Emerging Markets ETF günstig: Dein einfacher Einstieg in die Schwellenländer
Du möchtest von den Wachstumschancen in Asien, Lateinamerika oder Osteuropa profitieren, ohne einzelne Aktien zu analysieren? Ein günstiger Emerging Markets ETF macht es möglich. Wir erklären dir, wie du dabei klug und kosteneffizient vorgehst.
Warum Emerging Markets auch dich betreffen
Vielleicht denkst du, dass Schwellenländer wie Indien oder Brasilien weit weg sind und nichts mit deinem Alltag zu tun haben. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wenn du einen Kaffee trinkst, ein Smartphone nutzt oder ein Auto fährst, bist du längst mit Unternehmen aus diesen Regionen verbunden. Viele weltweit agierende Konzerne erzielen einen erheblichen Teil ihrer Umsätze in diesen Wachstumsmärkten.
Die Wirtschaftskraft der Schwellenländer wächst seit Jahrzehnten schneller als die der etablierten Industrienationen. Eine wachsende Mittelschicht in Ländern wie China, Indien oder Indonesien sorgt für eine steigende Nachfrage nach Konsumgütern, Dienstleistungen und Infrastruktur. Für dich als Anleger bedeutet das: Wer an diesem Wachstum nicht beteiligt ist, lässt potenzielle Renditechancen liegen.
Gleichzeitig sind die Aktienmärkte in diesen Ländern an den internationalen Börsen präsenter denn je. Unternehmen aus Schwellenländern sind in globalen Indizes wie dem MSCI World bereits enthalten. Ein gezielter Blick auf Emerging Markets ETFs ermöglicht es dir jedoch, diesen Anteil bewusst zu erhöhen und stärker von der Entwicklung dieser Regionen zu profitieren.
Es geht also nicht darum, alles auf eine Karte zu setzen. Es geht darum, dein Depot breiter aufzustellen und von globalen Wachstumstrends zu partizipieren. Ein günstiger Emerging Markets ETF ist dabei das einfachste Werkzeug, um dieses Ziel zu erreichen, ohne dass du dich mit einzelnen Unternehmen im Detail beschäftigen musst.
Was sind Emerging Markets überhaupt?
Der Begriff Emerging Markets stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt aufstrebende Märkte oder Schwellenländer. Damit sind Volkswirtschaften gemeint, die sich von einem Entwicklungsstand mit niedrigem Einkommen hin zu einer industrialisierten und modernen Wirtschaftsstruktur bewegen. Sie befinden sich also in einem Übergangsprozess, der oft mit hohen Wachstumsraten einhergeht.
Zu den bekanntesten Schwellenländern zählen China, Indien, Brasilien, Russland, Südafrika und Mexiko. Hinzu kommen Länder wie Südkorea, Taiwan, Thailand oder Polen, die in manchen Indizes bereits als entwickelte Märkte gelten. Die Einordnung nimmt in der Regel der Indexanbieter MSCI vor, der die Länder anhand von Kriterien wie wirtschaftlicher Entwicklung, Marktgröße und Zugänglichkeit für ausländische Investoren klassifiziert.
Charakteristisch für diese Länder ist eine oft junge Bevölkerung, eine schnell wachsende Mittelschicht und ein zunehmender technologischer Fortschritt. Gleichzeitig sind die politischen Systeme und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen häufig weniger stabil als in Industrienationen. Diese Mischung aus hohem Potenzial und erhöhtem Risiko macht die Anlage in Emerging Markets zu einer spannenden, aber auch anspruchsvollen Angelegenheit.
Für dich als Anleger ist es wichtig zu verstehen, dass ein Emerging Markets ETF nicht einfach nur ein Fonds ist. Es ist ein Korb aus Hunderten von Aktien, die die wirtschaftliche Entwicklung dieser Länder abbilden. Du kaufst also nicht ein einzelnes Unternehmen, sondern beteiligst dich an der gesamten Wertschöpfung einer ganzen Region.
So funktioniert ein ETF auf Schwellenländer
Ein ETF, die Abkürzung für Exchange Traded Fund, ist ein börsengehandelter Indexfonds. Er bildet die Wertentwicklung eines bestimmten Aktienindex nach, ohne dass du die einzelnen Aktien selbst kaufen musst. Im Falle eines Emerging Markets ETFs ist dieser Index beispielsweise der MSCI Emerging Markets oder der FTSE Emerging Markets.
