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Factor Investing: So holst du mit Systematik mehr aus deinem Depot

Factor Investing klingt nach komplizierter Wissenschaft, ist aber im Kern ein einfaches Prinzip: Bestimmte Aktienmerkmale, sogenannte Faktoren, haben langfristig den Gesamtmarkt geschlagen. Wir zeigen dir, wie du dieses Wissen nutzt, um dein Portfolio gezielt aufzubessern.

FaktorenETF-StrategieRisiko
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Ein Welt-ETF reicht oft, Faktoren sind optional.
Was bringt es?
Mehr Renditechance.
Durch systematische Bevorzugung bestimmter Aktienmerkmale.
Ist das riskant?
Ja, aber anders.
Faktor-ETFs können in Phasen deutlich stärker fallen.
Wie starte ich?
Klein anfangen.
Erst klassischen ETF aufbauen, dann Faktorquote ergänzen.

Warum dich Factor Investing betrifft, auch wenn du es nicht nutzt

Vielleicht hast du schon einmal von Faktor-ETFs gehört, aber gedacht, das sei nichts für dich. Doch das Thema betrifft dich mehr, als du glaubst. Denn Faktoren sind keine exotische Nische, sondern sie wirken überall dort, wo Aktien gehandelt werden. Wenn du also einen breiten Aktien-ETF besparst, bist du automatisch diesen Kräften ausgesetzt, ohne es vielleicht zu wissen.

Stell dir vor, du kaufst einen Korb mit allen Aktien der Welt. In diesem Korb befinden sich teure Wachstumsaktien, günstige Substanzwerte, große Konzerne und kleine Nischenplayer. Die Zusammensetzung dieses Korbes bestimmt maßgeblich deine Rendite. Factor Investing versucht nun, diese Zusammensetzung bewusst zu verändern, um bestimmte Eigenschaften zu übergewichten.

Diese Eigenschaften, die Faktoren, sind wie physikalische Gesetze des Marktes. Sie beschreiben, dass Aktien mit bestimmten Merkmalen im Durchschnitt über lange Zeiträume besser oder schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt. Dieses Wissen ist nicht neu, es ist seit Jahrzehnten dokumentiert und wird von institutionellen Anlegern wie Pensionsfonds genutzt.

Für dich als privater Anleger bedeutet das: Du hast die Wahl, ob du diese Erkenntnisse ignorierst oder nutzt. Ignorierst du sie, fährst du mit einem Standard-ETF dennoch gut. Nutzt du sie, kannst du deine Renditechancen möglicherweise erhöhen, musst dafür aber auch ein anderes Risikoprofil akzeptieren. Diese Entscheidung solltest du bewusst treffen.

Der erste Schritt ist also, zu verstehen, dass Factor Investing keine Zauberei ist, sondern eine systematische Methode, die auf jahrzehntelanger Forschung basiert. Es geht nicht darum, einzelne Aktien zu schlagen, sondern darum, die statistischen Gesetzmäßigkeiten des Marktes für dich zu nutzen. Das ist der Kern, den du verstehen musst, bevor du über eine Umsetzung nachdenkst.

~50 Jahre
Forschung belegen die Faktor-Prämien im Aktienmarkt.
5 etablierte
Faktoren gelten als wissenschaftlich robust und breit anerkannt.
0,25 % p.a.
Mehrkosten sind bei Faktor-ETFs gegenüber Standard-ETFs üblich.

Die Grundlagen: Was sind Faktoren überhaupt?

Um zu verstehen, wie Factor Investing funktioniert, musst du zuerst den Begriff Faktor kennen. Ein Faktor ist im Finanzwesen eine messbare Eigenschaft, die viele Aktien gemeinsam haben. Diese Eigenschaft erklärt einen Teil der Renditeunterschiede zwischen verschiedenen Aktien. Es ist wie bei einer Diät: Bestimmte Nährstoffe, also Faktoren, haben einen messbaren Einfluss auf deinen Körper, also dein Portfolio.

Der bekannteste Faktor ist der Marktfaktor. Er besagt einfach, dass Aktien langfristig eine höhere Rendite bieten als sichere Anlagen wie Staatsanleihen. Dieses Risiko wird mit einer Prämie belohnt. Die anderen Faktoren, die sogenannten Style-Faktoren, gehen darüber hinaus. Sie beschreiben, welche Aktien innerhalb des Marktes besonders gut abschneiden.

