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FinanzbildungHeizstrom9 Min.

Heizstrom So heizt du günstig mit Strom

Heizstrom erklärt: Tarife, Zähler, Kosten & Tipps zum Sparen. Jetzt Brutto-Netto-Rechner nutzen und Budget im Blick behalten.

Heizstrom einfachRechnerWas ist Heizstrom
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Heizstrom ist ein spezieller Stromtarif für elektrische Heizanlagen wie Nachtspeicheröfen, Wärmepumpen oder Direktheizungen.
  • Viele ältere Studenten-WGs und günstige Mietwohnungen sind noch mit Nachtspeicherheizungen ausgestattet – Heizstrom ist dort oft die einzige Heizform.
  • Heizstrom wird über einen separaten Stromzähler abgerechnet und ist tarif­rechtlich vom Haushaltsstrom getrennt.
  • Wer neu in eine Wohnung einzieht, sollte prüfen, ob ein getrennter Heizstromzähler vorhanden ist – das hat direkte Auswirkung auf Tarifwahl und Abrechnung.

Heizstrom einfach erklärt: Das Wichtigste für Verbraucher

Heizstrom ist ein spezieller Stromtarif für elektrische Heizanlagen wie Nachtspeicheröfen, Wärmepumpen oder Direktheizungen.

Heizstrom ist ein spezieller Stromtarif für elektrische Heizanlagen – er läuft über einen eigenen Zähler, wird separat abgerechnet und ist für viele Verbraucher in älteren Mietwohnungen der wichtigste Kostenblock nach der Kaltmiete. Wer versteht, wie Heizstrom funktioniert, kann gezielt sparen und vermeidet böse Überraschungen bei der Jahresabrechnung.

Kurz zusammengefasst: Heizstrom versorgt elektrische Heizanlagen wie Nachtspeicheröfen oder Wärmepumpen. Er wird über einen separaten Zähler gemessen, tariflich vom normalen Haushaltsstrom getrennt und ist in vielen Altbauwohnungen die einzige Heizform. Günstiger Nachtstrom (Niedertarif) macht den Tarif attraktiv – vorausgesetzt, dein Netzbetreiber bietet ihn noch an.

AUF EINEN BLICK

  • Viele ältere Mietwohnungen und günstige Wohnlagen sind noch mit Nachtspeicherheizungen ausgestattet – Heizstrom ist dort oft die einzige Heizform.
  • Heizstrom wird über einen separaten Stromzähler abgerechnet und ist tarif­rechtlich vom Haushaltsstrom getrennt.
  • Wer neu in eine Wohnung einzieht, sollte prüfen, ob ein getrennter Heizstromzähler vorhanden ist – das hat direkte Auswirkung auf Tarifwahl und Abrechnung.

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Was ist Heizstrom – und warum betrifft er so viele Verbraucher:innen?

Ein Heizstromzähler (auch Doppeltarifzähler oder Zweitarifzähler genannt) misst den Stromverbrauch der Heizanlage separat vom Allgemeinstrom.

Heizstrom ist ein spezieller Stromtarif, der ausschließlich für elektrische Heizanlagen gilt – also für Nachtspeicheröfen, Direktheizungen, Infrarotheizungen oder Wärmepumpen. Anders als der normale Haushaltsstrom, mit dem du Laptop, Kühlschrank und Licht betreibst, wird Heizstrom über einen eigenen Zähler erfasst und in der Regel mit einem separaten Tarif abgerechnet. Diese Trennung ist kein bürokratischer Zufall, sondern hat einen handfesten wirtschaftlichen Hintergrund: Elektrische Heizanlagen verbrauchen erheblich mehr Strom als übliche Haushaltsgeräte, und Energieversorger sowie Netzbetreiber wollen diesen Lastanteil gesondert steuern und bepreisen.

Für viele Verbraucher:innen ist das Thema Heizstrom besonders relevant, weil ein großer Teil des bezahlbaren Mietwohnungsbestands – vor allem in Großstädten mit angespanntem Wohnungsmarkt – aus Altbauten der 1960er bis 1980er Jahre stammt. In genau dieser Bauepoche wurden Nachtspeicherheizungen massenhaft eingebaut, da Strom damals als zukunftssichere und günstige Energiequelle galt. Wer heute in eine solche Mietwohnung einzieht, übernimmt damit automatisch die Heizinfrastruktur der Vormieter:innen – inklusive des Heizstromzählers und der damit verbundenen Tarifstrukturen.

