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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Lohnt sich Futures: Der ehrliche Einstiegs-Check für 2026

Du hast von Futures gehört und fragst dich, ob das etwas für dich ist? Wir erklären dir ohne Fachchinesisch, wie Terminkontrakte funktionieren, welche Risiken real sind und wann sich der Aufwand wirklich lohnt.

Futures HandelRisikenEinsteiger
Brauche ich das?
Meistens nicht.
Für die meisten Privatanleger sind ETFs die bessere Wahl.
Was ist ein Future?
Eine Wette.
Du verpflichtest dich, etwas zu einem festen Preis zu kaufen oder zu verkaufen.
Wie viel Risiko?
Sehr hoch.
Durch Hebel kann dein Verlust dein eingesetztes Kapital übersteigen.
Wann lohnt es sich?
Nur mit Wissen.
Erst nach intensiver Einarbeitung und mit Geld, das du nicht brauchst.

Warum du dich jetzt mit Futures beschäftigen solltest

Vielleicht hast du in den Nachrichten von steigenden Ölpreisen oder schwankenden Wechselkursen gehört. Dahinter stecken oft Futures, also Terminkontrakte. Diese Finanzprodukte bewegen Milliarden und beeinflussen, was du für Benzin, Brot oder deinen Urlaub zahlst. Selbst wenn du nie selbst handelst, begegnen dir die Auswirkungen dieser Verträge im Alltag ständig.

Gleichzeitig wirst du im Internet mit Werbung für schnelle Gewinne mit Futures bombardiert. Influencer zeigen dir luxuriöse Leben und suggerieren, dass der Handel mit Terminkontrakten der einfache Weg zum Reichtum sei. Diese Darstellung ist gefährlich, denn sie verschweigt die hohen Risiken. Du solltest verstehen, was wirklich hinter diesem Markt steckt, bevor du auch nur einen Cent investierst.

Die Finanzwelt wird immer komplexer, und es ist dein gutes Recht, die Mechanismen zu verstehen. Wenn du die Grundlagen von Futures kennst, kannst du besser einschätzen, ob ein Angebot seriös ist oder nicht. Du schützt dich vor falschen Versprechungen und triffst fundierte Entscheidungen für dein Geld.

Dieser Artikel ist dein neutraler Wegweiser. Wir schauen uns an, was Futures sind, wie sie funktionieren, was sie kosten und für wen sie sich wirklich lohnen. Am Ende wirst du wissen, ob das Thema für dich relevant ist oder ob du besser die Finger davon lässt. Das ist keine Anlageberatung, sondern deine persönliche Wissensgrundlage.

~90%
der Privatanleger mit Futures verlieren langfristig Geld.
24h
Handelszeiten an den großen Terminbörsen sind fast rund um die Uhr.
1:10
Hebel sind bei vielen Futures üblich, manchmal auch höher.

Was sind Futures überhaupt? Ein einfacher Einstieg

Stell dir vor, du bist Bäcker und brauchst in sechs Monaten eine Tonne Mehl. Du hast Angst, dass der Preis steigt. Also vereinbarst du heute mit einem Müller einen festen Preis für die Lieferung in sechs Monaten. Ihr schließt einen Vertrag, einen sogenannten Terminkontrakt. Genau das ist ein Future: eine verbindliche Vereinbarung über ein Geschäft in der Zukunft.

Der Name kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie 'Zukunft'. Auf Deutsch spricht man auch von Terminkontrakten. Diese Kontrakte werden nicht zwischen dir und deinem Bäcker direkt geschlossen, sondern an speziellen Börsen, den Terminbörsen. Die bekannteste ist die Eurex in Frankfurt, wo du zum Beispiel Futures auf den DAX handeln kannst.

Es gibt Futures auf fast alles: Aktienindizes, einzelne Aktien, Rohstoffe wie Gold oder Öl, aber auch auf Zinsen oder Währungen. Der Wert eines Futures hängt also von der Preisentwicklung des zugrunde liegenden Basiswerts ab. Du wettest sozusagen darauf, ob dieser Preis in der Zukunft steigt oder fällt.

Wichtig ist: Bei einem Future geht es nicht um den physischen Kauf, etwa von Goldbarren. In der Praxis werden die meisten Kontrakte vor dem Liefertermin wieder glattgestellt, also durch ein Gegengeschäft aufgelöst. Es wird also nur der Differenzbetrag ausgezahlt oder eingezogen. Das macht den Handel flexibel, aber auch komplex.

