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FinanzbildungInvestieren13 Min.

Immobilienfonds kleine Betraege: Dein Einstieg in die Welt der großen Immobilien

Du denkst, Immobilien sind nur etwas für Menschen mit viel Geld? Falsch. Mit Immobilienfonds kannst du schon mit kleinen Beträgen an großen Projekten mitverdienen. Wir zeigen dir, wie der Einstieg gelingt.

ImmobilienfondsKleinanlegerEinstieg
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Es ist eine Option, wenn du breit streuen willst.
Wie viel Geld?
Schon wenig.
Der Einstieg ist oft mit kleinen Summen möglich.
Ist das sicher?
Nicht garantiert.
Es gibt Chancen, aber auch Verlustrisiken.
Wie funktioniert das?
Gemeinsam investieren.
Viele Anleger bündeln Geld für Immobilien.

Warum Immobilienfonds auch für dich mit kleinen Beträgen relevant sind

Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, wie du langfristig Vermögen aufbauen kannst. Aktien und ETFs sind dir zu riskant, das eigene Haus oder die Eigentumswohnung zu teuer. Genau hier kommen Immobilienfonds ins Spiel, denn sie ermöglichen dir den Einstieg in den Immobilienmarkt, ohne dass du eine sechsstellige Summe aufbringen musst. Du kannst also von der Wertentwicklung großer Bürokomplexe oder Einkaufszentren profitieren, während du nur einen kleinen Betrag investierst.

Für dich als Anleger mit begrenztem Budget ist das ein entscheidender Vorteil. Du musst nicht auf die Renditechancen von Immobilien verzichten, nur weil du nicht das nötige Kapital für einen Direktkauf hast. Stattdessen bündelst du dein Geld mit vielen anderen Anlegerinnen und Anlegern. Der Fondsmanager kümmert sich um den Kauf, die Verwaltung und die Vermietung der Objekte. Du hältst Anteile an diesem Fonds und partizipierst an den Mieteinnahmen und möglichen Wertsteigerungen.

Ein weiterer Punkt, warum das Thema für dich wichtig ist: die Inflationsschutz-Funktion. Immobilien gelten oft als Sachwerte, die in Zeiten steigender Preise stabilisierend wirken können. Wenn die Mieten steigen, können das auch die Erträge des Fonds tun. Das macht Immobilienfonds zu einer interessanten Ergänzung in deinem Depot, gerade wenn du bisher nur in klassische Sparformen investiert hast. Du solltest aber wissen, dass auch diese Anlageklasse Schwankungen unterliegt.

Schließlich geht es um die Demokratisierung der Geldanlage. Noch vor einigen Jahren waren geschlossene Immobilienfonds oft nur für vermögende Privatpersonen zugänglich. Heute gibt es offene Immobilienfonds, die schon mit kleinen Beträgen einen Einstieg ermöglichen. Das senkt die Hürde für dich erheblich. Du musst kein Experte sein, um von den Vorteilen zu profitieren, aber du solltest die Grundlagen verstehen, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Denk daran: Es geht nicht darum, alles auf eine Karte zu setzen. Immobilienfonds mit kleinen Beträgen sind ein Baustein in deiner persönlichen Finanzstrategie. Sie können helfen, dein Risiko zu streuen, da sie sich oft anders entwickeln als Aktien oder Anleihen. Wenn du also langfristig denkst und bereit bist, dich mit den Regeln vertraut zu machen, ist das Thema für dich durchaus relevant.

Seit 2013
gilt das KAGB für offene Immobilienfonds.
12 Monate
Mindesthaltedauer bei offenen Immobilienfonds.
24 Monate
Kündigungsfrist beim Rückgabeverlangen.

Die Grundlagen: Was ist ein Immobilienfonds überhaupt?

Bevor du dich mit den Details beschäftigst, solltest du die Grundidee verstehen. Ein Immobilienfonds ist ein Investmentfonds, der in Immobilien investiert. Das können Wohnhäuser, Bürogebäude, Einkaufszentren oder Logistikhallen sein. Der Fonds sammelt Geld von vielen Anlegerinnen und Anlegern ein und kauft damit ein Portfolio an Immobilien. Du erwirbst Anteile an diesem Fonds, die sogenannten Fondsanteile.

