ETF für Anfänger: Dein einfacher Einstieg in die Welt der Fonds
ETF für Anfänger klingen nach komplizierter Börsenwelt, sind aber der einfachste Weg, um langfristig Vermögen aufzubauen. Du musst kein Börsenprofi sein, um mit ETFs zu starten. Dieser Guide erklärt dir alles von Null auf, ohne Fachchinesisch.
Warum dich das Thema ETF betrifft, auch wenn du kein Börsenprofi bist
Dein Geld auf dem Sparbuch verliert Jahr für Jahr an Kaufkraft, weil die Inflation höher ist als die Zinsen. Das bedeutet: Für 10.000 Euro bekommst du in zehn Jahren weniger als heute. Um dein Vermögen zu erhalten oder aufzubauen, musst du also etwas tun. ETFs sind dafür das einfachste Werkzeug, das du als Privatanleger nutzen kannst.
Du musst keine einzelnen Aktien auswählen, keine Unternehmen analysieren und keine Kurse beobachten. Ein ETF bildet einfach einen ganzen Markt ab, zum Beispiel die größten Unternehmen der Welt. Damit streust du dein Risiko automatisch, denn wenn eine Firma schwächelt, gleichen das andere aus.
Der Einstieg ist heute einfacher denn je: Mit einem Sparplan legst du schon ab 25 Euro pro Monat los. Das funktioniert direkt über dein Girokonto, die meisten Banken bieten das inzwischen an. Du musst kein großes Startkapital haben, sondern nur den ersten Schritt machen.
Viele Menschen schieben das Thema Geldanlage auf, weil sie Angst vor Fehlern haben. Dabei ist der größte Fehler, gar nicht anzufangen. Mit ETFs gehst du einen Weg, den Millionen Anleger vor dir gegangen sind, und du kannst von deren Erfahrungen profitieren.
Was ein ETF ist: Die Grundlagen einfach erklärt
Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund, auf Deutsch: börsengehandelter Fonds. Ein Fonds ist ein Topf, in dem das Geld vieler Anleger gesammelt wird. Dieses Geld investiert der Fonds in eine bestimmte Auswahl an Wertpapieren, zum Beispiel Aktien oder Anleihen.
Ein ETF bildet einen Index nach, also einen Korb von Wertpapieren, der eine bestimmte Marktregion oder Branche abbildet. Der bekannteste Index ist der DAX, der die 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands enthält. Ein ETF auf den DAX kauft also genau diese 40 Aktien in der gleichen Gewichtung.
Der Unterschied zu einem klassischen Fonds: Ein ETF wird nicht aktiv von einem Fondsmanager verwaltet, sondern bildet den Index automatisch nach. Das spart Kosten, denn du zahlst keine hohen Gehälter für Experten. Dadurch sind ETFs deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds.
Du kannst ETFs wie Aktien an der Börse kaufen und verkaufen, und zwar jederzeit während der Handelszeiten. Das macht sie flexibel und transparent, denn du siehst jederzeit, welche Wertpapiere im Fonds stecken. Für Anfänger sind besonders breit gestreute ETFs auf den Weltmarkt geeignet.
So funktioniert ein ETF: Vom Index bis zum Sparplan
Stell dir vor, du möchtest in die 500 größten US-Unternehmen investieren. Dazu müsstest du 500 einzelne Aktien kaufen, das wäre teuer und aufwendig. Ein ETF auf den S&P 500 macht das für dich: Du kaufst einen einzigen Anteil und der Fonds enthält automatisch alle 500 Aktien.
Der ETF wird von einer Fondsgesellschaft aufgelegt, zum Beispiel iShares, Xtrackers oder Vanguard. Diese Gesellschaft kauft die Aktien im Index und gibt dafür ETF-Anteile aus. Wenn du einen Anteil kaufst, besitzt du indirekt einen winzigen Teil aller enthaltenen Unternehmen.
Dein Geld wird also nicht einfach gesammelt, sondern wirklich investiert. Der Wert deines ETF-Anteils steigt und fällt mit dem Wert der enthaltenen Aktien. Wenn die Unternehmen Gewinne machen und ihre Aktienkurse steigen, steigt auch dein ETF.
Ein Sparplan funktioniert so: Du gibst einen festen Betrag pro Monat an, zum Beispiel 50 Euro. Die Bank kauft dafür automatisch ETF-Anteile, auch wenn der Kurs gerade hoch oder niedrig ist. So profitierst du vom Durchschnittskosten-Effekt, denn du kaufst zu verschiedenen Kursen und glättest so Schwankungen.
