MagazineFinanzenKostenlos starten
MagazineFinanzenInvestieren Anleihen ETF für Rentner
FinanzbildungInvestieren13 Min.

Anleihen ETF für Rentner: Dein Fahrplan für stabile Erträge im Ruhestand

Im Ruhestand zählt Verlässlichkeit. Anleihen ETFs können dein Portfolio stabilisieren und dir helfen, von Zinserträgen zu profitieren, ohne dass du dich um einzelne Anleihen kümmern musst. Wir zeigen dir, wie sie funktionieren und worauf du achten solltest.

RenteneinkommenETF-GrundlagenAltersvorsorge
Brauche ich das?
Ja, sinnvoll.
Für mehr Stabilität im Portfolio.
Wie funktioniert's?
Bündeln Anleihen.
Du kaufst einen Korb aus vielen Anleihen.
Ist das sicher?
Relativ sicher.
Geringere Schwankungen als Aktien, aber kein Schutz vor Verlust.

Warum Anleihen ETFs gerade für dich als Rentner wichtig sind

Der Ruhestand ist eine besondere Lebensphase. Dein Einkommen aus Arbeit fällt weg, und du musst von deinem angesparten Vermögen und deiner Rente leben. Gleichzeitig möchtest du dir vielleicht noch Wünsche erfüllen, verreisen oder deine Enkel unterstützen. Dein Geld muss also für dich arbeiten, aber es darf nicht zu großen Risiken ausgesetzt sein. Ein Kurssturz an der Börse kurz nach deinem Renteneintritt könnte deine finanzielle Planung erheblich durcheinanderbringen.

Anleihen ETFs können hier einen wichtigen Baustein darstellen. Sie gelten im Vergleich zu Aktien als die ruhigeren Papiere im Depot. Während Aktienkurse stark schwanken können, sind Anleihen in der Regel weniger volatil. Das bedeutet, dein Depot schwankt weniger stark, und du kannst nachts besser schlafen. Für dich als Rentner ist diese Stabilität ein entscheidender Vorteil, denn du hast weniger Zeit, Verluste wieder aufzuholen als ein junger Anleger.

Ein weiterer Punkt ist die Zinsentwicklung. Nach Jahren der Nullzinsen haben wir wieder eine Phase erreicht, in der Anleihen wieder Zinsen abwerfen. Das ist für dich interessant, denn du kannst von diesen Erträgen profitieren. Ein Anleihen ETF bündelt viele verschiedene Anleihen, zum Beispiel von Staaten oder Unternehmen. So erhältst du einen breit gestreuten Mix und musst dich nicht um einzelne Papiere kümmern.

Stell dir vor, du kaufst eine einzelne Anleihe eines Unternehmens. Wenn dieses Unternehmen in Schieflage gerät, kann es sein, dass du dein Geld nicht zurückbekommst. Bei einem ETF ist das anders. Hier sind viele Anleihen gebündelt. Geht ein Unternehmen pleite, ist der Schaden für dich minimal, weil die anderen Anleihen im Topf den Verlust ausgleichen. Diese Risikostreuung ist ein großer Vorteil für deine Altersvorsorge.

Zudem sind Anleihen ETFs flexibel. Du kannst sie jederzeit an der Börse kaufen und verkaufen. Das ist ein Vorteil gegenüber einzelnen Anleihen, die oft eine feste Laufzeit haben. Wenn du also kurzfristig Geld benötigst, kannst du deine ETF-Anteile einfach verkaufen. Diese Flexibilität gibt dir ein Stück Unabhängigkeit und Sicherheit in deiner finanziellen Planung.

~2,5 %
Durchschnittliche Rendite deutscher Staatsanleihen (Richtwert, variiert stark).
> 50 %
Anteil der Anleihen in klassischen Altersvorsorge-Portfolios.
1,5 Mrd. Euro
Volumen des größten deutschen Anleihen-ETFs (Richtwert).

Was sind Anleihen und was ist ein ETF? Grundlagen einfach erklärt

Bevor wir in die Details gehen, klären wir die Basics. Eine Anleihe ist im Grunde ein Kredit. Du leihst einem Staat oder einem Unternehmen Geld. Als Gegenleistung bekommst du Zinsen und am Ende der Laufzeit dein geliehenes Geld zurück. Das klingt simpel, ist aber ein wichtiger Mechanismus der Finanzwelt. Der Emittent, also der Schuldner, verspricht dir, den Kredit zu festgelegten Bedingungen zurückzuzahlen.

