Ratgeber · Investieren
Gold-ETF-Testsieger: So findest du den passenden Gold-ETC für dein Depot
In Deutschland kaufst du Gold nicht als klassischen ETF, sondern als physisch besicherten Gold-ETC. Diese Schuldverschreibungen bilden den Goldpreis ab und eignen sich als Beimischung für dein Wertpapierdepot.
9 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- In Deutschland sind keine echten Gold-ETFs zugelassen, du investierst über Gold-ETCs.
- Die Gesamtkostenquote liegt bei Gold-ETCs zwischen 0,00 und 0,99 Prozent pro Jahr.
- Einige Gold-ETCs mit Auslieferoption werden nach einem Jahr Haltedauer steuerlich wie physisches Gold behandelt.
- Gold eignet sich als Beimischung von 5 bis 15 Prozent eines langfristig ausgerichteten Portfolios.
01 · Grundlagen
Was ist ein Gold-ETC?
Hinter dem Suchbegriff Gold-ETF-Testsieger steckt in Deutschland fast immer ein Gold-ETC. Die rechtlichen Rahmenbedingungen erlauben hierzulande keine UCITS-Fonds, die nur in einen einzigen Rohstoff investieren.
Diese Produkte heißen Exchange Traded Commodities, kurz ETCs, und sind mit physischen Goldbeständen besichert. Aktuell stehen dir 24 ETCs auf Gold zur Verfügung.
Der entscheidende Vorteil gegenüber dem klassischen Barrenkauf liegt in der geringen An- und Verkaufsspanne. Auf Ebene des Wertpapiers wird mit 12,5-Kilo-Barren gehandelt, wodurch keine Aufgelder für kleine Stückelungen anfallen. Du partizipierst über dein Wertpapierdepot direkt an der Entwicklung des Goldpreises, ohne dich um Lagerung oder Versicherung kümmern zu müssen.
Ein Gold-ETC ist eine Schuldverschreibung, kein Sondervermögen. Das bedeutet für dich: Dein eingesetztes Kapital hängt von der Zahlungsfähigkeit des Emittenten ab. Die physische Besicherung mit Gold reduziert dieses Risiko, hebt es aber nicht vollständig auf.
Kurz erklärt
Gold-ETC
Ein Gold-ETC (Exchange Traded Commodity) ist eine börsengehandelte Inhaberschuldverschreibung, die mit physischem Gold besichert ist. Du partizipierst über ein Wertpapier an der Entwicklung des Goldpreises, ohne selbst Goldbarren lagern zu müssen.
Der Vorteil gegenüber dem klassischen Barrenkauf liegt in der geringen An- und Verkaufsspanne, da auf Ebene des Wertpapiers mit 12,5-Kilo-Barren gehandelt wird.
02 · Vergleich
Gold-ETC oder Goldminen-ETF: Was passt zu dir?
Für ein direktes Engagement im Edelmetall kommen in Deutschland nur Gold-ETCs infrage. Goldminen-ETFs bilden dagegen Aktien von Förderunternehmen ab und verhalten sich anders als der Goldpreis.
Die meisten Anleger, die in Gold investieren, möchten ihren Aktien-Anteil reduzieren und streben nach Sicherheit, daher sind Goldminenaktien eher weniger geeignet.
Die Gesamtkostenquote von Goldminen-ETFs liegt zwischen 0,43 und 0,65 Prozent pro Jahr. Gold-ETCs sind mit 0,00 bis 0,99 Prozent teils günstiger, teils teurer. Entscheidend ist jedoch nicht der Preis, sondern die Funktion in deinem Portfolio: Goldminen-ETFs können Dividenden ausschütten, Gold-ETCs erwirtschaften keine laufenden Erträge.
- Ein Gold-ETC bildet den Goldpreis direkt ab und eignet sich als Beimischung zur Stabilisierung deines Depots.
- Ein Goldminen-ETF investiert in Aktien von Goldförderunternehmen und bringt damit ein unternehmerisches Risiko mit.
