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Growth-Aktien-Auszahlplan: So entsparst du dein Depot im Ruhestand
Ein Growth-Aktien-Auszahlplan verbindet die Renditechancen wachstumsstarker Aktien mit einer regelmäßigen Auszahlung im Alter. Entscheidend ist eine Entnahmestrategie, die Kapitalverzehr, Rendite und deine persönliche Rentenlücke in Einklang bringt.
10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Ein Auszahlplan regelt, wie du regelmäßig Geld aus deinem Depot auf dein Konto überweist.
- Bei Aktien-ETFs mit Growth-Anteil ist eine Entnahme von etwa 3 bis 4 Prozent des Startkapitals pro Jahr üblich.
- Die Teilfreistellung von 30 Prozent reduziert die Steuerlast auf Aktienfonds-Gewinne.
- Ein Mix aus Aktien-ETF und Tagesgeld oder Festgeld federt Kursschwankungen ab.
01 · Grundlagen
Was ist ein Growth-Aktien-Auszahlplan?
Ein Auszahlplan ist eine feste Regelung, nach der du dir regelmäßig Geld aus deinen Ersparnissen auf dein Konto auszahlst. Bei einem Growth-Aktien-Auszahlplan liegt das Geld in wachstumsorientierten Aktien oder ETFs, die du nach und nach verkaufst.
Der Turnus ist frei wählbar, üblich sind monatliche oder vierteljährliche Zahlungen. Dein Vermögen bleibt während der Auszahlphase investiert und kann sich weiter entwickeln.
Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Sparplan liegt in der Richtung: Statt Geld einzuzahlen, entnimmst du Geld. Dein Depot wird dabei schrittweise kleiner, sofern die Entnahmen nicht durch Kursgewinne ausgeglichen werden. Die Höhe der regelmäßigen Auszahlung bestimmst du selbst.
Für die praktische Umsetzung brauchst du ein Depot, das automatisierte Verkäufe unterstützt. Nicht jeder Anbieter bietet einen solchen Service an, daher lohnt sich der Blick auf diese Funktion vor der Depoteröffnung.
Kurz erklärt
Growth-Aktien-Auszahlplan
Ein Entnahmeplan, bei dem du regelmäßig Anteile von wachstumsorientierten Aktien oder Aktien-ETFs verkaufst, um dir den Erlös auf dein Girokonto auszahlen zu lassen.
Der Turnus der Auszahlung ist frei wählbar, üblich sind monatliche oder vierteljährliche Zahlungen.
02 · Vergleich
Welche Geldanlage eignet sich für einen Auszahlplan?
Dein Geld sollte auch im Ruhestand weiter für dich arbeiten. Ein reines Girokonto ist wegen fehlender Zinsen ungeeignet, während eine Kombination aus renditestarken Anlagen und sicheren Bausteinen sinnvoll ist.
Für einen Auszahlplan mit Growth-Aktien eignen sich breit gestreute Aktien-ETFs mit einem hohen Anteil an Wachstumsunternehmen. Sie bieten eine mittlere bis hohe Renditechance, bringen aber auch ein hohes Schwankungsrisiko mit. Kursverluste von 20 Prozent oder mehr innerhalb eines Jahres sind bei dieser Anlageklasse nicht ungewöhnlich.
Als Ergänzung solltest du einen Teil deines Vermögens auf einem Tagesgeldkonto oder in kurzlaufendem Festgeld halten. Diese Anlagen werfen zwar nur niedrige Zinsen ab, unterliegen aber der Einlagensicherung und sind täglich verfügbar. Sie dienen als Puffer für laufende Ausgaben und unerwartete Kosten.
Die Kombination beider Anlageformen ist der Kern einer ruhigen Entnahmestrategie. Aus dem Aktien-ETF entnimmst du für den langfristigen Vermögenserhalt, aus dem Tagesgeld deckst du kurzfristige Schwankungen ab. So vermeidest du den Zwang, Aktien in einer Marktschwäche verkaufen zu müssen.
| Aktien-ETF mit Growth-Anteil | Tagesgeld oder Festgeld | |
|---|---|---|
| Regelmäßige Auszahlung | Bei manchen Depotanbietern automatisch durch Verkauf von Anteilen möglich | Per Dauerauftrag, bei manchen Banken nicht möglich. Beim Festgeld meist nur einmal im Jahr über fällige Verträge |
03 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert ein ETF-Entnahmeplan?
