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Bausparvertrag Kosten: Alle Gebühren und Zinsen im Überblick

Ein Bausparvertrag kostet dich mehr als nur die monatliche Sparrate. Die Abschlussgebühr, entgangene Zinsen und spätere Darlehenskonditionen entscheiden darüber, ob sich das Modell für dich rechnet.

12 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die Abschlussgebühr liegt meist zwischen 1,0 und 1,6 Prozent der Bausparsumme und wird zu Beginn fällig.
  • Während der Sparphase bekommst du oft nur niedrige Guthabenzinsen, dafür sind die Darlehenszinsen später planbar.
  • Staatliche Förderungen wie Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage können die Kosten senken.
  • Die Zuteilungsreife hängt von der Bewertungszahl ab, nicht allein von der angesparten Summe.

01 · Kosten

Was kostet ein Bausparvertrag?

Die Kosten eines Bausparvertrags verteilen sich auf die Sparphase und die Darlehensphase. Entscheidend ist die Bausparsumme, denn von ihr hängen die wichtigsten Gebühren ab.

Die Abschlussgebühr ist der größte Einzelposten zu Beginn und liegt je nach Tarif zwischen 1,0 und 1,6 Prozent der Bausparsumme. Bei einer Bausparsumme von 100.000 Euro zahlst du also einmalig 1.000 bis 1.600 Euro, bevor dein Guthaben überhaupt zu wachsen beginnt.

Während der Sparphase bekommst du auf dein angespartes Kapital oft nur 0,1 bis 1,5 Prozent Zinsen pro Jahr. In der Darlehensphase zahlst du dagegen meist 1 bis 3 Prozent Zinsen auf das Bauspardarlehen, zusätzlich kann ein Agio von 1 bis 2 Prozent des Darlehensbetrags anfallen.

  • Die Abschlussgebühr wird einmalig fällig und direkt mit den ersten Sparraten verrechnet.
  • Die Guthabenzinsen sind oft niedriger als bei anderen Sparformen, dafür sicherst du dir den Anspruch auf ein günstiges Darlehen.
  • Alle Werte sind tarifabhängig und können je nach Bausparkasse abweichen.

Typische Kostenbestandteile eines Bausparvertrags

Abschlussgebühr (einmalig)1,0 bis 1,6 % der Bausparsumme
Darlehenszinsen (pro Jahr)meist 1 bis 3 %
Agio auf das Darlehen (einmalig)1 bis 2 % des Darlehensbetrags

02 · Grundlagen

So hoch ist die Abschlussgebühr

Die Abschlussgebühr ist das Entgelt für Beratung und Verwaltung. Sie wird einmalig fällig und direkt mit den ersten Sparraten verrechnet.

Die Abschlussgebühr beträgt in der Regel 1,0 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme. Sie deckt die Beratungs- und Verwaltungskosten der Bausparkasse ab und wird mit den laufenden Sparzahlungen verrechnet, bis sie vollständig beglichen ist.

Bei einer Bausparsumme von 100.000 Euro zahlst du also zwischen 1.000 und 1.600 Euro. Die Abschlussgebühr wird nicht zurückgezahlt, auch nicht anteilig, wenn du den Vertrag kündigst oder die Bausparsumme ermäßigst.

Nur bei einem wirksamen Widerruf innerhalb von zwei Wochen nach Unterzeichnung bekommst du die Gebühr zurück. Der Bundesgerichtshof hat die Abschlussgebühr 2010 als zulässig bestätigt, weil sie auch der Gemeinschaft der Bausparer zugutekommt.

Kurz erklärt

Abschlussgebühr

Einmaliges Entgelt der Bausparkasse für den Vertragsabschluss, das in der Regel 1,0 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme beträgt.

Bei einer Bausparsumme von 100.000 Euro zahlst du also zwischen 1.000 und 1.600 Euro.

03 · Hintergrund

Bausparsumme: Die Basis aller Kosten

Die Bausparsumme ist der vertraglich vereinbarte Gesamtbetrag. Sie setzt sich aus deinem angesparten Guthaben und dem späteren Bauspardarlehen zusammen.

Von ihr hängen die Abschlussgebühr, der Regelsparbeitrag, das Mindestguthaben und der Tilgungsbeitrag ab.

Je höher du die Bausparsumme wählst, desto teurer wird der Abschluss, weil die Abschlussgebühr prozentual berechnet wird. Erhöhst du die Bausparsumme später, fällt für den erhöhten Teil erneut eine Abschlussgebühr an.

