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MagazineFinanzenInvestieren Immobilienfonds sinnvoll
FinanzbildungInvestieren14 Min.

Immobilienfonds sinnvoll: So profitierst du vom Markt, ohne selbst zu kaufen

Du möchtest in Beton investieren, aber dir fehlt das Kapital für eine eigene Wohnung? Immobilienfonds machen den Einstieg möglich. Wir zeigen dir, für wen das sinnvoll ist und worauf du achten musst.

ImmobilienfondsGeldanlageRisiken
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Es ist eine von vielen Anlageformen, die gut in ein breit gestreutes Depot passt.
Wie viel Geld?
Schon wenig.
Der Einstieg ist oft mit kleinen Beträgen möglich, anders als beim Direktkauf.
Ist das sicher?
Es schwankt.
Immobilienfonds unterliegen Kursschwankungen, bieten aber eine gewisse Stabilität.
Wie komme ich ran?
Über Broker.
Du kannst Anteile einfach über Online-Broker oder Banken kaufen und verkaufen.

Warum dich das Thema Immobilienfonds betrifft

Vielleicht hast du schon einmal davon geträumt, eine Eigentumswohnung zu kaufen, um Mieteinnahmen zu erzielen. Doch die Preise für Immobilien sind hoch, und nicht jeder hat das nötige Eigenkapital oder die Lust, sich um Instandhaltung und Mieter zu kümmern. Hier kommen Immobilienfonds ins Spiel, denn sie ermöglichen dir den Einstieg in den Markt, ohne dass du selbst eine ganze Immobilie kaufen musst. Das ist besonders für dich interessant, wenn du dein Geld vermehren möchtest, aber nicht weißt, wie du ohne großes Startkapital in Beton investieren kannst.

Die Relevanz für deinen Geldbeutel ist größer, als du denkst. Die gesetzliche Rente wird auf lange Sicht wahrscheinlich nicht ausreichen, um deinen Lebensstandard im Alter zu halten. Deshalb bist du gefragt, selbst vorzusorgen. Immobilienfonds können ein Baustein in deiner Altersvorsorge sein, da sie auf Wertsteigerung und laufende Mieteinnahmen setzen. Sie bieten dir die Chance, von einem der größten Märkte der Welt zu profitieren, ohne dass du ein Vermögen ansparen musst.

Viele Anleger:innen scheuen sich vor Aktien, weil sie diese als zu riskant und schwankungsanfällig empfinden. Immobilien gelten dagegen oft als betongolden und sicher. Ein Immobilienfonds vereint diese Eigenschaften: Er investiert in physische Objekte, die genutzt werden, und generiert daraus Erträge. Das klingt zunächst nach einer ruhigen und stabilen Angelegenheit. Allerdings solltest du wissen, dass auch diese Anlageform Risiken birgt, die du verstehen solltest, bevor du dein Geld investierst.

In diesem Ratgeber nehmen wir dich an die Hand. Wir erklären dir von Grund auf, was Immobilienfonds sind, wie sie funktionieren und welche Kosten auf dich zukommen. Du erfährst, worauf du bei der Auswahl achten musst und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest. Am Ende wirst du in der Lage sein, selbst einzuschätzen, ob Immobilienfonds für deine persönliche Situation sinnvoll sind und wie du am besten vorgehst. Unser Ziel ist es, dass du eine informierte Entscheidung triffst, die zu deinen finanziellen Zielen passt.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Information. Je mehr du über die Funktionsweise und die Risiken weißt, desto besser kannst du beurteilen, ob diese Anlageform in dein Portfolio passt. Wir zeigen dir nicht nur die Chancen, sondern auch die Schattenseiten. Denn nur wer die Risiken kennt, kann langfristig erfolgreich investieren. Lies also weiter, um zu erfahren, ob Immobilienfonds auch für dich sinnvoll sein können.

