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Lohnt sich ein Emerging-Markets-ETF für dein Depot?

Ein Emerging-Markets-ETF bildet Aktien aus Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien ab. Ob sich die Beimischung lohnt, hängt vor allem von deiner Risikotragfähigkeit und deinem Anlagehorizont ab.

10 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Schwellenländer-ETFs streuen dein Geld über Aktien aus Ländern wie China, Indien und Brasilien.
  • Ein Anteil von 10 bis 40 Prozent am Aktienportfolio gilt als sinnvolle Beimischung.
  • Die Kurse schwanken stärker als bei ETFs auf Industrieländer, langfristig ist das Wachstumspotenzial aber höher.
  • Für die breite Abdeckung eignen sich ETFs auf den MSCI Emerging Markets oder den FTSE Emerging Index.

01 · Grundlagen

Was sind Emerging Markets?

Emerging Markets sind Länder, die sich im Übergang vom Entwicklungsland zum Industrieland befinden. Sie weisen ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum auf, gelten aber als riskanter als etablierte Industrieländer.

Die Weltbank kategorisiert 55 Länder als Schwellenländer, wenn ihr Bruttonationaleinkommen pro Kopf zwischen 4.496 und 13.935 US-Dollar liegt. Der Internationale Währungsfonds kommt mit über 150 Ländern auf eine deutlich breitere Definition, weil er andere Kriterien anlegt. Für deine Geldanlage ist vor allem die Einteilung der Indexanbieter MSCI und FTSE relevant, denn sie bestimmt, welche Aktien in deinem ETF landen.

MSCI verlangt von einem Schwellenland mindestens drei Unternehmen mit einer Streubesitzmarktkapitalisierung von mehr als 1.482 Millionen US-Dollar. Außerdem müssen mindestens 15 Prozent der Marktkapitalisierung regelmäßig gehandelt werden, damit ausländische Investoren überhaupt sinnvoll ein- und aussteigen können. Der Marktzugang muss zumindest moderat bis signifikant sein, was Länder mit starken Kapitalverkehrskontrollen ausschließt.

China erfüllt die Kriterien für ein Industrieland trotz seiner wirtschaftlichen Größe nicht, weil das Bruttonationaleinkommen pro Kopf zu niedrig ist und der Marktzugang für ausländische Anleger eingeschränkt bleibt. Russland wurde nach dem Angriff auf die Ukraine im März 2022 aus den Schwellenländer-Indizes entfernt, weil das Land den Marktzugang massiv einschränkte. Seitdem führt MSCI Russland als Standalone Market, in den du über Standard-ETFs nicht mehr investierst.

Für dich bedeutet das: Emerging Markets sind keine einheitliche Gruppe, sondern ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Volkswirtschaften. Die Zusammensetzung deines ETFs hängt davon ab, welcher Indexanbieter die Länder wie einstuft.

Kurz erklärt

Emerging Markets

Schwellenländer, die nicht mehr zu den armen Entwicklungsländern zählen, aber auch noch nicht den Status reicher Industrieländer erreicht haben. Sie befinden sich in einem umfassenden wirtschaftlichen Wandlungsprozess.

Indexanbieter wie MSCI und FTSE stufen Länder anhand von Kriterien wie Wirtschaftskraft, Marktzugang und Liquidität als Emerging Markets ein.

02 · Vergleich

Wie unterscheiden sich MSCI und FTSE bei der Länderauswahl?

Die beiden großen Indexanbieter MSCI und FTSE nehmen die Einteilung der Welt in Industrie- und Schwellenländer unterschiedlich vor. Das wirkt sich direkt darauf aus, welche Länder in deinem ETF stecken.

MSCI listet 24 Schwellenländer, FTSE kommt auf 23. Der Unterschied klingt klein, betrifft aber einzelne Märkte, die in deinem ETF unterschiedlich gewichtet sein können. Südkorea ist das prominenteste Beispiel: MSCI führt das Land als Emerging Market, FTSE hat es bereits zum Industrieland hochgestuft.

Die Abweichungen setzen sich bei kleineren Märkten fort. Polen gilt bei MSCI als Schwellenland, bei FTSE als Industrieland. Island ist bei MSCI ein Frontier Market, bei FTSE ein Emerging Market. Peru wiederum ist bei MSCI ein Schwellenland, bei FTSE nur ein Frontier Market. Diese Unterschiede entstehen, weil beide Anbieter Kriterien wie Marktzugang, Handelsvolumen und wirtschaftliche Entwicklung unterschiedlich gewichten.