Ein ETF, das steht für Exchange Traded Fund, ist ein börsengehandelter Fonds. Stell dir einen großen Korb vor, in dem viele verschiedene Wertpapiere liegen. Bei einem Anleihen ETF sind das eben viele verschiedene Anleihen. Du kaufst mit einem einzigen Kauf einen Anteil an diesem gesamten Korb. So bekommst du mit einem kleinen Betrag Zugang zu einer breiten Streuung, die du alleine kaum erreichen könntest.

Der Vorteil dieser Konstruktion liegt auf der Hand: Du musst nicht selbst recherchieren, welche Anleihe gerade gut ist. Der ETF bildet einen Index nach, zum Beispiel den deutschen Rentenindex oder einen Index für europäische Staatsanleihen. Der Fondsmanager kauft automatisch die Papiere, die in diesem Index enthalten sind. Das spart dir Zeit und Nerven und reduziert das Risiko von Fehlentscheidungen.

Anleihen ETFs werden wie Aktien an der Börse gehandelt. Das bedeutet, du kannst sie während der Handelszeiten zu aktuellen Kursen kaufen und verkaufen. Der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage. In der Regel ist der Preis aber sehr nah am tatsächlichen Wert der enthaltenen Anleihen. Diese tägliche Handelbarkeit macht den ETF zu einem sehr liquiden und flexiblen Instrument.

Für dich als Rentner bedeutet das: Du kannst einen Anleihen ETF besparen oder einmalig kaufen, ohne dich um die Details kümmern zu müssen. Du profitierst von der Zinsentwicklung und der Stabilität des Anleihenmarktes. Gleichzeitig hast du die Sicherheit, dass dein Investment breit gestreut ist und du nicht von einem einzelnen Schuldner abhängig bist.

So funktioniert ein Anleihen ETF im Detail: Von der Zinszahlung bis zum Kursgewinn

Ein Anleihen ETF funktioniert nach einem klaren Prinzip. Er sammelt das Geld von vielen Anlegern und kauft damit eine Vielzahl von Anleihen. Diese Anleihen haben unterschiedliche Laufzeiten und Zinskupons. Der ETF hält diese Papiere und schüttet die erhaltenen Zinsen in der Regel regelmäßig an dich aus. Diese Ausschüttungen sind ein wesentlicher Bestandteil deiner Rendite.

Die Höhe der Ausschüttung hängt von den Zinsen der enthaltenen Anleihen ab. Wenn die Zinsen am Markt steigen, können neu aufgelegte Anleihen höhere Kupons haben. Der ETF kann dann in diese neuen Papiere investieren und die Ausschüttung erhöhen. Sinken die Zinsen, fallen auch die Ausschüttungen. Du solltest also nicht mit einer festen, garantierten Ausschüttung rechnen, sondern mit einer variablen, die sich dem Marktumfeld anpasst.

Neben den Zinszahlungen gibt es noch den Kursgewinn. Der Kurs eines Anleihen ETFs verändert sich, wenn sich die Zinsen ändern. Steigen die Zinsen, fallen die Kurse bestehender Anleihen, weil ihre festen Kupons weniger attraktiv sind. Sinken die Zinsen, steigen die Kurse. Diese Kursbewegungen sind in der Regel moderater als bei Aktien, aber sie können deinen Depotwert durchaus beeinflussen.

Ein wichtiger Begriff ist die Duration. Sie gibt an, wie stark der Kurs eines Anleihen ETFs auf Zinsänderungen reagiert. Eine hohe Duration bedeutet eine starke Reaktion, eine niedrige Duration eine schwache. Wenn du also nicht möchtest, dass dein ETF stark schwankt, solltest du auf eine niedrige bis mittlere Duration achten. Viele ETFs bilden dies durch ihre Indexauswahl automatisch ab.

Zusätzlich gibt es thesaurierende und ausschüttende ETFs. Ein thesaurierender ETF legt die Zinserträge direkt wieder an, wodurch dein Anteilswert steigt. Ein ausschüttender ETF überweist dir die Zinsen auf dein Konto. Für dich als Rentner, der von den Erträgen leben möchte, ist ein ausschüttender ETF oft die bessere Wahl. Du erhältst regelmäßig Geld und kannst deinen Lebensunterhalt teilweise damit bestreiten.

