Emerging Markets ETF kaufen: Dein einfacher Einstieg in Schwellenländer
Emerging Markets ETFs ermöglichen dir mit einem einzigen Kauf den Zugang zu den Wachstumsmärkten der Welt. Du profitierst von der wirtschaftlichen Entwicklung in Ländern wie China, Indien oder Brasilien, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du vorgehst und worauf du achten solltest.
Warum Emerging Markets auch dich betreffen
Vielleicht denkst du, dass Schwellenländer weit weg sind und nichts mit deinem Alltag zu tun haben. Doch das Gegenteil ist der Fall: Dein Smartphone kommt oft aus Südkorea oder China, deine Kleidung aus Bangladesch und dein Auto könnte aus Südkorea oder Mexiko stammen. Die Wirtschaft in diesen Ländern wächst oft schneller als in Deutschland, weil dort eine junge Bevölkerung und eine wachsende Mittelschicht leben.
Diese Entwicklung kannst du dir zunutze machen, indem du in Unternehmen investierst, die in diesen Regionen produzieren oder verkaufen. Ein Emerging Markets ETF bündelt viele solcher Unternehmen in einem einzigen Wertpapier. So musst du nicht einzelne Aktien auswählen, sondern kaufst automatisch einen Korb aus Hunderten von Firmen.
Für dich als Anleger bedeutet das: Du kannst an der wirtschaftlichen Dynamik teilhaben, ohne ein Experte für einzelne Länder zu sein. Gleichzeitig streust du dein Risiko, denn ein ETF verteilt dein Geld auf viele verschiedene Firmen und Branchen. Das ist besonders wichtig, wenn du langfristig Vermögen aufbauen möchtest.
Natürlich sind Emerging Markets nicht ohne Risiko. Politische Instabilität, Währungsschwankungen oder Korruption können die Kurse belasten. Aber genau deshalb ist es klug, nur einen Teil deines Geldes in diese Region zu stecken und den Rest in stabilere Anlagen wie Industrieländer-ETFs zu investieren.
Was ist ein Emerging Markets ETF? Grundlagen einfach erklärt
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen bestimmten Index nachbildet. Ein Index ist eine Liste von Aktien, die nach bestimmten Regeln zusammengestellt wird. Der bekannteste Emerging Markets Index ist der MSCI Emerging Markets, der 1.400 Unternehmen aus 24 Schwellenländern enthält.
Wenn du einen Emerging Markets ETF kaufst, erwirbst du einen Anteil an diesem Fonds. Der Fonds besitzt dann die Aktien der Unternehmen, die im Index enthalten sind. Dein Geld wird also nicht in ein einzelnes Unternehmen investiert, sondern in viele gleichzeitig. Das reduziert das Risiko, dass ein einzelner Firmenpleite dein ganzes Investment vernichtet.
Die Gewichtung der Länder im Index ist nicht gleichmäßig. China hat zum Beispiel einen sehr hohen Anteil, gefolgt von Taiwan, Indien und Brasilien. Das bedeutet, dass die Entwicklung dieser Länder einen großen Einfluss auf den Wert deines ETFs hat. Du solltest dir also bewusst sein, dass du mit einem Emerging Markets ETF vor allem auf Asien setzt.
Es gibt verschiedene Anbieter von Emerging Markets ETFs, zum Beispiel iShares, Xtrackers oder Vanguard. Sie unterscheiden sich leicht in der Zusammensetzung und den Kosten, aber im Kern funktionieren sie alle gleich. Du kannst sie wie einzelne Aktien an der Börse kaufen und verkaufen, und das zu jeder Handelszeit.
So funktioniert der Kauf eines Emerging Markets ETFs
Um einen Emerging Markets ETF zu kaufen, benötigst du ein Wertpapierdepot. Das ist ein Konto, auf dem deine Wertpapiere verwahrt werden. Du kannst ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker eröffnen. Viele Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder Finanzen.net Zero bieten Depots ohne Depotgebühren an.
