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FinanzbildungInvestieren13 Min.

ETF wie funktioniert: Dein einfacher Einstieg in die Welt der Indexfonds

Du moechtest Geld anlegen, aber Aktien sind dir zu riskant und einzelne Unternehmen zu kompliziert? ETFs sind die Loesung. Wir erklaeren dir, wie ein ETF funktioniert, warum er fuer dich sinnvoll ist und wie du 2026 dein erstes Investment startest.

ETF GrundlagenGeld anlegenIndexfonds
Brauche ich das?
Ja, unbedingt.
Fuer langfristigen Vermoegensaufbau ist ein ETF ideal.
Ist das riskant?
Mittel, aber fair.
Das Risiko streut sich ueber viele Unternehmen.
Wie viel Geld?
Schon wenig reicht.
Du kannst bereits mit kleinen Betraegen starten.
Was bringt es?
Wachstum und Rendite.
Dein Geld arbeitet langfristig fuer dich.

Warum dich das Thema ETF direkt betrifft

Vielleicht hast du schon einmal davon gehoert, dass Sparen auf dem Tagesgeldkonto kaum noch Zinsen bringt. Die Inflation frisst einen Teil deines Ersparten auf, obwohl du nichts falsch machst. Wenn du also in zehn oder zwanzig Jahren nicht weniger Geld zur Verfuegung haben moechtest, musst du einen Weg finden, dein Vermoegen zu vermehren. Genau hier kommen ETFs ins Spiel, denn sie bieten eine einfache Moeglichkeit, an den Maerkten teilzuhaben, ohne dass du ein Börsenprofi sein musst.

Viele Menschen denken bei Aktien an Zocker und grosse Risiken. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Wenn du dein Geld breit streust, also in viele Unternehmen gleichzeitig investierst, sinkt das Risiko eines Totalverlustes erheblich. Ein ETF macht genau das fuer dich: Er buendelt hunderte oder tausende Aktien in einem einzigen Produkt. Dadurch wird aus einem vermeintlich riskanten Einzelinvestment ein solides Langzeitprojekt.

Du fragst dich vielleicht, ob das nicht etwas fuer reiche Leute ist. Das Gegenteil ist der Fall. Du kannst schon mit kleinen monatlichen Betraegen in einen ETF investieren. Viele Banken und Broker bieten Sparplaene ab 25 Euro im Monat an. Das bedeutet, dass auch du mit einem normalen Ausbildungs- oder Berufsgehalt die Chance hast, langfristig Vermoegen aufzubauen. Es geht nicht darum, schnell reich zu werden, sondern darum, kontinuierlich und diszipliniert zu sparen.

Der wichtigste Grund, warum dich das Thema betrifft, ist die Zeit. Je frueher du beginnst, desto mehr Zeit hat dein Geld, um zu wachsen. Der Zinseszinseffekt, also die Tatsache, dass du auf deine erzielten Gewinne weitere Gewinne erzielst, entfaltet seine volle Wirkung nur ueber lange Zeitraeume. Wenn du also heute mit 25 oder 30 Jahren anfaengst, hast du einen enormen Vorteil gegenueber jemandem, der erst mit 45 startet. Dein zukuenftiges Ich wird es dir danken.

Zusammengefasst: ETFs sind kein Hexenwerk, sondern ein Werkzeug, das dir hilft, deine finanziellen Ziele zu erreichen. Ob fuer die Altersvorsorge, ein Eigenheim oder einfach fuer die finanzielle Freiheit, ein ETF kann der Baustein sein, der dir den Weg ebnet. Lies weiter, um zu verstehen, wie dieses Werkzeug genau funktioniert und wie du es ab morgen nutzen kannst.

~10.000
Unternehmen in einem einzigen Welt-ETF enthalten
0,2 % p.a.
Typische jaehrliche Kosten eines ETFs (Beispielwert)
jede:r 3.
Deutsche besitzt laut Umfragen Aktien oder Fondsanteile

Die Grundlagen: Was ist ein Index und was ist ein ETF?

