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Emerging Markets ETF für Anfänger: So investierst du richtig in Schwellenländer

Ein Emerging Markets ETF bündelt Aktien aus Schwellenländern in einem einzigen Wertpapier. Für dich als Einsteigerin ist er ein Baustein, um dein Depot breiter aufzustellen und am Wachstum dieser Volks­wirtschaften teilzuhaben.

11 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Ein ETF auf den MSCI Emerging Markets bildet Unternehmen aus 24 Schwellenländern ab.
  • Die jährlichen Kosten liegen zwischen 0,09 und 0,55 Prozent, deutlich günstiger als bei aktiven Fonds.
  • Ein Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren ist sinnvoll, weil die Kurse stark schwanken können.
  • Als Beimischung zu einem Industrieländer-ETF ist ein Anteil von 10 bis 40 Prozent üblich.

01 · Grundlagen

Was ist ein Emerging Markets ETF?

Ein Emerging Markets ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung von Aktien aus Schwellenländern nachbildet. Er bündelt hunderte Unternehmen in einem handelbaren Wertpapier.

Ein Emerging Markets ETF bildet einen Schwellenländer-Index nach, meist den MSCI Emerging Markets Index. Dieser Index enthält Aktien von Unternehmen aus Ländern, die sich im Übergang vom Entwicklungsland zum Industrieland befinden. Für dich bedeutet das: Du kaufst mit einem einzigen Wertpapier Anteile an hunderten Unternehmen aus verschiedenen Schwellenländern.

Der MSCI Emerging Markets Index umfasst 1.178 Unternehmen aus 24 Ländern und deckt etwa 85 Prozent der frei handelbaren Marktkapitalisierung in Schwellenländern ab. Die enthaltenen Unternehmen stammen aus Sektoren wie Informationstechnologie, Finanzdienstleistungen und Konsumgüter. Ein ETF auf diesen Index ist damit ein breit gestreuter Baustein für dein Depot.

Kurz erklärt

Emerging Markets ETF

Ein passiver Indexfonds, der einen Schwellenländer-Index wie den MSCI Emerging Markets abbildet. Er enthält Aktien von Unternehmen aus Ländern, die sich im Übergang vom Entwicklungsland zum Industrieland befinden.

Der MSCI Emerging Markets Index umfasst 1.178 Unternehmen aus 24 Ländern und deckt etwa 85 Prozent der Marktkapitalisierung in Schwellenländern ab.

02 · Hintergrund

Warum Schwellenländer beimischen?

Schwellenländer bieten Zugang zu einem dynamischen Wirtschaftswachstum abseits der etablierten Industrienationen. Historisch weisen diese Märkte langfristig ein höheres Renditepotenzial auf, das jedoch mit größeren politischen Risiken einhergeht.

Unternehmen aus Schwellenländern profitieren von einer hohen Produktivität bei vergleichsweise geringem Lohnniveau. Daraus ergeben sich überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten und ein rasant wachsendes Pro-Kopf-Einkommen. Historisch haben diese Märkte langfristig ein höheres Renditepotenzial gezeigt als etablierte Industrienationen.

Für dein Portfolio bedeutet das: Du vermeidest eine zu starke Konzentration auf Industrieländer. Ein klassischer Ansatz ist die Ergänzung eines MSCI World ETF um einen Emerging Markets ETF, zum Beispiel im Verhältnis 70 zu 30. Ein Schwellenländer-Anteil von 10 bis 40 Prozent im Portfolio gilt als sinnvoll und hängt von deiner persönlichen Risikotragfähigkeit ab.

Unternehmen aus Schwellenländern profitieren von einer hohen Produktivität bei vergleichsweise geringem Lohnniveau. Daraus ergeben sich überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten und ein rasant wachsendes Pro-Kopf-Einkommen.

