Ordertypen an der Börse Der komplette Überblick für Einsteiger
Ordertypen einfach erklärt: Market Order, Limit, Stop-Loss & Co., die mit kleinem Budget clever an der Börse handeln. Mit Beispielen.
- Ein Ordertyp legt fest, WIE und ZU WELCHEM Preis eine Kauf- oder Verkaufsorder ausgeführt wird
- Der richtige Ordertyp schützt vor überraschend schlechten Ausführungskursen – besonders bei kleinem Budget relevant
- Grundunterscheidung: sofortige Ausführung (Market) vs. preislich abgesicherte Ausführung (Limit/Stop
- Ausführung hängt immer von der Liquidität und den Handelszeiten des jeweiligen Handelsplatzes ab
Ordertypen einfach erklärt: So bestimmst du, wie deine Börsenorder ausgeführt wird
Ein Ordertyp legt fest, WIE und ZU WELCHEM Preis eine Kauf- oder Verkaufsorder ausgeführt wird
Wer zum ersten Mal Aktien oder ETFs kaufen möchte, trifft im Broker-Interface schnell auf eine Auswahl, die verwirrt: Market Order, Limit Order, Stop-Loss, Trailing Stop – was davon brauche ich eigentlich? Die gute Nachricht: Du musst nicht alle Ordertypen kennen, um erfolgreich anzulegen. Aber die wichtigsten zu verstehen, kann dich vor teuren Überraschungen bewahren.
AUF EINEN BLICK
- Der richtige Ordertyp schützt vor überraschend schlechten Ausführungskursen – besonders bei kleinem Budget relevant
- Grundunterscheidung: sofortige Ausführung (Market) vs. preislich abgesicherte Ausführung (Limit/Stop
- Ausführung hängt immer von der Liquidität und den Handelszeiten des jeweiligen Handelsplatzes ab
Rechner: Sparplan & Zinseszins
Zieh die Regler – sieh, wie aus kleinen Raten Vermögen wird.
🧮 Sparplan-Rechner
Modellrechnung, konstante Rendite, vor Steuern & Kosten – keine Anlageberatung.
Was ist ein Ordertyp – und warum ist er für dein Depot wichtig?
Ausführung zum nächstbesten verfügbaren Marktpreis, ohne Preisvorgabe
Wenn du an der Börse ein Wertpapier kaufen oder verkaufen möchtest, schickst du deinem Broker eine sogenannte Order. Diese Order enthält nicht nur die Information, welches Wertpapier du in welcher Stückzahl handeln willst – sie enthält auch die Bedingungen, unter denen dieser Handel stattfinden soll. Genau hier kommen die Ordertypen ins Spiel: Sie definieren, wie und zu welchem Preis deine Order ausgeführt wird.
Der richtige Ordertyp kann besonders mit kleinem Budget einen spürbaren Unterschied machen. Wer eine Order ohne Preisvorgabe aufgibt, riskiert sogenannte Slippage – also eine Ausführung zu einem deutlich schlechteren Kurs als erwartet. Bei einem Investment von wenigen hundert Euro kann das prozentual erheblich ins Gewicht fallen. Gleichzeitig schützen bestimmte Ordertypen davor, in Panik zu verkaufen oder zu teuer einzukaufen.
Die grundlegende Unterscheidung ist simpel: Entweder du willst eine sofortige Ausführung, egal zu welchem Preis (Market Order), oder du sicherst dir eine Preisgrenze ab (Limit Order und deren Varianten). Darüber hinaus gibt es Ordertypen, die erst bei Erreichen eines bestimmten Kursniveaus ausgelöst werden – das sind die sogenannten Stop-Orders. Welchen Typ du wählst, hängt von deiner Strategie, dem gehandelten Wertpapier und deinem Zeithorizont ab.
