Emerging Markets ETF monatlich: Dein einfacher Einstieg in die Schwellenländer
Du musst kein Börsenprofi sein, um vom Wachstum in Asien, Lateinamerika oder Osteuropa zu profitieren. Mit einem Emerging Markets ETF und einem monatlichen Sparplan investierst du automatisch in tausende Unternehmen. Wir zeigen dir, wie das funktioniert und worauf es wirklich ankommt.
Warum Emerging Markets auch dich betreffen
Wenn du morgens deinen Kaffee trinkst, dein Smartphone checkst oder in ein Auto steigst, bist du längst mit den Schwellenländern verbunden. Viele Produkte des Alltags werden in Ländern wie China, Indien oder Brasilien hergestellt. Diese Länder nennt man Emerging Markets, also aufstrebende Märkte. Sie sind kein fernes Phänomen, sondern ein Teil deines täglichen Lebens.
Für dich als Anleger bedeutet das: Du kannst an diesem Wirtschaftswachstum teilhaben, ohne einzelne Aktien kaufen zu müssen. Ein Emerging Markets ETF bündelt die Aktien vieler Unternehmen aus diesen Ländern in einem einzigen Wertpapier. Du kaufst also praktisch ein Stück vom gesamten Wirtschaftsraum, nicht nur von einem einzelnen Konzern.
Das ist besonders interessant, weil die Wirtschaft in diesen Ländern oft schneller wächst als in Deutschland oder den USA. Eine wachsende Mittelschicht, steigender Konsum und eine junge Bevölkerung treiben die Unternehmen an. Für deine Altersvorsorge kann das ein wichtiger Baustein sein, um von dieser globalen Entwicklung zu profitieren.
Natürlich gibt es auch Risiken, und die sind nicht zu unterschätzen. Politische Instabilität, andere Rechtsysteme oder Währungsschwankungen können für Verluste sorgen. Aber genau deshalb ist es wichtig, dass du verstehst, wie diese Anlage funktioniert, bevor du dein erstes Geld investierst. Dieser Artikel begleitet dich Schritt für Schritt dabei.
Was ist ein ETF und was bedeutet Emerging Markets?
Ein ETF, das ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund, ist ein börsengehandelter Indexfonds. Stell dir vor, du möchtest nicht nur eine Aktie kaufen, sondern gleichzeitig in 500 verschiedene Unternehmen investieren. Ein ETF macht genau das möglich. Er bildet einen Index nach, also einen Korb von Aktien, der nach bestimmten Regeln zusammengestellt wird.
Der bekannteste Index für Schwellenländer ist der MSCI Emerging Markets. In diesem Index sind die größten Unternehmen aus Ländern wie China, Taiwan, Indien, Brasilien oder Südafrika enthalten. Wenn du einen ETF auf diesen Index kaufst, besitzt du automatisch einen kleinen Anteil an all diesen Firmen. Das ist eine Form der Risikostreuung, die mit einem einzelnen Aktienkauf kaum möglich wäre.
Der Begriff Emerging Markets umfasst also eine Gruppe von Ländern, die sich wirtschaftlich entwickeln. Dazu zählen neben den genannten auch Länder wie Mexiko, Südkorea oder Polen. Diese Länder haben gemeinsam, dass sie ein hohes Wachstumspotenzial haben, aber auch größeren Schwankungen unterliegen als etablierte Industrienationen.
Für dich als Einsteiger ist es wichtig zu verstehen: Ein ETF ist kein kompliziertes Finanzprodukt, sondern ein simples Werkzeug. Du kaufst es wie eine Aktie an der Börse, zahlst dafür einen kleinen Preis und hältst es idealerweise viele Jahre. Die Einfachheit ist einer der Gründe, warum ETFs bei Sparern so beliebt geworden sind.
So funktioniert ein Sparplan auf Emerging Markets ETF
Der Begriff 'emerging markets etf monatlich' beschreibt eine ganz konkrete Strategie: Du richtest einen Dauerauftrag bei deinem Broker ein, der jeden Monat automatisch einen festen Betrag in einen bestimmten ETF investiert. Das nennt man einen ETF-Sparplan. Du musst dich also nicht jeden Monat neu entscheiden, sondern legst einmal los und der Rest passiert automatisch.
Der große Vorteil dieses Systems ist der sogenannte Cost-Average-Effekt. Weil du jeden Monat den gleichen Geldbetrag investierst, kaufst du bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger. Über die Jahre gleicht sich das aus und du musst dir keine Gedanken über den perfekten Einstiegszeitpunkt machen. Das nimmt dir enorm viel Druck.
