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Günstige Immobilienfonds: Worauf du 2026 achten solltest

Immobilienfonds bündeln dein Geld in vielen Gebäuden, doch die Kosten und Regeln unterscheiden sich stark. Hier erfährst du, welche Fondsarten es gibt, welche Fristen gelten und wo du sparst.

10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Offene Immobilienfonds haben eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten und eine Kündigungsfrist von 12 Monaten.
  • Geschlossene Immobilienfonds sind für Kleinanleger oft ungeeignet, da sie hohe Investments erfordern.
  • Der Ausgabeaufschlag lässt sich bei vielen Anbietern vollständig vermeiden.
  • Die Rendite entsteht vor allem aus Mieteinnahmen und Wertsteigerungen der Objekte.

01 · Grundlagen

Was ist ein offener Immobilienfonds?

Offene Immobilienfonds sammeln das Geld vieler Anleger und investieren es in ein Portfolio aus Immobilien. Die Rendite entsteht vor allem aus Mieten und Wertsteigerungen der Objekte.

Ein offener Immobilienfonds bündelt das Geld vieler Anleger und investiert es in ein breites Portfolio aus Gewerbeimmobilien. Größere Fonds umfassen teils über 100 Objekte, darunter Büros, Einkaufszentren, Hotels oder Krankenhäuser. Diese Streuung reduziert das Risiko, das du bei einer einzelnen Immobilie tragen würdest.

Du investierst also nicht in ein einzelnes Gebäude, sondern in viele Immobilien gleichzeitig. Die Rendite entsteht vor allem aus Mieteinnahmen und möglichen Wertsteigerungen der Objekte.

Für dich bedeutet das: Schon mit kleinen Beträgen kannst du dich an großen Gewerbeimmobilien beteiligen, die du allein nicht kaufen könntest.

Kurz erklärt

Offener Immobilienfonds

Ein offener Immobilienfonds kauft mit dem angelegten Geld eine größere Zahl von Immobilien, meist Büros, Einkaufszentren oder Hotels. Größere Fonds umfassen teils über 100 Immobilien, was das Risiko verteilt.

Du investierst nicht in ein einzelnes Gebäude, sondern in ein Portfolio aus vielen Immobilien.

02 · Vergleich

Offene und geschlossene Immobilienfonds im Vergleich

Die Bezeichnung offen oder geschlossen macht einen großen Unterschied für deinen Zugang und dein Risiko. Geschlossene Fonds sind für die meisten Privatanleger nicht sinnvoll.

Der Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds liegt vor allem im Zugang und im Risiko. Offene Fonds stehen grundsätzlich allen Anlegern offen, oft kannst du schon mit unter 100 Euro einsteigen. Geschlossene Fonds richten sich dagegen an einen begrenzten Anlegerkreis und verlangen meist deutlich höhere Investments.

Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft die Anzahl der Objekte. Offene Fonds investieren in viele Immobilien, während geschlossene Fonds häufig nur ein einzelnes Objekt finanzieren. Dieses Klumpenrisiko macht geschlossene Fonds für Kleinanleger ungeeignet.

  • Offene Fonds werden meist an der Börse gehandelt, geschlossene Fonds nicht.
  • Bei offenen Fonds kannst du Anteile grundsätzlich zurückgeben, bei geschlossenen Fonds bist du oft langfristig gebunden.
  • Geschlossene Fonds sind unternehmerische Beteiligungen mit höherem Totalverlustrisiko.
Unterschiede zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds
Offener ImmobilienfondsGeschlossener Immobilienfonds
ZugangJeder kann investieren, oft schon unter 100 EuroNicht alle Anleger haben Zugang, meist hohe Investments nötig
Anzahl der ObjekteViele Immobilien im PortfolioHäufig nur ein einzelnes Objekt
Eignung für KleinanlegerGrundsätzlich möglich, aber mit FristenNicht geeignet

03 · Schritt für Schritt

So funktioniert der Verkauf offener Immobilienfonds

Der Verkauf deiner Anteile ist nicht so einfach wie bei Aktienfonds. Es gelten feste Fristen, die davon abhängen, wann du investiert hast.