Wichtig zu wissen: Die Ausführung jeder Order hängt immer von der Liquidität des jeweiligen Handelsplatzes und den aktuellen Handelszeiten ab. Ein Wertpapier, das kaum gehandelt wird (geringe Liquidität), kann selbst mit einer Limit Order schwer zu einem fairen Preis gehandelt werden. Außerhalb der Kernhandelszeiten – also etwa in der Nachbörse oder vor der Eröffnung – können die Spreads zwischen Kauf- und Verkaufspreis erheblich größer sein.
AUF EINEN BLICK
- Vorteil: schnelle Ausführung; Nachteil: kein Schutz vor Kurssprüngen (Slippage
- Bei markteng gehandelten Titeln oder außerhalb aktiver Handelszeiten kann der Preis stark abweichen
- Für Sparer:innen: bei ETF-Sparplänen meist irrelevant, da diese automatisiert ausgeführt werden
Market Order: Schnell handeln, aber ohne Preisgarantie
Kauf-Limit: du zahlst höchstens den festgelegten Preis; Verkaufs-Limit: du erhältst mindestens den festgelegten Preis
Die Market Order ist der einfachste aller Ordertypen: Du gibst deinem Broker den Auftrag, ein Wertpapier sofort zum nächstbesten verfügbaren Marktpreis zu kaufen oder zu verkaufen. Es gibt keine Preisvorgabe – die Ausführung erfolgt zu dem Kurs, der im Moment der Orderverarbeitung gerade am Markt vorliegt. Das klingt bequem, hat aber einen entscheidenden Haken.
Der Vorteil der Market Order liegt in ihrer Geschwindigkeit und hohen Ausführungswahrscheinlichkeit. Solange ein Handelspartner vorhanden ist, wird die Order in der Regel sofort ausgeführt. Der Nachteil: Du hast keinen Schutz vor Kurssprüngen. Bei illiquiden Titeln oder in turbulenten Marktphasen kann der tatsächliche Ausführungskurs deutlich vom zuletzt angezeigten Kurs abweichen – diese Differenz nennt sich Slippage. Wer zum Beispiel eine Market Order auf eine Aktie mit geringem Handelsvolumen aufgibt, kann am Ende deutlich mehr zahlen als gedacht.
Besonders riskant wird die Market Order außerhalb aktiver Handelszeiten. Wenn du abends oder am Wochenende eine Order aufgibst, die erst zur Eröffnung des nächsten Handelstags ausgeführt wird, können Nachrichten über Nacht den Kurs stark bewegt haben – in beide Richtungen. Für Anleger:innen, die vor allem in ETF-Sparpläne investieren, ist dieser Ordertyp in der Praxis allerdings häufig irrelevant: Sparpläne werden vom Broker zu festgelegten Zeitpunkten automatisch ausgeführt, ohne dass du einen Ordertyp manuell auswählen musst.
AUF EINEN BLICK
- Ausführung nur, wenn der Markt dein Limit erreicht – sonst bleibt die Order offen
- Ideal bei volatilen Aktien oder wenn man einen Wunschpreis abwarten möchte
- Gültigkeitsdauer beachten: tagesgültig, GTC (bis auf Widerruf) oder bis zu einem Datum
Limit Order: Du bestimmst den Preis – nicht der Markt
Stop-Loss: Order wird ausgelöst, sobald der Kurs eine gesetzte Marke unterschreitet – Verlustbegrenzung
Mit einer Limit Order legst du selbst fest, zu welchem Höchstpreis (beim Kauf) oder Mindestpreis (beim Verkauf) deine Order ausgeführt werden darf. Eine Kauf-Limit-Order wird also nur ausgeführt, wenn der Marktpreis auf dein Limit oder darunter fällt. Eine Verkaufs-Limit-Order wird nur ausgeführt, wenn der Marktpreis dein Limit erreicht oder übersteigt. Du zahlst also niemals mehr als festgelegt – und erhältst niemals weniger als gewünscht.
