Ratgeber · Investieren
ESG-ETF: So funktioniert nachhaltiges Investieren mit Indexfonds
Ein ESG-ETF kombiniert die einfache Struktur eines Indexfonds mit festgelegten Kriterien für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Wie die Auswahl der Unternehmen konkret abläuft und woran du einen streng nachhaltigen ETF erkennst, erfährst du hier.
11 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- ESG steht für Environmental, Social und Governance, also Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung.
- ESG-ETFs bilden Indizes ab, die Unternehmen anhand von Nachhaltigkeitskriterien filtern oder gewichten.
- Die EU-Offenlegungsverordnung verpflichtet Anbieter, die genauen Auswahlregeln transparent zu machen.
- Der Name allein ist kein Garant für strenge Nachhaltigkeit, ein Blick in das Factsheet lohnt sich immer.
01 · Grundlagen
Was ist ein ESG-ETF?
Ein ESG-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der nicht einfach einen marktbreiten Index abbildet, sondern eine nach Umwelt-, Sozial- und Führungskriterien gefilterte Variante. Die Grundmechanik eines ETF bleibt dabei erhalten.
Ein ESG-ETF bildet einen Index nach, der vorab gefiltert wurde. Der Indexanbieter entfernt bestimmte Unternehmen oder gewichtet sie neu, bevor der Fonds sie übernimmt. Die Mechanik des ETF selbst bleibt dabei unverändert: Du kaufst einen börsengehandelten Fonds, der passiv einem Regelwerk folgt.
Die Wertentwicklung hängt damit nicht von einem Fondsmanager ab, sondern von der Zusammensetzung des nachhaltigen Index. Steigt der gefilterte Index, steigt auch dein ETF-Anteil. Fällt er, verlierst du entsprechend an Wert.
Für dich bedeutet das: Du bekommst die gleiche einfache Struktur wie bei einem klassischen Indexfonds, aber mit einer anderen Auswahl an Unternehmen. Die Kosten sind in der Regel niedriger als bei aktiv verwalteten Fonds, weil kein Management einzelne Aktien auswählt.
Kurz erklärt
ESG-ETF
Ein Exchange Traded Fund, der einen Index nachbildet, welcher Unternehmen anhand von Kriterien aus den Bereichen Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) auswählt oder gewichtet.
Die Wertentwicklung folgt dem zugrunde liegenden, nachhaltig gefilterten Index, nicht einem aktiv verwalteten Fondsmanager.
02 · Checkliste
Die drei Säulen: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung
Hinter dem Kürzel ESG verbergen sich drei klar getrennte Prüfbereiche. Ein Unternehmen muss nicht in allen Bereichen perfekt sein, aber die Indexanbieter bewerten die Firmen anhand dieser Dimensionen.
Die Bewertung eines Unternehmens für einen ESG-Index erfolgt entlang der drei Buchstaben des Kürzels. Beim Bereich Umwelt zählen messbare Faktoren wie der Ausstoß von CO₂, der Einsatz erneuerbarer Energien oder der Umgang mit Rohstoffen und Abfällen. Ein Unternehmen muss nicht in jeder Kategorie Spitzenwerte liefern, aber die Daten fließen alle in das Gesamturteil ein.
Der soziale Bereich prüft, wie ein Unternehmen mit seinen Mitarbeitenden, Lieferanten und Kunden umgeht. Dazu gehören faire Löhne, Arbeitssicherheit, Diskriminierungsverbote und die Einhaltung der Menschenrechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Auch die Zusammenarbeit mit ethisch fragwürdigen Regierungen oder Lieferanten wird hier erfasst.
Die Unternehmensführung betrifft die internen Regeln. Transparente Kommunikation, Maßnahmen gegen Bestechung und Korruption sowie unabhängige Kontrollinstanzen wie ein Aufsichtsrat sind hier entscheidend. Ein ESG-Rating kombiniert alle drei Dimensionen zu einem Gesamtwert.
- Umweltkriterien umfassen CO₂-Reduktion, Recycling und den Schutz biologischer Vielfalt.
- Sozialkriterien umfassen faire Arbeitsbedingungen, Gesundheitsschutz und gesellschaftliches Engagement.
- Governance-Kriterien umfassen Compliance-Standards, transparente Richtlinien und den fairen Umgang mit Whistleblowern.
