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FinanzbildungGeldanlage9 Min.

Geldanlage für Kinder So sparst du richtig – von Geburt bis zum Studium

Wie spare ich richtig für mein Kind? ETF, Sparplan, Kinderdepot & Co. – alle Optionen im Überblick. Jetzt Vermögensaufbau-Rechner nutzen.

Frühzeitig sparenRechnerDer Zinseszins-Effekt…
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Je früher du anfängst, desto stärker wirkt der Zinseszins – selbst kleine monatliche Beträge wachsen über 18 Jahre erheblich.
  • Visualisierung: Vergleich Sparbeginn ab Geburt vs. ab dem 6. Lebensjahr – deutlicher Unterschied im Endvermögen.
  • Relevanz für Studierende & junge Eltern: Wer heute studiert oder kurz vor dem Berufsstart steht, denkt früher als frühere Generationen über Familienfinanzen nach.
  • Klares Ziel definieren: Ausbildung, Führerschein, Studienkosten, erster Eigenanteil bei einer Wohnung – das Ziel bestimmt den Anlagehorizont.

Frühzeitig sparen zahlt sich aus – so legst du Schritt für Schritt für dein Kind an

Je früher du anfängst, desto stärker wirkt der Zinseszins – selbst kleine monatliche Beträge wachsen über 18 Jahre erheblich.

Geldanlage für Kinder klingt nach einem Thema für später – doch genau das ist der häufigste Fehler. Wer früh beginnt, lässt den Zinseszins jahrzehntelang für sich arbeiten. Ob Kinderdepot, Bausparvertrag oder Tagesgeldkonto: Hier erfährst du, welche Anlageformen wirklich funktionieren, welche Steuerfreibeträge dir zustehen und wie du typische Fallstricke vermeidest.

Auf einen Blick: Für Kinder zu sparen lohnt sich umso mehr, je früher du anfängst. Ein ETF-Sparplan auf den Namen des Kindes kombiniert mit einem Freistellungsauftrag über den Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr ist für viele Familien die renditestärkste und kostengünstigste Lösung. Staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder das Bildungs- und Teilhabepaket können zusätzlich entlasten. Das konkrete Sparziel – Ausbildung, Führerschein, erste eigene Wohnung – bestimmt, welche Anlageform am besten passt.

AUF EINEN BLICK

  • Visualisierung: Vergleich Sparbeginn ab Geburt vs. ab dem 6. Lebensjahr – deutlicher Unterschied im Endvermögen.
  • Relevanz für junge Familien: Wer heute Nachwuchs plant oder kurz vor der Familiengründung steht, denkt früher als frühere Generationen über Familienfinanzen nach.
  • Klares Ziel definieren: Ausbildung, Führerschein, Studienkosten, erster Eigenanteil bei einer Wohnung – das Ziel bestimmt den Anlagehorizont.
Kennzahl (2026)Wert
Abgeltungsteuer25 %
Sparerpauschbetrag1.000 €
Soli auf die Steuer5,5 % (auf die Steuer)

Rechner: Sparplan & Zinseszins

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Der Zinseszins-Effekt: Kleine Beträge, großer Unterschied über 18 Jahre

Kindersparbuch / Tagesgeldkonto: Sehr sicher, aktuell niedriger Zinssatz – sinnvoll als Liquiditätspuffer, nicht als Hauptanlage.

Der Zinseszinseffekt ist kein Finanzmärchen, sondern Mathematik. Wer bereits zur Geburt des Kindes mit einem monatlichen Sparplan beginnt, gibt dem angelegten Geld den maximalen Zeitraum, um zu wachsen. Jeder Euro, der früh investiert wird, generiert Erträge – und diese Erträge wiederum Erträge. Über einen Zeitraum von 18 Jahren kann sich dieser Effekt erheblich summieren, selbst wenn die monatlichen Sparraten gering sind. Wer dagegen erst ab dem sechsten Lebensjahr des Kindes beginnt, verliert nicht einfach sechs Jahre Zeit – er verliert die Zinsen auf die Zinsen dieser sechs Jahre, was das Endvermögen deutlich schmälert.