Um zu verstehen, wie ein ETF funktioniert, musst du zuerst den Begriff Index kennen. Ein Index ist im Finanzwesen eine Art Massstab, der die Wertentwicklung einer bestimmten Gruppe von Aktien abbildet. Der bekannteste ist der DAX, der die 40 groessten börsennotierten Unternehmen Deutschlands enthaelt. Wenn der DAX steigt, steigen im Durchschnitt die Aktien dieser 40 Firmen. Ein Index ist also nur eine Zahl, keine handelbare Sache.

Ein ETF, die Abkuerzung fuer Exchange Traded Fund, ist ein Fonds, der genau einen solchen Index nachbildet. Stell dir vor, du moechtest alle 40 DAX-Unternehmen kaufen, aber du hast nicht genug Geld fuer einzelne Aktien. Ein ETF loest dieses Problem, indem er alle diese Aktien in einem Topf buendelt. Du kaufst dann einen Anteil an diesem Topf, also am ETF. Dadurch besitzt du indirekt einen winzigen Bruchteil von allen 40 Unternehmen.

Das Wort Exchange Traded bedeutet, dass dieser Fonds wie eine normale Aktie an der Börse gehandelt wird. Du kannst ihn also jederzeit waehrend der Handelszeiten kaufen und verkaufen. Das ist ein grosser Vorteil gegenueber klassischen Fonds, die oft nur einmal am Tag bewertet werden. Die Kursentwicklung eines ETFs kannst du live verfolgen, genau wie bei einer Einzelaktie.

Es gibt zwei Arten, wie ein ETF einen Index nachbilden kann. Die physische Replikation bedeutet, dass der Fonds die Aktien wirklich kauft. Die synthetische Replikation bildet die Wertentwicklung ueber Tauschgeschäfte nach, ohne die Aktien physisch zu halten. Fuer dich als Anleger ist der Unterschied in der Praxis meist gering. Wichtig ist, dass der ETF seinen Index moeglichst genau abbildet, egal auf welchem Weg.

Zusammengefasst ist ein ETF also ein Korb voller Aktien, der einen bestimmten Markt abbildet. Du kaufst nicht ein einzelnes Unternehmen, sondern die gesamte Entwicklung einer Branche, eines Landes oder sogar der ganzen Welt. Das ist die Grundlage fuer ein breit gestreutes und dennoch einfach zu verwaltendes Portfolio.

Die Funktionsweise: So arbeitet ein ETF im Detail

Jetzt wird es konkret: Wie funktioniert der Handel mit einem ETF? Du gibst deiner Bank oder deinem Online-Broker einen Auftrag, einen bestimmten ETF zu kaufen. Der Preis, den du zahlst, orientiert sich am Wert der enthaltenen Aktien. Dieser Wert wird als Nettoinventarwert bezeichnet und mehrmals taeglich berechnet. Der Kurs, zu dem du kaufst, kann jedoch leicht davon abweichen, da Angebot und Nachfrage den Preis an der Börse bestimmen.

Der Fondsanbieter, zum Beispiel iShares, Vanguard oder Xtrackers, legt den ETF auf und verwaltet ihn. Er sorgt dafuer, dass die Zusammensetzung des Fonds immer dem Index entspricht. Wenn ein Unternehmen aus dem Index fliegt und ein anderes aufgenommen wird, kauft der Anbieter die neuen Aktien und verkauft die alten. Diese Anpassungen passieren automatisch und du musst dich als Anleger um nichts kuemmern.

Ein entscheidender Punkt ist die thesaurierende oder ausschuettende Variante. Ein ausschuettender ETF zahlt dir die Dividenden der enthaltenen Unternehmen regelmässig aus. Ein thesaurierender ETF legt diese Dividenden automatisch wieder an, wodurch dein Investment schneller waechst. Fuer langfristige Sparplaene sind thesaurierende ETFs oft die bessere Wahl, da du den Zinseszinseffekt voll ausnutzt und keine Reinvestition selbst vornehmen musst.

Du fragst dich vielleicht, was passiert, wenn der Kurs faellt. Dann sinkt auch der Wert deines ETF-Anteils. Das ist normal und gehoert zum Spiel dazu. Historisch gesehen haben sich die Maerkte nach jedem Einbruch wieder erholt und neue Höchststaende erreicht. Ein ETF funktioniert also nicht wie ein Sparbuch mit garantierter Verzinsung, sondern wie ein Investment, das Schwankungen unterliegt, aber langfristig eine hohere Renditechance bietet.