Es gibt zwei Hauptarten von Immobilienfonds: offene und geschlossene. Offene Immobilienfonds sind unbefristet aufgelegt und du kannst grundsätzlich jederzeit Anteile kaufen oder zurückgeben. Allerdings gibt es gesetzliche Fristen, die du beachten musst. Geschlossene Immobilienfonds sind dagegen auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt und du beteiligst dich direkt an einem konkreten Projekt. Für den Einstieg mit kleinen Beträgen sind meist die offenen Immobilienfonds interessanter.

Der entscheidende Vorteil für dich ist die Risikostreuung. Der Fonds investiert nicht in ein einzelnes Gebäude, sondern in viele verschiedene Objekte. Das reduziert das Klumpenrisiko. Wenn ein Objekt leer steht oder an Wert verliert, kann das durch andere Objekte im Portfolio ausgeglichen werden. Du bist also nicht vom Schicksal eines einzelnen Gebäudes abhängig, sondern von der Entwicklung des gesamten Portfolios.

Die Anteile werden von der Fondsgesellschaft ausgegeben und auch wieder zurückgenommen. Der Preis eines Anteils richtet sich nach dem sogenannten Inventarwert. Dieser wird regelmäßig berechnet und spiegelt den Wert aller Immobilien im Fonds wider, abzüglich der Verbindlichkeiten. Als Anleger profitierst du also direkt von der Wertentwicklung der Immobilien und den erzielten Mieteinnahmen.

Wichtig ist dir zu verstehen, dass du nicht direkt Eigentümer einer Immobilie wirst. Du besitzt Anteile an einem Sondervermögen. Das bedeutet, dein Geld ist getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft. Sollte die Gesellschaft in finanzielle Schwierigkeiten geraten, ist dein angelegtes Geld im Fonds geschützt. Diese Struktur bietet dir eine gewisse Sicherheit, die du bei anderen Anlageformen nicht immer findest.

So funktioniert die Anlage in Immobilienfonds mit kleinen Beträgen

Der Einstieg in einen offenen Immobilienfonds ist heutzutage unkompliziert. Du benötigst in der Regel nur ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dort kannst du Fondsanteile kaufen, ähnlich wie bei einem Aktienkauf. Die Mindestanlagesumme ist bei vielen Fonds bewusst niedrig angesetzt, sodass du schon mit einem überschaubaren Betrag starten kannst. Manche Fonds bieten sogar die Möglichkeit, einen Sparplan einzurichten.

Ein Sparplan ist besonders attraktiv, wenn du regelmäßig kleine Beträge investieren möchtest. Du legst zum Beispiel monatlich einen festen Betrag fest, mit dem automatisch Fondsanteile gekauft werden. So profitierst du vom Cost-Average-Effekt. Bei niedrigen Kursen bekommst du mehr Anteile für dein Geld, bei hohen Kursen weniger. Über einen langen Zeitraum kann sich das positiv auf deine Rendite auswirken.

Wenn du Anteile kaufst, zahlst du den aktuellen Ausgabepreis. Dieser entspricht dem Inventarwert pro Anteil zuzüglich eines möglichen Ausgabeaufschlags. Der Ausgabeaufschlag ist eine Art Verkaufsprovision, die an die Fondsgesellschaft oder den Vermittler geht. Bei vielen Fonds kannst du diesen Aufschlag sparen, wenn du direkt bei der Fondsgesellschaft kaufst oder einen günstigen Online-Broker nutzt. Es lohnt sich, die Konditionen zu vergleichen.

Die Rückgabe deiner Anteile ist ebenfalls möglich, aber an Fristen gebunden. Du musst deine Rückgabe in der Regel zwölf Monate im Voraus ankündigen. Zudem gilt eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten. Das bedeutet, du kommst nicht sofort an dein Geld, wenn du es kurzfristig benötigst. Diese Regelung soll verhindern, dass der Fonds bei massenhaften Rückgaben in Schwierigkeiten gerät und gezwungen ist, Immobilien zu ungünstigen Konditionen zu verkaufen.