Die meisten deutschen Online-Broker bieten solche Sparpläne bereits ab einer monatlichen Rate von rund 25 Euro an. Du bestimmst den Betrag, den du dir leisten kannst, und den Tag im Monat, an dem das Geld abgebucht werden soll. Der Broker kümmert sich um den Rest, inklusive der Wiederanlage von Ausschüttungen, falls du einen thesaurierenden ETF wählst.
Wichtig ist, dass der Sparplan nicht sofort nach dem ersten Monat Gewinne abwirft. Es ist ein langfristiges Projekt. Du solltest bereit sein, mindestens zehn Jahre dabei zu bleiben. Nur so kannst du von den Zinseszinseffekten profitieren, die bei dieser Anlageform eine entscheidende Rolle spielen. Geduld ist hier dein bester Verbündeter.
Kosten verstehen: Was ein ETF-Sparplan wirklich kostet
Bevor du Geld investierst, solltest du die Kosten kennen, denn sie schmälern deine Rendite. Bei einem ETF-Sparplan gibt es zwei wesentliche Kostenarten. Die erste ist die laufende Gebühr des Fonds, die sogenannte Total Expense Ratio, kurz TER. Sie wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen und deckt die Verwaltungskosten ab.
Die TER liegt bei Emerging Markets ETFs meist etwas höher als bei ETFs auf Industrieländer, weil die Verwaltung aufwendiger ist. Du solltest aber darauf achten, einen ETF mit einer möglichst niedrigen TER zu wählen. Ein Unterschied von ein paar Zehntelprozenten kann über zwanzig Jahre einen erheblichen Unterschied in deinem Endvermögen ausmachen.
Die zweite Kostenart sind die Handelskosten, die bei jedem Kauf anfallen. Viele Broker bieten jedoch inzwischen Sparpläne auf bestimmte ETFs komplett ohne Ausführungsgebühren an. Das ist ein großer Vorteil für dich, denn so fließt dein kompletter Sparbetrag in den Fonds. Du solltest diese Konditionen bei der Auswahl deines Brokers unbedingt vergleichen.
Zusätzlich gibt es noch den Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei ETFs auf den MSCI Emerging Markets ist dieser Spread in der Regel sehr eng, da es sich um einen der meistgehandelten Indizes der Welt handelt. Insgesamt gilt: Halte die Kosten so niedrig wie möglich, aber lass dich nicht von Null-Gebühren blenden, wenn andere Bedingungen schlechter sind.
Worauf du bei der Auswahl des ETFs achten solltest
Nicht alle Emerging Markets ETFs sind gleich. Es gibt verschiedene Indizes, die unterschiedliche Länder und Unternehmen abbilden. Der MSCI Emerging Markets ist der Klassiker, aber es gibt auch den FTSE Emerging oder den MSCI Emerging Markets IMI, der auch kleinere Unternehmen einschließt. Für den Einstieg ist der klassische MSCI Emerging Markets eine solide Basis.
Ein wichtiges Kriterium ist die Replikationsmethode. Physisch replizierende ETFs kaufen die Aktien tatsächlich, während synthetische ETFs die Wertentwicklung über Tauschgeschäfte nachbilden. Für dich als Anleger ist die physische Replikation oft einfacher zu verstehen und gilt als transparenter. Achte darauf, dass der Fonds physisch investiert.
Ein weiterer Punkt ist die Währung. Viele Emerging Markets ETFs werden in US-Dollar oder Euro gehandelt. Für dich als Anleger in Deutschland ist ein ETF in Euro praktisch, da du kein zusätzliches Währungsrisiko beim Kauf eingehst. Das eigentliche Währungsrisiko der Schwellenländer bleibt aber bestehen, da die Unternehmen in lokalen Währungen wirtschaften.
Zuletzt solltest du auf die Fondsgröße und das Fondsvolumen achten. Ein großer Fonds mit einem hohen Volumen ist in der Regel stabiler und hat engere Spreads. Zudem solltest du prüfen, ob der ETF thesaurierend oder ausschüttend ist. Für einen Sparplan ist ein thesaurierender ETF oft sinnvoll, da die Erträge automatisch reinvestiert werden und so der Zinseszinseffekt voll zum Tragen kommt.
Typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest
Der häufigste Fehler ist, zu schnell wieder zu verkaufen. Wenn die Kurse mal um rund 20 Prozent einbrechen, bekommen viele Anleger Angst und verkaufen ihre Anteile. Damit realisieren sie den Verlust und verpassen den anschließenden Aufschwung. Bei einem langfristigen Sparplan ist es entscheidend, auch schlechte Phasen auszusitzen und den Plan nicht zu stoppen.
