StudySmarter

Ratgeber · Investieren

Aktien für Anfänger: So richtest du deinen Sparplan ein

Ein Aktiensparplan ist der einfachste Weg, um als Anfängerin regelmäßig an der Börse zu investieren. Du legst einen festen Betrag fest, der automatisch in Aktien oder ETFs fließt, und baust so langfristig Vermögen auf.

9 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Für den Aktienhandel brauchst du ein Wertpapierdepot, das du bei einer Bank oder einem Online-Broker eröffnest.
  • Mit einem Sparplan kaufst du monatlich Anteile und profitierst vom Durchschnittskosteneffekt, statt den perfekten Einstiegszeitpunkt zu suchen.
  • ETFs auf einen Index wie den DAX streuen dein Geld über viele Unternehmen und senken so dein Risiko.
  • Deine Gewinne aus Kurssteigerungen und Dividenden sind steuerpflichtig, wobei dir ein Sparer-Pauschbetrag von 1000 EUR pro Jahr zusteht.

01 · Grundlagen

Was sind Aktien und wie funktioniert der Aktien­handel?

Bevor du deinen ersten Sparplan einrichtest, solltest du verstehen, was du kaufst. Aktien sind Unternehmensanteile, deren Wert an der Börse durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird.

Mit einer Aktie erwirbst du einen Anteil an einer Aktiengesellschaft und wirst damit zur Miteigentümerin des Unternehmens. Dein Geld verdienst du auf zwei Wegen: durch Kurssteigerungen, wenn du die Aktie teurer verkaufst als du sie gekauft hast, und durch Dividenden, also Gewinnbeteiligungen, die manche Unternehmen an ihre Aktionärinnen ausschütten.

Der Aktienkurs bildet sich an der Börse durch Angebot und Nachfrage. Steigt die Nachfrage nach einer Aktie, steigt in der Regel auch ihr Kurs; verkaufen viele Anleger ihre Anteile, fällt er. Unternehmensnachrichten, politische Entwicklungen und die Erwartungen der Anleger beeinflussen diese Dynamik täglich.

Für den Kauf und Verkauf von Aktien benötigst du ein Wertpapierdepot. Das ist eine Art Konto, in dem deine Wertpapiere verwahrt werden und über das du deine Käufe und Verkäufe abwickelst. Du kannst ein Depot bei deiner Bank vor Ort oder bei einem Online-Anbieter eröffnen.

Kurz erklärt

Aktie

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil an einer Aktiengesellschaft verbrieft. Als Aktionärin wirst du Miteigentümerin des Unternehmens und kannst von Kurssteigerungen und Dividenden profitieren.

Der Aktienkurs steigt oder fällt vor allem durch Angebot und Nachfrage an der Börse, beeinflusst von Unternehmensnachrichten, politischen Entwicklungen und den Erwartungen der Anleger.

02 · Vergleich

Aktien kaufen oder Aktiensparplan: Was passt zu dir?

Du kannst einmalig eine größere Summe investieren oder regelmäßig kleine Beträge anlegen. Für Anfänger ist der Sparplan meist die bessere Wahl, weil er das Timing-Risiko reduziert.

Bei einer Einmalanlage investierst du einen größeren Betrag auf einmal. Der Kaufzeitpunkt ist dabei entscheidend für deine Rendite, denn steigst du kurz vor einem Kursrutsch ein, dauert es länger, bis sich dein Investment erholt. Ein Aktiensparplan funktioniert anders: Du legst eine feste monatliche Rate fest, die automatisch in Aktien oder Fonds fließt.

Der Vorteil eines Sparplans liegt im Durchschnittskosteneffekt. Weil du regelmäßig kaufst, erwirbst du Anteile mal zu höheren und mal zu niedrigeren Kursen. Über die Zeit gleichen sich die Schwankungen aus, und das Timing deines Einstiegs wird weniger wichtig. Viele Sparpläne kannst du bereits mit kleinen Beträgen ab 25 Euro pro Monat abschließen.

Für Anfänger ist der Sparplan meist die bessere Wahl, weil er das Risiko streut und automatisch läuft. Du musst dich nicht ständig fragen, ob gerade ein guter Zeitpunkt zum Kaufen ist. Eine Einmalanlage kann sinnvoll sein, wenn du bereits einen größeren Betrag angespart hast und ihn gezielt anlegen möchtest.

