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Erfahrungen mit Emerging-Markets-ETFs: Was du vor dem Kauf wissen solltest

Emerging-Markets-ETFs bilden Aktien aus Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien ab. Sie können ein Weltportfolio sinnvoll ergänzen, bringen aber besondere Risiken mit, die du kennen solltest.

10 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Ein Schwellenländer-Anteil von 10 bis 40 Prozent im Aktienportfolio gilt als sinnvolle Beimischung.
  • Die wichtigsten Indizes für Schwellenländer-ETFs sind der MSCI Emerging Markets und der FTSE Emerging.
  • Politische und regulatorische Risiken sind in Schwellenländern deutlich höher als in Industrieländern.
  • Achte bei der ETF-Auswahl auf Fondsvolumen, Kosten und die Art der Indexabbildung.

01 · Grundlagen

Was sind Emerging Markets?

Emerging Markets ist der englische Begriff für Schwellenländer. Diese Länder befinden sich im Übergang vom Entwicklungsland zum Industrieland und weisen besondere wirtschaftliche Merkmale auf.

Die Weltbank kategorisiert 55 Länder als Schwellenländer, deren Bruttonationaleinkommen pro Kopf zwischen 4.496 und 13.935 US-Dollar liegt. Der Internationale Währungsfonds listet dagegen über 150 Länder in dieser Gruppe, was zeigt, wie unterschiedlich die Definitionen ausfallen können. Für deine Geldanlage ist vor allem die Einteilung der Indexanbieter MSCI und FTSE relevant, denn sie bestimmt, welche Unternehmen in deinem ETF landen.

MSCI teilt die Welt in fünf Marktkategorien ein: Developed Markets, Emerging Markets, Frontier Markets, Advanced Frontier Markets und Standalone Markets. FTSE unterscheidet vier Kategorien und differenziert zusätzlich zwischen Advanced Emerging und Secondary Emerging. Diese Einteilung hat direkte Folgen für dein Portfolio, weil ein Land je nach Anbieter in einem anderen Index auftauchen kann.

  • Schwellenländer erzielen aufgrund hoher Produktivität bei vergleichsweise geringem Lohnniveau überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten.
  • Sie haben ein rasant wachsendes Pro-Kopf-Einkommen und ein hohes Entwicklungspotenzial.
  • Die Börsen in diesen Ländern haben oft ein geringeres Handelsvolumen, was die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreisen erhöht.

Kurz erklärt

Emerging Markets

Schwellenländer sind Volkswirtschaften, die sich in einem umfassenden Wandlungsprozess befinden. Sie erzielen aufgrund hoher Produktivität bei vergleichsweise geringem Lohnniveau überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten und haben ein rasant wachsendes Pro-Kopf-Einkommen.

Indexanbieter wie MSCI und FTSE teilen Länder je nach Wirtschaftsleistung und Marktzugang in Industrie- und Schwellenländer ein. Diese Einteilung ist für die Zusammensetzung von ETFs entscheidend.

02 · Vergleich

MSCI, FTSE und die Länderauswahl im Vergleich

Die beiden großen Indexanbieter MSCI und FTSE kategorisieren Länder nicht immer gleich. Das wirkt sich direkt auf die Zusammensetzung deines Schwellenländer-ETF aus.

Die Unterschiede zwischen den beiden großen Indexanbietern fallen bei einigen Ländern deutlich aus. Südkorea wird von FTSE als Industrieland geführt, während MSCI das Land weiterhin als Schwellenland einstuft. Polen gilt bei FTSE als Developed Market, bei MSCI dagegen als Emerging Market.

MSCI listet insgesamt 24 Schwellenländer auf, FTSE kommt auf 23. Die Abweichungen entstehen durch unterschiedliche Kriterien bei der Bewertung von Marktzugang und Börsenstruktur. Für dich bedeutet das: Ein ETF auf den MSCI Emerging Markets enthält südkoreanische Unternehmen, ein ETF auf den FTSE Emerging nicht.

