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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Emerging Markets ETF Einmalanlage: Dein einfacher Einstieg in die Schwellenländer

Du hast Geld auf der Seite und willst es gewinnbringend anlegen, ohne dich täglich um Aktien zu kümmern? Eine Einmalanlage in einen Emerging Markets ETF ist ein bewährter Weg, um von Wachstum in Schwellenländern zu profitieren. Wir erklären dir Schritt für Schritt, wie das funktioniert und worauf es ankommt.

ETF GrundlagenSchwellenländer investierenEinmalanlage Tipps
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Es ist eine Option für langfristigen Vermögensaufbau mit höherem Risiko.
Wie viel Geld?
Flexibel möglich.
Die Summe hängt von deinem Budget und den Kosten deiner Bank ab.
Wie lange anlegen?
Mindestens 10 Jahre.
Nur so lassen sich Kursschwankungen bei Aktien sinnvoll ausgleichen.
Was ist das Risiko?
Deutlich schwankend.
Schwellenländer reagieren stärker auf Krisen als Industrieländer.

Warum Emerging Markets auch dich betreffen

Vielleicht denkst du, dass Aktien aus Brasilien, Indien oder China nichts mit deinem Alltag zu tun haben. Doch das stimmt nicht. Die Unternehmen aus diesen Ländern stellen deine Elektronik her, fördern Rohstoffe für dein Auto und verkaufen ihre Produkte weltweit. Wenn du also ein Smartphone nutzt oder Kaffee trinkst, bist du bereits mit den Schwellenländern verbunden.

Für deine Geldanlage sind diese Märkte interessant, weil sie oft schneller wachsen als die Industrieländer. Eine wachsende Mittelschicht in Ländern wie Indien oder Indonesien kauft mehr Konsumgüter, baut Wohnungen und nutzt mehr Dienstleistungen. Dieses Wachstum schlägt sich langfristig in den Gewinnen der dortigen Unternehmen nieder.

Als deutscher Anleger hast du zudem einen Heimvorteil: Viele deutsche Konzerne erzielen einen großen Teil ihrer Umsätze in Schwellenländern. Ein Emerging Markets ETF ergänzt dein Depot jedoch sinnvoll, weil er dir direkten Zugang zu Unternehmen verschafft, die es bei uns nicht zu kaufen gibt. Du streust dein Risiko also breiter.

Wichtig ist: Eine Einmalanlage in diese Region ist kein Selbstläufer. Die Kurse schwanken stark, und es gibt Phasen, in denen Schwellenländer jahrelang hinter den Industrieländern zurückbleiben. Wer das versteht und langfristig denkt, kann jedoch von der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Regionen profitieren.

~10%
Anteil Schwellenländer an der globalen Wirtschaftsleistung (nominal).
> 1.000
Unternehmen sind in typischen Emerging Markets Indizes enthalten.
24 Stunden
Handelszeiten an den Börsen in Asien, Lateinamerika und Europa.

Die Grundlagen: Was ist ein ETF und was sind Emerging Markets?

Ein ETF, auch Indexfonds genannt, ist ein börsengehandelter Fonds. Stell dir vor, du kaufst nicht eine einzelne Aktie, sondern einen Korb voller Aktien. Dieser Korb bildet einen Index nach, also eine Liste von Unternehmen, die nach bestimmten Regeln zusammengestellt wird. Wenn du einen ETF kaufst, kaufst du also winzige Anteile an vielen Firmen gleichzeitig.

Der Begriff Emerging Markets bedeutet übersetzt aufstrebende Märkte. Damit sind Länder gemeint, die sich von einem Entwicklungsland zu einer Industrienation wandeln. Dazu zählen zum Beispiel China, Indien, Brasilien, Südafrika, Taiwan und Südkorea. Diese Länder haben oft junge Bevölkerungen und eine schnell wachsende Wirtschaft.

Ein Emerging Markets ETF bündelt die Aktien der größten und wichtigsten Unternehmen aus diesen Ländern. Der bekannteste Index dafür ist der MSCI Emerging Markets. Er enthält über tausend Firmen aus allen relevanten Branchen, von Technologiekonzernen bis zu Banken. So bekommst du mit einem einzigen Kauf ein breit gestreutes Portfolio.