- Gold-ETCs sind in Deutschland als Inhaberschuldverschreibungen zugelassen, Goldminen-ETFs als Investmentfonds mit Sondervermögensstatus.
| Gold-ETC | Goldminen-ETF | |
|---|---|---|
| Basiswert | Physisches Gold, als Schuldverschreibung besichert | Aktien von Goldförderunternehmen |
| Rechtliche Einordnung in Deutschland | Inhaberschuldverschreibung, kein Sondervermögen | Investmentfonds, Sondervermögen |
| Emittentenrisiko | Vorhanden, abhängig vom Herausgeber | Nicht vorhanden, da Sondervermögen |
| Typische Gesamtkostenquote | 0,00 bis 0,99 Prozent pro Jahr | 0,43 bis 0,65 Prozent pro Jahr |
| Ertragsart | Keine laufenden Erträge, reine Preisentwicklung | Mögliche Dividenden der Minenbetreiber |
03 · Was gilt
Wie funktioniert die Besteuerung von Gold-ETCs?
Die steuerliche Behandlung hängt davon ab, ob dein Gold-ETC eine physische Auslieferoption bietet. Produkte mit dieser Option werden nach einem Jahr Haltedauer wie physisches Gold behandelt.
Diese Regelung basiert auf einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 16. Juni 2020.
Zu den Gold-ETCs mit Auslieferoption gehören Xetra-Gold, EUWAX Gold II, EUWAX Gold Core, EUWAX Gold, boerse.de Gold ETC, Invesco Physical Gold II ETC, WisdomTree Core Physical Gold, HANetf The Royal Mint Responsibly Sourced Physical Gold ETC, Gold Bullion Securities und Traceable Gold Bullion Securities. Bei Produkten ohne Auslieferoption fällt auf Gewinne die Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag an.
Die Haltedauer von einem Jahr ist die zentrale Schwelle für die Steuerfreiheit. Verkaufst du einen Gold-ETC mit Auslieferoption vor Ablauf dieser Frist, musst du den Gewinn ebenfalls versteuern. Die Steuerfreiheit gilt nur für den Wertzuwachs, nicht für laufende Erträge, die bei Gold-ETCs ohnehin nicht anfallen.
Steuerfrei nach einem Jahr
Abgeltungsteuer fällig
04 · Kosten
Was kostet ein Gold-ETC?
Die Gesamtkostenquote ist ein zentrales Auswahlkriterium. Sie umfasst Versicherungsprämien, Lagerhaltungskosten und Managementgebühren für das Produkt.
Die Spanne reicht von 0,00 bis 0,99 Prozent pro Jahr. Produkte mit Währungssicherung in Euro liegen meist im oberen Bereich, da die Absicherung des Währungsrisikos zusätzliche Kosten verursacht.
Die günstigsten Gold-ETCs sind boerse.de Gold ETC, EUWAX Gold II und Xetra-Gold mit jeweils 0,00 Prozent pro Jahr. Der größte Gold-ETC, iShares Physical Gold ETC, kostet 0,12 Prozent pro Jahr. Xtrackers IE Physical Gold ETC Securities liegt mit 0,11 Prozent knapp darunter.
Eine TER von 0,00 Prozent bedeutet nicht, dass keine Kosten entstehen. Bei Xetra-Gold können Gebühren für die Lagerung des physischen Golds anfallen, die meist von der Depotbank übernommen werden. Prüfe daher die Gesamtkosten deines Depots, nicht nur die TER des Produkts.
Gesamtkostenquoten von Gold-ETCs im Überblick
05 · Im Vertrag
Welche Risiken trägst du bei Gold-ETCs?
Anders als bei Investmentfonds ist dein Geld bei einem Gold-ETC kein Sondervermögen. Du trägst ein Emittentenrisiko gegenüber dem Herausgeber der Schuldverschreibung.
Wird der Emittent zahlungsunfähig, kann dein eingesetztes Kapital ganz oder teilweise verloren gehen, auch wenn das Gold physisch hinterlegt ist.
