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Indexfonds 2026: So findest du den passenden ETF für dein Depot

Indexfonds, auch ETFs genannt, bilden einen Börsenindex wie den MSCI World nach und eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau. Entscheidend sind eine breite Streuung, niedrige Kosten und ein langer Anlagehorizont.

10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Weltweite Aktien-ETFs mit Industrie- und Schwellenländern sind 2026 die erste Wahl für neue Sparpläne.
  • Ein ETF-Sparplan funktioniert bereits mit kleinen monatlichen Beträgen und senkt das Einstiegsrisiko.
  • Aktive ETFs und Branchenwetten sind für die Basis deines Depots nicht empfehlenswert.
  • Bestehende MSCI-World-ETFs kannst du weiterhin behalten, neue Anlagen fließen am besten in breitere Alle-Länder-ETFs.

01 · Grundlagen

Was ist ein Indexfonds?

Ein Indexfonds bildet die Wertentwicklung eines Börsenindex nach. Bei börsengehandelten Indexfonds, den ETFs, kaufst du damit viele Aktien auf einen Schlag.

Ein Indexfonds kauft genau die Aktien, die in einem Börsenindex wie dem MSCI ACWI IMI oder dem FTSE All-World enthalten sind. Du erwirbst mit einem einzigen Anteil oft mehrere tausend Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Dadurch verteilst du dein Risiko automatisch auf viele Länder und Branchen.

Die börsengehandelte Variante, der ETF, wird während der Handelszeiten an der Börse gekauft und verkauft. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind breit gestreute Aktien-ETFs die Basis, weil sie die Marktentwicklung zu niedrigen Kosten abbilden.

  • Ein ETF auf den MSCI ACWI IMI enthält kleine, mittlere und große Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern.
  • Ein ETF auf den FTSE All-World deckt mittlere und große Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern ab.

Kurz erklärt

Indexfonds (ETF)

Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index wie den MSCI World oder FTSE All-World nachbildet. Er streut dein Geld über viele Unternehmen und Länder.

Für den langfristigen Vermögensaufbau sind breit gestreute Aktien-ETFs die Basis.

02 · Vergleich

Aktive ETFs oder klassische Indexfonds?

Nicht jeder ETF folgt einem Index. Aktive ETFs geben einem Fondsmanager die Entscheidung über die Wertpapierauswahl, was meist teurer ist und selten besser abschneidet.

Klassische Indexfonds folgen einem festen Regelwerk und bilden einen Index nach. Aktive ETFs geben dagegen einem Fondsmanager die Entscheidung, welche Wertpapiere gekauft werden. Diese Freiheit hat ihren Preis: Aktive Fonds verlangen häufig deutlich höhere laufende Kosten als klassische Indexfonds.

Für deine Geldanlage bedeutet das: Ein klassischer, breit streuender Indexfonds ist die verlässlichere Wahl. Aktive Strategien schneiden langfristig selten besser ab, kosten dich aber regelmäßig Rendite.

  • Klassische Indexfonds auf breite Aktienindizes gibt es oft für unter 0,3 Prozent laufende Kosten pro Jahr.
  • Aktive Fonds verlangen häufig 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr und müssen diese Mehrkosten erst einmal wieder aufholen.
Klassische Indexfonds und aktive ETFs im Vergleich
Klassischer IndexfondsAktiver ETF
AnlagestrategieBildet einen Index nachFondsmanager wählt Wertpapiere aus
Laufende KostenOft unter 0,3 Prozent pro JahrHäufig deutlich höher
Eignung für die BasisGut geeignetNicht empfehlenswert

03 · Was gilt

Welche Indizes sind 2026 die richtige Wahl?

Die Auswahl des Index bestimmt, wie breit dein Geld gestreut ist. 2026 sind Alle-Länder-ETFs die erste Wahl, weil sie Industrie- und Schwellenländer kombinieren.

Sie kombinieren Industrie- und Schwellenländer in einem Produkt und streuen dein Geld damit breiter als reine Industrieländer-Indizes. Zu den geeigneten Indizes gehören der MSCI All Country World Investable Market Index (MSCI ACWI IMI), der FTSE All-World und der MSCI All Country World.

Der MSCI World und der FTSE Developed enthalten nur Industrieländer und sind weiterhin solide Produkte. Wenn du bereits einen solchen ETF besparst, musst du ihn nicht verkaufen. Neue Anlagen kannst du einfach in die breiter gestreuten Alle-Länder-ETFs stecken.

  • Gut geeignet: MSCI ACWI IMI, FTSE All-World, MSCI All Country World.
  • Nur als Beimischung: Branchen-ETFs wie Wasserstoff oder Cannabis, Länder-ETFs wie Südkorea oder Taiwan, Rohstoff-ETFs wie Öl oder Benzin.