Typische Kriterien der ESG-Bewertung
Umwelt: Reduktion der CO₂-Emissionen, Nutzung erneuerbarer Energien, Recycling und Kreislaufwirtschaft
Soziales: faire Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit, keine Diskriminierung, Einhaltung der Menschenrechte in der Lieferkette
Unternehmensführung: transparente Kommunikation, Maßnahmen gegen Korruption, unabhängige Kontrollinstanzen wie ein Aufsichtsrat
03 · Schritt für Schritt
So funktioniert das ESG-Screening bei der Indexauswahl
Bevor ein Unternehmen in einen ESG-Index aufgenommen wird, durchläuft es einen Filterprozess. Dieser entscheidet, ob eine Aktie überhaupt im Index landen darf und wie stark sie gewichtet wird.
Der Filterprozess beginnt mit einem marktbreiten Index als Grundgesamtheit. Das kann der MSCI World mit über 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern sein oder ein nationaler Index wie der DAX. Aus diesem Pool werden die Aktien für den nachhaltigen Index ausgewählt.
Im ersten Schritt wendet der Indexanbieter harte Ausschlusskriterien an. Unternehmen aus kontroversen Geschäftsfeldern wie Waffen, Tabak, Glücksspiel oder fossiler Energiegewinnung werden komplett entfernt. Diese Firmen können nicht durch gute Werte in anderen Bereichen im Index bleiben.
Für die verbleibenden Unternehmen vergeben Rating-Agenturen einen ESG-Score. Je nach Strategie kommen dann nur die besten Unternehmen einer Branche in den Index oder es werden zusätzliche Positivkriterien angelegt. Die konkrete Filterstärke unterscheidet sich von Index zu Index erheblich.
Ausgangsbasis festlegen
Der Indexanbieter startet mit einem marktbreiten Index wie dem MSCI World oder dem DAX als Grundgesamtheit aller möglichen Aktien.
Ausschlusskriterien anwenden
Unternehmen aus kontroversen Geschäftsfeldern wie Waffen, Tabak, Glücksspiel oder fossiler Energiegewinnung werden komplett aus dem Index entfernt.
ESG-Rating vergeben
Rating-Agenturen bewerten die verbleibenden Unternehmen anhand von Daten zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung und vergeben einen Punktwert.
Best-in-Class oder Positivauswahl
Je nach Strategie werden nur die besten Unternehmen einer Branche übernommen oder gezielt Firmen mit positiver Umwelt- und Sozialwirkung ausgewählt.
04 · Was gilt
Ausschlusskriterien: Diese Branchen fliegen raus
Viele ESG-ETFs arbeiten mit harten Negativkriterien. Das bedeutet, dass bestimmte Geschäftsfelder unabhängig von ihrer sonstigen Bewertung nicht im Index enthalten sein dürfen.
Harte Negativkriterien sind das am einfachsten nachvollziehbare Filterinstrument. Wenn ein Unternehmen in einem ausgeschlossenen Geschäftsfeld tätig ist, hilft ihm auch ein hervorragendes ESG-Rating in anderen Bereichen nicht. Die Ausschlüsse gelten unabhängig von der sonstigen Bewertung.
Typische Ausschlüsse betreffen Hersteller geächteter Waffen wie Streubomben oder Landminen, Unternehmen mit Umsatz aus Tabakproduktion und Firmen mit hohem Anteil an Kohleförderung oder Kohleverstromung. Auch Betreiber von Glücksspielangeboten fliegen in vielen Indizes vollständig raus.
Die Schwellenwerte für einen Ausschluss sind nicht einheitlich. Manche Indizes entfernen ein Unternehmen bereits bei einem geringen Umsatzanteil im kritischen Bereich, andere erst ab einer höheren Schwelle. Die genauen Grenzen stehen in der Indexmethodik des jeweiligen Anbieters.
- Hersteller geächteter Waffen werden in fast allen ESG-Indizes ausgeschlossen.
- Unternehmen mit moderatem Anteil erneuerbarer Energien im Mix können dagegen enthalten bleiben.
- Firmen mit durchschnittlichem ESG-Rating in unkritischen Branchen bleiben ebenfalls im Index.
Wird ausgeschlossen
Kann enthalten sein
05 · Vergleich
Best-in-Class-Ansatz: Die Branchenbesten im Vergleich
Der Best-in-Class-Ansatz schließt keine Branche komplett aus, sondern wählt innerhalb jeder Branche die Unternehmen mit den besten ESG-Bewertungen. Das führt zu einem anderen Portfolio als ein Ansatz mit harten Ausschlüssen.
Beim Best-in-Class-Prinzip bleibt jede Branche im Index vertreten, auch Öl oder Bergbau. Ausgewählt werden innerhalb jeder Branche die Unternehmen mit den besten ESG-Bewertungen. Ein typisches Verfahren übernimmt die oberen 25 Prozent einer Branche in den nachhaltigen Index.