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht dies: Ein Sparplan, der ab Geburt läuft, hat nicht nur mehr Einzahlungen als einer, der sechs Jahre später startet – er hat auch mehr Zeiträume, in denen bereits angesammelte Erträge selbst verzinst werden. Der Unterschied im Endvermögen kann je nach angenommener Rendite überraschend groß ausfallen. Nutze unseren Vermögensaufbau-Rechner, um verschiedene Szenarien für deine persönliche Situation durchzurechnen.

Für viele Menschen, die selbst noch am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen, mag das Thema Kinder weit weg wirken. Doch tatsächlich denken viele heute früher und bewusster über Familienfinanzen nach als frühere Generationen. Wer das Prinzip des Zinseszinses einmal verstanden hat, möchte ihn so früh wie möglich nutzen – für sich selbst und eines Tages für die eigenen Kinder.

Entscheidend ist dabei ein klares Sparziel. Geht es um die Finanzierung einer Ausbildung mit 18? Soll der Führerschein mit 17 bezahlt werden? Plant die Familie langfristig die Unterstützung beim ersten Eigenanteil einer Wohnung? Je konkreter das Ziel, desto präziser lassen sich Anlagehorizont, Sparrate und Risikobereitschaft bestimmen. Ohne Ziel läuft man Gefahr, entweder zu wenig zu sparen oder das Geld in eine unpassende Anlageform zu stecken.

AspektWorauf es ankommt
Kindersparbuch / Tagesgeldkonto: Sehr sicheraktuell niedriger Zinssatz – sinnvoll als Liquiditätspuffer, nicht als Hauptanlage.
Sparplan auf ETF / Kinderdepot: Breit gestreutes Investieren per monatlichem Sparplan; langfristig höhere Renditechancen bei entsprechendem Risiko.,
Bausparvertrag: Macht Sinnwenn Wohneigentum als Ziel definiert ist; staatliche Förderung (Wohnungsbauprämie) möglich – Voraussetzungen prüfen.
Festgeld: Planbare Verzinsung für feste Laufzeiten; geeignet für mittlere Zeithorizonte.,
Kinderpolicen / Kapitallebensversicherung für Kinder: Umstrittene Produkte – Kosten oft hoch, Flexibilität gering; kritische Gegenüberstellung ohne Anbieterempfehlung.,
Junior-Riester: An Elternteil geknüpftstaatliche Förderung möglich

Sparbuch, ETF-Depot, Bausparvertrag oder Festgeld – was passt zu deiner Familie?

Wer kann ein Kinderdepot eröffnen? Eltern/Sorgeberechtigte eröffnen das Depot auf den Namen des Kindes; das Vermögen gehört rechtlich dem Kind.

Das Kindersparbuch gehört zu den ältesten Sparinstrumenten und ist in vielen Familien tief verwurzelt. Es bietet maximale Sicherheit und ist sofort zugänglich. Als alleinige Anlage für einen langen Zeitraum ist es jedoch wenig geeignet: Die Zinssätze sind in aller Regel sehr niedrig, und die Inflation kann die reale Kaufkraft des Ersparten über die Jahre spürbar aufzehren. Sinnvoll ist das Sparbuch oder ein Tagesgeldkonto als Liquiditätspuffer – für kurzfristige Ausgaben oder als Sicherheitsnetz, nicht als Hauptanlage für die nächsten 18 Jahre.

Ein Sparplan auf einen kostengünstigen, breit gestreuten ETF gilt unter Finanzexperten häufig als effiziente Grundlage für den langfristigen Vermögensaufbau für Kinder. Welt-ETFs, die breite Aktienindizes wie den MSCI World oder globale All-World-Indizes abbilden, verteilen das Risiko über Hunderte oder Tausende von Unternehmen weltweit. Die jährlichen Kosten solcher ETFs (die sogenannte Total Expense Ratio, TER) sind in der Regel deutlich niedriger als die aktiv verwalteter Fonds. Wichtig zu wissen: Aktienbasierte Anlagen unterliegen Schwankungen. Wer einen langen Anlagehorizont hat, kann solche Phasen in der Regel aussitzen.