Ein weiterer Punkt ist die Teilfreistellung. Seit einigen Jahren sind Erträge aus Immobilienfonds teilweise von der Abgeltungsteuer befreit. Das liegt daran, dass die Fonds selbst bereits Steuern auf die Mieteinnahmen zahlen. Für dich bedeutet das, dass du auf einen Teil deiner Erträge keine Steuern zahlen musst. Die genaue Höhe der Teilfreistellung hängt von der Art des Fonds ab und kann sich ändern. Informiere dich vor dem Kauf über die aktuellen Regelungen.

Kosten und Gebühren: Was du beim Investieren beachten solltest

Kosten sind ein entscheidender Faktor für deine Rendite. Bei Immobilienfonds gibt es verschiedene Gebühren, die du kennen solltest. Der bereits erwähnte Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr beim Kauf. Er liegt oft zwischen null und fünf Prozent. Wenn du diesen Aufschlag vermeidest, sparst du direkt Geld und deine Investition kann von Anfang an besser arbeiten.

Zusätzlich fallen laufende Kosten an, die in der sogenannten Total Expense Ratio (TER) zusammengefasst werden. Diese Kennzahl umfasst die Verwaltungsvergütung, die Kosten für die Depotbank und andere administrative Aufwendungen. Die TER wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen und reduziert somit deine Rendite. Bei Immobilienfonds ist die TER tendenziell etwas höher als bei reinen Aktienfonds, da die Verwaltung von Immobilien aufwendiger ist.

Ein weiterer Kostenpunkt kann eine erfolgsabhängige Vergütung sein. Diese wird nur gezahlt, wenn der Fonds eine bestimmte Benchmark übertrifft. Das soll den Fondsmanager motivieren, gute Ergebnisse zu erzielen. Für dich als Anleger ist das nicht unbedingt negativ, aber du solltest wissen, dass diese Kosten die Rendite schmälern können, wenn der Fonds erfolgreich ist. Achte darauf, wie hoch diese Vergütung ausfallen kann.

Beim Kauf über eine Bank oder einen Broker können zusätzlich Transaktionskosten anfallen. Diese variieren je nach Anbieter. Es kann sich lohnen, einen günstigen Online-Broker zu wählen, um diese Kosten zu minimieren. Vergleiche die Gebührenordnungen der verschiedenen Anbieter, bevor du dich entscheidest. Auch die Kosten für die Verwahrung der Anteile in deinem Depot können eine Rolle spielen.

Wichtig ist dir zu verstehen, dass Kosten nicht alles sind. Ein Fonds mit etwas höheren Gebühren kann trotzdem eine bessere Rendite erzielen, wenn das Management gute Immobilien auswählt und verwaltet. Du solltest also nicht nur auf die Kosten schauen, sondern auch auf die Qualität des Fonds und die Erfahrung des Managements. Eine ausgewogene Betrachtung hilft dir, die richtige Entscheidung zu treffen.

Worauf du bei der Auswahl eines Immobilienfonds achten solltest

Die Auswahl des richtigen Fonds ist entscheidend für deinen Anlageerfolg. Ein wichtiges Kriterium ist die Anlagestrategie. Manche Fonds konzentrieren sich auf Büroimmobilien in Metropolen, andere auf Wohnimmobilien in Wachstumsregionen oder Logistikzentren. Überlege dir, welche Art von Immobilien du für zukunftsfähig hältst. Der zunehmende Online-Handel spricht zum Beispiel für Logistikimmobilien, während Homeoffice-Trends Büroflächen beeinflussen können.

Ein weiteres Kriterium ist die geografische Ausrichtung. Es gibt Fonds, die nur in Deutschland investieren, und solche, die global ausgerichtet sind. Eine breite geografische Streuung kann das Risiko reduzieren, da du nicht von der wirtschaftlichen Entwicklung eines einzelnen Landes abhängig bist. Allerdings solltest du beachten, dass internationale Fonds auch Währungsrisiken mit sich bringen können, die deine Rendite beeinflussen.

Die Historie des Fonds kann dir einen Anhaltspunkt geben, ist aber keine Garantie für die Zukunft. Schau dir an, wie sich der Fonds in den letzten Jahren entwickelt hat. Achte auf die Kontinuität des Managements und darauf, ob die Immobilien im Portfolio gut vermietet sind. Ein hoher Leerstand ist ein Warnsignal. Du kannst die Informationen im Verkaufsprospekt und in den regelmäßigen Berichten des Fonds nachlesen.