Der Vorteil liegt in der breiten Streuung über alle Sektoren, die dem marktbreiten Ausgangsindex ähnelt. Der Nachteil: Auch Unternehmen aus umstrittenen Branchen können enthalten sein, wenn sie im Branchenvergleich gut abschneiden. Ein reiner Best-in-Class-Ansatz schließt fossile Energien nicht automatisch aus.
Viele Indizes kombinieren beide Verfahren. Sie wenden zuerst harte Ausschlusskriterien an und wählen aus dem verbleibenden Pool die Branchenbesten aus. Diese Kombination ist strenger als ein reiner Best-in-Class-Ansatz.
- Beim Best-in-Class-Ansatz bleiben alle Branchen im Index vertreten.
- Beim Ausschlusskriterien-Ansatz werden ganze Branchen wie Rüstung oder fossile Energien entfernt.
- Die Diversifikation ist beim Best-in-Class-Ansatz breiter, beim Ausschlussansatz stärker auf nachhaltige Branchen konzentriert.
| Best-in-Class-Ansatz | Ausschlusskriterien-Ansatz | |
|---|---|---|
| Umgang mit Branchen | Einzelne Wirtschaftssektoren werden nicht automatisch ausgeschlossen | Ganze Branchen wie fossile Energien oder Rüstung werden entfernt |
| Auswahlprinzip | Die besten 25 Prozent einer Branche nach ESG-Rating | Unternehmen mit kontroversen Geschäftsfeldern werden ausgeschlossen |
06 · Hintergrund
Welche Rolle spielen Rating-Agenturen?
Rating-Agenturen liefern die Datenbasis für die meisten ESG-Indizes. Sie sammeln Unternehmensinformationen, bewerten sie nach eigenen Modellen und vergeben daraus einen Score, den Indexanbieter für ihre Auswahl nutzen.
Sie analysieren Unternehmen anhand von öffentlichen Berichten, behördlichen Daten und direkten Anfragen. Aus diesen Rohdaten berechnen sie Kennzahlen zu CO₂-Ausstoß, Arbeitsunfällen, Vorstandsvergütung oder Korruptionsvorfällen.
Jede Agentur gewichtet die Einzelkriterien unterschiedlich. Dasselbe Unternehmen kann bei zwei Anbietern verschiedene Bewertungen erhalten, weil die Modelle andere Schwerpunkte setzen. Für dich als Anlegerin bedeutet das: Ein ESG-Rating ist kein objektives Maß, sondern das Ergebnis eines bestimmten Bewertungsmodells.
Indexanbieter wie MSCI nutzen diese Ratings, um ihre nachhaltigen Indizes zu konstruieren. Die Auswahl deines ESG-ETF hängt damit indirekt von den Methoden der Rating-Agentur ab, die der Indexanbieter beauftragt hat. Ein Vergleich der zugrunde liegenden Rating-Methodik lohnt sich vor dem Kauf.
Rating-Agenturen wie MSCI ESG Research, Sustainalytics oder ISS ESG analysieren Unternehmen anhand von öffentlichen Berichten, behördlichen Daten und direkten Anfragen. Aus diesen Rohdaten berechnen sie Kennzahlen zu CO₂-Ausstoß, Arbeitsunfällen, Vorstandsvergütung oder Korruptionsvorfällen.
Jede Agentur gewichtet die Einzelkriterien unterschiedlich, daher kann dasselbe Unternehmen bei zwei Anbietern verschiedene Bewertungen erhalten. Für dich als Anlegerin bedeutet das: Ein ESG-Rating ist kein objektives Maß, sondern das Ergebnis eines bestimmten Bewertungsmodells.
Indexanbieter wie MSCI oder STOXX lizenzieren diese Ratings und bauen daraus ihre ESG-Indizes. Die konkreten Regeln, etwa welche Rating-Schwelle ein Unternehmen erreichen muss, legt der Indexanbieter fest und veröffentlicht sie in der Indexmethodik.
07 · Vergleich
ESG, SRI und Themen-ETFs: Die wichtigsten Typen
Nicht jeder nachhaltige ETF funktioniert gleich. Je nach zugrunde liegendem Index unterscheiden sich die Filterstrenge und der inhaltliche Fokus erheblich.
Ein klassischer ESG-ETF wendet moderate Filter an und schließt oft nur schwerwiegende Verstöße aus. Er bildet den Markt breit ab, aber mit ESG-Mindeststandards für die enthaltenen Unternehmen.
