Ratgeber · Investieren
Indexfonds im Test: So findest du den passenden ETF für dein Depot
Ein Indexfonds bildet einen Börsenindex wie den MSCI World nach und eignet sich für den langfristigen Vermögensaufbau. Dieser Test zeigt, welche Kriterien einen guten ETF ausmachen und wie du ihn für deinen Sparplan auswählst.
10 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Weltweite Aktien-ETFs auf Indizes wie MSCI World oder FTSE All-World sind die Basis für ein breit gestreutes Depot.
- Die laufende Kostenquote (TER) sollte bei einem Indexfonds unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen.
- Ein ETF-Sparplan funktioniert bereits mit kleinen monatlichen Betten und eignet sich für den langfristigen Vermögensaufbau.
- Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, die deine Steuerlast auf Kursgewinne reduziert.
01 · Grundlagen
Was ist ein Indexfonds?
Ein Indexfonds bildet die Wertentwicklung eines Börsenindex nach. Bei börsengehandelten Varianten sprichst du von Exchange Traded Funds, kurz ETFs.
Ein börsengehandelter Indexfonds kauft die Wertpapiere eines Vergleichsmaßstabs in der vorgegebenen Gewichtung. Du erwirbst damit alle im Index enthaltenen Unternehmen in einem einzigen Wertpapier, statt einzelne Aktien auswählen zu müssen. Das Prinzip funktioniert bei Indizes wie dem MSCI World, dem FTSE All-World oder dem DAX.
Der entscheidende Vorteil liegt im Verzicht auf einen Fondsmanager, der aktiv Titel auswählt. Dadurch fallen die laufenden Kosten deutlich niedriger aus als bei aktiv gemanagten Fonds. Ein guter Indexfonds kostet dich weniger als 0,3 Prozent pro Jahr.
Für den langfristigen Vermögensaufbau hat sich diese passive Strategie bewährt. Berechnungen zeigen, dass Anleger mit einem breit gestreuten Aktien-ETF in der Vergangenheit über beliebige 15-Jahres-Zeiträume kein Geld verloren haben.
Kurz erklärt
Indexfonds (ETF)
Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index wie den MSCI World, FTSE All-World oder DAX nachbildet. Er kauft die im Index enthaltenen Wertpapiere in gleicher Gewichtung.
Passive Fonds verzichten auf einen Fondsmanager, der einzelne Aktien auswählt. Dadurch sind die laufenden Kosten deutlich niedriger als bei aktiv gemanagten Fonds.
02 · Vergleich
Indexfonds im Test: Passive ETFs im Vergleich zu aktiven Fonds
Der wichtigste Unterschied liegt in der Anlagestrategie. Passive Indexfonds folgen einem Index, aktive Fonds versuchen, ihn zu schlagen.
Der zentrale Unterschied liegt in der Anlagestrategie. Ein passiver Indexfonds bildet einen Index wie den MSCI World oder FTSE All-World nach, ohne dass jemand einzelne Wertpapiere auswählt. Ein aktiver Fonds beschäftigt dagegen einen Manager, der versucht, den Index durch geschickte Titelauswahl zu schlagen.
Dieser Versuch kostet dich Geld. Während die Kostenquote bei passiven ETFs meist unter 0,3 Prozent pro Jahr liegt, zahlen Anleger bei aktiven Fonds häufig mehr als 1,0 Prozent. Diese Differenz wirkt sich über viele Jahre erheblich auf deine Rendite aus.
Auch bei der Transparenz gibt es Unterschiede. Die Zusammensetzung eines Indexfonds ist durch den zugrunde liegenden Index klar definiert. Aktive Fonds veröffentlichen ihre Positionen oft nur mit Verzögerung, sodass du weniger genau weißt, worin dein Geld steckt.
| Passiver Indexfonds (ETF) | Aktiver Fonds | |
|---|---|---|
| Anlagestrategie | Bildet einen Index wie MSCI World oder FTSE All-World nach | Fondsmanager wählt Wertpapiere nach eigenem Ermessen aus |
| Kostenquote (TER) | Meist unter 0,3 Prozent pro Jahr | |
| Ziel | Die Rendite des Index möglichst genau abbilden |
03 · Checkliste
Welche Kriterien muss ein guter Indexfonds erfüllen?