Der Size-Faktor ist einer davon. Er besagt, dass kleinere Unternehmen, also Aktien mit geringer Marktkapitalisierung, im Durchschnitt eine höhere Rendite erzielen als große Konzerne. Dies liegt daran, dass kleine Unternehmen riskanter sind, weniger analysiert werden und ein höheres Wachstumspotenzial haben. Diese Risikoprämie wird vom Markt vergütet.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Value-Faktor. Dieser besagt, dass Aktien, die im Verhältnis zu ihrem fundamentalen Wert, wie Gewinn oder Buchwert, günstig bewertet sind, langfristig besser abschneiden als teure Aktien. Value-Investoren wie Warren Buffett nutzen dieses Prinzip seit Jahrzehnten. Es ist also keine neue Erfindung, sondern eine bewährte Strategie.

Neben Size und Value gibt es noch die Faktoren Momentum, Quality und Low Volatility. Momentum bedeutet, dass Aktien mit starken Kursverläufen der Vergangenheit diese Tendenz oft fortsetzen. Quality beschreibt Unternehmen mit stabilen Gewinnen und soliden Bilanzen. Low Volatility besagt, dass Aktien mit geringen Kursschwankungen überraschenderweise oft eine bessere risikoadjustierte Rendite bieten. Diese fünf Faktoren bilden das Fundament des Factor Investings.

Die Funktionsweise: Wie setzt man Faktoren im Depot um?

Jetzt fragst du dich sicherlich, wie du diese Theorie in die Praxis umsetzt. Die Antwort ist einfacher, als du denkst: mit speziellen Indexfonds, den sogenannten Faktor-ETFs. Diese ETFs bilden nicht den gesamten Markt ab, sondern nur einen Teil davon, der bestimmte Faktoren übergewichtet. Du kaufst also nicht einzelne Aktien, sondern ein fertiges Paket.

Ein Beispiel: Ein Value-ETF kauft nicht alle Aktien, sondern nur die, die als günstig gelten. Er filtert also aus dem Universum aller Aktien diejenigen heraus, die ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Kurs-Buchwert-Verhältnis haben. Diese Aktien werden dann nach bestimmten Regeln gewichtet. So entsteht ein Portfolio, das den Value-Faktor gezielt abbildet.

Die Umsetzung erfolgt also nicht durch aktives Management, sondern durch feste Regeln. Ein Indexanbieter wie MSCI oder S&P definiert, welche Aktien in den Faktor-Index aufgenommen werden und wie sie gewichtet sind. Der ETF-Anbieter kauft dann genau diese Aktien. Du profitierst also von einer systematischen Strategie, ohne selbst analysieren zu müssen.

Wichtig ist zu verstehen, dass Faktor-ETFs nicht den Markt schlagen müssen. Sie bilden eine bestimmte Strategie ab, die in der Vergangenheit den Markt geschlagen hat. Es gibt jedoch Phasen, in denen ein Faktor schlechter abschneidet als der Markt. Der Value-Faktor hat zum Beispiel zwischen 2007 und 2020 eine lange Durststrecke erlebt, bevor er wieder stark anstieg.

Die Funktionsweise basiert also auf Geduld und Disziplin. Du kaufst einen Faktor-ETF und hältst ihn über viele Jahre, idealerweise Jahrzehnte. Du vertraust darauf, dass die statistische Überlegenheit des Faktors langfristig zum Tragen kommt. Das erfordert Nervenstärke, besonders in Phasen, in denen dein Faktor-ETF hinter dem Weltmarkt zurückbleibt.

Kosten und Gebühren: Was Faktor-ETFs wirklich kosten

Kosten sind beim Investieren ein entscheidender Faktor, denn sie schmälern deine Rendite direkt. Bei Faktor-ETFs musst du mit höheren Gebühren rechnen als bei klassischen Markt-ETFs. Während ein MSCI World ETF oft eine Gesamtkostenquote von unter rund 0,20 Prozent pro Jahr hat, liegen Faktor-ETFs häufig zwischen 0,25 und 0,40 Prozent pro Jahr.

Diese Differenz mag auf den ersten Blick klein erscheinen, aber über lange Zeiträume macht sie sich bemerkbar. Bei einer Anlagesumme von rund 50.000 Euro und einer Haltedauer von 20 Jahren kann ein halber Prozentpunkt Unterschied mehrere tausend Euro ausmachen. Du solltest also genau hinschauen, was du für die höhere Gebühr bekommst.

Neben der laufenden Kostenquote gibt es noch die Transaktionskosten. Diese fallen an, wenn der ETF seine Zusammensetzung ändert, also Aktien kauft oder verkauft. Da Faktor-ETFs regelmäßig neu gewichtet werden, um die Faktoren beizubehalten, können diese Kosten höher sein als bei einem statischen Welt-ETF. Diese Kosten sind in der Rendite des ETFs bereits enthalten.

