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FinanzbildungMsci9 Min.

MSCI Emerging Markets Der Schwellenländer-Index für Einsteiger erklärt

MSCI Emerging Markets einfach erklärt: Was steckt im Index? Welche ETFs bilden ihn ab? Kurs, IMI-Variante & Ex-China – ideal.

MSCI Emerging MarketsRechnerAufbau, Methodik
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Der MSCI Emerging Markets (EM) ist ein Aktienindex, der Unternehmen aus Schwellenländern (Emerging Markets) abbildet – konzipiert vom Indexanbieter MSCI Inc.
  • Er gilt als wichtigstes Referenzbarometer für Investitionen in aufstrebende Volkswirtschaften und wird von Fondsmanagern und ETF-Anbietern weltweit genutzt.
  • Abgrenzung: Schwellenländer liegen zwischen Industrieländern (MSCI World) und Frontier Markets – sie haben funktionale Kapitalmärkte, aber noch Entwicklungspotenzial.
  • Der Index ist Teil der MSCI Global Investable Market Indexes (GIMI)-Methodik und wird regelmäßig vierteljährlich überprüft und angepasst.

MSCI Emerging Markets einfach erklärt: Was steckt hinter dem Schwellenländer-Index?

Der MSCI Emerging Markets (EM) ist ein Aktienindex, der Unternehmen aus Schwellenländern (Emerging Markets) abbildet – konzipiert vom Indexanbieter MSCI Inc.

Der MSCI Emerging Markets ist einer der bekanntesten Aktienindizes der Welt – er bündelt Hunderte Unternehmen aus aufstrebenden Volkswirtschaften wie China, Indien und Brasilien in einem einzigen Barometer. Für Sparer:innen und Anleger:innen ist er vor allem als ETF-Basis interessant: günstig, breit gestreut und per Sparplan schon mit kleinen Beträgen besparbar.

Auf einen Blick: Der MSCI Emerging Markets (kurz: MSCI EM) ist ein Aktienindex des Indexanbieters MSCI Inc., der Unternehmen aus Schwellenländern abbildet. ETFs auf diesen Index ermöglichen es, mit einem einzigen Produkt an der Entwicklung vieler aufstrebender Volkswirtschaften teilzuhaben. Der Index gilt als das wichtigste Referenzbarometer für Schwellenländer-Investments weltweit und wird regelmäßig vierteljährlich überprüft und angepasst.

AUF EINEN BLICK

  • Er gilt als wichtigstes Referenzbarometer für Investitionen in aufstrebende Volkswirtschaften und wird von Fondsmanagern und ETF-Anbietern weltweit genutzt.
  • Abgrenzung: Schwellenländer liegen zwischen Industrieländern (MSCI World) und Frontier Markets – sie haben funktionale Kapitalmärkte, aber noch Entwicklungspotenzial.
  • Der Index ist Teil der MSCI Global Investable Market Indexes (GIMI)-Methodik und wird regelmäßig vierteljährlich überprüft und angepasst.
  • Für Anleger:innen relevant: Viele kostengünstige ETF-Sparpläne bilden den MSCI EM ab – schon mit kleinen Monatsbeträgen investierbar.

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Aufbau, Methodik und Einordnung des MSCI EM

Der Index umfasst Aktien aus einer Vielzahl von Ländern – darunter China, Indien, Taiwan, Südkorea, Brasilien und Südafrika zählen traditionell zu den größten Gewichten.

Der MSCI Emerging Markets Index wurde 1988 von MSCI Inc. – einem der führenden Indexanbieter weltweit – aufgelegt und hat sich seitdem zum wichtigsten Referenzpunkt für Investitionen in Schwellenländer entwickelt. Fondsmanager, ETF-Anbieter und institutionelle Investoren nutzen ihn als Benchmark, um die Wertentwicklung ihrer Schwellenländer-Portfolios zu messen. Wer in einen ETF auf den MSCI EM investiert, kauft damit indirekt einen Querschnitt der bedeutendsten börsennotierten Unternehmen aus Ländern, die wirtschaftlich noch im Aufholprozess gegenüber den klassischen Industrienationen stehen.

