Futures lohnt sich: So profitierst du von flexiblen Wetten auf Preise
Du hast schon von Futures gehört, weißt aber nicht, ob sich das für dich lohnt? Wir zeigen dir, wie Terminkontrakte funktionieren, welche Chancen und Risiken sie bergen und wie du ohne Vorkenntnisse den Einstieg findest.
Warum dich das Thema Futures betrifft
Du zahlst jeden Tag für Benzin, Lebensmittel oder Strom, ohne darüber nachzudenken, wie diese Preise zustande kommen. Hinter vielen Alltagspreisen stecken Futures, also Terminkontrakte, mit denen sich Produzenten und Händler gegen Preisschwankungen absichern. Wenn du also verstehen willst, warum dein Heizöl oder dein Kaffee mal teurer und mal günstiger ist, dann ist das Thema Futures relevant für dich.
Für dich als Privatanleger sind Futures aber noch aus einem anderen Grund interessant. Du kannst mit ihnen nicht nur auf steigende, sondern auch auf fallende Kurse setzen. Das eröffnet dir Strategien, die mit normalen Aktien nicht möglich sind. Du kannst damit zum Beispiel dein Depot absichern, wenn du einen Crash erwartest, aber deine Aktien nicht verkaufen möchtest.
Gleichzeitig sind Futures mit einem hohen Risiko verbunden, weil sie mit einem Hebel arbeiten. Das bedeutet, dass schon kleine Preisbewegungen große Gewinne, aber auch große Verluste verursachen können. Bevor du dich also mit Futures beschäftigst, solltest du die Grundlagen verstehen und wissen, worauf du dich einlässt.
Dieser Ratgeber führt dich Schritt für Schritt von den Grundlagen bis zur konkreten Umsetzung. Du erfährst, wie Futures funktionieren, welche Kosten auf dich zukommen und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest. Am Ende kannst du selbst entscheiden, ob sich Futures für dich lohnen oder ob du lieber die Finger davon lässt.
Was sind Futures überhaupt? Ein Blick auf die Grundlagen
Ein Future ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien, zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft eine bestimmte Menge eines Gutes zu einem heute vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Der Name kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Terminkontrakt. Du verpflichtest dich also heute zu einem Geschäft, das erst später abgewickelt wird.
Das klingt kompliziert, ist aber im Alltag überall zu finden. Wenn ein Landwirt im Frühjahr sein Getreide aussät, weiß er nicht, welchen Preis er im Herbst erzielen wird. Mit einem Future kann er sich schon im Frühjahr einen festen Preis sichern. Damit schützt er sich vor einem Preisverfall. Der Käufer, zum Beispiel eine Mühle, sichert sich gleichzeitig gegen steigende Preise ab.
An der Börse werden diese Verträge standardisiert gehandelt. Das heißt, es gibt feste Kontraktgrößen, Laufzeiten und Qualitäten. Du musst also nicht einen einzelnen Bauern finden, sondern kannst an der Börse handeln. Die bekanntesten Futures beziehen sich auf Indizes wie den DAX, auf Rohstoffe wie Gold oder Öl und auf Währungen wie den Euro.
Wichtig zu verstehen ist, dass die meisten Futures nie tatsächlich erfüllt werden. Stattdessen wird die Differenz zwischen dem vereinbarten Preis und dem aktuellen Marktpreis in bar ausgeglichen. Du musst dir also keine Sorgen machen, dass du plötzlich eine Tonne Weizen geliefert bekommst. Es geht fast immer um Geld, nicht um physische Güter.
So funktioniert der Handel mit Futures im Detail
Wenn du einen Future kaufst, gehst du eine sogenannte Long-Position ein. Du wettest darauf, dass der Preis des Basiswerts steigt. Wenn du einen Future verkaufst, gehst du eine Short-Position ein und wettest auf fallende Preise. Diese Flexibilität ist ein großer Vorteil gegenüber Aktien, bei denen du nur auf steigende Kurse setzen kannst.
Der Handel läuft über eine Börse, zum Beispiel die Eurex in Frankfurt. Du brauchst dafür ein spezielles Konto bei einem Broker, der Futures anbietet. Dort hinterlegst du eine Sicherheitsleistung, die sogenannte Margin. Das ist kein Kaufpreis, sondern eine Art Pfand, das sicherstellt, dass du deinen Verpflichtungen nachkommen kannst. Die Margin ist nur ein Bruchteil des tatsächlichen Kontraktwerts.
