Ratgeber · Investieren
Bausparvertrag: So funktioniert die Kombination aus Sparen und Darlehen
Ein Bausparvertrag verbindet eine Sparphase mit einem festverzinsten Darlehen für spätere Wohnvorhaben. Du sicherst dir damit heute schon die Zinsen für eine Finanzierung von morgen.
11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Du sparst zuerst rund 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme an.
- Nach der Zuteilung erhältst du dein Guthaben plus ein zinsgünstiges Bauspardarlehen.
- Der Darlehenszins steht von Anfang an fest und gibt dir Planungssicherheit.
- Staatliche Förderungen wie Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage können dein Guthaben erhöhen.
01 · Grundlagen
Was ist ein Bausparvertrag?
Ein Bausparvertrag ist ein Spar- und Finanzierungsinstrument, das Elemente des Sparens und der Immobilienfinanzierung kombiniert. Du baust gezielt Eigenkapital auf und erhältst später einen Anspruch auf ein Darlehen.
Du vereinbarst mit einer Bausparkasse eine feste Bausparsumme, die sich aus deinem späteren Sparguthaben und einem Bauspardarlehen zusammensetzt. In der Regel sparst du rund die Hälfte dieser Summe selbst an, die andere Hälfte erhältst du nach der Zuteilung als Darlehen. Der Zinssatz für dieses Darlehen steht bereits bei Vertragsabschluss fest und gibt dir Planungssicherheit.
Das Produkt ist an eine wohnwirtschaftliche Verwendung gebunden. Du kannst es für den Kauf, Bau oder die Modernisierung einer Immobilie nutzen, aber auch für eine spätere Anschlussfinanzierung. Als Studierende oder Berufseinsteigerin kannst du damit frühzeitig Eigenkapital aufbauen, ohne sofort eine Immobilie finanzieren zu müssen.
Die Bausparsumme ist die vertragliche Gesamtsumme aus deinem Sparguthaben und dem späteren Bauspardarlehen.
Kurz erklärt
Bausparvertrag
Ein Finanzprodukt, das eine Ansparphase mit einem festverzinsten Darlehen für wohnwirtschaftliche Zwecke verbindet.
Du vereinbarst eine Bausparsumme, die sich aus deinem Sparguthaben und dem späteren Bauspardarlehen zusammensetzt.
02 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert Bausparen in drei Phasen?
Der Ablauf eines Bausparvertrags gliedert sich in Ansparphase, Zuteilung und Darlehensphase. Jede Phase hat klare Voraussetzungen und Folgen für dein Geld.
In der Ansparphase zahlst du regelmäßig Sparraten ein, bis du das Mindestguthaben von meist 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme erreicht hast. Zusätzlich fließen staatliche Förderungen und Guthabenzinsen in deinen Vertrag. Der Regelsparbeitrag liegt häufig bei 5 Promille der Bausparsumme pro Monat, du kannst die Rate aber flexibel anpassen.
Die Zuteilung erfolgt, wenn du das Mindestguthaben angespart hast, eine Mindestsparzeit von durchschnittlich 12 Monaten abgelaufen ist und deine Bewertungszahl ausreicht. Diese Kennzahl setzt sich aus deiner Sparleistung und der Vertragslaufzeit zusammen. Sobald dein Vertrag zuteilungsreif ist, kannst du über Guthaben und Darlehen verfügen.
In der Darlehensphase rufst du die Bausparsumme ab und zahlst das Bauspardarlehen in gleichbleibenden monatlichen Raten zurück. Jede Rate besteht aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil, wobei der Zinsanteil im Laufe der Zeit sinkt und der Tilgungsanteil steigt. Die Höhe deiner Rate bleibt dabei konstant.
Ansparphase
Du zahlst regelmäßig Sparraten ein, bis du das Mindestguthaben von meist 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme erreicht hast. Zusätzlich können staatliche Förderungen und Guthabenzinsen dein Vermögen erhöhen.
Zuteilung
Sobald Mindestguthaben, Mindestsparzeit und Bewertungszahl erfüllt sind, wird dein Vertrag zuteilungsreif. Du kannst nun über dein Guthaben und das Bauspardarlehen verfügen.