Der Begriff „Emerging Markets" – also Schwellenmärkte oder Schwellenländer – bezeichnet Volkswirtschaften, die weder zu den etablierten Industrieländern noch zu den sogenannten Frontier Markets (den noch weniger entwickelten Grenzmärkten) gehören. Sie verfügen über funktionierende Kapitalmärkte, unterliegen aber noch stärkeren regulatorischen, politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten als etwa die USA, Deutschland oder Japan. Der MSCI EM bildet damit die mittlere Stufe in der Dreiteilung des MSCI-Universums: Industrieländer (MSCI World), Schwellenländer (MSCI EM) und Grenzmärkte (MSCI Frontier Markets).

Methodisch ist der MSCI EM Teil der sogenannten MSCI Global Investable Market Indexes (GIMI)-Methodik. Diese legt fest, wie Unternehmen ausgewählt und gewichtet werden – maßgeblich nach ihrer frei handelbaren Marktkapitalisierung (Free-Float-Adjustierung). Mindestliquiditäts- und Größenanforderungen sorgen dafür, dass nur investierbare Unternehmen in den Index aufgenommen werden. Die Zusammensetzung wird quartalsweise überprüft und bei Bedarf angepasst, um Veränderungen an den Märkten zu berücksichtigen.

AUF EINEN BLICK

  • China hat historisch das größte Einzelgewicht im Index, was zu Klumpenrisiken führen kann – ein zentraler Kritikpunkt und Grund für die Ex-China-Variante.
  • Sektorale Zusammensetzung: Technologie, Finanzwerte und Energie dominieren typischerweise den Index; die genaue Gewichtung ändert sich laufend.
  • Die Ländergewichtung wird nach Marktkapitalisierung (free-float-adjustiert) berechnet – große Unternehmen haben entsprechend höheren Einfluss.
  • Tipp: Die aktuelle Länderliste und Gewichtung ist jederzeit kostenlos auf der offiziellen MSCI-Website einsehbar (msci.com).

China, Indien, Taiwan: Die Zusammensetzung des Index im Detail

Der MSCI EM wird als Preisindex (nur Kursentwicklung) und als Net Total Return Index (inklusive reinvestierter Nettodividenden nach Quellensteuer) berechnet.

Der MSCI Emerging Markets umfasst Aktien aus einer Vielzahl von Ländern – traditionell zählen China, Indien, Taiwan, Südkorea, Brasilien und Südafrika zu den Schwergewichten. Die Ländergewichtung richtet sich nach der free-float-adjustierten Marktkapitalisierung der enthaltenen Unternehmen, weshalb große Aktienmärkte wie China naturgemäß ein hohes Gewicht einnehmen. Diese Gewichtungen verändern sich laufend, da Börsenkurse schwanken, neue Unternehmen aufgenommen werden und Länder ihren Indexstatus wechseln können.

China hat historisch das größte Einzelgewicht im MSCI EM gehalten, was einen zentralen Kritikpunkt darstellt: Wer den Standardindex kauft, hat zwangsläufig eine erhebliche Konzentration in einem einzigen Land – mit all seinen politischen und regulatorischen Risiken. Dieses Klumpenrisiko ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Ex-China-Variante des Index in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Anleger:innen, die dieses Klumpenrisiko vermeiden möchten, weichen auf entsprechende ETF-Varianten aus oder steuern die China-Gewichtung aktiv durch Kombination verschiedener ETFs.

Sektoral dominieren im MSCI EM typischerweise Technologie, Finanzwerte und Energie – allerdings verschiebt sich dieses Bild im Zeitverlauf. Der starke Aufstieg asiatischer Technologiekonzerne, insbesondere aus Taiwan (Halbleiter), Südkorea (Elektronik) und China (Plattformunternehmen), hat die Technologiegewichtung in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Für Anleger:innen, die bereits in einen MSCI-World-ETF investiert sind, sollten Überschneidungen im Auge behalten: Südkorea und Taiwan werden je nach ETF-Anbieter teils im MSCI World, teils im MSCI EM geführt – ein Blick in das jeweilige Factsheet lohnt sich.

AUF EINEN BLICK

  • Für ETF-Vergleiche ist der Net Total Return Index relevant – er spiegelt die reale Rendite für Anleger:innen am genauesten wider.
  • Den aktuellen Kurs (Index-Level) veröffentlicht MSCI täglich auf msci.com; Kursdaten für abbildende ETFs finden sich börsentäglich an den jeweiligen Handelsplätzen.
  • Wechselkurseffekte spielen eine erhebliche Rolle: Da Schwellenländerwährungen gegenüber Euro und Dollar stärker schwanken, beeinflusst der EUR/USD-Kurs die Rendite für europäische Anleger deutlich.
  • Anleger:innen sollten beachten: Kurzfristige Kursschwankungen (Volatilität) sind im MSCI EM höher als im MSCI World – ein langer Anlagehorizont (mind. 10 Jahre) wird von Fachleuten empfohlen.