Nicht jeder ETF eignet sich für den Vermögensaufbau. Diese Checkliste hilft dir, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Für den langfristigen Vermögensaufbau kommen nur breit gestreute Aktien-ETFs infrage. Sie verteilen dein Geld auf viele Unternehmen und Branchen, statt es in einer einzelnen Sparte zu konzentrieren. Branchen-ETFs wie Wasserstoff- oder Cannabis-Fonds bergen ein hohes Risiko und eignen sich höchstens als kleine Beimischung.
Neben der Streuung entscheiden drei messbare Kriterien über die Qualität eines Indexfonds. Die Kostenquote muss unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen. Der Fonds sollte seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar sein und ein Volumen von über 100 Millionen Euro eingesammelt haben.
- Der ETF bildet einen weltweiten Aktienindex ab, zum Beispiel MSCI ACWI, FTSE All-World oder MSCI World.
- Der Fonds ist seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar.
- Das Fondsvolumen liegt über 100 Millionen Euro.
- Die Kostenquote (TER) liegt unter 0,3 Prozent pro Jahr.
- Der ETF streut über viele Unternehmen und Branchen, statt nur eine Branche wie Wasserstoff oder Cannabis abzubilden.
Kriterien für einen empfehlenswerten Indexfonds
Der ETF bildet einen weltweiten Aktienindex ab, zum Beispiel MSCI ACWI, FTSE All-World oder MSCI World.
Der Fonds ist seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar.
Das Fondsvolumen liegt über 100 Millionen Euro.
Die Kostenquote (TER) liegt unter 0,3 Prozent pro Jahr.
Der ETF streut über viele Unternehmen und Branchen, statt nur eine Branche wie Wasserstoff oder Cannabis abzubilden.
04 · Was gilt
Welche Indizes eignen sich für dein Depot?
Für den Einstieg eignen sich breit gestreute Aktienindizes. Sie verteilen dein Geld auf Unternehmen aus vielen Ländern und Branchen.
Für Neuanlagen sind Alle-Länder-Indizes die erste Wahl. Sie enthalten Aktien aus Industrie- und Schwellenländern und streuen dein Geld damit am breitesten. Der MSCI ACWI IMI umfasst zusätzlich kleine, mittlere und große Unternehmen, während der FTSE All-World mittlere und große Firmen abdeckt.
Hast du bereits einen ETF auf den MSCI World oder FTSE Developed im Depot, musst du nicht handeln. Diese Fonds bleiben solide Basisinvestments, auch wenn sie nur Industrieländer abbilden. Ein Verkauf würde nur unnötig früh Steuern auslösen.
Künftige Sparraten kannst du stattdessen in einen breiter gestreuten Alle-Länder-ETF lenken. Branchen-ETFs, aktive ETFs und Fonds auf einzelne Länder eignen sich dagegen nicht als Kern deines Depots.
Geeignet als Basisinvestment
Nur als Beimischung oder gar nicht
05 · Schritt für Schritt
So funktioniert ein ETF-Sparplan
Mit einem Sparplan kaufst du regelmäßig Anteile an einem Indexfonds. Das funktioniert automatisch und bereits mit kleinen Beträgen.
Für einen Sparplan brauchst du zuerst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dort richtest du den Sparplan einmal ein und legst fest, welcher ETF bespart werden soll. Danach läuft alles automatisch.
Du bestimmst eine monatliche Sparrate, zum Beispiel 50 oder 100 Euro. Zum Ausführungstermin kauft der Sparplan automatisch Anteile des gewählten Indexfonds. So investierst du regelmäßig, ohne dich um Kurse oder den richtigen Zeitpunkt kümmern zu müssen.