Nach der Kontoeröffnung überweist du Geld auf dein Verrechnungskonto. Von dort aus kannst du dann deinen gewünschten ETF kaufen. Dazu gibst du entweder die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die Internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) ein. Diese findest du auf den Webseiten der Fondsanbieter oder in Vergleichsportalen wie justETF.
Du hast zwei Möglichkeiten: Einmalig kaufen oder einen Sparplan einrichten. Ein Sparplan ist eine automatische Investition in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel monatlich. Das ist besonders für Einsteiger geeignet, weil du so schon mit kleinen Beträgen starten kannst und den Markt nicht timen musst. Viele Broker bieten Sparpläne ab 1 Euro pro Monat an.
Beim Kauf solltest du auf den Spread achten, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei großen und liquiden ETFs ist der Spread meist gering. Außerdem können Transaktionsgebühren anfallen, die je nach Broker unterschiedlich hoch sind. Vergleiche die Konditionen, bevor du dich für einen Anbieter entscheidest.
Kosten: Was ein Emerging Markets ETF wirklich kostet
Die laufenden Kosten eines ETFs werden als Gesamtkostenquote (TER) angegeben. Sie liegt bei Emerging Markets ETFs meist zwischen 0,15 % und 0,25 % pro Jahr. Diese Gebühr wird direkt vom Fondsvermögen abgezogen und reduziert deine Rendite. Ein Unterschied von 0,1 % klingt klein, kann aber über viele Jahre einen spürbaren Effekt haben.
Zusätzlich zur TER können Transaktionskosten im Fonds anfallen, die nicht in der TER enthalten sind. Diese entstehen, wenn der Fonds Wertpapiere kauft oder verkauft. Sie sind jedoch meist gering und werden in der Rendite des ETFs bereits berücksichtigt. Du musst dich also nicht um jeden Cent kümmern, solltest aber die TER im Blick behalten.
Beim Kauf selbst fallen je nach Broker Gebühren an. Manche Neobroker verlangen eine Pauschale von 1 Euro pro Order, andere bieten bestimmte ETFs kostenlos an. Bei Sparplänen sind die Gebühren oft niedriger oder sogar null. Informiere dich vorab über das Preisverzeichnis deines Brokers.
Ein wichtiger Punkt ist die Steuer: In Deutschland werden auf ETF-Gewinne Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig. Es gibt jedoch einen jährlichen Freibetrag von 1.000 Euro für Einzelpersonen (2026). Du kannst einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker einrichten, um diesen Betrag steuerfrei zu nutzen.
Worauf du beim Kauf achten solltest: 5 entscheidende Kriterien
Erstens: die Indexauswahl. Der MSCI Emerging Markets ist der Standard, aber es gibt auch andere Indizes wie den FTSE Emerging oder den MSCI Emerging Markets IMI. Letzterer enthält auch kleinere Unternehmen und ist damit breiter aufgestellt. Überlege, ob du die breite Masse oder nur die größten Firmen möchtest.
Zweitens: die Replikationsmethode. Physische ETFs kaufen die Aktien direkt, synthetische bilden den Index über Derivate nach. Physische ETFs sind transparenter und gelten als sicherer. Synthetische können etwas günstiger sein, aber sie bergen ein zusätzliches Kontrahentenrisiko. Für Einsteiger sind physische ETFs meist die bessere Wahl.
Drittens: die Fondsgröße und Liquidität. Ein großer ETF mit einem Fondsvolumen von mehreren Milliarden Euro ist in der Regel liquider, das heißt, du kannst ihn leichter kaufen und verkaufen. Achte auf ein Fondsvolumen von mindestens 500 Millionen Euro, um Probleme zu vermeiden.
Viertens: die Währung. Viele Emerging Markets ETFs werden in US-Dollar gehandelt, aber es gibt auch Euro-Varianten. Für dich als Anleger in Deutschland ist eine Euro-Variante praktisch, weil du kein Währungsrisiko beim Kauf eingehst. Allerdings ist das Währungsrisiko der enthaltenen Aktien immer vorhanden, da die Firmen in lokalen Währungen wirtschaften.