Für dein Depot heißt das: Ein ETF auf den MSCI Emerging Markets enthält Südkorea und Polen, ein ETF auf den FTSE Emerging nicht. Die Renditeunterschiede zwischen beiden Indexfamilien sind langfristig meist gering, aber die Länderauswahl beeinflusst die Branchengewichtung und das Währungsrisiko.

  • MSCI führt Südkorea als Emerging Market, FTSE als Developed Market.
  • Polen ist bei MSCI ein Schwellenland, bei FTSE ein Industrieland.
  • Island und Peru werden von beiden Anbietern unterschiedlich eingestuft.
Länder, die von MSCI und FTSE unterschiedlich eingestuft werden
MSCIFTSE
SüdkoreaEmerging MarketDeveloped Market
PolenEmerging MarketDeveloped Market
IslandFrontier MarketEmerging Market
PeruEmerging MarketFrontier Market

03 · Hintergrund

Welche Chancen bieten Schwellenländer-ETFs?

Schwellenländer wachsen in der Regel schneller als Industrieländer. Dieses Wachstum kann sich langfristig in höheren Renditen an der Börse niederschlagen.

Schwellenländer haben mittel- und langfristig ein höheres Wirtschaftswachstum als Industrieländer, weil sie bei niedrigeren Löhnen eine höhere Produktivität aufbauen. Die Länder befinden sich in einem dynamischen Industrialisierungsprozess, der Unternehmen vor Ort überdurchschnittliche Wachstumsraten ermöglicht. Mit einem Emerging-Markets-ETF partizipierst du an Unternehmen aus großen Volkswirtschaften wie China und Indien, aber auch aus kleineren Märkten wie Thailand oder Polen.

Für ein passives Weltportfolio sind Schwellenländer ein Baustein, um die Marktabdeckung zu erhöhen. Ein Anteil von 10 bis 40 Prozent am Aktienportfolio gilt als sinnvoll und hängt von deiner persönlichen Risikotragfähigkeit ab. Die Marktkapitalisierung der Schwellenländer am Weltaktienmarkt liegt in einem ähnlichen Bereich, sodass du mit dieser Beimischung die Weltwirtschaft realistischer abbildest.

Der Rendite-Boost vergangener Jahrzehnte ist kein Garant für die Zukunft, aber die strukturellen Treiber bleiben bestehen: junge Bevölkerung, wachsende Mittelschicht und Nachholbedarf bei Infrastruktur. Wer langfristig anlegt, kann von diesen Trends profitieren, ohne einzelne Länder oder Unternehmen auswählen zu müssen.

Emerging Markets haben mittel- und langfristig ein höheres Wirtschaftswachstum als Industrieländer. Die Löhne sind im Schnitt niedriger, die Produktivität steigt und die Länder holen wirtschaftlich auf.

Mit einem Emerging-Markets-ETF partizipierst du an Unternehmen aus Ländern, die sich in einem dynamischen Industrialisierungsprozess befinden. Dazu zählen große Volkswirtschaften wie China und Indien, aber auch kleinere Märkte wie Thailand oder Polen.

Für ein passives Weltportfolio sind Schwellenländer ein Baustein, um die Marktabdeckung zu erhöhen. Ein Anteil von 10 bis 40 Prozent am Aktienanteil gilt als sinnvoll, abhängig von deiner persönlichen Risikotragfähigkeit.

04 · Fehler vermeiden

Welche Risiken bringt ein Emerging-Markets-ETF mit?

Neben den Chancen gibt es spezifische Risiken, die du vor einer Investition kennen solltest. Sie erklären, warum Schwellenländer-ETFs stärker schwanken als ETFs auf Industrieländer.

Politische und regulatorische Risiken sind in Schwellenländern deutlich höher als in Industrieländern. Regierungen können Marktzugänge einschränken, Unternehmen enteignen oder Kapitalverkehrskontrollen einführen. Das Beispiel Russland 2022 zeigt, wie schnell ein ganzer Markt für ausländische Anleger praktisch unzugänglich werden kann.

Währungsrisiken kommen hinzu: Die Währungen von Schwellenländern können gegenüber Euro oder US-Dollar stark schwanken. Eine Abwertung der lokalen Währung schmälert deine Rendite in Euro, selbst wenn die Aktienkurse vor Ort steigen. Börsen in Schwellenländern haben oft ein geringeres Handelsvolumen, was die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreisen erhöht und in Krisenphasen zu größeren Kursausschlägen führt.

Die Regeln für Aktiengesellschaften sind in vielen Schwellenländern weniger streng als in Industrieländern, was die Informationsbeschaffung erschwert. Zudem konzentriert sich der MSCI Emerging Markets stark auf einzelne Länder: China kann zeitweise mehr als ein Viertel des Index ausmachen. Dieses Konzentrationsrisiko solltest du kennen, bevor du einen hohen Anteil in Schwellenländer-ETFs investierst.