Ein ETF-Entnahmeplan ist die praktische Umsetzung deines Auszahlplans im Depot. Du legst fest, wie viel Geld du in welchem Rhythmus aus deinem ETF-Vermögen entnimmst.
Die Einrichtung eines ETF-Entnahmeplans ähnelt der Anlage eines Dauerauftrags. Du legst fest, welcher Betrag in welchem Rhythmus aus deinem Depot auf dein Referenzkonto überwiesen wird. Der Broker verkauft dafür automatisch die nötigen ETF-Anteile.
Der Ablauf umfasst vier Schritte:
- Du wählst einen Broker, der automatisierte Entnahmepläne unterstützt.
- Du entscheidest dich für breit gestreute Welt-ETFs mit Growth-Anteil als Basisinvestment.
- Du legst den Entnahmebetrag und den Turnus fest, also monatlich, quartalsweise oder jährlich.
- Der Broker verkauft die Anteile und überweist den Erlös auf dein Konto.
Der Vorteil liegt in der Bequemlichkeit: Du musst dich nicht jeden Monat um den Verkauf kümmern. Der Nachteil ist, dass du Anteile auch zu ungünstigen Kursen verkaufst. Über die Zeit gleicht sich das aus, da du mal zu besseren und mal zu schlechteren Kursen verkaufst.
Geeigneten Broker wählen
Du benötigst ein Depot bei einem Anbieter, der automatisierte Entnahmepläne unterstützt. Prüfe das vor der Depoteröffnung.
Passende ETFs auswählen
Breit gestreute Welt-ETFs mit Growth-Anteil eignen sich als Basisinvestment. Sie bilden einen Index ab und bleiben pflegeleicht.
Entnahmebetrag und Turnus festlegen
Du bestimmst die Höhe der regelmäßigen Auszahlung und ob monatlich, quartalsweise oder jährlich verkauft wird.
Auszahlung auf dein Konto
Der Broker verkauft automatisch die nötigen ETF-Anteile und überweist den Erlös auf dein Referenzkonto.
04 · Was gilt
Welche Entnahmestrategie passt zu deiner Rentenlücke?
Deine Entnahmestrategie bestimmt, wie lange dein Vermögen reicht. Sie sollte sich an deiner persönlichen Rentenlücke orientieren, also der Differenz zwischen gesetzlicher Rente und deinen Ausgaben.
Genau diese Lücke sollte dein Auszahlplan schließen. Dafür stehen dir zwei grundlegende Strategien zur Verfügung.
Bei der prozentualen Entnahme entnimmst du jährlich einen festen Prozentsatz deines Depotwerts, zum Beispiel 3 bis 4 Prozent. Die Auszahlungshöhe schwankt mit dem Depotwert und passt sich der Marktlage an. Bei guten Kursen bekommst du mehr Geld, bei schlechten weniger.
Bei festen Euro-Beträgen legst du einen Betrag fest, der unabhängig vom Depotwert ausgezahlt wird. Das macht deine Planung verlässlich, denn du weißt genau, was monatlich auf deinem Konto ankommt. Bei starken Kursverlusten kann die Entnahmequote relativ zum Depotwert jedoch gefährlich ansteigen.
Die Auszahlungshöhe schwankt mit dem Depotwert und passt sich der Marktlage an.
Feste Euro-Beträge
05 · Kosten
Wie viel Rendite brauchst du für eine ewige Rente?
Das Konzept der ewigen Rente zielt darauf ab, nur die erwirtschaftete Rendite zu entnehmen und das Kapital dauerhaft zu erhalten. Dafür muss deine Entnahmequote unter der langfristigen Rendite deiner Anlage liegen.
Bei einem Growth-Aktien-ETF liegt dieser Wert bei etwa 2 bis 3 Prozent pro Jahr.
Für eine klassische Entnahme mit Kapitalverzehr sind 3 bis 4 Prozent pro Jahr üblich. Du planst dabei ein, dass dein Vermögen im Laufe des Ruhestands kleiner wird. Entnimmst du dauerhaft mehr als 4 Prozent, steigt das Risiko, dass dein Geld vorzeitig aufgebraucht ist.
Die tatsächliche Rendite von Growth-Aktien schwankt stark. In guten Börsenjahren sind zweistellige Gewinne möglich, in schlechten Jahren Verluste in ähnlicher Höhe. Deine Entnahmequote sollte deshalb konservativ gewählt sein und einen Puffer für schwache Marktphasen enthalten.