Ein weiterer Fehler ist, alles auf eine Karte zu setzen. Wenn du dein gesamtes Vermögen in einen Emerging Markets ETF steckst, gehst du ein sehr hohes Risiko ein. Diese Anlageklasse ist volatiler als der Weltmarkt. Besser ist es, den Emerging Markets ETF als Beimischung zu einem breiten Welt-ETF zu nutzen, zum Beispiel mit einem Anteil von zehn bis zwanzig Prozent.
Viele Einsteiger versuchen auch, den Markt zu timen. Sie warten auf den perfekten Einstiegszeitpunkt oder pausieren ihren Sparplan, wenn sie glauben, dass die Kurse fallen werden. Das funktioniert in der Praxis selten. Niemand kann die Zukunft vorhersagen. Ein regelmäßiger Sparplan nimmt dir genau diese Entscheidung ab und ist daher die bessere Strategie.
Zuletzt solltest du nicht vergessen, dein Depot regelmäßig zu prüfen. Nicht um zu handeln, sondern um sicherzustellen, dass der ETF noch zu deiner Strategie passt. Vielleicht gibt es in ein paar Jahren einen günstigeren ETF auf den gleichen Index. Ein Wechsel kann dann sinnvoll sein, sollte aber gut überlegt sein und nicht aus einer spontanen Laune heraus passieren.
Dein Fahrplan: So setzt du den Sparplan in 5 Schritten um
Im ersten Schritt brauchst du ein Depot bei einem Broker deiner Wahl. Achte darauf, dass der Anbieter günstige oder sogar kostenlose Sparpläne auf ETFs anbietet. Die Eröffnung ist in der Regel unkompliziert und dauert nur wenige Minuten. Du benötigst dafür deine persönlichen Daten und eine Legitimation, die du bequem per Video oder mit dem Handy erledigen kannst.
Im zweiten Schritt wählst du den konkreten ETF aus. Für den Anfang empfehlen wir einen physisch replizierenden ETF auf den MSCI Emerging Markets mit niedriger TER und einem Fondsvolumen von mehreren Milliarden Euro. Du findest diese Informationen auf den Webseiten der Fondsgesellschaften oder in den Factsheets, die du bei deinem Broker einsehen kannst.
Im dritten Schritt legst du die Sparrate fest. Überlege dir, wie viel Geld du monatlich entbehren kannst, ohne deinen Lebensstandard zu gefährden. Ein guter Richtwert ist, mit einem kleinen Betrag zu starten, den du später erhöhen kannst. Wichtig ist, dass du den Betrag langfristig durchhalten kannst, auch wenn mal unerwartete Ausgaben anstehen.
Im vierten Schritt richtest du den Sparplan ein. Du wählst den gewünschten ETF, den Betrag und das Ausführungsdatum. Viele Broker bieten einen bestimmten Tag im Monat an, zum Beispiel den 1. oder den 15. Der fünfte und letzte Schritt ist der wichtigste: Lass den Plan laufen. Überprüfe ihn einmal im Jahr, aber lass dich nicht von kurzfristigen Kursschwankungen verunsichern.
Steuern und Freibetrag: Was du 2026 wissen musst
In Deutschland unterliegen Gewinne aus ETFs der Abgeltungsteuer. Das gilt auch für deinen Sparplan auf Emerging Markets. Es gibt jedoch einen Sparerpauschbetrag, der dir als Einzelperson zusteht. Bis zu diesem Betrag bleiben deine Kapitalerträge steuerfrei. Du solltest diesen Freibetrag unbedingt bei deinem Broker einrichten, damit du nicht unnötig Steuern zahlst.
Die Steuer wird auf drei Arten erhoben: auf Dividenden, auf Kursgewinne beim Verkauf und auf die Vorabpauschale. Die Vorabpauschale ist eine Besonderheit bei thesaurierenden Fonds. Sie wird jährlich berechnet, auch wenn du nichts verkaufst. Seit einigen Jahren ist sie wieder relevant, da die Zinsen gestiegen sind. Dein Broker führt die Steuer automatisch ab, wenn du einen Freistellungsauftrag erteilt hast.
Für dich als Anleger bedeutet das: Du musst dich nicht um die Steuererklärung kümmern, solange deine Erträge unter dem Freibetrag liegen. Solltest du darüber hinaus Gewinne erzielen, wird die Steuer automatisch vom Broker einbehalten. Du erhältst dann eine Steuerbescheinigung, die du in deiner Steuererklärung angeben kannst.