  • Politische Risiken können Marktzugänge einschränken oder Unternehmen enteignen.
  • Währungsrisiken können deine Rendite in Euro schmälern.
  • Geringere Liquidität erhöht die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreisen.
  • Weniger Transparenz erschwert die Analyse einzelner Unternehmen.
  • Einzelne Länder wie China können einen großen Teil des Index ausmachen.

Risiken von Schwellenländer-ETFs

·Politische und regulatorische Risiken: Regierungen können Marktzugänge einschränken oder Unternehmen enteignen.
·Währungsrisiken: Währungen von Schwellenländern können gegenüber Euro oder US-Dollar stark schwanken.
·Geringere Liquidität: Börsen in Schwellenländern haben oft ein geringeres Handelsvolumen, was die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreisen erhöht.
·Weniger Transparenz: Die Regeln für Aktiengesellschaften sind in vielen Schwellenländern weniger streng als in Industrieländern.
·Konzentrationsrisiko: Einzelne Länder wie China können einen großen Anteil am Index ausmachen.

05 · Was gilt

Welche Indizes bilden Schwellenländer ab?

Für die passive Abbildung von Schwellenländern haben sich drei Indizes etabliert. Sie unterscheiden sich in der Anzahl der enthaltenen Aktien und der Abdeckung kleiner Unternehmen.

Der klassische MSCI Emerging Markets enthält rund 1.400 große und mittelgroße Unternehmen aus 24 Ländern. Der MSCI Emerging Markets IMI erweitert diese Auswahl um kleine Unternehmen, sogenannte Small-Caps, aus denselben Ländern.

Der FTSE Emerging bildet große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Ländern nach FTSE-Definition ab. Aktien aus Industrieländern wie USA, Deutschland oder Japan sind in keinem dieser Indizes enthalten. Auch Frontier Markets wie Vietnam oder Nigeria sowie Anleihen oder andere Wertpapierarten gehören nicht dazu.

Für deine Anlageentscheidung bedeutet das: Der MSCI Emerging Markets IMI bietet die breiteste Abdeckung innerhalb der Schwellenländer, weil er auch kleine Unternehmen einschließt. Der klassische MSCI Emerging Markets und der FTSE Emerging konzentrieren sich auf große und mittelgroße Aktien, was in der Praxis zu etwas geringeren Schwankungen führen kann.

  • Der MSCI Emerging Markets enthält rund 1.400 große und mittelgroße Unternehmen aus 24 Ländern.
  • Der MSCI Emerging Markets IMI schließt zusätzlich kleine Unternehmen ein.
  • Der FTSE Emerging bildet große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Ländern ab.

Enthalten

·MSCI Emerging Markets: rund 1.400 große und mittelgroße Unternehmen aus 24 Ländern
·MSCI Emerging Markets IMI: zusätzlich kleine Unternehmen (Small-Caps) aus denselben Ländern
·FTSE Emerging: große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Ländern nach FTSE-Definition

Nicht enthalten

·Aktien aus Industrieländern wie USA, Deutschland oder Japan
·Aktien aus Frontier Markets wie Vietnam oder Nigeria
·Anleihen oder andere Wertpapierarten

06 · Kosten

Wie hoch ist der sinnvolle Anteil im Weltportfolio?

Schwellenländer sind kein Ersatz für ein breit gestreutes Weltportfolio, sondern eine Ergänzung. Die richtige Dosierung hängt von deiner Risikobereitschaft ab.

Ein Anteil von 10 bis 40 Prozent am Aktienportfolio gilt als sinnvoll, wenn du Schwellenländer beimischen möchtest. Vorsichtige Anleger wählen eher 10 Prozent, ausgewogene Anleger 20 bis 30 Prozent und risikofreudige Anleger bis 40 Prozent. Die Marktkapitalisierung der Schwellenländer am Weltaktienmarkt liegt in einem ähnlichen Bereich, sodass du mit diesen Werten die Weltwirtschaft realistisch abbildest.

Ein reines Emerging-Markets-Portfolio ist zu risikoreich, weil du dann vollständig auf politische Stabilität, Währungsentwicklung und Marktzugang in Schwellenländern angewiesen bist. Die Beimischung zu einem breiten Weltportfolio reduziert das Risiko, ohne auf die Wachstumschancen zu verzichten. Wenn du eine möglichst große Marktabdeckung erreichen willst, kannst du alternativ einen ETF auf den MSCI ACWI IMI oder den FTSE All-World kaufen, der Industrie- und Schwellenländer kombiniert.