Kosten und Gebühren: Was du über TER, Spread und Co. wissen musst

Kosten sind ein entscheidender Faktor bei der Geldanlage. Bei Anleihen ETFs gibt es einige Gebühren, die du kennen solltest. Die wichtigste ist die Total Expense Ratio, kurz TER. Sie gibt an, wie viel Prozent deines investierten Vermögens jährlich für die Verwaltung des Fonds abgezogen werden. Diese Kosten sind bereits im Kurs enthalten und werden nicht separat abgebucht.

Die TER liegt bei Anleihen ETFs in der Regel niedriger als bei aktiv gemanagten Fonds. Das ist ein großer Vorteil, denn niedrige Kosten bedeuten eine höhere Nettorendite für dich. Du solltest aber nicht nur auf die TER achten, sondern auch auf die sogenannten Transaktionskosten. Diese fallen an, wenn der Fonds Anleihen kauft oder verkauft. Auch sie werden aus dem Fondsvermögen bezahlt und mindern deine Rendite.

Ein weiterer Kostenpunkt ist der Spread, auch Geld-Brief-Spanne genannt. Das ist die Differenz zwischen dem Preis, zu dem du kaufen kannst, und dem Preis, zu dem du verkaufen kannst. Bei sehr liquiden Anleihen ETFs ist dieser Spread sehr eng, also gering. Bei weniger liquiden Produkten kann er höher sein. Du solltest also auf das Handelsvolumen des ETFs achten, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Zusätzlich fallen bei jedem Kauf und Verkauf über deine Bank Ordergebühren an. Diese variieren je nach Anbieter. Es kann sich lohnen, die Konditionen deiner Bank zu prüfen oder über einen günstigen Online-Broker zu handeln. Die Gebühren sind zwar pro Order oft nur wenige Euro, aber sie summieren sich, wenn du regelmäßig handelst. Für eine langfristige Anlage sind sie aber vernachlässigbar.

Wichtig ist: Die Kosten sind nicht alles. Ein etwas teurerer ETF kann trotzdem besser sein, wenn er eine höhere Qualität oder eine bessere Streuung bietet. Du solltest also immer das Gesamtpaket betrachten. Vergleiche die Kosten, aber achte auch auf die Zusammensetzung des Index und die Historie des Fonds. So findest du ein Produkt, das zu deinen Bedürfnissen passt und deine Rendite nicht unnötig schmälert.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest: Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Laufzeiten

Die Auswahl des richtigen Anleihen ETFs ist entscheidend für deinen Anlageerfolg. Es gibt verschiedene Kategorien, die sich in Risiko und Rendite unterscheiden. Die erste Unterscheidung ist die zwischen Staats- und Unternehmensanleihen. Staatsanleihen von stabilen Ländern wie Deutschland gelten als sehr sicher, bieten aber oft etwas weniger Rendite. Unternehmensanleihen können höhere Zinsen abwerfen, bergen aber ein höheres Ausfallrisiko.

Innerhalb der Unternehmensanleihen gibt es weitere Abstufungen. Investment Grade Anleihen sind von Unternehmen mit guter Bonität, also geringem Ausfallrisiko. High Yield Anleihen, auch Junk Bonds genannt, sind von Unternehmen mit schlechterer Bonität. Sie bieten hohe Zinsen, aber auch ein hohes Risiko. Für dich als Rentner sind High Yield Anleihen in der Regel weniger geeignet, da du auf Stabilität angewiesen bist.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Laufzeit der Anleihen im ETF. Es gibt ETFs mit kurzen Laufzeiten (bis 3 Jahre), mittleren (3 bis 7 Jahre) und langen (über 7 Jahre). Kurze Laufzeiten bedeuten geringere Kursschwankungen, aber auch geringere Zinsen. Lange Laufzeiten bieten höhere Zinsen, aber auch ein höheres Zinsänderungsrisiko. Für ein ausgewogenes Portfolio ist eine Mischung oft sinnvoll.