Gut geeignet

·MSCI All Country World Investable Market Index (MSCI ACWI IMI)
·FTSE All-World
·MSCI All Country World
·MSCI World
·FTSE Developed

Nur als Beimischung

·Branchen-ETFs wie Wasserstoff oder Cannabis
·Länder-ETFs wie Südkorea oder Taiwan
·Rohstoff-ETFs wie Öl oder Benzin

04 · Schritt für Schritt

So funktioniert ein ETF-Sparplan

Mit einem Sparplan kaufst du regelmäßig Anteile an einem Indexfonds. Das funktioniert automatisch und eignet sich auch für kleine monatliche Beträge.

Du legst einmalig einen monatlichen Betrag fest, der automatisch zum gewählten Termin investiert wird. Bereits 25 Euro pro Monat sind möglich.

Der Vorteil liegt im Durchschnittspreis: Du kaufst mal zu höheren, mal zu niedrigeren Kursen. Dadurch musst du nicht versuchen, den besten Einstiegszeitpunkt zu finden.

  • Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker.
  • Du wählst einen breit streuenden Aktien-ETF, zum Beispiel auf den MSCI ACWI IMI oder FTSE All-World.
  • Du legst einen monatlichen Betrag fest, den du langfristig entbehren kannst.
  • Der Kauf erfolgt automatisch zum gewählten Termin.
01

Depot eröffnen

Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker.

02

Indexfonds auswählen

Wähle einen breit streuenden Aktien-ETF, zum Beispiel auf den MSCI ACWI IMI oder FTSE All-World.

03

Sparrate festlegen

Lege einen monatlichen Betrag fest, den du langfristig entbehren kannst.

04

Sparplan ausführen lassen

Der Kauf erfolgt automatisch zum gewählten Termin. So kaufst du regelmäßig zu unterschiedlichen Kursen.

05 · Kosten

Was kostet ein Indexfonds?

Die laufenden Kosten eines ETF werden als Gesamtkostenquote ausgewiesen. Sie mindern deine Rendite und sollten bei breiten Aktien-ETFs niedrig sein.

Sie mindern deine jährliche Rendite direkt. Bei breiten Aktien-ETFs sollte die Kostenquote unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen.

Zum Vergleich: Aktive Fonds verlangen häufig 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr. Je niedriger die Kostenquote, desto mehr von der Marktrendite bleibt bei dir.

  • Breiter Aktien-ETF: unter 0,3 Prozent Gesamtkostenquote pro Jahr.
  • Aktiver Fonds: 1,5 bis 2 Prozent laufende Kosten pro Jahr.

Typische laufende Kosten im Vergleich

Breiter Aktien-ETFunter 0,3 Prozent
Aktiver Fonds1,5 bis 2 Prozent

06 · Vergleich

MSCI World, Schwellenländer oder beides?

Der MSCI World enthält nur Industrieländer. Schwellenländer wie China oder Indien sind dort nicht enthalten, daher sind Alle-Länder-ETFs breiter aufgestellt.

Der MSCI World enthält ausschließlich Aktien aus Industrieländern. Schwellenländer wie China oder Indien sind dort nicht enthalten. Der MSCI ACWI IMI kombiniert dagegen Industrie- und Schwellenländer und schließt zusätzlich kleine Unternehmen ein.

Für neue Anlagen ist der MSCI ACWI IMI die breitere Wahl. Einen bestehenden MSCI-World-ETF solltest du nicht verkaufen, nur um umzuschichten. Ein Verkauf löst unnötig früh Steuern aus.

  • MSCI World: nur Industrieländer, mittlere und große Unternehmen.
  • MSCI ACWI IMI: Industrie- und Schwellenländer, kleine, mittlere und große Unternehmen.
Indexfonds nach Marktabdeckung
MSCI WorldMSCI ACWI IMI
Enthaltene LänderNur IndustrieländerIndustrie- und Schwellenländer
Enthaltene UnternehmensgrößenMittlere und große UnternehmenKleine, mittlere und große Unternehmen
Empfehlung 2026Bestehende Sparpläne behaltenErste Wahl für neue Anlagen

07 · Checkliste

Welche Kriterien sollte ein guter Indexfonds erfüllen?

Nicht jeder ETF ist für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet. Einige Merkmale helfen dir, solide Produkte zu erkennen.

Ein solider Indexfonds für den langfristigen Vermögensaufbau erfüllt mehrere messbare Kriterien. Sie helfen dir, aus dem großen Angebot die verlässlichen Produkte herauszufiltern. Die wichtigsten Merkmale betreffen Alter, Größe, Kosten und Streuung.

Ein ETF sollte seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar sein und ein Fondsvolumen von über 100 Millionen Euro aufweisen. Die Gesamtkostenquote muss unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen, sonst ist der ETF nur bei nachweislich besserer Rendite als sein Index empfehlenswert.

  • Der ETF bildet einen weltweiten Aktienindex ab.
  • Der ETF ist seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar.
  • Das Fondsvolumen liegt über 100 Millionen Euro.
  • Die Gesamtkostenquote liegt unter 0,3 Prozent pro Jahr.
  • Der ETF streut über viele Länder und Branchen.

Checkliste für die ETF-Auswahl

01

Der ETF bildet einen weltweiten Aktienindex ab.