Beim Einzug in eine neue Wohnung lohnt es sich deshalb, sofort zu klären, ob ein getrennter Heizstromzähler vorhanden ist. Das ist keine rein technische Frage: Sie hat direkte Auswirkung darauf, welche Tarifoptionen du hast, ob du deinen Heizstromvertrag eigenständig abschließen und wechseln kannst, und wie die Nebenkosten in deiner Jahresabrechnung aussehen. Ein übersehener Heizstromzähler kann dazu führen, dass du versehentlich im teuren Grundversorgungs­tarif landest – obwohl günstigere Alternativen verfügbar wären.

AUF EINEN BLICK

  • Die Netzagentur regelt Zeiten, in denen Heizstrom günstiger bezogen werden kann – klassisch Niedertarif (NT) nachts, Hochtarif (HT) tagsüber.
  • Nachtspeicheröfen laden den günstigen Nachtstrom und geben die gespeicherte Wärme tagsüber ab.
  • Nicht alle Netzbetreiber bieten noch gesonderte Heizstrom-Niedertarif-Fenster an – das hängt vom lokalen Netz ab.
  • Wärmepumpen haben meist eigene Wärmepumpenstromtarife, die vom klassischen Nachtspeicher-Heizstrom zu unterscheiden sind.

Wie funktioniert ein Heizstromtarif technisch?

Heizstrom ist vom Haushaltsstrom tariflich getrennt und wird bei vielen Anbietern günstiger je Kilowattstunde angeboten.

Das technische Herzstück des Heizstroms ist der sogenannte Doppeltarifzähler oder Zweitarifzähler. Dieser Zähler misst den Stromverbrauch deiner Heizanlage vollständig separat vom Rest des Haushalts. In der Praxis bedeutet das: Im Zählerschrank deiner Wohnung oder im Hausflur findest du zwei Zähler – einen für den normalen Haushaltsstrom und einen speziell für die Heizung. Beide tragen unterschiedliche Zählernummern, die du für jeden Tarifvergleich oder Anbieterwechsel benötigst.

Klassische Heizstromtarife unterscheiden zwischen Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT). Der Niedertarif gilt typischerweise in den Nachtstunden – früher meist zwischen 22 und 6 Uhr – sowie an Wochenenden und Feiertagen. In dieser Zeit ist der Strombezug günstiger, weil die Nachfrage im Gesamtnetz geringer ist und Übertragungskapazitäten besser ausgelastet werden können. Nachtspeicheröfen nutzen genau dieses Prinzip: Sie laden den günstigen Nachtstrom als Wärme in einem Speicherkern aus Magnesit oder ähnlichen Materialien und geben diese Wärme dann tagsüber kontrolliert ab – ohne weiteren Strombezug.

Wichtig zu wissen: Nicht alle Netzbetreiber in Deutschland bieten heute noch gesonderte Heizstrom-Niedertarif-Fenster an. Die Verfügbarkeit hängt vom lokalen Netz und den Entscheidungen des regionalen Netzbetreibers ab. Die Bundesnetzagentur überwacht zwar den Markt, schreibt aber keine einheitlichen Niedertarifzeiten bundesweit vor. In manchen Regionen gibt es noch klare NT/HT-Zeitfenster, in anderen wird Heizstrom schlicht als Eintarifstrom zu einem pauschalen, aber gegenüber dem Haushaltsstrom vergünstigten Preis angeboten. Vor einem Tarifwechsel lohnt deshalb immer der direkte Anruf beim Netzbetreiber, um zu klären, welche Steuerungszeiten in deinem Netz tatsächlich aktiv sind.