Einmalanlage und Sparplan im Vergleich
EinmalanlageAktiensparplan
EinstiegEinmaliger Kauf mit größerem BetragRegelmäßiger Kauf mit kleinen Beträgen
TimingDer Kaufzeitpunkt ist entscheidend für die RenditeDer Kaufzeitpunkt ist durch den Durchschnittskosteneffekt weniger wichtig

03 · Schritt für Schritt

In 5 Schritten zum ersten Aktiensparplan

Der Weg zum ersten Sparplan ist überschaubar. Wenn du diese Schritte einmal durchlaufen hast, läuft deine Geldanlage weitgehend automatisch.

Bevor du dein Geld anlegst, solltest du dein Anlageziel und deinen Anlagehorizont festlegen. Überlege, wofür du sparst und wie lange dein Geld investiert bleiben soll. Ein langer Anlagehorizont von 10, 15 oder mehr Jahren hilft dir, Schwankungen an der Börse auszusitzen.

Als Nächstes bildest du einen Notgroschen. Idealerweise hast du Rücklagen in Höhe von drei Monatsgehältern angespart, bevor du in Aktien investierst. So vermeidest du, dass du deine Wertpapiere in einer schlechten Marktphase verkaufen musst, weil du unerwartet Geld brauchst.

Danach eröffnest du ein Wertpapierdepot. Achte bei der Wahl auf die Kosten für die Depotführung und die Ordergebühren. Anschließend wählst du das Wertpapier für deinen Sparplan aus, zum Beispiel einen breit streuenden ETF, und legst die monatliche Sparrate fest, die du langfristig problemlos zahlen kannst.

01

Anlageziel und Anlagehorizont festlegen

Überlege, wofür du sparst und wie lange dein Geld investiert bleiben soll. Ein langer Anlagehorizont von 10, 15 oder mehr Jahren hilft dir, Schwankungen an der Börse auszusitzen.

02

Notgroschen bilden

Bevor du in Aktien investierst, solltest du Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben haben. So vermeidest du, dass du deine Wertpapiere in einer schlechten Marktphase verkaufen musst.

03

Wertpapierdepot eröffnen

Für den Aktienhandel brauchst du ein Depot. Du kannst es bei deiner Bank vor Ort oder bei einem Online-Anbieter eröffnen. Achte auf die Kosten für die Depotführung und die Ausführung von Sparplänen.

04

Wertpapier auswählen

Für den Start eignen sich breit streuende Indexfonds (ETFs), die einen Index wie den DAX nachbilden. Du investierst damit in viele Unternehmen gleichzeitig und verteilst dein Risiko.

05

Sparrate festlegen und Sparplan einrichten

Lege einen Betrag fest, den du monatlich entbehren kannst. Richte den Sparplan in deinem Depot ein, indem du das gewünschte Wertpapier und die Sparrate angibst. Ab dann wird automatisch gekauft.

04 · Was gilt

Welche Wertpapiere eignen sich für deinen Sparplan?

Du kannst auf Einzelaktien, aktiv verwaltete Aktienfonds oder passive Indexfonds setzen. Die Wahl beeinflusst deine Kosten und dein Risiko.

Für einen Sparplan eignen sich besonders Indexfonds, die als ETFs angeboten werden. Ein ETF bildet einen Börsenindex wie den DAX möglichst genau nach und investiert damit in viele verschiedene Unternehmen gleichzeitig. Diese breite Streuung verringert dein Risiko, weil du nicht vom Erfolg eines einzelnen Unternehmens abhängig bist.

Aktiv verwaltete Aktienfonds bündeln ebenfalls mehrere Wertpapiere, werden aber von einem Fondsmanagement zusammengestellt und angepasst. Dafür fallen in der Regel höhere Kosten an als bei ETFs. Einzelaktien kannst du ebenfalls besparen, trägst dabei aber ein höheres Risiko, weil dein Geld nur in einem Unternehmen steckt.

Für den Einstieg ist ein breit streuender ETF auf einen großen Index oft die einfachste und kostengünstigste Lösung. Du musst dich nicht mit der Auswahl einzelner Aktien beschäftigen und profitierst trotzdem von der langfristigen Entwicklung des Aktienmarkts.

Gut geeignet

·Indexfonds (ETFs) auf breite Indizes wie den DAX
·Aktienfonds, die in viele verschiedene Unternehmen investieren
·Einzelaktien von Unternehmen, die du gut kennst und langfristig halten willst

Weniger geeignet

·Einzelaktien als alleinige Anlage, weil das Risiko hoch ist
·Aktiv verwaltete Fonds mit hohen Gebühren, die die Rendite schmälern
·Wertpapiere, die du nicht verstehst oder deren Risiko du nicht einschätzen kannst

05 · Kosten

Welche Kosten fallen beim Aktiensparplan an?