Der entscheidende Unterschied zur Market Order: Die Ausführung ist nicht garantiert. Wenn der Marktpreis dein Limit nie erreicht, bleibt die Order offen und wird irgendwann – abhängig von der eingestellten Gültigkeitsdauer – storniert. Das ist kein Fehler, sondern das Wesen der Limit Order: Sie schützt dich davor, zu einem unerwünschten Kurs zu handeln. Besonders bei volatilen Einzelaktien oder wenn du einen bestimmten Wunscheinstiegskurs anstrebst, ist die Limit Order daher die bessere Wahl gegenüber der Market Order.
Ein häufig übersehener Aspekt ist die Gültigkeitsdauer. Du kannst festlegen, ob deine Limit Order nur für den heutigen Handelstag gilt (tagesgültig), bis du sie manuell stornierst (GTC – Good till Cancelled) oder bis zu einem bestimmten Datum. Wählst du GTC, solltest du deine offenen Orders regelmäßig überprüfen – ein Limit, das du vor Wochen gesetzt hast, könnte zu einem Zeitpunkt ausgeführt werden, an dem deine Einschätzung längst eine andere ist. Gerade für Einsteiger ist die bewusste Wahl der Gültigkeitsdauer ein oft unterschätzter Teil der Orderstrategie.
Für Sparer:innen mit kleinem Budget ist die Limit Order bei Einzelkäufen fast immer die empfehlenswertere Wahl. Sie verhindert, dass du in einem kurzen Moment der Unaufmerksamkeit zu einem ungünstig abgewichenen Kurs kaufst oder verkaufst. Der kleine Preis dafür: Die Order wird vielleicht nicht sofort oder gar nicht ausgeführt – aber das ist kalkulierbar.
AUF EINEN BLICK
- Wichtig: Ein ausgelöster Stop-Loss wird als Market Order ausgeführt und garantiert KEINEN exakten Ausführungskurs
- Stop-Buy: Kauf wird erst bei Überschreiten einer Marke ausgelöst (z. B. bei Ausbruchsstrategien
- Stop-Limit kombiniert beides: Auslösemarke + Preisgrenze, verhindert Ausführung zu unerwünschten Kursen
Stop-Loss & Stop-Buy: Automatische Auslöser für mehr Kontrolle
Der Stop-Kurs zieht automatisch mit steigendem Kurs nach, fällt aber nicht zurück
Stop-Orders gehören zu den mächtigsten, aber auch am häufigsten missverstandenen Instrumenten im Börsenalltag. Eine Stop-Loss-Order löst einen Verkauf aus, sobald der Kurs eines Wertpapiers eine von dir festgelegte Marke unterschreitet. Ziel ist die Verlustbegrenzung: Fällt eine Aktie unter deinen Stop-Kurs, wird automatisch verkauft, ohne dass du die Kursentwicklung ständig beobachten musst. Das klingt nach einer komfortablen Absicherung – und das ist es grundsätzlich auch.
Allerdings gibt es einen entscheidenden technischen Punkt, den viele Einsteiger übersehen: Ein ausgelöster Stop-Loss wird in der Regel als Market Order ausgeführt. Das bedeutet, sobald dein Stop-Kurs unterschritten wird, kauft oder verkauft der Broker zum nächstbesten verfügbaren Preis – und der kann in einem schnell fallenden Markt deutlich schlechter sein als deine Stop-Marke. Eine Garantie auf den exakten Ausführungskurs gibt es nicht. Bei einem Kursrutsch in einer Marktpanik kann die tatsächliche Ausführung sogar weit unter dem gesetzten Stop liegen.
Die Stop-Buy-Order funktioniert umgekehrt: Hier wird ein Kauf erst dann ausgelöst, wenn der Kurs eine bestimmte Marke nach oben überschreitet. Das klingt zunächst kontraintuitiv – warum kaufen, wenn es teurer wird? Tatsächlich nutzen viele Anleger diesen Ordertyp bei sogenannten Ausbruchsstrategien: Wenn eine Aktie über eine wichtige Widerstandszone steigt, wird das als Signal für weiter steigende Kurse gewertet, und die Stop-Buy-Order ermöglicht einen automatischen Einstieg in genau diesem Moment.
