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Futures für Anfänger: So funktioniert der Handel mit Terminkontrakten
Futures sind börsengehandelte Terminkontrakte, mit denen du auf steigende oder fallende Kurse eines Basiswerts setzen kannst. Für Privatanleger in Deutschland ist der direkte Handel mit Futures nicht möglich, aber das Verständnis der Funktionsweise hilft dir, verwandte Produkte besser einzuordnen.
11 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Futures sind standardisierte Verträge, die einen Kauf oder Verkauf zu einem festgelegten Zeitpunkt und Preis verbindlich machen.
- Der Handel findet ausschließlich an Terminbörsen wie der EUREX statt und ist für deutsche Privatanleger nicht direkt zugänglich.
- Futures wirken über einen Hebel, wodurch sowohl Gewinne als auch Verluste überproportional zum eingesetzten Kapital ausfallen können.
- Ursprünglich dienen Futures der Absicherung von Preisrisiken, werden aber auch zur Spekulation genutzt.
01 · Grundlagen
Was sind Futures?
Ein Future ist ein bindender Börsenvertrag zwischen zwei Parteien. Er verpflichtet den Käufer, eine bestimmte Menge eines Basiswerts zu einem festgelegten Preis an einem vorher bestimmten Datum zu kaufen.
Jeder Future hat sechs feste Parameter, die von der Terminbörse vorgegeben werden. Dazu gehören der Basiswert, die Kontraktgröße, der Preis, die Fälligkeit, die minimale Preisbewegung und die Art der Abwicklung. Sobald du diese Parameter einmal verstanden hast, kannst du das Grundprinzip auf jeden beliebigen Future übertragen.
Ein Future kann auf einen Marktindex wie den DAX, einen Rohstoff wie Öl oder Gold, ein Währungspaar wie EUR/USD, eine Anleihe oder eine einzelne Aktie lauten. Die Börse legt für jeden Kontrakt exakt fest, welche Menge gehandelt wird und wann der Vertrag endet.
Für dich als Studierende ist vor allem wichtig: Futures gehören zu den Derivaten, ihr Wert leitet sich also von einem anderen Basiswert ab. Anders als ein individuell ausgehandelter Forward wird ein Future ausschließlich standardisiert an Terminbörsen gehandelt, was die Transparenz erhöht.
Kurz erklärt
Future (Terminkontrakt)
Ein standardisierter, börsengehandelter Vertrag, der den Kauf oder Verkauf eines Basiswerts zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt verbindlich festlegt.
Futures gehören zu den Derivaten und werden im Gegensatz zu individuellen Forwards stets standardisiert an Terminbörsen gehandelt.
02 · Vergleich
Welche Arten von Futures gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Futures auf Rohstoffe und Futures auf Finanzinstrumente. Beide Gruppen folgen denselben vertraglichen Prinzipien.
Die zwei Hauptkategorien sind Commodity Futures und Financial Futures. Commodity Futures beziehen sich auf Rohstoffe wie Weizen, Öl oder Gold, Financial Futures auf Aktienindizes, Anleihen, Währungen oder einzelne Aktien.
Beide Gruppen folgen denselben vertraglichen Prinzipien, unterscheiden sich aber in ihrem typischen Zweck. Rohstoff-Futures werden häufig von Erzeugern genutzt, um sich Preise für ihre Produktion zu sichern. Financial Futures dienen oft der Absicherung von Portfolios oder der Spekulation auf Marktentwicklungen.
An der Terminbörse EUREX bei Frankfurt am Main werden unter anderem Futures auf Zins-Swaps, Aktienindizes und Aktien gehandelt. Zu den am häufigsten gehandelten Kontrakten weltweit gehören der E-Mini S&P 500 und der Eurodollar-Future.
| Commodity Futures | Financial Futures | |
|---|---|---|
| Basiswert | Rohstoffe wie Weizen, Öl oder Gold | Aktienindizes, Anleihen, Währungen oder Aktien |
| Typisches Ziel | Absicherung von Erzeugerpreisen oder Spekulation auf Rohstoffpreise | Absicherung von Portfolios oder Spekulation auf Marktentwicklungen |
| Beispiele | Weizen-Future, Rohöl-Future | E-Mini S&P 500, Euro-Bund-Future |
| Handelsplatz | Internationale Terminbörsen, oft mit physischer Lieferung möglich | Terminbörsen wie EUREX, häufig mit Barausgleich |
03 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert der Futures-Handel?