~60%
der Anleger:innen halten Fonds zur Altersvorsorge.
24 Monate
Mindesthaltedauer bei offenen Immobilienfonds ist üblich.
1x jährlich
erfolgt die Bewertung der Immobilien im Fonds durch Gutachter.

Was sind Immobilienfonds überhaupt? Grundlagen einfach erklärt

Ein Immobilienfonds ist ein Investmentfonds, der das Geld vieler Anleger:innen bündelt, um damit Immobilien zu kaufen. Das können Wohnhäuser, Bürogebäude, Einkaufszentren oder Logistikhallen sein. Du kaufst also nicht ein einzelnes Objekt, sondern einen Anteil an einem großen Topf, der viele verschiedene Immobilien enthält. Dadurch streust du dein Risiko, denn wenn ein Gebäude leer steht, wird das durch die Mieteinnahmen der anderen Objekte aufgefangen.

Es gibt zwei Hauptarten von Immobilienfonds: offene und geschlossene. Offene Immobilienfonds sind die bekanntere Variante. Sie sind an der Börse notiert und du kannst Anteile grundsätzlich jederzeit kaufen oder verkaufen. Die Fondsgesellschaft kauft und verkauft die Immobilien im Hintergrund. Geschlossene Immobilienfonds sind dagegen auf eine bestimmte Anzahl von Anleger:innen begrenzt und haben eine feste Laufzeit. Dein Geld ist dort oft über viele Jahre gebunden, dafür investierst du in ein konkretes Projekt, zum Beispiel einen Neubau.

Der große Vorteil von offenen Immobilienfonds ist die Liquidität. Du kommst leichter an dein Geld zurück, auch wenn es gesetzliche Regelungen gibt, die eine kurzfristige Rückgabe einschränken können. Die Fondsgesellschaft muss eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten einhalten und kann die Rückzahlung sogar um bis zu zwölf weitere Monate verschieben. Das soll verhindern, dass der Fonds in einer Krise gezwungen ist, Immobilien unter Wert zu verkaufen. Für dich bedeutet das, dass du nicht von heute auf morgen an dein Kapital kommst.

Die Rendite eines Immobilienfonds setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: den laufenden Mieteinnahmen und der Wertentwicklung der Immobilien. Die Mieteinnahmen werden in der Regel als Ausschüttung an dich ausgezahlt, ähnlich wie eine Dividende bei Aktien. Die Wertsteigerung der Objekte spiegelt sich im Anteilspreis wider. Wenn du deine Anteile verkaufst und der Wert gestiegen ist, machst du einen Gewinn. Umgekehrt kann der Wert auch fallen, wenn die Immobilienpreise sinken.

Ein wichtiger Punkt ist die Bewertung der Immobilien. Anders als bei Aktien, die täglich an der Börse gehandelt werden, ist der Wert einer Immobilie nicht so einfach zu bestimmen. Die Fondsgesellschaft lässt die Objekte regelmäßig von unabhängigen Gutachtern bewerten. Das passiert in der Regel einmal im Jahr. Dadurch kann der Anteilspreis eines Immobilienfonds von einem Tag auf den anderen springen, wenn eine neue Bewertung vorliegt. Diese Besonderheit solltest du im Hinterkopf behalten, wenn du Kursschwankungen beobachtest.

So funktioniert die Geldanlage in Immobilienfonds im Detail

Wenn du in einen offenen Immobilienfonds investierst, kaufst du Anteile an einem Sondervermögen. Das bedeutet, das Geld der Anleger:innen ist getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft. Sollte die Gesellschaft pleitegehen, gehört dein Geld immer noch dir und den anderen Anleger:innen. Dieser Schutz ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Anlageformen und gibt dir ein Stück Sicherheit. Die Fondsgesellschaft verwaltet das Vermögen und trifft die Entscheidungen über Käufe und Verkäufe von Immobilien.