Für dein Portfolio bedeutet das: Du vermeidest eine zu starke Konzentration auf Industrieländer. Ein klassischer Ansatz ist die Ergänzung eines MSCI World ETF um einen Emerging Markets ETF, zum Beispiel im Verhältnis 70 zu 30.

03 · Was gilt

Diversifikation: So breitest du dein Risiko aus

Diversifikation bedeutet, dein Geld auf viele verschiedene Werte zu verteilen. Ein Emerging Markets ETF streut dein Kapital über hunderte Unternehmen und mehrere Länder, sodass das Risiko einzelner Ausfälle sinkt.

Diese Streuung reduziert das Totalverlustrisiko einzelner Unternehmen oder Staaten. Gleichzeitig verteilst du dein Geld auf Sektoren wie Informationstechnologie, Finanzdienstleistungen und Konsumgüter.

Die Diversifikation hat jedoch Grenzen. Der ETF schützt dich nicht vor Kursschwankungen des Gesamtmarktes und sichert auch keine Währungsrisiken ab. Eine Garantie für eine positive Rendite gibt es nicht, und nicht alle Schwellenländer weltweit sind im Index enthalten.

Das leistet er

·Streuung über 1.178 Unternehmen aus 24 Schwellenländern
·Abdeckung von etwa 85 Prozent der Marktkapitalisierung in Schwellenländern
·Verteilung auf Sektoren wie Informationstechnologie, Finanzdienstleistungen und Konsumgüter
·Reduzierung des Totalverlustrisikos einzelner Unternehmen oder Staaten

Das leistet er nicht

·Schutz vor Kursschwankungen des Gesamtmarktes
·Absicherung gegen Währungsrisiken
·Garantie für eine positive Rendite
·Vollständige Abdeckung aller Schwellenländer weltweit

04 · Vergleich

MSCI Emerging Markets: Der wichtigste Index im Überblick

Der MSCI Emerging Markets Index ist der Referenzindex für die meisten Schwellenländer-ETFs. Er bildet die Wertentwicklung großer und mittelgroßer Unternehmen aus 24 Ländern ab.

Die Ländergewichtung zeigt, wo dein Geld tatsächlich investiert ist. Taiwan führt mit 27,44 Prozent, gefolgt von Südkorea mit 20,84 Prozent und China mit 20,62 Prozent.

Die drei größten Länder machen zusammen mehr als zwei Drittel des Index aus. Die übrigen 21 Länder teilen sich das restliche Gewicht. Diese Konzentration solltest du kennen, bevor du investierst.

Ländergewichtung im MSCI Emerging Markets Index
LandGewicht
TaiwanTaiwan27,44 Prozent
SüdkoreaSüdkorea20,84 Prozent
ChinaChina20,62 Prozent

05 · Grundlagen

Marktkapitalisierung: Was sie über die Größe verrät

Die Marktkapitalisierung beschreibt den Gesamtwert aller Aktien eines Unternehmens oder eines Marktes. Sie ist ein Maß dafür, wie groß und etabliert die enthaltenen Firmen sind.

Die Marktkapitalisierung beschreibt den Börsenwert eines Unternehmens, berechnet aus Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Im MSCI Emerging Markets Index sind vor allem große und mittelgroße Unternehmen enthalten. Das bedeutet: Du investierst in etablierte Firmen, nicht in kleine Nebenwerte.

Der Index deckt ungefähr 85 Prozent der frei handelbaren Marktkapitalisierung in den 24 Schwellenländern ab. Diese Abdeckung stellt sicher, dass du die wichtigsten Unternehmen dieser Märkte in deinem Depot hast.

Kurz erklärt

Marktkapitalisierung

Der Börsenwert eines Unternehmens, berechnet aus Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Im MSCI Emerging Markets Index sind vor allem große und mittelgroße Unternehmen enthalten.

Der Index deckt ungefähr 85 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung in Schwellenländern ab.

06 · Vergleich

Fondsgröße: Warum sie für dich wichtig ist

Die Fondsgröße gibt an, wie viel Anlegergeld in einem ETF steckt. Ein großes Fondsvolumen spricht für eine hohe Nachfrage und kann die Handelbarkeit verbessern.