Ein weiterer Kostenpunkt ist der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei Faktor-ETFs, die weniger gehandelt werden als Standard-ETFs, kann der Spread höher sein. Das betrifft dich aber nur beim Kauf und Verkauf, nicht während der Haltedauer. Du solltest also größere Orders platzieren oder Limit-Orders nutzen, um den Spread zu minimieren.

Wichtig ist, dass du die Kosten nicht überbewertest. Ein Faktor-ETF mit rund 0,30 Prozent Gebühr kann trotzdem eine bessere Nettorendite liefern als ein Welt-ETF mit rund 0,15 Prozent, wenn der Faktor langfristig eine Mehrrendite von einem Prozent erzielt. Die Kosten sind also wichtig, aber sie sind nicht das einzige Kriterium. Entscheidend ist das Verhältnis von Kosten zu erwarteter Mehrrendite.

Worauf du bei der Auswahl eines Faktor-ETFs achten solltest

Wenn du dich entscheidest, in Faktor-ETFs zu investieren, gibt es einige Punkte, die du beachten solltest. Der erste ist die Auswahl des Faktors. Du solltest nicht einfach den Faktor wählen, der in den letzten drei Jahren am besten performt hat, sondern den, der zu deiner Anlagestrategie passt. Jeder Faktor hat eigene Risiken und Chancen.

Der zweite Punkt ist die Konstruktionsweise des Index. Es gibt verschiedene Methoden, um einen Faktor abzubilden. Manche Indizes gewichten Aktien nach ihrer Faktor-Stärke, andere setzen Schwellenwerte. Diese Unterschiede führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Du solltest also nicht nur auf den Namen des ETFs schauen, sondern verstehen, wie der zugrunde liegende Index aufgebaut ist.

Ein dritter wichtiger Aspekt ist die Diversifikation. Ein Faktor-ETF ist in der Regel weniger breit gestreut als ein Welt-ETF. Er konzentriert sich auf eine bestimmte Gruppe von Aktien. Das erhöht das Risiko. Du solltest also darauf achten, dass der Faktor-ETF nicht zu wenige Aktien enthält und nicht zu stark auf einzelne Länder oder Branchen konzentriert ist.

Außerdem solltest du die Fondsgröße und das Handelsvolumen prüfen. Ein kleiner Fonds mit geringem Handelsvolumen kann Probleme haben, wenn du größere Summen kaufen oder verkaufen willst. Der Spread könnte hoch sein und der Fonds könnte geschlossen werden. Achte also auf etablierte Anbieter mit einer gewissen Fondsgröße, um diese Risiken zu minimieren.

Zu guter Letzt solltest du die Performance nicht überbewerten. Die Vergangenheit ist kein Indikator für die Zukunft. Ein Faktor, der in der Vergangenheit gut performt hat, kann in der Zukunft schwächeln. Wichtiger als die historische Rendite ist, dass du den Faktor verstehst und bereit bist, ihn über einen langen Zeitraum zu halten, auch wenn er mal schlechter läuft.

Typische Fehler, die du bei Factor Investing vermeiden solltest

Der häufigste Fehler beim Factor Investing ist die mangelnde Geduld. Viele Anleger steigen in einen Faktor-ETF ein, der gerade gut läuft, und verkaufen ihn wieder, wenn er eine Schwächephase hat. Das ist genau das Gegenteil von dem, was die Strategie vorsieht. Faktor-Prämien brauchen Zeit, um sich zu entfalten, oft Jahre oder Jahrzehnte.

Ein weiterer Fehler ist das ständige Umschichten. Wenn du heute in einen Value-ETF investierst und in zwei Jahren in einen Momentum-ETF wechselst, weil dieser besser läuft, verhältst du dich wie ein aktiver Trader. Du zahlst Transaktionskosten und verpasst die Erholung des ursprünglichen Faktors. Du solltest deine Faktor-Allokation langfristig festlegen.

Viele Anleger machen auch den Fehler, zu viele Faktoren zu kombinieren. Sie kaufen einen Value-ETF, einen Momentum-ETF, einen Quality-ETF und einen Size-ETF. Das führt zu einer Überkomplexität und kann die Vorteile der einzelnen Faktoren verwässern. Es ist besser, sich auf ein oder zwei Faktoren zu konzentrieren, die du wirklich verstehst.

Ein besonders tückischer Fehler ist das Hinterherlaufen von Trends. Wenn ein Faktor wie Momentum in den letzten Jahren stark performt hat, ist die Versuchung groß, genau diesen Faktor zu kaufen. Doch die Forschung zeigt, dass Faktor-Prämien oft nach Phasen starker Performance schwächer werden. Du solltest also nicht auf die jüngste Vergangenheit schauen, sondern auf die langfristige Logik.

