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Geldmarktfonds-Auszahlplan: So planst du regelmäßige Entnahmen aus deinem Depot

Ein Geldmarktfonds-Auszahlplan verbindet die hohe Liquidität von Geldmarktinstrumenten mit einer planbaren Entnahmestrategie. Er eignet sich für Anlegerinnen und Anleger, die kurzfristig verfügbares Kapital schrittweise nutzen möchten, ohne es auf einmal auszugeben.

10 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Geldmarktfonds investieren in kurzlaufende Geldmarktinstrumente und bieten hohe Liquidität bei geringen Kursschwankungen.
  • Ein Auszahlplan kann mit Kapitalverzehr oder Kapitalerhalt eingerichtet werden, je nachdem ob das Fondsvermögen aufgezehrt werden darf oder erhalten bleiben soll.
  • Die Rendite von Geldmarkt-ETFs orientiert sich eng an der Euro Short-Term Rate und liegt derzeit im Schnitt bei 2,44 Prozent pro Jahr.
  • Für die Altersvorsorge ist ein Geldmarktfonds-Auszahlplan als Ergänzung zur gesetzlichen Rente denkbar, wenn du Wert auf Planungssicherheit legst.

01 · Grundlagen

Was ist ein Geldmarktfonds-Auszahlplan?

Ein Geldmarktfonds-Auszahlplan ist eine Vereinbarung mit deiner Fondsgesellschaft oder deinem Depotanbieter, regelmäßig einen festgelegten Betrag aus deinen Geldmarktfondsanteilen auf dein Girokonto zu überweisen. Die Höhe und der Rhythmus der Zahlungen sind flexibel wählbar.

Du legst fest, dass regelmäßig ein bestimmter Betrag aus deinen Geldmarktfondsanteilen verkauft und auf dein Girokonto überwiesen wird. Das Kapital bleibt dabei in deinem Eigentum und wird nicht wie bei einer Versicherung zur Verrentung abgegeben.

Die Dauer und Höhe der Auszahlungen sind flexibel wählbar und können jederzeit angepasst werden. Du kannst monatlich, quartalsweise oder jährlich Geld entnehmen, je nachdem was zu deiner finanziellen Situation passt. Der Abschluss erfordert lediglich eine Anweisung an die Fondsgesellschaft.

Der Auszahlplan ist keine neue Anlageform, sondern nur eine Entnahmevereinbarung für dein bestehendes Fondsvermögen.

Kurz erklärt

Geldmarktfonds-Auszahlplan

Ein Auszahlplan, bei dem du aus einem Investmentfonds, der in Geldmarktinstrumente investiert, regelmäßig Geld erhältst. Das restliche Kapital bleibt im Fonds und wird weiterhin am Geldmarkt verzinst.

Der Auszahlplan ist eine reine Auszahlungsvereinbarung. Das Kapital bleibt in deinem Eigentum und wird nicht wie bei einer Versicherung zur Verrentung abgegeben.

02 · Vergleich

Entnahmeplan mit Kapitalverzehr oder Kapitalerhalt: Was passt zu dir?

Bei der Einrichtung eines Auszahlplans entscheidest du, ob dein angelegtes Kapital im Laufe der Zeit aufgezehrt werden darf oder ob es dauerhaft erhalten bleiben soll. Beide Varianten haben unterschiedliche Konsequenzen für die Höhe der möglichen Auszahlungen.

Bei einem Auszahlplan mit Kapitalverzehr wird das angesparte oder eingezahlte Kapital im Zeitablauf vollständig ausgezahlt. Du kannst höhere monatliche Beträge entnehmen, weil auch die Substanz angegriffen wird. Die Laufzeit ist endlich und endet mit dem vollständigen Verbrauch des Kapitals.

Bei einem Auszahlplan mit Kapitalerhalt werden nur die Erträge ausgezahlt, das eingezahlte Kapital bleibt bestehen. Die Auszahlungen fallen niedriger aus, können aber bei ausreichenden Erträgen dauerhaft weiterlaufen. Diese Variante eignet sich, wenn du dein Vermögen langfristig erhalten möchtest.

