Emerging Markets ETF 2026: So profitierst du vom Wachstum der Schwellenländer
Schwellenländer wie Indien oder Brasilien wachsen oft schneller als die Industrieländer. Mit einem Emerging Markets ETF kannst du daran teilhaben, ohne einzelne Aktien kaufen zu müssen. Hier erfährst du, wie das funktioniert und worauf du achten solltest.
Warum Emerging Markets auch dich betreffen
Vielleicht denkst du, dass Schwellenländer weit weg sind und nichts mit deinem Alltag zu tun haben. Doch das Gegenteil ist der Fall: Dein Smartphone, deine Kleidung oder sogar Teile deines Autos stammen oft aus Ländern wie China, Indien oder Mexiko. Diese Länder werden als Emerging Markets bezeichnet, also als aufstrebende Märkte, die sich wirtschaftlich stark entwickeln.
Wenn diese Volkswirtschaften wachsen, steigen auch die Gewinne der dort ansässigen Unternehmen. Das wiederum kann sich positiv auf die Aktienkurse auswirken. Als Anlegerin oder Anleger kannst du an diesem Wachstum teilhaben, ohne selbst in fernen Ländern aktiv zu werden. Ein Emerging Markets ETF bündelt viele dieser Unternehmen in einem einzigen Wertpapier.
Für dich als Privatanleger bedeutet das: Du kannst mit vergleichsweise kleinen Beträgen in die Zukunft der Weltwirtschaft investieren. Das ist besonders interessant, weil die Industrieländer oft schon weit entwickelt sind und weniger Wachstumspotenzial bieten. Schwellenländer hingegen holen auf, und genau dieser Aufholprozess kann für dich Renditechancen eröffnen.
Natürlich gibt es auch Risiken, und nicht jedes Land entwickelt sich gleich gut. Aber wenn du breit streust, also in viele Länder und Unternehmen gleichzeitig investierst, reduzierst du das Risiko, dass ein einzelner Fehlschlag deine gesamte Anlage gefährdet. Ein Emerging Markets ETF macht genau das für dich.
Was sind Emerging Markets überhaupt?
Der Begriff Emerging Markets stammt aus den 1980er-Jahren und bezeichnet Länder, die sich von einem Entwicklungsland zu einer Industrienation wandeln. Typische Merkmale sind ein schnelles Wirtschaftswachstum, eine junge Bevölkerung und zunehmende Industrialisierung. Zu den bekanntesten gehören China, Indien, Brasilien, Südafrika und Mexiko.
Diese Länder haben oft eine wachsende Mittelschicht, die mehr konsumiert und damit die Wirtschaft ankurbelt. Gleichzeitig investieren sie stark in Infrastruktur, Bildung und Technologie. Das schafft ein Umfeld, in dem Unternehmen expandieren können. Für Anleger sind genau diese Unternehmen interessant, weil sie von der positiven Entwicklung profitieren.
Es gibt aber auch Schwellenländer, die politisch instabil sind oder unter Korruption leiden. Das macht Investitionen dort riskanter. Deshalb ist es wichtig, nicht in einzelne Länder zu setzen, sondern breit zu streuen. Ein Emerging Markets ETF enthält oft hunderte oder sogar tausende Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen.
Die Abgrenzung zu entwickelten Märkten ist nicht immer eindeutig. Manche Länder wie Südkorea oder Taiwan werden je nach Indexanbieter unterschiedlich eingestuft. Für dich als Anleger ist das weniger wichtig, solange du einen ETF wählst, der einen breiten Index abbildet. So profitierst du von der gesamten Entwicklung der Schwellenländer.
Wie funktioniert ein Emerging Markets ETF?
Ein ETF, auch Exchange Traded Fund genannt, ist ein börsengehandelter Fonds. Er bildet einen Index nach, also eine Liste von Aktien, die nach bestimmten Regeln zusammengestellt wird. Ein bekannter Index für Emerging Markets ist der MSCI Emerging Markets, der rund 1.400 Unternehmen aus 24 Ländern enthält.