  • Island wird von MSCI als Frontier Market geführt, von FTSE als Emerging Market.
  • Peru ist bei MSCI ein Emerging Market, bei FTSE ein Frontier Market.
  • Rumänien stuft MSCI als Advanced Frontier ein, FTSE als Emerging Market.
Unterschiede in der Länderklassifizierung zwischen MSCI und FTSE
MSCIFTSE
SüdkoreaEmerging MarketDeveloped Market
PolenEmerging MarketDeveloped Market
IslandFrontier MarketEmerging Market
PeruEmerging MarketFrontier Market

03 · Checkliste

Welche Kriterien ein Land zum Schwellenland machen

Indexanbieter prüfen genau, ob ein Land die Anforderungen für eine Einstufung als Schwellenland erfüllt. Diese Kriterien erklären, warum manche Länder anders eingestuft werden, als du vielleicht erwartest.

MSCI verlangt von einem Schwellenland mindestens drei Unternehmen mit einer Streubesitzmarktkapitalisierung von mehr als 1.482 Millionen US-Dollar. Zusätzlich müssen mindestens 15 Prozent der Marktkapitalisierung regelmäßig gehandelt werden, gemessen an der Annualized Traded Value Ratio. Diese Anforderungen stellen sicher, dass du als Anlegerin überhaupt handelbare Wertpapiere vorfindest.

Der Marktzugang für ausländische Investoren muss mindestens moderat bis signifikant sein. Kapitalzuflüsse und Kapitalabflüsse müssen zumindest teilweise möglich sein, und der geldpolitische Handlungsrahmen muss eine moderate Effizienz aufweisen. China erfüllt die Kriterien für ein Industrieland nicht, weil das Bruttonationaleinkommen pro Kopf zu niedrig ist und der Marktzugang für ausländische Investoren eingeschränkt bleibt.

  • Der institutionelle Rahmen muss eine moderate Stabilität bieten, damit ausländische Anleger Rechtssicherheit haben.
  • Russland wurde nach dem Angriff auf die Ukraine zum Standalone Market herabgestuft, weil der Marktzugang seit März 2022 eingeschränkt ist.
  • Die Kriterien werden jährlich überprüft, sodass sich die Zusammensetzung der Indizes ändern kann.

Kriterien von MSCI für Schwellenländer

01

Mindestens drei Unternehmen mit einer Streubesitzmarktkapitalisierung von mehr als 1.482 Millionen US-Dollar

02

Mindestens 15 Prozent der Marktkapitalisierung müssen regelmäßig gehandelt werden (Annualized Traded Value Ratio)

03

Ein moderater bis signifikanter Marktzugang für ausländische Investoren muss gegeben sein

04

Kapitalzuflüsse und Kapitalabflüsse müssen zumindest teilweise möglich sein

05

Der geldpolitische Handlungsrahmen muss eine moderate Effizienz aufweisen

06

Der institutionelle Rahmen muss eine moderate Stabilität bieten

04 · Was gilt

Chancen und Risiken von Schwellenländer-ETFs

Schwellenländer bieten Wachstumschancen, die in Industrieländern oft geringer ausfallen. Gleichzeitig sind die Risiken nicht zu unterschätzen, wie die Entwicklung einzelner Länder in den vergangenen Jahren gezeigt hat.

Schwellenländer tragen maßgeblich zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und durchlaufen einen dynamischen Industrialisierungsprozess. Das geringe Lohnniveau wirkt als Wettbewerbsvorteil und führt zu steigender Produktivität. In den vergangenen Jahrzehnten haben Schwellenländer für einen Rendite-Boost in Weltportfolios gesorgt, auch wenn die Performance der letzten Jahre vergleichsweise schwach ausfiel.

Die Risiken liegen vor allem in politischen und regulatorischen Eingriffen, die einzelne Länder betreffen können. Währungen von Schwellenländern schwanken gegenüber Dollar, Euro oder Yen oft stark, was deine Rendite in Euro beeinflusst. Ein Schwellenländer-Anteil von 10 bis 40 Prozent am Aktienportfolio gilt als sinnvoll und hängt von deiner Risikotragfähigkeit ab.

  • Die Börsen in Schwellenländern haben oft ein geringeres Handelsvolumen, was zu höheren Spreads führt.
  • Die Regeln für Aktiengesellschaften sehen in vielen Ländern weniger Transparenz vor, was die Informationsbeschaffung erschwert.
  • Für Anleger aus dem Ausland kann es schwieriger sein, Geld anzulegen und zurückzubekommen als für Einheimische.