Der Goldpreis kann stark schwanken. Historisch zeigt Gold eine geringe Korrelation zum Aktienmarkt, dennoch gehört ein Goldinvestment in den risikobehafteten Teil deines Portfolios. Gold wird international in US-Dollar gehandelt, Produkte ohne Währungssicherung in Euro unterliegen daher einem Währungsrisiko.
Das Emittentenrisiko ist der wichtigste Unterschied zu einem klassischen ETF. Achte bei der Auswahl auf die Bonität des Herausgebers und eine langjährige Historie. Große Emittenten mit hohem Fondsvolumen bieten in der Regel mehr Stabilität als kleine Anbieter mit geringem verwaltetem Vermögen.
Die wichtigsten Risikofaktoren im Überblick
06 · Checkliste
Woran erkennst du einen guten Gold-ETC?
Für die Auswahl eines passenden Gold-ETC sind mehrere Faktoren entscheidend. Neben der Gesamtkostenquote spielen Fondsgröße, Besicherung und steuerliche Behandlung eine Rolle.
Ein Fondsvolumen über 1 Milliarde Euro sorgt für hohe Liquidität und enge Handelsspannen.
Die physische Besicherung mit Gold ist bei allen in Deutschland zugelassenen Gold-ETCs Standard, synthetische Nachbildungen gibt es in diesem Segment nicht. Die Auslieferoption für physisches Gold ist relevant, falls du die Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltedauer nutzen möchtest. Eine Währungssicherung in Euro lohnt sich nur bei kurzfristigem Anlagehorizont.
- Physische Besicherung mit Gold, keine synthetische Nachbildung.
- Gesamtkostenquote unter 0,40 Prozent pro Jahr.
- Fondsvolumen über 1 Milliarde Euro für hohe Liquidität.
- Auslieferoption für physisches Gold, falls du die Steuerfreiheit nach einem Jahr nutzen möchtest.
- Emittent mit guter Bonität und langjähriger Historie.
Auswahlkriterien für deinen Gold-ETC
Physische Besicherung mit Gold, keine synthetische Nachbildung
Gesamtkostenquote unter 0,40 Prozent pro Jahr
Fondsvolumen über 1 Milliarde Euro für hohe Liquidität
Auslieferoption für physisches Gold, falls du die Steuerfreiheit nach einem Jahr nutzen möchtest
Währungssicherung in Euro nur bei kurzfristigem Anlagehorizont
Emittent mit guter Bonität und langjähriger Historie
Handelbarkeit über dein bestehendes Wertpapierdepot ohne Zusatzkosten
07 · Fehler vermeiden
Welche Fehler solltest du bei Gold-ETCs vermeiden?
Ein Goldinvestment kann dein Portfolio stabilisieren, wenn du es richtig einsetzt. Typische Fehler führen dazu, dass die Beimischung mehr schadet als nutzt.
Der häufigste Fehler ist ein zu hoher Goldanteil im Portfolio.
Mehr als 15 Prozent Beimischung erhöhen das Klumpenrisiko erheblich. Gold eignet sich für einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren, nicht für schnelle Gewinne. Währungsgesicherte Produkte kosten zusätzliche Gebühren und schmälern die Rendite bei langfristiger Anlage.
Plane Gold als Beimischung von 5 bis 15 Prozent deines Portfolios ein. Dieser Anteil gehört zum risikobehafteten Teil deiner Anlage. Produkte ohne Auslieferoption führen zu steuerlichen Nachteilen, da Gewinne auch nach einem Jahr Haltedauer versteuert werden müssen.
Häufige Fehler beim Investment in Gold-ETCs
08 · Schritt für Schritt
So baust du Gold in dein Portfolio ein
Gold dient als Beimischung zur Stabilisierung deines Depots. Die richtige Einbindung folgt klaren Regeln, damit das Edelmetall seine Stärken ausspielen kann.
Beginne mit der Definition deines Anlageziels: Möchtest du Gold als Inflationsschutz, Krisenabsicherung oder Diversifikationsbaustein nutzen?
Lege den Anteil am Gesamtportfolio fest. Plane Gold als Beimischung von 5 bis 15 Prozent deines Portfolios ein. Dieser Anteil gehört zum risikobehafteten Teil deiner Anlage. Vergleiche anschließend Gesamtkostenquote, Fondsvolumen, Besicherung und steuerliche Behandlung der verfügbaren Produkte.