Preisindex, Total Return und Währungseffekte: Was den MSCI-EM-Kurs bestimmt

ETFs auf den MSCI EM sind börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung des Index möglichst genau nachbilden – entweder physisch (Kauf der Aktien) oder synthetisch (über Swaps).

MSCI berechnet den Emerging-Markets-Index in verschiedenen Varianten: Der Preisindex (Price Return Index) bildet ausschließlich die Kursentwicklung der enthaltenen Aktien ab, ohne Dividenden zu berücksichtigen. Der Net Total Return Index hingegen rechnet reinvestierte Nettodividenden – also Ausschüttungen nach Abzug der jeweils fälligen Quellensteuer – mit ein. Für den Vergleich von ETFs ist der Net Total Return Index die relevantere Benchmark, da er die tatsächlich erzielbare Rendite für Anleger:innen am genauesten widerspiegelt.

Den aktuellen Indexstand veröffentlicht MSCI täglich auf seiner Website. Wer den Kurs eines konkreten ETFs auf den MSCI EM verfolgen möchte, findet die aktuellen Börsenkurse an den jeweiligen Handelsplätzen – etwa an der Deutschen Börse (Xetra) oder an der Börse Stuttgart. Wichtig: Der ETF-Kurs weicht kurzfristig leicht vom errechneten Nettoinventarwert (NAV) ab – dieses Phänomen nennt sich „Spread" und ist bei liquiden, großen ETFs in der Regel sehr gering.

Erheblichen Einfluss auf die Rendite europäischer Anleger:innen haben Wechselkurseffekte. Da Schwellenländerwährungen – etwa die brasilianische Real, der indische Rupie oder der südafrikanische Rand – gegenüber Euro und US-Dollar deutlich stärker schwanken als etablierte Währungen, kann ein Teil der Indexrendite durch ungünstige Währungsentwicklungen aufgezehrt werden. Umgekehrt können Währungsgewinne die Rendite erhöhen. Währungsgesicherte (hedged) Varianten von EM-ETFs existieren, sind jedoch deutlich teurer und für langfristig orientierte Anleger:innen in der Regel weniger sinnvoll – das Währungsrisiko gehört bei Schwellenländer-Investments zum Grundcharakter der Anlageklasse.

AUF EINEN BLICK

  • Physisch replizierende ETFs kaufen die enthaltenen Aktien direkt; synthetische ETFs nutzen Tauschgeschäfte (Swaps) mit einer Gegenpartei – beide Methoden haben Vor- und Nachteile.
  • Wichtige Kennzahlen beim ETF-Vergleich: Total Expense Ratio (TER), Tracking Difference, Fondsvolumen, Replikationsmethode, Ausschüttungsart (ausschüttend vs. thesaurierend).
  • Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch – für Sparer:innen mit langem Anlagehorizont und Interesse am Zinseszinseffekt oft attraktiv.
  • Achtung Steuer: In Deutschland gilt der Sparerpauschbetrag; darüber hinaus werden Kapitalerträge steuerpflichtig. Vorabpauschale kann auch bei thesaurierenden ETFs anfallen.

Physisch oder synthetisch, ausschüttend oder thesaurierend: ETF-Grundlagen für Einsteiger

IMI steht für 'Investable Market Index' – der MSCI EM IMI ergänzt den Standardindex um Small-Cap-Unternehmen aus Schwellenländern.

Ein ETF (Exchange Traded Fund) auf den MSCI Emerging Markets ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung des Index möglichst präzise nachbilden soll. ETFs sind passiv verwaltete Produkte – es gibt keinen Fondsmanager, der aktiv Aktien auswählt, sondern der Fonds folgt mechanisch dem Index. Das macht sie in der Regel deutlich günstiger als aktiv gemanagte Investmentfonds und erklärt ihre Beliebtheit bei Privatanleger:innen.

