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MagazineFinanzenInvestieren Emerging Markets ETF für Selbstständige
FinanzbildungInvestieren9 Min.

Emerging Markets ETF für Selbstständige: So baust du dir ein zweites Standbein auf

Als Selbstständiger trägst du alle Risiken allein. Ein Emerging Markets ETF kann dein Depot breiter aufstellen und dich unabhängiger vom deutschen Markt machen. Hier erfährst du, wie du klug einsteigst.

SchwellenländerETF-SparplanAltersvorsorge
Brauche ich das?
Ja, zur Streuung.
Schwellenländer mindern das Klumpenrisiko.
Wie viel investieren?
Bis 20 Prozent.
Beimischen reicht für den Anfang.
Ist das riskant?
Ja, aber beherrschbar.
Hohe Schwankungen, langfristig lohnend.
Wann starten?
Jetzt, per Sparplan.
Klein anfangen, regelmäßig nachlegen.

Warum Emerging Markets auch dich als Selbstständigen betreffen

Vielleicht denkst du, Schwellenländer sind weit weg und haben mit deinem Alltag nichts zu tun. Doch als Selbstständiger bist du direkt betroffen, denn deine Altersvorsorge und dein Vermögensaufbau liegen in deiner Hand. Du hast keinen Arbeitgeber, der für dich einzahlt, und kein festes Gehalt, das du einfach zur Seite legst. Deshalb ist es wichtig, dass du dein Geld nicht nur auf dem Girokonto lässt, sondern für dich arbeiten lässt.

Die Weltwirtschaft verschiebt sich. Länder wie Indien, Brasilien oder Vietnam wachsen oft schneller als klassische Industrienationen. Wenn du nur in deutsche oder europäische Unternehmen investierst, verpasst du einen großen Teil dieses Wachstums. Ein Emerging Markets ETF gibt dir die Chance, an diesem Aufholprozess teilzuhaben, ohne dass du einzelne Aktien analysieren musst.

Für dich als Selbstständigen bedeutet das: mehr Unabhängigkeit. Du machst dich unabhängig vom deutschen Markt, von der hiesigen Konjunktur und von politischen Entscheidungen in Berlin oder Brüssel. Das ist ein Stück Risikostreuung, das dir in unsicheren Zeiten zugutekommt. Denn wenn es der deutschen Wirtschaft schlecht geht, können Schwellenländer trotzdem boomen.

Zudem sind die Kurse von Schwellenländer-Aktien oft günstiger bewertet als die von US-Tech-Riesen. Das bietet langfristig Potenzial. Natürlich ist das keine Garantie, aber es ist ein Grund, warum viele Finanzexperten empfehlen, einen kleinen Teil des Depots in Emerging Markets zu investieren. Für dich als Selbstständigen ist das eine Möglichkeit, dein Vermögen breiter aufzustellen und nicht alles auf eine Karte zu setzen.

~85 %
der Weltbevölkerung leben in Schwellenländern
>50 %
des globalen BIP-Wachstums kommen aus Emerging Markets
~10-15 Jahre
solltest du für die Anlage einplanen

Was ist ein Emerging Markets ETF überhaupt?

Lass uns ganz von vorne anfangen. Emerging Markets sind aufstrebende Länder, die sich wirtschaftlich entwickeln. Dazu zählen zum Beispiel China, Indien, Brasilien, Südafrika, Mexiko und viele weitere Staaten. Diese Länder haben oft eine junge Bevölkerung, wachsende Mittelschichten und eine zunehmende Industrialisierung. Das macht sie für Investoren interessant, weil dort viele neue Märkte entstehen.

Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds. Stell dir vor, du kaufst nicht eine einzelne Aktie, sondern ein Körbchen mit vielen verschiedenen Aktien. Ein Emerging Markets ETF bündelt hunderte oder sogar tausende Unternehmen aus diesen Schwellenländern in einem einzigen Wertpapier. So musst du nicht entscheiden, ob du lieber die indische Bank oder das brasilianische Rohstoffunternehmen kaufen sollst, sondern du kaufst einfach alles zusammen.

Der große Vorteil für dich: Du bekommst sofort eine breite Streuung. Wenn ein Land oder ein Unternehmen einbricht, fällt das im Gesamtkorb weniger ins Gewicht. Gleichzeitig profitierst du vom Wachstum der gesamten Region. Ein ETF bildet meist einen Index ab, zum Beispiel den MSCI Emerging Markets Index. Das ist eine Art Maßstab, der die größten Unternehmen der Schwellenländer enthält.