- Definiere dein Anlageziel, bevor du ein Produkt auswählst.
- Lege den Goldanteil auf 5 bis 15 Prozent deines Portfolios fest.
- Vergleiche Gesamtkostenquote, Fondsvolumen und steuerliche Behandlung.
- Kaufe den Gold-ETC über dein bestehendes Wertpapierdepot.
- Überprüfe die Beimischung regelmäßig im Rahmen deiner Portfolio-Strategie.
Anlageziel definieren
Lege fest, ob du Gold als Inflationsschutz, Krisenabsicherung oder Diversifikationsbaustein nutzen möchtest. Dein Ziel bestimmt die passende Produktwahl.
Anteil am Gesamtportfolio festlegen
Plane Gold als Beimischung von 5 bis 15 Prozent deines Portfolios ein. Dieser Anteil gehört zum risikobehafteten Teil deiner Anlage.
Passenden Gold-ETC auswählen
Vergleiche Gesamtkostenquote, Fondsvolumen, Besicherung und steuerliche Behandlung. Produkte mit Auslieferoption bieten nach einem Jahr Haltedauer Steuervorteile.
Wertpapierdepot nutzen
Kaufe den Gold-ETC über dein bestehendes Wertpapierdepot. Achte auf die Handelsgebühren deiner Depotbank und mögliche Sparplanangebote.
Langfristig halten und regelmäßig prüfen
Halte dein Goldinvestment mindestens zehn Jahre. Überprüfe einmal jährlich, ob der Goldanteil durch Kursbewegungen noch deiner Zielallokation entspricht.
09 · Hintergrund
Gold als sicherer Hafen: Was kann das Edelmetall leisten?
Gold gilt als Wertspeicher mit langer Tradition. In Krisenzeiten entwickelt sich der Goldpreis häufig entgegengesetzt zu den globalen Aktienindizes.
In starken wirtschaftlichen Aufwärtsphasen bleibt Gold oft hinter dem Aktienmarkt zurück, da Kapital bevorzugt in produktive Anlageklassen mit höherem Renditepotenzial fließt. In Korrekturen, bei starker Inflation oder geopolitischen Spannungen spielt Gold seine Stärken häufig aus.
Anleger ziehen ihr Kapital in solchen Phasen in den sicheren Hafen Gold ab, was die Verluste deines restlichen Portfolios abfedern kann. Diese gegenläufige Entwicklung macht Gold zu einem wertvollen Baustein für die Diversifikation auf Anlageklassen-Ebene. Historische Daten zeigen, dass das Edelmetall wenig mit dem Aktienmarkt korreliert.
Trotz seines Rufs als sicherer Hafen solltest du ein Goldinvestment dem risikobehafteten Teil deines Portfolios zuordnen. Die teils hohen Preisschwankungen machen Gold nicht zu einer risikofreien Anlage. Die Wertentwicklung in Euro lag 2026 per 30. September bei minus 1,80 Prozent, was die Volatilität des Edelmetalls verdeutlicht.
In starken wirtschaftlichen Aufwärtsphasen bleibt Gold oft hinter dem Aktienmarkt zurück, da Kapital bevorzugt in produktive Anlageklassen mit höherem Renditepotenzial fließt. In Korrekturen, bei starker Inflation oder geopolitischen Spannungen spielt Gold seine Stärken häufig aus.
Anleger ziehen ihr Kapital in solchen Phasen in den sicheren Hafen Gold ab, was die Verluste deines restlichen Portfolios abfedern kann. Diese gegenläufige Entwicklung macht Gold zu einem wertvollen Baustein für die Diversifikation auf Anlageklassen-Ebene.
Trotz seines Rufs als sicherer Hafen solltest du ein Goldinvestment aufgrund der teils hohen Preisschwankungen dem risikobehafteten Teil deines Portfolios zuordnen. Eine Garantie gegen Verluste bietet Gold nicht.
Häufige Fragen
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