Die Funktionsweise: So funktioniert der Handel mit Terminkontrakten

Der Handel mit Futures funktioniert über einen Hebel. Das bedeutet, du musst nicht den vollen Wert des Kontrakts hinterlegen, sondern nur einen kleinen Teil, die sogenannte Margin. Diese Sicherheitsleistung dient als Pfand. Wenn du zum Beispiel einen DAX-Future handelst, hinterlegst du vielleicht nur zehn Prozent des Kontraktwerts.

Genau dieser Hebel macht den Handel so riskant. Wenn der Kurs in die richtige Richtung geht, vervielfacht sich dein Gewinn. Geht er aber gegen dich, wird dein Verlust ebenfalls gehebelt. Es kann sogar passieren, dass du mehr Geld verlierst, als du ursprünglich eingesetzt hast. Die Börse fordert dann eine Nachzahlung, einen sogenannten Margin Call.

Ein Beispiel: Du kaufst einen Future auf den DAX und der Index steigt um ein Prozent. Durch den Hebel von zehn gewinnst du zehn Prozent auf deinen Einsatz. Fällt der DAX aber um ein Prozent, verlierst du zehn Prozent. Fällt er um zehn Prozent, ist dein kompletter Einsatz weg. Und fällt er noch mehr, schuldest du der Börse Geld.

Der Handel selbst läuft über spezielle Broker, die dir Zugang zur Terminbörse verschaffen. Du gibst eine Order ein, zum Beispiel 'Kaufe einen DAX-Future'. Der Computer sucht einen Verkäufer und der Handel wird ausgeführt. Das alles passiert in Sekundenbruchteilen, was den Markt sehr dynamisch und für Anfänger schwer durchschaubar macht.

Die Kosten: Was der Handel mit Futures wirklich verschlingt

Bevor du überhaupt an Gewinne denkst, musst du die Kosten verstehen. Bei Futures gibt es keine klassischen Ordergebühren wie bei Aktienkäufen. Stattdessen zahlst du Gebühren pro Kontrakt an die Börse und deinen Broker. Diese sind zwar pro Stück oft gering, aber durch die hohen Handelsvolumina können sie sich summieren.

Der größte Kostenfaktor ist jedoch der Spread, also der Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis. Bei Futures ist dieser Spread oft sehr eng, was ein Vorteil ist. Allerdings zahlst du auch Finanzierungskosten, wenn du Positionen über Nacht hältst. Diese Kosten entstehen durch den Hebel und werden täglich berechnet.

Ein weiterer, oft unterschätzter Punkt sind die Kosten für professionelle Handelssoftware und Datenfeed-Abos. Um erfolgreich zu sein, brauchst du aktuelle Kurse und schnelle Ausführungen. Diese Tools sind nicht gratis und fressen einen Teil deiner möglichen Gewinne auf. Du solltest diese Fixkosten in deine Kalkulation einbeziehen.

Zusätzlich musst du mit Steuern rechnen. Gewinne aus Futures unterliegen der Abgeltungsteuer, sofern sie nicht unter die neuen Regelungen für Termingeschäfte fallen. Seit 2021 sind Verluste aus Termingeschäften nur noch begrenzt absetzbar. Das ist ein komplexes Thema, bei dem du unbedingt einen Steuerberater fragen solltest, bevor du loslegst.

Worauf du achten musst: Die wichtigsten Regeln für den Start

Wenn du dich nach all den Warnungen immer noch für Futures interessierst, gibt es einige eiserne Regeln. Erstens: Du handelst nur mit Geld, dessen Totalverlust du wirklich verschmerzen kannst. Das ist kein Geld für die Miete oder den Notgroschen. Es ist Risikokapital, das du bewusst einsetzt und auch komplett verlieren darfst.

Zweitens: Du brauchst einen soliden Handelsplan. Dieser Plan legt fest, wann du einsteigst, wann du aussteigst und wie viel du pro Trade riskierst. Ohne diesen Plan handelst du emotional und triffst falsche Entscheidungen. Ein guter Plan hilft dir, auch in stressigen Marktphasen rational zu bleiben.

Drittens: Du musst dich intensiv mit der Technik auseinandersetzen. Das bedeutet, du lernst, wie man Charts liest, wo du Stop-Loss setzt und wie du deine Positionen größenmäßig begrenzt. Viele Broker bieten Demokonten an, auf denen du gefahrlos üben kannst. Nutze diese Möglichkeit ausgiebig, bevor du echtes Geld riskierst.