Eine Weiterentwicklung ist die Stop-Limit-Order: Hier kombinierst du eine Stop-Marke (den Auslöser) mit einem Limit (der Preisgrenze für die Ausführung). Statt einer Market Order wird nach dem Auslösen also eine Limit Order aktiv. Das verhindert eine Ausführung zu extrem schlechten Kursen – auf der anderen Seite riskierst du, dass die Order gar nicht ausgeführt wird, weil der Kurs in einem Crash so schnell fällt, dass das Limit nie erreicht wird.
AUF EINEN BLICK
- Sichert Gewinne, ohne dass man den Stop manuell anpassen muss
- Definierbar als fester Abstand oder prozentualer Abstand zum Höchstkurs
- Nicht jeder Broker bietet Trailing Stops für alle Handelsplätze an
Trailing Stop: Gewinne sichern, ohne ständig nachzujustieren
Gültigkeitsdauer: 'tagesgültig', 'GTC' (Good-till-cancelled) oder Datumsgrenze
Der Trailing Stop ist eine besonders clevere Variante des Stop-Loss, die vor allem für längerfristig orientierte Anleger interessant ist. Die Grundidee: Der Stop-Kurs zieht automatisch mit, wenn der Kurs deines Wertpapiers steigt – fällt der Kurs jedoch, bleibt der Stop-Kurs auf seinem zuletzt erreichten Höchstniveau stehen. So sicherst du erzielte Gewinne, ohne den Stop-Kurs manuell anpassen zu müssen.
Du kannst den Trailing Stop entweder als festen Betrag (zum Beispiel 2 Euro unter dem Höchstkurs) oder als prozentualen Abstand (zum Beispiel 10 % unter dem jeweiligen Höchstkurs) definieren. Steigt eine Aktie von 50 auf 70 Euro und du hast einen Trailing Stop von 10 % gesetzt, liegt dein Stop-Kurs bei 63 Euro. Fällt die Aktie nun von 70 auf 63 Euro, wird verkauft – du hast einen Teil des Gewinns gesichert, auch wenn du den Höhepunkt verpasst hast.
Ein wichtiger Vorbehalt: Nicht jeder Broker bietet Trailing Stops für alle Handelsplätze und Wertpapierklassen an. Bevor du diese Strategie nutzen möchtest, solltest du prüfen, ob dein Broker sie unterstützt und wie genau die Auslösemechanismen funktionieren. Außerdem gilt auch hier: Der Trailing Stop wird nach dem Auslösen in der Regel als Market Order ausgeführt, sodass der tatsächliche Verkaufspreis vom Stop-Kurs abweichen kann.
AUF EINEN BLICK
- OCO (One-Cancels-Other): zwei Orders gekoppelt, eine storniert die andere bei Ausführung
- Fill-or-Kill / Immediate-or-Cancel: für Teil- oder Sofortausführung
- Verfügbarkeit variiert je nach Broker und Handelsplatz – vorab prüfen
Weitere Order-Zusätze: GTC, OCO und Fill-or-Kill verstehen
Bei langfristigem ETF-Sparen sind Ordertypen zweitrangig – Sparpläne laufen automatisch
Neben den eigentlichen Ordertypen gibt es eine Reihe von Zusatzoptionen, die festlegen, wie lange eine Order gültig ist oder wie sie im Zusammenspiel mit anderen Orders reagiert. Die wichtigste Einstellung ist die Gültigkeitsdauer. Eine tagesgültige Order verfällt automatisch am Ende des jeweiligen Handelstags, wenn sie nicht ausgeführt wurde. Eine GTC-Order (Good till Cancelled) bleibt so lange aktiv, bis du sie selbst stornierst oder der Broker ein maximales Enddatum setzt – das variiert je nach Anbieter. Einige Broker erlauben auch die Eingabe eines konkreten Ablaufdatums.