Der Verkauf deiner Anteile hängt entscheidend davon ab, wann du investiert hast. Für Anteile, die du nach dem 21. Juli 2013 gekauft hast, gelten strenge Regeln: Du musst sie mindestens 24 Monate halten und den Verkauf mit einer Frist von zwölf Monaten ankündigen. Diese Kündigung ist verbindlich und kann nicht widerrufen werden.

Hast du dagegen vor dem 21. Juli 2013 investiert, kannst du jederzeit bis zu 30.000 Euro pro Halbjahr ohne Kündigungsfrist zum aktuellen Rücknahmepreis entnehmen. Diese Altanteile bieten dir also deutlich mehr Flexibilität.

Eine Alternative ist der Verkauf über die Börse. Dort spielen die Fristen keine Rolle, allerdings kann der erzielbare Preis deutlich von der offiziellen Fondsbewertung abweichen.

01

Kaufdatum prüfen

Entscheidend ist, ob du vor oder nach dem 21. Juli 2013 investiert hast. Für Anteile ab diesem Datum gelten strengere Regeln.

02

Variante 1: Nach dem 21. Juli 2013 gekauft

Du musst die Anteile mindestens 24 Monate behalten und den Verkauf mit einer Frist von zwölf Monaten ankündigen. Die Kündigung ist verbindlich.

03

Variante 2: Vor dem 21. Juli 2013 gekauft

Du kannst jederzeit bis zu 30.000 Euro pro Halbjahr ohne Kündigungsfrist zum aktuellen Rücknahmepreis entnehmen.

04

Alternative: Verkauf über die Börse

Hier spielen die Fristen keine Rolle. Der erzielbare Preis kann aber deutlich von der Bewertung der Fondsgesellschaft abweichen.

04 · Kosten

Welche Kosten bei Immobilienfonds anfallen

Die Kostenstruktur entscheidet mit darüber, wie viel von deiner Rendite übrig bleibt. Der Ausgabeaufschlag ist dabei der größte Posten, den du vermeiden kannst.

Der größte Kostenblock beim Kauf ist der Ausgabeaufschlag. Er kann bis zu 5 Prozent deiner Anlagesumme betragen, wird aber von vielen Anbietern vollständig erlassen. Achte deshalb darauf, dass du keinen Ausgabeaufschlag zahlst.

Depotgebühren fallen bei einigen Anbietern ebenfalls nicht an. Ein kostenloses Depot ist bei Immobilienfonds durchaus üblich, wenn du über einen Fondsvermittler kaufst.

Die laufenden Verwaltungskosten sind in der Fondsrendite bereits enthalten und werden nicht separat berechnet. Sie mindern jedoch deine effektive Rendite, daher lohnt sich ein Blick auf die Gesamtkostenquote.

Typische Kosten beim Kauf von Immobilienfonds

Ausgabeaufschlag (mit Rabatt)0 %
Depotgebühren0 EUR

05 · Was gilt

Wann sich die Kündigung deines Immobilienfonds lohnt

Die aktuelle Lage am Immobilienmarkt ist angespannt. Viele Experten raten dazu, über einen Verkauf nachzudenken, weil es bessere Alternativen gibt.

Die aktuelle Lage am Immobilienmarkt ist angespannt, und viele Experten raten dazu, über einen Verkauf nachzudenken. Besonders wenn du vor dem 21. Juli 2013 gekauft hast, kannst du ohne Frist verkaufen und dein Geld in Anlagen mit besserem Rendite-Risiko-Verhältnis umschichten.

Für einen Verkauf spricht auch, wenn du Liquidität brauchst und nicht zwölf Monate auf die Rückgabe warten willst. Über die Börse kannst du schneller verkaufen, musst aber möglicherweise Abschläge in Kauf nehmen.

Gegen einen Verkauf spricht, wenn du nach dem 21. Juli 2013 gekauft hast und die Mindesthaltedauer noch läuft. In diesem Fall müsstest du entweder die Fristen abwarten oder über die Börse verkaufen, wo der Preis niedriger liegen kann.

