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FinanzbildungHandelszeiten9 Min.

Handelszeiten Wann sind die Börsen weltweit geöffnet?

Handelszeiten aller wichtigen Börsen im Überblick – Xetra, NYSE, Nasdaq & Co. Wann du als Student günstig handeln kannst. Jetzt informieren.

HandelszeitenRechnerWas Handelszeiten
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Handelszeiten definieren, wann Käufer und Verkäufer an einer Börse aktiv Aufträge ausführen können.
  • Außerhalb der Kernhandelszeiten sind Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) in der Regel größer – das kostet Rendite.
  • Für Studierende, die mit kleinen Beträgen starten, ist das Timing besonders relevant, um unnötige Kosten zu vermeiden.
  • Unterschied: Haupthandelszeit (hohe Liquidität) vs. Pre-Market/After-Hours (geringere Liquidität, höhere Volatilität).

Handelszeiten: Das Wichtigste auf einen Blick

Handelszeiten definieren, wann Käufer und Verkäufer an einer Börse aktiv Aufträge ausführen können.

Wer Aktien, ETFs oder andere Wertpapiere kaufen möchte, stößt schnell auf eine entscheidende Frage: Wann kann ich überhaupt handeln? Handelszeiten legen fest, in welchem Zeitfenster Aufträge an einer Börse tatsächlich ausgeführt werden – und wer dieses Wissen ignoriert, zahlt oft drauf.

Kurzantwort: Die wichtigsten deutschen und europäischen Börsen (Xetra, Euronext) sind werktags von 09:00 bis 17:30 Uhr MEZ geöffnet. Die US-Börsen NYSE und Nasdaq handeln von 15:30 bis 22:00 Uhr MEZ (im Sommerhalbjahr 15:30–21:00 Uhr MESZ). Außerhalb dieser Kernzeiten sind Spreads breiter, Liquidität geringer und Risiken für Einsteiger deutlich höher.

AUF EINEN BLICK

  • Außerhalb der Kernhandelszeiten sind Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) in der Regel größer – das kostet Rendite.
  • Für Sparer:innen, die mit kleinen Beträgen starten, ist das Timing besonders relevant, um unnötige Kosten zu vermeiden.
  • Unterschied: Haupthandelszeit (hohe Liquidität) vs. Pre-Market/After-Hours (geringere Liquidität, höhere Volatilität).

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Was Handelszeiten bedeuten – und warum sie für dich relevant sind

Xetra (Deutsche Börse Frankfurt): Hauptmarkt für deutsche und europäische Aktien

Handelszeiten definieren das Zeitfenster, in dem Käufer und Verkäufer an einer Börse aktiv Aufträge platzieren und ausführen können. Außerhalb dieser Zeiten nimmt die Börse keine Marktaufträge mehr entgegen oder wickelt sie erst zum nächsten Handelsbeginn ab. Klingt technisch, hat aber direkte Auswirkungen auf deinen Geldbeutel.

Das Stichwort ist der Spread: die Differenz zwischen dem Kaufkurs (Ask) und dem Verkaufskurs (Bid) eines Wertpapiers. Während des Haupthandels, wenn viele Marktteilnehmer aktiv sind, ist dieser Spread eng – oft nur wenige Cent. Kurz nach Börseneröffnung oder in ruhigen Abendstunden kann derselbe Spread auf ein Vielfaches ansteigen. Für Sparer:innen, die vielleicht mit 50 oder 100 Euro monatlich in ETFs einsteigen, ist ein unnötig breiter Spread eine versteckte Kostenquelle, die die Rendite direkt schmälert.

Es gibt zudem einen wichtigen Unterschied zwischen der Haupthandelszeit mit hoher Liquidität und dem sogenannten Pre-Market- bzw. After-Hours-Handel. Letzterer findet außerhalb der offiziellen Börsenzeiten statt und ist durch geringere Liquidität und höhere Volatilität gekennzeichnet. Für erfahrene Trader mag das taktische Möglichkeiten bieten – für Börseneinsteiger bedeutet es vor allem ein erhöhtes Risiko, zu schlechten Kursen ein- oder auszusteigen.