Der Ablauf ist einfacher, als du vielleicht denkst. Du eröffnest ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker, überweist Geld und kaufst Fondsanteile. Du kannst entweder einen festen Betrag investieren oder einen Sparplan einrichten, mit dem du monatlich einen kleineren Betrag ansparst. Das ist besonders für Einsteiger:innen attraktiv, da du so schon mit wenig Geld loslegen kannst. Die Fondsgesellschaft verwendet dein Geld, um neue Immobilien zu kaufen oder bestehende zu modernisieren.

Die Mieteinnahmen aus den Immobilien werden gesammelt und nach Abzug der Kosten an die Anleger:innen ausgeschüttet. Die Höhe der Ausschüttung hängt von der Wirtschaftlichkeit der Immobilien ab. Leerstand oder niedrige Mieten können die Ausschüttung schmälern. Ein Teil der Erträge wird oft auch einbehalten, um Rücklagen für Instandhaltungen zu bilden. Du siehst also, dass die Entwicklung deiner Geldanlage direkt mit dem Immobilienmarkt und der Qualität der Verwaltung zusammenhängt.

Wenn du deine Anteile wieder verkaufen möchtest, gibst du einen Verkaufsauftrag an deine Bank. Die Fondsgesellschaft ist verpflichtet, deine Anteile zum aktuellen Rücknahmepreis zurückzukaufen. kann das aber bis zu 24 Monate dauern. In der Praxis funktioniert der Rückkauf oft schneller, aber du solltest dich nicht darauf verlassen. Diese Regelung schützt den Fonds davor, in Stresssituationen gezwungen zu sein, Immobilien zu Schleuderpreisen zu verkaufen.

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg deiner Investition ist die Qualität der Immobilien im Fonds. Achte darauf, in welchen Ländern und Städten die Objekte stehen. Sind es begehrte Lagen mit stabiler Nachfrage? Handelt es sich um moderne Gebäude mit guter Energieeffizienz oder um sanierungsbedürftige Altbauten? Diese Faktoren beeinflussen die Mieteinnahmen und die Wertentwicklung langfristig. Du solltest dich also nicht nur von der aktuellen Ausschüttung blenden lassen, sondern auch die Zusammensetzung des Portfolios prüfen.

Welche Kosten kommen auf dich zu? Ein Überblick

Bevor du investierst, solltest du die Kosten kennen, denn sie schmälern deine Rendite. Bei Immobilienfonds gibt es zwei Arten von Kosten: die laufenden Kosten und die Ausgabeaufschläge. Der Ausgabeaufschlag ist ein einmaliger Betrag, den du beim Kauf bezahlst. Er geht an die Bank oder den Vermittler und kann je nach Anbieter unterschiedlich hoch ausfallen. Bei Direktbanken und Online-Brokern kannst du oft Rabatte auf diesen Aufschlag erhalten oder er entfällt komplett.

Die laufenden Kosten, auch Total Expense Ratio (TER) genannt, werden jährlich vom Fondsvermögen abgezogen. Sie decken die Verwaltung, die Lagerung der Immobilien, die Gutachter und die Vertriebsgebühren ab. Diese Kosten sind bei Immobilienfonds in der Regel höher als bei Aktienfonds, da die Verwaltung von Immobilien aufwendiger ist. Du solltest die TER verschiedener Fonds vergleichen, denn auch hier gibt es Unterschiede. Eine hohe TER kann deine Rendite über die Jahre deutlich reduzieren.

Zusätzlich können erfolgsabhängige Vergütungen anfallen. Das bedeutet, die Fondsgesellschaft erhält einen Bonus, wenn sie eine bestimmte Rendite erzielt. Diese Kosten sind nicht in der TER enthalten und können die Gesamtkosten erhöhen. Es ist wichtig, den Verkaufsprospekt des Fonds zu lesen, um alle Kostenpositionen zu verstehen. Dort findest du auch Angaben zur Wertentwicklung in der Vergangenheit, die aber keine Garantie für die Zukunft ist.