Die Größe des Fonds spielt ebenfalls eine Rolle. Größere Fonds haben oft den Vorteil, dass sie mehr Ressourcen für das Management und die Analyse haben. Sie können auch besser diversifizieren. Allerdings können sehr große Fonds auch träger sein und weniger Wachstumsdynamik aufweisen. Kleinere Fonds können flexibler sein, aber auch ein höheres Risiko haben. Finde eine Größe, die zu deiner Risikobereitschaft passt.

Vergiss nicht, die Nachhaltigkeitskriterien zu prüfen. Immer mehr Fonds berücksichtigen Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG). Das kann sich positiv auf die langfristige Wertentwicklung auswirken, da nachhaltige Gebäude oft energieeffizienter sind und besser vermietet werden können. Achte darauf, ob der Fonds eine ESG-Strategie verfolgt und wie diese konkret umgesetzt wird. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern kann auch dein Risiko reduzieren.

Typische Fehler beim Einstieg mit kleinen Beträgen vermeiden

Ein häufiger Fehler ist, zu viel Geld in einen einzigen Immobilienfonds zu stecken. Auch wenn die Risikostreuung innerhalb des Fonds gut ist, solltest du nicht alles auf eine Karte setzen. Eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen, wie Aktien, Anleihen und Immobilienfonds, ist sinnvoll. So reduzierst du das Gesamtrisiko deines Depots und bist nicht von einer einzelnen Anlage abhängig.

Ein weiterer Fehler ist, die fehlende Liquidität zu unterschätzen. kannst du dein Geld bei offenen Immobilienfonds nicht sofort abrufen. Wenn du also kurzfristig Geld benötigst, zum Beispiel für eine unerwartete Reparatur oder einen Autokauf, ist ein Immobilienfonds die falsche Wahl. Stelle sicher, dass du über einen Notgroschen verfügst, der dir jederzeit zur Verfügung steht.

Viele Anleger schauen auch zu stark auf die kurzfristige Wertentwicklung. Immobilienfonds sind eine langfristige Anlage. Kurzfristige Schwankungen im Inventarwert sind normal und sollten dich nicht verunsichern. Wenn du in Panik gerätst und deine Anteile nach einem kurzen Rückgang verkaufst, realisierst du möglicherweise Verluste. Bleib geduldig und denke in einem Zeithorizont von mindestens fünf bis zehn Jahren.

Ein weiterer Fehler ist, sich nicht ausreichend zu informieren. Du solltest den Verkaufsprospekt und die wesentlichen Anlegerinformationen lesen, bevor du investierst. Diese Dokumente enthalten wichtige Informationen über die Strategie, die Risiken und die Kosten des Fonds. Nimm dir die Zeit, diese Dokumente zu verstehen. Wenn du etwas nicht verstehst, suche Rat bei einer unabhängigen Beratungsstelle oder einem Finanzexperten.

Schließlich solltest du den Ausgabeaufschlag nicht ignorieren. Wenn du bei einer Bank kaufst, die einen hohen Ausgabeaufschlag verlangt, zahlst du unnötig viel. Vergleiche die Konditionen verschiedener Anbieter und wähle den günstigsten Weg. Es gibt viele Online-Broker, die den Kauf von Fondsanteilen ohne oder mit nur geringem Aufschlag ermöglichen. Das spart dir bares Geld und erhöht deine Renditechancen.

Dein konkreter Fahrplan: So startest du in 5 Schritten

Schritt eins: Setze dich mit deiner finanziellen Situation auseinander. Bevor du investierst, solltest du einen Notgroschen von etwa drei bis sechs Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto haben. Überlege dir, wie viel Geld du monatlich oder einmalig in Immobilienfonds investieren kannst, ohne deine finanzielle Stabilität zu gefährden. Nur Geld, das du langfristig entbehren kannst, solltest du anlegen.

Schritt zwei: Informiere dich über die verschiedenen Immobilienfonds. Nutze Vergleichsportale, lies die Factsheets und die Verkaufsprospekte. Achte auf die Anlagestrategie, die Kosten und die Historie. Erstelle eine Liste mit Fonds, die zu deinen Vorstellungen passen. Du kannst auch auf unabhängige Bewertungen von Rating-Agenturen zurückgreifen, die Fonds regelmäßig analysieren.