Der Index enthält eine festgelegte Auswahl an Unternehmen aus den Schwellenländern. Die Gewichtung der einzelnen Aktien erfolgt meist nach ihrer Marktkapitalisierung, also dem Börsenwert des Unternehmens. Große Konzerne wie der chinesische Internetriese Tencent oder der südkoreanische Halbleiterhersteller Samsung machen daher einen größeren Anteil aus als kleinere Firmen.
Der ETF-Anbieter kauft die im Index enthaltenen Aktien und bildet so die Wertentwicklung des gesamten Index nach. Wenn der Index steigt, steigt auch der Wert deines ETFs. Fällt der Index, fällt auch dein Investment. Diese einfache und transparente Funktionsweise macht ETFs zu einem idealen Werkzeug für Anleger, die breit gestreut investieren möchten.
Ein entscheidender Vorteil ist die geringe Kostenquote. Da ETFs in der Regel passiv verwaltet werden, also keinen teuren Fondsmanager benötigen, sind die laufenden Kosten deutlich niedriger als bei aktiv gemanagten Fonds. Genau hier kommt der Aspekt günstig ins Spiel: Ein Emerging Markets ETF mit einer niedrigen Gesamtkostenquote (TER) lässt dir über die Jahre mehr von deiner Rendite.
Kosten verstehen: So findest du den günstigsten ETF
Wenn du nach einem günstigen Emerging Markets ETF suchst, solltest du nicht nur auf den Kaufpreis der Anteile achten. Die entscheidende Kennzahl ist die Gesamtkostenquote, abgekürzt TER (Total Expense Ratio). Sie gibt an, wie viel Prozent deines angelegten Vermögens jährlich für die Verwaltung des Fonds abgezogen werden.
Die TER liegt bei den meisten breit aufgestellten Emerging Markets ETFs in einer Spanne von etwa 0,15 bis 0,25 Prozent pro Jahr. Auf den ersten Blick wirken diese Zahlen winzig. Doch über einen langen Anlagezeitraum von 20 oder 30 Jahren machen selbst kleine Unterschiede einen großen Unterschied in der Endsumme aus. Ein ETF mit 0,18 Prozent TER ist also einem mit 0,30 Prozent klar vorzuziehen, wenn die zugrunde liegenden Indizes vergleichbar sind.
Neben der TER gibt es noch weitere Kosten, die du im Blick behalten solltest. Dazu zählen die Handelsgebühren deiner Bank oder deines Brokers, die beim Kauf und Verkauf der ETF-Anteile anfallen. Bei einem Sparplan sind diese Gebühren bei vielen Anbietern inzwischen stark reduziert oder sogar komplett entfallen. Achte also darauf, dass dein Broker günstige Konditionen für ETF-Sparpläne bietet.
Ein weiterer Punkt ist die sogenannte Tracking-Differenz. Sie beschreibt, wie genau der ETF die Wertentwicklung seines Index nachbildet. Eine kleine Abweichung ist normal, da Kosten und Steuern die Performance leicht beeinflussen. Ein guter ETF weist jedoch über mehrere Jahre eine möglichst geringe Tracking-Differenz auf. Diese Kennzahl findest du in den Factsheets des jeweiligen Fonds.
Worauf du bei der Auswahl unbedingt achten solltest
Bevor du dich für einen konkreten Emerging Markets ETF entscheidest, solltest du dir den zugrunde liegenden Index genau ansehen. Es gibt nämlich nicht den einen Emerging Markets Index. Manche Indizes enthalten nur große Unternehmen, andere auch mittlere und kleinere. Manche gewichten China sehr stark, andere verteilen die Gewichte anders. Diese Unterschiede haben einen erheblichen Einfluss auf die Wertentwicklung.
Ein wichtiger Aspekt ist die Frage, ob der Index Schwellenländer wie Südkorea oder Taiwan enthält. Diese Länder haben eine sehr entwickelte Technologiebranche und werden von manchen Anbietern bereits zu den Industrieländern gezählt. Ein ETF, der diese Länder ausschließt, hat ein anderes Risiko-Rendite-Profil als einer, der sie enthält. Informiere dich daher genau über die Zusammensetzung des Index.
Ein weiteres Kriterium ist die physische oder synthetische Nachbildung des Index. Bei der physischen Replikation kauft der Fonds die Aktien tatsächlich. Bei der synthetischen Replikation bildet er die Wertentwicklung über Tauschgeschäfte (Swaps) nach. Für dich als Anleger ist die physische Replikation oft einfacher zu verstehen und birgt kein Kontrahentenrisiko. Die meisten günstigen ETFs auf Emerging Markets sind physisch repliziert.