Wichtig ist der lange Atem. Lass den Sparplan über viele Jahre laufen, idealerweise 15 Jahre oder länger. Kurzfristige Kursschwankungen gleichen sich bei breit gestreuten Aktien-ETFs über lange Zeiträume aus.
Wertpapierdepot eröffnen
Du brauchst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dort richtest du den Sparplan ein.
Indexfonds auswählen
Wähle einen breit gestreuten Aktien-ETF, zum Beispiel auf den MSCI World oder FTSE All-World. Achte auf eine Kostenquote unter 0,3 Prozent.
Sparrate festlegen
Du legst einen monatlichen Betrag fest. Der Sparplan kauft automatisch zum Ausführungstermin.
Langfristig investieren
Lass den Sparplan über viele Jahre laufen. Kurzfristige Kursschwankungen gleichen sich bei breit gestreuten Aktien-ETFs langfristig aus.
06 · Kosten
Was kostet ein Indexfonds?
Die laufende Kostenquote ist der wichtigste Kostenfaktor bei ETFs. Sie wird als Total Expense Ratio (TER) ausgewiesen und mindert jährlich deine Rendite.
Die Total Expense Ratio (TER) ist der wichtigste Kostenfaktor bei ETFs. Sie gibt an, wie viel Prozent deiner Anlagesumme jährlich für Verwaltung und Betrieb des Fonds anfallen. Diese Kosten werden direkt aus dem Fondsvermögen entnommen und mindern deine Rendite.
Bei einem empfehlenswerten Indexfonds liegt die TER unter 0,3 Prozent pro Jahr. Durchschnittliche passive ETFs kosten zwischen 0,2 und 0,5 Prozent. Aktive Fonds verlangen dagegen häufig 1,0 bis 2,0 Prozent pro Jahr.
Neben der TER können beim Kauf Ordergebühren anfallen. Viele Depots bieten ETF-Sparpläne mit reduzierten oder ganz ohne Kaufgebühren an. Achte bei der Depotwahl darauf, welche Konditionen für deinen Sparplan gelten.
Kurz erklärt
Empfohlener Indexfonds (ETF)
Typische Kostenquoten von Indexfonds im Vergleich
unter 0,3 %
07 · Im Vertrag
Steuern auf Indexfonds: Das gilt für deine Gewinne
Gewinne aus Indexfonds unterliegen der Abgeltungsteuer. Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung, die deine Steuerlast senkt.
Gewinne aus Indexfonds unterliegen der Abgeltungsteuer. Bevor du Steuern zahlst, kannst du den Sparer-Pauschbetrag nutzen. Pro Person und Jahr bleiben 1000 Euro Kapitalerträge steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro.
Oberhalb dieses Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung, die deine Steuerlast spürbar senkt.
Bei Aktien-ETFs sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Nur 70 Prozent werden besteuert. Diese Teilfreistellung gleicht aus, dass der Fonds auf Unternehmensebene bereits Steuern gezahlt hat.
Steuerliche Behandlung von Aktien-ETFs
08 · Fehler vermeiden
Häufige Fehler beim Kauf von Indexfonds
Viele Anleger machen vermeidbare Fehler, die Rendite kosten. Diese Punkte solltest du beachten.
Ein klassischer Fehler ist der Kauf von Branchen-ETFs, die nur eine Sparte wie Wasserstoff oder Cannabis abbilden. Damit konzentrierst du dein Geld auf wenige Unternehmen und gehst ein hohes Risiko ein. Läuft es in der Branche schlecht, können andere Bereiche den Verlust nicht ausgleichen.
Auch die Auswahl nach der Wertentwicklung der vergangenen Jahre führt in die Irre. Der Fonds mit der höchsten Rendite in der Vergangenheit ist nicht automatisch der beste Fonds für die Zukunft. Prüfe stattdessen Kostenquote, Fondsvolumen und Alter des ETF.
- In Branchen-ETFs investieren, die nur eine Sparte wie Wasserstoff oder Cannabis abbilden und damit ein hohes Risiko bergen.