Darlehensphase
Du rufst die Bausparsumme ab und zahlst das Bauspardarlehen in gleichbleibenden Raten aus Zins und Tilgung zurück. Der Zinssatz wurde bereits bei Vertragsabschluss festgelegt.
03 · Vergleich
Bausparvertrag oder klassisches Immobiliendarlehen?
Beide Wege führen zu einer Immobilienfinanzierung, unterscheiden sich aber in der Struktur. Der Vergleich zeigt, worauf du dich jeweils einlässt.
Ein klassisches Immobiliendarlehen bekommst du sofort ausgezahlt und tilgst es anschließend über viele Jahre. Die Zinsbindung liegt dabei meist bei 10 bis 15 Jahren, danach musst du neu verhandeln. Ein Bausparvertrag funktioniert umgekehrt: Du sparst zuerst und erhältst das Darlehen erst nach der Zuteilung, dafür steht der Darlehenszins von Anfang an fest.
Für dich als Studierende bedeutet das: Wenn du in einigen Jahren eine Immobilie kaufen oder modernisieren möchtest, kannst du dir heute schon die aktuellen Darlehenszinsen sichern. Der Nachteil ist, dass du während der Ansparphase auf dein Geld verzichtest und es nicht anderweitig investieren kannst.
Ein Bausparvertrag eignet sich besonders, wenn du langfristig planst und dir heutige Zinsen für eine spätere Finanzierung sichern möchtest.
| Bausparvertrag | Klassisches Immobiliendarlehen | |
|---|---|---|
| Reihenfolge | Erst sparen, dann Darlehen | Sofort Darlehen, dann tilgen |
| Zinssicherheit | Darlehenszins steht bei Abschluss fest | |
| Eigenkapitalaufbau | Gezieltes Ansparen vor der Finanzierung | |
| Förderung | Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage möglich |
04 · Was gilt
Welche staatlichen Förderungen gibt es beim Bausparen?
Der Staat unterstützt Bausparer unter bestimmten Voraussetzungen mit Zulagen. Diese fließen direkt in deinen Vertrag und erhöhen dein Sparguthaben.
Der Staat unterstützt Bausparer mit verschiedenen Zulagen, die direkt in deinen Vertrag fließen und dein Sparguthaben erhöhen. Die Wohnungsbauprämie erhältst du, wenn du die Bausparsumme später wohnwirtschaftlich verwendest. Die Arbeitnehmersparzulage wird auf vermögenswirksame Leistungen deines Arbeitgebers gewährt, sofern dein zu versteuerndes Einkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet.
Wohn-Riester ist eine weitere Option, wenn du selbstgenutztes Wohneigentum finanzieren möchtest. Die Förderung ist an Bedingungen geknüpft, etwa die spätere Verwendung für eine Immobilie. Nicht gefördert werden Konsumausgaben ohne Wohnbezug, reine Geldanlagen ohne spätere wohnwirtschaftliche Verwendung oder spekulative Kapitalanlagen.
Staatliche Zulagen fließen direkt in deinen Bausparvertrag und erhöhen dein Sparguthaben zusätzlich zu deinen eigenen Einzahlungen.
Wird gefördert
Wird nicht gefördert
05 · Kosten
Welche Kosten fallen bei einem Bausparvertrag an?
Neben den Sparraten entstehen beim Bausparen Gebühren, die du kennen solltest. Sie mindern anfangs dein Guthaben, sind aber planbar.
Die wichtigste Gebühr ist die Abschlussgebühr, die einmalig bei Vertragsbeginn fällig wird. Sie beträgt je nach Bausparkasse und Tarif zwischen 1,0 und 1,6 Prozent der Bausparsumme und wird meist mit deinen ersten Sparraten verrechnet. Das bedeutet, dein Guthaben wächst anfangs langsamer, weil ein Teil deiner Einzahlungen für die Gebühr verwendet wird.
Zusätzlich verlangen viele Bausparkassen ein Jahresentgelt von etwa 10 bis 20 Euro pro Jahr. Dem gegenüber steht der Guthabenzins, den du auf dein angespartes Kapital erhältst. Er liegt häufig nur bei 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr und ist damit niedriger als bei vielen anderen Sparformen.