Wer regelmäßig spart und investiert, sollte außerdem wissen: Kapitalerträge – also Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne – unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Steuer). Den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich (für Ledige) solltest du per Freistellungsauftrag bei deinem Broker nutzen – das hat zwar nichts direkt mit Handelszeiten zu tun, ist aber ein typischer Anfängerfehler, der viel Geld kostet.

AUF EINEN BLICK

  • Börse Frankfurt (Parketthandel): Teils abweichende Zeiten, auch Anleihen und ETFs
  • Börse Stuttgart (EUWAX): Bekannt für Derivate und Fonds
  • Regionalbörsen (Hamburg, Hannover, München, Düsseldorf, Berlin): Oft verlängerte Handelszeiten gegenüber Xetra
  • Lang & Schwarz / Tradegate: Außerbörslicher Handel oft bis 23 Uhr

Handelszeiten der wichtigsten deutschen Börsen im Überblick

Euronext (Paris, Amsterdam, Brüssel

Xetra ist der elektronische Handelsplatz der Deutschen Börse AG in Frankfurt und der mit Abstand liquideste Marktplatz für deutsche und viele europäische Aktien. Der Xetra-Handel läuft werktags von 09:00 bis 17:30 Uhr MEZ. Wer einen ETF oder eine DAX-Aktie kauft, erhält hier in der Regel die engsten Spreads und die höchste Ausführungsqualität. Der offizielle DAX-Schlusskurs, der für Fonds und Indexberechnungen relevant ist, wird über die Schlussauktion gegen 17:30 Uhr ermittelt.

Die Börse Frankfurt (Parketthandel) ergänzt Xetra mit einem etwas erweiterten Zeitfenster: Hier kann von 08:00 bis 20:00 Uhr gehandelt werden – damit ist sie vor allem für Anleger interessant, die früh morgens oder abends noch Transaktionen durchführen möchten. Die Börse Frankfurt ist auch für Anleihen, Zertifikate und ETFs bekannt. Allerdings ist die Liquidität außerhalb der Xetra-Kernzeiten geringer, was sich im Spread niederschlagen kann.

Die Börse Stuttgart (EUWAX) ist Deutschlands führender Handelsplatz für Derivate, Zertifikate und Fonds und ebenfalls von 08:00 bis 22:00 Uhr geöffnet – damit deutlich länger als Xetra. Gerade abends bietet Stuttgart für Privatanleger eine relativ ordentliche Liquidität bei strukturierten Produkten. Die Regionalbörsen in Hamburg, Hannover, München (gettex), Düsseldorf und Berlin bieten teils ähnlich verlängerte Handelszeiten und sind oft über Online-Broker erreichbar, spielen jedoch für die meisten Privatanleger eine untergeordnete Rolle.

Ein Tipp speziell für Sparplananleger: Die meisten Broker führen ETF-Sparpläne nicht über Xetra aus, sondern über günstigere Partner-Handelsplätze wie Tradegate oder gettex. Tradegate ist ebenfalls von 08:00 bis 22:00 Uhr geöffnet und gilt als gute Alternative mit vergleichsweise fairen Spreads auch am Abend.

AUF EINEN BLICK

  • Tokio Stock Exchange (TSE): Handelt in JST
  • Überschneidungsfenster Europa–USA: Täglich gibt es eine Überschneidungsphase mit höchster globaler Liquidität
  • Zeitzonentabelle hilft Anlegern einzuschätzen, wann sie Trades ohne Schlafentzug platzieren können.

Handelszeiten internationaler Börsen – umgerechnet in deutsche Zeit

Opening Auction: Kursfindung am Morgen per Auktionsverfahren

Wer international investiert, sollte die Handelszeiten der wichtigsten Weltbörsen kennen – zumindest ungefähr. Besonders relevant sind die US-amerikanischen Märkte, da sie durch ihre schiere Marktkapitalisierung und die vielen global agierenden Konzerne täglich die weltweiten Kursbewegungen mitbestimmen.

Die New York Stock Exchange (NYSE) und die Nasdaq sind die größten Börsen der Welt und handeln täglich von 09:30 bis 16:00 Uhr Eastern Time (ET). In Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) entspricht das 15:30 bis 22:00 Uhr – im Sommerhalbjahr (MESZ) gilt wegen der Zeitumstellung in den USA eine leichte Verschiebung: dann 15:30 bis 21:00 Uhr MESZ. Es lohnt sich, dieses Zeitfenster zu kennen: Gerade ab 15:30 Uhr steigt oft die Volatilität an europäischen Börsen spürbar an, da amerikanische Institutionen ihre Orders platzieren.