Deine persönliche Risikotragfähigkeit entscheidet, wo du dich innerhalb der Spanne von 10 bis 40 Prozent einordnest. Wer einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren hat und Kursschwankungen aushält, kann einen höheren Anteil wählen. Wer näher an der Entnahmephase ist oder nervös auf Schwankungen reagiert, bleibt eher am unteren Ende.

Sinnvoller Anteil von Emerging Markets am Aktienportfolio

Untergrenze der sinnvollen Spanne10 %
Schwellenländeranteil im klassischen 70/30-Weltportfolio30 %
Obergrenze der sinnvollen Spanne40 %

07 · Kosten

Welche Kosten und Steuern fallen an?

Bei ETFs auf Schwellenländer gelten dieselben Kosten- und Steuerregeln wie bei anderen Aktien-ETFs. Die laufenden Kosten liegen meist etwas höher als bei ETFs auf Industrieländer.

Die höheren Kosten entstehen durch den größeren Aufwand bei der Abbildung von Märkten mit geringerer Liquidität und höheren Handelskosten. Auf die langfristige Rendite wirken sich diese Unterschiede spürbar aus, wenn du über Jahrzehnte anlegst.

Steuerlich gelten dieselben Regeln wie bei anderen Aktien-ETFs: Auf Gewinne fällt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an, zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Dank der Teilfreistellung von 30 Prozent sind nur 70 Prozent der Gewinne aus Aktien-ETFs steuerpflichtig. Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr bleibt ebenfalls nutzbar, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro.

Für dich bedeutet das: Die Kostenunterschiede zwischen den einzelnen Emerging-Markets-ETFs sind geringer als die Unterschiede bei der Indexauswahl. Achte bei der Auswahl zuerst auf den Index und das Fondsvolumen, erst danach auf die laufenden Kosten.

Kosten und Steuern für Emerging-Markets-ETFs

Abgeltungsteuer auf Gewinne25 %
Teilfreistellung für Aktienfonds30 %

08 · Schritt für Schritt

Wie investierst du in einen Emerging-Markets-ETF?

Der Kauf eines Schwellenländer-ETFs funktioniert wie bei jedem anderen ETF über ein Wertpapierdepot. Wichtig ist, dass du den ETF als Beimischung und nicht als alleinige Anlage nutzt.

Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker, um einen Emerging-Markets-ETF zu kaufen. Achte auf niedrige Ordergebühren und die Möglichkeit, einen Sparplan für regelmäßige Käufe einzurichten. Ein Sparplan ist für die meisten Anleger der einfachste Weg, weil du damit unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen investierst.

Bei der ETF-Auswahl entscheidest du dich für einen ETF auf den MSCI Emerging Markets, den MSCI Emerging Markets IMI oder den FTSE Emerging. Achte auf ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro und eine Historie von mindestens fünf Jahren, damit der ETF liquide genug ist und du auf belastbare Daten zurückgreifen kannst. Wiederanlegende ETFs sind für den langfristigen Vermögensaufbau meist die bessere Wahl, weil du dich nicht um die Wiederanlage von Ausschüttungen kümmern musst.

Lege fest, wie viel Prozent deines Aktienportfolios in Schwellenländer fließen sollen. Ein Anteil von 10 bis 40 Prozent ist üblich, je nach Risikotragfähigkeit. Den Rest deines Aktienportfolios deckst du mit einem breiten ETF auf Industrieländer ab, zum Beispiel auf den MSCI World oder den FTSE Developed.

  • Eröffne ein Wertpapierdepot mit niedrigen Ordergebühren und Sparplanoption.
  • Wähle einen ETF auf den MSCI Emerging Markets, den MSCI Emerging Markets IMI oder den FTSE Emerging.
  • Lege deinen Anteil zwischen 10 und 40 Prozent fest.
  • Kombiniere den Schwellenländer-ETF mit einem breiten ETF auf Industrieländer.
01

Depot eröffnen

Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Achte auf niedrige Ordergebühren und einen Sparplan für regelmäßige Käufe.

02

Passenden ETF wählen

Entscheide dich für einen ETF auf den MSCI Emerging Markets, den MSCI Emerging Markets IMI oder den FTSE Emerging. Achte auf ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro und eine Historie von mindestens fünf Jahren.

03

Anteil festlegen

Lege fest, wie viel Prozent deines Aktienportfolios in Schwellenländer fließen sollen. Ein Anteil von 10 bis 40 Prozent ist üblich, je nach Risikotragfähigkeit.