Schritt drei: Eröffne ein Depot bei einem Anbieter deiner Wahl. Achte auf die Kosten für den Kauf und die Verwahrung der Fondsanteile. Viele Online-Broker bieten mittlerweile ein kostenloses Depot an. Prüfe, ob der gewünschte Fonds bei deinem Broker handelbar ist. Wenn du einen Sparplan einrichten möchtest, vergleiche die Konditionen für Sparpläne, da diese oft günstiger sind als Einzelkäufe.

Schritt vier: Kaufe deine ersten Anteile. Du kannst entweder eine Einmalanlage tätigen oder einen Sparplan einrichten. Beginne mit einem Betrag, mit dem du dich wohlfühlst. Du musst nicht sofort die maximale Summe investieren. Es ist besser, klein anzufangen und Erfahrungen zu sammeln. Du kannst deine Investition später jederzeit erhöhen oder weitere Fonds hinzufügen.

Schritt fünf: Überwache deine Anlage regelmäßig, aber nicht zu häufig. Schau dir einmal im Quartal oder Halbjahr die Entwicklung deines Fonds an. Überprüfe, ob die Strategie noch zu deinen Zielen passt und ob sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Vermeide es, auf kurzfristige Schwankungen zu reagieren. Bleib deinem Plan treu und passe deine Strategie nur bei wesentlichen Änderungen an.

Steuern und rechtliche Rahmenbedingungen für deine Anlage

Das Thema Steuern ist bei Immobilienfonds komplex, aber wichtig. Grundsätzlich unterliegen deine Erträge aus Immobilienfonds der Abgeltungsteuer. Das gilt für Ausschüttungen, also die Auszahlung von Mieteinnahmen, sowie für Gewinne aus dem Verkauf deiner Anteile. Allerdings greift die bereits erwähnte Teilfreistellung. Bei offenen Immobilienfonds, die überwiegend in Immobilien investieren, sind rund 60 Prozent der Erträge steuerfrei. Das bedeutet, du zahlst nur auf rund 40 Prozent deiner Erträge Steuern.

Die Teilfreistellung ist ein großer Vorteil für dich als Anleger. Sie soll die doppelte Besteuerung vermeiden, da die Fondsgesellschaft bereits Steuern auf die Mieteinnahmen zahlt. Du solltest diese Regelung bei deiner Renditeerwartung berücksichtigen. Die tatsächliche Steuerlast hängt von deinem persönlichen Steuersatz und dem Freibetrag ab, den du bei deiner Bank einrichten kannst. Der Sparerpauschbetrag von derzeit rund 1.000 Euro pro Person kann deine Steuerlast weiter reduzieren.

Beim Verkauf deiner Anteile wird der Gewinn, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, besteuert. Auch hier gilt die Teilfreistellung. Verluste aus dem Verkauf von Immobilienfondsanteilen können mit anderen Kapitalerträgen verrechnet werden. Das kann deine Steuerlast in einem Jahr mit Verlusten reduzieren. Es ist ratsam, die Steuerbescheinigungen deiner Bank sorgfältig aufzubewahren und bei der Steuererklärung anzugeben.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für offene Immobilienfonds sind im Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) geregelt. Dieses Gesetz wurde eingeführt, um Anleger besser zu schützen. Es schreibt unter anderem die Mindesthaltedauer, die Kündigungsfrist und die Bewertungsregeln vor. Diese Regeln sollen verhindern, dass Fonds in Krisenzeiten gezwungen sind, Immobilien zu Schleuderpreisen zu verkaufen. Für dich bedeutet das mehr Stabilität, aber auch weniger Flexibilität.

Ein weiterer rechtlicher Aspekt ist die Möglichkeit der Anteilsrücknahme. Die Fondsgesellschaft kann die Rücknahme von Anteilen unter bestimmten Bedingungen aussetzen. Das ist zum Beispiel in außergewöhnlichen Marktsituationen möglich. In diesem Fall kannst du deine Anteile vorübergehend nicht zurückgeben. Diese Regelung schützt den Fonds vor einer Überlastung, kann aber für dich als Anleger zu einer vorübergehenden Illiquidität führen. Du solltest dir dieser Möglichkeit bewusst sein.