Die London Stock Exchange (LSE) handelt von 08:00 bis 16:30 Uhr Ortszeit (GMT/BST), was in MEZ 09:00 bis 17:30 Uhr bedeutet – damit weitgehend synchron mit Xetra. Die Euronext (Paris, Amsterdam, Brüssel, Lissabon) öffnet ebenfalls um 09:00 Uhr MEZ und schließt um 17:30 Uhr MEZ, was eine nahezu vollständige Überschneidung mit Xetra ergibt und europäischen Anlegern reibungslosen Handel in beiden Systemen ermöglicht.

Etwas exotischer, aber für global diversifizierte ETF-Anleger relevant: Die Tokyo Stock Exchange (TSE) handelt in Japan Standard Time (JST), das ist UTC+9. Die Handelszeiten sind 09:00 bis 11:30 Uhr und 12:30 bis 15:30 Uhr JST – in MEZ entspricht das grob 01:00 bis 03:30 Uhr und 04:30 bis 07:30 Uhr. Tokio handelt also, wenn Europa schläft. Für ETF-Anleger mit Japan-Exposition bedeutet das: Kursbewegungen über Nacht können sich am nächsten Morgen im Fondspreis niederschlagen.

AUF EINEN BLICK

  • Kontinuierlicher Handel: Hauptphase, höchste Liquidität und engste Spreads.
  • Intraday-Auktionen: Mehrmals täglich zur Volatilitätsberuhigung.
  • Closing Auction: Abschlussauktion legt den offiziellen Schlusskurs fest – wichtig für Fondspreise.
  • Feiertage: An deutschen Feiertagen (z. B. Heiligabend, Silvester) gelten verkürzte oder keine Handelszeiten.

Xetra-Handelszeiten im Detail: Auktionen, Kernhandel und Schlusskurs

US-Börsen bieten Pre-Market (vor der offiziellen Öffnung) und After-Hours-Handel an

Der Xetra-Handelstag ist nicht einfach ein langes Zeitfenster, in dem beliebig gehandelt wird. Er ist in klar definierte Phasen aufgeteilt, die du als Anleger zumindest grob kennen solltest. Den Start macht die Opening Auction (Eröffnungsauktion) gegen 09:00 Uhr. In dieser Phase werden alle bis dahin eingegangenen Kauf- und Verkaufsaufträge gesammelt und ein einheitlicher Eröffnungskurs bestimmt, der den Markt möglichst fair räumt. Orderaufgaben sind bereits ab 07:30 Uhr möglich, Ausführungen finden aber erst mit dem Auktionsergebnis statt.

Anschließend beginnt der kontinuierliche Handel – die Hauptphase des Tages, in der fortlaufend Aufträge gematcht und Preise ermittelt werden. In dieser Phase sind die Spreads am engsten und die Liquidität am höchsten. Für die meisten Privatanleger und insbesondere Einsteiger ist dies das optimale Zeitfenster für Transaktionen. Institutional Trader, Market Maker und Algorithmen sind vollständig aktiv, was für stabile und faire Kursfindung sorgt.

Über den Tag verteilt gibt es Intraday-Auktionen, die mehrfach täglich stattfinden und kurzfristige Volatilitätsspitzen dämpfen sollen. Dieses Verfahren ist besonders bei Blue Chips und DAX-Werten relevant. Der Handelstag endet mit der Closing Auction gegen 17:30 Uhr, in der der offizielle Schlusskurs für jedes Wertpapier festgestellt wird. Dieser Schlusskurs hat erhebliche Bedeutung: Er bildet die Basis für die Preisberechnung vieler Investmentfonds, ETF-Indizes und Benchmarks. Wer also zu genau diesem Kurs kaufen oder verkaufen möchte, kann in der Schlussauktion eine entsprechende Order platzieren.