Der Handel selbst ist denkbar einfach. Du brauchst nur ein Depot bei einer Bank oder einem Broker. Dort kannst du deinen Sparplan einrichten oder manuell Anteile kaufen. Die Abwicklung dauert nur wenige Sekunden und die Anteile werden in deinem Depot verbucht. Du erhaeltst eine Abrechnung und kannst jederzeit online deinen Kontostand und die Wertentwicklung einsehen.

Kosten und Gebühren: Was ein ETF wirklich kostet

Ein haeufiger Irrglaube ist, dass ETFs teuer sind. Im Gegenteil, sie gehören zu den guenstigsten Anlageformen ueberhaupt. Der wichtigste Kostenpunkt ist die sogenannte Total Expense Ratio, kurz TER. Diese Kennzahl gibt an, wie viel Prozent deines Anlagebetrags jaehrlich fuer die Verwaltung des Fonds abgezogen werden. Bei ETFs liegt dieser Wert oft unter 0,5 Prozent pro Jahr, bei manchen sogar darunter.

Zusaetzlich zur TER fallen beim Kauf und Verkauf Transaktionskosten an. Wenn du einen Sparplan nutzt, zahlt dein Broker oft eine geringe Gebühr pro Ausführung. Diese kann je nach Anbieter variieren, ist aber meistens im einstelligen Eurobereich. Manche Neobroker bieten sogar kostenlose Sparplaene an, sodass du ohne zusaetzliche Gebuehren investieren kannst. Es lohnt sich, die Konditionen zu vergleichen.

Ein weiterer Kostenpunkt ist der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei sehr liquiden ETFs, also solchen mit hohem Handelsvolumen, ist dieser Spread sehr klein. Das bedeutet, du zahlst beim Kauf nur einen minimalen Aufschlag. Bei exotischeren ETFs kann der Spread groesser sein, weshalb du dich auf die gaengigen und beliebten Indizes konzentrieren solltest.

Wichtig ist, dass du die Kosten nicht ueberschaetzt. Ein Unterschied von 0,2 Prozent pro Jahr klingt klein, macht aber ueber 30 Jahre einen spuerbaren Unterschied. Deshalb solltest du bei der Auswahl auf die TER achten. Allerdings solltest du nicht nur auf die Kosten schauen, sondern auch auf die Qualitaet der Nachbildung und die Groesse des Fonds. Ein groesserer Fonds ist meist stabiler und hat einen engeren Spread.

Zusammengefasst: Die Kosten eines ETFs sind transparent und vergleichsweise niedrig. Du solltest sie kennen, aber sie sollten dich nicht davon abhalten, ueberhaupt zu starten. Die Rendite, die du mit einem breit gestreuten ETF erzielen kannst, liegt langfristig deutlich ueber den Kosten, sodass sich die Investition fast immer lohnt.

Worauf du bei der Auswahl eines ETFs achten solltest

Es gibt tausende ETFs auf dem Markt, daher ist die Auswahl nicht immer einfach. Der wichtigste Faktor ist der zugrunde liegende Index. Fuer Einsteiger empfiehlt sich ein ETF auf den MSCI World oder den FTSE All-World. Diese Indizes enthalten tausende Unternehmen aus Industrie- und Schwellenlaendern und bilden so die globale Wirtschaft breit ab. Damit bist du maximal diversifiziert und musst dir keine Gedanken ueber einzelne Laender machen.

Achte auf die Fondsgroesse und das Handelsvolumen. Ein ETF mit einem Fondsvolumen von mehreren Milliarden Euro ist etabliert und liquide. Das bedeutet, du kannst deine Anteile jederzeit problemlos verkaufen, ohne grosse Preisabschläge zu riskieren. Kleine Fonds mit wenigen Millionen Euro Volumen sind riskanter, da sie unter Umstaenden geschlossen werden koennten.

Die Wahl zwischen thesaurierend und ausschuettend ist ebenfalls wichtig. Fuer einen langfristigen Sparplan ist ein thesaurierender ETF ideal, da die Dividenden automatisch reinvestiert werden. Wenn du jedoch ein regelmässiges Einkommen aus deinem Depot erzielen moechtest, ist ein ausschuettender ETF die bessere Wahl. Viele Anleger kombinieren beide Varianten oder starten mit einem ausschuettenden und wechseln spaeter.