Achte außerdem auf die Größe und das Handelsvolumen des ETFs. Ein großer Fonds mit einem hohen Handelsvolumen ist in der Regel liquider, was bedeutet, dass du Anteile leichter kaufen und verkaufen kannst. Zudem ist die Gefahr geringer, dass der Fonds aufgelöst wird. Ein Fondsvolumen von mehreren Milliarden Euro ist ein gutes Zeichen für Stabilität und Akzeptanz am Markt.
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
Ein häufiger Fehler ist es, in einen Emerging Markets ETF zu investieren, ohne die eigene Risikobereitschaft zu kennen. Schwellenländer-Aktien schwanken deutlich stärker als Aktien aus Industrieländern. Wenn du bei einem Minus von 20 Prozent in Panik gerätst und verkaufst, hast du den Verlust realisiert und verpasst möglicherweise die anschließende Erholung. Überlege dir also vorher, ob du solche Schwankungen aushalten kannst.
Ein weiterer Fehler ist die Übergewichtung. Manche Anleger setzen einen zu großen Teil ihres Vermögens in Emerging Markets, weil sie von den hohen Wachstumsraten gehört haben. Das kann nach hinten losgehen, wenn eine Region in eine Krise gerät. Als Faustregel gilt: Ein Anteil von 10 bis 20 Prozent des Aktienportfolios in Schwellenländer ist für die meisten Anleger eine sinnvolle Beimischung.
Auch das Timing ist ein klassischer Fehler. Viele Anleger kaufen erst dann, wenn die Kurse bereits stark gestiegen sind, und verkaufen, wenn die Kurse fallen. Diese prozyklische Strategie führt langfristig zu schlechteren Ergebnissen. Besser ist es, regelmäßig einen festen Betrag zu investieren, zum Beispiel über einen Sparplan. So glättest du die Kursschwankungen und profitierst langfristig vom Zinseszinseffekt.
Vergiss außerdem nicht die Währungsrisiken. Ein Emerging Markets ETF investiert in Aktien, die in lokalen Währungen notieren. Wenn diese Währungen gegenüber dem Euro an Wert verlieren, sinkt der Wert deines Investments, selbst wenn die Aktienkurse steigen. Dieses Risiko lässt sich nicht vollständig vermeiden, aber du solltest dir bewusst sein, dass es existiert.
Dein konkreter Fahrplan für den Einstieg
Bevor du mit dem Investieren beginnst, solltest du deine finanzielle Basis prüfen. Stelle sicher, dass du einen Notgroschen von etwa drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto hast. Dieses Geld dient als Puffer für unerwartete Ausgaben wie eine Autoreparatur oder einen Jobverlust. Investiere niemals Geld, das du in den nächsten Jahren dringend benötigst.
Im nächsten Schritt wählst du einen passenden Broker aus. Achte darauf, dass der Broker günstige oder sogar kostenlose ETF-Sparpläne anbietet. Viele Online-Broker in Deutschland ermöglichen dir, bereits mit kleinen Beträgen ab 25 Euro pro Monat einen Sparplan einzurichten. Du musst also kein Vermögen haben, um zu starten. Entscheidend ist, dass du regelmäßig investierst.
Dann wählst du deinen konkreten Emerging Markets ETF aus. Vergleiche die Kostenquote (TER), den zugrunde liegenden Index und die Fondsgröße. Ein guter Start ist ein ETF auf den MSCI Emerging Markets Index von einem großen Anbieter wie iShares, Xtrackers oder Vanguard. Diese Fonds sind breit diversifiziert, kostengünstig und seit vielen Jahren am Markt etabliert.
Richte schließlich deinen Sparplan ein und lege den Zeitpunkt fest, zu dem das Geld von deinem Girokonto abgebucht wird. Viele Anleger wählen den Monatsanfang, direkt nach dem Gehaltseingang. Wichtig ist, dass du langfristig dabei bleibst. Überprüfe dein Investment einmal pro Jahr und passe es gegebenenfalls an, wenn sich deine Lebensumstände ändern. Ansonsten gilt: Einfach laufen lassen und von der langfristigen Entwicklung profitieren.
Die Rolle der Steuern und der Entsparphase
In Deutschland unterliegen Gewinne aus ETFs der Abgeltungsteuer. Das bedeutet, dass auf deine erzielten Kursgewinne und Dividenden 25 Prozent Steuer anfallen, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Es gibt jedoch einen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für Einzelpersonen, bis zu dem deine Gewinne steuerfrei bleiben. Du solltest diesen Freibetrag unbedingt bei deinem Broker hinterlegen, damit er automatisch berücksichtigt wird.