- Einen ETF nur wegen der Wertentwicklung der vergangenen Jahre kaufen, ohne auf Kostenquote und Fondsvolumen zu achten.
- Einen aktiven Fonds wählen, der hohe laufende Kosten verursacht und den Index langfristig selten schlägt.
- Einen ETF auf den MSCI World verkaufen, nur weil breitere Alle-Länder-ETFs verfügbar sind. Das löst unnötig Steuern aus.
- Die Kostenquote ignorieren, obwohl sie die jährliche Rendite direkt mindert.
Fehler, die du bei Indexfonds vermeiden solltest
09 · Hintergrund
Indexfonds im Test: So gehst du bei der Auswahl vor
Die Auswahl eines passenden Indexfonds folgt einem klaren Ablauf. So findest du einen ETF, der zu deinem Depot und deiner Anlagestrategie passt.
Beginne mit der Auswahl eines breit gestreuten Aktienindex. Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich Alle-Länder-Indizes wie der MSCI ACWI IMI oder der FTSE All-World, die Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern enthalten. Auch ETFs auf den MSCI World oder FTSE Developed sind weiterhin solide Basisinvestments.
Prüfe anschließend die Kennzahlen des ETF. Die Kostenquote (TER) sollte unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen. Der Fonds sollte seit mehr als fünf Jahren bestehen und ein Volumen von über 100 Millionen Euro aufweisen. Diese Kriterien stellen sicher, dass der ETF seinen Index zuverlässig abbildet und nicht kurzfristig vom Markt genommen wird.
Zum Schluss richtest du einen Sparplan in deinem Depot ein. Wähle eine Rate, die du langfristig durchhalten kannst, und lass den Sparplan über viele Jahre laufen. So profitierst du vom Zinseszinseffekt und gleichermaßen von der breiten Streuung deines Indexfonds.
Beginne mit der Auswahl eines breit gestreuten Aktienindex. Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich Alle-Länder-Indizes wie der MSCI ACWI IMI oder der FTSE All-World, die Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern enthalten. Auch ETFs auf den MSCI World oder FTSE Developed sind weiterhin solide Basisinvestments.
Prüfe anschließend die Kennzahlen des ETF. Die Kostenquote (TER) sollte unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen. Der Fonds sollte seit mehr als fünf Jahren bestehen und ein Volumen von über 100 Millionen Euro aufweisen. Diese Kriterien stellen sicher, dass der ETF seinen Index zuverlässig abbildet und nicht kurzfristig geschlossen wird.
Achte auf die internationale Wertpapierkennnummer (ISIN), wenn du einen ETF kaufst. Sie identifiziert den Fonds eindeutig und verhindert Verwechslungen mit ähnlich benannten Produkten. Die ISIN findest du im Produktdatenblatt des Anbieters oder in deinem Depot.
Richte schließlich einen Sparplan ein, um regelmäßig zu investieren. Ein Sparplan auf einen weltweiten Aktien-ETF ist die einfachste Form des Vermögensaufbaus. Er funktioniert automatisch und du musst dich nicht um Kaufzeitpunkte kümmern.
10 · Im Vertrag
Indexfonds im Test: Die wichtigsten Fachbegriffe
Beim Kauf eines Indexfonds begegnen dir einige Fachbegriffe. Diese Übersicht erklärt die wichtigsten.
Der Exchange Traded Fund (ETF) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index wie MSCI World oder FTSE All-World abbildet. Du kaufst ihn über die Börse wie eine Aktie.
Die Total Expense Ratio (TER) gibt die laufende Kostenquote eines Fonds an. Sie zeigt, wie viel Prozent der Anlagesumme jährlich für Verwaltung und Betrieb anfallen. Bei einem guten Indexfonds liegt die TER unter 0,3 Prozent pro Jahr.
Für den Kauf brauchst du die internationale Wertpapierkennnummer (ISIN), die jeden Fonds eindeutig identifiziert. Verwahrt werden deine ETFs in einem Wertpapierdepot, das du bei einer Bank oder einem Online-Broker eröffnest.
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