Genau hier liegt der Hebel. Wenn der Kontraktwert zum Beispiel rund 100.000 Euro beträgt und du nur rund 10.000 Euro als Margin hinterlegst, dann ist dein Hebel 10. Steigt der Preis um ein Prozent, also um rund 1.000 Euro, hast du mit deinen rund 10.000 Euro einen Gewinn von zehn Prozent gemacht. Sinkt der Preis jedoch um ein Prozent, verlierst du zehn Prozent deiner Margin.
Am Ende der Laufzeit wird der Future entweder durch ein Gegengeschäft glattgestellt oder es erfolgt ein Barausgleich. In der Praxis schließt du deine Position meist vor dem Verfallstag, indem du einen gleichwertigen, aber entgegengesetzten Handel ausführst. So realisierst du deinen Gewinn oder Verlust und musst dich nicht um die eigentliche Lieferung kümmern.
Kosten und Gebühren: Was du beim Futures-Handel beachten musst
Bevor du mit dem Handel beginnst, solltest du die Kosten kennen, die auf dich zukommen. Die wichtigste Position sind die Handelsgebühren deines Brokers. Diese sind oft niedriger als bei Aktien, weil Futures standardisiert sind. Du zahlst pro Kontrakt eine feste Gebühr, die je nach Anbieter unterschiedlich hoch ausfällt. Es lohnt sich, die Preislisten verschiedener Broker zu vergleichen.
Zusätzlich fallen Börsengebühren an, die die Handelsplattform für die Ausführung deiner Order erhebt. Auch diese sind pro Kontrakt festgelegt und in der Regel transparent einsehbar. Bei der Eurex kommen noch Clearing-Gebühren hinzu, die für die Abwicklung des Handels anfallen. Diese Kosten sind zwar gering, summieren sich aber bei häufigen Trades.
Ein weiterer Kostenpunkt ist die Finanzierung deiner Margin. Wenn du deine Position über Nacht hältst, kann dein Broker Zinsen auf die geliehene Sicherheit berechnen. Diese Kosten sind variabel und hängen vom aktuellen Zinsniveau ab. Du solltest dich vorab informieren, ob dein Broker solche Übernachtgebühren erhebt.
Vergiss auch nicht die Kosten für eine mögliche Nachschusspflicht. Wenn sich der Markt gegen dich bewegt und deine Margin nicht mehr ausreicht, wirst du aufgefordert, zusätzliches Geld einzuzahlen. Wenn du das nicht tust, wird deine Position zwangsweise geschlossen. Diese Kosten sind nicht planbar und können dein Konto stark belasten. Halte also immer genügend Reserven bereit.
Worauf du als Anfänger unbedingt achten solltest
Der wichtigste Punkt ist die Risikobegrenzung. Lege vor jedem Trade fest, wie viel Geld du maximal verlieren willst, und halte dich strikt daran. Nutze Stop-Loss-Orders, um Verluste automatisch zu begrenzen. Diese Orders schließen deine Position, wenn der Kurs ein bestimmtes Niveau erreicht. Ohne diese Absicherung kann ein kleiner Fehler schnell zu einem großen Verlust führen.
Du solltest außerdem nur mit Geld handeln, das du wirklich entbehren kannst. Futures sind keine Geldanlage für die Altersvorsorge, sondern ein spekulatives Instrument. Wenn du auf dieses Geld angewiesen bist, lass die Finger davon. Der Handel mit Futures kann zu Totalverlusten führen, und im schlimmsten Fall schuldest du deinem Broker sogar Geld.
Informiere dich gründlich über den Basiswert, den du handeln möchtest. Ob DAX, Gold oder Öl, jeder Markt hat seine eigenen Regeln und Einflussfaktoren. Verfolge die Nachrichten, verstehe die Angebots- und Nachfragesituation und lerne, wie sich wirtschaftliche Daten auf die Preise auswirken. Nur wer den Markt versteht, kann langfristig erfolgreich sein.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wahl des richtigen Brokers. Achte darauf, dass der Anbieter reguliert ist, eine gute Handelsplattform bietet und einen zuverlässigen Kundenservice hat. Teste die Plattform zunächst mit einem Demokonto, um dich mit der Bedienung vertraut zu machen. So vermeidest du böse Überraschungen, wenn es um echtes Geld geht.
Typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest
Der häufigste Fehler von Anfängern ist der Einsatz eines zu hohen Hebels. Die Verlockung ist groß, mit wenig Geld viel zu gewinnen, aber der Hebel wirkt in beide Richtungen. Ein kleiner Kursrückschlag kann dein gesamtes Konto auslöschen. Starte lieber mit einem kleinen Hebel und steigere dich erst, wenn du mehr Erfahrung hast.
Ein weiterer Fehler ist das Fehlen einer klaren Strategie. Viele Anfänger handeln nach Bauchgefühl oder auf Basis von Tipps aus dem Internet. Das ist kein nachhaltiger Ansatz. Entwickle eine systematische Vorgehensweise, die auf Analyse und Regeln basiert. Definiere vor jedem Trade deinen Einstieg, deinen Ausstieg und dein Risiko.
Auch das Ignorieren von Gebühren und Kosten ist ein verbreiteter Fehler. Gerade bei kleinen Kontrakten können die Gebühren einen großen Teil deines Gewinns auffressen. Kalkuliere die Kosten immer in deine Rechnung mit ein. Wenn du zum Beispiel rund 50 Euro Gebühren zahlst, musst du erst einmal diesen Betrag erwirtschaften, bevor du überhaupt Gewinn machst.
Viele Anfänger unterschätzen zudem die psychologische Belastung. Der Handel mit Futures ist stressig, weil die Kurse schnell schwanken und du schnelle Entscheidungen treffen musst. Angst und Gier sind schlechte Ratgeber. Wenn du merkst, dass du emotional wirst oder nicht mehr klar denken kannst, ist es besser, eine Pause einzulegen und den Markt zu beobachten.
Dein Fahrplan: So gehst du Schritt für Schritt vor
Der erste Schritt ist die Bildung. Lies Bücher, besuche Webinare und verfolge Fachportale, um ein solides Grundwissen aufzubauen. Verstehe die Begriffe wie Margin, Hebel und Kontraktgröße, bevor du auch nur einen Trade ausführst. Dieses Wissen ist deine wichtigste Absicherung gegen Verluste.
Der zweite Schritt ist die Eröffnung eines Demokontos. Viele Broker bieten die Möglichkeit, mit virtuellem Geld zu handeln. Nutze diese Chance, um die Plattform kennenzulernen und deine Strategie zu testen. Übe so lange, bis du über mehrere Wochen hinweg konstant positive Ergebnisse erzielst, ohne dabei übermäßige Risiken einzugehen.
Der dritte Schritt ist die Wahl eines seriösen Brokers und die Eröffnung eines echten Kontos. Achte auf die regulatorische Zulassung, die Gebührenstruktur und den Kundenservice. Beginne mit kleinen Beträgen und einem geringen Hebel. Steigere dein Engagement erst, wenn du dich sicher fühlst und deine Strategie sich bewährt hat.
Der vierte Schritt ist die kontinuierliche Überwachung und Anpassung deiner Strategie. Führe ein Handelstagebuch, in dem du jeden Trade dokumentierst. Analysiere regelmäßig, was funktioniert und was nicht. Passe deine Vorgehensweise an die Marktbedingungen an und lerne aus deinen Fehlern. Nur so kannst du langfristig erfolgreich sein.
Futures im Vergleich zu anderen Anlageformen
Im Vergleich zu Aktien bieten Futures den Vorteil der Hebelwirkung und der Möglichkeit, auf fallende Kurse zu setzen. Du kannst also auch in einem Bärenmarkt Gewinne erzielen. Allerdings ist das Risiko deutlich höher, da du nicht nur dein eingesetztes Kapital verlieren kannst, sondern unter Umständen auch darüber hinaus haftest.
Gegenüber ETFs und Indexfonds sind Futures deutlich komplexer und erfordern ein aktives Management. Während du bei einem ETF einfach kaufen und halten kannst, musst du bei Futures ständig die Marktentwicklung beobachten und deine Positionen anpassen. Das ist zeitaufwendig und erfordert ein hohes Maß an Disziplin.