Wenn du einen Emerging Markets ETF kaufst, erwirbst du einen kleinen Anteil an allen Unternehmen, die in diesem Index enthalten sind. Das ist wie ein Korb voller Aktien, den du mit einem einzigen Kauf erhältst. Du musst also nicht jedes Unternehmen einzeln analysieren und kaufen, sondern sparst dir viel Aufwand.
Der ETF bildet die Wertentwicklung des Index nach, das heißt, wenn die Kurse der enthaltenen Aktien steigen, steigt auch dein ETF. Umgekehrt sinkt dein Anteil, wenn die Kurse fallen. Diese Schwankungen sind normal und gehören zu Aktieninvestments dazu. Langfristig haben Aktienmärkte jedoch meist eine positive Rendite erzielt.
Du kannst einen Emerging Markets ETF entweder einmalig kaufen oder regelmäßig besparen. Ein Sparplan ist besonders für Einsteiger geeignet, weil du schon mit kleinen Beträgen monatlich investieren kannst. So baust du dir über die Zeit ein Vermögen auf, ohne den perfekten Einstiegszeitpunkt abpassen zu müssen.
Welche Kosten kommen auf dich zu?
Bevor du investierst, solltest du die Kosten verstehen, denn sie schmälern deine Rendite. Bei ETFs gibt es zwei wesentliche Kostenarten: die laufenden Kosten und die Transaktionskosten. Die laufenden Kosten, auch TER genannt, decken die Verwaltung des Fonds ab. Sie werden jährlich von deinem Investment abgezogen.
Die TER liegt bei Emerging Markets ETFs oft etwas höher als bei ETFs auf Industrieländer, weil die Verwaltung aufwändiger ist. Trotzdem sind sie im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds günstig. Achte darauf, dass die TER nicht zu hoch ist, denn über viele Jahre kann selbst ein kleiner Unterschied viel ausmachen.
Zusätzlich fallen beim Kauf und Verkauf Gebühren an, die von deiner Bank oder deinem Broker abhängen. Diese können prozentual oder als Festbetrag berechnet werden. Wenn du einen Sparplan nutzt, sind die Gebühren oft reduziert oder sogar kostenlos. Vergleiche die Konditionen verschiedener Anbieter, um unnötige Kosten zu vermeiden.
Ein weiterer Punkt ist die Steuer: In Deutschland werden Gewinne aus ETFs mit der Abgeltungssteuer besteuert. Es gibt jedoch einen Freibetrag, den du nutzen kannst. Informiere dich über die aktuellen Regelungen, denn sie können sich ändern. Ein Steuerberater kann dir helfen, das Beste aus deinem Investment herauszuholen.
Worauf solltest du bei der Auswahl achten?
Nicht alle Emerging Markets ETFs sind gleich. Es gibt Unterschiede bei der Zusammensetzung, dem Index, der Nachbildungsmethode und der Währung. Zuerst solltest du entscheiden, welcher Index für dich passt. Der MSCI Emerging Markets ist der bekannteste, aber es gibt auch andere wie den FTSE Emerging oder den S&P Emerging Markets.
Ein wichtiger Punkt ist die Gewichtung: Viele Indizes haben einen hohen Anteil an chinesischen Unternehmen, weil China die größte Volkswirtschaft unter den Schwellenländern ist. Das kann ein Klumpenrisiko darstellen, wenn China wirtschaftlich schwächelt. Manche Anleger bevorzugen deshalb Indizes, die einzelne Länder stärker begrenzen.
Auch die Nachbildungsmethode spielt eine Rolle: Physische ETFs kaufen die Aktien direkt, während synthetische ETFs über Derivate nachbilden. Beide haben Vor- und Nachteile. Physische ETFs gelten als einfacher und transparenter, synthetische können aber günstiger sein. Für Einsteiger sind physische ETFs oft die bessere Wahl.