AUF EINEN BLICK

  • Risiken: Geringe Liquidität, weite Spreads, keine Market-Maker-Pflichten – für Einsteiger wenig empfehlenswert.
  • Relevanz: Quartalszahlen von US-Unternehmen werden oft außerhalb der Kernzeiten veröffentlicht – Kurslücken (Gaps) entstehen.
  • Deutscher außerbörslicher Handel (z. B. Tradegate): Alternative mit vergleichsweise ordentlicher Liquidität auch abends.

Pre-Market und After-Hours-Handel: Chancen und Risiken für Einsteiger

Kryptowährungen: 24/7-Handel, keine zentralen Öffnungszeiten – dafür regulatorisch anders gestellt (BaFin-Aufsicht je nach Produkt).

US-Börsen bieten ihren Nutzern die Möglichkeit, auch außerhalb der offiziellen Handelszeiten zu handeln. Der Pre-Market beginnt in der Regel bereits ab 04:00 Uhr ET (ca. 10:00 Uhr MEZ), der After-Hours-Handel läuft typischerweise bis 20:00 Uhr ET (ca. 02:00 Uhr MEZ). Viele bekannte Broker ermöglichen ihren Kunden Zugang zu diesen erweiterten Handelsphasen – doch das bedeutet nicht, dass man sie nutzen sollte.

Die Risiken sind erheblich: In diesen Phasen ist die Liquidität deutlich geringer, weil deutlich weniger Marktteilnehmer aktiv sind. Das hat direkte Folgen: Spreads können sich stark ausweiten, Kursausschläge bei kleinen Orders sind größer, und es gibt keine garantierten Market-Maker-Verpflichtungen, die für faire Kurse sorgen würden. Für Anleger, die mit kleinen Beträgen handeln, ist der Pre-Market oder After-Hours-Handel daher grundsätzlich wenig empfehlenswert.

Trotzdem ist es wichtig zu verstehen, warum diese Zeiten existieren und was dort passiert. US-Unternehmen veröffentlichen ihre Quartalsergebnisse typischerweise entweder vor der Börseneröffnung (Before Market Open, BMO) oder nach Handelsschluss (After Market Close, AMC). In der Folge können Kurse heftig springen – diese sogenannten Gaps (Kurslücken) sind beim nächsten regulären Handelsbeginn oft noch sichtbar. Wer also am Abend nach Quartalszahlen handeln möchte, setzt sich erhöhter Unsicherheit aus.

Eine praktische Alternative für deutsche Anleger ist der außerbörsliche Handel über Tradegate oder LS Exchange. Diese Plattformen sind bis 22:00 Uhr geöffnet und bieten auch abends vergleichsweise ordentliche Spreads – deutlich besser als im echten US-After-Hours-Markt. Wer abends noch schnell eine ETF-Position kaufen möchte, ist hier besser aufgehoben als auf einem US-Handelsplatz mit minimaler Liquidität.

AUF EINEN BLICK

  • ETF-Sparpläne: Brokerabhängige Ausführungszeitpunkte – oft börsentäglich zu festgelegten Kursen, nicht zwingend Xetra.
  • Fonds-NAV: Klassische Investmentfonds haben keinen kontinuierlichen Handel; Preis wird einmal täglich nach Handelsschluss ermittelt.
  • Für Sparer mit Sparplan: Ausführungszeitpunkt hat weniger Bedeutung als Regelmäßigkeit (Cost-Average-Effekt).

Krypto, ETFs und Sparpläne: Wo gelten andere Handelszeiten-Regeln?

Zu weite Spreads akzeptieren: Gerade bei günstigen Aktien oder ETFs fressen breite Spreads die Rendite.

Kryptowährungen fallen vollständig aus dem klassischen Börsenrahmen heraus: Bitcoin, Ethereum und Co. werden rund um die Uhr, sieben Tage die Woche gehandelt – es gibt keine zentralen Öffnungs- und Schließzeiten. Das klingt praktisch, bringt aber eigene Risiken mit sich: Starke Kursbewegungen können zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten, und es gibt keine institutionellen Schutzmechanismen wie Intraday-Auktionen. Regulatorisch gilt: Krypto-Handelsplattformen unterliegen je nach Produkt der BaFin-Aufsicht, unterscheiden sich aber grundlegend von klassischen Wertpapierbörsen.