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Bei 100.000 Euro Anlagesumme und einer Rendite von 5 Prozent pro Jahr kannst du bei Kapitalerhalt monatlich rund 400 Euro entnehmen, ohne dein Kapital anzutasten. Bei Kapitalverzehr über 20 Jahre sind monatlich rund 650 Euro möglich, danach ist das Vermögen aufgebraucht.

  • Wähle Kapitalverzehr, wenn du planst, dein Vermögen über einen festen Zeitraum aufzubrauchen.
  • Wähle Kapitalerhalt, wenn du nur von den Erträgen leben und dein Kapital dauerhaft sichern möchtest.
  • Eine komplette Auszahlung des Kapitals ist bei beiden Varianten jederzeit möglich.
Die zwei Grundvarianten eines Auszahlplans im Vergleich
KapitalverzehrKapitalerhalt
ZielDas angesparte Kapital wird über einen bestimmten Zeitraum vollständig ausgezahlt.Das eingezahlte Kapital bleibt bestehen, es werden nur die Erträge ausgezahlt.
LaufzeitEndlich, endet mit dem vollständigen Verbrauch des Kapitals.Unbestimmt, kann bei ausreichenden Erträgen dauerhaft weiterlaufen.
Planungs­sicherheitDie Auszahldauer hängt von der Wertentwicklung ab und kann bei Kursschwankungen variieren.Schwankungsarme Produkte wie Renten- und Geldmarktfonds können einen gewissen Schutz vor Kurseinbrüchen bieten und damit mehr Planungssicherheit.

03 · Schritt für Schritt

So funktioniert ein ETF-Entnahmeplan mit Geldmarkt-ETFs

Ein ETF-Entnahmeplan funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie ein klassischer Fonds-Auszahlplan. Du legst fest, wie viel Geld du monatlich, quartalsweise oder jährlich aus deinem ETF-Depot auf dein Konto überwiesen bekommen möchtest.

Für einen ETF-Entnahmeplan investierst du zunächst einen einmaligen Betrag in einen Geldmarkt-ETF deiner Wahl. Viele Anbieter verlangen dafür eine Mindestanlage, oft ab 5.000 Euro. Danach erteilst du deinem Depotanbieter die Anweisung, einen festen Betrag in einem von dir gewählten Rhythmus auf dein Referenzkonto zu überweisen.

Üblich sind Auszahlungen ab 50 Euro im Monat oder 150 Euro im Quartal. Zum festgelegten Termin verkauft der Anbieter automatisch die benötigte Anzahl an Fondsanteilen und überweist den Erlös auf dein Girokonto. Das restliche Guthaben verbleibt im Fonds und kann weiter Rendite erwirtschaften.

Die Höhe des Betrages kannst du jederzeit anpassen, ohne den Auszahlplan komplett neu einrichten zu müssen.

01

Einmalanlage tätigen

Du investierst einen einmaligen Betrag in einen Geldmarkt-ETF deiner Wahl. Viele Anbieter verlangen dafür eine Mindestanlage, oft ab 5.000 Euro.

02

Auszahlplan einrichten

Du erteilst deinem Depotanbieter die Anweisung, einen festen Betrag in einem von dir gewählten Rhythmus auf dein Referenzkonto zu überweisen. Üblich sind Auszahlungen ab 50 Euro im Monat oder 150 Euro im Quartal.

03

Automatischer Verkauf von Anteilen

Zum festgelegten Termin verkauft der Anbieter automatisch die benötigte Anzahl an Fondsanteilen und überweist den Erlös auf dein Girokonto. Das restliche Guthaben bleibt im Fonds investiert.

04

Anpassung jederzeit möglich

Du kannst die Höhe der Auszahlungen, den Rhythmus oder den zugrunde liegenden Fonds in der Regel jederzeit ändern oder den Auszahlplan komplett stoppen.