Für Verkauf spricht

·Du hast vor dem 21. Juli 2013 gekauft und kannst ohne Frist verkaufen
·Du brauchst Liquidität und willst nicht zwölf Monate warten
·Du willst in Anlagen mit besserem Rendite-Risiko-Verhältnis umschichten

Für Halten spricht

·Du hast nach dem 21. Juli 2013 gekauft und die Mindesthaltedauer läuft noch
·Du willst den Rücknahmepreis der Fondsgesellschaft statt des Börsenpreises erhalten
·Du bist langfristig orientiert und kannst Wertschwankungen aussitzen

06 · Hintergrund

Rendite von Immobilienfonds: Was du erwarten kannst

Die Rendite von Immobilienfonds setzt sich aus zwei Quellen zusammen. Beide hängen stark vom Immobilienmarkt ab.

Die Rendite von Immobilienfonds entsteht vor allem aus Mieteinnahmen und Wertsteigerungen der Objekte. In den vergangenen Jahren haben steigende Zinsen und sinkende Bewertungen die Erträge belastet, was bei vielen Fonds zu Abwertungen geführt hat.

Aktuelle Marktdaten zeigen, dass die Preiskorrekturen weitgehend abgeschlossen sind. Der EZB-Leitzins liegt stabil bei 2,50 Prozent, und die Nachfrage nach Immobilienkrediten zog 2025 um 18 Prozent an. Das deutet auf eine Bodenbildung hin.

Nicht mehr jeder Fonds profitiert automatisch vom neuen Zyklus. Größere, breit aufgestellte offene Immobilienfonds sind besser positioniert als kleine oder spezialisierte Fonds, die stärker von einzelnen Objekten abhängen.

Die Rendite entsteht vor allem aus Mieteinnahmen und Wertsteigerungen der Objekte. In den vergangenen Jahren haben steigende Zinsen und sinkende Bewertungen die Erträge belastet.

Aktuelle Marktdaten zeigen, dass die Preiskorrekturen weitgehend abgeschlossen sind. Der EZB-Leitzins liegt stabil bei 2,50 Prozent, und die Nachfrage nach Immobilienkrediten zog 2025 um 18 Prozent an.

Nicht mehr jeder Fonds profitiert automatisch. Größere, breit aufgestellte offene Immobilienfonds sind besser positioniert als kleine oder spezialisierte Fonds.

07 · Im Vertrag

Welche Fristen du bei offenen Immobilienfonds beachten musst

Die Fristen sind gesetzlich geregelt und hängen von deinem Kaufdatum ab. Sie schützen das Fondsmanagement vor plötzlichen Liquiditätsabflüssen.

Die Fristen sind gesetzlich geregelt und schützen das Fondsmanagement vor plötzlichen Liquiditätsabflüssen. Für Anteile, die du nach dem 21. Juli 2013 gekauft hast, gilt eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten ab Kaufdatum.

Zusätzlich musst du den Verkauf mit einer Frist von zwölf Monaten ankündigen. Diese Kündigung ist unwiderruflich, du kannst sie also nicht mehr zurücknehmen, wenn sich die Marktlage ändert.

Für Altanteile, die du vor dem 21. Juli 2013 gekauft hast, gelten diese Fristen nicht. Du kannst jederzeit bis zu 30.000 Euro pro Halbjahr ohne Kündigungsfrist entnehmen.

Fristen und Regeln für offene Immobilienfonds

Mindesthaltedauer24 MonateFür Anteile, die nach dem 21. Juli 2013 gekauft wurden, gilt eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten ab Kaufdatum.
Kündigungsfrist12 MonateDer Verkauf muss mit einer Frist von zwölf Monaten angekündigt werden. Die Kündigung ist unwiderruflich.
Altanteile30.000 EUR pro HalbjahrFür Anteile, die vor dem 21. Juli 2013 gekauft wurden, kannst du jederzeit bis zu 30.000 Euro pro Halbjahr ohne Frist entnehmen.