Eine besonders nützliche, aber weniger bekannte Kombination ist die OCO-Order (One-Cancels-Other). Dabei legst du zwei Orders gleichzeitig an – zum Beispiel eine Limit-Verkaufsorder bei einem Kursziel nach oben und eine Stop-Loss-Order bei einer Verlustgrenze nach unten. Sobald eine der beiden Orders ausgeführt wird, storniert das System die andere automatisch. Diese Kombination ist ideal, wenn du nicht ständig die Kurse beobachten kannst und sowohl ein Gewinnziel als auch eine Verlustgrenze absichern möchtest.
Deutlich seltener im Einsatz, aber der Vollständigkeit halber relevant: Fill-or-Kill (FOK) und Immediate-or-Cancel (IOC). Bei Fill-or-Kill muss die gesamte Order sofort und vollständig ausgeführt werden – sonst wird sie komplett storniert. Bei Immediate-or-Cancel wird sofort ausgeführt, was möglich ist; der Rest der Order verfällt. Diese Ordertypen sind vor allem für professionelle Händler relevant, die große Positionen handeln und Teilausführungen vermeiden wollen. Für Einsteiger spielen sie im Alltag kaum eine Rolle. Grundsätzlich gilt: Die Verfügbarkeit all dieser Zusatzoptionen variiert stark je nach Broker und Handelsplatz – es lohnt sich, die eigene Plattform vorab genau zu erkunden.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Bei langfristigem ETF-Sparen sind Ordertypen zweitrangig – Sparpläne laufen automatisch | , |
| Bei Einzelkäufen: Limit Order schützt vor unerwartet hohen Kaufkursen | , |
| Stop-Loss kann sinnvoll sein | ersetzt aber keine durchdachte Anlagestrategie |
| Ordergebühren und Mindestordervolumen beachten | sie fressen bei kleinen Beträgen prozentual mehr auf |
Welcher Ordertyp passt zu Sparern mit kleinem Budget?
Market Order außerhalb der Haupthandelszeiten führt oft zu schlechten Kursen
Für die meisten Anleger:innen, die langfristig mit einem ETF-Sparplan investieren, ist die Wahl des Ordertyps zunächst zweitrangig. Sparpläne werden vom Broker automatisiert und zu festgelegten Ausführungsterminen abgewickelt – du musst dich um nichts kümmern. Hier liegt einer der großen Vorteile dieser Anlageform: Kein manuelles Handeln, kein Nachdenken über Ordertypen, keine Gefahr, emotional falsche Entscheidungen zu treffen.
Sobald du aber anfängst, Einzelkäufe zu tätigen – sei es eine bestimmte Aktie, ein Themen-ETF oder ein anderes Wertpapier – wird die bewusste Wahl des Ordertyps wichtig. Hier ist die Limit Order für Einsteiger klar zu bevorzugen: Sie schützt dich vor unerwartet hohen Kaufkursen und gibt dir die Kontrolle über deinen Einstiegspreis. Ein Stop-Loss kann sinnvoll sein, um Verluste zu begrenzen – ersetzt aber keine durchdachte Anlagestrategie. Wer gut diversifiziert in breite ETFs investiert, braucht einen Stop-Loss ohnehin seltener als jemand, der auf Einzeltitel setzt.
Beachte außerdem die Ordergebühren und Mindestordervolumina deines Brokers. Bei kleinen Investitionssummen können fixe Ordergebühren prozentual stark ins Gewicht fallen. Einige Neobroker bieten zwar kostenlose oder sehr günstige Orders an, haben dafür aber möglicherweise weniger Handelsplätze oder Ordertypen zur Auswahl. Wähle einen Broker, dessen Kostenstruktur zu deiner geplanten Handelshäufigkeit und deinen Investitionssummen passt. Kapitalerträge aus deinen Investitionen sind übrigens bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (Ledige) bzw. 2.000 Euro (Verheiratete) steuerfrei – darüber hinaus gilt die Abgeltungsteuer von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag.