Der größte MSCI Emerging Markets ETF ist der Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF 1C mit 12.482 Millionen Euro Fondsvolumen.

Danach folgen der iShares MSCI EM UCITS ETF (Acc) mit 9.236 Millionen Euro und der iShares MSCI EM UCITS ETF (Dist) mit 8.991 Millionen Euro. ETFs mit einem Volumen von mehreren Milliarden Euro gelten als etabliert. Kleinere Fonds können ebenfalls solide sein, haben aber manchmal höhere Handelskosten.

Fondsgröße ausgewählter MSCI Emerging Markets ETFs
ETFFondsgröße in Mio. EUR
Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF 1CXtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF 1C12.482
iShares MSCI EM UCITS ETF (Acc)iShares MSCI EM UCITS ETF (Acc)9.236
iShares MSCI EM UCITS ETF (Dist)iShares MSCI EM UCITS ETF (Dist)8.991

07 · Kosten

Kosten und Gesamtkostenquote (TER) verstehen

Die Gesamtkostenquote, auch Total Expense Ratio oder TER genannt, ist die jährliche Gebühr für die Verwaltung des ETFs. Sie wird direkt vom Fondsvermögen abgezogen und schmälert deine Rendite.

Die Spanne bei MSCI Emerging Markets ETFs reicht von 0,09 bis 0,55 Prozent pro Jahr.

Die günstigsten ETFs liegen bei 0,09 Prozent pro Jahr, typische ETFs bei 0,18 Prozent pro Jahr. Aktive Fonds sind in der Regel deutlich teurer. Die TER wird unabhängig von deiner Rendite fällig, daher lohnt sich ein genauer Blick auf die Kosten.

Jährliche Gesamtkostenquote (TER) von MSCI Emerging Markets ETFs

Günstigste ETFs0,09 % p.a.
Typische ETFs0,18 % p.a.
Teuerste ETFs0,55 % p.a.

08 · Vergleich

Anleihen als Alternative oder Ergänzung?

Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, mit denen Staaten oder Unternehmen sich Geld leihen. Sie funktionieren anders als Aktien und können ein Depot stabilisieren.

Ein Emerging Markets Aktien ETF erzielt Erträge aus Kursgewinnen und Dividenden, während Anleihen regelmäßige Zinszahlungen und die Rückzahlung zum Nennwert bieten.

Das Risiko eines Aktien-ETF ist höher, mit starken Kursschwankungen. Anleihen haben ein geringeres Risiko, abhängig von der Bonität des Emittenten. Für Anfängerinnen ist ein Aktien-ETF oft der einfachere Einstieg. Anleihen können später als Beimischung sinnvoll sein.

Emerging Markets Aktien ETF und Anleihen im Vergleich
MerkmalEmerging Markets Aktien ETFAnleihen
Rolle im PortfolioRolle im PortfolioErgänzung zu einem Industrieländer-Portfolio, um die globale Diversifikation abzurunden und eine zu starke Konzentration auf einzelne Industrieländer zu vermeidenStabilitätsbaustein zur Risikosenkung

09 · Schritt für Schritt

Anlagehorizont und ETF-Sparplan: So gehst du vor

Ein ETF-Sparplan ist eine einfache Möglichkeit, regelmäßig Geld in einen Emerging Markets ETF zu investieren. Wichtig ist ein langer Atem, denn die Kurse können stark schwanken.

Plane mit einem Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren. So kannst du kurzfristige Verluste aussitzen und von langfristigem Wirtschaftswachstum profitieren. Schon kleine Beträge ab 25 Euro pro Monat sind möglich.

Wähle eine monatliche Sparrate, die du langfristig beibehalten kannst, ohne in finanzielle Engpässe zu geraten. Richte einen Sparplan auf einen MSCI Emerging Markets ETF ein, die Ausführung erfolgt automatisch zu einem festen Termin im Monat. Vermeide es, bei Kurseinbrüchen zu verkaufen.

