Geldkurs und Briefkurs Was steckt hinter dem Spread?
Was ist der Unterschied zwischen Geldkurs und Briefkurs? Einfache Erklärung mit Beispielen, Spread-Berechnung & Tipps für Einsteiger. ✓ Studenten-Guide.
- Geldkurs (Bid): Der Preis, zu dem ein Market Maker oder die Börse ein Wertpapier von dir kauft.
- Briefkurs (Ask): Der Preis, zu dem du ein Wertpapier kaufen kannst – immer etwas höher als der Geldkurs.
- Der Begriff 'Brief' stammt aus dem historischen Börsenwesen: Verkäufer boten Wertpapiere per Briefangebot an.
- Beide Kurse werden gleichzeitig gestellt und ändern sich sekündlich je nach Angebot und Nachfrage.
Geldkurs und Briefkurs – zwei Preise, eine Transaktion
Geldkurs (Bid): Der Preis, zu dem ein Market Maker oder die Börse ein Wertpapier von dir kauft.
Wer zum ersten Mal eine Aktie oder einen ETF kauft, stolpert schnell über zwei Zahlen: den Geldkurs (Bid) und den Briefkurs (Ask). Sie stehen immer gleichzeitig im Raum und bestimmen gemeinsam, zu welchem Preis dein Handel tatsächlich ausgeführt wird – und was er dich wirklich kostet.
AUF EINEN BLICK
- Briefkurs (Ask): Der Preis, zu dem du ein Wertpapier kaufen kannst – immer etwas höher als der Geldkurs.
- Der Begriff 'Brief' stammt aus dem historischen Börsenwesen: Verkäufer boten Wertpapiere per Briefangebot an.
- Beide Kurse werden gleichzeitig gestellt und ändern sich sekündlich je nach Angebot und Nachfrage.
- Für Anleger:innen relevant: Bereits beim ersten ETF-Kauf begegnen euch diese beiden Kursangaben im Broker-Interface.
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Was bedeuten Geldkurs und Briefkurs wirklich?
Der Spread (Geld-Brief-Spanne) ist die Differenz zwischen Briefkurs und Geldkurs.
Der Geldkurs – im internationalen Umfeld als „Bid" bezeichnet – ist der Preis, den ein Käufer (meistens ein Market Maker oder eine Gegenpartei an der Börse) bereit ist, für ein bestimmtes Wertpapier zu zahlen. Wenn du also eine Aktie oder einen ETF-Anteil verkaufst, erhältst du in der Regel den Geldkurs. Er ist der niedrigere der beiden Preise und spiegelt das Interesse der Käuferseite wider.
Der Briefkurs – englisch „Ask" oder „Offer" – ist der Preis, zu dem du als Anleger:in ein Wertpapier erwerben kannst. Er liegt definitionsgemäß über dem Geldkurs, denn kein Market Maker würde ein Papier günstiger verkaufen, als er es selbst einkauft. Der Begriff „Brief" stammt übrigens aus dem historischen Börsenwesen: Verkäufer boten ihre Wertpapiere einst per schriftlichem Briefangebot an – daher hat sich die Bezeichnung im deutschsprachigen Raum bis heute gehalten, auch wenn der Handel längst vollständig digitalisiert ist.
Beide Kurse werden gleichzeitig gestellt und verändern sich sekündlich – ja, teilweise sogar im Millisekunden-Takt – je nach aktuellem Angebot und Nachfrage am Markt. An liquiden Handelsplätzen wie der Frankfurter Wertpapierbörse (Xetra) sorgen spezialisierte Market Maker dafür, dass stets ein handelbarer Geld- und Briefkurs vorhanden ist. Ohne diese Liquiditätsanbieter würden viele Wertpapiere deutlich seltener gehandelt und Preise wären weit volatiler.
Für Einsteiger ist der wichtigste Merksatz: Du kaufst zum Briefkurs und verkaufst zum Geldkurs. Diese asymmetrische Logik ist der Kern des gesamten Bid-Ask-Systems und der Ausgangspunkt für das Verständnis von Spread-Kosten.
AUF EINEN BLICK
- Formel: Spread = Briefkurs − Geldkurs; relativer Spread = (Briefkurs − Geldkurs) / Briefkurs × 100.
- Der Spread ist kein explizites Entgelt, sondern ein indirekter Kostenfaktor beim Handel.
- Liquide Wertpapiere (z. B. DAX-Aktien, marktbreite ETFs) haben in der Regel engere Spreads als illiquide Small Caps.