Bei ETF-Sparplänen ist das Thema Handelszeiten weniger kritisch, als viele denken. Broker führen Sparpläne typischerweise einmal monatlich zu einem festgelegten Zeitpunkt aus – oft morgens kurz nach Börseneröffnung oder zu einem vertraglich vereinbarten Referenzkurs. Entscheidend ist hier weniger der exakte Ausführungszeitpunkt als die Regelmäßigkeit der Einzahlungen. Der sogenannte Cost-Average-Effekt sorgt dafür, dass du bei regelmäßigem Sparen automatisch mal zu höheren, mal zu niedrigeren Kursen kaufst – und damit das Timing-Risiko langfristig ausgleichst.

Anders sieht es bei klassischen Investmentfonds aus. Diese haben keinen kontinuierlichen Börsenhandel: Der Preis (Net Asset Value, NAV) wird einmal täglich nach Handelsschluss vom Fondsmanager berechnet. Kaufaufträge, die bis zu einem bestimmten Cut-off-Zeitpunkt eingehen (z. B. 13:00 Uhr), werden zum NAV des aktuellen Tages ausgeführt – spätere Orders zum NAV des nächsten Handelstages. Auch hier ist die Handelszeit also relevant, wenn auch anders als bei Aktien oder ETFs.

Für alle, die einen monatlichen Sparplan nutzen, lautet die wichtigste Botschaft: Nicht der Ausführungszeitpunkt auf die Minute genau entscheidet über deinen langfristigen Anlageerfolg, sondern die Tatsache, dass du überhaupt regelmäßig und diszipliniert sparst. Wer den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (ledig) vollständig ausschöpft, zahlt auf Kapitalerträge bis zu dieser Grenze keine Abgeltungsteuer – ein einfacher, aber wirksamer Steuervorteil.

AUF EINEN BLICK

  • Limit-Order vergessen: Market-Orders außerhalb der Kernhandelszeit können zu unerwünschten Kursen ausgeführt werden.
  • Fehlende Liquidität unterschätzen: Bei kleinen Nebenwerten kann außerhalb der Kernzeit kein Gegenkäufer vorhanden sein.
  • Feiertage nicht im Blick: US-Feiertage (z. B. Thanksgiving) führen zu geschlossenen US-Märkten – EU-Märkte handeln trotzdem.
  • Gut zu wissen: Ordertypen (Limit, Stop-Loss, Stop-Limit) helfen, Handelszeiten-Risiken zu begrenzen.

Typische Fehler beim Handeln außerhalb der Kernzeiten

Bevor du mit dem Investieren beginnst, lohnt sich ein Blick auf deine gesamte Finanzsituation: Einnahmen, Ausgaben, Notgroschen.

Der häufigste Anfängerfehler ist das Akzeptieren zu weiter Spreads. Besonders bei günstigen Aktien oder ETFs mit kleinem Handelsvolumen kann ein breiter Spread einen erheblichen Teil der Rendite auffressen. Wer zum Beispiel einen ETF für 50 Euro kauft und dabei einen Spread von 0,5 Prozent zahlt, hat direkt beim Kauf 25 Cent verloren – das klingt wenig, summiert sich aber bei regelmäßigen Käufen. Abhilfe: Nur während der Xetra-Kernzeit handeln, wo Spreads strukturell enger sind.

Ein weiterer klassischer Fehler ist das Vergessen der Limit-Order. Wer eine Market-Order (Kauf zum nächstbesten Kurs) außerhalb der Kernhandelszeit platziert, gibt dem System quasi die Erlaubnis, zu einem Kurs auszuführen, den man nicht vollständig kontrolliert. Eine Limit-Order legt dagegen den maximalen Kaufkurs (bzw. minimalen Verkaufskurs) fest und verhindert unerwünschte Ausführungen zu Mondpreisen. Diese Disziplin zahlt sich gerade bei weniger liquiden Wertpapieren aus.

Fehlende Liquidität bei Nebenwerten ist ein weiterer Fallstrick. Während DAX-Werte auch abends oder früh morgens meist handelbar sind, kann es bei kleinen Unternehmen – sogenannten Micro- oder Small-Caps – außerhalb der Kernzeit schlicht keinen Gegenkäufer geben. Das bedeutet: Deine Order liegt im Orderbuch und wird nicht ausgeführt, oder sie wird zu einem für dich ungünstigen Kurs zugeteilt. Gerade für Einsteiger ist es ratsam, sich zunächst auf liquide, breit gehandelte ETFs oder Blue-Chip-Aktien zu konzentrieren.