Der Ablauf eines Futures-Geschäfts folgt festen Regeln. Vom Kontraktabschluss bis zur Erfüllung sind mehrere Schritte zu beachten.
Der Handel beginnt mit der Auswahl eines Kontrakts. Du entscheidest dich für einen Future auf einen bestimmten Basiswert mit festgelegter Menge, Preis und Fälligkeit. Danach eröffnest du eine Position: Eine Long-Position wählst du, wenn du steigende Kurse erwartest, eine Short-Position bei fallenden Kursen.
Für jede Position hinterlegst du eine Sicherheitsleistung, die Margin. Sie macht nur einen Bruchteil des Kontraktwerts aus und ist kein Kaufpreis, sondern eine Kaution. Gewinne und Verluste werden täglich über das Margin-Konto verrechnet, was als Variation Margin bezeichnet wird.
Vor der Fälligkeit hast du zwei Möglichkeiten: Du schließt die Position durch ein Gegengeschäft, oder du lässt den Kontrakt auslaufen. Bei vielen Futures erfolgt dann ein Barausgleich statt einer tatsächlichen Lieferung des Basiswerts.
Kontrakt wählen
Du wählst einen Future auf einen bestimmten Basiswert mit festgelegter Menge, Preis und Fälligkeit.
Position eröffnen
Du gehst eine Long-Position ein, wenn du steigende Kurse erwartest, oder eine Short-Position bei fallenden Kursen.
Margin hinterlegen
Für die Position hinterlegst du eine Sicherheitsleistung, die Margin, die nur einen Bruchteil des Kontraktwerts ausmacht.
Täglicher Gewinn- und Verlustausgleich
Gewinne und Verluste werden täglich über das Margin-Konto verrechnet, was als Variation Margin bezeichnet wird.
Position schließen oder erfüllen
Vor Fälligkeit kannst du die Position durch ein Gegengeschäft glattstellen oder den Kontrakt bis zum Ende halten.
Abwicklung
Am Fälligkeitstag erfolgt entweder die physische Lieferung des Basiswerts oder ein Barausgleich, das Cash Settlement.
04 · Was gilt
Long- und Short-Positionen bei Futures
Mit Futures kannst du auf beide Marktrichtungen setzen. Die Wahl zwischen Long und Short bestimmt dein Gewinn- und Verlustprofil.
Mit einer Long-Position verpflichtest du dich, den Basiswert zum festgelegten Preis zu kaufen. Du profitierst, wenn der Preis des Basiswerts steigt, und dein maximaler Gewinn ist theoretisch unbegrenzt.
Mit einer Short-Position verpflichtest du dich, den Basiswert zum festgelegten Preis zu verkaufen. Du profitierst, wenn der Preis fällt, und dein maximaler Verlust ist theoretisch unbegrenzt.
Die Wahl zwischen Long und Short bestimmt dein gesamtes Gewinn- und Verlustprofil. Wer auf steigende Kurse setzt, geht long, wer auf fallende Kurse setzt, geht short.
Long-Position
Short-Position
05 · Kosten
Was kostet der Futures-Handel?
Die Kosten setzen sich aus der Margin als Sicherheitsleistung und den Handelsgebühren zusammen. Die Margin ist kein Kaufpreis, sondern eine Kaution.
Die Margin ist der größte Kostenfaktor, den du einplanen musst. Sie liegt oft zwischen 3 und 12 Prozent des Kontraktwerts, variiert aber je nach Basiswert und Marktlage. Rohöl verlangt häufig hohe Margen, weil die Preisschwankungen groß sind.