AUF EINEN BLICK
- Stop-Loss zu eng gesetzt → wird bei normalen Schwankungen ausgelöst
- Limit unrealistisch gesetzt → Order wird nie ausgeführt
- Falschen Handelsplatz gewählt → höhere Spreads und Gebühren
Häufige Fehler bei der Orderaufgabe – und wie du sie vermeidest
Bevor du einzelne Aktien handelst: langfristigen Sparplan als Basis prüfen
Einer der häufigsten Anfängerfehler ist die Nutzung einer Market Order außerhalb der Haupthandelszeiten. Wer abends um 22 Uhr eine Market Order auf eine wenig liquide Aktie aufgibt, die erst zur Börseneröffnung am nächsten Morgen ausgeführt wird, riskiert eine deutliche Abweichung vom zuletzt angezeigten Kurs – Nachrichten über Nacht können dazwischen liegen. Die Lösung ist einfach: Außerhalb der Handelszeiten lieber eine Limit Order mit realistischer Preisvorgabe verwenden oder abwarten, bis der Markt wieder offen ist.
Ein weiterer klassischer Fehler ist der zu eng gesetzte Stop-Loss. Aktien schwanken selbst in ruhigen Marktphasen täglich um einige Prozent – ein Stop-Loss, der nur wenige Prozentpunkte unter dem Einstiegskurs liegt, wird oft durch normale Kursschwankungen ausgelöst, bevor sich ein echter Abwärtstrend entwickelt. Du verkaufst dann mit Verlust, obwohl die Aktie kurz danach wieder steigt. Als Faustregel gilt: Der Stop-Loss sollte einen sinnvollen technischen oder fundamentalen Bezug haben, nicht nur einen psychologischen Wunschabstand.
Ebenfalls ein verbreitetes Problem: das unrealistisch gesetzte Limit. Wer eine Kauf-Limit-Order 20 % unter dem aktuellen Marktpreis platziert, in der Hoffnung, einen extremen Rücksetzer zu erwischen, wird meist lange warten – und oft nie ausgeführt. Oder aber, die Order ist so alt und vergessen, dass sie in einem tatsächlichen Kurseinbruch ausgeführt wird, wenn die Situation ganz anders ist als ursprünglich gedacht. Regelmäßiges Überprüfen offener Orders ist daher unverzichtbar.
Schließlich: der falsch gewählte Handelsplatz. Viele Broker bieten dasselbe Wertpapier an mehreren Börsen oder außerbörslichen Handelsplätzen an. Die Spreads – also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis – können je nach Platz erheblich variieren. Wer automatisch den vorausgewählten Handelsplatz übernimmt, zahlt möglicherweise mehr, als nötig wäre. Ein kurzer Vergleich lohnt sich, vor allem bei größeren Investitionsbeträgen.
AUF EINEN BLICK
- Mit dem StudySmarter Vermögensaufbau-Rechner siehst du, was regelmäßiges Sparen langfristig bewirken kann
- Kleine Beträge + langer Anlagehorizont sind der größte Vorteil junger Anleger:innen
- Investieren nur mit Geld, das du mittelfristig nicht brauchst – Notgroschen vorher aufbauen
Ordertypen verstehen ist gut – langfristig planen ist besser
Ordertypen sind ein wichtiges Handwerkszeug für jeden, der aktiv an der Börse handelt. Doch bevor du dich mit Stop-Limits und Trailing Stops beschäftigst, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme: Hast du einen Notgroschen aufgebaut? Investierst du nur Geld, das du mittelfristig nicht brauchst? Und hast du die Grundlage – einen regelmäßigen Sparplan in einen breiten ETF – bereits gelegt?
Der größte Vorteil junger Anleger:innen ist nicht Markttiming oder die perfekte Orderstrategie. Es ist der Faktor Zeit. Selbst kleine, regelmäßige Beträge können durch den Zinseszinseffekt über viele Jahre erheblich wachsen – unabhängig davon, ob du dabei eine Market Order oder eine Limit Order nutzt. Wenn du wissen möchtest, was dein persönlicher Sparplan langfristig bewirken könnte, schau dir den StudySmarter Vermögensaufbau-Rechner an.