Fünftens: die Ausschüttungsart. Es gibt thesaurierende ETFs, die Gewinne automatisch reinvestieren, und ausschüttende, die sie an dich auszahlen. Für den Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs oft besser, weil der Zinseszinseffekt wirkt. Wenn du regelmäßige Einnahmen möchtest, wähle einen ausschüttenden ETF.
Typische Fehler beim Emerging Markets ETF Kauf und wie du sie vermeidest
Ein häufiger Fehler ist, alles auf eine Karte zu setzen. Wenn du nur einen Emerging Markets ETF kaufst, bist du stark von Schwellenländern abhängig. Besser ist es, einen Welt-ETF als Basis zu nehmen und einen kleinen Teil in Emerging Markets zu investieren. So profitierst du vom Wachstum, ohne übermäßig zu riskieren.
Viele Anfänger versuchen, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Das ist unmöglich und führt oft dazu, dass man gar nicht investiert. Stattdessen solltest du regelmäßig kaufen, zum Beispiel per Sparplan. So glättest du Kursschwankungen und kaufst automatisch günstiger, wenn die Kurse fallen.
Ein weiterer Fehler ist, bei starken Kursschwankungen in Panik zu verkaufen. Emerging Markets können leicht um 30 % oder mehr einbrechen. Wenn du dann verkaufst, realisierst du Verluste und verpasst die Erholung. Bleib ruhig und denke langfristig, idealerweise über einen Zeitraum von 10 Jahren oder mehr.
Schließlich solltest du nicht vergessen, dein Depot regelmäßig zu überprüfen. Die Zusammensetzung des Index ändert sich, und auch deine persönliche Situation kann sich wandeln. Ein jährlicher Check, ob deine Aufteilung noch zu dir passt, ist sinnvoll. Aber vermeide es, zu häufig umzuschichten, denn das verursacht Kosten.
Dein konkreter Fahrplan: So kaufst du deinen ersten Emerging Markets ETF
Schritt 1: Setze dir ein klares Ziel. Überlege, warum du in Emerging Markets investieren möchtest und wie lange du das Geld nicht brauchst. Ein langer Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren ist wichtig, weil Schwellenländer stark schwanken können.
Schritt 2: Wähle einen passenden Broker. Vergleiche die Gebühren, die Benutzerfreundlichkeit und den Kundenservice. Neobroker sind oft günstig, aber vielleicht fehlt dir der persönliche Kontakt. Eine klassische Bank bietet mehr Service, verlangt aber höhere Gebühren.
Schritt 3: Eröffne dein Depot und richte einen Freistellungsauftrag ein. Dafür benötigst du deine Steueridentifikationsnummer. Der Freistellungsauftrag sorgt dafür, dass deine Gewinne bis 1.000 Euro steuerfrei bleiben (2026).
Schritt 4: Suche dir einen konkreten ETF aus. Nutze Vergleichsportale wie justETF oder extraETF, um die besten Produkte zu finden. Achte auf die Kriterien, die wir oben besprochen haben: Index, Replikation, Größe, Währung und Ausschüttungsart.
Schritt 5: Lege los, entweder mit einer Einmalanlage oder einem Sparplan. Wenn du unsicher bist, starte mit einem Sparplan, zum Beispiel über 50 Euro im Monat. Du kannst die Rate später jederzeit erhöhen oder pausieren. Wichtig ist, dass du überhaupt anfängst.
Wie viel solltest du in Emerging Markets investieren?
Es gibt keine pauschale Antwort, aber eine Faustregel besagt, dass der Anteil an Emerging Markets in deinem Depot zwischen 10 % und 30 % liegen sollte. Der Rest sollte in Industrieländer-ETFs oder andere Anlagen fließen. Diese Aufteilung hängt von deiner Risikobereitschaft und deinem Anlagehorizont ab.