Ein weiterer Kostenpunkt ist die sogenannte Performance Fee, die an den Erfolg des Fondsmanagers gekoppelt ist. Sie wird nur gezahlt, wenn der Fonds besser abschneidet als ein festgelegter Vergleichsindex. Das soll den Manager motivieren, gute Ergebnisse zu erzielen. Für dich bedeutet das, dass du im Erfolgsfall einen Teil der Rendite abgibst. Im Misserfolg fallen diese Kosten jedoch nicht an. Du solltest also immer die Gesamtkostenquote im Blick behalten und nicht nur auf die Ausschüttung schauen.

Um die Kosten besser einordnen zu können, hier ein qualitativer Vergleich: Ein Immobilienfonds ist in der Regel teurer als ein simpler Indexfonds auf den Aktienmarkt. Dafür bietet er dir aber eine andere Risikostruktur und einen Inflationsschutz, den Aktien nicht immer bieten. Du musst für dich abwägen, ob dir diese Eigenschaften die höheren Kosten wert sind. Ein Blick in die Kostenaufstellung des jeweiligen Fonds ist daher unerlässlich, bevor du dein Geld investierst.

Worauf du bei der Auswahl unbedingt achten solltest

Die Auswahl des richtigen Immobilienfonds ist entscheidend für deinen Anlageerfolg. Ein wichtiges Kriterium ist die geografische Ausrichtung. Investiert der Fonds nur in Deutschland oder auch international? Eine breite Streuung über verschiedene Länder und Regionen kann das Risiko verringern, da du nicht von der Entwicklung eines einzelnen Marktes abhängig bist. Allerdings solltest du auch die Währungsrisiken bedenken, wenn der Fonds in Ländern außerhalb des Euroraums investiert.

Achte auf die Art der Immobilien im Fonds. Ein Fonds, der in Bürogebäude investiert, verhält sich anders als einer, der in Wohnimmobilien oder Logistikzentren setzt. Wohnimmobilien gelten oft als krisenresistenter, da Menschen immer ein Dach über dem Kopf brauchen. Büroimmobilien sind stärker von der Konjunktur abhängig, während Logistikimmobilien vom Online-Handel profitieren. Überlege dir, welche Sektoren du für zukunftsfähig hältst und welche zu deiner Risikobereitschaft passen.

Ein weiteres Kriterium ist das Alter und der Zustand der Immobilien. Moderne Gebäude mit guter Energieeffizienz sind nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch günstiger im Unterhalt und attraktiver für Mieter. Ältere Bestandsimmobilien können eine höhere Rendite bieten, aber auch höhere Instandhaltungskosten verursachen. Die Fondsgesellschaft sollte dir in ihren Berichten Auskunft über den Zustand der Objekte und geplante Modernisierungen geben. Diese Informationen findest du in den Halbjahres- und Jahresberichten.

Die Reputation und Erfahrung der Fondsgesellschaft ist ebenfalls wichtig. Wie lange ist sie schon am Markt? Wie hat sie sich in Krisen geschlagen? Eine lange Historie mit stabilen Erträgen kann ein Indikator für eine gute Verwaltung sein. Du kannst auch die Größe des Fonds betrachten. Ein sehr großer Fonds hat den Vorteil, dass er breiter gestreut ist, aber er kann auch schwerfälliger sein. Ein kleinerer Fonds ist vielleicht flexibler, aber auch riskanter. Finde hier eine Balance, die zu dir passt.

Vergiss nicht, die Kosten zu vergleichen. sind die laufenden Kosten und der Ausgabeaufschlag wichtige Faktoren. Ein Fonds mit niedrigeren Kosten hat es leichter, eine bessere Nettorendite zu erzielen. Nutze Vergleichsportale im Internet, um verschiedene Fonds gegenüberzustellen. Dort findest du auch die Wertentwicklung der letzten Jahre. Bedenke aber, dass vergangene Wertentwicklungen keine Garantie für die Zukunft sind. Sie können dir aber einen Eindruck davon vermitteln, wie der Fonds in verschiedenen Marktphasen abgeschnitten hat.