04 · Was gilt

Geldmarktfonds-Auszahlplan als Zusatzrente nutzen

Ein Auszahlplan aus Geldmarktfonds kann eine flexible Ergänzung zu deiner gesetzlichen Rente oder betrieblichen Altersvorsorge sein. Du bestimmst selbst, wie viel du wann entnimmst und bleibst Eigentümerin deines Kapitals.

Ein Geldmarktfonds-Auszahlplan eignet sich als flexible Ergänzung zu deiner gesetzlichen Rente, wenn du einen Teil deines Vermögens kurzfristig verfügbar halten möchtest. Du bestimmst selbst, wie viel du wann entnimmst, und bleibst Eigentümerin deines Kapitals. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Versicherungslösungen, bei denen du dein Kapital zur Verrentung abgibst.

Schwankungsarme Produkte wie Geldmarktfonds können einen gewissen Schutz vor Kurseinbrüchen bieten und damit mehr Planungssicherheit schaffen. Du kannst zum Beispiel die Summe, die du in den kommenden zehn Jahren als Zusatzrente benötigst, in vergleichsweise sichere Produkte investieren. Mit deinem übrigen Vermögen kannst du größere Renditechancen wahrnehmen, wenn du dafür vorerst stärkere Schwankungen in Kauf nimmst.

Für eine lebenslange garantierte Rente, die unabhängig von deiner Kapitalentwicklung ist, ist ein Geldmarktfonds-Auszahlplan jedoch nicht geeignet. Dafür brauchst du eine Rentenversicherung oder andere Produkte mit Garantiekomponente.

Geeignet

·Wenn du einen Teil deines Vermögens kurzfristig verfügbar halten und daraus regelmäßige Zahlungen erhalten möchtest.
·Wenn du Wert auf hohe Liquidität legst und dein Kapital nicht langfristig binden willst.
·Wenn du die Auszahlhöhe flexibel an deinen aktuellen Bedarf anpassen möchtest.
·Wenn du eine schwankungsarme Ergänzung zu deiner gesetzlichen Rente suchst.

Weniger geeignet

·Wenn du eine lebenslange, garantierte Rente suchst, die unabhängig von deiner Kapitalentwicklung ist.
·Wenn du langfristig eine höhere Rendite benötigst, um deinen Lebensstandard im Alter zu sichern.
·Wenn du dein gesamtes Altersvorsorgevermögen in einen Auszahlplan geben möchtest und auf Kapitalerhalt angewiesen bist.

05 · Hintergrund

Rendite und Wert­entwicklung: Was bringt ein Geldmarktfonds-Auszahlplan?

Die Rendite eines Geldmarktfonds-Auszahlplans hängt direkt von der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Fonds ab. Geldmarktfonds orientieren sich eng an den aktuellen Zinsen am Geldmarkt, die derzeit im Schnitt bei 2,44 Prozent pro Jahr liegen.

Geldmarkt-ETFs, die die Euro Short-Term Rate abbilden, erzielen ihre Rendite aus kurzfristigen Krediten zwischen Banken. Diese Zinsen sind eng an den Leitzins der Europäischen Zentralbank gekoppelt. Steigt der Leitzins, steigen in der Regel auch die Erträge deines Geldmarktfonds.

Bei einem Auszahlplan mit Kapitalerhalt kannst du nur die Erträge entnehmen. Liegt die Rendite deines Geldmarktfonds bei 2,44 Prozent pro Jahr, entspricht das bei einer Anlagesumme von 100.000 Euro einer monatlichen Auszahlung von etwa 200 Euro, ohne das Kapital anzutasten. Bei einem Auszahlplan mit Kapitalverzehr kannst du höhere Beträge entnehmen, verbrauchst damit aber dein Vermögen schneller.

Die Zinsen am Geldmarkt liegen derzeit im Schnitt bei 2,44 Prozent pro Jahr. Das ist etwas oberhalb der Zinsen für gutes Tagesgeld und deutlich oberhalb von Sparbuchzinsen.