Du solltest auch auf die Währung achten. Es gibt Anleihen ETFs in Euro und in Fremdwährungen wie US-Dollar. Fremdwährungsanleihen bergen ein Wechselkursrisiko. Wenn der Dollar fällt, verlierst du an Wert, auch wenn die Anleihen selbst stabil sind. Für dich als Rentner ist es meist ratsam, auf Euro-Anleihen zu setzen, um dieses Risiko zu vermeiden. So bleibt deine Planung kalkulierbar.

Ein guter Anleihen ETF für Rentner sollte also eine breite Streuung über verschiedene Emittenten und Laufzeiten bieten. Ein Index wie der Bloomberg Euro Aggregate Index bildet den gesamten europäischen Anleihenmarkt ab. Solche breit aufgestellten ETFs sind eine solide Basis. Du kannst aber auch gezielt auf Staatsanleihen setzen, wenn du maximale Sicherheit möchtest. Die Wahl hängt von deiner persönlichen Risikobereitschaft ab.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest: Zinsrisiko, Klumpenrisiko und Panikverkäufe

Auch bei der Anlage in Anleihen ETFs kannst du Fehler machen. Der erste typische Fehler ist das Ignorieren des Zinsrisikos. Wenn du einen ETF mit sehr langer Laufzeit kaufst und die Zinsen steigen, kann dein Kurs stark fallen. Du solltest also immer wissen, wie hoch die Duration deines ETFs ist und ob du dieses Risiko tragen kannst. Eine niedrige Duration schützt dich vor großen Schwankungen.

Ein weiterer Fehler ist das Klumpenrisiko. Wenn du nur in einen einzigen Anleihen ETF investierst, der zum Beispiel nur Anleihen eines einzigen Landes enthält, bist du von diesem Land abhängig. Eine bessere Strategie ist die Streuung über verschiedene Länder und Emittenten. Ein breit diversifizierter ETF reduziert dieses Risiko erheblich. Du solltest also nicht alles auf eine Karte setzen.

Panikverkäufe sind ebenfalls ein häufiges Problem. Wenn die Kurse kurzfristig fallen, neigen viele Anleger dazu, ihre Anteile zu verkaufen, um Verluste zu vermeiden. Das ist meist die falsche Reaktion. Anleihen ETFs sind für die langfristige Anlage gedacht. Kursschwankungen sind normal und gleichen sich oft wieder aus. Du solltest also einen kühlen Kopf bewahren und nicht bei jeder Marktbewegung reagieren.

Ein weiterer Fehler ist die Vernachlässigung der Kosten. Auch wenn die TER niedrig ist, können hohe Spreads oder Ordergebühren deine Rendite schmälern. Du solltest die Gesamtkosten im Blick behalten und günstige Handelsplattformen nutzen. Ein Prozent mehr Kosten pro Jahr kann über 20 Jahre einen erheblichen Unterschied machen. Achte also auf die Details, nicht nur auf die große Zahl.

Schließlich solltest du nicht vergessen, dein Portfolio regelmäßig zu überprüfen. Die Marktbedingungen ändern sich, und auch deine persönliche Situation kann sich wandeln. Ein Anleihen ETF, der vor fünf Jahren gut war, muss es heute nicht mehr sein. Du solltest also mindestens einmal im Jahr deine Anlage überprüfen und gegebenenfalls anpassen. So bleibst du auf Kurs und vermeidest böse Überraschungen.

So setzt du Anleihen ETFs in deinem Ruhestand konkret um: Schritt für Schritt

Jetzt wird es praktisch. Der erste Schritt ist die Eröffnung eines Depots, falls du noch keins hast. Das geht bei vielen Banken und Online-Brokern. Achte auf niedrige Gebühren und eine benutzerfreundliche Oberfläche. Viele Anbieter haben spezielle Angebote für Senioren. Du kannst dein Depot bequem online verwalten und musst nicht in eine Filiale gehen.

Der zweite Schritt ist die Auswahl des passenden Anleihen ETFs. Überlege dir, wie viel Risiko du eingehen möchtest. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, wähle einen ETF auf deutsche oder europäische Staatsanleihen mit kurzer bis mittlerer Laufzeit. Wenn du etwas mehr Rendite möchtest, kannst du einen breit diversifizierten ETF auf den gesamten Anleihenmarkt wählen. Informiere dich auf unabhängigen Vergleichsportalen.