Ein Bausparvertrag macht vor allem dann Sinn, wenn als langfristiges Ziel Wohneigentum für das Kind angedacht ist. Der Staat fördert Bausparverträge unter bestimmten Einkommensgrenzen mit der Wohnungsbauprämie. Da sich Einkommensgrenzen und Prämiensätze ändern können, solltest du die aktuellen Konditionen direkt beim Anbieter oder beim Bundesfinanzministerium erfragen. Festgeld bietet für mittlere Zeithorizonte eine planbare Verzinsung mit garantiertem Zinssatz über eine feste Laufzeit – weniger flexibel als das Tagesgeld, aber verlässlicher in der Renditeplanung.

AUF EINEN BLICK

  • Wichtige Konsequenz: Mit Volljährigkeit kann das Kind frei über das Depot verfügen – offene Kommunikation in der Familie empfohlen.
  • Welcher ETF-Typ eignet sich? Breit diversifizierte, kostengünstige Welt-ETFs (z.B. auf MSCI World oder All-World-Indizes) werden von Finanzexperten häufig als Basis genannt – keine konkrete Produktempfehlung.
  • Sparrate und Laufzeit: Bereits kleine monatliche Beträge reichen aus – Rechner-Verweis auf Vermögensaufbau-Tool.
  • Kosten im Blick behalten: TER (laufende Kosten), Ordergebühren, Depotführungsgebühren vergleichen.

Das Kinderdepot: So funktioniert Investieren für den Nachwuchs

Kinder haben einen eigenen Sparerpauschbetrag

Ein Kinderdepot wird von den Eltern oder Sorgeberechtigten auf den Namen des Kindes eröffnet. Das Entscheidende dabei: Das Vermögen gehört rechtlich dem Kind – nicht den Eltern. Es handelt sich um eine Schenkung, die einmal vollzogen nicht einfach rückgängig gemacht werden kann. Die Eltern verwalten das Depot stellvertretend, solange das Kind minderjährig ist. Sie tragen dabei die Pflicht, im Sinne des Kindeswohls zu handeln, was die Anlageentscheidungen einschließt.

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres kann das Kind vollständig frei über das Depot verfügen – ohne elterliche Zustimmung. Das ist eine der wichtigsten Konsequenzen, die viele Eltern überrascht. Offene Gespräche in der Familie über Sinn, Zweck und Umfang des Depots sind deshalb dringend empfohlen, lange bevor das Kind volljährig wird. Wer das Kind von klein auf an Finanzthemen heranführt, legt damit auch den Grundstein für finanzielles Verantwortungsbewusstsein.

Bei der Wahl eines geeigneten ETF-Typs nennen Finanzexperten häufig breit diversifizierte, kostengünstige Welt-ETFs als solide Basis. Eine konkrete Produktempfehlung ist an dieser Stelle nicht möglich und auch nicht seriös, da persönliche Umstände, Risikobereitschaft und Anlagehorizont individuell unterschiedlich sind. Empfehlenswert ist, verschiedene Anbieter hinsichtlich Depotkosten, Sparplangebühren und verfügbaren ETFs zu vergleichen. Bereits kleine monatliche Sparraten können über 18 Jahre einen erheblichen Unterschied machen – probiere verschiedene Szenarien im Vermögensaufbau-Rechner aus.

AUF EINEN BLICK

  • Freistellungsauftrag: Muss separat für das Kinderdepot/-konto gestellt werden, damit keine Kapitalertragsteuer einbehalten wird.
  • Schenkungsfreibetrag: Eltern und Großeltern können Beträge steuerfrei übertragen
  • NV-Bescheinigung: Bei sehr niedrigem Gesamteinkommen des Kindes möglich – verhindert Steuerabzug an der Quelle.
  • Kindergeld & Unterhalt: Eigenes Vermögen des Kindes kann bei Unterhaltsberechnungen relevant werden – im Zweifel rechtliche Beratung suchen.

Was Eltern steuerlich beim Kindersparen wissen müssen

Kinderzuschlag: Für Familien mit geringem Einkommen

Kinder sind steuerlich eigenständige Personen – und das ist beim Sparen ein klarer Vorteil. Jedes Kind hat seinen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr. Kapitalerträge bis zu dieser Grenze sind steuerfrei. Erst oberhalb dieser Schwelle greift die Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Steuer). Da die meisten Kinderdepots vor allem in den ersten Jahren geringe Erträge erzielen, bleibt die Steuerlast in der Praxis häufig sehr überschaubar.

Damit keine Kapitalertragsteuer automatisch einbehalten wird, müssen Eltern für das Kinderdepot oder -konto einen separaten Freistellungsauftrag stellen. Das geschieht nicht automatisch – auch dann nicht, wenn die Eltern bei derselben Bank bereits einen eigenen Freistellungsauftrag haben. Wird der Freistellungsauftrag vergessen, kann die einbehaltene Steuer über die Einkommensteuererklärung des Kindes zurückgeholt werden, was aber administrativen Aufwand bedeutet.

Eine weitere Option ist die NV-Bescheinigung (Nichtveranlagungs-Bescheinigung). Sie wird vom Finanzamt ausgestellt, wenn das Gesamteinkommen des Kindes so gering ist, dass keine Einkommensteuer anfällt – was bei Kindern fast immer der Fall ist. Liegt eine NV-Bescheinigung vor und wird sie der Bank eingereicht, behält die Bank keine Steuer ein, selbst wenn die Erträge über dem Sparerpauschbetrag liegen. Der Grundfreibetrag für ledige Personen liegt 2026 bei 12.348 €. Da Kinder in aller Regel kein oder nur sehr geringes eigenes Einkommen haben, ist eine NV-Bescheinigung in vielen Fällen problemlos zu erhalten.

Eltern und Großeltern können Geld steuerfrei an Kinder bzw. Enkel übertragen. Der Schenkungsteuerfreibetrag zwischen Eltern und Kind liegt aktuell bei 400.000 € je Elternteil, wobei diese Grenze alle zehn Jahre neu gilt. Zwischen Großeltern und Enkelkindern liegt der Freibetrag bei 200.000 € je Großelternteil und ebenfalls alle zehn Jahre. Da sich steuerliche Regelungen ändern können, empfiehlt sich eine aktuelle Überprüfung beim zuständigen Finanzamt oder einem Steuerberater.

AUF EINEN BLICK

  • Vermögenswirksame Leistungen (VL): Für Elternteile im Arbeitsverhältnis – können in Kindersparprodukte fließen.
  • Bildungs- und Teilhabepaket (BuT): Für anspruchsberechtigte Familien – kein direktes Sparinstrument, aber entlastet laufende Kinderkosten.
  • Tipp für Eltern: Zusätzliche staatliche Förderungen für Familien mit Kindern prüfen

Förderungen clever nutzen: Von der Wohnungsbauprämie bis zum Bildungspaket

Fehler 1: Zu wenig Renditeorientierung – allein auf Sparbuch setzen und Kaufkraft durch Inflation verlieren.

Der Staat bietet verschiedene Förderinstrumente, die Familien beim Sparen für ihre Kinder direkt oder indirekt unterstützen. Bereits das monatliche Kindergeld von 259 € (Stand 2026) kann – zumindest teilweise – systematisch in einen Sparplan fließen, statt vollständig für laufende Konsumausgaben verbraucht zu werden. Wer konsequent auch nur einen Teil des Kindergeldes monatlich beiseitelegt, kann über 18 Jahre einen beachtlichen Grundstock aufbauen.

Die Wohnungsbauprämie beim Bausparvertrag ist eine direkte staatliche Förderung, die unter bestimmten Einkommensgrenzen gewährt wird. Sie richtet sich an Personen, die Beiträge in einen Bausparvertrag einzahlen, und kann auch für Bausparverträge auf den Namen des Kindes in Anspruch genommen werden. Da Einkommensgrenze und Prämiensatz regelmäßig angepasst werden, sollten die aktuellen Werte direkt beim Bundesfinanzministerium oder dem jeweiligen Bausparkassenanbieter erfragt werden.

Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind ein häufig unterschätztes Instrument: Arbeitgeber zahlen dabei einen Zuschuss zu bestimmten Sparformen, der tarifvertraglich oder einzelvertraglich vereinbart sein kann. Elternteile, die im Arbeitsverhältnis stehen und VL erhalten, können diese unter Umständen in bestimmte Sparprodukte fließen lassen. Das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) wiederum ist kein direktes Sparinstrument, entlastet aber anspruchsberechtigte Familien bei laufenden Kosten für Bildung, Schulausflüge, Mittagessen oder Sportvereine – und schafft damit indirekt finanziellen Spielraum für das Sparen.

AUF EINEN BLICK

  • Fehler 2: Kein klares Sparziel – ohne Ziel keine passende Laufzeit und kein passender Risikorahmen.
  • Fehler 3: Zu hohe Kosten – teure Policen oder Fonds mit hoher TER fressen Rendite.
  • Fehler 4: Sparplan nicht automatisieren – manuelle Einzahlungen werden schnell vergessen.
  • Fehler 5: Kind wird nicht einbezogen – Finanzbildung für Kinder ab Grundschulalter stärkt verantwortungsvollen Umgang mit dem Depot ab 18.

Häufige Fehler beim Kindersparen – und wie du sie von Anfang an vermeidest

Schritt 1: Sparziel und Zeithorizont festlegen (Auszug mit 18? Führerschein mit 17?).

Der wohl verbreitetste Fehler ist der ausschließliche Einsatz des klassischen Sparbuchs. Auf den ersten Blick wirkt es sicher und einfach – und das stimmt auch. Doch auf den zweiten Blick frisst die Inflation über 18 Jahre die reale Kaufkraft des Ersparten auf, wenn der Zinssatz dauerhaft unterhalb der Inflationsrate liegt. Das Ergebnis: Das Geld wächst zwar nominal, verliert aber real an Wert. Für den kurzfristigen Liquiditätspuffer ist das Sparbuch oder Tagesgeldkonto sinnvoll. Als alleinige langfristige Strategie ist es jedoch unzureichend.

Ein weiterer häufiger Fehler ist das Sparen ohne konkretes Ziel. Ohne Ziel gibt es keine klare Laufzeit, keinen definierten Risikohorizont und keine Antwort auf die Frage, wann und wie das Geld entnommen werden soll. Wer weiß, dass er das Geld in 18 Jahren für eine größere Anschaffung oder eine Auszeit braucht, kann ruhiger mit kurzfristigen Kursschwankungen eines ETF-Sparplans umgehen als jemand, der das Geld vielleicht schon in fünf Jahren benötigt. Das Ziel bestimmt die Strategie.

Teure Produkte sind ein klassischer Renditekiller. Kapitallebensversicherungen für Kinder, oft unter dem Begriff „Kinderpolice" oder „Ausbildungsversicherung" vermarktet, verbinden Versicherungsschutz mit Sparen – und sind dabei häufig mit hohen Abschluss- und Verwaltungskosten belastet. Diese Kosten mindern die effektive Rendite erheblich. Wer Risiken absichern und gleichzeitig sparen möchte, fährt in der Regel besser, wenn er beide Aspekte getrennt voneinander regelt: Risikoabsicherung über eine kostengünstige Risikoversicherung, Vermögensaufbau über einen kostengünstigen Sparplan.

Schließlich ist mangelnde Automatisierung ein unterschätzter Fehler. Wer jeden Monat manuell entscheiden muss, ob und wie viel er einzahlt, setzt sich der Versuchung aus, in einem teuren oder stressigen Monat die Einzahlung zu überspringen. Ein automatisierter Dauerauftrag auf den Sparplan sorgt dafür, dass das Kindersparen zur Gewohnheit wird – unabhängig davon, was sonst gerade im Leben passiert.

AUF EINEN BLICK

  • Schritt 2: Monatlich verfügbaren Betrag realistisch ermitteln – Haushaltsbudget prüfen.
  • Schritt 3: Passende Anlageform(en) wählen – ggf. Kombination aus sicherer Liquiditätsreserve + renditeorientiertem Sparplan.
  • Schritt 4: Depot oder Konto auf Kindesnamen eröffnen, Freistellungsauftrag stellen.
  • Schritt 5: Dauerauftrag/Sparplan einrichten und automatisieren.

Geldanlage für Kinder starten: Schritt für Schritt zum passenden Sparplan

Ab 18 gehört das Depot dem Kind – frühzeitige Übergabe-Gespräche vermeiden Überraschungen.

Der erste Schritt ist immer das Definieren von Sparziel und Zeithorizont. Wann wird das Geld gebraucht, und wofür? Ausbildung mit 18, Führerschein mit 17, Auslandsaufenthalt mit 19 – je nach Ziel unterscheiden sich Laufzeit und Risikobereitschaft. Wer 18 Jahre Zeit hat, kann mehr Schwankungsrisiko eingehen als jemand, der in fünf Jahren Geld benötigt. Schreibe das Ziel konkret auf und plane rückwärts.

Im zweiten Schritt prüfst du realistisch, wie viel Geld monatlich tatsächlich zur Verfügung steht. Dazu gehört ein ehrlicher Blick auf das Haushaltsbudget: Einnahmen, fixe Ausgaben, variable Ausgaben. Ein Sparplan, der so hoch angesetzt ist, dass er bei kleinen finanziellen Engpässen sofort wieder gekündigt wird, bringt weniger als ein kleinerer, aber kontinuierlicher Beitrag. Besser klein und regelmäßig als groß und unbeständig.

Im dritten Schritt wählst du die passende Anlageform – oder eine sinnvolle Kombination. Für die meisten Familien bietet sich eine Kombination aus einer sicheren Liquiditätsreserve (Tagesgeld oder Sparbuch) und einem renditeorientierten Sparplan (ETF-Depot) an. Wie groß der Anteil der jeweiligen Anlageform sein sollte, hängt von Zeithorizont, Risikobereitschaft und Sparziel ab. Nutze den Vermögensaufbau-Rechner, um verschiedene Kombinationen zu simulieren.

Abschließend eröffnest du das Depot oder Konto auf den Namen des Kindes, stellst den Freistellungsauftrag (maximal 1.000 € Sparerpauschbetrag) und richtest einen automatischen Dauerauftrag ein. Prüfe jährlich, ob der Sparplan noch zu deiner Lebenssituation passt, und passe ihn bei Bedarf an – etwa wenn sich das Einkommen oder das Sparziel ändert.

AUF EINEN BLICK

  • Wie wirkt sich Vermögen auf staatliche Förderungen aus
  • Möglichkeit: Depot bestehen lassen und weiter laufen lassen, nur Entnahmen für die Finanzierung großer Anschaffungen planen.
  • Eigenverantwortung stärken: Finanzkompetenz von Anfang an fördern – Lernmaterialien für Wirtschaft & Finanzen verlinken.
  • Anschlusstipp: Eigene Altersvorsorge & Rentenplanung nicht aufschieben – interner Cross-Cluster-Link.

Mit 18 volljährig: Übergang vom Kinderdepot zur eigenen Finanzplanung

Mit dem 18. Geburtstag endet die elterliche Verwaltung des Kinderdepots automatisch. Das Kind kann dann eigenständig über das gesamte Vermögen verfügen – unabhängig davon, ob die Eltern das gutheißen oder nicht. Diese Tatsache macht es so wichtig, das Kind frühzeitig in die Finanzplanung einzubeziehen. Wer mit 16 oder 17 Jahren bereits versteht, was im Depot liegt, wie es funktioniert und wozu es gedacht ist, wird mit 18 bewusster damit umgehen.

Ein Aspekt, den Familien oft unterschätzen, ist der Einfluss von angespartem Vermögen auf staatliche Leistungen. Bei der Berechnung von Sozialleistungen gibt es Freibeträge für das Vermögen der Antragstellenden – liegt das Vermögen des Kindes darüber, kann es den Anspruch auf Unterstützung mindern oder ganz ausschließen. Die aktuellen Freibeträge und Berechnungsgrundlagen sind auf den offiziellen Seiten der zuständigen Stellen einsehbar. Es lohnt sich, diese Thematik bei der Planung des Kindersparens im Blick zu behalten, insbesondere wenn eine Ausbildung oder ein Studium als konkretes Ziel definiert ist.

Es ist nicht zwingend notwendig, das Depot bei Ausbildungsbeginn sofort aufzulösen. Wer das Geld nicht auf einmal braucht, kann den Sparplan ruhen lassen oder reduzieren und nur die tatsächlich benötigten Beträge entnehmen – etwa für Miete, Umzugskosten oder Lernmaterialien. So bleibt der Rest des Vermögens weiter investiert und kann weiter wachsen.

