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Festgeld einfach erklärt: So funktioniert die sichere Geldanlage mit festen Zinsen

Festgeld ist eine Geldanlage, bei der du einen bestimmten Betrag für eine feste Laufzeit zu einem vorab vereinbarten Zinssatz anlegst. Während der Laufzeit kommst du an dein Geld nicht heran, erhältst dafür aber Planungs­sicherheit und eine garantierte Rendite.

9 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Beim Festgeld legst du dein Geld für einen Zeitraum von einem Monat bis zu zehn Jahren fest an.
  • Der Zinssatz steht von Anfang an fest und kann während der Laufzeit nicht geändert werden.
  • Deine Einlagen sind in Deutschland gesetzlich bis 100.000 Euro pro Bank und Person geschützt.
  • Eine vorzeitige Kündigung ist in der Regel nicht möglich oder mit hohen Kosten verbunden.

01 · Grundlagen

Was ist Festgeld?

Festgeld ist eine kurz- bis mittelfristige Geldanlage mit fest vereinbarter Laufzeit und garantiertem Zinssatz. Im Gegensatz zum Tagesgeldkonto ist dein Kapital hier für die gesamte Laufzeit gebunden.

Ein Festgeldkonto funktioniert wie ein Sparvertrag mit festem Ablaufdatum. Du vereinbarst mit der Bank einen bestimmten Betrag, eine Laufzeit und einen Zinssatz, der für die gesamte Dauer garantiert ist.

Die Laufzeiten reichen von einem Monat bis zu zehn Jahren. Während dieser Zeit kannst du in der Regel nicht über dein Geld verfügen, auch nicht durch Aufstocken des bestehenden Kontos. Möchtest du später mehr einzahlen, brauchst du eine neue Festgeldanlage.

Am Ende der Laufzeit bekommst du dein Kapital plus die vereinbarten Zinsen zurück. Bei manchen Anbietern werden die Zinsen auch schon während der Laufzeit ausgezahlt, das hängt vom jeweiligen Vertrag ab.

Kurz erklärt

Festgeld

Eine Geldanlage, bei der du einen festen Betrag für einen bestimmten Zeitraum zu einem festen Zinssatz anlegst. Am Ende der Laufzeit erhältst du dein Kapital plus die vereinbarten Zinsen zurück.

Die Laufzeit reicht von einem Monat bis zu zehn Jahren. Während dieser Zeit kannst du in der Regel nicht über dein Geld verfügen.

02 · Vergleich

Festgeldkonto und Tagesgeldkonto im Vergleich

Beide Konten werden von der Bank verzinst, unterscheiden sich aber deutlich in Verfügbarkeit, Laufzeit und Zinsniveau. Der Vergleich hilft dir bei der Entscheidung, welche Anlageform zu deiner Situation passt.

Der zentrale Unterschied liegt in der Verfügbarkeit deines Geldes. Beim Tagesgeldkonto kannst du täglich auf dein Guthaben zugreifen, beim Festgeld ist dein Kapital für die vereinbarte Laufzeit gebunden.

Diese Bindung hat einen Vorteil: Die Bank kann mit deinem Geld fest planen und zahlt dafür in der Regel einen höheren Zinssatz als beim Tagesgeld. Tagesgeldzinsen sind variabel und können sich jederzeit ändern, während dein Festgeldzins für die gesamte Laufzeit feststeht.

  • Festgeld eignet sich für Geld, auf das du für einen bestimmten Zeitraum verzichten kannst.
  • Tagesgeld ist die bessere Wahl für deine Notfallreserve oder kurzfristig benötigte Beträge.
  • Beim Festgeld weißt du vorab genau, welche Rendite du am Ende erhältst.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Festgeld und Tagesgeld
FestgeldkontoTagesgeldkonto
VerfügbarkeitWährend der Laufzeit nicht verfügbarTäglich verfügbar
LaufzeitFest vereinbart, z. B. 1 Monat bis 10 JahreUnbefristet
ZinssatzFest für die gesamte Laufzeit, in der Regel höherVariabel, oft niedriger
Planungs­sicherheitSehr hoch, Rendite steht vorab festGering, Zinsen können sich jederzeit ändern

03 · Was gilt

Wie sicher ist dein Festgeld?

Festgeld zählt zu den sichersten Anlageformen, weil deine Einlagen gesetzlich geschützt sind. Die Einlagensicherung greift, falls deine Bank zahlungsunfähig wird.

Festgeld zählt zu den Bankeinlagen und ist in Deutschland gesetzlich geschützt. Pro Person und Bank sind Einlagen bis 100.000 Euro durch die Einlagensicherung abgesichert, falls die Bank zahlungsunfähig wird.

Bei Gemeinschaftskonten gilt der Schutz pro Person, nicht pro Konto. Ein Und-Konto oder Oder-Konto mit zwei Inhabern ist also bis 200.000 Euro abgesichert, sofern beide Personen eigenständig geschützt sind.

Bei ausländischen Banken gelten die Regeln des jeweiligen Herkunftslandes. Achte deshalb nicht nur auf den Zinssatz, sondern auch auf die Bonität des Landes und darauf, ob der Anbieter einer gesetzlichen Einlagensicherung unterliegt.