Bei einer Ermäßigung der Bausparsumme bekommst du bereits gezahlte Gebühren nicht zurück. Deshalb lohnt es sich, die Bausparsumme von Anfang an realistisch zu planen und nicht zu hoch anzusetzen.

Die Höhe der Bausparsumme bestimmt die Abschlussgebühr, den Regelsparbeitrag, das Mindestguthaben und den Tilgungsbeitrag. Je höher du die Summe wählst, desto teurer wird der Abschluss.

Erhöhst du die Bausparsumme später, fällt für den erhöhten Teil erneut eine Abschlussgebühr an. Bei einer Ermäßigung bekommst du bereits gezahlte Gebühren nicht zurück.

04 · Vergleich

Sparphase: Diese Kosten und Erträge hast du

In der Sparphase zahlst du dein Guthaben an. Die Abschlussgebühr wird zuerst verrechnet, danach wächst dein Bausparguthaben.

In der Sparphase zahlst du dein Guthaben an, wobei die Abschlussgebühr zuerst verrechnet wird. Erst danach beginnt dein Bausparguthaben zu wachsen, und zwar mit Guthabenzinsen von oft nur 0,1 bis 1,5 Prozent pro Jahr.

Direkte Kosten entstehen in der Sparphase außer der Abschlussgebühr keine. Dafür sind die Erträge begrenzt: Die Guthabenzinsen sind oft niedriger als bei anderen Sparformen, du sicherst dir aber den Anspruch auf ein günstiges Darlehen.

  • Die Abschlussgebühr von 1,0 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme wird einmalig fällig.
  • Staatliche Förderungen wie Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage und vermögenswirksame Leistungen können deine Kosten senken.
  • Die Guthabenzinsen erhöhen dein angespartes Kapital nur langsam.
Kosten und Erträge in der Sparphase
KostenErträge
Abschlussgebühr1,0 bis 1,6 % der Bausparsumme, einmalig
Staatliche FörderungWohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage, vermögenswirksame Leistungen

05 · Schritt für Schritt

Zuteilungs­reife: Wann dein Vertrag bereit ist

Die Zuteilung ist der Moment, in dem du über dein Guthaben und das Bauspardarlehen verfügen kannst. Voraussetzung ist die Zuteilungsreife.

Voraussetzung ist die Zuteilungsreife, die du erreichst, wenn du das tariflich festgelegte Mindestguthaben angespart hast.

Das Mindestguthaben liegt oft bei 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme. Zusätzlich musst du die Zielbewertungszahl erreichen, die mit deinen Sparraten und der Sparzeit steigt und die Reihenfolge der Zuteilung bestimmt.

01

Mindestguthaben ansparen

Du erreichst das tariflich festgelegte Mindestguthaben. Die Höhe hängt von deinem Tarif und der Bausparsumme ab.

02

Bewertungszahl erreichen

Die Bewertungszahl steigt mit deinen Sparraten und der Sparzeit. Sie bestimmt die Reihenfolge der Zuteilung.

03

Zuteilung annehmen

Die Bausparkasse teilt dir den Vertrag zu. Du kannst das Guthaben und das Darlehen für wohnungswirtschaftliche Zwecke nutzen.

06 · Vergleich

Darlehensphase: Das kostet dich das Bauspardarlehen

Nach der Zuteilung kannst du das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen. Die Konditionen stehen bereits bei Vertragsabschluss fest.

Der Zinssatz für das Bauspardarlehen beträgt meist 1 bis 3 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von meist 7 bis 15 Jahren. Zusätzlich verlangen einige Bausparkassen ein Agio von 1 bis 2 Prozent des Darlehensbetrags, das zu Finanzierungsbeginn aufgeschlagen wird.

  • Das Bauspardarlehen darf nur für wohnungswirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden, etwa Kauf, Bau oder Modernisierung.
  • Ein Bankdarlehen hat oft flexiblere Laufzeiten, aber marktabhängige und häufig höhere Zinsen.
  • Das Agio gilt als Zinsvorauszahlung und wird bei vorzeitiger Rückzahlung anteilig erstattet.
Bauspardarlehen im Vergleich zu anderen Darlehen
BauspardarlehenBankdarlehen
ZinssatzMeist 1 bis 3 % pro Jahr, festgeschrieben
LaufzeitMeist 7 bis 15 Jahre
Zusätzliche KostenEventuell Agio von 1 bis 2 % des Darlehensbetrags

07 · Was gilt

Staatliche Förderung: So senkst du deine Kosten

Mit staatlichen Zulagen kannst du die Kosten deines Bausparvertrags reduzieren. Die wichtigsten Instrumente sind Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage und vermögenswirksame Leistungen.