Was ETFs kosten: Gebühren, Spreads und die TER
ETFs haben zwei Arten von Kosten: die laufenden Kosten und die Handelskosten. Die laufenden Kosten werden als Total Expense Ratio (TER) bezeichnet und in Prozent pro Jahr angegeben. Sie decken die Verwaltung des Fonds ab, zum Beispiel die Lagerung der Aktien und die Index-Nachbildung.
Die TER liegt bei breit gestreuten ETFs meist zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr. Das klingt wenig, macht aber auf lange Sicht einen Unterschied. Bei 10.000 Euro Anlagesumme sind 0,2 Prozent nur 20 Euro pro Jahr, aber über 30 Jahre summiert sich das.
Zusätzlich fallen beim Kauf und Verkauf Handelskosten an, zum Beispiel die Ordergebühr deiner Bank. Diese liegt oft zwischen 0 und 10 Euro pro Ausführung, je nach Anbieter. Bei einem Sparplan sind die Gebühren häufig reduziert oder sogar kostenlos, das solltest du vergleichen.
Ein weiterer Kostenpunkt ist der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei großen, beliebten ETFs ist dieser Spread sehr klein, oft nur wenige Cent. Bei exotischen ETFs kann er größer sein, deshalb solltest du auf bekannte und liquide Produkte setzen.
Worauf du bei der Auswahl eines ETFs achten solltest
Der wichtigste Faktor ist die Breite der Streuung. Ein ETF auf den MSCI World enthält rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern, das ist eine solide Basis. Du solltest auf jeden Fall einen ETF wählen, der nicht nur eine Region oder Branche abdeckt, um Klumpenrisiken zu vermeiden.
Achte auf das Fondsvolumen, also wie viel Geld in dem ETF steckt. Ein Volumen von mehr als 100 Millionen Euro ist ein gutes Zeichen, denn das bedeutet, dass der Fonds etabliert ist und der Spread klein bleibt. Kleine ETFs können bei der Rückgabe Probleme machen.
Die Replikationsmethode ist ebenfalls wichtig: Physisch nachbildende ETFs kaufen die echten Aktien, synthetische bilden den Index über Derivate ab. Für Anfänger sind physische ETFs einfacher zu verstehen und gelten als transparenter. Du erkennst sie an der Bezeichnung 'physisch' oder 'vollständig replizierend'.
Vergleiche die TER, aber mach sie nicht zum alleinigen Kriterium. Ein ETF mit 0,1 Prozent günstigerer TER, aber schlechterer Nachbildung kann unterm Strich teurer sein. Schau dir auch an, wie gut der Fonds seinen Index nachbildet, das nennt sich Tracking Difference.
Typische Fehler, die du als Anfänger vermeiden solltest
Der häufigste Fehler ist, bei Kursschwankungen panisch zu verkaufen. Wenn der Markt fällt, sehen viele Anleger ihre Verluste und steigen aus, um dann später teurer wieder einzusteigen. Das vernichtet Rendite, denn du realisierst Verluste und verpasst die Erholung.
Ein weiterer Fehler ist, zu viel Geld in einen einzelnen ETF oder eine einzelne Branche zu stecken. Zum Beispiel nur in Technologie-Aktien zu investieren, kann bei einem Branchenabschwung zu hohen Verlusten führen. Besser ist ein breit gestreuter Welt-ETF, der alle Branchen enthält.
Viele Anfänger versuchen, den Markt zu timen, also den perfekten Kaufzeitpunkt zu finden. Das funktioniert selbst für Profis nicht zuverlässig. Stattdessen solltest du regelmäßig per Sparplan investieren, dann kaufst du automatisch zu guten und schlechten Kursen.
Ein weiterer Fehler ist, das Geld zu früh zu brauchen. ETFs sind für einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren gedacht. Wenn du das Geld in drei Jahren für eine Anzahlung brauchst, ist ein ETF nicht die richtige Wahl, denn dann kann der Kurs gerade niedrig sein.
Dein erster Schritt: So legst du deinen ersten ETF-Sparplan an
Zuerst brauchst du ein Depot, also ein Konto für Wertpapiere. Du kannst es bei deiner Hausbank eröffnen oder bei einem Online-Broker, der oft günstigere Konditionen bietet. Achte auf die Kosten für Sparpläne und die Benutzerfreundlichkeit der App.
Dann wählst du einen passenden ETF aus, zum Beispiel einen auf den MSCI World oder den FTSE All-World. Beide bilden die Weltwirtschaft ab, der FTSE All-World enthält zusätzlich Schwellenländer. Für den Anfang reicht ein einziger ETF, du kannst später immer noch diversifizieren.