Geschützt

·Einlagen bis 100.000 Euro pro Person und Bank
·Festgeld bei Banken mit deutscher Einlagensicherung

Nicht geschützt

·Anlagen bei unseriösen Anbietern ohne Einlagensicherung
·Verluste durch Währungsschwankungen bei Fremdwährungskonten

04 · Kosten

Welche Laufzeiten und Zinsen sind üblich?

Die Laufzeit deines Festgeldes bestimmt maßgeblich den Zinssatz. Grundsätzlich gilt: Je länger du dein Geld anlegst, desto höher fällt in der Regel die Rendite aus.

Die Laufzeiten für Festgeld reichen von wenigen Wochen bis zu zehn Jahren. Grundsätzlich gilt: Je länger du dein Geld anlegst, desto höher fällt der Zinssatz in der Regel aus, weil die Bank länger mit deinem Kapital arbeiten kann.

Für kurze Laufzeiten von einem bis sechs Monaten liegen die Zinsen im Jahr 2026 oft zwischen 0,5 und 2,0 Prozent. Bei Laufzeiten von drei bis fünf Jahren sind Zinssätze zwischen 2,0 und 3,0 Prozent üblich, bei sechs bis zehn Jahren können es 2,5 bis 3,5 Prozent sein.

Ein wichtiger Hinweis: Bei manchen Anbietern gelten für unterschiedliche Laufzeiten dieselben Zinssätze. Prüfe daher, ob du denselben Zins auch mit kürzerer Bindung bekommst, damit du früher wieder über dein Geld verfügen kannst.

Laufzeiten für Festgeld

Kurzfristigab 1 Monat
Mittelfristig3 Monate bis 10 Jahre

05 · Im Vertrag

Kannst du Festgeld vorzeitig kündigen?

Der Name ist Programm: Dein Geld ist fest angelegt. Eine vorzeitige Kündigung ist in den meisten Fällen nicht vorgesehen oder nur unter strengen Bedingungen möglich.

Die Bank plant fest mit deiner Einlage und hat das Geld bereits für die vereinbarte Laufzeit eingeplant.

Einige Banken erlauben eine vorzeitige Auflösung nur in besonderen Härtefällen, etwa bei Tod oder schwerer Krankheit. Dabei können Gebühren anfallen, die deine Zinserträge schmälern oder sogar dein Kapital angreifen.

Die wichtigste Regel lautet deshalb: Lege nur Geld fest an, auf das du während der gesamten Laufzeit sicher verzichten kannst. Deine Notfallreserve gehört auf ein Tagesgeldkonto, nicht ins Festgeld.

Das gilt bei vorzeitiger Kündigung

RegelfallKeine KündigungWährend der vereinbarten Laufzeit kommst du an dein Geld nicht heran. Die Bank plant fest mit deiner Einlage.
AusnahmefallKündigung mit KostenEinige Banken erlauben eine vorzeitige Auflösung nur in besonderen Härtefällen, etwa bei Tod oder schwerer Krankheit. Dabei können Gebühren anfallen.
Wichtige RegelNur entbehrliches Geld anlegenLege nur Geld fest an, auf das du während der gesamten Laufzeit sicher verzichten kannst. Deine Notfallreserve gehört auf ein Tagesgeldkonto.

06 · Schritt für Schritt

Wie eröffnest du ein Festgeldkonto?

Die Kontoeröffnung ist heute meist unkompliziert und online möglich. Ein klarer Ablauf hilft dir, den Überblick zu behalten und seriöse Anbieter zu wählen.

Bevor du startest, solltest du dir über zwei Dinge klar sein: welchen Betrag du anlegen möchtest und wie lange du maximal auf das Geld verzichten kannst.

Vergleiche anschließend die Konditionen verschiedener Banken und Bausparkassen. Achte dabei nicht nur auf den Zinssatz, sondern auch auf die Einlagensicherung und die Seriosität des Anbieters.

  • Prüfe, ob der Anbieter eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) besitzt.
  • Stelle den Antrag online oder in der Filiale, die Identitätsprüfung funktioniert per Video-Ident oder Post-Ident.
  • Überweise das Geld auf das Festgeldkonto, sobald dein Antrag angenommen wurde.
01

Betrag und Laufzeit festlegen

Überlege dir, wie viel Geld du anlegen möchtest und wie lange du darauf verzichten kannst. Nur so findest du das passende Angebot.

02

Angebote vergleichen

Vergleiche die Konditionen verschiedener Banken und Bausparkassen. Achte dabei nicht nur auf den Zinssatz, sondern auch auf die Einlagensicherung.

03

Anbieter prüfen

Kontrolliere, ob der Anbieter eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) besitzt. Das schützt dich vor Betrug.

04

Antrag stellen

Stelle den Antrag online oder in der Filiale. Die Identitätsprüfung funktioniert online per Video-Ident oder in einer Postfiliale per Post-Ident.

05

Geld überweisen

Nach Annahme des Antrags überweist du den Anlagebetrag auf das Festgeldkonto. Sobald das Geld eingeht, beginnt die Laufzeit.

