Ratgeber · Investieren
Beste Emerging Markets ETFs 2026: So findest du den passenden Schwellenländer-ETF
Ein ETF auf den MSCI Emerging Markets bringt Schwellenländer in dein Depot. Für die Auswahl des besten Emerging Markets ETF für 2026 zählen Kosten, Fondsvolumen und die Frage, ob du Ausschüttungen oder Thesaurierung bevorzugst.
10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Gesamtkostenquote (TER) für MSCI Emerging Markets ETFs liegt zwischen 0,09 und 0,55 Prozent pro Jahr.
- Der MSCI Emerging Markets Index bildet rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung in 24 Schwellenländern ab.
- Für ein klassisches Weltportfolio wird oft ein Anteil von 30 Prozent Schwellenländer am Aktienteil genannt.
- Achte neben der Wertentwicklung auf Fondsvolumen, Replikationsmethode und Ertragsverwendung.
01 · Grundlagen
Was ist der MSCI Emerging Markets Index?
Der Index ist der Maßstab für Schwellenländeraktien. Er definiert, welche Unternehmen und Länder in einem Standard-ETF enthalten sind.
Der Index enthält aktuell rund 1.178 Unternehmen aus 24 Schwellenländern. Er bildet damit ungefähr 85 Prozent der frei verfügbaren Marktkapitalisierung dieser Länder ab. Die Auswahl umfasst ausschließlich große und mittelgroße Unternehmen, sogenannte Large und Mid-Caps.
Die Sektorverteilung ist stark von Technologiewerten geprägt. Informationstechnologie kommt auf einen Anteil von 41,56 Prozent, gefolgt von Finanzdienstleistungen mit 19,71 Prozent und Nicht-Basiskonsumgütern mit 8,02 Prozent. Diese Konzentration auf wenige Branchen prägt die Kursbewegungen des gesamten Index.
Kurz erklärt
MSCI Emerging Markets Index
Ein internationaler Aktienindex, der die Wertentwicklung großer und mittelgroßer Unternehmen aus 24 Schwellenländern abbildet. Er deckt ungefähr 85 Prozent der Marktkapitalisierung in diesen Ländern ab.
Die Ländergewichtung wird von Taiwan, Südkorea und China angeführt. Informationstechnologie ist der am stärksten vertretene Sektor.
02 · Hintergrund
Warum Schwellenländer-ETFs zur Diversifikation beitragen
Mit einem Emerging Markets ETF erweiterst du dein Depot um Regionen, die in einem MSCI World fehlen. Das verändert die Risikostruktur deines Portfolios.
Ein reines Industrieländer-Portfolio konzentriert sich auf die USA, Europa und Japan. Schwellenländer wie Taiwan, Südkorea oder China bringen andere Wachstumstreiber und Währungsräume in dein Depot. Diese Ergänzung kann die Abhängigkeit von einzelnen Industrieländern verringern.
Die Diversifikation über mehr Länder und Unternehmen senkt das Risiko eines Totalverlusts durch ein einzelnes Unternehmen. Sie gleicht aber nicht die höhere Volatilität aus, die Schwellenländer in Krisenphasen zeigen können. In starken globalen Aufwärtsphasen können MSCI Emerging Markets ETFs die etablierten Industrieländer überflügeln, in Korrekturen fallen sie oft überproportional.
Ein reines Industrieländer-Portfolio konzentriert sich auf die USA, Europa und Japan. Schwellenländer wie Taiwan, Südkorea oder China bringen andere Wachstumstreiber und Währungsräume in dein Depot. Diese Ergänzung kann die Abhängigkeit von einzelnen Industrieländern verringern.
Die Diversifikation über mehr Länder und Unternehmen senkt das Risiko eines Totalverlusts durch ein einzelnes Unternehmen. Sie gleicht aber nicht die höhere Volatilität aus, die Schwellenländer in Krisenphasen zeigen können.
03 · Vergleich
Die Ländergewichtung im MSCI Emerging Markets
Die Zusammensetzung des Index ist nicht gleichmäßig. Einige Länder dominieren den Index deutlich, was ein Klumpenrisiko bedeutet.
Die drei größten Länderpositionen im MSCI Emerging Markets Index sind Taiwan mit 27,44 Prozent, Südkorea mit 20,84 Prozent und China mit 20,62 Prozent. Diese drei Länder stellen zusammen mehr als zwei Drittel des Index. Die restlichen 21 Länder teilen sich das verbleibende Gewicht.