06 · Im Vertrag
ETF-Auszahlungsplan: Was gilt für die Steuern?
Beim Verkauf von ETF-Anteilen fallen Steuern auf den Gewinn an. Für Aktienfonds gelten dabei besondere Freibeträge und eine Teilfreistellung.
Der Gewinn ist die Differenz zwischen Verkaufserlös und Kaufpreis. Für Aktienfonds gelten dabei besondere Freibeträge und eine Teilfreistellung.
Gewinne bis 1000 Euro pro Person und Jahr bleiben durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Bei Ehepaaren sind es 2000 Euro. Auf Gewinne oberhalb dieses Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an, zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungsteuer.
Für Aktienfonds mit mindestens 51 Prozent Aktienquote gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet: 30 Prozent deiner Gewinne aus Aktien-ETFs sind steuerfrei, nur auf die restlichen 70 Prozent zahlst du Abgeltungsteuer. Dein Broker führt die Steuer in der Regel automatisch ab, wenn dein Freibetrag aufgebraucht ist.
07 · Vergleich
Einmalanlage oder ETF-Sparplan: Was passt vor dem Auszahlplan?
Der Weg in den Auszahlplan beginnt mit dem Vermögensaufbau. Ob du dein Geld per Einmalanlage oder über einen ETF-Sparplan investierst, hängt von deiner Ausgangslage ab.
Der Weg in den Auszahlplan beginnt mit dem Vermögensaufbau. Ob du dein Geld per Einmalanlage oder über einen ETF-Sparplan investierst, hängt von deiner Ausgangslage ab.
Eine Einmalanlage eignet sich für vorhandenes Kapital, zum Beispiel aus einer Abfindung, einer Erbschaft oder einer Lebensversicherung. Du investierst den gesamten Betrag zu einem Kurs und kannst direkt mit dem Entnahmeplan starten. Das Timing-Risiko ist höher, da der gesamte Betrag einem einzigen Kurs ausgesetzt ist.
Ein ETF-Sparplan eignet sich für regelmäßiges Einkommen während des Berufslebens. Du kaufst über verschiedene Kurse verteilt und reduzierst so das Timing-Risiko. Der Übergang in den Auszahlplan erfolgt erst nach Ende der Ansparphase, dann stellst du von Einzahlungen auf Entnahmen um.
| Einmalanlage | ETF-Sparplan | |
|---|---|---|
| Geeignet für | Vorhandenes Kapital, zum Beispiel aus einer Abfindung oder Betriebsrente | Regelmäßiges Sparen mit kleinen monatlichen Beiträgen für den Vermögensaufbau |
| Übergang in den Auszahlplan | Nach der Anlage kannst du direkt einen Auszahlplan einrichten | Erst wenn genügend Kapital angespart ist, startet der Auszahlplan |
08 · Checkliste
Checkliste: Das brauchst du für deinen Auszahlplan
Bevor du einen Growth-Aktien-Auszahlplan einrichtest, solltest du einige Punkte klären. Diese Checkliste hilft dir, nichts Wichtiges zu vergessen.
Die folgenden Schritte helfen dir, nichts Wichtiges zu vergessen.
- Ermittle deine monatlichen Ausgaben im Ruhestand und deine gesetzliche Rente.
- Berechne deine persönliche Rentenlücke als Differenz aus Ausgaben und Rente.
- Lege einen Sicherheitspuffer auf einem Tagesgeldkonto an, der für ein bis zwei Jahre reicht.
- Wähle einen Broker, der automatisierte Entnahmepläne für ETFs anbietet.
- Entscheide dich für breit gestreute Aktien-ETFs mit Growth-Anteil als Basisinvestment.
- Lege die Entnahmestrategie fest: prozentuale Entnahme oder fester Euro-Betrag.
- Prüfe die steuerlichen Auswirkungen deiner geplanten Entnahmen.
Die Reihenfolge ist nicht zwingend, aber die ersten drei Punkte solltest du vor der Depoteröffnung erledigt haben. Sie bestimmen, wie viel Kapital du überhaupt für den Auszahlplan benötigst und wie hoch deine Entnahmen ausfallen müssen.
Vorbereitung für deinen Aktien-Auszahlplan
Ermittle deine monatlichen Ausgaben im Ruhestand und deine gesetzliche Rente.
Berechne deine persönliche Rentenlücke als Differenz aus Ausgaben und Rente.