Ein weiteres Kriterium ist die Replikationsmethode. Physische ETFs sind einfacher zu verstehen und gelten als transparenter. Synthetische ETFs sind nicht schlechter, aber sie nutzen Derivate, was fuer manche Anleger abschreckend wirkt. Fuer den Einstieg empfehlen sich physische ETFs, da sie die Wertentwicklung des Index direkt abbilden und du genau weisst, was du besitzt.

Vergiss nicht, auf die Waehrung zu achten. Viele globale ETFs werden in US-Dollar gehandelt, aber es gibt auch Varianten in Euro. Fuer dich als deutschen Anleger ist die Euro-Variante oft einfacher, da du kein Waehrungsrisiko beim Kauf eingehst. Die Wertentwicklung der Aktien ist unabhaengig von der Waehrung, aber die Darstellung in Euro macht die Kontrolle deines Depots einfacher.

Typische Fehler, die du als ETF-Anfaenger vermeiden solltest

Der groesste Fehler ist, in Panik zu verkaufen, wenn die Kurse fallen. Viele Anleger sehen einen roten Stand im Depot und verkaufen sofort, um weitere Verluste zu vermeiden. Doch genau das ist falsch. Du realisierst damit den Verlust und verpasst den anschliessenden Aufschwung. Ein ETF ist ein Langzeitinvestment, und du solltest Kursschwankungen als normal betrachten und einfach durchhalten.

Ein weiterer haeufiger Fehler ist das ständige Umschichten. Du kaufst einen ETF, siehst einen anderen, der kurz besser performt, und wechselst. Das verursacht Transaktionskosten und Steuern auf Gewinne. Zudem verpasst du oft den besten Zeitpunkt. Bleib bei deinem Plan und aendere deine Strategie nur, wenn sich deine Lebensumstaende grundlegend aendern, nicht wegen kurzfristiger Marktbewegungen.

Viele Anfaenger versuchen, den Markt zu timen, also den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden. Das ist selbst fuer Profis fast unmoeglich. Statt auf den richtigen Moment zu warten, solltest du regelmässig investieren. Mit einem Sparplan kaufst du automatisch zu verschiedenen Kursen und mittelst so deinen Einstiegspreis. Das nennt man Cost-Average-Effekt, und er nimmt dir den Druck, den Markt vorhersagen zu muessen.

Ein weiterer Fehler ist, zu viel in eine einzelne Branche oder einen einzelnen Sektor zu investieren. Tech-Aktien oder Kryptos klingen verlockend, aber sie sind sehr volatil. Ein breit gestreuter Welt-ETF ist die sicherere Wahl. Wenn du einzelne Sektoren beimischen moechtest, dann nur als kleinen Teil deines Portfolios und mit dem Bewusstsein, dass du ein hoeheres Risiko eingehst.

Zu guter Letzt solltest du nicht vergessen, dein Depot regelmässig zu ueberpruefen. Das heisst nicht, taeglich auf den Kurs zu schauen, sondern einmal im Jahr zu kontrollieren, ob dein ETF noch zu deiner Strategie passt. Achte auf die Kostenentwicklung und ob der Fonds weiterhin den Index korrekt abbildet. Wenn alles passt, lass dein Investment einfach laufen.

Konkrete nächste Schritte: So startest du dein erstes ETF-Investment

Der erste Schritt ist die Eröffnung eines Depots. Du kannst dies bei einer klassischen Bank, einer Direktbank oder einem Neobroker tun. Achte auf die Kosten fuer die Depotfuehrung und den Handel. Viele Neobroker bieten kostenlose Depots und guenstige Sparplaene an. Der Vergleich lohnt sich, denn die Gebuehren unterscheiden sich deutlich. Du benoetigst dafuer nur deinen Personalausweis und ein Girokonto.