Die Arbeitnehmersparzulage beträgt 9 Prozent auf jährliche vermögenswirksame Leistungen von maximal 470 Euro, also höchstens 43 Euro im Jahr. Seit 2024 gibt es die Zulage bis zu einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 40.000 Euro bei Alleinstehenden und 80.000 Euro bei Ehepaaren.

  • Die Wohnungsbauprämie ist ein Zuschuss auf deine Sparleistungen, wenn du die Einkommensgrenzen einhältst.
  • Vermögenswirksame Leistungen sind ein Zuschuss deines Arbeitgebers, den du auf den Bausparvertrag einzahlen lässt.
  • Die Abschlussgebühr kannst du nur als Werbungskosten absetzen, wenn du die finanzierte Immobilie vermietest.

Kannst du nutzen

·Wohnungsbauprämie: Zuschuss auf deine Sparleistungen, wenn du die Einkommensgrenzen einhältst
·Arbeitnehmersparzulage: 9 Prozent auf vermögenswirksame Leistungen von maximal 470 Euro pro Jahr
·Vermögenswirksame Leistungen: Zuschuss deines Arbeitgebers, den du auf den Bausparvertrag einzahlen lässt

Nicht möglich

·Arbeitnehmersparzulage bei einem zu versteuernden Einkommen über 40.000 Euro (Alleinstehende) oder 80.000 Euro (Ehepaare)
·Wohnungsbauprämie bei Überschreiten der Einkommensgrenzen
·Steuerlicher Abzug der Abschlussgebühr bei selbst genutzter Immobilie

08 · Grundlagen

Bewertungs­zahl: Der Schlüssel zur Zuteilung

Die Bewertungszahl bestimmt, wann dein Bausparvertrag zugeteilt wird. Sie hängt von deiner Sparleistung und der Zeit ab, die dein Geld im Vertrag liegt.

Die Bewertungszahl ist eine Kennzahl, die die Bausparkasse aus deinen Sparraten, der Sparzeit und dem Verhältnis zum Mindestguthaben berechnet. Sie legt fest, in welcher Reihenfolge die Verträge zugeteilt werden.

Je schneller und regelmäßiger du sparst, desto früher erreichst du die Zielbewertungszahl. Wer hohe Sparraten einzahlt oder Sonderzahlungen leistet, verbessert seine Bewertungszahl und verkürzt die Wartezeit bis zur Zuteilung.

Die genaue Berechnung ist tarifabhängig und in den Allgemeinen Bausparbedingungen geregelt. Für dich bedeutet das: Eine konstante und möglichst hohe Sparleistung bringt dich schneller an dein Ziel.

Kurz erklärt

Bewertungs­zahl

Eine Kennzahl, die die Bausparkasse aus deinen Sparraten, der Sparzeit und dem Verhältnis zum Mindestguthaben berechnet. Sie legt die Reihenfolge der Zuteilung fest.

Je schneller und regelmäßiger du sparst, desto früher erreichst du die Zielbewertungszahl.

09 · Vergleich

Guthabenzinsen und Darlehenszinsen im Zusammenspiel

Die Zinsen sind ein zentraler Kostenfaktor. Während der Sparphase bekommst du oft wenig, dafür sind die Darlehenszinsen später vergleichsweise günstig.

Die Zinsen sind ein zentraler Kostenfaktor deines Bausparvertrags. Während der Sparphase bekommst du oft nur 0,1 bis 1,5 Prozent Guthabenzinsen pro Jahr, was deutlich unter den Zinsen vieler anderer Sparformen liegt.

Dafür sind die Darlehenszinsen später mit meist 1 bis 3 Prozent pro Jahr vergleichsweise günstig und für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Die niedrigen Guthabenzinsen sind also der Preis für die Zinssicherheit beim späteren Darlehen.

  • In der Sparphase erhöhen die Guthabenzinsen dein angespartes Kapital nur langsam.
  • In der Darlehensphase bestimmen die Darlehenszinsen deine monatliche Belastung.
  • Die Zinssätze stehen bereits bei Vertragsabschluss fest und geben dir Planungssicherheit.
Zinsen in beiden Phasen
SparphaseDarlehensphase
ZinsartGuthabenzinsen auf dein angespartes KapitalDarlehenszinsen auf den ausgezahlten Kredit
HöheOft 0,1 bis 1,5 % pro JahrMeist 1 bis 3 % pro Jahr
WirkungErhöht dein Guthaben langsamBestimmt deine monatliche Belastung

10 · Was gilt

Vermögenswirksame Leistungen und Arbeitnehmersparzulage

Vermögenswirksame Leistungen sind ein Zuschuss deines Arbeitgebers. Mit der Arbeitnehmersparzulage fördert der Staat diese Sparform zusätzlich.