08 · Checkliste

Checkliste: So kaufst du Immobilienfonds günstig

Mit wenigen Schritten vermeidest du unnötige Kosten und findest einen Fonds, der zu deiner Anlagestrategie passt.

Der wichtigste Hebel ist der vollständige Verzicht auf den Ausgabeaufschlag.

  • Prüfe, ob der Anbieter 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag gewährt.
  • Achte auf ein kostenloses Depot ohne Depotgebühren.
  • Vergleiche die laufenden Verwaltungskosten der Fonds, da sie deine Rendite mindern.
  • Prüfe, ob der Fonds breit diversifiziert ist, also viele Objekte und verschiedene Nutzungsarten umfasst.
  • Kläre, ob du die Anteile langfristig halten kannst, mindestens 24 Monate.
  • Überlege, ob du über die Börse oder die Fondsgesellschaft verkaufen willst.

Deine Checkliste für den günstigen Immobilienfondskauf

01

Prüfe, ob der Anbieter 100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag gewährt

02

Achte auf ein kostenloses Depot ohne Depotgebühren

03

Vergleiche die laufenden Verwaltungskosten der Fonds

04

Prüfe, ob der Fonds breit diversifiziert ist (viele Objekte, verschiedene Nutzungsarten)

05

Kläre, ob du die Anteile langfristig halten kannst (mindestens 24 Monate)

06

Überlege, ob du über die Börse oder die Fondsgesellschaft verkaufen willst

09 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Investieren in Immobilienfonds

Viele Anleger unterschätzen die Fristen und die Liquiditätsrisiken. Diese Fehler kannst du vermeiden.

Wer kurzfristig auf sein Geld angewiesen ist, sollte nicht in diese Fonds investieren, da die Kündigungsfrist zwölf Monate beträgt.

Ein weiterer Fehler ist der Kauf geschlossener Immobilienfonds mit kleinen Beträgen. Diese Fonds sind für Kleinanleger nicht geeignet, weil sie oft nur ein einzelnes Objekt finanzieren und hohe Investments verlangen.

Viele zahlen außerdem einen Ausgabeaufschlag, obwohl zahlreiche Anbieter ihn vollständig erlassen. Und wer sich auf einen einzigen Fonds konzentriert, verzichtet auf Diversifikation über mehrere Anlageklassen.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

·Du ignorierst die Kündigungsfrist von zwölf Monaten und planst mit schnellem Zugriff auf dein Geld
·Du kaufst einen geschlossenen Immobilienfonds, obwohl du nur einen kleinen Betrag anlegen willst
·Du zahlst einen Ausgabeaufschlag, obwohl viele Anbieter ihn vollständig erlassen
·Du konzentrierst dich auf einen einzigen Fonds statt auf Diversifikation über mehrere Anlageklassen
·Du verlässt dich auf Wertsteigerungen, ohne die Mieteinnahmen als Renditequelle zu beachten

10 · Vergleich

Alternativen zu offenen Immobilienfonds

Wenn du in Immobilien investieren willst, ohne die Fristen offener Fonds zu tragen, gibt es andere Wege. Jede Alternative hat eigene Vor- und Nachteile.

Diese börsengehandelten Immobilien-Aktiengesellschaften kannst du täglich kaufen und verkaufen, ihre Rendite stammt aus Dividenden und Kursentwicklung.

Festgeld ist eine Alternative ohne Immobilienbezug, bietet aber einen festen Zinssatz und ein sehr geringes Risiko durch die Einlagensicherung. Es eignet sich, wenn du Sicherheit höher gewichtest als Renditechancen.

Offene Immobilienfonds selbst bleiben eine mittlere Option: Sie bieten Immobilienexposure, aber mit eingeschränkter Liquidität durch Haltedauer und Kündigungsfrist.

Immobilienfonds und Alternativen im Überblick
Offener ImmobilienfondsREITsFestgeld
LiquiditätEingeschränkt durch 24 Monate Haltedauer und 12 Monate Kündigungsfrist
RenditequelleMieteinnahmen und Wertsteigerungen
Risiko

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026