Bei der Replikationsmethode unterscheidet man zwischen physischer und synthetischer Indexnachbildung. Physisch replizierende ETFs kaufen die Aktien des Index direkt – entweder alle (Full Replication) oder eine repräsentative Auswahl (Sampling). Synthetische ETFs nutzen sogenannte Swaps, also Tauschgeschäfte mit einer Gegenpartei (meistens eine Bank), um die Indexrendite darzustellen. Synthetische ETFs können die Indexrendite oft exakter abbilden und eignen sich bei Märkten mit vielen illiquiden Einzelwerten wie dem MSCI EM – sie tragen jedoch ein Kontrahentenrisiko, das regulatorisch auf maximal zehn Prozent des Fondsvermögens begrenzt ist.

Beim Vergleich von MSCI-EM-ETFs sollten folgende Kennzahlen beachtet werden: Die Total Expense Ratio (TER) gibt die jährlichen Verwaltungskosten als Prozentsatz des Fondsvermögens an – sie ist jedoch nur eine Näherung der tatsächlichen Kosten. Aussagekräftiger ist die Tracking Difference, also die tatsächliche Abweichung der ETF-Rendite von der Indexrendite über ein Jahr. Ein ETF mit niedrigerer TER, aber schlechterer Indexnachbildung kann am Ende teurer sein als ein ETF mit etwas höherer TER und besserer Tracking Difference. Weitere wichtige Kriterien sind das Fondsvolumen (größere Fonds sind stabiler und liquider), der Handelsplatz und die Ausschüttungsart.

Für Sparer:innen mit langem Anlagehorizont und dem Wunsch, vom Zinseszinseffekt zu profitieren, sind thesaurierende ETFs besonders attraktiv: Sie reinvestieren Dividenden automatisch, statt sie auszuschütten. Dadurch wächst das investierte Kapital schneller, weil auf die Dividenden nicht sofort Abgeltungsteuer anfällt – erst beim Verkauf wird abgerechnet. Zum steuerlichen Kontext: Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent auf die Steuer). Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich (für Ledige) bleiben Erträge steuerfrei – ein Freistellungsauftrag bei der depotführenden Bank sollte unbedingt eingerichtet werden.

AUF EINEN BLICK

  • Während der Standard-MSCI EM Large- und Mid-Cap-Unternehmen abdeckt, erfasst der IMI zusätzlich kleinere Gesellschaften – und damit einen breiteren Teil der Schwellenländerwirtschaft.
  • Das Ergebnis: deutlich mehr enthaltene Titel und eine bessere Marktabdeckung, jedoch auch höhere Komplexität und mitunter geringere Liquidität bei einzelnen Positionen.
  • Für Einsteiger: Der Unterschied in der langfristigen Performance zwischen Standard-MSCI EM und IMI war historisch gering – die Wahl hängt von der gewünschten Diversifikationstiefe ab.
  • ETFs auf den MSCI EM IMI sind auf dem deutschen Markt verfügbar, jedoch seltener und zum Teil mit höherer TER als Standard-EM-ETFs.

Was der „IMI"-Zusatz bedeutet und wann er relevant ist

Die Ex-China-Variante schließt alle chinesischen Unternehmen aus dem Index aus – entstanden als Reaktion auf Bedenken bezüglich regulatorischer Risiken, geopolitischer Spannungen und Corporate-Governance-Fragen.

IMI steht für „Investable Market Index". Der MSCI Emerging Markets IMI ist eine erweiterte Variante des Standardindex, die neben Large-Cap- und Mid-Cap-Unternehmen auch Small-Cap-Gesellschaften aus den Schwellenländern erfasst. Damit bildet der IMI einen deutlich größeren Teil der tatsächlichen Börsenlandschaft in Schwellenländern ab – die Anzahl der enthaltenen Titel ist erheblich höher als beim Standardindex.

Die Logik dahinter: Small-Cap-Unternehmen repräsentieren einen bedeutenden Teil der Wirtschaftsleistung eines Landes, werden aber im klassischen Large-/Mid-Cap-Index nicht erfasst. Der MSCI EM IMI schließt diese Lücke und bietet damit eine breitere, vollständigere Marktabdeckung. Bekannte ETF-Produktreihen wie der FTSE Emerging Markets All Cap Index verfolgen eine ähnliche Philosophie. Einige populäre ETF-Produkte namhafter Anbieter verwenden explizit den IMI als Benchmark.