Geldmarkt-ETFs, die die Euro Short-Term Rate abbilden, erzielen ihre Rendite aus kurzfristigen Krediten zwischen Banken. Diese Zinsen sind eng an den Leitzins der Europäischen Zentralbank gekoppelt. Steigt der Leitzins, steigen in der Regel auch die Erträge deines Geldmarktfonds.

Bei einem Auszahlplan mit Kapitalerhalt kannst du nur die Erträge entnehmen, das eingezahlte Kapital bleibt bestehen.

Bei einem Auszahlplan mit Kapitalverzehr kannst du höhere Beträge entnehmen, weil auch die Substanz ausgezahlt wird. Die Auszahldauer hängt dann von der Höhe der Entnahmen und der weiteren Wertentwicklung ab. Eine angenommene Wertentwicklung von 5 Prozent pro Jahr würde bei 100.000 Euro Anlagesumme und 650 Euro monatlicher Auszahlung für etwa 20 Jahre reichen.

06 · Checkliste

Liquidität und Kursschwankungen: So planst du sicher

Geldmarktfonds zeichnen sich durch hohe Liquidität und geringe Kursschwankungen aus. Das macht sie zu einem geeigneten Baustein für Auszahlpläne, bei denen du auf Planungssicherheit angewiesen bist.

Geldmarktfonds haben in der Regel eine hohe Liquidität. Du kannst Anteile jederzeit sehr leicht an der Börse verkaufen oder an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Bis du das Geld auf deinem Girokonto hast, können je nach Depotanbieter ein bis vier Bankarbeitstage vergehen.

Die EU-Verordnung über Geldmarktfonds stellt sicher, dass in einer Krise auch viele Anlegende gleichzeitig an ihr Geld herankommen. Die Laufzeit der enthaltenen Geldmarktinstrumente darf nicht länger als 397 Tage betragen, also höchstens rund ein Jahr und einen Monat. Das sorgt für eine hohe Krisenfestigkeit der Fonds.

  • Wähle einen Geldmarkt-ETF, der die Euro Short-Term Rate abbildet, um von den aktuellen Geldmarktzinsen zu profitieren.
  • Achte darauf, dass der Fonds nur in Euro notierte Geldmarktinstrumente enthält, um Währungsrisiken zu vermeiden.
  • Plane einen Puffer ein, falls die Auszahlung einige Bankarbeitstage bis zur Gutschrift auf deinem Girokonto benötigt.
  • Vermeide aktiv verwaltete Geldmarktfonds mit hohen Gebühren, da diese deine Nettorendite schmälern.

Checkliste für einen sicheren Geldmarktfonds-Auszahlplan

01

Wähle einen Geldmarkt-ETF, der die Euro Short-Term Rate abbildet, um von den aktuellen Geldmarktzinsen zu profitieren.

02

Achte darauf, dass der Fonds nur in Euro notierte Geldmarktinstrumente enthält, um Währungsrisiken zu vermeiden.

03

Plane einen Puffer ein, falls die Auszahlung einige Bankarbeitstage bis zur Gutschrift auf deinem Girokonto benötigt.

04

Vermeide aktiv verwaltete Geldmarktfonds mit hohen Gebühren, da diese deine Nettorendite schmälern.

05

Prüfe, ob dein Depotanbieter für den Auszahlplan zusätzliche Service- oder Erfolgsgebühren erhebt.

07 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Geldmarktfonds-Auszahlplan

Ein Auszahlplan aus Geldmarktfonds ist einfach einzurichten, aber einige Fehler können deine Planung durchkreuzen. Diese Punkte solltest du vor dem Start klären.

Zu hohe Entnahmen sind der häufigste Fehler bei Auszahlplänen. Wenn du mehr entnimmst als der Fonds erwirtschaftet, zehrst du dein Kapital schneller auf als geplant. Das kann dazu führen, dass dein Auszahlplan deutlich früher endet als von dir gewünscht.