Typische Fehler, die du als Einsteiger vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist es, zu viel Geld in einen einzigen Immobilienfonds zu stecken. Auch wenn die Streuung innerhalb des Fonds gut ist, bist du damit immer noch stark von der Entwicklung dieses einen Fonds abhängig. Besser ist es, dein Vermögen auf verschiedene Anlageklassen zu verteilen, zum Beispiel auf Aktien, Anleihen und eben Immobilienfonds. So reduzierst du das Risiko, dass ein einzelner schlechter Markt deine gesamte Altersvorsorge gefährdet.

Viele Anleger:innen unterschätzen die fehlende Liquidität von Immobilienfonds. Sie gehen davon aus, dass sie ihr Geld jederzeit zurückbekommen, und werden dann böse überrascht, wenn die Fondsgesellschaft die Rückzahlung aussetzt. Das kann in Krisenzeiten passieren, wenn viele Anleger:innen gleichzeitig ihr Geld abziehen wollen. Du solltest also nur Geld investieren, das du nicht kurzfristig benötigst. Dein Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben sollte immer auf einem Tagesgeldkonto liegen, nicht in einem Immobilienfonds.

Ein weiterer Fehler ist es, sich nur von der Höhe der Ausschüttung blenden zu lassen. Eine hohe Ausschüttung kann attraktiv aussehen, aber sie kann auch bedeuten, dass die Substanz des Fonds angegriffen wird. Wenn die Ausschüttung nicht aus den Mieteinnahmen, sondern aus dem Verkauf von Immobilien oder aus Rücklagen finanziert wird, ist das kein nachhaltiges Modell. Achte darauf, dass die Ausschüttung aus den laufenden Erträgen des Fonds stammt. Die Berichte der Fondsgesellschaft geben dir darüber Aufschluss.

Viele Einsteiger:innen machen den Fehler, den Markt timen zu wollen. Sie warten auf den perfekten Zeitpunkt zum Einstieg oder versuchen, Gewinne mitzunehmen, wenn der Kurs hoch ist. Das ist bei Immobilienfonds besonders schwierig, da die Preise nur selten stark schwanken. Ein besserer Ansatz ist es, regelmäßig einen festen Betrag zu investieren, zum Beispiel über einen Sparplan. So glättest du Kursschwankungen und profitierst langfristig vom Zinseszinseffekt, ohne den richtigen Zeitpunkt kennen zu müssen.

Zu guter Letzt: Unterschätze nicht die Bedeutung der Steuern. Die Ausschüttungen aus Immobilienfonds unterliegen der Abgeltungsteuer, und auch beim Verkauf deiner Anteile können Steuern anfallen. Es gibt jedoch auch steuerliche Vorteile, zum Beispiel bei der Teilfreistellung. Diese besagt, dass ein Teil der Erträge steuerfrei bleibt, da Immobilienfonds bereits auf Ebene der Fondsgesellschaft Steuern zahlen. Informiere dich vorab über die steuerlichen Regelungen oder ziehe einen Steuerberater hinzu, um böse Überraschungen zu vermeiden.

So gehst du Schritt für Schritt vor: Dein Fahrplan

Bevor du überhaupt Geld investierst, solltest du deine finanzielle Situation klären. Hast du einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsgehältern auf der Seite? Wenn nicht, solltest du diesen zuerst aufbauen. Ein Immobilienfonds ist keine kurzfristige Geldanlage, sondern eine langfristige Investition. Du solltest nur Geld investieren, das du in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht benötigst. Überlege dir auch, wie hoch deine Risikobereitschaft ist und welche Ziele du mit der Anlage verfolgst.