Die Arbeitnehmersparzulage beträgt 9 Prozent auf jährliche vermögenswirksame Leistungen von maximal 470 Euro, also höchstens 43 Euro im Jahr. Die Zulage gibt es bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 40.000 Euro bei Alleinstehenden oder 80.000 Euro bei Ehepaaren.

  • Dein Arbeitgeber zahlt vermögenswirksame Leistungen direkt auf deinen Bausparvertrag.
  • Die Arbeitnehmersparzulage beantragst du über deine Steuererklärung.
  • Keine Förderung gibt es für vermögenswirksame Leistungen, die nicht auf einen Bausparvertrag fließen.

So funktioniert es

·Dein Arbeitgeber zahlt vermögenswirksame Leistungen direkt auf deinen Bausparvertrag
·Die Arbeitnehmersparzulage beträgt 9 Prozent auf jährliche VL von maximal 470 Euro
·Die Zulage gibt es bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 40.000 Euro (Alleinstehende) oder 80.000 Euro (Ehepaare)

Das gilt nicht

·Keine Arbeitnehmersparzulage bei Überschreiten der Einkommensgrenzen
·Keine Förderung für vermögenswirksame Leistungen, die nicht auf einen Bausparvertrag fließen

11 · Grundlagen

Wohnungs­bauprämie: Zuschuss für dein Bausparen

Die Wohnungsbauprämie ist ein staatlicher Zuschuss auf deine Sparleistungen. Sie lohnt sich besonders für Sparer mit niedrigem oder mittlerem Einkommen.

Voraussetzung ist, dass du die Sparleistung wohnungswirtschaftlich nutzt, also für Kauf, Bau oder Modernisierung einer Immobilie. Die genaue Höhe und die Einkommensgrenzen werden gesetzlich festgelegt und können sich ändern.

Die Wohnungsbauprämie beantragst du zusammen mit deiner Steuererklärung. Sie wird direkt deinem Bausparkonto gutgeschrieben und erhöht so dein Guthaben, ohne dass du dafür zusätzlich sparen musst.

Kurz erklärt

Wohnungs­bauprämie

Ein staatlicher Zuschuss auf deine jährlichen Sparleistungen in einen Bausparvertrag, wenn du die Einkommensgrenzen einhältst und die Sparleistung wohnungswirtschaftlich genutzt wird.

Die genaue Höhe und die Einkommensgrenzen werden gesetzlich festgelegt und können sich ändern.

12 · Fehler vermeiden

Typische Kostenfallen beim Bausparvertrag

Nicht jede Gebühr ist sofort erkennbar. Diese Punkte solltest du vor dem Abschluss prüfen, um unerwartete Kosten zu vermeiden.

Die wichtigste Falle ist die Abschlussgebühr, die nicht erstattet wird, auch wenn du den Vertrag kündigst oder die Bausparsumme ermäßigst.

Ein Agio auf das Bauspardarlehen erhöht die Kreditkosten um 1 bis 2 Prozent des Darlehensbetrags. Niedrige Guthabenzinsen bedeuten außerdem, dass dein Geld während der Sparphase kaum Rendite bringt.

  • Die Abschlussgebühr wird nicht erstattet, auch nicht bei Kündigung oder Ermäßigung der Bausparsumme.
  • Ein Agio auf das Bauspardarlehen erhöht die Kreditkosten um 1 bis 2 Prozent des Darlehensbetrags.
  • Die Zuteilungsreife kann sich verzögern, wenn du die Zielbewertungszahl nicht erreichst.
  • Bei einer Erhöhung der Bausparsumme fällt erneut eine Abschlussgebühr an.

Diese Kostenfallen solltest du kennen

·Abschlussgebühr wird nicht erstattet, auch wenn du den Vertrag kündigst oder die Bausparsumme ermäßigst.
·Ein Agio auf das Bauspardarlehen erhöht die Kreditkosten um 1 bis 2 Prozent des Darlehensbetrags.
·Niedrige Guthabenzinsen bedeuten, dass dein Geld während der Sparphase kaum Rendite bringt.
·Die Zuteilungsreife kann sich verzögern, wenn du die Zielbewertungszahl nicht erreichst.
·Bei einer Erhöhung der Bausparsumme fällt erneut eine Abschlussgebühr an.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026