Schließlich unterschätzen viele Anleger das Risiko von Faktor-ETFs. Sie denken, dass ein Faktor-ETF wie ein Welt-ETF ist, nur eben mit etwas anderen Aktien. Das ist ein Irrtum. Faktor-ETFs können in bestimmten Marktphasen deutlich stärker fallen als der Gesamtmarkt. Du solltest also sicherstellen, dass du dieses zusätzliche Risiko auch wirklich tragen kannst, ohne in Panik zu verfallen.

Konkrete nächste Schritte: So startest du mit Factor Investing

Bevor du mit Factor Investing beginnst, solltest du deine Basis absichern. Das bedeutet: Du hast einen Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben, du besparst bereits einen breiten Welt-ETF und du hast einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren. Wenn diese Grundlagen nicht stehen, solltest du zuerst daran arbeiten, bevor du dich mit Faktoren beschäftigst.

Der erste konkrete Schritt ist die Entscheidung für einen Faktor. Wenn du ein Anfänger bist, empfehlen sich die Faktoren Quality oder Low Volatility, da sie weniger extrem schwanken als Value oder Momentum. Du solltest dich aber nicht von der Empfehlung anderer leiten lassen, sondern selbst recherchieren, welcher Faktor zu deiner Risikobereitschaft passt.

Der zweite Schritt ist die Auswahl des konkreten ETFs. Du solltest verschiedene Anbieter vergleichen und auf die Kostenquote, die Fondsgröße und die Index-Methodik achten. Es kann sinnvoll sein, einen Faktor-ETF zu wählen, der mehrere Faktoren kombiniert, wie zum Beispiel einen Multifaktor-ETF. Das reduziert das Risiko, dass ein einzelner Faktor lange schwächelt.

Der dritte Schritt ist die Festlegung der Gewichtung. Du solltest nicht dein gesamtes Vermögen in Faktor-ETFs stecken. Eine sinnvolle Größenordnung ist, 20 bis rund 30 Prozent deines Aktienportfolios in Faktor-ETFs zu investieren und den Rest in einem breiten Welt-ETF zu belassen. So profitierst du von den Faktor-Prämien, ohne das Risiko zu stark zu erhöhen.

Der vierte Schritt ist die Umsetzung. Du kannst entweder einen Einmalbetrag investieren oder einen Sparplan einrichten. Ein Sparplan hat den Vorteil, dass du den Cost-Average-Effekt nutzt und regelmäßig investierst, ohne den Markt timen zu müssen. Wichtig ist, dass du deinen Plan durchziehst und nicht bei jeder Marktschwankung deine Strategie änderst.

Die Rolle von Faktoren in deinem Gesamtportfolio

Factor Investing ist kein Ersatz für eine breite Diversifikation, sondern eine Ergänzung. Dein Portfolio sollte immer einen soliden Kern aus breiten Markt-ETFs enthalten, die die gesamte Weltwirtschaft abbilden. Dieser Kern sorgt dafür, dass du nicht von einzelnen Ländern oder Branchen abhängig bist. Die Faktor-ETFs sind dann die Satelliten, die für zusätzliche Renditechancen sorgen.

Diese Strategie wird auch als Core-Satellite-Ansatz bezeichnet. Der Kern, also der Welt-ETF, macht den Großteil deines Portfolios aus und sorgt für Stabilität. Die Satelliten, also die Faktor-ETFs, sind kleiner und sollen die Rendite steigern. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass du von den Faktoren profitierst, ohne das Gesamtrisiko übermäßig zu erhöhen.

Du solltest auch bedenken, dass Faktoren nicht nur in Aktien-ETFs vorkommen. Auch bei Anleihen gibt es Faktoren wie Duration oder Kreditrisiko. Für die meisten privaten Anleger ist es jedoch ausreichend, sich auf die Aktienfaktoren zu konzentrieren. Die Anleihenseite sollte eher zur Risikoreduzierung dienen und nicht zur Renditesteigerung durch Faktoren.

Ein wichtiger Aspekt ist die Korrelation zwischen den Faktoren. Value und Momentum sind zum Beispiel oft negativ korreliert, das heißt, wenn der eine gut läuft, läuft der andere schlechter. Wenn du beide kombinierst, kannst du die Schwankungen deines Portfolios glätten. Diese Kombination ist eine der robustesten Strategien im Factor Investing.

