Ratgeber · Investieren
Emerging Markets ETF 2026: So investierst du in Schwellenländer
Ein Emerging Markets ETF bündelt Aktien aus Schwellenländern wie China, Indien oder Taiwan in einem Wertpapier. Für 2026 ist er für dich interessant, wenn du dein Depot breiter aufstellen und am Wachstum dieser Volkswirtschaften teilhaben willst.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Der MSCI Emerging Markets Index bildet über 1.000 Unternehmen aus 24 Schwellenländern ab.
- Die jährlichen Kosten (TER) liegen bei ETFs auf diesen Index zwischen 0,09 und 0,55 Prozent.
- Ein Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren ist wegen der hohen Kursschwankungen sinnvoll.
- Als Beimischung zu einem Industrieländer-ETF ist ein Anteil von etwa 30 Prozent üblich.
01 · Grundlagen
Was ist ein Emerging Markets ETF?
Ein Emerging Markets ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Aktienmärkte von Schwellenländern abbildet. Er folgt meist einem Index wie dem MSCI Emerging Markets und streut dein Geld über hunderte Unternehmen.
Ein Emerging Markets ETF bildet für dich die Wertentwicklung eines Schwellenländerindex nach, ohne dass du einzelne Aktien auswählen musst. Der MSCI Emerging Markets Index umfasst aktuell 1.178 Unternehmen aus 24 Ländern und deckt damit ungefähr 85 Prozent der Marktkapitalisierung in Schwellenländern ab. Du investierst mit einem einzigen Wertpapier in hunderte Unternehmen gleichzeitig.
Die enthaltenen Aktien stammen aus Ländern wie Taiwan, Südkorea, China und Indien. Diese breite Streuung reduziert dein Risiko im Vergleich zu Einzelaktien, weil der Ausfall eines Unternehmens oder eines Landes nicht dein gesamtes Investment gefährdet.
Kurz erklärt
Emerging Markets ETF
Ein passiv verwalteter Fonds, der einen Schwellenländerindex wie den MSCI Emerging Markets nachbildet und dessen Wertentwicklung eins zu eins abbildet.
Er bündelt Aktien aus Ländern wie China, Taiwan, Südkorea und Indien in einem einzigen Wertpapier.
02 · Vergleich
MSCI Emerging Markets: Die wichtigsten Länder und Sektoren
Der MSCI Emerging Markets Index ist der Maßstab für Schwellenländer-ETFs. Seine Zusammensetzung zeigt dir, wo dein Geld konkret investiert ist.
Die Ländergewichtung im MSCI Emerging Markets Index hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. Taiwan führt den Index mit 27,44 Prozent an, gefolgt von Südkorea mit 20,84 Prozent und China mit 20,62 Prozent. Diese drei Länder machen zusammen mehr als zwei Drittel des gesamten Index aus.
Der Technologiesektor dominiert den Index mit einem Anteil von 41,56 Prozent. Finanzdienstleistungen folgen mit 19,71 Prozent, während Nicht-Basiskonsumgüter 8,02 Prozent ausmachen. Mehr als 40 Prozent deines Investments stecken damit in Informationstechnologie. Diese Konzentration auf Technologieunternehmen aus Taiwan und Südkorea prägt die Renditechancen und Risiken deines ETFs.
| Land | Gewicht im Index | |
|---|---|---|
| Taiwan | Taiwan | 27,44 % |
| Südkorea | Südkorea | 20,84 % |
| China | China | 20,62 % |
03 · Kosten
Wie hoch sind die Kosten eines Emerging Markets ETF?
Die Gesamtkostenquote, auch Total Expense Ratio oder TER genannt, ist die wichtigste Kennzahl für die laufenden Kosten. Sie wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen.
