung | Behält alle Branchen bei, auch Öl oder Chemie | Entfernt ganze Branchen wie Waffen oder Tabak |
| Streuung | Breiter, da alle Sektoren vertreten bleiben | Schmaler, da Sektoren fehlen |
| Beispielindex | Dow Jones Best-in-Class World Enlarged Index | MSCI World SRI mit strengen Sektorausschlüssen |
03 · Schritt für Schritt
So funktioniert die Indexauswahl für nachhaltige ETFs
Indexanbieter wie MSCI oder Dow Jones definieren die Nachhaltigkeitskriterien und passen die Zusammensetzung regelmäßig an. Der Ablauf von der Unternehmensbewertung bis zur ETF-Abbildung folgt einem klaren Prozess.
Ratingagenturen wie Sustainalytics bewerten Unternehmen anhand von Umweltdaten, Arbeitsbedingungen und Führungsstrukturen. Im ersten Schritt werden Unternehmen mit Umsätzen in kontroversen Bereichen wie Waffen, Tabak oder Kraftwerkskohle entfernt. Danach wählen die Indexanbieter pro Branche die Unternehmen mit den besten ESG-Bewertungen aus.
Die enthaltenen Aktien werden meist nach Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichtet. Das bedeutet: Größere Unternehmen haben einen höheren Anteil im Index. Der ETF kauft die im Index enthaltenen Aktien physisch nach und bildet so die Wertentwicklung ab.
Die Indexanpassung findet bei vielen nachhaltigen Indizes jährlich statt, die Gewichtung wird quartalsweise überprüft.
ESG-Daten sammeln
Ratingagenturen wie Sustainalytics bewerten Unternehmen anhand von Umweltdaten, Arbeitsbedingungen und Führungsstrukturen.
Ausschlusskriterien anwenden
Unternehmen mit Umsätzen in kontroversen Bereichen wie Waffen, Tabak oder Kraftwerkskohle werden entfernt.
Best-in-Class-Auswahl treffen
Pro Branche werden die Unternehmen mit den besten ESG-Bewertungen für den Index ausgewählt.
Index gewichten
Die enthaltenen Aktien werden meist nach Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichtet.
ETF bildet Index ab
Der ETF kauft die im Index enthaltenen Aktien physisch nach und bildet so die Wertentwicklung ab.
04 · Was gilt
Welche Ausschlusskriterien gelten in den wichtigsten ESG-Indizes?
Die Ausschlusskriterien entscheiden, welche Unternehmen gar nicht erst in den Index aufgenommen werden. Je nach Indexfamilie fallen diese unterschiedlich streng aus.
Kontroverse Waffen, Tabak und Kraftwerkskohle werden in den meisten nachhaltigen Indexfamilien ausgeschlossen. Auch Verstöße gegen den UN Global Compact führen zum Ausschluss. Bei strengeren Indizes wie dem MSCI World SRI kommen unkonventionelle Öl- und Gasförderung, Atomenergie, Alkohol, Glücksspiel und Pornografie hinzu.
Der Dow Jones Best-in-Class World Enlarged Index schließt Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Waffen und Erwachsenenunterhaltung aus. Unternehmen mit hohem ESG-Rating bleiben dagegen enthalten, auch wenn sie aus Branchen mit kontroversen Geschäftsfeldern stammen.
- Kontroverse Waffen sind in allen wichtigen nachhaltigen Indizes ausgeschlossen.
- Tabak und Kraftwerkskohle werden ebenfalls durchgängig entfernt.
- Unkonventionelle Öl- und Gasförderung schließen nur strengere Indizes aus.
Ausgeschlossen
Enthalten
05 · Kosten
Was kostet ein ESG-ETF?
Die laufenden Kosten nachhaltiger ETFs werden als Gesamtkostenquote ausgewiesen. Sie liegen bei breit streuenden Produkten meist zwischen 0,10 und 0,65 Prozent pro Jahr.
Die Gesamtkostenquote nachhaltiger Aktien-ETFs liegt je nach Strategie zwischen 0,10 und 0,65 Prozent pro Jahr. Günstige ESG-ETFs auf europäische Indizes beginnen bei 0,10 Prozent. Breite ESG-Welt-ETFs kosten meist zwischen 0,22 und 0,60 Prozent.
Der UBS MSCI World SRI liegt mit 0,22 Prozent laufenden Kosten im günstigen Bereich. Der iShares Dow Jones Global Leaders Screened kostet 0,60 Prozent pro Jahr. Die Kosten werden direkt dem Fondsvermögen entnommen und mindern deine Rendite.
Ein Unterschied von 0,3 Prozentpunkten bei den laufenden Kosten kann über 20 Jahre mehrere tausend Euro Renditeunterschied ausmachen.