Der Unterschied in der langfristigen Wertentwicklung zwischen dem Standard-MSCI EM und dem IMI war historisch betrachtet begrenzt – Small Caps können in bestimmten Marktphasen besser oder schlechter abschneiden als Large Caps, ohne dass sich ein dauerhafter systematischer Vorteil klar abzeichnet. Für Einsteiger ist die Wahl zwischen Standard-MSCI EM und IMI meist weniger entscheidend als die grundsätzliche Frage, ob und wie viel Schwellenländer-Gewichtung ins Portfolio passen soll. Die etwas höhere Komplexität und mitunter geringere Liquidität einzelner Small-Cap-Positionen spielen auf Indexebene kaum eine Rolle – ETFs gleichen dies durch ihre Sammelstruktur aus.

AUF EINEN BLICK

  • Da China im Standard-MSCI EM ein sehr hohes Gewicht einnimmt, verändert sein Ausschluss die Länderzusammensetzung erheblich – Indien, Taiwan und Südkorea gewinnen an Bedeutung.
  • Anleger:innen, die China gezielt separat steuern oder bewusst ausschließen möchten (z.B. aus ESG-Gründen oder Risikostreuung), greifen zur Ex-China-Variante.
  • Ein separater China-ETF kombiniert mit einem EM-ex-China-ETF ermöglicht eine individuelle China-Gewichtung im Portfolio.
  • Für Anleger:innen: Die Ex-China-Diskussion zeigt exemplarisch, wie Klumpenrisiken in konzentrierten Indizes entstehen – ein wichtiges Konzept für die eigene Anlagestrategie.

Ex-China-Variante: Risikosteuerung für bewusste Anleger:innen

Schwellenländer-ETFs eignen sich als Beimischung zum MSCI World, um das eigene Portfolio geografisch zu diversifizieren – klassische Aufteilung in der Community: z.B. 70/30 (World/EM).

Die MSCI-Emerging-Markets-ex-China-Variante schließt alle chinesischen Unternehmen – unabhängig von ihrer Größe oder Branche – vollständig aus dem Index aus. Diese Variante entstand als direkte Reaktion auf wachsende Bedenken von Investoren gegenüber China: regulatorische Eingriffe der chinesischen Regierung in privatwirtschaftliche Unternehmen, geopolitische Spannungen (insbesondere zwischen China und den USA bzw. Taiwan), Corporate-Governance-Fragen bei chinesischen Staatsunternehmen sowie Unsicherheiten rund um chinesische ADRs (American Depositary Receipts) an US-Börsen.

Da China im Standard-MSCI EM ein sehr hohes Gewicht einnimmt, verändert sein Ausschluss die Länderzusammensetzung des Index erheblich. Indien, Taiwan und Südkorea gewinnen deutlich an Gewicht, wenn China herausfällt. Für Anleger:innen, die eine geographische Umverteilung zugunsten dieser Länder anstreben oder China aus ESG-Überzeugungen, geopolitischen Risikoeinschätzungen oder Diversifikationsüberlegungen gezielt aus ihrem Portfolio ausschließen möchten, ist die Ex-China-Variante ein sinnvolles Werkzeug.

Eine fortgeschrittene Portfolio-Strategie kombiniert einen MSCI-EM-ex-China-ETF mit einem separaten China-ETF. Dadurch können Anleger:innen die China-Gewichtung in ihrem Portfolio selbst bestimmen – unabhängig davon, welches Gewicht China gerade im Standardindex hat. Diese Flexibilität ist besonders für Anleger:innen attraktiv, die Chinas Gewicht bewusst unter- oder übergewichten möchten. Für Einsteiger ist diese Strategie jedoch komplexer in der Verwaltung und in der Regel erst bei größeren Portfoliovolumina sinnvoll.

AUF EINEN BLICK

  • Risikoprofil: Höhere Volatilität, politische Risiken, Währungsschwankungen und regulatorische Unsicherheiten machen den MSCI EM risikoreicher als Industrieländer-Indizes.
  • Sparplanfähigkeit: Viele Neobroker und Direktbanken bieten MSCI-EM-ETFs in Sparplänen schon ab kleinen Monatsbeträgen an – niedrige Einstiegshürde.
  • Kosten im Blick behalten: Die TER ist nur eine Kostenkomponente – die Tracking Difference (tatsächliche Kostendifferenz zum Index) ist aussagekräftiger.
  • Anlagehorizont ist entscheidend: Angesichts der höheren Schwankungen empfehlen Finanzbildungsquellen mindestens einen langen Anlagehorizont; wer das Geld kurzfristig braucht (z.B. für eine größere Anschaffung), sollte den Aktienanteil entsprechend begrenzen.