Die Abschlussgebühr von 1,0 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme mindert anfangs dein Guthaben und sollte bei der Tarifwahl berücksichtigt werden.
Kurz erklärt
Abschlussgebühr
Typische Kostenbestandteile eines Bausparvertrags
1,0 bis 1,6 % der Bausparsumme
06 · Im Vertrag
Wichtige Fachbegriffe im Bausparvertrag
Bausparen nutzt eigene Begriffe, die du für deine Entscheidung verstehen solltest. Diese Klauseln und Kennzahlen bestimmen den Ablauf deines Vertrags.
Die Bausparsumme ist die vertraglich vereinbarte Gesamtsumme aus deinem Sparguthaben und dem späteren Bauspardarlehen. Sie bestimmt, wie viel Geld dir nach der Zuteilung insgesamt zur Verfügung steht. Der Regelsparbeitrag ist die monatliche Rate, die du laut Vertrag einzahlen solltest, oft 5 Promille der Bausparsumme.
Die Bewertungszahl ist eine Kennzahl aus deiner Sparleistung und der Vertragslaufzeit. Sie entscheidet, wer bei mehreren zuteilungsreifen Verträgen zuerst bedient wird. Zuteilungsreife bedeutet, dass alle Bedingungen für die Auszahlung von Guthaben und Darlehen erfüllt sind, also Mindestguthaben, Mindestsparzeit und Bewertungszahl erreicht wurden.
Die Bewertungszahl bestimmt die Reihenfolge der Zuteilung und setzt sich aus deiner Sparleistung und der Vertragslaufzeit zusammen.
Zentrale Begriffe und ihre Bedeutung
07 · Checkliste
Woran erkennst du einen passenden Bausparvertrag?
Nicht jeder Tarif passt zu deinem Vorhaben. Prüfe diese Kriterien, bevor du einen Vertrag abschließt.
Bevor du einen Vertrag abschließt, solltest du dein geplantes Vorhaben realistisch einschätzen. Die Bausparsumme muss dein Projekt abdecken, sonst entsteht später eine Finanzierungslücke. Gleichzeitig muss der Regelsparbeitrag dauerhaft in dein monatliches Budget passen, auch wenn sich deine Lebenssituation ändert.
Prüfe außerdem die Mindestsparzeit bis zur Zuteilung, damit du weißt, wann du über das Geld verfügen kannst. Der Darlehenszins sollte im Vergleich zu aktuellen Bauzinsen attraktiv sein, und die Abschlussgebühr sollte im Tarifvergleich angemessen erscheinen. Wenn du staatliche Förderungen beantragen möchtest, kläre vorher, ob du die Voraussetzungen erfüllst.
Die Bausparsumme muss dein geplantes Vorhaben realistisch abdecken, sonst bleibt später eine Finanzierungslücke.
Checkliste für die Tarifwahl
Die Bausparsumme deckt dein geplantes Vorhaben realistisch ab.
Der Regelsparbeitrag passt dauerhaft in dein monatliches Budget.
Die Mindestsparzeit bis zur Zuteilung ist dir bekannt.
Der Darlehenszins ist im Vergleich zu aktuellen Bauzinsen attraktiv.
Die Abschlussgebühr ist im Tarifvergleich angemessen.
Staatliche Förderungen kannst du voraussichtlich beantragen.
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Bausparen vermeiden
Ein Bausparvertrag bindet dich über Jahre. Diese Fehler führen oft zu unnötigen Kosten oder enttäuschten Erwartungen.
Ein häufiger Fehler ist eine zu niedrig gewählte Bausparsumme. Wenn dein Vorhaben später teurer wird als geplant, reicht die Summe nicht aus und du brauchst zusätzliche Finanzierungen. Umgekehrt führt eine zu hohe Sparrate oft dazu, dass du den Vertrag nach wenigen Monaten beitragsfrei stellst, weil du die Belastung unterschätzt hast.
Viele Bausparer erwarten die Zuteilung zu früh, obwohl Mindestsparzeit oder Bewertungszahl noch nicht erreicht sind. Andere rufen das Bauspardarlehen sofort ab, obwohl sie es noch nicht benötigen, und zahlen dann unnötig Zinsen. Auch verspätete Förderanträge führen dazu, dass du Zulagen verlierst, die dir zustehen würden.