Wichtig ist, dass du den Freibetrag nicht auf mehrere Broker aufteilst, wenn du nur ein Depot hast. Du kannst den gesamten Betrag bei deinem Hauptbroker hinterlegen. Solltest du mehrere Depots haben, musst du den Freibetrag aufteilen. Ein Tipp: Überprüfe deinen Freibetrag jährlich, denn er kann sich durch steuerliche Änderungen anpassen. So stellst du sicher, dass du immer das Optimum herausholst.
Deine Strategie: Wie der Emerging Markets ETF in dein Portfolio passt
Ein Emerging Markets ETF sollte nicht deine einzige Anlage sein, sondern eine Ergänzung. Die meisten Finanzexperten empfehlen, den Großteil deines Geldes in einen breiten Welt-ETF zu stecken, der die Industrie- und Schwellenländer zusammen abbildet. Ein solcher ETF, zum Beispiel auf den MSCI World oder den FTSE All-World, ist die Basis eines soliden Depots.
Der Emerging Markets ETF kann dann als Beimischung dienen, um das Wachstumspotenzial zu erhöhen. Ein üblicher Richtwert ist ein Anteil von zehn bis zwanzig Prozent an deinem gesamten Aktienportfolio. Damit erhöhst du zwar das Risiko, aber auch die Chance auf eine höhere Rendite. Du solltest diesen Anteil aber nicht überschreiten, wenn du ein Anfänger bist.
Es gibt auch die Möglichkeit, einen kombinierten Welt-ETF zu wählen, der die Schwellenländer bereits enthält. Der FTSE All-World oder der MSCI ACWI bilden beide ab. Wenn du dich für einen solchen ETF entscheidest, brauchst du keinen separaten Emerging Markets ETF. Das macht dein Depot einfacher und du hast weniger Aufwand bei der Verwaltung.
Letztendlich hängt die Entscheidung von deinen persönlichen Zielen ab. Wenn du bereit bist, höhere Schwankungen zu akzeptieren und einen langen Anlagehorizont hast, kann ein separater Emerging Markets ETF eine sinnvolle Ergänzung sein. Wenn du es lieber einfach und unkompliziert magst, ist ein All-World-ETF die bessere Wahl. Beide Strategien sind legitim, wichtig ist nur, dass du sie verstehst und langfristig durchhältst.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ja, ein monatlicher Sparplan ist eine sehr sinnvolle Methode, um in Schwellenländer zu investieren. Durch den regelmäßigen Kauf profitierst du vom Cost-Average-Effekt und musst dir keine Gedanken über den richtigen Einstiegszeitpunkt machen. Wichtig ist, dass du langfristig investiert bleibst.
Das hängt ganz von deiner persönlichen finanziellen Situation ab. Viele Broker ermöglichen Sparpläne bereits ab rund 25 Euro im Monat. Ein guter Richtwert ist, dass du nur Geld investierst, das du langfristig nicht benötigst. Du solltest den Betrag wählen, den du über Jahre hinweg problemlos entbehren kannst.
Es gibt nicht den einen besten ETF, aber du solltest auf einige Kriterien achten. Wähle einen physisch replizierenden ETF auf den MSCI Emerging Markets Index mit einer niedrigen Gesamtkostenquote (TER) und einem hohen Fondsvolumen. Zudem ist ein thesaurierender ETF für Sparpläne oft vorteilhaft.
Das Risiko ist höher als bei ETFs auf Industrieländer. Die Kurse schwanken stärker, und es gibt politische und wirtschaftliche Risiken in den Schwellenländern. Du solltest daher nur Geld investieren, das du nicht für den Lebensunterhalt brauchst, und einen langen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren haben.
Dein Vermögen ist durch die Einlagensicherung geschützt, allerdings gilt das nur für Bankguthaben. Deine ETF-Anteile sind Sondervermögen und gehören dir, nicht dem Broker. Selbst im Falle einer Insolvenz des Brokers bleiben deine Anteile sicher und du kannst sie auf einen anderen Anbieter übertragen.
Ja, du kannst deinen ETF-Sparplan in der Regel jederzeit ohne Kosten pausieren oder ganz kündigen. Deine bereits gekauften Anteile bleiben in deinem Depot erhalten. Du kannst sie dann entweder behalten, verkaufen oder auf einen anderen Broker übertragen. Es gibt keine langfristige Bindung.
Ja, unbedingt. Bevor du mit dem Investieren beginnst, solltest du einen Notgroschen von etwa drei bis sechs Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto haben. Damit bist du für unerwartete Ausgaben wie eine Autoreparatur oder einen Jobverlust gewappnet, ohne deine Wertpapiere verkaufen zu müssen.
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