Diese Konzentration bedeutet ein Klumpenrisiko. Die wirtschaftliche oder politische Entwicklung in nur einem dieser Länder, insbesondere in China oder Taiwan, kann den gesamten ETF spürbar bewegen. Du solltest dir dieser Abhängigkeit bewusst sein, bevor du einen hohen Anteil deines Depots in Schwellenländer investierst.
| Land | Gewicht im Index | |
|---|---|---|
| Taiwan | Taiwan | 27,44 Prozent |
| Südkorea | Südkorea | 20,84 Prozent |
| China | China | 20,62 Prozent |
04 · Kosten
So viel kosten Emerging Markets ETFs
Die jährlichen Kosten werden als Gesamtkostenquote (TER) ausgewiesen. Die Spanne bei MSCI Emerging Markets ETFs ist breit.
Die jährlichen Kosten eines MSCI Emerging Markets ETF werden als Gesamtkostenquote (TER) ausgewiesen. Die günstigsten Produkte liegen bei 0,09 Prozent pro Jahr. Verbreitete Standard-ETFs kosten zwischen 0,14 und 0,20 Prozent pro Jahr, während ältere oder speziellere Produkte bis zu 0,55 Prozent verlangen.
Die TER wird jährlich direkt vom Fondsvermögen abgezogen und schmälert deine Rendite. Ein Unterschied von 0,3 Prozentpunkten wirkt über lange Zeiträume deutlich. Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro macht das bereits 30 Euro pro Jahr aus, bevor Kursgewinne überhaupt eine Rolle spielen.
Jährliche Gesamtkostenquote (TER) bei MSCI Emerging Markets ETFs
05 · Checkliste
Woran du einen soliden ETF erkennst
Neben der Wertentwicklung entscheiden strukturelle Merkmale über die Qualität eines ETF. Diese Kriterien sind unabhängig vom aktuellen Kurs.
Neben der Wertentwicklung entscheiden strukturelle Merkmale über die Qualität eines ETF. Diese Kriterien sind unabhängig vom aktuellen Kurs und helfen dir, ein Produkt zu finden, das langfristig zu deiner Strategie passt.
- Ein Fondsvolumen über 500 Millionen Euro reduziert das Risiko, dass der ETF wegen zu geringer Größe geschlossen wird.
- Eine Gesamtkostenquote (TER) unter 0,20 Prozent pro Jahr hält die laufenden Kosten niedrig.
- Physische Replikation oder optimiertes Sampling vermeidet Kontrahentenrisiken, die bei synthetischen Swaps entstehen können.
- Ein Fondsdomizil in Irland oder Luxemburg sorgt für eine klare steuerliche Behandlung.
- Die Ertragsverwendung muss zu deiner Strategie passen: thesaurierend für Reinvestition, ausschüttend für regelmäßige Erträge.
Kriterien für die ETF-Auswahl
Fondsvolumen über 500 Millionen Euro, damit der ETF nicht wegen zu geringer Größe geschlossen wird
Gesamtkostenquote (TER) unter 0,20 Prozent pro Jahr
Physische Replikation oder optimiertes Sampling, um Kontrahentenrisiken zu vermeiden
Fondsdomizil Irland oder Luxemburg für eine klare steuerliche Behandlung
Ertragsverwendung passend zu deiner Strategie: thesaurierend für Reinvestition, ausschüttend für regelmäßige Erträge
06 · Was gilt
Thesaurierung oder Ausschüttung: Was für dich gilt
ETFs auf den MSCI Emerging Markets gibt es in beiden Varianten. Die Wahl hängt von deinem Sparer-Pauschbetrag und deinem Anlageziel ab.
ETFs auf den MSCI Emerging Markets gibt es in beiden Varianten. Bei thesaurierenden Fonds werden Erträge automatisch wieder im Fonds angelegt. Das ist geeignet für langfristigen Vermögensaufbau ohne regelmäßigen Ertragsbedarf. Die Steuer auf die Vorabpauschale wird jährlich fällig, auch ohne Ausschüttung.
Ausschüttende ETFs überweisen Dividenden auf dein Verrechnungskonto. Das ist sinnvoll, wenn du den Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr nutzen willst. Die Ausschüttungen zählen zu deinen Kapitalerträgen und werden mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag besteuert.
Thesaurierend
Dividenden werden auf dein Verrechnungskonto überwiesen
07 · Im Vertrag
Steuern auf deinen Emerging Markets ETF
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung. Das reduziert die Steuerlast auf Erträge und Gewinne.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, dass 30 Prozent der Erträge steuerfrei bleiben. Diese Regelung gilt für Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Kursgewinne gleichermaßen.