Prüfe außerdem die Fondsgröße und das Handelsvolumen. Große ETFs sind meist liquider, das heißt, du kannst sie leichter kaufen und verkaufen. Achte auch auf das Fondsdomizil, also das Land, in dem der Fonds aufgelegt wurde. In Irland aufgelegte ETFs sind für deutsche Anleger oft steuerlich vorteilhaft.
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
Ein häufiger Fehler ist, zu viel Geld in Emerging Markets zu stecken. Weil die Kurse stark schwanken können, solltest du nur einen Teil deines Vermögens in diese Anlageklasse investieren. Als Faustregel gilt: nicht mehr als 10 bis rund 20 Prozent deines Aktienportfolios. So bleibst du auch bei Rückschlägen ruhig.
Ein weiterer Fehler ist, auf kurzfristige Trends zu setzen. Emerging Markets können in einem Jahr stark steigen und im nächsten fallen. Wer ständig kauft und verkauft, zahlt hohe Gebühren und verpasst oft die besten Tage. Besser ist es, langfristig zu denken und einen Sparplan laufen zu lassen.
Manche Anleger wählen einen ETF, der nur auf ein einzelnes Land wie China oder Indien setzt. Das ist riskant, weil du dann vom Wohl und Wehe dieses Landes abhängig bist. Ein breit gestreuter Emerging Markets ETF ist sicherer, weil er viele Länder abdeckt und einzelne Schwächen ausgleicht.
Schließlich solltest du nicht alles auf einmal investieren, sondern über einen längeren Zeitraum verteilen. Das nennt man Cost-Average-Effekt: Du kaufst zu verschiedenen Kursen und glättest so deinen Einstiegspreis. Ein Sparplan macht das automatisch, ohne dass du aktiv werden musst.
So legst du deinen ersten Emerging Markets ETF an
Bevor du loslegst, solltest du deine finanzielle Situation prüfen. Hast du einen Notgroschen für unerwartete Ausgaben? Wenn nicht, solltest du zuerst diesen aufbauen, bevor du in Aktien investierst. Ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben gibt dir Sicherheit und verhindert, dass du deine Anlage im Notfall verkaufen musst.
Als Nächstes brauchst du ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Viele Anbieter ermöglichen dir, schon mit kleinen Beträgen zu starten. Vergleiche die Gebühren, die Benutzerfreundlichkeit und den Kundenservice. Ein kostenloses Depot ist oft ausreichend, wenn du nur einen ETF besparen möchtest.
Dann wählst du einen passenden Emerging Markets ETF. Achte auf die oben genannten Kriterien wie Index, Kosten und Fondsgröße. Du kannst zum Beispiel einen ETF auf den MSCI Emerging Markets wählen, der physisch nachbildet und in Irland aufgelegt ist. Lies das Factsheet und den Verkaufsprospekt, bevor du kaufst.
Schließlich richtest du einen Sparplan ein. Du legst fest, wie viel du monatlich investieren möchtest und an welchem Tag. Das kann schon ab rund 25 Euro pro Monat funktionieren. Wichtig ist, dass du den Sparplan langfristig durchziehst, auch wenn die Kurse mal fallen. So profitierst du über die Jahre vom Wachstum der Schwellenländer.
Wie du dein Investment überwachst und anpasst
Einmal angelegt, solltest du dein Investment nicht aus den Augen verlieren, aber auch nicht ständig darauf schauen. Es reicht, wenn du einmal im Quartal oder halbjährlich prüfst, wie sich dein ETF entwickelt hat. Kurzfristige Schwankungen sind normal und sollten dich nicht zu überstürzten Entscheidungen verleiten.
Achte darauf, ob sich die Zusammensetzung des Index ändert. Manchmal werden Länder auf- oder abgestuft, oder Unternehmen werden ausgetauscht. Das passiert automatisch, aber es kann die Wertentwicklung beeinflussen. Informiere dich über die regelmäßigen Anpassungen, die von den Indexanbietern vorgenommen werden.
Wenn sich deine Lebensumstände ändern, zum Beispiel durch einen Jobwechsel oder eine Familiengründung, solltest du deine Anlagestrategie überdenken. Vielleicht möchtest du mehr oder weniger Risiko eingehen. Du kannst deinen Sparplan jederzeit anpassen oder den ETF wechseln, wenn du mit der Performance unzufrieden bist.
Denke auch an die Entnahmephase: Wenn du in Rente gehst, möchtest du vielleicht von deinem Investment leben. Dann solltest du einen Teil in sicherere Anlagen umschichten, um Schwankungen zu vermeiden. Ein Emerging Markets ETF kann auch dann noch einen Teil deines Portfolios ausmachen, aber nicht mehr den Großteil.
Fazit: Dein Weg in die Schwellenländer
Ein Emerging Markets ETF ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, am Wachstum der Schwellenländer teilzuhaben. Du musst kein Experte sein, um zu starten, sondern nur ein Depot eröffnen und einen Sparplan einrichten. Mit einem breit gestreuten ETF reduzierst du das Risiko und profitierst langfristig von der wirtschaftlichen Entwicklung.
Wichtig ist, dass du geduldig bist und nicht bei jedem Kurstief verkaufst. Aktienmärkte gehen rauf und runter, aber über lange Zeiträume haben sie meist eine positive Rendite erzielt. Ein Sparplan hilft dir, diszipliniert zu bleiben und von Durchschnittskosten zu profitieren.
Vergiss nicht, dein Investment regelmäßig zu überprüfen und an deine Lebenssituation anzupassen. Ein Emerging Markets ETF sollte nur ein Baustein in deinem Portfolio sein, nicht dein einziges Investment. Kombiniere ihn mit anderen Anlagen wie ETFs auf Industrieländer oder Anleihen, um breit diversifiziert zu sein.
Jetzt bist du bereit, den ersten Schritt zu machen. Informiere dich bei deinem Broker über die Angebote, vergleiche die Kosten und starte mit einem kleinen Betrag. Mit der Zeit wirst du mehr Sicherheit gewinnen und deine Anlagestrategie weiterentwickeln. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ja, sie sind riskanter als ETFs auf Industrieländer, weil die Märkte volatiler sind. Dafür bieten sie aber auch höhere Renditechancen. Wenn du langfristig investierst und breit streust, kannst du das Risiko reduzieren.
Das hängt von deiner Risikobereitschaft ab. Als Faustregel gilt, nicht mehr als 10 bis rund 20 Prozent deines Aktienportfolios in Emerging Markets zu stecken. So bleibst du auch bei starken Schwankungen ruhig.
Ja, das ist möglich. Wenn die Kurse der enthaltenen Unternehmen fallen, sinkt auch der Wert deines ETFs. Es gibt keine Garantie auf Gewinne. Langfristig haben Aktienmärkte jedoch meist eine positive Rendite erzielt.
Es gibt keinen eindeutig besten ETF, aber du solltest auf einen breiten Index wie den MSCI Emerging Markets achten. Wichtig sind niedrige Kosten, eine physische Nachbildung und eine ausreichende Fondsgröße. Vergleiche verschiedene Anbieter.
Nein, du brauchst nur ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Viele Anbieter ermöglichen dir, schon mit kleinen Beträgen zu starten. Achte auf die Gebühren und die Benutzerfreundlichkeit.
Es reicht, wenn du einmal im Quartal oder halbjährlich schaust, wie sich dein Investment entwickelt. Kurzfristige Schwankungen sind normal und sollten dich nicht zu überstürzten Entscheidungen verleiten.
Ja, in der Regel kannst du deinen Sparplan bei deinem Broker jederzeit anpassen, pausieren oder beenden. Das ist flexibel und ermöglicht es dir, auf Veränderungen in deinem Leben zu reagieren.
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