Chancen

·Überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten der Volkswirtschaften
·Dynamischer Industrialisierungsprozess und steigende Produktivität
·Geringes Lohnniveau als Wettbewerbsvorteil
·Hohes Entwicklungspotenzial und wachsendes Pro-Kopf-Einkommen
·Breitere Diversifikation im Weltportfolio

Risiken

·Politische und regulatorische Risiken in einzelnen Ländern
·Eingeschränkter Marktzugang für ausländische Investoren
·Stärkere Schwankungen der lokalen Währungen
·Geringeres Handelsvolumen an den Börsen und höhere Spreads
·Weniger Transparenz bei Unternehmensinformationen

05 · Checkliste

So findest du einen passenden Schwellenländer-ETF

Nicht jeder ETF auf Schwellenländer ist gleich gut geeignet. Einige objektive Kriterien helfen dir, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro reduziert das Risiko, dass der ETF wegen mangelnder Nachfrage geschlossen wird. Die physische Replikation stellt sicher, dass du die Aktien tatsächlich indirekt besitzt und nicht nur ein Zahlungsversprechen des Anbieters hältst. Achte außerdem auf eine Historie von mindestens fünf Jahren, damit du die Entwicklung des ETF einschätzen kannst.

Die laufenden Kosten sollten idealerweise unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen, denn jeder Prozentpunkt schmälert deine langfristige Rendite. Die Handelbarkeit an deiner Börse, zum Beispiel Xetra, sorgt dafür, dass du Anteile ohne größere Umstände kaufen und verkaufen kannst. Wiederanlegende Varianten eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau, ausschüttende für ein regelmäßiges Einkommen.

  • Prüfe, ob der ETF den MSCI Emerging Markets, den MSCI Emerging Markets IMI oder den FTSE Emerging abbildet.
  • Vergleiche die laufenden Kosten mehrerer ETFs auf denselben Index, bevor du dich entscheidest.
  • Stelle sicher, dass der ETF an deiner bevorzugten Börse gehandelt wird und ausreichend Liquidität bietet.

Auswahlkriterien für einen Emerging-Markets-ETF

01

Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro, damit der ETF nicht geschlossen wird

02

Physische Replikation, damit du die Aktien tatsächlich indirekt besitzt

03

Wiederanlegende oder ausschüttende Variante je nach deiner Strategie

04

Handelbarkeit an deiner Börse, zum Beispiel Xetra

05

Mindestens fünf Jahre Historie, damit du die Entwicklung einschätzen kannst

06 · Vergleich

Welche Indizes für Schwellenländer-ETFs relevant sind

Die meisten Schwellenländer-ETFs bilden einen von drei großen Indizes ab. Die Unterschiede liegen vor allem in der Anzahl der enthaltenen Unternehmen und der Abdeckung kleinerer Firmen.

Der MSCI Emerging Markets deckt große und mittelgroße Unternehmen aus 24 Ländern ab und gilt als Standard für die Beimischung im Weltportfolio. Der MSCI Emerging Markets IMI erweitert diese Abdeckung um kleinere Unternehmen, was die Diversifikation erhöht, aber auch die Volatilität leicht steigern kann. Der FTSE Emerging bietet eine Alternative mit etwas anderer Ländergewichtung, weil er Südkorea nicht als Schwellenland führt.

Die Wahl des Index beeinflusst, welche Unternehmen und Länder in deinem Portfolio landen. Ein ETF auf den MSCI Emerging Markets enthält südkoreanische Aktien, ein ETF auf den FTSE Emerging nicht. Für die meisten Anlegerinnen und Anleger ist der MSCI Emerging Markets oder der MSCI Emerging Markets IMI eine solide Wahl, weil sie die größte Marktabdeckung bieten.

  • Der MSCI Emerging Markets IMI deckt zusätzlich Small-Caps ab, was die Diversifikation erhöht.
  • Der FTSE Emerging unterscheidet zwischen Advanced Emerging und Secondary Emerging und gewichtet Länder dadurch anders.
  • Die Anzahl der enthaltenen Unternehmen variiert je nach Index und Anbieter, was die Streuung beeinflusst.
Die wichtigsten Indizes für Schwellenländer-ETFs
MSCI Emerging MarketsMSCI Emerging Markets IMIFTSE Emerging
AbdeckungGroße und mittelgroße UnternehmenGroße, mittelgroße und kleine UnternehmenGroße und mittelgroße Unternehmen
Anzahl Länder242423

07 · Kosten

Welche Kosten und Steuern bei Schwellenländer-ETFs anfallen

Die laufenden Kosten eines ETF schmälern deine Rendite. Auch die Besteuerung deiner Erträge solltest du von Anfang an einplanen.