AspektWorauf es ankommt
Heizstrom ist vom Haushaltsstrom tariflich getrennt und wird bei vielen Anbietern günstiger je Kilowattstunde angeboten.,
Für Heizstrom benötigst du einen eigenen Vertrag oder einen Tarif mit Zwei-Zähler-Lösung beim gleichen Anbieter.,
Nicht jeder Stromanbieter versorgt Heizstrombeim Anbieterwechsel unbedingt prüfen, ob der neue Anbieter beide Zähler beliefert.
Die staatlichen Abgaben und Netzentgelte können sich je nach Tarif und Zählerart unterscheiden.,
Beim Einzug in eine Wohnung mit Nachtspeicherheizung: Zählernummer des Heizstromzählers notieren und beim Anbieterwechsel angeben.,

Heizstrom vs. Haushaltsstrom: Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Wohnungsgröße, Dämmung, Heizverhalten und regionalem Netzentgelt ab – pauschale Angaben sind daher nicht seriös möglich.

Der wichtigste Unterschied zwischen Heizstrom und Haushaltsstrom liegt nicht im physikalischen Produkt – Strom ist Strom –, sondern in der tariflichen Einordnung, der Zählerstruktur und den regulatorischen Rahmenbedingungen. Haushaltsstrom wird über deinen Hauptzähler gemessen und über deinen Standardstromvertrag abgerechnet. Heizstrom läuft über den separaten Heizstromzähler und erfordert entweder einen eigenen Vertrag oder einen speziellen Zwei-Zähler-Tarif beim gleichen Anbieter.

Ein häufiges Missverständnis beim Anbieterwechsel: Wer seinen Haushaltsstromvertrag kündigt und zu einem neuen Anbieter wechselt, der damit automatisch auch den Heizstrom mitversorgt – dieser Trugschluss kann teuer werden. Nicht jeder Stromanbieter beliefert Heizstromzähler. Manche Anbieter, besonders günstige Online-Tarife, konzentrieren sich auf Standard-Haushaltsverträge und schließen Heizstrom explizit aus. Wer den Heizstrom vergisst, landet beim alten Anbieter im Grundversorgungstarif – oft dem teuersten Tarif am Markt.

Auch bei den staatlichen Abgaben und Netzentgelten gibt es Unterschiede. Die genauen Beträge variieren regional und von Tarif zu Tarif erheblich, weshalb pauschale Zahlenangaben hier nicht seriös wären. Was sich jedoch sagen lässt: Die Netzentgelte für Heizstrom können sich je nach Netzbetreiber und Tarifstruktur deutlich von denen für Haushaltsstrom unterscheiden – manchmal günstiger, manchmal nicht. Ein transparenter Tarifvergleich, bei dem du beide Zählernummern zur Hand hast, ist daher unerlässlich, bevor du irgendeinen Vertrag unterschreibst.

AUF EINEN BLICK

  • Faustregel: Wer den Jahresverbrauch in kWh kennt (steht auf der letzten Jahresabrechnung), kann mit dem aktuellen Heizstrompreis kalkulieren.
  • Tipp: Abschlagszahlungen und Vorauszahlungen genau im Blick behalten – Heizstrom macht in schlecht gedämmten Altbauten einen großen Teil der Nebenkosten aus.
  • Verbraucher:innen sollten prüfen, ob Heizkosten in der Warmmiete enthalten sind oder separat anfallen – das beeinflusst die eigene Kostenplanung.
  • Brutto-Netto-Rechner nutzen: Wer weiß, wie viel Netto vom Einkommen übrig bleibt, kann das Haushaltsbudget inklusive Heizstrom realistisch planen.

Heizstromkosten: Was kommt monatlich auf Verbraucher:innen zu?

Nachtspeicheröfen korrekt steuern: Lade-Regler (Aufladung) und Raumregler (Abgabe) richtig einstellen – viele Verbraucher:innen heizen versehentlich zu viel.

Konkrete pauschale Euro-Zahlen für monatliche Heizstromkosten zu nennen wäre unseriös – die tatsächlichen Kosten hängen von zu vielen individuellen Faktoren ab: Wohnungsgröße, Baujahr und Dämmzustand des Gebäudes, persönlichem Heizverhalten, der Anzahl der Bewohner:innen im Haushalt, dem regionalen Netzentgelt und natürlich dem aktuellen Heizstrompreis deines Anbieters. Eine schlecht gedämmte Altbauwohnung mit veralteten Nachtspeicheröfen kann in einem harten Winter ein Vielfaches der Kosten einer gut sanierten Wohnung verursachen.