Ein weiterer Fehler ist die Verwechslung von Geldmarktfonds mit geldmarktnahen Fonds. Fonds mit längeren Anleihelaufzeiten können bei steigenden Zinsen Kursverluste erleiden. Sie fallen nicht unter die EU-Verordnung über Geldmarktfonds und dürfen sich offiziell auch nicht so nennen, versuchen aber oft, den Eindruck zu erwecken.

  • Währungsrisiken ignorieren: Geldmarktfonds, die in Dollar oder andere Währungen investieren, können durch Wechselkursschwankungen Verluste verursachen.
  • Gebühren unterschätzen: Hohe Ausgabeaufschläge oder Servicegebühren reduzieren die für Auszahlungen verfügbare Summe erheblich.
  • Kapitalbedarf falsch einschätzen: Plane realistisch, wie lange dein Vermögen bei der gewählten Entnahmerate reichen soll.

Diese Fehler solltest du vermeiden

·Zu hohe Entnahmen wählen: Wenn du mehr entnimmst als der Fonds erwirtschaftet, zehrst du dein Kapital schneller auf als geplant.
·Währungsrisiken ignorieren: Geldmarktfonds, die in Dollar oder andere Währungen investieren, können durch Wechselkursschwankungen Verluste verursachen.
·Geldmarktnahe Fonds mit Geldmarktfonds verwechseln: Fonds mit längeren Anleihelaufzeiten können bei steigenden Zinsen Kursverluste erleiden.
·Gebühren unterschätzen: Hohe Ausgabeaufschläge oder Servicegebühren reduzieren die für Auszahlungen verfügbare Summe erheblich.
·Kapitalerhalt bei niedrigen Zinsen erwarten: Wenn die Geldmarktzinsen unter deiner gewünschten Auszahlrate liegen, ist ein Kapitalerhalt nicht möglich.

08 · Im Vertrag

Geldmarktinstrumente im Fonds: Was steckt in deinem Auszahlplan?

Die EU hat in einer Verordnung genau festgelegt, worin ein Geldmarktfonds investieren darf. Das sorgt für eine hohe Krisenfestigkeit und stellt sicher, dass du auch in schwierigen Marktphasen an dein Geld kommst.

Das sind vor allem die sogenannten Geldmarktinstrumente: Schatzanweisungen, Termingelder oder Einlagenzertifikate von Banken, Unternehmen oder Staaten. Bei all diesen Anlagen leiht eine Partei der anderen Geld über einen kurzen Zeitraum und erhält dafür Zinsen.

Die Verordnung regelt außerdem, wie Geldmarktfonds die Investitionen über verschiedene Anlagemöglichkeiten verteilen müssen. Das soll für eine hohe Krisenfestigkeit der Fonds sorgen und sicherstellen, dass in einer Krise auch viele Anlegende gleichzeitig an ihr Geld herankommen.

  • Schatzanweisungen sind kurzfristige Schuldtitel von Staaten mit einer Laufzeit von maximal 397 Tagen und gelten als besonders sicher.
  • Termingelder sind Festgelder bei Banken mit kurzer Laufzeit, deren Zinssatz sich am aktuellen Geldmarktzins orientiert.
  • Einlagenzertifikate sind verbriefte Einlagen von Banken, die am Geldmarkt gehandelt werden und eine feste Verzinsung bieten.
  • Overnight-Kredite sind Kredite zwischen Banken mit einer Laufzeit von nur einem Tag, deren Zinssatz die Euro Short-Term Rate abbildet.

Die wichtigsten Anlageklassen in Geldmarktfonds

SchatzanweisungenStaatsanleihenKurzfristige Schuldtitel von Staaten mit einer Laufzeit von maximal 397 Tagen. Sie gelten als besonders sicher.
TermingelderBankeinlagenFestgelder bei Banken mit kurzer Laufzeit. Der Zinssatz orientiert sich am aktuellen Geldmarktzins.
EinlagenzertifikateBankprodukteVerbriefte Einlagen von Banken, die am Geldmarkt gehandelt werden und eine feste Verzinsung bieten.
Overnight-KrediteInterbankenmarktKredite zwischen Banken mit einer Laufzeit von nur einem Tag. Die Euro Short-Term Rate bildet den Durchschnittszins dieser Geschäfte ab.