04

Sparplan einrichten oder Einmalkauf tätigen

Du kannst entweder einmalig investieren oder einen Sparplan einrichten. Ein Sparplan glättet Kursschwankungen über die Zeit.

09 · Grundlagen

Was sind Frontier Markets und wie grenzen sie sich ab?

Unterhalb der Schwellenländer sind die Frontier Markets angesiedelt. Sie sind kleiner, illiquider und für die meisten Anleger weniger geeignet.

Frontier Markets sind Länder mit einem noch kleineren und schwerer zugänglichen Aktienmarkt als Schwellenländer. Sie gelten als weniger entwickelt und sind deutlich illiquider, was die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreisen erhöht und das Risiko für Anleger steigert. MSCI und FTSE führen Frontier Markets in eigenen Indizes, die aber für die meisten Anleger nicht relevant sind.

Für deine Geldanlage reicht die Abdeckung über Emerging-Markets-ETFs in der Regel aus. Frontier Markets sind ein Nischenthema mit höheren Risiken, das nur für sehr risikofreudige Anleger mit langem Horizont infrage kommt. Die Marktkapitalisierung aller Frontier Markets zusammen ist so klein, dass sie für die Abbildung der Weltwirtschaft kaum ins Gewicht fällt.

Wenn du eine möglichst breite Streuung über alle Marktphasen hinweg erreichen willst, sind Industrie- und Schwellenländer die sinnvolle Basis. Frontier Markets kannst du ignorieren, ohne dass dein Portfolio dadurch eine relevante Lücke bekommt.

Kurz erklärt

Frontier Markets

Länder mit einem noch kleineren und schwerer zugänglichen Aktienmarkt als Schwellenländer. Sie gelten als weniger entwickelt und sind deutlich illiquider.

Für die meisten Anleger reicht die Abdeckung über Emerging-Markets-ETFs aus. Frontier Markets sind ein Nischenthema mit höheren Risiken.

10 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du bei Schwellenländer-ETFs vermeiden?

Einige typische Fehler können die Rendite schmälern oder das Risiko unnötig erhöhen. Wenn du sie kennst, kannst du sie leichter umgehen.

Ein zu hoher Anteil ist der häufigste Fehler: Wer mehr als 40 Prozent in Schwellenländer steckt, erhöht das Risiko deutlich, ohne dafür eine höhere erwartete Rendite zu bekommen. Die politischen und währungsbedingten Schwankungen können dann dein gesamtes Depot belasten. Ein Anteil von 10 bis 40 Prozent am Aktienportfolio ist die sinnvolle Obergrenze.

Achte auf den richtigen Index, denn nicht jeder ETF mit dem Wort Emerging im Namen bildet denselben Index ab. Unterschiede zwischen MSCI und FTSE bei der Länderauswahl sowie zwischen klassischen und IMI-Varianten beeinflussen die Zusammensetzung deines ETFs. Kurzfristiges Denken ist ebenfalls riskant: Schwellenländer brauchen Zeit, um ihr Wachstumspotenzial zu entfalten, und können über mehrere Jahre hinter Industrieländern zurückbleiben.

Unterschätze politische Risiken nicht, wie das Beispiel Russland 2022 zeigt. Ein reines Emerging-Markets-Portfolio ist zu risikoreich, weil du dann vollständig auf die Stabilität dieser Märkte angewiesen bist. Die Beimischung zu einem breiten Weltportfolio bleibt der sinnvollste Weg, um von den Chancen zu profitieren, ohne die Risiken unkontrolliert zu erhöhen.

  • Stecke nicht mehr als 40 Prozent deines Aktienportfolios in Schwellenländer.
  • Prüfe, welchen Index dein ETF tatsächlich abbildet.
  • Plane einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren ein.
  • Setze nicht ausschließlich auf Schwellenländer, sondern kombiniere sie mit Industrieländern.

Häufige Fehler beim Investieren in Emerging-Markets-ETFs

·Zu hoher Anteil: Ein Schwellenländer-Anteil von 10 bis 40 Prozent im Portfolio gilt als sinnvoll und hängt von deinem persönlichen Geschmack sowie deiner Risikotragfähigkeit ab.
·Falscher Index: Nicht jeder ETF mit dem Wort Emerging im Namen bildet denselben Index ab.
·Kurzfristiges Denken: Schwellenländer brauchen Zeit, um ihr Wachstumspotenzial zu entfalten.
·Politische Risiken unterschätzen: Regierungen können Marktzugänge einschränken, wie das Beispiel Russland 2022 zeigt.
·Nur auf Schwellenländer setzen: Ein reines Emerging-Markets-Portfolio ist zu risikoreich.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026