Zusätzlich fallen Handelsgebühren pro Kontrakt an, die je nach Broker und Börse unterschiedlich ausfallen. Auch der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, hängt von der Liquidität des Kontrakts ab.
Die Margin wird bei Glattstellung der Position zurückgezahlt, sofern keine Verluste verrechnet wurden. Sie ist also kein Kaufpreis, sondern eine Sicherheitsleistung, die du zurückbekommst.
Typische Kostenbestandteile beim Futures-Handel
06 · Im Vertrag
Hebelwirkung und Margin verstehen
Der Hebel ist das zentrale Merkmal von Futures. Er ermöglicht große Positionen mit kleinem Kapitaleinsatz, erhöht aber auch das Verlustrisiko.
Der Hebel entsteht, weil du nur die Margin hinterlegst, aber einen deutlich größeren Kontraktwert bewegst. Kursänderungen wirken dadurch überproportional auf dein eingesetztes Kapital. Ein kleiner Preisausschlag kann deine Margin bereits vollständig aufzehren.
Die Initial Margin ist die anfängliche Sicherheitsleistung, die du beim Eröffnen einer Position hinterlegen musst. Die Variation Margin ist der tägliche Gewinn- und Verlustausgleich: Verluste werden täglich von deinem Margin-Konto abgezogen, Gewinne gutgeschrieben.
Sinkt dein Kontostand unter die geforderte Mindesthöhe, erhältst du einen Margin Call. Dann musst du sofort Geld nachschießen, sonst wird deine Position zwangsweise geschlossen.
Wichtige Begriffe zu Hebel und Margin
07 · Grundlagen
Cost of Carry und Rollover
Der Preis eines Futures weicht in der Regel vom aktuellen Kassapreis des Basiswerts ab. Diese Differenz wird durch die Cost of Carry erklärt.
Die Cost of Carry sind die Gesamtkosten, die entstehen, wenn du den Basiswert bis zum Fälligkeitstag des Futures halten würdest. Dazu zählen Finanzierungskosten, Lagerkosten und Versicherung, abzüglich Erträgen wie Dividenden.
Diese Kosten erklären, warum der Futures-Preis über oder unter dem aktuellen Kassapreis liegen kann. Bei Rohstoffen mit hohen Lagerkosten liegt der Futures-Preis oft über dem Kassapreis, bei Aktienindizes mit Dividendenzahlungen kann er darunter liegen.
Ein Rollover bedeutet, dass du eine auslaufende Position vor Fälligkeit schließt und gleichzeitig eine neue Position mit späterem Fälligkeitstermin eröffnest. So vermeidest du die Abwicklung des alten Kontrakts und bleibst im Markt investiert.
Kurz erklärt
Cost of Carry
Die Gesamtkosten, die entstehen, wenn du den Basiswert bis zum Fälligkeitstag des Futures halten würdest. Dazu zählen Finanzierungskosten, Lagerkosten und Versicherung abzüglich Erträgen wie Dividenden.
Die Cost of Carry erklärt, warum der Futures-Preis über oder unter dem aktuellen Kassapreis liegen kann.
08 · Checkliste
Risikomanagement beim Futures-Handel
Ohne konsequentes Risikomanagement kann der Futures-Handel schnell zu hohen Verlusten führen. Diese Maßnahmen helfen, das Risiko zu begrenzen.
Ohne konsequentes Risikomanagement kann der Futures-Handel schnell zu hohen Verlusten führen. Der Hebel wirkt in beide Richtungen, deshalb musst du dein Risiko aktiv begrenzen.
Setze einen maximalen Verlust pro Trade fest und halte dich daran. Nutze Stop-Loss-Orders, um Positionen automatisch zu schließen, bevor die Verluste zu groß werden.
Plane die Positionsgröße so, dass ein Totalverlust dein Gesamtdepot nicht gefährdet. Beobachte die Margin-Anforderungen täglich und halte ausreichend Liquidität vor, um einen Margin Call zu vermeiden.