Der entscheidende Vorteil gegenüber dem Kauf einzelner Aktien ist die Risikostreuung. Wenn ein Unternehmen in China Pleite geht, ist das für deinen ETF kaum ein Problem, weil hunderte andere Firmen den Verlust ausgleichen. Für Einsteiger ist ein ETF daher die einfachste und sicherste Methode, in Schwellenländer zu investieren.

So funktioniert die Einmalanlage in einen Emerging Markets ETF

Bei einer Einmalanlage investierst du einen festen Betrag auf einen Schlag. Das ist der Unterschied zum Sparplan, bei dem du monatlich kleine Summen zahlst. Du entscheidest also: Ich habe 5.000 Euro oder 20.000 Euro und kaufe dafür einmalig ETF-Anteile. Danach lässt du das Geld einfach liegen.

Der Ablauf ist denkbar einfach. Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dort suchst du dir einen passenden Emerging Markets ETF aus und gibst eine Order auf. Der Kauf wird zum aktuellen Börsenkurs ausgeführt. Danach besitzt du die Anteile und bist am Erfolg der Unternehmen beteiligt.

Der große Vorteil der Einmalanlage ist der Zinseszinseffekt. Dein Geld wird ab dem ersten Tag für dich arbeiten. Wenn du 10.000 Euro anlegst und der Markt wächst, dann wächst nicht nur dein Einsatz, sondern auch die bereits erzielten Gewinne wachsen mit. Je länger du das Geld liegen lässt, desto stärker wirkt dieser Effekt.

Der Nachteil ist das Timing-Risiko. Wenn du kurz vor einem Kurssturz kaufst, ist dein Startkapital zunächst weniger wert. Bei einem Sparplan kaufst du automatisch zu verschiedenen Zeitpunkten und glättest so die Kursschwankungen. Für die Einmalanlage gilt daher: Je länger dein Anlagehorizont, desto geringer fällt dieses Risiko ins Gewicht.

Was kostet eine Einmalanlage? Ein Blick auf die Gebühren

Bevor du investierst, solltest du die Kosten kennen, denn sie schmälern deine Rendite. Es gibt drei wesentliche Kostenarten: die laufenden Kosten des ETFs, die Ordergebühr deiner Bank und mögliche Spread-Kosten. Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis und fällt bei großen ETFs meist gering aus.

Die laufenden Kosten, auch TER genannt, werden jährlich vom Fondsvermögen abgezogen. Sie decken die Verwaltung des Fonds ab. Bei Emerging Markets ETFs liegen diese Kosten etwas höher als bei ETFs auf Industrieländer, weil die Märkte komplexer sind. Achte auf einen ETF mit einer niedrigen TER, aber nicht ausschließlich darauf.

Die Ordergebühr ist die Gebühr, die deine Bank für die Ausführung des Kaufs verlangt. Sie ist oft ein fester Betrag oder ein prozentualer Anteil. Bei einer Einmalanlage fällt diese Gebühr nur einmal an. Deshalb ist die Einmalanlage bei größeren Beträgen kosteneffizienter als ein Sparplan mit vielen kleinen Käufen.

Ein Tipp: Viele Banken bieten Neukunden Aktionen mit kostenlosen ETF-Käufen an. Auch gibt es sogenannte Sparplan-Freundliche Broker, bei denen du eine Einmalanlage als Einzelorder ohne Gebühr ausführen kannst. Vergleiche die Konditionen, bevor du dich entscheidest. Die Kosten sind der einzige Faktor, den du als Anleger sicher beeinflussen kannst.

Worauf du bei der Auswahl des richtigen ETFs achten solltest

Nicht alle Emerging Markets ETFs sind gleich. Der wichtigste Unterschied liegt im Index, dem der ETF folgt. Der MSCI Emerging Markets ist der Klassiker, es gibt aber auch Indizes, die nur bestimmte Länder oder Branchen abbilden. Für Einsteiger ist ein breiter Index empfehlenswert, der alle großen Schwellenländer enthält.

Ein weiteres Kriterium ist die Replikationsmethode. Physisch replizierende ETFs kaufen die Aktien wirklich. Synthetische ETFs bilden die Wertentwicklung über Tauschgeschäfte nach. Beide Varianten sind sicher, aber physische ETFs sind oft einfacher zu verstehen. Achte darauf, ob der ETF thesaurierend ist, also Gewinne automatisch reinvestiert, oder ob er Dividenden ausschüttet.