Lege einen Sicherheitspuffer auf einem Tagesgeldkonto an, der für ein bis zwei Jahre reicht.
Wähle einen Broker, der automatisierte Entnahmepläne für ETFs anbietet.
Entscheide dich für breit gestreute Aktien-ETFs mit Growth-Anteil als Basisinvestment.
Lege die Entnahmestrategie fest: prozentuale Entnahme oder fester Euro-Betrag.
Prüfe die steuerlichen Auswirkungen deiner geplanten Entnahmen.
09 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Entsparen mit Growth-Aktien
Beim Entsparen lauern einige Fallstricke, die dein Vermögen schneller aufzehren können als nötig. Diese Fehler solltest du vermeiden.
Der häufigste Fehler ist eine zu hohe Entnahmequote. Wer dauerhaft mehr als 4 Prozent pro Jahr entnimmt, riskiert einen vorzeitigen Kapitalverzehr.
Ein fehlender Sicherheitspuffer zwingt dich, auch bei Kursverlusten Aktien zu verkaufen. Ohne Tagesgeld oder Festgeld musst du in einer Marktschwäche Anteile zu niedrigen Kursen abgeben, was dein Vermögen dauerhaft schädigt. Ein Puffer von ein bis zwei Jahren laufender Ausgaben schützt dich vor diesem Zwang.
Weitere Fehler sind ein ungeeigneter Broker ohne automatisierte Entnahmepläne, ignorierte Steuern auf Gewinne und ein reines Growth-Depot ohne breite Streuung. Ein Mix aus breiten Welt-ETFs und einem Sicherheitspuffer ist robuster als ein konzentriertes Wachstumsdepot.
Fehler, die deinen Auszahlplan gefährden
10 · Hintergrund
So kombinierst du Aktien-ETF und Tagesgeld im Alter
Eine durchdachte Aufteilung deines Vermögens schützt dich vor dem Zwang, Aktien zu ungünstigen Kursen zu verkaufen. Der Mix aus renditestarken und sicheren Anlagen ist der Kern einer ruhigen Entnahmestrategie.
Dein Vermögen im Ruhestand sollte nicht nur aus Aktien-ETFs bestehen. Ein Puffer auf einem Tagesgeldkonto oder in kurzlaufendem Festgeld deckt deine laufenden Ausgaben für ein bis zwei Jahre ab. So überbrückst du Phasen, in denen die Börse schwächelt, ohne Anteile mit Verlust verkaufen zu müssen.
Der Aktien-ETF mit Growth-Anteil übernimmt in dieser Aufteilung die Rolle des langfristigen Renditebringers. Aus ihm entnimmst du nur dann, wenn die Kurse sich gut entwickelt haben oder der Sicherheitspuffer aufgefüllt werden muss. Diese Trennung macht deinen Auszahlplan widerstandsfähiger gegen Marktschwankungen.
In der Praxis bedeutet das: Du hältst ein bis zwei Jahresausgaben auf dem Tagesgeldkonto und den Rest in breit gestreuten Aktien-ETFs. Steigen die Kurse, verkaufst du Anteile und füllst den Puffer wieder auf. Fallen die Kurse, lebst du vom Tagesgeld und wartest auf bessere Zeiten.
Dein Vermögen im Ruhestand sollte nicht nur aus Aktien-ETFs bestehen. Ein Puffer auf einem Tagesgeldkonto oder in kurzlaufendem Festgeld deckt deine laufenden Ausgaben für ein bis zwei Jahre ab. So überbrückst du Phasen, in denen die Börse schwächelt, ohne Anteile mit Verlust verkaufen zu müssen.
Der Aktien-ETF mit Growth-Anteil übernimmt in dieser Aufteilung die Rolle des langfristigen Renditebringers. Aus ihm entnimmst du nur dann, wenn die Kurse sich gut entwickelt haben oder der Sicherheitspuffer aufgefüllt werden muss. Diese Trennung macht deinen Auszahlplan widerstandsfähiger gegen Marktschwankungen.
Für den sicheren Teil deines Vermögens kannst du eine Zinstreppe aus mehreren Festgeldverträgen aufbauen. Die Verträge laufen gestaffelt aus, sodass jedes Jahr ein Teil des Geldes frei wird. Das gibt dir Planungssicherheit und etwas höhere Zinsen als auf dem Tagesgeldkonto.
Häufige Fragen
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