01

Anlagehorizont festlegen

Plane mit mindestens 10 bis 15 Jahren. So kannst du kurzfristige Verluste aussitzen und von langfristigem Wirtschaftswachstum profitieren.

02

Monatliche Sparrate wählen

Schon kleine Beträge ab 25 Euro pro Monat sind möglich. Wähle eine Rate, die du langfristig beibehalten kannst, ohne in finanzielle Engpässe zu geraten.

03

ETF-Sparplan einrichten

Richte einen Sparplan auf einen MSCI Emerging Markets ETF ein. Die Ausführung erfolgt automatisch zu einem festen Termin im Monat.

04

Langfristig dabeibleiben

Vermeide es, bei Kurseinbrüchen zu verkaufen. In Bärenmärkten fallen Emerging Markets ETFs oft überproportional, erholen sich aber in Bullenmärkten meist wieder.

10 · Was gilt

Bullenmarkt und Bärenmarkt: So verhält sich dein ETF

In starken Aufwärtsphasen können Emerging Markets ETFs die etablierten Industrieländer überflügeln. In Korrekturen ziehen Anleger ihr Kapital oft ab, wodurch die Kurse teils tiefer fallen.

In einem Bullenmarkt ist eine Outperformance gegenüber Industrieländern möglich. Das dynamische Wirtschaftswachstum der Schwellenländer treibt die Kurse, und Anleger sind bereit, höhere Risiken einzugehen. In starken globalen Aufwärtsphasen können MSCI Emerging Markets ETFs die etablierten Industrieländer überflügeln.

In einem Bärenmarkt ist ein überproportionaler Rückschlag gegenüber Industrieländern möglich. Anleger ziehen ihr Kapital in als sicher geltende Anlagen ab. Die breite Streuung fängt jedoch das Totalverlustrisiko einzelner Unternehmen ab.

Bullenmarkt

·Outperformance gegenüber Industrieländern möglich
·Dynamisches Wirtschaftswachstum der Schwellenländer treibt die Kurse
·Anleger sind bereit, höhere Risiken einzugehen

Bärenmarkt

·Überproportionaler Rückschlag gegenüber Industrieländern möglich
·Kapitalabzug in als sicher geltende Anlagen
·Breite Streuung fängt das Totalverlustrisiko einzelner Unternehmen ab

11 · Fehler vermeiden

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Viele Anfängerinnen machen beim Einstieg in Emerging Markets ETFs ähnliche Fehler. Wer sie kennt, kann sie leichter umgehen.

Ein zu kurzer Anlagehorizont führt oft zu Verlusten, wenn du nach wenigen Jahren verkaufst. Ein zu hoher Anteil im Depot von mehr als 40 Prozent Schwellenländer erhöht das Risiko deutlich. Ständiges Umschichten verursacht Kosten und schmälert die Rendite.

Panikverkäufe im Bärenmarkt führen dazu, dass du die anschließende Erholung verpasst. Nur auf die vergangene Performance zu schauen ist ebenfalls ein Fehler, denn eine hohe Rendite der letzten Jahre garantiert keine zukünftige Entwicklung.

Häufige Fehler beim Investieren in Emerging Markets ETFs

·Zu kurzer Anlagehorizont: Wer nach wenigen Jahren verkauft, realisiert oft Verluste.
·Zu hoher Anteil im Depot: Mehr als 40 Prozent Schwellenländer erhöhen das Risiko deutlich.
·Ständiges Umschichten: Häufiges Kaufen und Verkaufen verursacht Kosten und schmälert die Rendite.
·Panikverkäufe im Bärenmarkt: Wer bei Kursrutschen verkauft, verpasst die anschließende Erholung.
·Nur auf die vergangene Performance schauen: Eine hohe Rendite der letzten Jahre garantiert keine zukünftige Entwicklung.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026