07 · Checkliste

Für wen lohnt sich Festgeld?

Festgeld ist nicht für jeden Zweck die richtige Wahl. Es eignet sich besonders für konservative Anleger und klar definierte Sparziele in der Zukunft.

Festgeld eignet sich besonders für konservative Anleger, die Planungssicherheit schätzen und kein Risiko durch Kursschwankungen eingehen möchten. Du weißt vorab genau, wann du dein Geld zurückbekommst und mit welcher Rendite du rechnen kannst.

Typische Situationen sind klar definierte Sparziele in der Zukunft, etwa eine größere Anschaffung, eine Renovierung oder Bildungskosten. Auch wer eine Erbschaft oder Schenkung vorübergehend parken möchte, findet im Festgeld eine sichere Lösung.

  • Festgeld ist sinnvoll, wenn du einen größeren Betrag für eine geplante Anschaffung in einigen Jahren ansparen möchtest.
  • Festgeld passt, wenn du einen sicheren Baustein für dein Anlageportfolio suchst.
  • Festgeld hilft, wenn du dein Geld vor impulsiven Ausgaben schützen willst.

Festgeld ist sinnvoll, wenn du...

01

einen größeren Betrag für eine geplante Anschaffung in einigen Jahren ansparen möchtest

02

einen sicheren Baustein für dein Anlageportfolio suchst

03

kein Risiko durch Kursschwankungen eingehen möchtest

04

dein Geld vor impulsiven Ausgaben schützen willst

05

eine Erbschaft oder Schenkung vorübergehend parken möchtest

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Festgeldanlage

Einige Fehler lassen sich leicht vermeiden, wenn du sie kennst. Sie betreffen vor allem die Wahl der Laufzeit, die Anbietersicherheit und die Renditeerwartung.

Der häufigste Fehler ist, Geld fest anzulegen, das du für Notfälle oder kurzfristige Ausgaben benötigst. Wenn du vor Ablauf der Laufzeit an dein Kapital musst, hast du in der Regel keine Möglichkeit, darauf zuzugreifen.

Ein weiterer Fehler ist, nur auf den höchsten Zinssatz zu achten und die Seriosität des Anbieters zu ignorieren. Besonders bei ausländischen Banken solltest du die Einlagensicherung und die Bonität des Landes genau prüfen.

Festgeld eignet sich nicht für den langfristigen Vermögensaufbau, weil die Zinserträge häufig unter der Inflationsrate liegen. Dein Geld verliert dann real an Wert, auch wenn der nominale Betrag steigt.

Diese Fehler solltest du vermeiden

·Geld fest anlegen, das du für Notfälle oder kurzfristige Ausgaben benötigst
·Nur auf den höchsten Zinssatz achten und die Seriosität des Anbieters ignorieren
·Festgeld als langfristigen Vermögensaufbau nutzen, obwohl die Rendite oft unter der Inflationsrate liegt
·Die Einlagensicherung des Anbieters nicht prüfen, besonders bei ausländischen Banken
·Eine zu lange Laufzeit wählen, obwohl derselbe Zinssatz auch für kürzere Zeiträume gilt

09 · Hintergrund

Festgeld als Teil deines Anlageportfolios

Festgeld kann ein sinnvoller Baustein in deiner Geldanlage sein, ersetzt aber keine renditestärkeren Anlagen. Die Mischung macht den Unterschied.

Festgeld eignet sich für den sicheren Teil deines Portfolios. Du erhältst eine planbare Rendite ohne Marktschwankungen, musst dafür aber auf Flexibilität verzichten. Diese Sicherheit hat ihren Preis: Die Zinserträge liegen oft unter der Inflationsrate.

Für den langfristigen Vermögensaufbau sind Festgelder allein daher nicht ausreichend. Renditestärkere Anlagen wie ETFs können die Inflation langfristig besser ausgleichen, bringen aber Kursschwankungen mit sich.

Eine sinnvolle Aufteilung kann so aussehen: Deine Notfallreserve liegt auf einem Tagesgeldkonto, kurzfristige Sparziele deckst du mit Festgeld ab und für langfristige Ziele nutzt du renditestärkere Anlagen. So kombinierst du Sicherheit mit Wachstumschancen.

Festgeld eignet sich für den sicheren Teil deines Portfolios. Du erhältst eine planbare Rendite ohne Marktschwankungen, musst dafür aber auf Flexibilität verzichten.

Für den langfristigen Vermögensaufbau sind Festgelder allein oft nicht ausreichend. Die Zinserträge liegen häufig unter der Inflationsrate, sodass dein Geld real an Wert verlieren kann.

Eine sinnvolle Aufteilung kann so aussehen: Deine Notfallreserve liegt auf einem Tagesgeldkonto, kurzfristige Sparziele deckst du mit Festgeld ab und für langfristige Ziele nutzt du renditestärkere Anlagen wie ETFs.

Die Zinsen aus Festgeld sind steuerpflichtig. Um Freibeträge zu nutzen, stellst du deiner Bank einen Freistellungsauftrag aus.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026