09 · Hintergrund

Geldmarktfonds-Auszahlplan in der Altersvorsorge: Chancen und Grenzen

Für die Altersvorsorge kann ein Geldmarktfonds-Auszahlplan eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn du einen Teil deines Vermögens kurzfristig verfügbar halten möchtest. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind renditestärkere Anlagen wie Aktien-ETFs besser geeignet.

Ein Geldmarktfonds-Auszahlplan eignet sich besonders für den Teil deines Altersvorsorgevermögens, den du in den nächsten Jahren benötigst. Du kannst zum Beispiel die Summe, die du in den kommenden zehn Jahren als Zusatzrente entnehmen möchtest, in schwankungsarme Geldmarktfonds oder Rentenfonds investieren. Das gibt dir Planungssicherheit für den kurzfristigen Bedarf.

Für den langfristigen Vermögensaufbau solltest du einen größeren Teil deines Kapitals in Aktienfonds oder Aktien-ETFs anlegen. Diese bieten langfristig höhere Renditechancen, unterliegen aber stärkeren Kursschwankungen. Ein Mix aus beiden Anlageklassen kann für mehr Planungssicherheit sorgen, weil du kurzfristige Auszahlungen aus schwankungsarmen Produkten deckst und langfristig von Aktienrenditen profitierst.

Geldmarktfonds sind als sicherer Parkplatz für kurzfristig benötigtes Kapital gedacht, nicht als Renditemotor für den langfristigen Vermögensaufbau.

Ein Geldmarktfonds-Auszahlplan eignet sich besonders für den Teil deines Altersvorsorgevermögens, den du in den nächsten Jahren benötigst. Du kannst zum Beispiel die Summe, die du in den kommenden zehn Jahren als Zusatzrente entnehmen möchtest, in schwankungsarme Geldmarktfonds oder Rentenfonds investieren.

Für den langfristigen Vermögensaufbau solltest du einen größeren Teil deines Kapitals in Aktienfonds oder Aktien-ETFs anlegen. Diese bieten langfristig höhere Renditechancen, unterliegen aber stärkeren Kursschwankungen. Ein Mix aus beiden Anlageklassen kann für mehr Planungssicherheit sorgen.

Beachte, dass ein Geldmarktfonds-Auszahlplan keine lebenslange Rente garantiert. Wenn dein Kapital aufgezehrt ist, enden die Zahlungen. Für eine lebenslange Absicherung kann eine private Rentenversicherung oder ein anderes Vorsorgeprodukt sinnvoll sein.

10 · Kosten

Steuern auf Auszahlungen aus Geldmarktfonds

Auszahlungen aus einem Geldmarktfonds-Auszahlplan sind steuerlich wie Kapitalerträge zu behandeln. Die Höhe der Steuer hängt von deinem persönlichen Steuersatz und der Nutzung des Sparer-Pauschbetrags ab.

Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent auf Kapitalerträge, zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr.

Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Sparer-Pauschbetrag auf 2000 Euro pro Jahr. Die Teilfreistellung von 30 Prozent gilt nur für Aktienfonds, nicht für reine Geldmarktfonds. Das bedeutet, dass Erträge aus Geldmarktfonds in voller Höhe der Abgeltungsteuer unterliegen, sofern sie den Sparer-Pauschbetrag übersteigen.

Erträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr bleiben steuerfrei. Erst darüber hinaus fallen Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag an.

Steuerliche Belastung von Kapitalerträgen aus Geldmarktfonds

Sparer-Pauschbetrag pro Person1000 EUR
Abgeltungsteuer25 %
Solidaritätszuschlag5,5 % auf die Steuer

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026