Viertens: Bleib bei den liquiden und etablierten Produkten. Der DAX-Future oder der Future auf den Euro Stoxx 50 sind gute Beispiele. Finger weg von exotischen Rohstoffen oder Währungen, die du nicht verstehst. Konzentriere dich auf das, was du nachvollziehen kannst, und erweitere dein Spektrum erst mit wachsender Erfahrung.

Typische Fehler: Diese Fallstricke solltest du unbedingt vermeiden

Der häufigste Fehler von Anfängern ist die Überhebelung. Sie setzen zu viel Kapital auf eine einzige Position und werden von kleinen Kursbewegungen aus dem Markt geworfen. Ein einziger schlechter Trade kann so dein gesamtes Konto leeren. Du solltest niemals mehr als ein bis zwei Prozent deines Kapitals in einem einzelnen Trade riskieren.

Ein weiterer Fehler ist das Fehlen eines Stop-Loss. Viele Händler hoffen, dass sich ein Verlustgeschäft wieder erholt, und warten zu lange. Bei Futures kann das fatal sein, weil der Verlust durch den Hebel schnell explodiert. Ein Stop-Loss ist eine automatische Order, die deine Position schließt, wenn der Kurs ein bestimmtes Niveau erreicht. Diese solltest du immer setzen.

Auch das Nachkaufen in die Verlustposition hinein ist ein Klassiker. Du denkst, der Kurs muss ja wieder steigen, und kaufst nach, um deinen Durchschnittspreis zu senken. Das funktioniert bei Aktien manchmal, bei Futures ist es aber der sichere Weg in den Ruin. Der Markt kann lange gegen dich laufen, und dein Hebel verstärkt das Problem.

Schließlich unterschätzen viele die psychologische Belastung. Der Handel mit Futures ist ein Vollzeitjob und kein Hobby für zwischendurch. Du musst ständig den Markt beobachten und schnell reagieren. Das erzeugt Stress und kann zu Fehlentscheidungen führen. Wenn du merkst, dass dich das belastet, ist das ein klares Zeichen, dass Futures nichts für dich sind.

So gehst du konkret vor: Dein Fahrplan in fünf Schritten

Schritt eins ist die Bildung. Lies Bücher, besuche Kurse und schaue dir kostenlose Webinare an. Aber sei skeptisch gegenüber allen, die dir schnellen Reichtum versprechen. Seriöse Bildung ist langweilig und gründlich. Du solltest verstehen, wie die Börse funktioniert, was Angebot und Nachfrage bewirken und wie du Nachrichten interpretierst.

Schritt zwei ist das Üben im Demokonto. Die meisten Broker bieten dir ein kostenloses Testkonto mit virtuellen Geld an. Hier kannst du deine Strategie testen, ohne ein Risiko einzugehen. Übe mindestens drei Monate, bis du konsistent profitabel bist. Wenn du das nicht schaffst, ist das ein klares Signal, dass du noch nicht bereit bist.

Schritt drei ist die Wahl des richtigen Brokers. Achte auf Gebühren, Handelsplattform und Kundenservice. Der Broker sollte reguliert sein und eine gute Reputation haben. Lies Erfahrungsberichte und vergleiche die Konditionen. Ein guter Broker ist dein Partner, kein Gegner. Er sollte dir alle Werkzeuge bieten, die du für deinen Handel brauchst.

Schritt vier ist der Start mit kleinsten Beträgen. Beginne mit einem Mini-Kontrakt oder einer kleinen Positionsgröße. Das Ziel ist nicht, reich zu werden, sondern Erfahrung zu sammeln. Du wirst Fehler machen, und das ist in Ordnung. Lerne aus jedem Trade und dokumentiere deine Entscheidungen in einem Handelstagebuch. So erkennst du Muster und verbesserst dich kontinuierlich.

Die Alternative: Lohnt sich Futures oder doch lieber ETFs?

Die ehrliche Antwort lautet: Für die allermeisten Privatanleger lohnen sich Futures nicht. Die Risiken sind zu hoch, der Zeitaufwand ist enorm und die Erfolgsaussichten sind statistisch gesehen schlecht. Mit einem breit gestreuten ETF sparst du dir all diese Probleme und erzielst langfristig solide Renditen. Das ist der einfachere und sicherere Weg zum Vermögensaufbau.

ETFs bilden einen Index wie den DAX oder den MSCI World ab. Du kaufst einen Korb voller Aktien und profitierst vom Wirtschaftswachstum. Du musst keine Charts lesen, keine Hebel verstehen und keine schlaflosen Nächte haben. Du investierst regelmäßig einen festen Betrag und lässt dein Geld über Jahre hinweg arbeiten. Das ist bewährt und funktioniert.