Die laufenden Kosten für Schwellenländer-ETFs liegen typischerweise zwischen 0,15 und 0,30 Prozent pro Jahr. Diese Kosten werden direkt aus dem Fondsvermögen entnommen und schmälern deine Rendite, ohne dass du sie aktiv bezahlst. Bei Nischen-ETFs auf kleinere Indizes können die Kosten höher ausfallen, deshalb lohnt sich der Vergleich.

Auf deine Erträge aus dem ETF fallen Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent sowie Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Steuer an. Dank der Teilfreistellung für Aktienfonds sind 30 Prozent deiner Erträge steuerfrei, sodass du nur auf 70 Prozent der Gewinne Steuern zahlst. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr, bei zusammenveranlagten Ehepaaren bei 2000 Euro.

  • Erst oberhalb des Sparer-Pauschbetrags wird Abgeltungsteuer auf deine Erträge fällig.
  • Die Teilfreistellung gilt für alle Aktienfonds, also auch für Schwellenländer-ETFs.
  • Die laufenden Kosten werden unabhängig von deiner steuerlichen Situation fällig und reduzieren die Rendite direkt.

Kurz erklärt

Laufende Kosten (TER) pro Jahr

Typische Kostenpunkte bei einem Emerging-Markets-ETF

0,09 bis 0,55 Prozent

08 · Schritt für Schritt

So baust du Schwellenländer in dein Weltportfolio ein

Ein Weltportfolio muss nicht zwingend einen separaten Schwellenländer-ETF enthalten. Du kannst die Beimischung auch über einen einzigen globalen ETF erreichen.

Ein Anteil von 10 bis 40 Prozent am Aktienportfolio gilt als sinnvoll, die genaue Höhe hängt von deiner Risikotragfähigkeit und deinem persönlichen Geschmack ab. Du kannst einen separaten Schwellenländer-ETF kaufen und mit einem Industrieländer-ETF kombinieren, um deinen gewünschten Anteil exakt zu steuern. Alternativ deckt ein ETF auf den MSCI ACWI IMI oder FTSE All-World beide Regionen in einem Produkt ab.

Die Ein-Produkt-Lösung ist einfacher, weil du dich nicht um die Gewichtung kümmern musst. Der separate Kauf gibt dir mehr Kontrolle und ermöglicht es, den Schwellenländer-Anteil bewusst zu erhöhen oder zu senken. Prüfe vor dem Kauf, ob der Index deines ETF-Länder wie Südkorea oder Polen als Schwellenland oder Industrieland führt, denn das verändert deine tatsächliche Ländergewichtung.

  • Entscheide zuerst, wie hoch dein Schwellenländer-Anteil sein soll, bevor du Produkte auswählst.
  • Vergleiche die Indexzusammensetzung, um ungewollte Überlappungen oder Lücken zu vermeiden.
  • Berücksichtige, dass ein separater Schwellenländer-ETF zusätzliche Handelskosten verursachen kann.
01

Entscheide über deinen Schwellenländer-Anteil

Ein Anteil von 10 bis 40 Prozent am Aktienportfolio gilt als sinnvoll. Die genaue Höhe hängt von deiner Risikotragfähigkeit und deinem persönlichen Geschmack ab.

02

Wähle zwischen Einzel-ETF und Komplettlösung

Du kannst einen separaten Schwellenländer-ETF kaufen und mit einem Industrieländer-ETF kombinieren. Alternativ deckt ein ETF auf den MSCI ACWI IMI oder FTSE All-World beide Regionen in einem Produkt ab.

03

Prüfe die Indexzusammensetzung

Achte darauf, ob der Index deines ETF-Länder wie Südkorea oder Polen als Schwellenland oder Industrieland führt. Das beeinflusst deine tatsächliche regionale Gewichtung.

04

Setze auf wiederanlegende oder ausschüttende Variante

Für den langfristigen Vermögensaufbau sind wiederanlegende ETFs oft praktischer, weil Erträge automatisch reinvestiert werden. Ausschüttende Varianten eignen sich, wenn du regelmäßige Erträge nutzen möchtest.