Die jährliche Gesamtkostenquote (TER) für MSCI Emerging Markets ETFs liegt zwischen 0,09 Prozent und 0,55 Prozent. Die günstigsten Produkte von BNP Paribas Easy und Invesco kosten dich 0,09 Prozent pro Jahr. Im mittleren Kostenfeld findest du ETFs von Amundi Core und HSBC mit 0,14 bis 0,15 Prozent, während die großen Standard-ETFs von iShares und Xtrackers bei 0,18 Prozent liegen.
Ältere Swap-basierte Produkte von Amundi und Xtrackers verlangen mit 0,49 bis 0,55 Prozent deutlich mehr. Bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro zahlst du mit einem ETF für 0,18 Prozent TER rund 18 Euro pro Jahr. Ein Kostenunterschied von 0,1 Prozentpunkten macht über 20 Jahre mehrere hundert Euro aus.
Jährliche Gesamtkostenquote (TER) von MSCI Emerging Markets ETFs
04 · Was gilt
Thesaurierend oder ausschüttend: Was passt zu dir?
Emerging Markets ETFs gibt es in zwei Varianten. Der Unterschied liegt darin, was mit den Dividenden der enthaltenen Aktien passiert.
Bei thesaurierenden ETFs werden Dividenden automatisch wieder im Fonds angelegt. Dein Vermögen wächst ohne weiteres Zutun, und der Zinseszinseffekt arbeitet vollständig für dich. Diese Variante eignet sich besonders für den langfristigen Vermögensaufbau, wenn du keine regelmäßigen Auszahlungen benötigst.
Ausschüttende ETFs überweisen dir die Dividenden regelmäßig auf dein Konto. Du erhältst ein planbares Zusatzeinkommen, musst dich aber selbst um die Wiederanlage kümmern, wenn du den Zinseszinseffekt nutzen willst. Für einen Sparplan über 10 bis 15 Jahre ist die thesaurierende Variante meist die einfachere Wahl.
Thesaurierend
Ausschüttend
05 · Checkliste
Wie du einen Emerging Markets ETF für 2026 auswählst
Nicht jeder ETF auf den MSCI Emerging Markets ist gleich gut für dich geeignet. Achte bei der Auswahl auf diese Kriterien.
Bei der Auswahl deines ETFs solltest du mehrere Kriterien gemeinsam betrachten, nicht nur die Rendite des vergangenen Jahres. Das Fondsvolumen gibt dir einen Hinweis darauf, wie etabliert ein ETF ist. Der Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF 1C ist mit über 12 Milliarden Euro der größte, gefolgt vom iShares MSCI EM UCITS ETF (Acc) mit über 9 Milliarden Euro.
Für die meisten Anleger sind folgende Kriterien entscheidend:
- Wähle einen ETF mit mindestens 500 Millionen Euro Fondsvolumen, um das Risiko einer Fondsschließung zu minimieren.
- Bevorzuge eine Gesamtkostenquote von 0,18 Prozent oder weniger.
- Physische Replikation ist für viele Anleger transparenter als Swap-Konstruktionen.
- Entscheide bewusst zwischen thesaurierend und ausschüttend, passend zu deiner Strategie.
- Irland als Fondsdomizil ist bei vielen ETFs üblich und steuerlich gut handhabbar.
Checkliste für die ETF-Auswahl
Fondsvolumen: Wähle einen ETF mit mindestens 500 Millionen Euro Volumen, um das Risiko einer Fondsschließung zu minimieren.
TER: Die Gesamtkostenquote von MSCI Emerging Markets-ETFs liegt zwischen 0,09 % und 0,55 % pro Jahr.
Replikationsmethode: Physische Replikation (vollständig oder Sampling) ist für viele Anleger transparenter als Swap-Konstruktionen.
Ertragsverwendung: Entscheide bewusst zwischen thesaurierend und ausschüttend, passend zu deiner Strategie.
Fondsdomizil: Irland ist bei vielen ETFs üblich und steuerlich gut handhabbar.