Im zweiten Schritt informierst du dich über verschiedene Immobilienfonds. Nutze Vergleichsportale, lies die Factsheets und die Jahresberichte der Fonds. Achte auf die Kosten, die Zusammensetzung des Portfolios und die Historie der Fondsgesellschaft. Erstelle eine Liste mit zwei bis drei Fonds, die für dich in Frage kommen. Scheue dich nicht, auch einen Blick in die Börsenordnung zu werfen, um die genauen Bedingungen für den Kauf und Verkauf zu verstehen. Wissen ist der Schlüssel zu einer guten Entscheidung.

Als Nächstes eröffnest du ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Achte darauf, dass der Anbieter die von dir ausgewählten Fonds auch im Angebot hat. Viele Online-Broker bieten eine große Auswahl und oft auch Rabatte auf den Ausgabeaufschlag. Vergleiche die Depotgebühren und die Kosten für den Handel. Ein kostenloses Depot ist heute keine Seltenheit mehr, aber du solltest die Konditionen genau prüfen. Nach der Eröffnung kannst du deinen ersten Sparplan einrichten oder einen Einmalbetrag investieren.

Wenn du investiert hast, ist die Arbeit noch nicht getan. Du solltest deine Anlage regelmäßig überwachen, aber nicht zu häufig. Ein Blick auf die Quartalsberichte und die jährliche Wertentwicklung reicht völlig aus. Überprüfe, ob der Fonds noch zu deiner Strategie passt und ob sich die Kosten oder die Zusammensetzung geändert haben. Es kann sinnvoll sein, deinen Sparplan anzupassen, wenn sich deine finanzielle Situation ändert. Ein jährliches Review deiner gesamten Finanzen ist eine gute Gewohnheit.

Denke daran, dass die Anlage in Immobilienfonds ein langfristiges Engagement ist. Lass dich nicht von kurzfristigen Kursschwankungen verunsichern. Die Immobilienmärkte sind in der Regel weniger volatil als Aktienmärkte, aber sie können sich auch mal zurückentwickeln. Bleib ruhig und halte an deinem Plan fest. Wenn du unsicher bist, ob du alles richtig machst, kannst du dich von einem unabhängigen Finanzberater beraten lassen. Ein guter Berater nimmt sich Zeit für deine Fragen und drängt dich nicht zu schnellen Entscheidungen.

Für wen sind Immobilienfonds wirklich sinnvoll? Ein Fazit

Immobilienfonds sind nicht für jeden die perfekte Anlage, aber für viele eine sinnvolle Ergänzung. Sie eignen sich besonders für Anleger:innen, die von der Wertentwicklung des Immobilienmarktes profitieren möchten, ohne sich um die Verwaltung von Eigentum kümmern zu müssen. Wenn du ein langfristig orientierter Anleger bist und dein Geld für mindestens fünf Jahre nicht benötigst, kannst du mit Immobilienfonds eine stabilisierende Komponente in dein Portfolio bringen. Sie können helfen, das Risiko zu streuen und eine regelmäßige Ausschüttung zu erzielen.

Für Anleger:innen, die kurzfristig auf ihr Geld zugreifen müssen oder eine hohe Risikobereitschaft haben, sind Immobilienfonds weniger geeignet. Die eingeschränkte Liquidität und die im Vergleich zu Aktien geringeren Renditechancen sprechen dagegen. Auch wenn du bereits viel in Immobilien investiert hast, zum Beispiel über eine selbst genutzte Immobilie, kann ein weiterer Immobilienfonds zu einer Klumpenbildung führen. In diesem Fall wäre eine breitere Streuung über andere Anlageklassen sinnvoller.

Die Entscheidung, ob Immobilienfonds für dich sinnvoll sind, hängt also von deiner persönlichen Situation ab. Du solltest dir über deine Ziele, deinen Zeithorizont und deine Risikobereitschaft im Klaren sein. Ein Immobilienfonds kann ein guter Baustein in deiner Altersvorsorge sein, aber er sollte nicht deine einzige Anlage sein. Eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen ist der Schlüssel zu einem stabilen und erfolgreichen Portfolio. Das gilt unabhängig davon, ob du in Aktien, Anleihen oder Immobilien investierst.