Beimischung, Sparplan und Kosten: Praxistipps für Anleger:innen

MSCI World: Industrieländer (USA, Europa, Japan etc.) – breite, relativ stabile Märkte mit langer Börsenhistorie.

Für alle, die mit dem Investieren beginnen, ist der MSCI EM typischerweise keine Standalone-Investition, sondern eine Beimischung zum MSCI World. Die in der Community weit verbreitete „70/30-Aufteilung" – 70 Prozent MSCI World, 30 Prozent MSCI EM – ist ein gängiger Ausgangspunkt, um sowohl Industrieländer als auch Schwellenländer abzudecken. Diese Aufteilung entspricht grob dem globalen Anteil von Schwellenländern an der weltweiten Börsenkapitalisierung, gewichtet Schwellenländer aber gleichzeitig stärker als es ein marktgewichteter Weltindex tun würde.

Das Risikoprofil des MSCI EM ist dabei klar höher als das des MSCI World: Schwellenländer-ETFs unterliegen stärkeren Kursschwankungen (höhere Volatilität), politischen Risiken, Währungsschwankungen und regulatorischer Unsicherheit. Das bedeutet nicht, dass sie für Anleger:innen ungeeignet sind – im Gegenteil: Wer einen langen Anlagehorizont hat, kann kurzfristige Schwankungen besser aussitzen. Der entscheidende Faktor ist die eigene Risikobereitschaft und die Fähigkeit, auch in Abschwungphasen investiert zu bleiben, ohne panisch zu verkaufen.

Viele Neobroker und Direktbanken bieten MSCI-EM-ETFs im Sparplan an – teils schon ab sehr kleinen Monatsbeträgen. Die Einstiegshürde ist damit niedrig. Beim Einrichten eines Sparplans lohnt es sich, einen Freistellungsauftrag zu stellen: Kapitalerträge bis zu 1.000 Euro jährlich bleiben für Ledige steuerfrei. Wer wenig verdient und insgesamt unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro (2026, ledig) bleibt, kann zudem mit einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung) Kapitalerträge vollständig ohne Steuerabzug vereinnahmen – das Finanzamt stellt diese auf Antrag aus.

Beim Kostenvergleich gilt: Die TER (Total Expense Ratio) ist nur ein Teil der Geschichte. Aussagekräftiger ist die Tracking Difference – die tatsächliche Renditedifferenz des ETFs gegenüber seinem Referenzindex über ein vollständiges Kalenderjahr. Manche ETFs erzielen dank Wertpapierleihe eine Tracking Difference nahe null oder sogar leicht negativ, obwohl ihre TER nicht die niedrigste ist. Solche Informationen finden sich in den Jahresberichten der ETFs sowie auf Vergleichsplattformen.

AspektWorauf es ankommt
MSCI World: Industrieländer (USAEuropa, Japan etc.) – breite, relativ stabile Märkte mit langer Börsenhistorie.
MSCI Emerging Markets: Schwellenländerhöheres Wachstumspotenzial, aber auch höhere Risiken (politisch, regulatorisch, währungsbedingt).
Historisch hat der MSCI World in manchen Phasen den MSCI EM übertroffen, in anderen Phasen war es umgekehrt – keine Anlageklasse dominiert dauerhaft.,
Kombination: Wer beide Indizes hälterreicht eine breitere globale Marktabdeckung; eine noch breitere Alternative ist der MSCI ACWI (All Country World Index), der beide Segmente kombiniert.
Für Anleger:innen mit begrenztem Startkapital: Ein einziger MSCI-ACWI-ETF deckt Industrie- und Schwellenländer ab und vereinfacht das Portfolio-Management.,

Industrieländer gegen Schwellenländer: Zwei Indizes im direkten Vergleich

Der MSCI World umfasst Unternehmen aus etwa 23 Industrieländern – darunter die USA, Großbritannien, Deutschland, Japan und weitere entwickelte Volkswirtschaften. Er gilt als das Rückgrat vieler passiver Portfolios und bietet eine breite Streuung über etablierte, liquide Märkte mit langer Börsenhistorie. Trotz des Namens ist der MSCI World kein globaler Index – Schwellenländer sind nicht enthalten.