Auf den steuerpflichtigen Teil der Erträge fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Kapitalerträge bis 1000 Euro pro Person und Jahr bleiben durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro pro Jahr.
08 · Vergleich
Small-Caps als Ergänzung zum Standard-Index
Der klassische MSCI Emerging Markets Index enthält keine kleinen Unternehmen. Ein IMI-Index erweitert das Anlageuniversum.
Der klassische MSCI Emerging Markets Index enthält keine kleinen Unternehmen. Ein IMI-Index erweitert das Anlageuniversum auf 99 Prozent der Marktkapitalisierung und schließt Small-Caps mit ein. Der bekannteste Vertreter ist der iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF mit einem Fondsvolumen von 41,21 Milliarden Euro.
Der IMI-Index bietet breitere Diversifikation, kostet aber meist etwas mehr. Die typische TER liegt zwischen 0,18 und 0,35 Prozent pro Jahr, während Standard-ETFs bereits ab 0,09 Prozent erhältlich sind. Für die meisten Anleger ist der Standard-Index ausreichend, da Small-Caps nur einen kleinen Teil der Marktkapitalisierung ausmachen.
| Merkmal | MSCI Emerging Markets | MSCI Emerging Markets IMI | |
|---|---|---|---|
| Abdeckung der Marktkapitalisierung | Abdeckung der Marktkapitalisierung | 85 Prozent (Large und Mid-Caps) | 99 Prozent (inklusive Small-Caps) |
| Anzahl der Unternehmen | Anzahl der Unternehmen | Rund 1.178 Unternehmen | Deutlich mehr Unternehmen durch Small-Caps |
| Typische TER | Typische TER | 0,09 bis 0,20 Prozent p.a. | 0,18 bis 0,35 Prozent p.a. |
09 · Fehler vermeiden
Wachstumspotenzial und Volatilität richtig einordnen
Schwellenländer gelten als renditestark, aber auch als schwankungsanfällig. Beides gehört zusammen.
Schwellenländer gelten als renditestark, aber auch als schwankungsanfällig. Beides gehört zusammen. Die historische Wertentwicklung ist keine Garantie für die Zukunft, und Schwellenländer können über Jahre hinter Industrieländern zurückbleiben.
Ein Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren ist für diese Anlageklasse sinnvoll. Den ETF-Anteil im Depot zu hoch anzusetzen, ist ein typischer Fehler. Ein Anteil von 30 Prozent am Aktienteil gilt als Orientierung, nicht als Pflicht. Die politischen und regulatorischen Risiken in Schwellenländern, einschließlich Eingriffen in Unternehmen oder Kapitalverkehrskontrollen, solltest du nicht unterschätzen.
Typische Fehler im Umgang mit Emerging Markets ETFs
10 · Schritt für Schritt
So findest du den besten Emerging Markets ETF für 2026
Die Auswahl folgt einem klaren Ablauf. Er beginnt bei deiner Strategie und endet bei der konkreten Produktentscheidung.
Die Auswahl folgt einem klaren Ablauf. Er beginnt bei deiner Strategie und endet bei der konkreten Produktentscheidung. Definiere zuerst deinen Anlagehorizont und den gewünschten Anteil von Schwellenländern am Aktienteil deines Depots. Ein klassischer Wert sind 30 Prozent.
Entscheide dann, ob du den Standard-Index mit 85 Prozent Marktabdeckung oder den IMI-Index mit Small-Caps abbilden willst. Wähle zwischen thesaurierend und ausschüttend, und berücksichtige deinen Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr. Filtere abschließend ETFs mit einer TER unter 0,20 Prozent pro Jahr und einem Fondsvolumen über 500 Millionen Euro.
Anlagestrategie festlegen
Definiere deinen Anlagehorizont und den gewünschten Anteil von Schwellenländern am Aktienteil deines Depots. Ein klassischer Wert sind 30 Prozent.
Index auswählen
Entscheide, ob du den Standard-Index mit 85 Prozent Marktabdeckung oder den IMI-Index mit Small-Caps abbilden willst.
Ertragsverwendung bestimmen
Wähle zwischen thesaurierend und ausschüttend. Berücksichtige deinen Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr.
Kosten und Volumen vergleichen
Filtere ETFs mit einer TER unter 0,20 Prozent pro Jahr und einem Fondsvolumen über 500 Millionen Euro.
ETF kaufen oder Sparplan einrichten
Setze den gewählten ETF als Einmalkauf oder als monatlichen Sparplan um. Achte auf die Ordergebühren deines Depots.
Häufige Fragen
Fragen zu Beste Emerging Markets ETFs 2026
{{f.a}}
Investieren
Mehr zu Investieren
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber