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Gold-ETFs im Test: So findest du das passende Wertpapier für dein Depot

Ein Gold-ETF oder Gold-ETC bildet den Goldpreis ab, ohne dass du physisches Gold lagern musst. Für Anlegerinnen in Deutschland sind dabei vor allem physisch besicherte Gold-ETCs mit Auslieferungs­option relevant, da sie steuerlich wie physisches Gold behandelt werden.

10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • In Deutschland sind keine klassischen Gold-ETFs zugelassen, du investierst über Gold-ETCs als Inhaberschuldverschreibungen.
  • Die jährliche Gesamtkostenquote für Gold-ETCs liegt zwischen 0,00 und 0,99 Prozent.
  • Physisch besicherte Gold-ETCs mit Auslieferungsoption können nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei verkauft werden.
  • Gold eignet sich als Beimischung von maximal 5 bis 15 Prozent des Portfolios, nicht als alleinige Geldanlage.

01 · Grundlagen

Was ist ein Gold-ETF und warum gibt es ihn in Deutschland nicht?

Der Begriff Gold-ETF wird oft verwendet, meint aber rechtlich unterschiedliche Produkte. Ein klassischer ETF ist ein Sondervermögen, das in Deutschland nicht mit nur einem einzigen Bestandteil aufgelegt werden darf.

Ein klassischer Gold-ETF wäre ein börsengehandelter Indexfonds, der ausschließlich in Gold investiert und als Sondervermögen geschützt ist. Genau diese Konstruktion verbietet die europäische Fondsrichtlinie UCITS, weil ein Fonds nicht nur einen einzigen Bestandteil haben darf.

In den USA und der Schweiz sind solche Gold-ETFs zugelassen und werden dort in Milliardenhöhe gehandelt. Für dein deutsches Depot sind sie nicht verfügbar, auch nicht über ausländische Börsenplätze.

Was im Alltag oft als Gold-ETF bezeichnet wird, ist rechtlich ein Gold-ETC. Diese Schuldverschreibungen übernehmen in Deutschland die Funktion, die ein klassischer Gold-ETF nicht erfüllen darf.

Kurz erklärt

Gold-ETF

Ein börsengehandelter Indexfonds (Exchange Traded Fund), der die Wertentwicklung des Goldpreises nachbildet und meist mit physischem Gold hinterlegt ist. In Deutschland ist ein solcher Fonds mit nur einem Bestandteil nach den UCITS-Richtlinien nicht zugelassen.

In der Schweiz oder den USA sind Gold-ETFs handelbar, für deutsche Depots sind sie nicht verfügbar.

02 · Vergleich

Gold-ETC oder physisches Gold: Was passt zu deinem Depot?

Beide Wege bilden den Goldpreis ab, unterscheiden sich aber in Handel, Lagerung und steuerlicher Behandlung. Der Vergleich zeigt, worauf du dich bei einem Gold-ETC einlässt.

Der entscheidende Vorteil eines Gold-ETC liegt im Handel über dein Wertpapierdepot. Du kaufst und verkaufst Anteile während der Börsenzeiten, oft ohne Aufgeld und mit geringer Spanne zwischen An- und Verkaufskurs.

Physisches Gold in Form von Barren oder Münzen verursacht dagegen einmalige Aufgelder beim Kauf und Abschläge beim Verkauf. Dafür bist du direkt Eigentümerin und trägst kein Emittentenrisiko.

Für die meisten Anlegerinnen ist der Gold-ETC die praktikablere Lösung, weil Lagerung und Versicherung der Emittent übernimmt. Wer Wert auf direkten Besitz legt und die Kosten dafür akzeptiert, kann physisches Gold bevorzugen.

Gold-ETC und physisches Gold im direkten Vergleich
Gold-ETCPhysisches Gold
HandelKauf und Verkauf über das Wertpapierdepot, oft als Sparplan möglichKauf bei Händlern oder Banken
LagerungVerwahrung durch den Emittenten oder Zentralverwahrer, keine eigene Lagerung nötigEigene Lagerung zu Hause oder im Bankschließfach
Rechtliche StellungInhaberschuldverschreibung, kein Sondervermögen, EmittentenrisikoDirektes Eigentum
Steuerliche BehandlungNach einem Jahr Haltedauer steuerfrei, wenn physisch besichert mit AuslieferungsoptionNach einem Jahr Haltedauer steuerfrei

03 · Grundlagen

Was ist ein Gold-ETC genau?

Gold-ETCs sind börsengehandelte Rohstoffe, die als Schuldverschreibungen konstruiert sind. Du gibst dem Emittenten einen Kredit, der mit physischem Gold besichert wird.

Ein Gold-ETC ist eine Inhaberschuldverschreibung, die mit physischen Goldbeständen besichert ist. Du gibst dem Emittenten einen Kredit, damit dieser Gold kaufen und verwahren kann.

Anders als ein ETF ist ein ETC kein Sondervermögen. Dein Geld ist rechtlich nicht getrennt vom Vermögen des Herausgebers geschützt, sondern hängt an dessen Zahlungsfähigkeit.

Die Besicherung mit physischem Gold soll dieses Emittentenrisiko abmildern. Trotzdem bleibt ein Restrisiko, dass du im Insolvenzfall nicht die komplette Summe zurückbekommst.

Kurz erklärt

Gold-ETC

Ein Exchange Traded Commodity (ETC) ist eine Inhaberschuldverschreibung, die meist mit physischen Goldbeständen besichert ist. Anders als ein ETF ist ein ETC kein Sondervermögen, sondern ein Zertifikat des Emittenten.

Du trägst das Emittentenrisiko, da dein Geld nicht als Sondervermögen geschützt ist.

04 · Kosten

Welche Kosten fallen bei Gold-ETCs an?

Die laufenden Kosten eines Gold-ETC werden über die Gesamtkostenquote abgebildet. Sie deckt Verwaltung, Lagerung und Versicherung des hinterlegten Goldes ab.

Die jährliche Gesamtkostenquote von Gold-ETCs liegt zwischen 0,00 und 0,99 Prozent. In dieser Quote sind Verwaltung, Lagerung und Versicherung des hinterlegten Goldes enthalten.

Die günstigsten Produkte wie boerse.de Gold, EUWAX Gold und EUWAX Gold II kommen ohne laufende Kosten aus. Typische physisch besicherte ETCs großer Anbieter liegen bei 0,12 Prozent pro Jahr.

  • Währungsgesicherte Varianten kosten zwischen 0,25 und 0,59 Prozent pro Jahr.
  • Bei Xetra-Gold fällt zusätzlich eine monatliche Verwahrgebühr von 0,025 Prozent an.
  • Die Obergrenze im Markt liegt bei 0,99 Prozent pro Jahr.

Jährliche Gesamtkostenquote von Gold-ETCs

Günstigste Gold-ETCs0,00 % p.a.
Typische physisch besicherte ETCs0,12 % p.a.
Währungsgesicherte Varianten0,25–0,59 % p.a.
Obergrenze im Markt0,99 % p.a.

05 · Was gilt

Wann ist ein Gold-ETC steuerfrei?

Die Steuerfreiheit hängt von der Besicherung und der Auslieferungsoption ab. Nicht jeder Gold-ETC wird vom Finanzamt wie physisches Gold behandelt.

Die Steuerfreiheit hängt von zwei Faktoren ab: der physischen Besicherung und der Auslieferungsoption. Nur wenn beides gegeben ist, behandelt die Finanzaufsicht den Gold-ETC wie physisches Gold.

Nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr sind Wertzuwächse dann steuerfrei. Das hat der Bundesfinanzhof in einem Urteil vom 16. Juni 2020 bestätigt.

  • Steuerfrei nach einem Jahr sind physisch besicherte Gold-ETCs mit Auslieferungsoption wie Xetra-Gold, EUWAX Gold II oder WisdomTree Core Physical Gold.
  • Abgeltungsteuer fällt bei Gold-ETCs ohne physische Besicherung oder ohne Auslieferungsoption an.
  • Goldminen-ETFs, die Aktien von Unternehmen enthalten, sind immer steuerpflichtig.

Steuerfrei nach einem Jahr

·Physisch besicherte Gold-ETCs mit Auslieferungsoption
·ETCs, die von der Finanzaufsicht wie physisches Gold behandelt werden
·Beispiele: Xetra-Gold, EUWAX Gold II, WisdomTree Core Physical Gold

Abgeltungsteuer fällig

·Gold-ETCs ohne physische Besicherung
·Währungsgesicherte Gold-ETCs ohne Auslieferungsoption
·Goldminen-ETFs, die Aktien von Unternehmen enthalten

06 · Fehler vermeiden

Welche Risiken trägst du als Anlegerin?

Gold-ETCs sind rechtlich keine Investmentfonds, sondern Schuldverschreibungen. Daraus ergeben sich Risiken, die du vor dem Kauf kennen solltest.

Das zentrale Risiko eines Gold-ETC ist das Emittentenrisiko. Geht der Herausgeber pleite, ist dein Geld nicht als Sondervermögen geschützt, sondern nur durch das hinterlegte Gold besichert.

Ein Lieferanspruch auf physisches Gold besteht nicht automatisch. Nur bei manchen Gold-ETCs ist die Auslieferung als besondere Option verbrieft, und sie kann mit hohen Kosten verbunden sein.

Hinzu kommen die üblichen Preisschwankungen des Goldmarkts. Gold gehört trotz seines Rufs als sicherer Hafen in den risikobehafteten Teil deines Portfolios, weil es stark im Wert schwanken kann.

Typische Risiken bei Gold-ETCs

·Emittentenrisiko: Geht der Herausgeber pleite, ist dein Geld nicht als Sondervermögen geschützt.
·Kein automatischer Lieferanspruch: Die Schuldverschreibung verbrieft nicht immer die Auslieferung von physischem Gold.
·Preisschwankungen: Gold kann stark im Wert schwanken und gehört in den risikobehafteten Teil des Portfolios.
·Währungsrisiko: Bei Produkten ohne Euro-Absicherung beeinflusst der Dollar-Kurs deine Rendite.

07 · Checkliste

Wie findest du den passenden Gold-ETC?

Für die Auswahl sind Größe, Kosten, Besicherung und Währungssicherung entscheidend. Diese Kriterien helfen dir, die Produkte zu filtern.

Die physische Besicherung mit Gold sollte bei jedem Kandidaten gegeben sein.

Die Auslieferungsoption sichert dir die Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltedauer. Ohne sie zahlst du Abgeltungsteuer auf deine Gewinne, auch wenn du länger als zwölf Monate investiert bleibst.

  • Prüfe, ob der ETC physisch mit Gold besichert ist und eine Auslieferungsoption bietet.
  • Strebe eine Gesamtkostenquote unter 0,5 Prozent pro Jahr an.
  • Bevorzuge ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro.
  • Wähle eine währungsgesicherte Variante nur, wenn du das Dollar-Risiko bewusst ausschließen willst.
  • Prüfe, ob dein Depot den gewünschten ETC als Sparplan anbietet.

Checkliste für die Auswahl eines Gold-ETC

01

Physische Besicherung mit Gold prüfen

02

Auslieferungsoption für die Steuerfreiheit nach einem Jahr sicherstellen

03

Gesamtkostenquote zwischen 0,00 und 0,99 Prozent pro Jahr einordnen

04

Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro bevorzugen

05

Währungsgesicherte Variante nur bei bewusster Euro-Absicherung wählen

06

Sparplanfähigkeit im eigenen Wertpapierdepot prüfen

08 · Vergleich

Welche Alternativen zu Gold-ETCs gibt es?

Neben Gold-ETCs kannst du über andere Wertpapiere oder direktes Eigentum in Gold investieren. Jede Variante hat eigene Vor- und Nachteile.

Goldminen-ETFs investieren in Aktien von Unternehmen aus der Goldindustrie. Sie bilden nicht den Goldpreis ab, sondern die Kursentwicklung dieser Firmen, die sich unabhängig vom Goldpreis bewegen kann.

Physisches Gold in Form von Barren oder Münzen bildet den Goldpreis direkt ab. Du trägst kein Emittentenrisiko, zahlst aber einmalige Aufgelder beim Kauf und Abschläge beim Verkauf.

Für ein gezieltes Investment auf den Goldpreis sind Goldminen-ETFs ungeeignet. Sie eignen sich nur, wenn du bewusst auf die Aktienkurse von Goldunternehmen setzen willst, was ein anderes Risiko darstellt.

Alternativen zu Gold-ETCs im Überblick
Goldminen-ETFsPhysisches Gold
Bezug zum GoldpreisBildet Aktienkurse von Goldunternehmen ab, nicht den Goldpreis selbstDirekte Abbildung des Goldpreises
DiversifikationMehrere Unternehmen, aber BranchenrisikoKeine Diversifikation, nur ein Rohstoff

09 · Schritt für Schritt

Wie kaufst du einen Gold-ETC?

Der Kauf läuft über dein bestehendes Wertpapierdepot. Nicht jedes Depot bietet alle Gold-ETCs an, daher lohnt sich ein Blick in das Produktangebot.

Du kannst einmalig eine bestimmte Summe investieren oder einen Sparplan einrichten, um regelmäßig kleinere Beträge anzulegen. Die Sparplanfähigkeit hängt vom jeweiligen Depot und vom gewählten ETC ab.

  • Eröffne ein Wertpapierdepot, das den Handel mit ETCs ermöglicht.
  • Wähle einen Gold-ETC mit physischer Besicherung, Auslieferungsoption und niedriger Gesamtkostenquote.
  • Richte einen Kauf oder Sparplan ein.
  • Halte den ETC mindestens zwölf Monate, um die Steuerfreiheit zu nutzen.
01

Wertpapierdepot eröffnen

Du benötigst ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker, das den Handel mit ETCs ermöglicht.

02

Passenden Gold-ETC auswählen

Achte auf physische Besicherung, Auslieferungsoption, Gesamtkostenquote und Fondsvolumen.

03

Kauf oder Sparplan einrichten

Du kannst einmalig kaufen oder einen Sparplan anlegen, um regelmäßig zu investieren.

04

Haltedauer beachten

Für die Steuerfreiheit nach einem Jahr musst du den ETC mindestens zwölf Monate halten.

10 · Hintergrund

Wie viel Gold gehört in dein Portfolio?

Gold dient als Beimischung zur Stabilisierung, nicht als Renditetreiber. Eine klare Obergrenze verhindert eine zu starke Abhängigkeit vom Goldpreis.

Als Orientierung gelten 5 bis 15 Prozent des Anlagevermögens in Gold oder Gold-ETCs, wobei viele Ratgeber eine Obergrenze von 10 Prozent empfehlen.

Der Anlagehorizont sollte mindestens zehn Jahre betragen. In wirtschaftlich starken Phasen bleibt Gold oft hinter Aktien zurück, in Krisen oder bei hoher Inflation kann es Verluste im restlichen Portfolio abfedern.

Da Gold keine laufenden Erträge wie Dividenden oder Zinsen abwirft, ist eine zu hohe Quote langfristig ein Renditenachteil. Die Beimischung sollte dein Aktien-Portfolio ergänzen, nicht ersetzen.

Als Beimischung zu einem breit gestreuten Aktien-Portfolio sind 5 bis 15 Prozent des Anlagevermögens in Gold oder Gold-ETCs eine übliche Orientierung. Mehr als 10 Prozent empfehlen viele Ratgeber nicht, da Gold keine laufenden Erträge abwirft und stark schwanken kann.

Der Anlagehorizont sollte mindestens zehn Jahre betragen. In wirtschaftlich starken Phasen bleibt Gold oft hinter Aktien zurück, in Krisen oder bei hoher Inflation kann es Verluste im restlichen Portfolio abfedern.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026