Typische Gesamtkostenquoten nachhaltiger Aktien-ETFs
06 · Grundlagen
MSCI World SRI: Der nachhaltige Klassiker im Detail
Der MSCI World Socially Responsible Investments Index ist einer der bekanntesten nachhaltigen Aktienindizes. Er konzentriert sich auf Industrieländer und wendet strenge Ausschlusskriterien an.
Der MSCI World Socially Responsible Investments Index wählt Unternehmen aus Industrieländern nach strengen ESG-Kriterien aus. Er schließt kontroverse Branchen aus und kombiniert dies mit einem Best-in-Class-Ansatz. ETFs auf diesen Index enthalten rund 380 Aktien.
Der UBS MSCI World SRI ist als ausschüttende Variante mit der ISIN LU0629459743 und als thesaurierende Variante mit der ISIN LU0950674332 erhältlich. Die ausschüttende Variante begrenzt den maximalen Anteil eines Unternehmens auf fünf Prozent.
Im Fünfjahreszeitraum 2020 bis 2024 erzielte diese nachhaltige ETF-Variante 13,3 Prozent Rendite pro Jahr und lag damit leicht über dem klassischen MSCI World mit 13 Prozent.
Kurz erklärt
MSCI World SRI
Ein nachhaltiger Aktienindex von MSCI, der Unternehmen aus Industrieländern nach strengen ESG-Kriterien auswählt und kontroverse Branchen ausschließt.
ETFs auf diesen Index enthalten rund 380 Aktien und sind als ausschüttende oder thesaurierende Variante erhältlich.
07 · Vergleich
Thesaurierung oder Ausschüttung: Was passt zu dir?
Nachhaltige ETFs gibt es in zwei Varianten: ausschüttend oder thesaurierend. Die Wahl beeinflusst, wie Dividenden behandelt werden und wie sich dein Vermögen entwickelt.
Ein ausschüttender ETF zahlt Dividenden regelmäßig auf dein Konto aus. Ein thesaurierender ETF legt Dividenden automatisch wieder im Fonds an. Die Wahl beeinflusst deinen Aufwand und die steuerliche Behandlung.
Bei ausschüttenden ETFs kannst du Dividenden mit dem Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr verrechnen. Bei thesaurierenden ETFs wird jährlich eine Vorabpauschale fällig, die ebenfalls den Freibetrag nutzen kann. Für den automatischen Zinseszinseffekt ohne Zutun ist die Thesaurierung praktischer.
- Ausschüttende ETFs erfordern manuelle Wiederanlage für den vollen Zinseszinseffekt.
- Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch.
- Beide Varianten nutzen den Sparer-Pauschbetrag, nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
| Ausschüttender ETF | Thesaurierender ETF | |
|---|---|---|
| Dividendenverwendung | Zahlt Dividenden regelmäßig auf dein Konto aus | Legt Dividenden automatisch wieder im Fonds an |
08 · Grundlagen
Physische Replikation: So bildet der ETF den Index ab
Die meisten nachhaltigen ETFs kaufen die im Index enthaltenen Aktien tatsächlich. Diese physische Replikation macht die Fondsstruktur transparent und nachvollziehbar.
Du kannst jederzeit prüfen, welche Unternehmen der ETF enthält.
Im Gegensatz zur synthetischen Replikation entsteht bei physischer Abbildung kein Kontrahentenrisiko durch Tauschgeschäfte mit Banken. Die empfohlenen ETFs von UBS und iShares bilden ihre Indizes physisch ab.
Physische Replikation ist bei nachhaltigen ETFs der Standard und reduziert das Risiko von Ausfällen eines Vertragspartners.
Kurz erklärt
Physische Replikation
Der ETF kauft die im Index enthaltenen Wertpapiere direkt und hält sie im Fondsvermögen.
Im Gegensatz zur synthetischen Replikation entsteht kein Kontrahentenrisiko durch Tauschgeschäfte.
09 · Fehler vermeiden
Greenwashing bei ESG-ETFs erkennen
Nicht jeder ETF mit Nachhaltigkeitslabel hält, was der Name verspricht. Seit 2025 gelten strengere EU-Regeln für Fondsnamen, die den Begriff Sustainability nur noch unter bestimmten Bedingungen erlauben.
Den Begriff Sustainability dürfen nur noch ETFs im Namen tragen, die zu mindestens 50 Prozent in Unternehmen investieren, deren wirtschaftliche Tätigkeit einem Umwelt- oder Sozialziel dient. Der iShares Dow Jones Global Leaders Screened investiert nur zu 20 Prozent in solche Unternehmen und musste deshalb im April 2025 umbenannt werden.