09 · Fehler vermeiden

Typische Fehler im Umgang mit Schwellenländer-ETFs

Viele Anlegerinnen und Anleger unterschätzen die Besonderheiten von Schwellenländern. Diese Fehler kannst du vermeiden.

Ein zu hoher Schwellenländer-Anteil aus reiner Renditehoffnung kann dein Portfolio unnötig volatil machen. Die politischen Risiken in einzelnen Ländern werden oft unterschätzt, bis sie sich in Kursverlusten niederschlagen. Auch die Währungsrisiken wirken bei Schwellenländer-ETFs stärker als bei Industrieländer-ETFs, weil lokale Währungen gegenüber Euro oder Dollar stark schwanken können.

Der Kauf eines zu kleinen ETF mit geringem Fondsvolumen erhöht das Risiko einer Fondsschließung, was zu unfreiwilligen Verkäufen und steuerlichen Nachteilen führen kann. Verwechsle Frontier Markets nicht mit Emerging Markets, denn Frontier Markets sind deutlich kleiner, illiquider und für die meisten Privatanleger nicht geeignet. Achte außerdem auf die laufenden Kosten, die bei Nischen-ETFs höher ausfallen können.

  • Prüfe das Fondsvolumen, bevor du in einen Schwellenländer-ETF investierst.
  • Berücksichtige die Währungsrisiken, die deine Rendite in Euro beeinflussen.
  • Vergleiche die laufenden Kosten mehrerer ETFs auf denselben Index, um unnötige Gebühren zu vermeiden.

Häufige Fehler bei Emerging-Markets-ETFs

·Zu hoher Schwellenländer-Anteil im Portfolio aus reiner Renditehoffnung
·Unterschätzen der politischen Risiken in einzelnen Ländern
·Ignorieren der Währungsrisiken, die bei Schwellenländer-ETFs stärker wirken
·Kauf eines zu kleinen ETF mit geringem Fondsvolumen und höherem Schließungsrisiko
·Verwechslung von Frontier Markets und Emerging Markets bei der ETF-Auswahl
·Vernachlässigung der laufenden Kosten, die bei Nischen-ETFs höher ausfallen können

10 · Hintergrund

Was du über Frontier Markets wissen solltest

Unterhalb der Schwellenländer sind die Frontier Markets angesiedelt. Sie sind deutlich kleiner und illiquider, was das Investieren erschwert.

Frontier Markets sind Länder mit einem noch kleineren und schwerer zugänglichen Aktienmarkt als Schwellenländer. MSCI und FTSE führen sie in eigenen Indizes, die aber für die meisten Privatanleger nicht relevant sind. Die Börsen in diesen Ländern haben ein sehr geringes Handelsvolumen, was zu hohen Spreads führt und den Kauf und Verkauf von Anteilen erschwert.

Die Informationsbeschaffung über Unternehmen in Frontier Markets ist oft mühsam, weil die Regeln für Aktiengesellschaften weniger Transparenz vorsehen. Für ein Weltportfolio reicht die Abdeckung der Schwellenländer über den MSCI Emerging Markets oder FTSE Emerging in der Regel aus. Frontier Markets sind eine optionale Beimischung für sehr risikofreudige Anlegerinnen und Anleger, aber kein notwendiger Bestandteil eines soliden Portfolios.

  • Die Marktkapitalisierung der Unternehmen in Frontier Markets ist deutlich geringer als in Schwellenländern.
  • Die Liquidität ist so niedrig, dass schon kleine Orders die Kurse bewegen können.
  • Für den langfristigen Vermögensaufbau sind Schwellenländer-ETFs die bessere Wahl, weil sie liquider und transparenter sind.

Frontier Markets sind Länder mit einem noch kleineren und schwerer zugänglichen Aktienmarkt als Schwellenländer. MSCI und FTSE führen sie in eigenen Indizes, die aber für die meisten Privatanleger nicht relevant sind.

Die Börsen in Frontier Markets haben ein sehr geringes Handelsvolumen. Das führt zu hohen Spreads und erschwert den Kauf und Verkauf von Anteilen. Auch die Informationsbeschaffung über Unternehmen ist oft mühsam.

Für ein Weltportfolio reicht die Abdeckung der Schwellenländer über den MSCI Emerging Markets oder FTSE Emerging in der Regel aus. Frontier Markets sind eine optionale Ergänzung, die du nur mit sehr langem Atem und hoher Risikobereitschaft in Betracht ziehen solltest.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026