Richte einen Sparplan ein, indem du den Betrag und das Intervall festlegst, zum Beispiel 50 Euro monatlich. Du kannst den Betrag jederzeit ändern oder den Sparplan pausieren. Wichtig ist, dass du regelmäßig investierst, auch wenn es mal weniger ist.
Überwache dein Investment nicht täglich, sondern höchstens einmal im Quartal. Die Kurse schwanken, das ist normal. Wenn du langfristig denkst, wirst du belohnt, denn die Märkte sind über Jahrzehnte betrachtet gestiegen. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
ETF und Steuern: Was du wissen musst, ohne Experte zu sein
In Deutschland werden Gewinne aus ETFs mit der Abgeltungsteuer besteuert, das sind 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Du zahlst die Steuer aber erst, wenn du deine ETF-Anteile verkaufst und einen Gewinn realisierst.
Es gibt einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person, bis zu dem deine Kapitalerträge steuerfrei sind. Dazu gehören Dividenden und Verkaufsgewinne. Du musst bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag einrichten, damit sie die Steuer nicht automatisch einbehält.
Zusätzlich gibt es eine Vorabpauschale, die seit 2018 gilt. Dabei wird eine fiktive Wertsteigerung deines ETFs besteuert, auch wenn du nichts verkaufst. Die Bank berechnet das automatisch und führt die Steuer ab, du musst dich also nicht selbst darum kümmern.
Wenn du deinen ETF länger als ein Jahr hältst, sind Gewinne trotzdem steuerpflichtig, anders als bei manchen anderen Anlagen. Es gibt keine Spekulationsfrist mehr. Du solltest also nicht aus Steuergründen zu lange warten, sondern nach deinem Anlagehorizont entscheiden.
Dein Fahrplan für die nächsten 30 Tage: So startest du konkret
In der ersten Woche solltest du dich mit den Grundlagen vertraut machen, die du jetzt schon kennst. Lies noch einmal die wichtigsten Punkte durch und notiere offene Fragen. Du kannst auch ein Finanzforum oder einen Podcast nutzen, um dich weiterzubilden.
In der zweiten Woche vergleichst du Depots und Broker. Achte auf Kosten, Angebot und Bewertungen. Du kannst auch ein kostenloses Depot eröffnen, ohne sofort zu investieren. So lernst du die Oberfläche kennen und fühlst dich sicherer.
In der dritten Woche wählst du deinen ersten ETF aus und richtest einen Sparplan ein. Beginne mit einem Betrag, der dir wirklich weh tut, aber nicht weh tun sollte. Zum Beispiel 25 oder 50 Euro pro Monat. Du kannst den Betrag später erhöhen, wenn du dich wohler fühlst.
In der vierten Woche überprüfst du deinen Freistellungsauftrag und richtest einen Dauerauftrag für deinen Sparplan ein. Dann passiert alles automatisch. Setze dir einen Termin in sechs Monaten, um dein Investment zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. So bleibst du am Ball, ohne dich zu stressen.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Du kannst schon mit 25 Euro pro Monat per Sparplan starten. Viele Broker bieten kostenlose Sparpläne ab diesem Betrag an. Eine Einmalanlage ist auch ab 50 Euro möglich, aber der Sparplan ist für Anfänger ideal.
ETFs unterliegen Kursschwankungen, sind aber durch die breite Streuung weniger riskant als einzelne Aktien. Dein Geld ist in einem Sondervermögen geschützt, das heißt, es ist auch bei einer Pleite der Fondsgesellschaft sicher. Langfristig sind die Chancen auf Rendite hoch.
Ein breit gestreuter Welt-ETF wie der auf den MSCI World oder FTSE All-World ist ideal. Er bildet die globale Wirtschaft ab und reduziert das Risiko. Achte auf ein hohes Fondsvolumen und eine niedrige TER.
Theoretisch ja, wenn alle Unternehmen im Index pleitegehen, aber das ist extrem unwahrscheinlich. Selbst bei einer Weltwirtschaftskrise erholen sich Märkte langfristig. Ein Totalverlust ist praktisch ausgeschlossen, da du in viele Unternehmen investiert bist.
Einmal pro Quartal reicht völlig aus. Schau dir die Performance an und ob der ETF noch zu deiner Strategie passt. Vermeide es, täglich auf die Kurse zu schauen, das verleitet zu unnötigen Entscheidungen.
Dein ETF ist ein Sondervermögen und gehört dir, nicht der Bank. Bei einer Bankenpleite bleibt dein Investment unangetastet. Du kannst deine Anteile auf einen anderen Broker übertragen. Die Einlagensicherung greift nur für Bankguthaben, nicht für Wertpapiere.
Der 5-Minuten-Finanzkurs
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