Für dich als Selbstständigen ist ein ETF besonders praktisch, weil du schon mit kleinen Beträgen einsteigen kannst. Du musst nicht Tausende Euro auf einmal investieren, sondern kannst monatlich einen Sparplan einrichten. So baust du dir nach und nach ein Vermögen auf, ohne dass du viel Zeit für die Verwaltung aufwenden musst. Der ETF macht die Arbeit für dich, du musst nur die richtige Wahl treffen.

So funktioniert ein Emerging Markets ETF im Detail

Ein ETF funktioniert wie ein Korb voller Aktien, der an der Börse gehandelt wird. Wenn du einen Anteil kaufst, besitzt du einen winzigen Bruchteil von allen Unternehmen, die in dem Fonds enthalten sind. Der Wert deines Anteils ändert sich täglich, je nachdem, wie sich die Kurse der enthaltenen Aktien entwickeln. Das ist im Grunde ganz einfach, auch wenn es am Anfang kompliziert klingen mag.

Der Fonds bildet einen Index nach. Ein Index ist eine mathematische Formel, die die Wertentwicklung einer Gruppe von Aktien misst. Der bekannteste Index für Schwellenländer ist der MSCI Emerging Markets. Er enthält die größten und wichtigsten Unternehmen aus über 20 Ländern. Der ETF kauft diese Aktien in ähnlicher Gewichtung und bildet so die Wertentwicklung des Index ab.

Für dich als Selbstständigen heißt das: Du musst keine einzelnen Aktien analysieren, keine Bilanzen lesen und keine Unternehmensnachrichten verfolgen. Du vertraust einfach darauf, dass die Schwellenländer insgesamt wachsen. Das spart dir enorm viel Zeit, die du besser in dein Geschäft investieren kannst. Gleichzeitig bist du trotzdem am Markt dabei und kannst von den Chancen profitieren.

Wichtig ist zu verstehen, dass ein ETF keine Garantie auf Gewinn ist. Die Kurse schwanken, und es kann auch Phasen geben, in denen du Verluste siehst. Aber langfristig, über einen Zeitraum von zehn Jahren oder mehr, haben Aktienmärkte historisch gesehen immer zugelegt. Genau auf diese Langfristigkeit solltest du als Selbstständiger setzen, wenn du in Emerging Markets investierst.

Kosten und Steuern: Was du als Selbstständiger wissen musst

Kosten sind ein wichtiges Thema, denn sie schmälern deine Rendite. Bei ETFs gibt es die sogenannte laufende Gebühr, die TER (Total Expense Ratio). Sie liegt bei Emerging Markets ETFs meist etwas höher als bei ETFs auf Industrieländer, weil die Verwaltung aufwendiger ist. Trotzdem ist sie im Vergleich zu aktiven Fonds immer noch günstig. Achte darauf, dass du einen ETF mit einer niedrigen TER wählst.

Zusätzlich zur TER gibt es beim Kauf und Verkauf Spread-Kosten. Das ist die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis. Bei großen und beliebten ETFs ist der Spread meist klein, bei exotischen Fonds kann er größer sein. Für dich als Selbstständigen ist es ratsam, auf einen ETF mit hohem Handelsvolumen zu setzen. Das hält die Kosten niedrig und sorgt dafür, dass du jederzeit kaufen und verkaufen kannst.

Beim Thema Steuern gibt es für dich als Selbstständigen eine wichtige Besonderheit. Deine ETF-Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer, sobald du sie verkaufst oder Ausschüttungen erhältst. Es gibt jedoch einen Freibetrag, den du nutzen solltest. Zudem wird eine Teilfreistellung gewährt, das heißt, ein Teil der Erträge bleibt steuerfrei. Die genauen Regelungen können sich ändern, daher ist ein Blick in die aktuelle Gesetzgebung sinnvoll.

Ein Tipp: Du kannst Verluste aus ETF-Verkäufen mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen verrechnen. Das kann deine Steuerlast senken. Als Selbstständiger solltest du hier aber unbedingt einen Steuerberater hinzuziehen, denn deine steuerliche Situation ist komplexer als die eines Angestellten. Ein Profi kann dir helfen, das Optimum herauszuholen und böse Überraschungen bei der Steuererklärung zu vermeiden.