Jede Geldanlage verursacht Kosten, die deine Rendite mindern. Ein Blick auf die Gebühren lohnt sich, bevor du dich für ein Depot entscheidest.

Beim Aktiensparplan fallen mehrere Kostenarten an, die deine Rendite mindern. Die Ordergebühr wird bei jeder Sparplanausführung fällig und liegt je nach Anbieter zwischen 0 und 2,50 Euro. Manche Banken verlangen zusätzlich eine Depotführungsgebühr von bis zu 40 Euro pro Jahr.

Bei ETFs fallen laufende Kosten an, die als Gesamtkostenquote bezeichnet werden. Sie liegen bei breiten Indexfonds typischerweise zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr. Aktiv verwaltete Fonds verlangen oft zusätzlich einen Ausgabeaufschlag von 1 bis 5 Prozent, der einmalig beim Kauf fällig wird.

Achte besonders auf die laufenden Kosten, da sie über viele Jahre deine Rendite stark beeinflussen. Ein Unterschied von 0,5 Prozent pro Jahr kann über einen Zeitraum von 20 Jahren einen erheblichen Betrag ausmachen. Vergleiche daher die Konditionen verschiedener Anbieter, bevor du dich entscheidest.

Typische Kostenpunkte beim Aktiensparplan

Ordergebühren pro KaufFallen bei jedem Kauf an, je nach Handelsplatz unterschiedlich
Managementgebühren aktiv verwalteter FondsFallen an und liegen häufig höher als bei ETFs
Kosten eines ETFsNormalerweise geringer als bei aktiv verwalteten Fonds

06 · Im Vertrag

Steuern auf Aktiengewinne: Das gilt 2026

Deine Erträge aus Aktien und Fonds sind steuerpflichtig. Mit dem Sparer-Pauschbetrag bleibt ein Teil deiner Gewinne steuerfrei.

Deine Erträge aus Aktien und Fonds sind in Deutschland steuerpflichtig. Gewinne aus Kapitalerträgen bleiben bis zu 1000 Euro pro Person und Jahr steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag eingerichtet hast. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Betrag auf 2000 Euro.

Auf Gewinne oberhalb dieses Sparer-Pauschbetrags wird eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent fällig. Zusätzlich erhebt der Staat einen Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Dein Depotanbieter führt diese Steuern automatisch ab, wenn du deinen Freistellungsauftrag eingerichtet hast.

Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge sind steuerfrei, nur auf die restlichen 70 Prozent zahlst du Steuern. Das gilt für viele ETFs und aktiv verwaltete Aktienfonds. Die Teilfreistellung reduziert deine Steuerlast und macht Fonds gegenüber Einzelaktien steuerlich attraktiver.

Die wichtigsten Steuerregeln für deine Aktienanlage

Sparer-PauschbetragFreibetragGewinne aus Kapitalerträgen bleiben bis zu 1000 EUR pro Person und Jahr steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 EUR.
AbgeltungsteuerSteuersatzAuf Gewinne oberhalb des Freibetrags kann die Abgeltungsteuer fällig werden.

07 · Checkliste

Checkliste: Das solltest du vor dem ersten Sparplan prüfen

Mit dieser Liste gehst du sicher, dass du an alles gedacht hast. So startest du ohne böse Überraschungen in deine Geldanlage.

Bevor du deinen ersten Aktiensparplan einrichtest, solltest du einige grundlegende Dinge geklärt haben. Ein Notgroschen von mindestens drei Monatsgehältern schützt dich davor, deine Wertpapiere in einer schlechten Marktphase verkaufen zu müssen. Teure Konsumschulden solltest du zuerst tilgen, weil ihre Zinsen oft höher sind als die erwartete Rendite deiner Geldanlage.

Dein Anlageziel und dein Anlagehorizont bestimmen, wie viel Risiko du eingehen kannst. Je länger dein Geld investiert bleibt, desto besser kannst du Kursschwankungen aussitzen. Wähle eine Sparrate, die du langfristig problemlos zahlen kannst, auch wenn deine Einnahmen schwanken sollten.

Prüfe außerdem die Kosten deines Depots und richte einen Freistellungsauftrag für den Sparer-Pauschbetrag ein. So stellst du sicher, dass deine Gewinne bis 1000 Euro pro Jahr steuerfrei bleiben. Wähle für den Einstieg ein breit streuendes Wertpapier wie einen DAX-ETF, um dein Risiko zu verteilen.