Die praktisch sinnvollste Methode zur eigenen Kostenkalkulation: Schau auf die letzte Jahresabrechnung deines Heizstromanbieters oder auf die Ablesewerte des Heizstromzählers. Dort findest du deinen Jahresverbrauch in Kilowattstunden (kWh). Mit diesem Wert und dem aktuellen Arbeitspreis pro kWh deines Tarifs kannst du die Jahreskosten errechnen und auf Monate herunterbrechen. Das ist weit genauer als jede externe Faustregel und gibt dir eine solide Grundlage für dein Budget.

Ein wichtiger Hinweis für Haushalte mit staatlicher Unterstützung: Der Wohnkostenanteil in Sozialleistungen ist pauschal und soll Miete sowie Nebenkosten abdecken. Ob Heizkosten in deiner vereinbarten Warmmiete enthalten sind oder separat über dich als Mietpartei direkt an den Anbieter fließen, beeinflusst, wie gut dieser Pauschalbetrag deine tatsächliche Situation abbildet. Wer Heizstrom direkt an einen Energieversorger zahlt, sollte dies bei der eigenen Haushaltsplanung separat erfassen.

Außerdem solltest du die Abschlagszahlungen kritisch im Blick behalten. Viele Anbieter berechnen den monatlichen Abschlag auf Basis des Vorjahresverbrauchs – was bei einem Mieterwechsel bedeutet, dass der Abschlag oft auf den Verbrauch der Vormieter:innen ausgelegt ist. Wer sparsamer heizt oder weniger Zeit in der Wohnung verbringt, zahlt möglicherweise zu hohe Abschläge und bekommt am Jahresende Geld zurück – oder umgekehrt. Passe den Abschlag aktiv an deinen realistischen Verbrauch an: Die meisten Anbieter ermöglichen das auf Anfrage unkompliziert.

AUF EINEN BLICK

  • Stoßlüften statt Dauerlüften: Kurz und kräftig lüften spart Heizenergie, besonders bei Nachtspeichern, die keine schnelle Nachregelung ermöglichen.
  • Türen schließen: Im Haushalt einzelne Zimmer gezielt heizen statt Flure und Gemeinschaftsräume dauerhaft warm halten.
  • Heizkostenverteiler und Abrechnung: In Mehrfamilienhäusern prüfen, ob die Heizstromkosten über die Nebenkostenabrechnung verteilt werden.
  • Anbieterwechsel prüfen: Sobald der aktuelle Heizstromvertrag ausläuft oder in die Grundversorgung rutscht, lohnt ein Vergleich – auch wenn kein Anbieter direkt empfohlen werden kann, sind unabhängige Vergleichsportale (z. B. Bundesnetzagentur-Liste) ein guter Startpunkt.

Heizstrom sparen: So senkst du deine Kosten konkret

Schritt 1: Zählernummern beider Zähler (Haushaltsstrom + Heizstrom) notieren – sie stehen auf den Zählern und in der Jahresrechnung.

Der wohl effektivste Hebel beim Nachtspeicherofen ist die richtige Bedienung. Viele Verbraucher:innen stellen den LadeRegler dauerhaft auf Maximum – das ist in den meisten Fällen unnötig und kostet unnötig Geld. Der Laderegler (auch Auflad-Regler genannt) steuert, wie viel Wärme der Ofen nachts einlädt. Er sollte auf den Bedarf des nächsten Tages abgestimmt sein: An milden Herbsttagen reicht eine niedrigere Einstellung, an frostigen Wintertagen braucht der Ofen mehr Kapazität. Der Raumregler dagegen regelt, wie viel von der gespeicherten Wärme tatsächlich abgegeben wird – auch hier gilt: nur so viel wie nötig, nicht pauschal auf Maximum.

Lüftungsverhalten hat einen überraschend großen Einfluss auf den Heizenergieverbrauch. Nachtspeicheröfen können nicht wie eine Gasheizung schnell nachregeln – einmal abgegebene Wärme ist weg. Deshalb ist Stoßlüften (Fenster weit öffnen für drei bis fünf Minuten) deutlich energiesparender als stundenlang gekippte Fenster, bei denen kontinuierlich warme Luft entweicht und die Raumtemperatur langsam sinkt, bis der Ofen mehr abgeben muss.