Der dritte Schritt ist die Entscheidung über die Anlagesumme. Du solltest nicht dein gesamtes Vermögen in Anleihen ETFs stecken. Eine sinnvolle Aufteilung könnte sein, einen Teil in Anleihen ETFs zu investieren und einen Teil in Aktien ETFs für das Wachstum. Der genaue Anteil hängt von deiner Risikobereitschaft ab. Eine Faustregel besagt, dass der Aktienanteil 100 minus dein Alter sein sollte. Für einen 70-Jährigen wären das rund 30 Prozent Aktien.

Der vierte Schritt ist die Umsetzung. Du kannst einen einmaligen Betrag investieren oder einen Sparplan einrichten. Ein Sparplan hat den Vorteil, dass du regelmäßig einen festen Betrag investierst und so den Durchschnittskosten-Effekt nutzt. Du kaufst also bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen weniger. Das reduziert das Timing-Risiko. Viele Broker bieten Sparpläne schon ab kleinen Beträgen an.

Der fünfte Schritt ist die regelmäßige Überwachung. Du musst nicht täglich auf die Kurse schauen, aber du solltest dein Portfolio im Blick behalten. Überprüfe einmal im Quartal, ob die Entwicklung deinen Erwartungen entspricht. Wenn sich deine Lebensumstände ändern, zum Beispiel durch eine Erbschaft oder unerwartete Ausgaben, kannst du deine Anlagestrategie anpassen. So bleibst du flexibel und sicher.

Steuern und rechtliche Aspekte: Was du als Rentner bei Anleihen ETFs beachten musst

Auch Steuern spielen bei deiner Geldanlage eine Rolle. In Deutschland unterliegen Gewinne aus Anleihen ETFs der Abgeltungsteuer. Das gilt für Kursgewinne und für die Ausschüttungen. Der Steuersatz beträgt pauschal rund 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Du hast aber einen Sparerpauschbetrag, der dir steuerfrei bleibt. Für Ledige sind das rund 1.000 Euro, für Verheiratete rund 2.000 Euro pro Jahr.

Du solltest diesen Freibetrag unbedingt nutzen. Dazu musst du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag einreichen. Die Bank überweist dann die Erträge bis zur Höhe des Freibetrags steuerfrei auf dein Konto. Wenn du keinen Freistellungsauftrag stellst, werden automatisch Steuern einbehalten, die du dir später über die Steuererklärung zurückholen kannst. Das ist unnötiger Aufwand, den du vermeiden kannst.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vorabpauschale. Sie wurde eingeführt, um die Steuerstundung bei thesaurierenden Fonds zu vermeiden. Auch bei Anleihen ETFs kann sie anfallen. Die Vorabpauschale ist eine fiktive Vorabsteuer auf die Wertsteigerung deines Fonds. Sie wird jährlich berechnet und bei der späteren Veräußerung angerechnet. Die genaue Berechnung ist komplex, aber deine Bank erledigt das automatisch.

Du solltest auch wissen, dass Verluste aus Anleihen ETFs mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen verrechnet werden können. Das nennt man Verlustverrechnung. Wenn du also einen ETF mit Verlust verkaufst, kannst du diesen Verlust mit Gewinnen aus anderen Wertpapieren verrechnen. Das senkt deine Steuerlast. Deine Bank stellt dir dafür eine Steuerbescheinigung aus, die du in deiner Steuererklärung angeben kannst.

Es ist ratsam, sich bei steuerlichen Fragen von einem Steuerberater oder einer Verbraucherzentrale beraten zu lassen. Die Gesetze sind komplex und ändern sich regelmäßig. Eine professionelle Beratung kann dir helfen, Fehler zu vermeiden und deine Steuerlast zu optimieren. So bleibt mehr von deinen Erträgen für dich übrig. Denk daran: Steuern sind ein Teil der Geldanlage, aber sie sollten nicht deine Anlageentscheidung dominieren.

Dein Fahrplan für die nächsten 30 Tage: Konkrete Schritte zur Umsetzung

Du hast jetzt viel Theorie gehört. Jetzt ist es Zeit für die Praxis. In den nächsten 30 Tagen kannst du deine Anlage in Anleihen ETFs konkret vorbereiten. In der ersten Woche solltest du dich mit deiner aktuellen finanziellen Situation auseinandersetzen. Mache eine Liste deiner Einnahmen und Ausgaben. Überlege, wie viel Geld du monatlich übrig hast und wie viel du langfristig investieren kannst.