- Für Buy-and-Hold-Investierende spielt der Spread eine geringere Rolle als für aktive Trader.
Der Spread: Mehr als nur eine Zahl im Orderbuch
In Broker-Apps erscheinen Bid/Ask oft nebeneinander; manche Oberflächen zeigen nur den 'letzten Kurs' – schau ins Orderbuch.
Der Spread – auch Geld-Brief-Spanne genannt – ist schlicht die Differenz zwischen Briefkurs und Geldkurs. Die Formel lautet: Spread = Briefkurs − Geldkurs. Der relative Spread ergibt sich als: (Briefkurs − Geldkurs) / Briefkurs × 100 und wird in Prozent ausgedrückt. Dieser prozentuale Wert ist für den Vergleich verschiedener Wertpapiere besonders aussagekräftig, weil er die absolute Differenz ins Verhältnis zum Preisniveau setzt.
Was viele Einsteiger nicht sofort erkennen: Der Spread ist kein explizit ausgewiesenes Entgelt. Du siehst ihn nicht als eigene Zeile in der Abrechnung, wie du es von Ordergebühren oder Depotkosten kennen würdest. Er ist ein indirekter Kostenfaktor – eingebaut in die Preisgestaltung des Handels selbst. Das macht ihn besonders tückisch, denn er entfaltet seine Wirkung still, ohne dass ein Betrag explizit abgebucht wird.
Liquide Wertpapiere – also solche, die sehr häufig gehandelt werden, etwa DAX-Aktien oder marktbreite ETFs auf den MSCI World – haben in der Regel sehr enge Spreads. Bei einem hochliquiden ETF kann der relative Spread unter 0,05 Prozent liegen. Bei illiquiden Small Caps, exotischen Länderfonds oder Nischenprodukten hingegen kann er mehrere Zehntel Prozent oder sogar mehr betragen. Wer diesen Unterschied nicht kennt, verliert real Rendite – und das bereits beim ersten Kauf, noch bevor der Kurs sich überhaupt bewegt hat.
Der Spread ist auch ein indirektes Maß für das Risiko, das ein Market Maker trägt. Wenn er bei einem wenig gehandelten Papier ständig Kauf- und Verkaufspreise stellen muss, ohne sicher zu sein, wann er eine Gegenpartei findet, fordert er als Ausgleich einen breiteren Spread. Für dich als Anleger:in bedeutet das: Je exotischer oder illiquider das Produkt, desto teurer wird der Ein- und Ausstieg – selbst wenn die laufenden Kosten (TER) niedrig aussehen.
AUF EINEN BLICK
- An der Xetra (Deutsche Börse) und anderen regulierten Handelsplätzen sind Geld- und Briefkurs öffentlich einsehbar.
- Bei Neobroker-Ausführungen über Market-Maker-Modelle gilt ebenfalls ein Spread, auch wenn keine explizite Provision fällt.
- Für ETFs zeigt die KIID/KID des Anbieters oft Angaben zu typischen Spreads – nützlich beim Produktvergleich.
- Außerbörslicher Handel (OTC) kann weitere Spreads enthalten; Vergleich mehrerer Handelsplätze lohnt sich.
Wo und wie du Bid und Ask in deiner Broker-App erkennst
Aktien: Spread variiert stark – bei Blue Chips meist eng, bei Nebenwerten oder ausländischen Börsen breiter.
In den meisten modernen Broker-Apps erscheinen Geldkurs (Bid) und Briefkurs (Ask) nebeneinander in der Kursansicht – oft als zwei farblich unterschiedliche Zahlen. Manche vereinfachten Benutzeroberflächen zeigen jedoch nur den „letzten gehandelten Kurs" an, der weder dem aktuellen Geld- noch dem Briefkurs entsprechen muss. Wer es genau wissen will, sollte ins Orderbuch schauen: Dort sind sowohl die aktuellen Bid- und Ask-Preise als auch die dahinter stehenden Volumina sichtbar.
An der Xetra (Deutsche Börse AG) und anderen regulierten Handelsplätzen sind Geld- und Briefkurs grundsätzlich öffentlich einsehbar. Das ist ein wesentlicher Transparenzvorteil gegenüber dem außerbörslichen Handel. Viele Neobroker leiten Orders jedoch nicht an Xetra, sondern an alternative Market-Maker-Plattformen wie Gettex oder Tradegate weiter. Dort gilt ebenfalls ein Spread – auch wenn keine explizite Provision fällt, zahlt man die Handelskosten also über den Preis selbst.