🧮 Rechne deinen Fall durch
Ermittle deine konkreten Zahlen mit dem passenden Rechner.
Kostenlos starten →Der 5-Minuten-Finanzkurs
Eine Mail pro Woche: Versicherung, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.
Mit dem Anmelden stimmst du der Datenschutzerklärung zu. Jederzeit abbestellbar.
Häufige Fragen
Eine Market Order wird unmittelbar zum aktuell besten verfügbaren Preis ausgeführt, während eine Limit Order nur zu einem von dir festgelegten Preis oder besser ausgeführt wird. Bei einer Market Order riskierst du also einen ungünstigeren Ausführungspreis, wenn sich der Kurs schnell bewegt, während eine Limit Order sicherstellt, dass du nicht mehr oder weniger als deinen Wunschpreis zahlst.
Für Anfänger ist die Limit Order in der Regel am besten geeignet, da sie dir volle Kontrolle über den maximalen Kaufpreis oder den minimalen Verkaufspreis gibt. So vermeidest du unangenehme Überraschungen durch plötzliche Kursbewegungen, die bei einer Market Order zu einem deutlich schlechteren Preis führen können.
Nein, ein Stop-Loss garantiert keinen bestimmten Verkaufspreis, sondern löst lediglich eine Market Order aus, sobald der Kurs ein bestimmtes Niveau erreicht. In sehr volatilen Märkten oder bei Kurslücken kann der tatsächliche Ausführungspreis deutlich unter deinem Stop-Loss liegen, was als Slippage bezeichnet wird.
Tagesgültig bedeutet, dass deine Order nur bis zum Ende des aktuellen Handelstages gültig ist und danach automatisch verfällt, falls sie nicht ausgeführt wurde. GTC (Good til cancelled) bedeutet, dass die Order so lange gültig bleibt, bis sie ausgeführt oder von dir manuell storniert wird, wobei viele Broker eine maximale Gültigkeitsdauer von einigen Monaten festlegen.
Grundsätzlich berechnen die meisten Broker keine unterschiedlichen Gebühren für verschiedene Ordertypen, sondern erheben eine einheitliche Orderprovision. Es kann jedoch sein, dass einige Broker für sehr komplexe Ordertypen wie Trailing Stops oder OCO-Orders (One Cancels Other) einen Aufpreis verlangen, daher solltest du das Preisverzeichnis deines Brokers prüfen.
Ein Trailing Stop ist ein dynamischer Stop-Loss, der sich automatisch nach oben mitzieht, wenn der Kurs steigt, aber bei fallenden Kursen auf dem erreichten Niveau bleibt. Er lohnt sich besonders in langfristigen Aufwärtstrends, da du so Gewinne sicherst, ohne ständig manuell nachjustieren zu müssen, und gleichzeitig von weiteren Kurssteigerungen profitierst.
Es gibt keine feste Anzahl an Ordertypen, da sie sich je nach Börse und Broker unterscheiden, aber die gängigsten sind Market Order, Limit Order, Stop-Loss, Stop-Limit und Trailing Stop. Zusätzlich gibt es spezielle Varianten wie Fill-or-Kill, Immediate-or-Cancel oder Iceberg-Orders, die vor allem für institutionelle Anleger relevant sind, während Privatanleger meist mit den fünf Basisordertypen auskommen.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
Mehr aus Investieren
- ETF hebeln: Bedeutung, Mechanismus & ob es für dich
- IMI-Strategie: So investierst du breit
- Indexfonds einfach erklärt: So funktioniert passives
- ETF Indien: So investierst du als Anleger in den
- Investmentsteuerreformgesetz: Was Anleger &
- iShares MSCI World IE00B4L5Y983: Alles, was Anleger
- ETF Kosten: Was Anleger wirklich zahlen – und was sie
- ETF Kostenrechner: Wie viel fressen Gebühren von deiner