02

Der ETF ist seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar.

03

Das Fondsvolumen liegt über 100 Millionen Euro.

04

Die Gesamtkostenquote liegt unter 0,3 Prozent pro Jahr.

05

Der ETF streut über viele Länder und Branchen.

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Auswahl von Indexfonds

Viele Anleger machen es sich bei der ETF-Auswahl unnötig schwer oder setzen auf riskante Modethemen. Diese Fehler lassen sich vermeiden.

Viele Anleger setzen zu stark auf Branchen-ETFs wie Wasserstoff oder Cannabis. Solche Produkte konzentrieren dein Geld in einer einzelnen Sparte und gehen damit ein hohes Risiko ein. Läuft es dort schlecht, können andere Branchen das nicht ausgleichen.

Auch der Blick auf vergangene Jahresgewinner führt oft in die Irre. Indizes aus den Bereichen Öl oder Technologie können kurzfristig stark steigen, sind aber als Basis für den langfristigen Vermögensaufbau nicht geeignet. Ein marktbreiter Aktien-ETF fängt Ausreißer einzelner Branchen wieder auf.

  • Zu stark auf Branchen-ETFs wie Wasserstoff oder Cannabis setzen.
  • Einen aktiven ETF wählen, der nicht einem Index folgt.
  • Nur auf vergangene Jahresgewinner wie Öl- oder Technologie-Indizes schauen.
  • Einen zu jungen oder zu kleinen ETF kaufen, der geschlossen werden könnte.
  • Die laufenden Kosten ignorieren und dadurch Rendite verschenken.

Häufige Fehler

·Zu stark auf Branchen-ETFs wie Wasserstoff oder Cannabis setzen.
·Einen aktiven ETF wählen, der nicht einem Index folgt.
·Nur auf vergangene Jahresgewinner wie Öl- oder Technologie-Indizes schauen.
·Einen zu jungen oder zu kleinen ETF kaufen, der geschlossen werden könnte.
·Die laufenden Kosten ignorieren und dadurch Rendite verschenken.

09 · Im Vertrag

Steuern auf Indexfonds 2026

Auch bei Indexfonds fallen Steuern auf Erträge an. Dank Sparer-Pauschbetrag und Teilfreistellung bleibt ein Teil der Rendite steuerfrei.

Auf Erträge aus Indexfonds fallen Steuern an, aber nicht auf den gesamten Gewinn. Pro Person und Jahr sind 1000 Euro Kapitalerträge steuerfrei, bei Ehepaaren sind es zusammen 2000 Euro. Dieser Sparer-Pauschbetrag gilt für alle Kapitalerträge, also auch für Zinsen und Dividenden.

Oberhalb des Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Darauf kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag. Bei Aktienfonds greift zusätzlich die Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge sind steuerfrei, du versteuerst nur 70 Prozent.

  • Sparer-Pauschbetrag: 1000 Euro pro Person und Jahr steuerfrei, 2000 Euro bei Ehepaaren.
  • Abgeltungsteuer: 25 Prozent auf Erträge oberhalb des Freibetrags.
  • Solidaritätszuschlag: 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.
  • Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge bei Aktienfonds steuerfrei.

10 · Hintergrund

Vermögens­verwaltung oder selbst anlegen?

Für den Vermögensaufbau mit Indexfonds brauchst du keine teure Vermögensverwaltung. Ein selbst geführter ETF-Sparplan ist oft günstiger und transparenter.

Eine klassische Vermögensverwaltung wählt Fonds für dich aus und setzt sie um. Dafür fallen meist zusätzliche Gebühren an, die deine Rendite mindern. Diese Kosten lassen sich mit einem selbst geführten ETF-Sparplan vermeiden.

Mit einem breit gestreuten Indexfonds erledigst du den wichtigsten Schritt selbst: Du kaufst den gesamten Markt, statt auf einzelne Fondsmanager zu setzen. Ein ETF-Sparplan auf einen Alle-Länder-Index ist transparent, kostengünstig und erfordert keinen laufenden Beratungsaufwand. Das macht ihn für viele Anleger zur besseren Alternative.

  • Eine Vermögensverwaltung verursacht zusätzliche Gebühren, die deine Rendite schmälern.
  • Ein breit gestreuter Indexfonds bildet den Markt ab, ohne dass du einzelne Fonds auswählen musst.
  • Ein ETF-Sparplan auf einen Alle-Länder-Index ist transparent und kostengünstig.

Eine klassische Vermögensverwaltung wählt Fonds für dich aus und setzt sie um. Dafür fallen meist zusätzliche Gebühren an, die deine Rendite mindern.

Mit einem breit gestreuten Indexfonds erledigst du den wichtigsten Schritt selbst: Du kaufst den gesamten Markt, statt auf einzelne Fondsmanager zu setzen.

Ein ETF-Sparplan auf einen Alle-Länder-Index ist transparent, kostengünstig und erfordert keinen laufenden Beratungsaufwand. Das macht ihn für viele Anleger zur besseren Alternative.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026