Für ETFs lohnt sich ein Blick in das Key Information Document (KID), das jeder ETF-Anbieter veröffentlichen muss. Dort finden sich teilweise Angaben zu typischen Spreads des Produkts – ein nützlicher Anhaltspunkt, wenn du zwei ähnliche ETFs vergleichst, die sich in der Verwaltungsgebühr kaum unterscheiden, aber beim Spread deutlich divergieren können. Gerade bei synthetischen ETFs auf wenig liquide Märkte oder bei Nischen-Themen-ETFs kann dieser Unterschied relevant werden.
AUF EINEN BLICK
- ETFs: Spread hängt von der Liquidität des zugrundeliegenden Index und der Handelsuhrzeit ab; außerhalb der Haupthandelszeiten oft weiter.
- Anleihen: Werden häufig OTC gehandelt; Spreads sind weniger transparent und können für Einsteiger vergleichsweise hoch sein.
- Devisen (Forex): Spread ist hier das klassische Kostenmodell vieler FX-Broker – besonders relevant bei Auslandstransfers oder Fremdwährungs-ETFs.
- Kryptowährungen: Können sehr volatile Spreads aufweisen; regulatorischer Rahmen unterscheidet sich von klassischen Wertpapieren erheblich.
Geldkurs und Briefkurs bei Aktien, ETFs, Anleihen und Devisen
Schritt 1: Notiere Briefkurs und Geldkurs des Wertpapiers zum Zeitpunkt deiner Orderaufgabe.
Bei Aktien variiert der Spread erheblich. Blue-Chip-Werte aus dem DAX oder dem amerikanischen S&P 500 werden täglich millionenfach gehandelt – der relative Spread ist minimal und für langfristige Anleger kaum spürbar. Anders sieht es bei Nebenwerten (Mid Caps, Small Caps) oder Titeln aus, die nur an ausländischen Börsen mit geringerem Handelsvolumen notiert sind. Hier können Spreads deutlich breiter sein, was kurzfristiges Trading besonders teuer macht.
Bei ETFs hängt der Spread stark von der Liquidität des zugrundeliegenden Index und der Handelszeit ab. Während der Haupthandelszeiten – wenn auch die zugrunde liegenden Märkte geöffnet sind – sind Spreads eng. Außerhalb dieser Zeiten, etwa wenn du einen US-Aktien-ETF während der Mittagspause handeln willst, kann sich der Spread deutlich weiten, weil Market Maker das höhere Preisfindungsrisiko einpreisen. Für Sparplanausführungen spielt dieser Effekt eine untergeordnete Rolle, da Sparpläne bei vielen Neobroker oft zu festgelegten Referenzkursen oder zum NAV ausgeführt werden.
Anleihen werden häufig außerbörslich (OTC – Over the Counter) gehandelt, was die Preistransparenz einschränkt. Spreads sind hier weniger öffentlich sichtbar und können für Privatanleger vergleichsweise hoch ausfallen. Wer Einzelanleihen kauft, sollte die Geld-Brief-Spanne explizit erfragen oder in der Ausführungsanzeige prüfen – auch wenn das nicht immer einfach ist.
Im Devisenmarkt (Forex) ist der Spread das klassische Ertragsmodell vieler FX-Broker. Wer Fremdwährungen kauft oder Fremdwährungs-ETFs hält, zahlt beim Erwerb automatisch den Spread. Das ist auch beim Währungsumtausch durch ausländische Broker oder beim internationalen Überweisen relevant – hier können Spreads einen erheblichen Teil des Betrags ausmachen, selbst wenn keine Gebühr ausgewiesen wird.
AUF EINEN BLICK
- Schritt 2: Berechne den absoluten Spread (Briefkurs minus Geldkurs).
- Schritt 3: Teile den absoluten Spread durch den Briefkurs und multipliziere mit 100 – das ergibt den prozentualen Spread.
- Schritt 4: Multipliziere deinen Investitionsbetrag mit dem prozentualen Spread – das sind deine Spread-Kosten für diese Order.
- Merke: Bei regelmäßigen Kleinstbeträgen (Sparplan) können sich auch kleine Spreads über Zeit summieren – lohnt sich im Gesamtkostenvergleich zu berücksichtigen.
Spread-Kosten berechnen – Schritt für Schritt erklärt
Marketorder: Du kaufst zum aktuellen Briefkurs bzw. verkaufst zum aktuellen Geldkurs – schnell, aber ohne Preiskontrolle.