Worauf du bei der Auswahl des richtigen ETFs achten solltest

Es gibt nicht den einen perfekten Emerging Markets ETF, aber es gibt Kriterien, an denen du dich orientieren kannst. Zuerst solltest du auf die Fondsgröße achten. Ein großer Fonds mit einem hohen Anlagevolumen ist meist stabiler und hat geringere Kosten. Zudem ist er weniger anfällig für Schließungen, was dir als Anleger Sicherheit gibt.

Ein weiteres Kriterium ist die Replikationsmethode. Manche ETFs bilden den Index physisch nach, das heißt, sie kaufen die echten Aktien. Andere nutzen synthetische Methoden, bei denen sie Derivate einsetzen. Für dich als Einsteiger ist ein physischer ETF oft verständlicher und transparenter. Du solltest wissen, was du kaufst, und bei einem physischen ETF ist das klar.

Achte auch auf die Ausschüttungsart. Es gibt thesaurierende ETFs, die Gewinne direkt reinvestieren, und ausschüttende ETFs, die dir regelmäßig Geld auszahlen. Für den Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs oft besser geeignet, weil der Zinseszinseffekt stärker wirkt. Wenn du jedoch ein regelmäßiges Einkommen wünschst, könnte ein ausschüttender ETF interessant sein. Überlege, was besser zu deiner Situation passt.

Zuletzt solltest du auf den Anbieter achten. Große Fondsgesellschaften wie iShares, Xtrackers oder Vanguard haben sich bewährt. Sie bieten eine breite Palette an ETFs an und haben viel Erfahrung. Das ist zwar keine Garantie für gute Renditen, aber es gibt dir ein Stück Sicherheit. Vergleiche die Konditionen und wähle den ETF, der am besten zu deinen Zielen passt.

Typische Fehler, die du als Selbstständiger vermeiden solltest

Der größte Fehler ist, zu viel auf einmal zu investieren. Als Selbstständiger hast du unregelmäßige Einkünfte, und es kann sein, dass du das Geld plötzlich brauchst. Investiere daher nur Geld, das du langfristig entbehren kannst. Ein Notgroschen für mindestens sechs Monate sollte immer auf einem Tagesgeldkonto liegen, bevor du mit dem Investieren beginnst.

Ein weiterer Fehler ist, ständig auf die Kurse zu schauen und panisch zu reagieren. Emerging Markets sind volatil, das heißt, sie schwanken stark. Wenn du bei jedem Rückschlag verkaufst, realisierst du Verluste und verpasst die Erholung. Bleib ruhig und denke langfristig. Ein ETF ist keine kurzfristige Wette, sondern ein langfristiger Vermögensaufbau.

Viele Selbstständige machen auch den Fehler, alles in einen einzigen ETF zu stecken. Auch wenn ein Emerging Markets ETF schon breit gestreut ist, solltest du dein Gesamtdepot diversifizieren. Kombiniere ihn mit ETFs auf Industrieländer oder andere Anlageklassen. So reduzierst du das Risiko, dass ein einzelner Markt dein gesamtes Portfolio in den Keller zieht.

Zuletzt solltest du nicht versuchen, den Markt zu timen. Niemand weiß, ob die Kurse morgen steigen oder fallen. Statt auf den perfekten Einstieg zu warten, ist es besser, regelmäßig zu investieren. Ein Sparplan macht das automatisch. Du kaufst zu hohen und zu niedrigen Kursen und mittelst so deinen Einstiegspreis. Das ist eine bewährte Strategie, die dir als Selbstständigen viel Stress erspart.

Konkrete nächste Schritte für deinen Einstieg

Bevor du loslegst, solltest du deine finanzielle Basis prüfen. Stelle sicher, dass du einen Notgroschen hast und keine teuren Schulden. Wenn diese Grundlagen stimmen, kannst du mit dem Investieren beginnen. Als Nächstes brauchst du ein Depot bei einem Broker. Es gibt viele Online-Broker, die sich gut für ETF-Sparpläne eignen. Achte auf niedrige Gebühren und eine benutzerfreundliche Oberfläche.