Der langfristig wertvollste Beitrag, den Eltern leisten können, ist nicht nur finanzieller Art: Die frühzeitige Vermittlung von Finanzkompetenz – vom Umgang mit Taschengeld bis zum Verstehen von Zinsen und Aktien – legt den Grundstein für ein finanziell selbstbestimmtes Leben. Wer heute als junger Mensch die Grundlagen des Investierens versteht, ist für seine eigene Zukunft – und eines Tages für die seiner Kinder – deutlich besser aufgestellt.

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Häufige Fragen

Grundsätzlich gilt: Je früher Sie mit dem Sparen für Ihr Kind beginnen, desto länger kann der Zinseszinseffekt wirken. Selbst kleine monatliche Beträge, die direkt nach der Geburt angelegt werden, können über die Jahre eine beachtliche Summe ergeben. Ein späterer Start ist aber immer noch besser, als gar nicht zu sparen.

Für langfristige Anlagen mit einem Zeithorizont von mindestens zehn Jahren gelten breit gestreute Aktienfonds oder ETFs auf internationale Indizes als sinnvoll, da sie historisch die höchsten Renditechancen bieten. Für kürzere Anlagezeiträume oder wenn Sie sehr sicherheitsorientiert sind, können auch Tagesgeld oder Festgeld eine Option sein, auch wenn die Rendite deutlich niedriger ausfällt.

Ja, grundsätzlich unterliegen auch Kapitaleinkünfte Ihres Kindes der Abgeltungsteuer, wobei der Sparer-Pauschbetrag pro Person gilt. Solange die jährlichen Gewinne aus dem Depot Ihres Kindes unter diesem Freibetrag bleiben, fällt keine Steuer an. Sie müssen jedoch darauf achten, dass Sie die Freistellungsaufträge korrekt einrichten.

Wenn Ihr Kind volljährig wird, erhalten Sie automatisch die volle Verfügungsgewalt über das Depot, da es auf seinen Namen läuft. Sie können dann selbst entscheiden, ob Sie das Geld weiter anlegen, für die Ausbildung oder das Studium ausgeben oder anderweitig verwenden möchten. Eine Übertragung auf ein anderes Konto ist ebenfalls möglich, wobei Sie die Bank über die Volljährigkeit informieren müssen.

Ja, Schenkungen von Großeltern an Enkelkinder sind steuerfrei, solange sie innerhalb von zehn Jahren den persönlichen Freibetrag nicht überschreiten. Dieser Freibetrag ist deutlich höher als der zwischen Eltern und Kindern. Sie müssen die Schenkung jedoch beim zuständigen Finanzamt anzeigen, wenn sie den Freibetrag übersteigt.

Ja, das angesparte Vermögen Ihres Kindes kann auf staatliche Förderungen angerechnet werden, wobei es einen Freibetrag für das Vermögen des Antragstellers gibt. Liegt das Vermögen über diesem Freibetrag, wird es auf die Leistung angerechnet. Es kann daher sinnvoll sein, das Geld so anzulegen, dass es nicht als anrechenbares Vermögen gilt, etwa durch eine private Rentenversicherung.

Eine pauschale Empfehlung ist nicht möglich, da die Höhe des Sparbetrags von Ihren finanziellen Möglichkeiten und Zielen abhängt. Als Orientierung gilt: Sparen Sie so viel, dass Sie es langfristig und ohne finanzielle Engpässe durchhalten können. Schon ein kleiner, aber regelmäßiger Betrag ist besser als ein hoher, den Sie später wieder absetzen müssen.

Klassische Kinderpolicen, also Kapitallebensversicherungen, sind aufgrund hoher Kosten und niedriger Renditen meist keine gute Wahl. Sie bieten oft nur einen geringen Kapitalzuwachs, der die Inflation nicht ausgleicht. Besser geeignet sind kostengünstige Fondssparpläne, die langfristig höhere Renditen erzielen können, wobei Sie das Risiko von Kursschwankungen eingehen.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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