Die gute Nachricht: Den Spread zu berechnen ist einfach und erfordert keine besonderen Vorkenntnisse. Du brauchst nur zwei Zahlen, die du in jeder Broker-App oder im Orderbuch findest. Gehen wir den Rechenweg gemeinsam durch:
Schritt 1: Notiere den aktuellen Briefkurs (Ask) und den Geldkurs (Bid) des Wertpapiers zum Zeitpunkt deiner Orderaufgabe. Beide Werte sollten möglichst gleichzeitig abgelesen werden, da sie sich laufend ändern.
Schritt 2: Berechne den absoluten Spread: Briefkurs minus Geldkurs. Das ergibt den Spread in Euro (oder der jeweiligen Währung). Bei einem Briefkurs von 50,10 € und einem Geldkurs von 50,00 € beträgt der absolute Spread 0,10 €.
Schritt 3: Berechne den prozentualen Spread: Absoluter Spread geteilt durch Briefkurs, multipliziert mit 100. Im Beispiel: 0,10 / 50,10 × 100 ≈ 0,20 %. Das ist der relative Spread – die Kennzahl, die einen fairen Produktvergleich ermöglicht.
Schritt 4: Multipliziere deinen Investitionsbetrag mit dem prozentualen Spread. Wenn du 1.000 € investierst und der Spread beträgt 0,20 %, entstehen dir Spread-Kosten von rund 2 €. Das klingt gering, addiert sich aber bei häufigen Trades oder sehr breiten Spreads spürbar auf. Anlagegewinne sind übrigens ab einem Jahresbetrag oberhalb des Sparerpauschbetrags von 1.000 € (für Ledige) steuerpflichtig – und zwar mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 % plus ggf. Solidaritätszuschlag. Spread-Kosten mindern zwar deinen effektiven Einstandskurs, sind aber beim Privatanleger steuerlich nicht gesondert absetzbar.
AUF EINEN BLICK
- Limitorder: Du legst selbst einen maximalen Kauf- oder minimalen Verkaufspreis fest – reduziert Slippage, kann aber unausgeführt bleiben.
- Bei illiquiden Werten oder volatilen Marktphasen ist eine Limitorder für Einsteiger empfehlenswert.
- Sparpläne bei Neobroker werden meist zum NAV oder einem festgelegten Referenzkurs ausgeführt – Spread-Einfluss dort oft geringer.
- Orderaufgabe möglichst während liquider Haupthandelszeiten (XETRA: werktags ca. 9–17:30 Uhr MEZ) für engere Spreads.
Limitorder vs. Marketorder: Den Spread strategisch im Griff behalten
Fehler 1: Nur den 'letzten Kurs' beachten und den aktuellen Briefkurs beim Kauf ignorieren.
Eine Marketorder ist die einfachste Orderart: Du gibst den Auftrag, sofort zum bestmöglichen verfügbaren Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Das bedeutet in der Praxis, dass du beim Kauf automatisch den aktuellen Briefkurs zahlst und beim Verkauf den aktuellen Geldkurs erhältst. Die Ausführung ist schnell und sicher, aber du hast keine Kontrolle über den genauen Preis – besonders in volatilen Marktphasen kann es zu sogenanntem Slippage kommen, also einer Ausführung zu einem schlechteren Kurs als erwartet.
Eine Limitorder hingegen erlaubt dir, selbst einen maximalen Kaufpreis (Kauf-Limit) oder einen minimalen Verkaufspreis (Verkauf-Limit) festzulegen. Du kaufst also nur, wenn der Briefkurs auf oder unter dein Limit fällt – und verkaufst nur, wenn der Geldkurs auf oder über dein Limit steigt. Das schützt dich vor unerwünschten Ausführungen zu schlechten Kursen. Der Nachteil: Wenn der Markt sich schnell in die entgegengesetzte Richtung bewegt, bleibt deine Order unausgeführt.
Für Einsteiger gilt als Faustregel: Bei sehr liquiden, eng gehandelten Wertpapieren (DAX-ETF, MSCI-World-ETF) ist eine Marketorder meist unproblematisch. Bei illiquiden Nebenwerten, exotischen Produkten oder in besonders turbulenten Marktphasen ist eine Limitorder die klügere Wahl. Sie gibt dir mehr Kontrolle, auch wenn sie etwas mehr Aufmerksamkeit erfordert.