06 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Investieren in Schwellenländer-ETFs
Schwellenländeraktien haben besondere Eigenschaften. Diese Fehler kannst du vermeiden, wenn du sie kennst.
Der häufigste Fehler ist ein zu kurzer Anlagehorizont. Schwellenländeraktien schwanken stark, und wer in weniger als 10 Jahren an sein Geld muss, riskiert Verluste durch die hohe Volatilität. Ein Investment in Emerging Markets ETFs ist nur sinnvoll, wenn du einen Zeitraum von mindestens 10 bis 15 Jahren einplanst.
Ein weiterer Fehler ist die Übergewichtung im Gesamtdepot. Ein Anteil von über 30 Prozent Schwellenländern erhöht dein Klumpenrisiko deutlich, weil Taiwan, Südkorea und China zusammen mehr als zwei Drittel des Index ausmachen. Die 1-Jahres-Rendite von über 30 Prozent im Jahr 2026 ist kein Garant für die Zukunft. Orientiere dich an deiner langfristigen Strategie, nicht an kurzfristigen Kursgewinnen.
Diese Fehler solltest du vermeiden
07 · Schritt für Schritt
So gehst du beim Kauf eines Emerging Markets ETF vor
Der Einstieg in einen Schwellenländer-ETF ist in wenigen Schritten erledigt. Wichtig ist, dass du die Reihenfolge einhältst.
Bevor du einen ETF kaufst, legst du zuerst deine Anlagestrategie fest. Definiere, welchen Anteil deines Depots Schwellenländer ausmachen sollen. Ein Wert um 30 Prozent als Ergänzung zu einem MSCI World ETF ist ein üblicher Richtwert, den viele Anleger als klassisches 70/30-Portfolio umsetzen.
Danach wählst du den passenden ETF aus und vergleichst Fondsvolumen, TER, Ertragsverwendung und Replikationsmethode. Anschließend eröffnest du ein Wertpapierdepot oder nutzt dein bestehendes. Viele Anbieter ermöglichen den Kauf per Sparplan schon ab 25 Euro monatlich. Richte den Sparplan so ein, dass er automatisch zu deinem gewünschten Anteil am Gesamtdepot führt.
Anlagestrategie festlegen
Definiere zuerst, welchen Anteil deines Depots Schwellenländer ausmachen sollen. Ein Wert um 30 % als Ergänzung zu einem MSCI World ETF ist ein üblicher Richtwert.
Passenden ETF auswählen
Vergleiche die ETFs anhand von Fondsvolumen, TER, Ertragsverwendung und Replikationsmethode. Der Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF 1C ist mit über 12 Milliarden Euro Volumen der größte.
Depot eröffnen oder nutzen
Du brauchst ein Wertpapierdepot. Viele Anbieter ermöglichen den Kauf per Sparplan schon ab 25 Euro monatlich.
Sparplan einrichten oder Einmalkauf tätigen
Ein Sparplan glättet Kursschwankungen über die Zeit. Alternativ kannst du einen größeren Betrag auf einmal investieren.
Regelmäßig prüfen
Kontrolliere einmal im Jahr, ob die Gewichtung in deinem Depot noch zu deiner Strategie passt. Bei Bedarf kannst du durch Zukäufe oder Teilverkäufe anpassen.
08 · Hintergrund
Volatilität und Anlagehorizont: Das musst du aushalten können
Schwellenländeraktien schwanken stärker als Aktien aus Industrieländern. Das ist der Preis für das höhere Wachstumspotenzial.
Der MSCI Emerging Markets Index hat in den vergangenen Jahren immer wieder Phasen mit deutlichen Kursrückgängen erlebt. In globalen Korrekturen ziehen Anleger ihr Kapital oft aus Schwellenländern ab, was die Verluste im Vergleich zu Industrieländer-Indizes überproportional verstärken kann. Diese Schwankungen sind der Preis für das höhere Wachstumspotenzial.