Deine Vorbereitung für den Aktiensparplan

01

Ich habe einen Notgroschen von mindestens drei Monatsgehältern angespart.

02

Ich habe keine teuren Konsumschulden, die ich zuerst tilgen sollte.

03

Ich kenne mein Anlageziel und meinen Anlagehorizont.

04

Ich habe ein Wertpapierdepot eröffnet und die Kosten geprüft.

05

Ich habe einen Freistellungsauftrag für den Sparer-Pauschbetrag eingerichtet.

06

Ich habe ein breit streuendes Wertpapier wie einen DAX-ETF ausgewählt.

07

Ich habe eine Sparrate festgelegt, die ich langfristig problemlos zahlen kann.

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Einstieg in den Aktien­handel

Viele Anfänger machen dieselben Fehler. Wenn du sie kennst, kannst du sie vermeiden und dein Geld ruhiger arbeiten lassen.

Ein häufiger Fehler ist, alles auf eine Karte zu setzen. Wer nur eine einzige Aktie kauft, trägt ein hohes Risiko, denn der Kurs eines einzelnen Unternehmens kann stark schwanken oder dauerhaft fallen. Streue dein Geld über mehrere Unternehmen oder nutze einen ETF, der viele Werte gleichzeitig enthält.

Ständig auf die Kurse zu schauen führt oft zu schlechten Entscheidungen. Tägliche Schwankungen sind normal, und wer bei jedem Minus verkauft, macht Verluste dauerhaft. Auch der Versuch, den Markt zu timen, scheitert meist: Selbst Profis schaffen es nicht zuverlässig, den besten Kaufzeitpunkt zu finden. Ein Sparplan macht das Timing überflüssig.

Die Kosten zu ignorieren ist ein weiterer Fehler, der sich über Jahre summiert. Hohe Gebühren fressen einen großen Teil deiner Rendite auf. Investiere außerdem niemals Geld, das du für den täglichen Bedarf, zur Schuldentilgung oder in Notfällen benötigen könntest.

Diese Fehler solltest du vermeiden

·Alles auf eine Karte setzen: Wer nur eine einzige Aktie kauft, trägt ein hohes Risiko. Streue dein Geld über mehrere Unternehmen oder einen ETF.
·Ständig auf die Kurse schauen: Tägliche Schwankungen sind normal. Wer bei jedem Minus verkauft, macht Verluste dauerhaft.
·Den Markt timen wollen: Auch Profis schaffen es nicht zuverlässig, den besten Kaufzeitpunkt zu finden. Ein Sparplan macht das Timing überflüssig.
·Die Kosten ignorieren: Hohe Gebühren fressen über Jahre einen großen Teil deiner Rendite auf. Vergleiche die Konditionen genau.
·Geld investieren, das du bald brauchst: Aktien sind eine langfristige Anlage. Geld für kurzfristige Ziele gehört nicht in den Aktienhandel.

09 · Hintergrund

Rendite und Risiko: Was du von deinem Sparplan erwarten kannst

Aktien bieten langfristig Chancen auf eine höhere Rendite als viele andere Geldanlagen. Dafür musst du mit Kursschwankungen leben können.

Mit Aktien erzielst du Rendite auf zwei Wegen: durch Kurssteigerungen, wenn du Anteile teurer verkaufst als du sie gekauft hast, und durch Dividenden, die manche Unternehmen an ihre Aktionäre ausschütten. Beides zusammen ergibt deine Gesamtrendite.

Der Aktienkurs eines Unternehmens schwankt täglich. Diese Schwankungen sind normal und werden von vielen Faktoren beeinflusst, etwa von Geschäftszahlen, politischen Ereignissen oder der allgemeinen Stimmung an der Börse. Ein langer Anlagehorizont hilft dir, diese Schwankungen auszusitzen.

Eine breite Streuung deines Geldes über viele Unternehmen und Anlageklassen verringert dein Risiko. Wenn ein Unternehmen schwächelt, können andere das ausgleichen. Indexfonds wie ein DAX-ETF übernehmen diese Streuung für dich, indem sie die Wertentwicklung eines ganzen Index nachbilden.

Häufige Fragen

Fragen zu Aktien für Anfänger

Investieren

Mehr zu Investieren

Cost-Average-Effektthesaurierender ETFAktien Sparplan einrichtenGrowth Aktien Sparplan einrichtenAktien für Anfänger SteuerAktien für Anfänger Steuererklärung

Weiter mit Finanzen

Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.

Alle Finanz-Ratgeber
FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026