Ein häufig übersehener Sonderfall sind Stop-Loss-Orders: Diese werden ausgelöst, sobald der Kurs ein bestimmtes Niveau unterschreitet – dann wandeln sie sich automatisch in eine Marketorder um und werden zum dann geltenden Geldkurs ausgeführt. Wer seinen Stop-Loss zu knapp setzt, ohne den typischen Spread des Wertpapiers einzukalkulieren, kann unerwartete Verluste erleiden, weil der Geldkurs oft merklich unter dem angezeigten letzten Handelspreis liegt.
AUF EINEN BLICK
- Fehler 2: Außerbörsliche Handelszeiten nutzen, ohne den dann oft weiteren Spread einzukalkulieren.
- Fehler 3: Bei seltenen oder exotischen ETFs hohe Spreads unterschätzen, die die niedrige Verwaltungsgebühr wieder auffressen können.
- Fehler 4: Stop-Loss-Orders ohne Berücksichtigung des Geldkurses setzen – Ausführung erfolgt zum Geldkurs, nicht zum angezeigten Kurs.
- Fehler 5: Spread mit Ordergebühren gleichsetzen – es sind zwei separate Kostenblöcke, die zusammen die Transaktionskosten bilden.
Typische Fehler beim Umgang mit Geldkurs und Briefkurs
Auch mit kleinen monatlichen Beträgen kannst du investieren – Spreads bei marktbreiten ETFs sind für Sparplan-Ausführungen meist vernachlässigbar.
Der verbreitetste Fehler ist, nur den „letzten Kurs" zu beachten und dabei zu vergessen, dass dieser Wert der zuletzt ausgeführte Handelspreis ist – nicht der aktuelle Kaufpreis. Wer eine Aktie bei 50,00 € „letztem Kurs" sieht und eine Marketorder aufgibt, zahlt tatsächlich den Briefkurs, der je nach Spread bei 50,10 € oder 50,30 € liegen kann. Dieser Unterschied erscheint klein, summiert sich aber über viele Transaktionen.
Ein weiterer klassischer Fehler ist der Handel außerbörslicher Handelszeiten ohne Berücksichtigung des dann oft deutlich weiteren Spreads. Abends nach Börsenschluss oder am Wochenende können Spreads bei einigen Neobroker-Plattformen mehrfach höher sein als tagsüber. Wer ungeduldig ist und unbedingt noch nach Feierabend handeln möchte, zahlt dafür häufig einen spürbaren Aufpreis.
Besonders gefährlich ist der Fehler bei seltenen oder exotischen ETFs: Ein thematischer ETF auf einen Nischenmarkt kann eine sehr attraktiv wirkende TER (Gesamtkostenquote) von z. B. 0,20 % pro Jahr ausweisen, während der Spread bei jeder einzelnen Transaktion 0,50 % oder mehr beträgt. Wer diesen ETF häufiger kauft und verkauft, zahlt de facto ein Vielfaches der jährlichen Verwaltungsgebühr allein durch den Spread – ein Effekt, den Einsteiger oft unterschätzen.
Schließlich unterschätzen viele Einsteiger den Einfluss des Spreads bei Stop-Loss-Marken. Wenn du eine Stop-Loss-Order bei 48,00 € setzt und die Aktie auf diesen Kurs fällt, wird die Order zum dann aktuellen Geldkurs ausgeführt – der vielleicht bei 47,80 € liegt. Das ist kein Fehler des Systems, sondern die natürliche Konsequenz aus der Bid-Ask-Systematik. Wer das nicht weiß, fühlt sich bei der Abrechnung zu Unrecht überrascht.
AUF EINEN BLICK
- Vergleiche vor deiner ersten Order: Schau dir Spread, Ordergebühr und Börsenplatz gemeinsam an.
- Lerne, das Orderbuch deines Brokers zu lesen – so erkennst du sofort Geld- und Briefkurs sowie die Markttiefe.
- Nutze den StudySmarter Finanz-Score-Rechner, um deinen aktuellen Vermögensaufbau-Status zu ermitteln und nächste Schritte abzuleiten.
- Grundlagenwissen zu Wertpapierhandel ist Teil des Finanzführerscheins – verknüpfe dieses Wissen mit Themen wie ETF-Grundlagen und Depoteröffnung.
Geldkurs und Briefkurs im Alltag: So startest du kosteneffizient
Die gute Nachricht für alle, die mit kleinen monatlichen Beträgen in ETFs investieren: Bei einem Sparplan auf einen marktbreiten ETF – etwa auf den MSCI World oder den FTSE All World – sind die Spread-Kosten in aller Regel vernachlässigbar. Viele Neobroker führen Sparplanausführungen zum NAV (Nettoinventarwert) oder einem festgelegten Referenzkurs aus, sodass der Spread kaum eine Rolle spielt. Das macht das Sparplan-Investing für Einsteiger besonders attraktiv und kostengünstig.