Gleichzeitig bieten Schwellenländer Zugang zu dynamischem Wirtschaftswachstum abseits der etablierten Industrienationen. Historische Daten zeigen, dass diese Märkte langfristig ein höheres Renditepotenzial aufweisen, was jedoch mit größeren politischen Risiken einhergeht. Für ein Investment in einen Emerging Markets ETF solltest du einen Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren mitbringen. Nur so kannst du kurzfristige Rückschläge aussitzen und von langfristigen Wachstumstrends profitieren.
Der MSCI Emerging Markets Index hat in den vergangenen Jahren immer wieder Phasen mit deutlichen Kursrückgängen erlebt. In globalen Korrekturen ziehen Anleger ihr Kapital oft aus Schwellenländern ab, was die Verluste im Vergleich zu Industrieländer-Indizes überproportional verstärken kann.
Gleichzeitig bieten Schwellenländer Zugang zu dynamischem Wirtschaftswachstum abseits der etablierten Industrienationen. Historische Daten zeigen, dass diese Märkte langfristig ein höheres Renditepotenzial aufweisen, was jedoch mit größeren politischen Risiken einhergeht.
Für ein Investment in einen Emerging Markets ETF solltest du deshalb einen Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren einplanen. Nur so kannst du kurzfristige Schwankungen aussitzen und vom langfristigen Wachstum profitieren.
09 · Vergleich
Small-Caps in Schwellenländern: Die Alternative zum Standard-Index
Der klassische MSCI Emerging Markets Index bildet nur große und mittelgroße Unternehmen ab. Mit dem MSCI Emerging Markets IMI Index kannst du auch kleine Unternehmen abdecken.
Er deckt damit 85 Prozent der Marktkapitalisierung in Schwellenländern ab. Wenn du zusätzlich kleine Unternehmen abbilden möchtest, bietet der MSCI Emerging Markets IMI Index eine Alternative. IMI steht für investable markets index und deckt 99 Prozent aller Unternehmen der entsprechenden Länder ab.
Der iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF ist mit über 41 Milliarden Euro Fondsvolumen der größte ETF auf den IMI-Index. Die Kosten liegen mit 0,18 Prozent TER auf dem Niveau der Standard-ETFs. Mit dem IMI-Index erweiterst du dein Investment um Small-Caps, die zusätzliches Wachstumspotenzial bieten können. Allerdings erhöht sich auch die Anzahl der enthaltenen Unternehmen deutlich, was die Komplexität des Index steigert.
| Merkmal | MSCI Emerging Markets | MSCI Emerging Markets IMI | |
|---|---|---|---|
| Abdeckung der Marktkapitalisierung | Abdeckung der Marktkapitalisierung | 85 % (Large und Mid-Caps) | 99 % (Large, Mid und Small-Caps) |
| Anzahl der enthaltenen Unternehmen | Anzahl der enthaltenen Unternehmen | 1.178 | Deutlich mehr, da Small-Caps ergänzt werden |
| Typische TER | Typische TER | 0,09 % bis 0,55 % | 0,18 % bis 0,35 % |
10 · Im Vertrag
Steuern auf deinen Emerging Markets ETF
Auch bei ETFs auf Schwellenländer fallen Steuern auf Erträge an. Die wichtigsten Regeln für 2026 findest du hier.
Auf Erträge aus deinem Emerging Markets ETF fallen Steuern an, aber du hast einen Freibetrag. Pro Person und Jahr sind 1000 Euro Kapitalerträge steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro. Erst oberhalb dieses Sparer-Pauschbetrags wird die Abgeltungsteuer fällig.
Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent auf deine Erträge oberhalb des Freibetrags, zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Steuer. Als Aktienfonds profitiert dein Emerging Markets ETF von der Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge sind steuerfrei, nur auf die restlichen 70 Prozent zahlst du Steuern. Dadurch reduziert sich deine effektive Steuerlast deutlich.
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