Die Fondsgröße und das Handelsvolumen sind ebenfalls wichtig. Ein großer ETF mit einem hohen Handelsvolumen hat meist engere Spreads und ist liquider. Das bedeutet, du kannst ihn jederzeit zu einem fairen Preis kaufen oder verkaufen. Kleine ETFs können bei der Orderausführung teurer sein.

Prüfe außerdem, in welcher Währung der ETF geführt wird. Es gibt Varianten in Euro und in US-Dollar. Für dich als deutschen Anleger ist ein Euro-ETF praktischer, da du kein Währungsrisiko beim Kauf eingehst. Die zugrunde liegenden Aktien schwanken jedoch weiterhin in ihren Heimatwährungen, das lässt sich nicht vermeiden.

Typische Fehler bei der Einmalanlage und wie du sie vermeidest

Der häufigste Fehler ist, alles Geld auf einmal in den Markt zu werfen, ohne einen Notgroschen zurückzuhalten. Wenn du kurz nach dem Kauf dein Auto reparieren musst und keine Reserven hast, musst du deine ETF-Anteile womöglich zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen. Lege deshalb immer zuerst einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsgehältern an.

Ein weiterer Fehler ist das ständige Beobachten der Kurse. Emerging Markets sind volatil, also schwankungsanfällig. Wenn du jeden Tag auf dein Depot schaust und bei einem Minus von 10% panisch verkaufst, realisierst du den Verlust und verpasst die Erholung. Die Einmalanlage ist eine langfristige Entscheidung, kein Tagesgeschäft.

Viele Anleger versuchen auch, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Sie warten auf einen Crash, der nie kommt, oder kaufen nach einem Anstieg aus Angst, etwas zu verpassen. Studien zeigen, dass die Zeit im Markt wichtiger ist als das Timing. Wenn du einen langen Horizont hast, ist ein sofortiger Kauf meist besser als langes Zögern.

Schließlich solltest du nicht alles in einen einzigen ETF stecken, wenn du bereits andere Aktien besitzt. Ein Emerging Markets ETF ist eine Beimischung, kein Allheilmittel. Eine sinnvolle Faustregel ist, ihn mit einem Welt-ETF zu kombinieren, der auch Industrieländer abdeckt. So bist du global aufgestellt und nicht von einer Region abhängig.

Dein konkreter Fahrplan: So setzt du die Einmalanlage um

Schritt eins: Prüfe deine finanzielle Situation. Kläre, ob du Schulden mit hohen Zinsen hast und ob dein Notgroschen gefüllt ist. Nur Geld, das du wirklich langfristig nicht brauchst, solltest du in Aktien-ETFs investieren. Wenn du unsicher bist, starte mit einem kleineren Betrag und erhöhe später.

Schritt zwei: Eröffne ein Depot bei einem Broker deiner Wahl. Achte auf niedrige Ordergebühren, eine benutzerfreundliche App und gute Bewertungen. Die Eröffnung dauert meist nur wenige Minuten und ist kostenlos. Du benötigst dafür deinen Personalausweis und deine Steuer-ID.

Schritt drei: Wähle deinen ETF aus. Entscheide dich für einen breit aufgestellten Emerging Markets ETF mit niedriger TER und ausreichender Größe. Notiere dir die Wertpapierkennnummer, auch WKN genannt. Damit kannst du den Fonds eindeutig identifizieren und bei deiner Bank suchen.

Schritt vier: Gib deine Order auf. Lege den Betrag fest und wähle die Ausführungsart. Ein Tipp: Nutze eine Limit-Order, um einen maximalen Kaufpreis festzulegen. So verhinderst du, dass du bei einem plötzlichen Kurssprung zu viel zahlst. Nach der Ausführung bist du fertig und kannst deine Anlage liegen lassen.

Steuern und Freibeträge: Das solltest du wissen

In Deutschland unterliegen Gewinne aus ETFs der Abgeltungsteuer. Das bedeutet, dass auf deine Kursgewinne und Dividenden 25% Steuer anfallen, plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Staat gewährt dir jedoch einen Sparerpauschbetrag, der aktuell bei 1.000 Euro pro Person liegt. Dieser Betrag bleibt steuerfrei.

Um den Freibetrag zu nutzen, musst du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag einrichten. Ohne diesen Auftrag behält die Bank automatisch Steuern ein, die du dir später über die Steuererklärung zurückholen musst. Der Freistellungsauftrag ist in wenigen Minuten online erledigt und sollte vor dem ersten ETF-Kauf eingerichtet werden.