Der MSCI Emerging Markets hingegen konzentriert sich ausschließlich auf Schwellenländer und bietet damit Zugang zu Märkten mit höherem Wachstumspotenzial, aber auch höherem Risiko. Historisch hat der MSCI World in manchen Perioden den MSCI EM klar übertroffen – etwa in der Niedrigzinsphase der 2010er Jahre, als US-amerikanische Technologiekonzerne den MSCI World dominierten. In anderen Phasen – etwa in den 2000er Jahren während des Rohstoffbooms – performten Schwellenländer deutlich besser. Eine Anlageklasse dominiert langfristig nicht dauerhaft, was das Argument für die Kombination beider Indizes stärkt.

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, greift zum MSCI ACWI (All Country World Index): Dieser kombiniert Industrieländer und Schwellenländer in einem Index und bietet damit die breiteste globale Marktabdeckung mit einem einzigen Produkt. Die Schwellenländer-Gewichtung im ACWI entspricht ihrer tatsächlichen Marktkapitalisierung – wer Schwellenländer stärker gewichten möchte als der Markt es vorgibt, kombiniert besser separat MSCI World und MSCI EM in der gewünschten Aufteilung. Der ACWI eignet sich besonders für Anleger:innen, die maximale Einfachheit mit einem einzigen ETF suchen.

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Häufige Fragen

Der MSCI Emerging Markets Index umfasst nach aktuellem Stand eine dreistellige Anzahl von Unternehmen aus mehr als 20 Schwellenländern. Die genaue Zahl der enthaltenen Werte variiert jedoch mit jeder vierteljährlichen Überprüfung, da der Index nach Marktkapitalisierung gewichtet ist und Unternehmen auf- oder absteigen können.

Du kannst über einen Sparplan bei einem Online-Broker in einen ETF auf den MSCI Emerging Markets investieren, wobei du bereits mit kleinen monatlichen Raten starten kannst. Du benötigst dafür lediglich ein Depot, das du kostenlos bei vielen Anbietern eröffnen kannst, und solltest vorher die jeweiligen Gebühren für Sparpläne vergleichen.

Die Tracking Difference gibt die Abweichung der Wertentwicklung eines ETFs von der Wertentwicklung seines zugrunde liegenden Index an, also ob der Fonds den Index über- oder untertrifft. Eine negative Tracking Difference bedeutet, dass der ETF schlechter abschneidet als der Index, während eine positive bedeutet, dass er besser abschneidet, was unter anderem durch Kosten, Dividendenbehandlung oder Wertpapierleihe entstehen kann.

Ja, ein MSCI-EM-ETF kann auch für Anleger mit wenig Geld sinnvoll sein, da du bereits mit kleinen Sparraten ein breit gestreutes Portfolio aufbaust und vom Zinseszinseffekt über einen langen Anlagehorizont profitieren kannst. Wichtig ist, dass du nur Geld investierst, das du nicht kurzfristig benötigst, und dass du die Kosten des Sparplans im Blick behältst.

Der MSCI Emerging Markets Index umfasst hauptsächlich große und mittelgroße Unternehmen, während der MSCI Emerging Markets IMI (Investable Market Index) zusätzlich auch kleinere Unternehmen (Small Caps) enthält. Dadurch ist der IMI breiter diversifiziert und bildet den Markt vollständiger ab, weist aber auch eine leicht andere Gewichtung und Performance auf.

Der MSCI Emerging Markets ex China ETF schließt chinesische Aktien aus dem Index aus, weil China einen sehr hohen Anteil an der Marktkapitalisierung des regulären EM-Index hat. Anleger, die das Klumpenrisiko in einem einzelnen Land reduzieren oder politische und regulatorische Risiken Chinas vermeiden möchten, nutzen diese Variante für eine breitere Streuung über andere Schwellenländer.

Die Quellensteuer auf Dividenden im MSCI EM hängt vom jeweiligen Land ab, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, und variiert daher stark zwischen den enthaltenen Ländern. In vielen Schwellenländern liegt der Quellensteuersatz auf Dividenden für ausländische Anleger im Bereich von 10 bis 30 Prozent, wobei Doppelbesteuerungsabkommen oder spezielle Regelungen für Fonds die effektive Belastung reduzieren können.

Der MSCI Emerging Markets Index wird vierteljährlich überprüft, also im Februar, Mai, August und November, wobei die Änderungen jeweils zum Monatsende umgesetzt werden. Zusätzlich gibt es unterjährige Anpassungen bei außergewöhnlichen Ereignissen wie Fusionen oder Insolvenzen, um die Aktualität des Index zu gewährleisten.

Quellen & Stand 09.07.2026

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StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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