Nach der Depoteröffnung waehlst du deinen ersten ETF aus. Fuer den Start empfehlen wir einen breit aufgestellten Welt-ETF, zum Beispiel auf den MSCI World oder den FTSE All-World. Achte auf eine niedrige TER und ein hohes Fondsvolumen. Entscheide dich fuer die thesaurierende Variante, um den Zinseszinseffekt optimal zu nutzen. Du kannst jederzeit spaeter weitere ETFs hinzufuegen.

Richte einen Sparplan ein. Lege fest, welchen Betrag du monatlich investieren moechtest. Beginne mit einem Betrag, den du langfristig entbehren kannst, zum Beispiel 50 oder 100 Euro. Der Sparplan wird automatisch ausgeführt, sodass du dich um nichts kuemmern musst. Du kannst den Betrag jederzeit anpassen oder den Plan pausieren, falls du das Geld anderweitig benoetigst.

Wichtig ist, dass du dein Investment nicht als kurzfristiges Projekt siehst. Plane einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren, besser noch laenger. Nur so kannst du von der positiven Entwicklung der Maerkte profitieren und zwischenzeitliche Schwankungen aussitzen. Informiere dich ueber die steuerlichen Regelungen in Deutschland, denn auf Gewinne aus ETFs zahlst du Abgeltungssteuer. Dein Broker fuehrt diese automatisch ab.

Nachdem dein Sparplan laeuft, bleibt dir nur noch eines: Geduld. Ueberpruefe dein Depot einmal im Jahr, aber lass dich nicht von taeglichen Kursbewegungen verunsichern. Du hast jetzt das Wissen, um zu verstehen, wie ein ETF funktioniert. Nutze es, um deine finanzielle Zukunft aktiv zu gestalten. Der schwerste Schritt ist der erste, aber du hast ihn jetzt vor Augen.

ETF und Steuern: Was du in Deutschland 2026 wissen musst

In Deutschland unterliegen Gewinne aus ETFs der Abgeltungssteuer. Diese betraegt pauschal 25 Prozent plus Solidaritaetszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Dein Broker fuehrt diese Steuer automatisch an das Finanzamt ab, sobald du Gewinne realisierst, also Anteile verkaufst. Du musst dich also nicht selbst um die Anmeldung kuemmern, solltest aber die Grundlagen kennen.

Es gibt einen Sparerpauschbetrag, den du nutzen kannst. Dieser Betrag ist steuerfrei, das heisst, bis zu dieser Grenze musst du keine Steuern auf deine Kapitalertraege zahlen. Dein Broker kann diesen Freibetrag beruecksichtigen, wenn du ihm einen Freistellungsauftrag erteilst. Das solltest du unbedingt machen, um von Anfang an Steuern zu sparen. Der Freibetrag wird regelmaessig angepasst.

Bei thesaurierenden ETFs gibt es eine Besonderheit: die Vorabpauschale. Auch wenn du keine Dividenden ausgezahlt bekommst, musst du auf die theoretischen Erträge unter Umstaenden Steuern zahlen. Diese Vorabpauschale wird jaehrlich berechnet und mit dem Sparerpauschbetrag verrechnet. Sie ist in den letzten Jahren oft null gewesen, kann aber bei steigenden Zinsen wieder relevant werden.

Wenn du Anteile verkaufst, wird der Gewinn, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, besteuert. Verluste kannst du mit Gewinnen aus anderen Wertpapiergeschäften verrechnen. Das nennt man Verlustverrechnung. Dein Broker erstellt dafuer eine Steuerbescheinigung, die du deiner Steuererklaerung beifuegen kannst. Fuer die meisten Anleger ist die Abwicklung aber unkompliziert, da alles automatisch läuft.

Zusammengefasst: ETFs sind auch steuerlich attraktiv, da die Abwicklung automatisch erfolgt. Du solltest deinen Freistellungsauftrag nutzen und die Grundlagen der Vorabpauschale kennen. Fuer eine individuelle Steuerplanung, zum Beispiel bei sehr grossen Depots, kann ein Steuerberater sinnvoll sein. Fuer den normalen Anleger reicht das Wissen aus, dass die Steuerlast transparent und planbar ist.