Bei thesaurierenden ETFs, die Gewinne reinvestieren, gibt es eine Besonderheit: Die Vorabpauschale. Jedes Jahr wird eine fiktive Wertsteigerung besteuert, auch wenn du nichts verkaufst. Diese Steuer wird mit deinem Freibetrag verrechnet. Für Einsteiger ist das kein Grund zur Sorge, aber du solltest wissen, dass auch ohne Verkauf Steuern anfallen können.

Wenn du deine ETF-Anteile verkaufst, zahlst du Steuern auf den Gewinn, also auf die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Verluste kannst du mit Gewinnen aus anderen Aktiengeschäften verrechnen. Die Steuerabwicklung übernimmt deine Bank automatisch, du musst die Gewinne nicht selbst in der Steuererklärung angeben.

Langfristig denken: Deine Strategie nach der Einmalanlage

Nachdem du deine Einmalanlage getätigt hast, beginnt die eigentliche Arbeit: das Nichtstun. Widerstehe der Versuchung, ständig zu handeln. Die historische Erfahrung zeigt, dass Buy-and-Hold, also Kaufen und Halten, für die meisten Anleger die erfolgreichste Strategie ist. Überprüfe dein Depot einmal im Jahr.

Eine jährliche Überprüfung bedeutet: Schau nach, ob der ETF noch zu deiner Strategie passt und ob die Kosten stabil geblieben sind. Du kannst auch ein Rebalancing durchführen, also deine Anteile zwischen verschiedenen ETFs anpassen. Das ist aber nur nötig, wenn du mehrere ETFs besitzt und deine Gewichtung stark abweicht.

Du kannst deine Position jederzeit durch weitere Einmalanlagen oder einen Sparplan ergänzen. Viele Anleger kombinieren beides: Sie legen einen größeren Betrag einmalig an und besparen danach monatlich weiter. So profitierst du sowohl vom Zinseszinseffekt als auch von der Kostendurchschnittung durch den Sparplan.

Vergiss nicht, deine Anlage regelmäßig zu hinterfragen. Emerging Markets sind politischen und wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Wenn sich deine Lebensumstände ändern, zum Beispiel durch ein Hauskauf oder den Ruhestand, kann es sinnvoll sein, deine Aktienquote zu reduzieren. Die Einmalanlage ist der Start, die Anpassung ist der Weg.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du den Betrag für mindestens 10 Jahre entbehren?
Würdest du einen Kursverlust von 40% ohne Panik aushalten?
Hast du bereits einen Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Das hängt von deinem Broker ab. Viele Online-Broker erlauben den Kauf bereits ab einem Euro, andere verlangen Mindestordervolumen von 50 oder 100 Euro. Für eine sinnvolle Einmalanlage solltest du jedoch mindestens 500 Euro einplanen, damit die Ordergebühr prozentual nicht zu stark ins Gewicht fällt.

Das kommt auf deine Situation an. Eine Einmalanlage hat statistisch gesehen eine höhere Renditechance, weil dein Geld länger im Markt ist. Ein Sparplan reduziert das Risiko von Kursschwankungen, weil du zu verschiedenen Zeitpunkten kaufst. Viele Anleger kombinieren beide Strategien.

Die größten Risiken sind politische Instabilität, Währungsschwankungen und geringere Transparenz an den Börsen. Die Kurse schwanken deutlich stärker als bei Industrieländern. Dazu kommen Länderrisiken wie Enteignungen oder Kapitalverkehrskontrollen. Langfristig gleichen sich diese Risiken jedoch oft aus.

Ja, das ist möglich. Aktienmärkte können jederzeit fallen, und es gibt keine Garantie auf Gewinne. Wenn du deine Anteile während einer Krise verkaufen musst, realisierst du Verluste. Bei einem Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren ist das Risiko eines Totalverlusts jedoch sehr gering.

Es gibt keinen objektiv besten ETF. Achte auf einen breiten Index wie den MSCI Emerging Markets, eine niedrige Kostenquote und eine ausreichende Fondsgröße. Beliebte Anbieter sind iShares, Xtrackers und Vanguard. Vergleiche die Konditionen und wähle den Fonds, der zu deinem Broker und deinen Zielen passt.

Beim Kauf selbst fallen keine Steuern an. Steuern zahlst du erst auf Gewinne, wenn du verkaufst, oder jährlich auf die Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs. Nutze deinen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro, indem du einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank einrichtest.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.