Ein SRI-ETF ist strenger. SRI steht für Socially Responsible Investment, und diese Indizes wählen in der Regel nur die besten Unternehmen je Branche aus. Sie streben deutlich reduzierte CO₂-Emissionen an und schließen kontroverse Geschäftsfelder konsequenter aus als Standard-ESG-Indizes.
Themen-ETFs setzen einen engen Fokus auf ein einzelnes Nachhaltigkeitsthema. Beispiele sind erneuerbare Energien, Elektromobilität oder Geschlechtergerechtigkeit. Diese Fonds sind weniger breit gestreut und daher mit höheren Schwankungen verbunden.
- ESG-ETFs erkennst du am Zusatz wie ESG Screened oder ESG Leaders im Namen.
- SRI-ETFs tragen den Zusatz SRI oder Socially Responsible im Namen.
- Themen-ETFs tragen den Themenschwerpunkt direkt im Namen, etwa Clean Energy oder Gender Equality.
| ESG-ETF | SRI-ETF | Themen-ETF | |
|---|---|---|---|
| Filterstrenge | Schließt bestimmte Unternehmen anhand ESG-relevanter Kriterien aus | Wählt in jedem Sektor die Unternehmen mit den besten ESG-Ratings aus | Zielt auf ein bestimmtes ESG-Thema ab |
| Typischer Fokus | Breite Marktabbildung mit Ausschluss kontroverser Geschäftsfelder | Branchenbeste Unternehmen nach ESG-Ratings | Zum Beispiel erneuerbare Energien, Elektromobilität oder Geschlechtergerechtigkeit |
| Erkennbar am Namen | Zusatz wie ESG Screened | Zusatz SRI oder Socially Responsible | Zusatz wie Clean Energy oder Gender Equality |
08 · Checkliste
Woran du einen strengen ESG-ETF erkennst
Der Name eines ETF ist nur ein erster Hinweis. Für eine fundierte Entscheidung solltest du die veröffentlichten Fondsdokumente prüfen, die seit der EU-Offenlegungsverordnung deutlich mehr Details enthalten müssen.
Der Name eines ETF ist nur ein erster Hinweis. Seit der EU-Offenlegungsverordnung müssen Fondsgesellschaften die genauen Umwelt- und Sozialkriterien ihrer Produkte offenlegen. Diese Dokumente sind deine wichtigste Informationsquelle vor dem Kauf.
Prüfe zuerst das Factsheet des ETF. Die zehn größten Positionen zeigen dir, welche Unternehmen tatsächlich enthalten sind. Wenn dich dort Firmen überraschen, die du nicht mit Nachhaltigkeit verbindest, lohnt sich ein genauerer Blick in die Indexmethodik.
Die SFDR-Klassifizierung gibt dir eine erste Einordnung. Artikel-8-Fonds berücksichtigen ESG-Kriterien, Artikel-9-Fonds verfolgen ein explizites Nachhaltigkeitsziel. Artikel 9 ist die strengere Kategorie, aber auch hier lohnt sich die Prüfung der konkreten Kriterien.
- Lies das Factsheet und prüfe die zehn größten Positionen auf Überraschungen.
- Prüfe die Indexmethodik auf konkrete Ausschlusskriterien und Rating-Schwellen.
- Vergleiche die gewichtete Kohlenstoffintensität mit dem marktbreiten Index.
- Prüfe Kosten und Fondsgröße, denn eine sehr geringe Fondsgröße kann auf ein Schließungsrisiko hindeuten.
Checkliste für die ETF-Auswahl
Factsheet des ETF lesen: Welche zehn größten Positionen sind enthalten und überraschen dich diese?
Indexmethodik prüfen: Welche Ausschlusskriterien und welche Rating-Schwellen gelten konkret?
SFDR-Klassifizierung beachten: Artikel-8-Fonds berücksichtigen ESG-Kriterien, Artikel-9-Fonds verfolgen ein explizites Nachhaltigkeitsziel
CO₂-Kennzahlen vergleichen: Wie hoch ist die gewichtete Kohlenstoffintensität im Vergleich zum marktbreiten Index?
Kosten und Fondsgröße prüfen: Eine sehr geringe Fondsgröße kann auf geringe Nachfrage und ein mögliches Schließungsrisiko hindeuten
09 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Einstieg in ESG-ETFs
Nachhaltiges Investieren ist gut gemeint, aber einige typische Denkfehler führen dazu, dass das Portfolio am Ende weniger nachhaltig oder weniger rentabel ist als gedacht.