Wer hingegen Einzelkäufe tätigt – sei es spontan auf ein bestimmtes Thema oder anlassbezogen – sollte vor der Order einen kurzen Check durchführen: Wie groß ist der aktuelle Spread? Zu welchen Handelszeiten ist das Produkt am liquidesten? Welchen Börsenplatz nutzt mein Broker, und gibt es Alternativen? Dieser Dreiklang aus Spread, Ordergebühr und Börsenplatz bestimmt die tatsächlichen Transaktionskosten weitaus stärker als die Verwaltungsgebühr des Produkts allein.
Lerne außerdem, das Orderbuch deines Brokers zu lesen. Fast jede Broker-App ermöglicht es, die aktuellen Bid- und Ask-Preise sowie die dahinter stehenden Volumina einzusehen. Diese Transparenz ist dein wichtigstes Werkzeug, um fundierte Handelsentscheidungen zu treffen. Gerade wenn du mit einem begrenzten Budget startest – wo jeder Euro zählt – ist das Vermeiden unnötiger Spread-Kosten ein echter Rendite-Hebel.
Denke auch an den steuerlichen Rahmen: Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € jährlich (für Ledige) bleiben steuerfrei. Über diesem Betrag greift die Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag. Das ändert zwar nichts am Spread selbst, ist aber Teil der Gesamtrechnung, wenn du deine Netto-Rendite ermitteln möchtest. Ein Freistellungsauftrag bei deinem Broker ist Pflicht, um den Pauschbetrag auch wirklich zu nutzen.
Fazit: Geldkurs und Briefkurs konsequent in deine Handelsstrategie einbauen
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Häufige Fragen
Der Geldkurs ist der Preis, zu dem ein Käufer bereit ist, ein Wertpapier zu kaufen, während der Briefkurs der Preis ist, zu dem ein Verkäufer bereit ist, es zu verkaufen. Du kaufst also zum Briefkurs und verkaufst zum Geldkurs.
Der Briefkurs ist höher als der Geldkurs, weil der Marktmacher oder die Börse eine Spanne als Vergütung für ihre Dienstleistung und das Risiko der Preisabsicherung einbezieht. Diese Differenz ist eine der Einnahmequellen des Handelsplatzes und gleicht Angebot und Nachfrage aus.
Den Spread in Prozent berechnest du, indem du die Differenz zwischen Brief- und Geldkurs durch den Briefkurs teilst und das Ergebnis mit 100 multiplizierst. Beispiel: Bei einem Briefkurs von 100 Euro und einem Geldkurs von 99 Euro beträgt der Spread 1 Prozent.
Eine Limitorder solltest du verwenden, wenn du einen maximalen Kaufpreis oder einen minimalen Verkaufspreis festlegen möchtest, um nicht mehr zu zahlen oder weniger zu erhalten als geplant. Bei sehr volatilen Märkten oder illiquiden Titeln schützt dich eine Limitorder vor unerwarteten Ausführungen zu schlechteren Kursen.
Ja, der Spread hat Auswirkungen auf deinen ETF-Sparplan, da du bei jeder Ausführung den Spread als Teil der Transaktionskosten trägst. Bei regelmäßigen kleinen Beträgen kann ein hoher Spread die Rendite spürbar schmälern, weshalb sich ein Vergleich der Handelsplätze lohnt.
Die Anzeige 'Geld 0' oder 'Brief 0' bedeutet, dass aktuell kein Kauf- oder Verkaufsangebot zu einem bestimmten Preis vorliegt. In diesem Fall kannst du dein Wertpapier nicht sofort zum gewünschten Kurs handeln, sondern musst auf ein neues Angebot warten oder eine Order mit Limit platzieren.
Ja, den Spread zahlst du zusätzlich zur Ordergebühr, denn die Gebühr ist das Entgelt für die Ausführung deiner Order, während der Spread die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis darstellt. Beide Kostenpositionen werden bei der Berechnung deiner tatsächlichen Transaktionskosten addiert.
Ja, das Prinzip von Geld- und Briefkurs gilt auch bei Kryptowährungen, da diese auf Handelsplattformen ebenfalls mit einer Geld-Brief-Spanne gehandelt werden. Die Höhe des Spreads kann dabei je nach Liquidität der Kryptowährung und der Börse stark variieren.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
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