Letztendlich geht es darum, dass du ein Portfolio baust, das zu deiner Persönlichkeit und deinen Zielen passt. Factor Investing ist ein Werkzeug, das du nutzen kannst, aber nicht musst. Wenn du die Prinzipien verstehst und diszipliniert umsetzt, kannst du deine Renditechancen verbessern. Wenn du unsicher bist, ist ein einfacher Welt-ETF immer noch eine sehr gute Wahl.

Fazit: Dein Fahrplan für die nächsten 12 Monate

Du hast jetzt einen umfassenden Überblick darüber, wie Factor Investing funktioniert. Der wichtigste Takeaway ist, dass es keine Garantie für höhere Renditen gibt, sondern eine systematische Methode, um bestimmte Risiken einzugehen, die in der Vergangenheit belohnt wurden. Du solltest also nicht mehr erwarten, als die Strategie halten kann.

Für die nächsten zwölf Monate empfehlen wir dir, zunächst dein Wissen zu vertiefen. Lies Bücher oder seriöse Finanzblogs zum Thema, um die Feinheiten der einzelnen Faktoren zu verstehen. Je besser du die Logik hinter den Faktoren verstehst, desto eher wirst du in der Lage sein, Schwächephasen auszusitzen, ohne deine Strategie zu ändern.

Danach solltest du einen schriftlichen Investitionsplan erstellen. Lege fest, welchen Faktor oder welche Kombination du wählst, wie viel du investierst und wie lange du halten willst. Dieser Plan dient als dein Anker in turbulenten Zeiten. Wenn der Markt fällt und dein Faktor-ETF besonders stark betroffen ist, erinnere dich an deinen Plan und bleibe ruhig.

Der letzte Schritt ist die Umsetzung. Richte einen Sparplan ein oder investiere einen Einmalbetrag. Überwache dein Portfolio nicht täglich, sondern höchstens quartalsweise. Das reduziert den Stress und verhindert impulsive Entscheidungen. Nach zwölf Monaten kannst du dann evaluieren, ob die Strategie zu dir passt und ob du sie beibehalten möchtest.

Denke immer daran: Investieren ist ein Marathon, kein Sprint. Factor Investing ist eine Möglichkeit, diesen Marathon etwas schneller zu laufen, aber es erhöht auch das Risiko zu stolpern. Mit dem Wissen aus diesem Artikel bist du jedoch gut gerüstet, um die richtigen Entscheidungen für deine finanzielle Zukunft zu treffen.

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Häufige Fragen

Ein normaler ETF bildet einen breiten Markt ab, wie zum Beispiel den MSCI World. Ein Faktor-ETF filtert aus diesem Markt nur die Aktien heraus, die ein bestimmtes Merkmal haben, wie günstige Bewertung oder starkes Momentum. Er ist also spezialisierter und konzentrierter.

In der Vergangenheit haben Faktoren den Markt über lange Zeiträume geschlagen. Es gibt jedoch keine Garantie für die Zukunft. Es gibt immer wieder Phasen, in denen Faktoren schlechter abschneiden als der Markt. Du solltest also nicht auf schnelle Gewinne hoffen, sondern auf langfristige Überlegenheit.

Für Anfänger empfehlen sich die Faktoren Quality oder Low Volatility, da sie weniger extrem schwanken als Value oder Momentum. Sie bieten ein besseres Risiko-Rendite-Verhältnis und sind leichter auszuhalten. Ein Multifaktor-ETF kann ebenfalls eine gute Wahl sein, da er mehrere Faktoren kombiniert.

Eine sinnvolle Größenordnung ist 20 bis rund 30 Prozent deines Aktienportfolios. Der Rest sollte in einem breiten Welt-ETF investiert sein. So profitierst du von den Faktor-Prämien, ohne das Risiko zu stark zu erhöhen. Du solltest niemals dein gesamtes Vermögen in Faktor-ETFs stecken.

Ja, in der Regel schon. Faktor-ETFs sind weniger breit diversifiziert und konzentrieren sich auf eine bestimmte Gruppe von Aktien. Das kann in bestimmten Marktphasen zu stärkeren Verlusten führen. Dafür bieten sie aber auch ein höheres Renditepotenzial. Du solltest das zusätzliche Risiko also bewusst eingehen.

Du solltest dein Portfolio nicht zu häufig überprüfen, um impulsive Entscheidungen zu vermeiden. Eine vierteljährliche Überprüfung ist ausreichend. Dabei solltest du prüfen, ob die Faktor-ETFs noch zu deiner Strategie passen und ob sich die Kosten oder die Index-Methodik geändert haben. Ansonsten gilt: Buy and Hold.

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.