Wenn du jung bist und noch viele Jahre bis zur Rente hast, kannst du einen höheren Anteil wählen. Wenn du älter bist oder das Geld bald brauchst, solltest du vorsichtiger sein. Ein Finanzberater kann dir helfen, die richtige Mischung zu finden, aber du kannst auch selbst mit einem Welt-ETF und einem Emerging Markets ETF starten.
Ein Welt-ETF wie der MSCI World enthält bereits einige Schwellenländer-Aktien, aber nur einen kleinen Anteil. Wenn du einen separaten Emerging Markets ETF hinzufügst, erhöhst du den Anteil gezielt. So kannst du steuern, wie stark du von Schwellenländern profitieren möchtest.
Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst. Wenn du nachts nicht schlafen kannst, weil dein Depot schwankt, dann ist dein Risiko zu hoch. Reduziere den Anteil an Emerging Markets, bis du dich sicher fühlst. Investieren soll langfristig dein Leben verbessern, nicht belasten.
Die steuerliche Behandlung von Emerging Markets ETFs in Deutschland
In Deutschland unterliegen ETF-Gewinne der Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Das gilt für Kursgewinne und Dividenden. Es gibt jedoch einen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro, den du mit einem Freistellungsauftrag nutzen kannst.
Bei thesaurierenden ETFs wird die Steuer auf die fiktiven Vorabpauschalen erhoben, auch wenn du keine Ausschüttungen erhältst. Die Vorabpauschale wird auf Basis des Basiszinssatzes berechnet, den das Bundesfinanzministerium jährlich festlegt. Das klingt kompliziert, aber dein Broker übernimmt die Berechnung automatisch.
Wenn du deine ETF-Anteile verkaufst, wird die Abgeltungssteuer auf den Gewinn fällig. Der Gewinn ist die Differenz zwischen Verkaufspreis und Kaufpreis, abzüglich eventueller Gebühren. Dein Broker führt die Steuer direkt an das Finanzamt ab, du musst also keine Steuererklärung machen, solange du keinen Freibetrag überschreitest.
Ein Tipp: Behalte deine Kaufbelege gut, auch wenn der Broker das automatisch macht. Falls du den Broker wechselst, brauchst du die Dokumente für die Steuerberechnung. Und denke daran, dass Steuergesetze sich ändern können. Informiere dich regelmäßig oder konsultiere einen Steuerberater, wenn du unsicher bist.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ja, sie sind riskanter als ETFs auf Industrieländer, weil die Märkte volatiler sind und politische oder wirtschaftliche Krisen häufiger vorkommen. Langfristig bieten sie aber auch höhere Renditechancen. Du solltest nur einen Teil deines Geldes dort anlegen.
Du kannst bereits mit 1 Euro pro Monat einen Sparplan starten, wenn dein Broker das anbietet. Bei einem Einmalkauf sind meist mindestens 50 bis 100 Euro nötig, je nach Broker. Es gibt also keine hohe Einstiegshürde.
Der MSCI World enthält nur Unternehmen aus Industrieländern wie USA, Deutschland oder Japan. Der MSCI Emerging Markets umfasst Aktien aus Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien. Ein Welt-ETF ist stabiler, ein Emerging Markets ETF wachstumsstärker.
Ja, die meisten Broker bieten Sparpläne auf Emerging Markets ETFs an. Das ist eine bequeme Möglichkeit, regelmäßig zu investieren, ohne den Markt zu beobachten. Du kannst die Rate jederzeit ändern oder pausieren.
Einmal pro Jahr reicht völlig aus. Schau dir an, ob der ETF noch zu deiner Strategie passt und ob sich die Zusammensetzung geändert hat. Vermeide es, zu häufig zu handeln, denn das kostet Gebühren und kann deine Rendite schmälern.
Gewinne unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Du hast einen jährlichen Freibetrag von 1.000 Euro, den du mit einem Freistellungsauftrag nutzen kannst. Dein Broker führt die Steuer automatisch ab.
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