Eine zu niedrig gewählte Bausparsumme ist einer der häufigsten Fehler und führt später zu einer Finanzierungslücke.
Häufige Fehler und wie du sie umgehst
09 · Hintergrund
Wie läuft die Zuteilung konkret ab?
Die Zuteilung ist der Übergang vom Sparen zur Finanzierung. Sie hängt von mehreren Faktoren ab, die du aktiv beeinflussen kannst.
Die Zuteilung erfolgt, wenn dein Vertrag zuteilungsreif ist. Dafür musst du das vertraglich vereinbarte Mindestguthaben angespart haben, das je nach Tarif bei 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme liegt. Zusätzlich verlangen viele Bausparkassen eine Mindestsparzeit, die durchschnittlich 12 Monate beträgt.
Die Bewertungszahl entscheidet, wer bei mehreren zuteilungsreifen Verträgen zuerst bedient wird. Sie setzt sich meist aus deiner Sparleistung und der Vertragslaufzeit zusammen. Sobald dein Vertrag zugeteilt ist, kannst du über dein Guthaben und das Bauspardarlehen verfügen, musst das Darlehen aber nicht sofort abrufen.
Die Zuteilung hängt von Mindestguthaben, Mindestsparzeit und Bewertungszahl ab, die du durch deine Einzahlungen aktiv beeinflussen kannst.
Die Zuteilung erfolgt, wenn dein Vertrag zuteilungsreif ist. Dafür musst du das vertraglich vereinbarte Mindestguthaben angespart haben, das je nach Tarif bei 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme liegt.
Zusätzlich verlangen viele Bausparkassen eine Mindestsparzeit, die durchschnittlich 12 Monate beträgt. Erst danach wird dein Vertrag für die Zuteilung berücksichtigt.
Die Bewertungszahl entscheidet, wer bei mehreren zuteilungsreifen Verträgen zuerst bedient wird. Sie setzt sich meist aus deiner Sparleistung und der Vertragslaufzeit zusammen.
Sobald dein Vertrag zugeteilt ist, kannst du über die Bausparsumme verfügen. Du musst das Darlehen aber nicht sofort abrufen, sondern kannst es auch zu einem späteren Zeitpunkt beantragen.
10 · Schritt für Schritt
Was passiert in der Darlehensphase?
Mit der Auszahlung beginnt die Rückzahlung deines Bauspardarlehens. Die Konditionen dafür kennst du bereits seit Vertragsabschluss.
Mit der Auszahlung erhältst du dein angespartes Guthaben und das Bauspardarlehen zusammen als Bausparsumme. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Rückzahlung des Darlehens. Du zahlst monatlich gleichbleibende Raten, die sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammensetzen.
Im Laufe der Rückzahlung verändert sich die Zusammensetzung der Rate: Der Zinsanteil sinkt, der Tilgungsanteil steigt. Die Höhe deiner monatlichen Rate bleibt dabei konstant, weil sie bereits bei Vertragsabschluss festgelegt wurde. Über die Laufzeit hinweg tilgst du das Darlehen vollständig.
Deine monatliche Rate bleibt während der gesamten Darlehensphase gleich, nur das Verhältnis von Zins und Tilgung verschiebt sich.
Auszahlung
Du erhältst dein angespartes Guthaben und das Bauspardarlehen zusammen als Bausparsumme ausgezahlt.
Rückzahlung
Du zahlst monatlich gleichbleibende Raten, die sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammensetzen.
Vollständige Tilgung
Über die Laufzeit hinweg tilgst du das Darlehen vollständig. Der Zinsanteil sinkt, der Tilgungsanteil steigt, die Rate bleibt gleich.
11 · Was gilt
Für welche Wohnvorhaben kannst du einen Bausparvertrag nutzen?
Die Bausparsumme ist nicht auf einen einzigen Zweck festgelegt. Du kannst sie für verschiedene wohnwirtschaftliche Projekte einsetzen.
Geeignet
Nicht geeignet
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