Eine Alternative zu Futures sind Optionsscheine oder CFDs, die ebenfalls mit Hebeln arbeiten. Diese Produkte sind oft einfacher zu verstehen, aber auch mit eigenen Risiken verbunden. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass Futures standardisiert sind und an einer Börse gehandelt werden, während Optionsscheine und CFDs oft außerbörslich von Emittenten angeboten werden.
Für die meisten Privatanleger sind klassische Anlagen wie Aktien oder ETFs die bessere Wahl. Sie sind einfacher, transparenter und mit weniger Risiko verbunden. Futures eignen sich eher für erfahrene Trader, die bereit sind, viel Zeit und Mühe in die Analyse zu investieren. Überlege also genau, ob du zu dieser Gruppe gehörst, bevor du dich für Futures entscheidest.
Fazit: Lohnt sich Futures für dich?
Die Frage, ob sich Futures für dich lohnen, hängt von deinen persönlichen Zielen, deiner Erfahrung und deiner Risikobereitschaft ab. Wenn du ein erfahrener Trader bist, der die Märkte genau beobachtet und über genügend Kapital verfügt, können Futures eine sinnvolle Ergänzung deines Portfolios sein. Sie bieten Flexibilität und die Chance auf hohe Renditen.
Wenn du jedoch ein Anfänger bist oder nur wenig Zeit für die Analyse hast, solltest du die Finger von Futures lassen. Das Risiko, hohe Verluste zu erleiden, ist einfach zu groß. Es gibt viele andere Anlageformen, die besser zu deiner Situation passen und weniger Risiko bergen. Du kannst zum Beispiel mit ETFs oder Aktien langfristig Vermögen aufbauen.
Wenn du dich dennoch für Futures interessierst, starte langsam und mit einem Demokonto. Bilde dich weiter, entwickle eine Strategie und halte dich strikt an deine Regeln. Nur so kannst du die Risiken kontrollieren und die Chancen nutzen. Denke immer daran, dass der Handel mit Futures kein Spiel ist, sondern eine ernsthafte finanzielle Verpflichtung.
Letztlich ist die Entscheidung eine sehr persönliche. Sei ehrlich zu dir selbst, was deine Fähigkeiten und deine Risikobereitschaft angeht. Wenn du unsicher bist, suche das Gespräch mit einem Finanzberater, der dir bei der Einschätzung helfen kann. Mit dem richtigen Wissen und der richtigen Einstellung kannst du dann eine fundierte Entscheidung treffen.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ein Future verpflichtet dich, das Geschäft zu den vereinbarten Bedingungen auszuführen. Eine Option gibt dir das Recht, aber nicht die Pflicht, zu handeln. Das bedeutet, dass du bei einer Option nur den Optionspreis verlieren kannst, während du bei einem Future unbegrenzte Verluste erleiden kannst.
Das hängt vom Broker und dem gehandelten Kontrakt ab. Viele Broker verlangen eine Mindesteinlage, die oft im niedrigen dreistelligen Bereich liegt. Allerdings solltest du deutlich mehr Kapital einplanen, um Verluste abzufedern und Nachschussforderungen zu vermeiden. Ein Demokonto ist immer kostenlos.
Futures haben eine begrenzte Laufzeit und sind daher nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet. Du müsstest deine Positionen regelmäßig erneuern, was Kosten verursacht. Für langfristiges Investieren sind Aktien oder ETFs besser geeignet, da sie keine Laufzeit haben und weniger Aufmerksamkeit erfordern.
In der Regel nicht. Futures sind komplex und mit einem hohen Risiko verbunden. Anfänger machen oft Fehler, die zu großen Verlusten führen. Es ist ratsam, zuerst Erfahrung mit anderen Anlageformen zu sammeln und sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen, bevor man mit Futures handelt.
Achte auf die Regulierung durch die BaFin, die Gebührenstruktur und die angebotene Handelsplattform. Lies Erfahrungsberichte und teste die Plattform mit einem Demokonto. Ein guter Broker bietet außerdem einen zuverlässigen Kundenservice und umfangreiche Informationsmaterialien an.
Wenn du die zusätzliche Margin nicht rechtzeitig einzahlen kannst, wird dein Broker deine Position zwangsweise schließen. Das bedeutet, dass du den Verlust realisieren musst. Wenn der Verlust dein Konto übersteigt, schuldest du dem Broker das Geld. Das kann zu einer Verschuldung führen.
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