Ein Warnsignal ist ein Fondsname, der mehr Nachhaltigkeit verspricht als der Index liefert. Prüfe die Ausschlusskriterien im Index-Factsheet. Wenn nur wenige kontroverse Branchen ausgeschlossen werden und Unternehmen mit schlechten ESG-Bewertungen enthalten bleiben, ist Vorsicht geboten.
- Der Fondsname enthält Nachhaltigkeitsbegriffe, obwohl die Kriterien schwach sind.
- Die Ausschlusskriterien sind intransparent oder nicht dokumentiert.
- Der ETF investiert in Unternehmen, die gegen den UN Global Compact verstoßen.
- Die Kosten sind deutlich höher als bei vergleichbaren ETFs ohne erkennbaren Mehrwert.
Typische Anzeichen für Greenwashing bei ESG-ETFs
10 · Hintergrund
Elektromobilität und andere Themen-ETFs: Sinnvolle Ergänzung?
Neben breit streuenden ESG-ETFs gibt es Themenfonds, die auf einzelne Nachhaltigkeitstrends wie Elektromobilität setzen. Diese Fonds konzentrieren sich auf wenige Branchen und tragen dadurch höhere Risiken.
Themen-ETFs auf Elektromobilität, erneuerbare Energien oder Wasser investieren gezielt in Unternehmen, die von diesen Trends profitieren sollen. Sie konzentrieren sich auf wenige Branchen und können stärker schwanken als breit gestreute ESG-ETFs. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist ein breit streuender nachhaltiger Welt-ETF die solide Basis.
Ein ESG-ETF-Testsieger zeichnet sich durch breite Streuung über viele Branchen und Regionen aus. Themen-ETFs eignen sich als Beimischung, wenn du bewusst einen Teil deines Geldes in einen bestimmten Trend investieren möchtest. Sie ersetzen aber keinen breit gestreuten Kern im Depot.
Die Gesamtkostenquote von Themen-ETFs kann bis 0,65 Prozent pro Jahr betragen und liegt damit oft über breiten ESG-ETFs.
Themen-ETFs auf Elektromobilität, erneuerbare Energien oder Wasser investieren gezielt in Unternehmen, die von diesen Trends profitieren sollen. Sie eignen sich als Beimischung, ersetzen aber keinen breit gestreuten Kern im Depot.
Ein ESG-ETF-Testsieger zeichnet sich durch eine breite Streuung über viele Branchen und Regionen aus. Themen-ETFs konzentrieren sich dagegen auf wenige Sektoren und können stärker schwanken.
Für den langfristigen Vermögensaufbau ist ein breit streuender nachhaltiger Welt-ETF die solide Basis. Themen-ETFs kannst du beimischen, wenn du bewusst einen Teil deines Geldes in einen bestimmten Nachhaltigkeitstrend investieren möchtest.
11 · Checkliste
So erkennst du einen guten ESG-ETF-Testsieger
Ein überzeugender nachhaltiger ETF kombiniert klare Ausschlusskriterien mit breiter Streuung und niedrigen Kosten. Diese Checkliste hilft dir bei der Auswahl.
Die Anzahl der enthaltenen Aktien sollte bei mindestens 300 liegen. Die Gesamtkostenquote sollte unter 0,30 Prozent pro Jahr bleiben.
Prüfe, ob der ETF den Index physisch abbildet und ob der Fondsname den EU-Regeln entspricht. Der ETF sollte als Sparplan bei deiner Depotbank erhältlich sein. Die Wertentwicklung sollte langfristig nahe am klassischen Vergleichsindex liegen.
- Der Index schließt kontroverse Branchen wie Waffen, Tabak und Kraftwerkskohle aus.
- Die Anzahl der enthaltenen Aktien liegt bei mindestens 300.
- Die Gesamtkostenquote liegt unter 0,30 Prozent pro Jahr.
- Der ETF bildet den Index physisch ab.
- Der Fondsname verspricht nicht mehr Nachhaltigkeit als der Index liefert.
- Der ETF ist als Sparplan bei deiner Depotbank erhältlich.
Kriterien für die Auswahl eines ESG-ETFs
Der Index schließt kontroverse Branchen wie Waffen, Tabak und Kraftwerkskohle aus.
Die Anzahl der enthaltenen Aktien liegt bei mindestens 300 für eine breite Streuung.
Der ETF bildet den Index physisch ab.
Der Fondsname entspricht den EU-Regeln und verspricht nicht mehr Nachhaltigkeit als der Index liefert.
Der ETF ist als Sparplan bei deiner Depotbank erhältlich.
Die Wertentwicklung liegt langfristig nahe am klassischen Vergleichsindex.
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