Futures haben ihren Platz in der Finanzwelt, aber dieser Platz ist eher bei Profis und institutionellen Anlegern. Diese nutzen sie zur Absicherung, zum Beispiel um Währungsrisiken zu minimieren. Als Privatanleger bist du in der Regel derjenige, der die Verluste der Profis finanziert. Du spielst in einem Spiel, bei dem die Chancen gegen dich stehen.

Wenn du also das Gefühl hast, dass du mit Futures schnell reich wirst, lass es bleiben. Wenn du aber einfach nur dein Vermögen aufbauen willst, dann ist ein ETF-Sparplan die deutlich bessere Wahl. Er ist günstig, transparent und du kannst jederzeit verkaufen. Überlege gut, ob du das Risiko und die Komplexität wirklich brauchst, oder ob du nicht mit der einfachen Lösung glücklicher wirst.

Fazit: Deine Entscheidung für oder gegen Futures

Wir haben viel besprochen, von den Grundlagen bis zu den Risiken. Die Kernfrage 'lohnt sich Futures' kannst du jetzt fundiert beantworten. Für die meisten Menschen lautet die Antwort klar: Nein. Die hohen Verlustraten, der immense Zeitaufwand und die psychische Belastung sprechen gegen den Handel mit Terminkontrakten.

Wenn du dich dennoch dafür entscheidest, dann nur mit einem soliden Plan, ausreichend Kapital und eiserner Disziplin. Du musst bereit sein, viel Zeit in deine Bildung zu investieren und deine Fehler zu akzeptieren. Es ist kein Weg zu schnellem Geld, sondern ein anspruchsvolles Handwerk, das nur wenige wirklich beherrschen.

Denk daran, dass es nicht darum geht, den neuesten Trend zu verpassen. Es geht darum, deine finanziellen Ziele zu erreichen. Wenn du das mit einem ETF-Sparplan tust, ist das genauso wertvoll und viel sicherer. Du musst nicht jeden Markt bespielen, um erfolgreich zu sein. Oft ist weniger mehr.

Wir hoffen, dieser Ratgeber hat dir geholfen, eine informierte Entscheidung zu treffen. Wenn du weitere Fragen hast, schau dir unsere anderen Artikel an oder lass dich von einem unabhängigen Finanzberater begleiten. Dein Geld ist hart erarbeitet, also behandle es mit dem Respekt, den es verdient. Und denk immer daran: Es gibt keine Abkürzung zum Reichtum.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du einen Totalverlust deines Einsatzes verschmerzen?
Hast du dich schon mit Charttechnik und Marktpsychologie beschäftigt?
Verstehst du den Unterschied zwischen Termin- und Kassamarkt?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Theoretisch ja, aber die Wahrscheinlichkeit ist extrem gering. Die meisten Privatanleger verlieren mit Futures Geld. Schnelle Gewinne sind meist Glückssache und keine Strategie. Du solltest niemals auf schnellen Reichtum hoffen, sondern auf langfristige, nachhaltige Anlagen setzen.

Ein Future ist eine Verpflichtung, ein Geschäft zu einem festen Preis auszuführen. Eine Option gibt dir das Recht, aber nicht die Pflicht, zu handeln. Das macht Optionen flexibler, aber auch komplexer. Beide Produkte sind hochspekulativ und nichts für Anfänger.

Das hängt vom Broker und dem Kontrakt ab. Du kannst schon mit wenigen hundert Euro anfangen, aber das ist extrem riskant. Mit so wenig Kapital kannst du keine sinnvolle Risikostreuung betreiben. Es ist besser, mit einem größeren Betrag zu starten, aber nur mit Geld, das du wirklich verlieren kannst.

Nein, auf keinen Fall. Futures sind kurzfristige Spekulationen mit hohem Risiko. Für die Altersvorsorge brauchst du langfristige, stabile Anlagen wie ETFs oder Aktien. Du solltest niemals deine Altersvorsorge mit riskanten Wetten gefährden.

Es gibt gute Bücher und Online-Kurse von unabhängigen Bildungsanbietern. Achte darauf, dass die Kurse keine konkreten Gewinnversprechen machen. Viele Broker bieten auch kostenlose Webinare an. Übe auf jeden Fall lange im Demokonto, bevor du echtes Geld investierst.

Der Broker wird deine Positionen zwangsweise schließen, um seine Verluste zu decken. Wenn das Geld nicht reicht, wirst du zum Schuldner. Das kann zu einem negativen Kontostand führen und deine Bonität schädigen. Du solltest einen Margin Call unbedingt vermeiden, indem du vorsichtig handelst.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.