Alternativen und Ergänzungen zu Immobilienfonds

Immobilienfonds sind nicht die einzige Möglichkeit, in Immobilien zu investieren. Eine Alternative sind Real Estate Investment Trusts (REITs). Das sind börsennotierte Unternehmen, die in Immobilien investieren und einen Großteil ihrer Gewinne als Dividenden ausschütten. REITs kannst du wie Aktien kaufen und verkaufen, was dir eine höhere Flexibilität bietet. Allerdings sind sie auch stärker von den Schwankungen des Aktienmarktes abhängig.

Eine weitere Option ist die direkte Investition in Immobilien-Crowdfunding. Dabei beteiligst du dich online an konkreten Immobilienprojekten, oft schon mit kleinen Beträgen. Das kann spannend sein, birgt aber ein höheres Risiko, da du in ein einzelnes Projekt investierst. Die Projekte sind oft nicht so streng reguliert wie Fonds. Du solltest dich daher sehr genau über das jeweilige Projekt und den Anbieter informieren.

Wenn du breit diversifizieren möchtest, kannst du Immobilienfonds mit Aktien-ETFs kombinieren. ETFs auf Immobilienaktien oder REITs bieten dir eine kostengünstige Möglichkeit, in den Sektor zu investieren. Sie sind börsentäglich handelbar und haben keine Mindesthaltedauer. Allerdings sind sie nicht so stabil wie offene Immobilienfonds, da sie stärker an der Börse schwanken. Eine Mischung aus beiden kann sinnvoll sein.

Für Anleger, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, gibt es spezielle grüne Immobilienfonds. Diese investieren in Gebäude mit hohen Energieeffizienzstandards oder in Projekte, die soziale Ziele verfolgen. Diese Fonds können eine gute Ergänzung sein, wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist. Achte jedoch darauf, dass die Nachhaltigkeitskriterien klar definiert und überprüfbar sind, um Greenwashing zu vermeiden.

Letztlich hängt die Wahl der Anlageform von deinen persönlichen Zielen, deiner Risikobereitschaft und deinem Anlagehorizont ab. Immobilienfonds mit kleinen Beträgen sind eine solide Basis, um in Sachwerte zu investieren. Du kannst sie mit anderen Anlageklassen kombinieren, um ein ausgewogenes Portfolio zu erstellen. Lass dich nicht von kurzfristigen Trends leiten, sondern bleib deiner langfristigen Strategie treu.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du dein Geld für mehrere Jahre entbehren?
Möchtest du von Immobilien profitieren, ohne selbst zu kaufen?
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Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Offene Immobilienfonds sind unbefristet und du kannst Anteile grundsätzlich jederzeit kaufen oder zurückgeben, es gelten aber Fristen. Geschlossene Fonds sind auf ein konkretes Projekt begrenzt und du bist für die Laufzeit gebunden. Für kleine Beträge sind offene Fonds meist besser geeignet.

Die Mindestanlage variiert je nach Fonds und Vertriebsweg. Viele Fonds ermöglichen den Einstieg bereits mit einigen hundert Euro. Bei Sparplänen ist die monatliche Mindestrate oft noch niedriger. Es lohnt sich, die Konditionen der einzelnen Fonds zu vergleichen.

Nein, du musst eine Kündigungsfrist von 24 Monaten einhalten und deine Rückgabe zwölf Monate im Voraus ankündigen. Zudem gilt eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten. In Ausnahmefällen kann die Rücknahme auch vorübergehend ausgesetzt werden.

Keine Geldanlage ist völlig sicher. Immobilienfonds gelten als relativ stabil, aber die Preise können schwanken. Es gibt ein Verlustrisiko, zum Beispiel bei Leerstand oder sinkenden Immobilienpreisen. Die Streuung über viele Objekte reduziert das Risiko, schließt es aber nicht aus.

Erträge unterliegen der Abgeltungsteuer, aber es gibt eine Teilfreistellung von rund 60 Prozent bei offenen Immobilienfonds. Das bedeutet, nur rund 40 Prozent der Erträge sind steuerpflichtig. Der Sparerpauschbetrag kann deine Steuerlast weiter reduzieren.

Dein Geld ist als Sondervermögen getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft. Im Falle einer Insolvenz ist dein angelegtes Geld geschützt. Die Immobilien im Fonds gehören den Anlegern, nicht der Gesellschaft. Du behältst also deinen Anspruch auf die Vermögenswerte.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.