Bei thesaurierenden ETFs, die ihre Erträge direkt reinvestieren, wird die Steuer auf die fiktiven Vorabpauschalen erhoben. Diese Regelung ist komplex, aber für dich als Anleger wichtig zu wissen. In der Praxis bedeutet sie, dass du auch dann Steuern zahlen musst, wenn du keine Anteile verkaufst. Dein Broker führt diese Steuer automatisch ab, sofern du einen Freistellungsauftrag erteilt hast.
Wenn du später in der Entsparphase bist und deine ETF-Anteile verkaufen möchtest, um von deinem Ersparten zu leben, solltest du einen Plan haben. Du kannst Anteile nach und nach verkaufen, um deinen Steuerfreibetrag optimal zu nutzen. Alternativ kannst du auch ausschüttende ETFs wählen, die dir regelmäßig eine Dividende auszahlen. Diese Strategie eignet sich besonders für Anleger, die ein passives Einkommen im Alter anstreben.
Ein günstiger Emerging Markets ETF ist also nicht nur für den Vermögensaufbau geeignet, sondern auch für die spätere Entnahmephase. Wichtig ist, dass du dich frühzeitig mit dem Thema Steuern beschäftigst und deine Strategie entsprechend ausrichtest. Im Zweifel lohnt sich der Blick in einen guten Steuerratgeber oder das Gespräch mit einem Steuerberater.
Dein langfristiger Ausblick mit Emerging Markets
Die wirtschaftliche Entwicklung der Schwellenländer ist ein langfristiger Trend, der sich nicht von heute auf morgen umkehren wird. Die Länder haben eine junge Bevölkerung, einen wachsenden Konsum und einen steigenden Bedarf an Infrastruktur. Diese strukturellen Faktoren sprechen dafür, dass Emerging Markets auch in den kommenden Jahrzehnten ein wichtiger Wachstumstreiber der Weltwirtschaft bleiben.
Für dich als Anleger bedeutet das, dass ein Engagement in einem günstigen Emerging Markets ETF eine sinnvolle Ergänzung zu deinem bestehenden Portfolio sein kann. Du profitierst von der Wertentwicklung tausender Unternehmen, ohne dich um die Einzelheiten kümmern zu müssen. Die niedrigen Kosten sorgen dafür, dass ein möglichst großer Teil der Rendite bei dir ankommt.
Natürlich gibt es keine Garantie für Gewinne. Die Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft. Aber die breite Streuung über viele Länder und Unternehmen reduziert das Risiko, dass ein einzelnes Ereignis dein gesamtes Investment zerstört. Mit einem langen Anlagehorizont und einem regelmäßigen Sparplan bist du gut aufgestellt, um von den Chancen der Schwellenländer zu profitieren.
Starte also am besten noch heute mit deiner Recherche. Vergleiche die verschiedenen ETFs, prüfe die Kosten und richte deinen Sparplan ein. Je früher du beginnst, desto länger kann dein Geld für dich arbeiten. Ein günstiger Emerging Markets ETF ist dabei ein einfaches und effektives Werkzeug, um dein Vermögen langfristig aufzubauen und für deine Ziele zu nutzen.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ein ETF bildet passiv einen Index nach, während ein aktiver Fonds von einem Manager verwaltet wird. ETFs sind dadurch deutlich günstiger und in der Regel transparenter. Die Wertentwicklung ist zudem leichter nachzuvollziehen.
Viele Broker erlauben Sparpläne bereits ab 25 Euro pro Monat. Du kannst also mit kleinen Beträgen starten und diese später erhöhen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Höhe des Betrags.
Ja, die Kursschwankungen sind in der Regel deutlich höher. Das liegt an politischen Unsicherheiten, Währungsrisiken und einer geringeren Marktregulierung. Dafür sind die langfristigen Wachstumschancen oft höher.
TER steht für Total Expense Ratio und bezeichnet die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds. Sie wird in Prozent angegeben und vom Fondsvermögen abgezogen. Bei günstigen ETFs liegt sie meist unter 0,25 Prozent.
Ein thesaurierender ETF reinvestiert die Erträge automatisch und eignet sich daher gut für den Vermögensaufbau. Ein ausschüttender ETF zahlt dir regelmäßig Geld aus. Für Einsteiger mit langfristigem Horizont ist der thesaurierende ETF oft die einfachere Wahl.
Ein Totalverlust ist bei einem breit gestreuten ETF äußerst unwahrscheinlich, da du in hunderte Unternehmen investiert bist. Allerdings kann der Wert über Jahre stark fallen. Ein Verkauf in dieser Phase würde den Verlust realisieren.
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