In der zweiten Woche solltest du dich über konkrete ETFs informieren. Nutze Vergleichsportale und die Websites der Fondsgesellschaften. Achte auf die Kriterien, die wir besprochen haben: Kosten, Laufzeit, Emittenten und Währung. Erstelle eine Liste mit zwei oder drei Produkten, die für dich in Frage kommen. Vergleiche die Konditionen und wähle das Produkt, das am besten zu deinen Zielen passt.

In der dritten Woche solltest du dein Depot eröffnen, falls du noch keins hast. Das geht online in wenigen Minuten. Du benötigst deinen Personalausweis und deine Steueridentifikationsnummer. Achte darauf, einen Freistellungsauftrag einzurichten. Viele Banken bieten auch eine Beratung an, wenn du unsicher bist. Nutze dieses Angebot, aber lass dich nicht zu übereilten Entscheidungen drängen.

In der vierten Woche kannst du dann deine erste Order aufgeben. Beginne mit einem Betrag, mit dem du dich wohlfühlst. Du musst nicht sofort alles investieren. Du kannst auch mit einem Sparplan starten und monatlich einen festen Betrag investieren. Das ist eine bequeme und disziplinierte Art, Vermögen aufzubauen. Nach der ersten Order solltest du deine Anlage regelmäßig überwachen und bei Bedarf anpassen.

Denk daran: Die Anlage in Anleihen ETFs ist eine langfristige Entscheidung. Du wirst nicht über Nacht reich, aber du kannst dein Vermögen stabil und sicher vermehren. Mit einem klaren Plan und einer ruhigen Hand kannst du deinen Ruhestand genießen, ohne dir ständig Sorgen um dein Geld machen zu müssen. Starte noch heute mit deinem persönlichen Fahrplan.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Möchtest du dein Risiko im Ruhestand reduzieren?
Suchst du eine regelmäßige, aber nicht garantierte Zusatzrendite?
Willst du dich nicht um einzelne Anleihen kümmern?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Anleihen ETFs gelten als sicherer als Aktien ETFs, da sie geringere Kursschwankungen aufweisen. Ein Totalverlust ist bei breit gestreuten Anleihen ETFs sehr unwahrscheinlich. Dennoch sind sie keine Einlagensicherung und können an Wert verlieren, insbesondere bei steigenden Zinsen.

Das hängt von deiner persönlichen Situation ab. Eine Faustregel besagt, dass der Anleihenanteil mit dem Alter steigen sollte. Viele Rentner halten zwischen 50 und 70 Prozent ihres Vermögens in Anleihen. Der Rest kann in Aktien ETFs oder andere Anlagen fließen.

Ein ausschüttender ETF zahlt dir die Zinserträge regelmäßig auf dein Konto aus. Ein thesaurierender ETF legt die Erträge automatisch wieder an, wodurch der Anteilswert steigt. Für Rentner, die von den Erträgen leben möchten, sind ausschüttende ETFs oft besser geeignet.

Ja, Anleihen ETFs werden wie Aktien an der Börse gehandelt. Du kannst sie während der Handelszeiten zu aktuellen Kursen verkaufen. Die Abwicklung dauert in der Regel nur wenige Tage. Das Geld wird dir dann auf dein Konto überwiesen.

Die wichtigsten Kosten sind die TER (Verwaltungsgebühr), die Spreads (Handelsspanne) und die Ordergebühren deiner Bank. Die TER liegt bei Anleihen ETFs meist unter 0,25 Prozent pro Jahr. Die Ordergebühren variieren je nach Anbieter und können mehrere Euro betragen.

In der Regel nicht, da die Bank die Abgeltungsteuer automatisch abführt. Du solltest jedoch einen Freistellungsauftrag stellen, um deinen Sparerpauschbetrag zu nutzen. Bei komplexen Fällen, wie Verlustverrechnung oder Auslandsbezug, kann ein Steuerberater sinnvoll sein.

Der 5-Minuten-Finanzkurs

Eine Mail pro Woche: Investieren, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.

SR

StudySmarter-Redaktion

Finanzredaktion · StudySmarter
Wir machen Finanzthemen fuer Studierende verständlich, von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.