Nicht zu vergessen: Börsenfeiertage. In den USA gibt es eine Reihe von Handelspausen, die in Europa oft nicht präsent sind – Thanksgiving, Independence Day oder Presidents' Day führen dazu, dass NYSE und Nasdaq geschlossen bleiben, während europäische Börsen normal handeln. Das kann Auswirkungen auf die Volatilität und Liquidität in Europe haben, da ein wichtiger Impulsgeber fehlt. Ein Blick in den offiziellen Börsenkalender vor größeren Transaktionen lohnt sich daher immer.

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Finanzcheck: Bevor du mit dem Investieren beginnst

Handelszeiten sind ein wichtiger Baustein deines Börsenwissens – aber nur einer von vielen. Bevor du den ersten Kauf tätigst, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf deine gesamte Finanzsituation: Wie viel kommt monatlich rein, was geht raus, gibt es einen Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben? Wer ohne finanziellen Puffer investiert, riskiert, Positionen zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen zu müssen – das ist das eigentliche Timing-Problem, das viele Einsteiger unterschätzen.

Darüber hinaus solltest du grundlegende Steuerfragen klären: Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich für Ledige schützt deine Kapitalerträge bis zu dieser Grenze vor der 25-prozentigen Abgeltungsteuer – nutze ihn aktiv über einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker. Und wer nebenbei als Minijobber arbeitet, sollte wissen, dass die monatliche Minijob-Grenze aktuell bei 603 Euro liegt. Finanzplanung und Investieren gehören zusammen.

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Häufige Fragen

Die Börse Frankfurt (Xetra) öffnet an Handelstagen um 9:00 Uhr und schließt um 17:30 Uhr deutscher Zeit. Diese Zeiten gelten für den elektronischen Handel auf Xetra, während der Parketthandel in Frankfurt leicht abweichende Zeiten haben kann.

Die New York Stock Exchange (NYSE) öffnet um 15:30 Uhr deutscher Zeit, wenn in den USA die Sommerzeit gilt. Während der US-amerikanischen Winterzeit beginnt der Handel bereits um 14:30 Uhr deutscher Zeit.

Du kannst grundsätzlich auch außerhalb der regulären Handelszeiten über außerbörsliche Handelsplattformen handeln, die oft bis spät in den Abend geöffnet haben. Der Handel an den klassischen Börsen wie Xetra ist jedoch auf die offiziellen Handelszeiten beschränkt.

An Feiertagen, an denen die Börse geschlossen ist, wird dein ETF-Sparplan in der Regel am nächsten Handelstag ausgeführt. Die genaue Behandlung hängt von deinem Broker ab, aber üblich ist eine automatische Verschiebung auf den folgenden Börsentag.

Xetra ist das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse, über das der Großteil des Aktien- und ETF-Handels in Frankfurt läuft. Die Börse Frankfurt umfasst zusätzlich den Parketthandel, bei dem Händler physisch vor Ort sind, sowie weitere Handelssegmente.

Die Handelszeit beeinflusst deinen Kaufkurs, weil die Liquidität und die Anzahl der Marktteilnehmer je nach Tageszeit variieren. In der Regel sind die Spreads zu Handelsbeginn und kurz vor Handelsschluss etwas weiter, während sie zur Mitte des Vormittags oft enger sind.

Bei einem Robo-Advisor oder einem ETF-Sparplan sind die Handelszeiten weniger relevant, da diese Anlagen meist automatisch zu festgelegten Zeitpunkten ausgeführt werden. Du musst dich nicht aktiv um den besten Zeitpunkt kümmern, da die Ausführung standardisiert über die Börse erfolgt.

Pre-Market bezeichnet den außerbörslichen Handel vor der offiziellen Börsenöffnung, der in den USA üblich ist und in Deutschland nur eingeschränkt angeboten wird. Als Anfänger solltest du davon absehen, da die Liquidität gering und die Kursschwankungen oft höher sind, was zu ungünstigen Ausführungskursen führen kann.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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