Kurz gesagt: : Immobilienfonds sind eine interessante Option für alle, die ihr Geld langfristig anlegen möchten und Wert auf eine gewisse Stabilität legen. Sie bieten dir die Chance, von einem der größten Märkte der Welt zu profitieren, ohne dass du ein Vermögen ansparen musst. Die Kosten sind zwar höher als bei anderen Fonds, aber die Vorteile der Risikostreuung und des Inflationsschutzes können das ausgleichen. Mit dem Wissen aus diesem Ratgeber bist du gut gerüstet, um deine eigene Entscheidung zu treffen.

Der wichtigste Rat am Ende: Starte klein und lerne dazu. Du musst nicht sofort eine große Summe investieren. Ein Sparplan mit einem kleinen monatlichen Betrag ist eine gute Möglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln. Beobachte, wie sich dein Fonds entwickelt und wie du mit den Schwankungen umgehst. Mit der Zeit wirst du ein besseres Gefühl für deine Anlage bekommen und kannst deine Strategie anpassen. Der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit ist ein Marathon, kein Sprint. Gehe ihn Schritt für Schritt und informiert.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du Geld für mindestens 3 bis 5 Jahre entbehren?
Möchtest du von Immobilien profitieren, ohne dich um Mieter kümmern?
Verträgst du Kursschwankungen, ohne sofort zu verkaufen?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Nein, das ist nicht dasselbe. REITs (Real Estate Investment Trusts) sind Aktiengesellschaften, die an der Börse gehandelt werden und in Immobilien investieren. Offene Immobilienfonds sind dagegen Sondervermögen, die von einer Fondsgesellschaft verwaltet werden. REITs sind oft liquider, aber auch schwankungsanfälliger als offene Immobilienfonds.

Das hängt vom jeweiligen Fonds und deiner Bank ab. Viele Fonds ermöglichen den Einstieg bereits mit kleinen Beträgen. Mit einem Sparplan kannst du schon mit einer monatlichen Rate von 25 oder rund 50 Euro starten. Für Einmalanlagen ist oft ein Mindestbetrag von einigen hundert Euro erforderlich.

Ein Totalverlust ist bei einem breit gestreuten offenen Immobilienfonds sehr unwahrscheinlich, da die Immobilien einen realen Wert haben. Allerdings kann der Anteilspreis sinken, wenn die Immobilienpreise fallen oder der Fonds in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät. Dein Kapital ist also nicht garantiert, aber das Risiko ist in der Regel geringer als bei Aktien.

Die Ausschüttungen und Gewinne aus dem Verkauf unterliegen der Abgeltungsteuer von rund 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Es gibt jedoch eine Teilfreistellung von rund 60 Prozent für offene Immobilienfonds. Das bedeutet, nur rund 40 Prozent der Erträge müssen versteuert werden. Die genaue Berechnung ist komplex, daher kann eine Steuerberatung sinnvoll sein.

Dein Geld ist als Sondervermögen getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft. Sollte die Gesellschaft insolvent werden, ist dein Kapital geschützt. Die Immobilien und das Geld im Fonds gehören den Anleger:innen, nicht der Gesellschaft. Ein Insolvenzverwalter würde die Auflösung des Fonds übernehmen und die Erlöse an die Anleger:innen verteilen.

Sie können ein Baustein in deiner Altersvorsorge sein, da sie langfristig stabile Erträge und eine Wertsteigerung bieten können. Allerdings solltest du sie nicht als alleinige Vorsorge nutzen. Eine Kombination aus verschiedenen Anlageklassen, wie Aktien-ETFs, Immobilienfonds und der gesetzlichen Rente, ist in der Regel sinnvoller, um Risiken zu streuen.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.