Der häufigste Fehler ist, sich allein auf den Namen zu verlassen. Nicht jeder ETF mit ESG im Namen wendet strenge Filter an. Ein Blick in die Indexmethodik zeigt dir, welche Ausschlüsse und Schwellenwerte tatsächlich gelten.
Ein weiterer Denkfehler ist die Annahme, Nachhaltigkeit koste automatisch Rendite. ESG-Indizes haben in der Vergangenheit nicht systematisch schlechter abgeschnitten als ihre marktbreiten Pendants. Die Wertentwicklung hängt von vielen Faktoren ab, nicht nur von der Filterstrenge.
Auch die Fokussierung auf nur einen Buchstaben des Kürzels ist riskant. Reine Klima-ETFs berücksichtigen soziale Kriterien und gute Unternehmensführung oft kaum. Ein ausgewogener ESG-Ansatz bezieht alle drei Dimensionen ein.
- Verlasse dich nicht allein auf den Namen, sondern prüfe die Indexmethodik.
- Setze Nachhaltigkeit nicht mit Renditeverzicht gleich.
- Kaufe nicht zu viele Themen-ETFs, denn ein Portfolio aus fünf Nischen-ETFs ist nicht automatisch breiter gestreut.
Diese Fehler solltest du vermeiden
10 · Schritt für Schritt
So startest du mit einem ESG-ETF
Der Einstieg in einen ESG-ETF unterscheidet sich praktisch nicht vom Kauf eines klassischen ETF. Wichtig ist, dass du vor dem ersten Kauf deine Anlagestrategie festlegst.
Bevor du dein erstes Wertpapier kaufst, legst du deine Anlagestrategie fest. Dazu gehören der Anlagehorizont und der Betrag, den du monatlich oder einmalig investieren möchtest.
Ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren reduziert das Risiko von Verlusten durch Kursschwankungen. Für den Einstieg ist ein breit streuender ESG-ETF auf einen Weltindex oft sinnvoller als ein Themen-ETF, weil er weniger stark schwankt.
Für den Kauf benötigst du ein Wertpapierdepot. Viele ESG-ETFs sind sparplanfähig, sodass du bereits ab einem Euro pro Monat investieren kannst. Die Kostenquote und die Fondsgröße solltest du vor dem Kauf vergleichen.
Anlageziel und Anlagehorizont definieren
Lege fest, wie lange du das Geld anlegen möchtest und welchen Betrag du monatlich oder einmalig investieren kannst. Ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren reduziert das Risiko von Verlusten durch Kursschwankungen.
Passenden ESG-ETF auswählen
Vergleiche mehrere ETFs anhand der Checkliste: Filterstrenge, Fondsgröße, Gesamtkostenquote und Replikationsmethode. Ein breit streuender ESG-ETF auf einen Weltindex ist für den Einstieg oft sinnvoller als ein Themen-ETF.
Wertpapierdepot eröffnen
Für den Kauf eines ETF benötigst du ein Wertpapierdepot. Viele Banken und Online-Broker bieten Depots ohne laufende Grundgebühr an, die Kosten entstehen dann vor allem bei der Order.
Sparplan einrichten oder Einmalkauf tätigen
Ein Sparplan mit fester monatlicher Rate ist für die meisten Anlegerinnen der einfachste Weg, schrittweise ein Portfolio aufzubauen. Die Ausführung erfolgt automatisch zum festgelegten Termin.
11 · Kosten
Steuern auf ESG-ETFs: Das gilt 2026
Für die Besteuerung spielt es keine Rolle, ob dein ETF nachhaltig ist oder nicht. Es gelten die allgemeinen Regeln für Investmentfonds, inklusive der Teilfreistellung für Aktienfonds.
Es gelten die allgemeinen Regeln für Investmentfonds. Die Abgeltungsteuer fällt auf Kursgewinne, Dividenden und Vorabpauschalen an.
Bei Aktien-ETFs greift die Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, dass nur 70 Prozent der Erträge steuerpflichtig sind. Die Teilfreistellung gilt unabhängig davon, ob der ETF einen klassischen oder einen ESG-Index abbildet.
Der Sparer-Pauschbetrag liegt 2026 bei 1000 Euro pro Person und Jahr. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro. Der Pauschbetrag wird vor der Abgeltungsteuer abgezogen, die 25 Prozent beträgt. Zusätzlich fällt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer an.
- Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent auf die steuerpflichtigen Erträge.
- Der Solidaritätszuschlag liegt bei 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.
- Die Teilfreistellung für Aktienfonds beträgt 30 Prozent.
- Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr.
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