Langfristig denken: Dein Vermögensaufbau mit ETFs

Ein ETF ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Zweck. Dein Ziel ist es, langfristig Vermoegen aufzubauen, sei es fuer die Rente, ein Haus oder die finanzielle Unabhaengigkeit. Mit einem breit gestreuten Welt-ETF legst du den Grundstein dafuer. Die historische Rendite von Aktienmaerkten liegt langfristig im mittleren einstelligen Prozentbereich pro Jahr, deutlich ueber der Inflation.

Der Zinseszinseffekt ist dein bester Freund. Wenn du deine Gewinne nicht entnimmst, sondern reinvestierst, waechst dein Kapital exponentiell. Ein Beispiel: Wenn du 100 Euro anlegst und 5 Prozent Rendite erzielst, hast du im naechsten Jahr 105 Euro. Im darauffolgenden Jahr erzielst du 5 Prozent auf 105 Euro, also 5,25 Euro. Mit der Zeit wird dieser Effekt immer staerker, je groesser dein Kapital wird.

Du musst nicht alles auf einmal investieren. Ein Sparplan ist die einfachste Methode, um kontinuierlich Vermoegen aufzubauen. Du kannst mit kleinen Betraegen starten und diese im Laufe der Zeit erhoehen, wenn sich dein Einkommen verbessert. Wichtig ist, dass du dir ein realistisches Ziel setzt und diszipliniert bleibst. Auch wenn es manchmal schwerfaellt, solltest du deinen Plan nicht wegen kurzfristiger Ereignisse aendern.

Vergiss nicht, dass du nicht allein bist. Millionen von Anlegern weltweit nutzen ETFs fuer ihren Vermoegensaufbau. Die Finanzindustrie hat sich in den letzten Jahren stark in Richtung kostenguenstiger und transparenter Produkte entwickelt. Du profitierst von dieser Entwicklung, indem du Zugang zu erstklassigen Anlageprodukten hast, die frueher nur institutionellen Anlegern vorbehalten waren.

Der Weg zum Vermoegen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es wird Zeiten geben, in denen dein Depot im Minus ist, und Zeiten, in denen du dich ueber hohe Gewinne freust. Wichtig ist, dass du den Kurs haeltst und deine Strategie nicht in Frage stellst. Mit einem ETF hast du ein simples und effektives Werkzeug in der Hand. Nutze es weise, und du wirst in einigen Jahren stolz auf deine Entscheidung zurueckblicken.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Waerst du auf dein angelegtes Geld in den naechsten 5 Jahren angewiesen?
Kannst du Kursschwankungen von 30 Prozent ohne Panik aushalten?
Hast du ein laufendes Einkommen, das du monatlich zur Seite legen kannst?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ein Totalverlust ist bei einem breit gestreuten ETF extrem unwahrscheinlich. Da du in hunderte Unternehmen investierst, muessten alle gleichzeitig pleitegehen. Historisch gesehen haben sich die Maerkte nach jedem Einbruch erholt. Das Risiko ist also begrenzt, aber nicht ausgeschlossen.

Du kannst bereits mit 25 oder 50 Euro im Monat starten. Viele Broker bieten Sparplaene ab diesem Betrag an. Wichtig ist, dass du den Betrag langfristig entbehren kannst. Es ist besser, mit einem kleinen Betrag zu starten, als gar nicht zu beginnen.

Eine Aktie ist ein Anteil an einem einzelnen Unternehmen. Ein ETF ist ein Korb aus vielen Aktien. Damit streust du dein Risiko automatisch. Wenn ein Unternehmen im ETF schlecht läuft, wird das durch die anderen Unternehmen ausgeglichen.

Fuer einen langfristigen Sparplan ist ein thesaurierender ETF empfehlenswert, da Dividenden automatisch reinvestiert werden. Das beschleunigt das Wachstum. Wenn du regelmässige Ausschuettungen moechtest, waehlst du die ausschuettende Variante.

Einmal im Jahr reicht voellig aus. Schau dir die Wertentwicklung an und ueberpruefe, ob der ETF noch zu deiner Strategie passt. Taegliches Kontrollieren verleitet zu ueberstuerzten Entscheidungen und ist nicht noetig.

Ein ETF auf den MSCI World oder den FTSE All-World ist ideal. Diese Indizes bilden die globale Wirtschaft breit ab und sind bei vielen Anbietern erhaeltlich. Achte auf eine niedrige TER und ein hohes Fondsvolumen.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.