Maßnahmen für dein Risikomanagement
Setze einen maximalen Verlust pro Trade fest und halte dich daran
Nutze Stop-Loss-Orders, um Positionen automatisch zu schließen
Plane die Positionsgröße so, dass ein Totalverlust dein Gesamtdepot nicht gefährdet
Beobachte die Margin-Anforderungen täglich und halte ausreichend Liquidität vor
Vermeide zu große Hebel, die schon kleine Kursbewegungen zum Margin Call führen
Dokumentiere deine Trades und analysiere regelmäßig deine Fehler
09 · Fehler vermeiden
Typische Fehler von Futures-Anfängern
Viele Einsteiger unterschätzen die Dynamik von Terminkontrakten. Diese Fehler lassen sich mit Vorbereitung vermeiden.
Viele Einsteiger unterschätzen die Dynamik von Terminkontrakten. Der häufigste Fehler ist ein zu großer Hebel, bei dem schon kleine Kursbewegungen zum Margin Call führen.
Ein fehlender Stop-Loss lässt Verluste unkontrolliert weiterlaufen. Wer den Basiswert nicht ausreichend kennt, handelt blind und trifft Entscheidungen ohne Marktverständnis.
Das Ignorieren der Cost of Carry führt dazu, dass der Futures-Preis falsch eingeschätzt wird. Unzureichende Liquidität bedeutet, dass du bei einem Margin Call nicht nachschießen kannst. Emotionales Handeln aus Angst oder Gier führt zu impulsiven Entscheidungen.
Häufige Fehler im Futures-Handel
10 · Hintergrund
Hedging mit Futures
Futures wurden ursprünglich entwickelt, um Preisrisiken abzusichern. Dieses Prinzip funktioniert auch heute noch für Unternehmen und institutionelle Anleger.
Futures wurden ursprünglich entwickelt, um Preisrisiken abzusichern. Ein Weizenbauer kann beispielsweise einen Future verkaufen, um sich den heutigen Preis für seine zukünftige Ernte zu sichern.
Steigt der Weizenpreis bis zur Ernte, verliert er am Future, gewinnt aber am physischen Verkauf. Fällt der Preis, gewinnt er am Future und gleicht den niedrigeren Verkaufserlös aus. In beiden Fällen hat er sich einen kalkulierbaren Preis gesichert.
Für Privatanleger in Deutschland ist das direkte Hedging mit Futures nicht möglich. Du kannst aber über verwandte Produkte wie Optionsscheine oder CFDs ähnliche Absicherungsstrategien verfolgen, wobei diese Produkte eigene Risiken und Kosten mitbringen.
Beim Hedging sichert sich ein Marktteilnehmer gegen ungünstige Preisbewegungen ab. Ein Weizenbauer kann beispielsweise einen Future verkaufen, um sich den heutigen Preis für seine zukünftige Ernte zu sichern. Steigt der Weizenpreis bis zur Ernte, verliert er am Future, gewinnt aber am physischen Verkauf. Fällt der Preis, gewinnt er am Future und gleicht den niedrigeren Verkaufserlös aus.
Für Privatanleger in Deutschland ist das direkte Hedging mit Futures nicht möglich. Du kannst aber über verwandte Produkte wie Optionsscheine oder CFDs ähnliche Absicherungsstrategien verfolgen, wobei diese Produkte eigene Risiken mitbringen.
Der Risikotransfer ist der Kern des Futures-Handels: Eine Partei gibt das Preisrisiko ab, die andere übernimmt es gegen die Chance auf Gewinn. Dieser Mechanismus macht Terminmärkte für beide Seiten attraktiv.
11 · Was gilt
Cash Settlement und physische Lieferung
Nicht jeder Future endet mit der Lieferung des Basiswerts. Viele Kontrakte werden vor Fälligkeit glattgestellt oder per Barausgleich abgewickelt.
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