Dann wählst du deinen Emerging Markets ETF aus. Orientiere dich an den Kriterien, die wir besprochen haben: Fondsgröße, Kosten, Replikationsmethode und Ausschüttungsart. Für den Anfang reicht ein einzelner ETF, der den MSCI Emerging Markets abbildet. Du kannst später immer noch erweitern. Wichtig ist, dass du dich mit deiner Wahl wohlfühlst und sie verstehst.

Richte einen Sparplan ein. Lege einen festen Betrag fest, den du monatlich investieren kannst. Das kann ein kleiner Betrag sein, der dir keine finanziellen Sorgen bereitet. Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Du kannst den Betrag später erhöhen, wenn dein Einkommen steigt. Ein Sparplan ist die einfachste und effektivste Methode, um langfristig Vermögen aufzubauen.

Überwache dein Investment in regelmäßigen Abständen, aber nicht zu häufig. Einmal pro Quartal reicht völlig aus. Prüfe, ob der ETF noch zu deiner Strategie passt und ob sich deine Ziele geändert haben. Ansonsten lass den Plan laufen. Mit der Zeit wirst du sehen, wie dein Vermögen wächst. Das ist ein gutes Gefühl und gibt dir als Selbstständigen mehr finanzielle Freiheit.

Langfristige Perspektive: Wie Emerging Markets dein Portfolio stärken

Die Schwellenländer werden in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen. Die Mittelschicht wächst, der Konsum steigt, und die Digitalisierung schreitet voran. Unternehmen aus diesen Ländern könnten von diesen Trends überproportional profitieren. Als Selbstständiger kannst du von diesem Wachstum profitieren, ohne selbst in diesen Ländern tätig zu sein.

Ein Emerging Markets ETF ist ein Instrument, um dein Vermögen langfristig zu mehren. Er ist keine schnelle Geldmaschine, sondern ein Baustein für deine Altersvorsorge. Wenn du regelmäßig investierst und Geduld hast, kannst du von der Kraft der Zinseszinsen profitieren. Das bedeutet, dass deine Erträge wieder investiert werden und selbst wieder Erträge abwerfen.

Natürlich gibt es auch Risiken. Politische Instabilität, Währungsschwankungen oder wirtschaftliche Krisen können die Kurse belasten. Aber genau deshalb ist die Streuung über viele Länder und Unternehmen so wichtig. Ein ETF reduziert das Einzelrisiko und macht dich widerstandsfähiger. Du solltest die Risiken kennen, aber dich nicht davon abhalten lassen, die Chancen zu nutzen.

Für dich als Selbstständigen ist die Unabhängigkeit das größte Gut. Ein gut aufgestelltes Depot gibt dir die Freiheit, Entscheidungen zu treffen, die nicht nur von finanziellen Zwängen bestimmt sind. Es ist ein Stück Sicherheit in einer unsicheren Welt. Starte noch heute mit deinem Emerging Markets ETF und baue dir Schritt für Schritt ein zweites Standbein auf.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Hast du einen Notgroschen für 6 Monate?
Kannst du Kursschwankungen von 30 % aushalten?
Investierst du langfristig, nicht kurzfristig?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ja, sie sind gut geeignet, weil sie breit streuen und langfristig Wachstumspotenzial bieten. Du solltest aber nur Geld investieren, das du langfristig nicht brauchst. Ein Notgroschen für Notfälle ist wichtig.

Als Faustregel gilt: nicht mehr als rund 20 Prozent deines Aktienportfolios. Der Rest sollte in breiter gestreute ETFs auf Industrieländer fließen. So reduzierst du das Risiko, ohne auf die Chancen zu verzichten.

Es gibt keinen objektiv besten ETF. Achte auf niedrige Kosten, eine ausreichende Fondsgröße und eine physische Replikation. Beliebte Indizes sind der MSCI Emerging Markets oder der FTSE Emerging. Vergleiche die Konditionen.

Nein, das ist unrealistisch. Ein ETF ist ein langfristiges Investment, das über Jahre oder Jahrzehnte wachsen soll. Schnelle Gewinne sind möglich, aber nicht die Regel. Setze auf Geduld und Regelmäßigkeit.

Ein einzelnes Land macht nur einen kleinen Teil des Index aus. Selbst wenn ein Land ausfällt, ist der Verlust im Gesamtportfolio begrenzt. Der ETF streut über viele Länder, das reduziert das Risiko erheblich.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.