Im Haushalt lohnt es sich, klare Absprachen zu treffen: Welche Zimmer müssen wirklich dauerhaft beheizt werden? Flure, Abstellräume und wenig genutzte Zimmer müssen nicht auf Wohntemperatur gehalten werden. Türen zu schließen – insbesondere zwischen beheizten und unbeheizten Bereichen – senkt den Wärmeverlust erheblich. Das klingt banal, wird aber häufig vernachlässigt.

Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, in dem die Heizstromkosten nicht über einen eigenen Zähler, sondern über die Betriebskostenabrechnung des Vermieters verteilt werden, sollte die Abrechnung genau prüfen. Heizkostenverteiler an den Geräten messen den anteiligen Verbrauch, und die Abrechnung muss den gesetzlichen Vorgaben der Heizkostenverordnung entsprechen. Fehler in der Abrechnung – etwa falsche Verteilungsschlüssel – kommen vor und können angefochten werden.

AUF EINEN BLICK

  • Schritt 2: Aktuellen Vertrag und Kündigungsfristen prüfen – Grundversorgungs­kunden haben kürzere Fristen als Sondervertragskunden.
  • Schritt 3: Neuen Anbieter wählen, der explizit beide Zähler (Haushaltsstrom und Heizstrom) beliefert – nicht alle Anbieter tun das.
  • Schritt 4: Anbieter wechseln lassen – der neue Anbieter übernimmt bei einem Standardwechsel die Kündigung beim alten Anbieter.
  • Schritt 5: Zählerstand beim Wechseltermin ablesen und dokumentieren (Foto empfohlen).

Heizstrom-Anbieterwechsel: So gehst du als Mieter:in vor

In Mehrfamilienhäusern mit zentraler Elektroheizung können die Heizstromkosten über die Betriebskostenabrechnung umgelegt werden.

Ein Anbieterwechsel beim Heizstrom ist grundsätzlich möglich und kann je nach aktuellem Tarif zu spürbaren Einsparungen führen – vorausgesetzt, du gehst strukturiert vor. Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme: Notiere dir die Zählernummern beider Zähler – also Haushaltsstrom-Zähler und Heizstrom-Zähler. Du findest sie direkt auf den Zählern im Zählerschrank sowie auf deiner Jahresabrechnung. Ohne diese Nummern kannst du keinen neuen Vertrag abschließen, da der neue Anbieter sie zur Anmeldung beim Netzbetreiber benötigt.

Im zweiten Schritt prüfst du deinen aktuellen Vertrag auf Kündigungsfristen. Grundversorgungs­kunden – also alle, die nie aktiv einen Sondervertrag abgeschlossen haben und einfach von der Grundversorgung des lokalen Versorgers beliefert werden – profitieren von kürzeren Kündigungsfristen. Sondervertragskunden haben je nach Vertrag längere Fristen, oft einen Monat zum Monatsende oder zum Ablauf der vereinbarten Mindestlaufzeit. Lies das Kleingedruckte sorgfältig.

Der dritte und kritischste Schritt: Stelle sicher, dass der neue Anbieter ausdrücklich beide Zähler beliefert – also sowohl Haushaltsstrom als auch Heizstrom. Frage im Zweifelsfall direkt nach und lass dir das schriftlich bestätigen. Viele günstige Online-Anbieter schließen Heizstrom in ihren AGB aus. Wenn du nur den Haushaltsstromvertrag wechselst und den Heizstrom vergisst, wirst du beim alten Anbieter automatisch in die Grundversorgung eingestuft – mit in der Regel deutlich höheren Preisen.

Im vierten Schritt übernimmt der neue Anbieter beim Standardwechsel die Kündigung bei deinem bisherigen Versorger. Du musst also nicht selbst aktiv kündigen – das regelt der neue Anbieter. Dennoch empfiehlt es sich, die Bestätigung des alten Anbieters abzuwarten und die Übergangsdaten (Zählerstand zum Wechselstichtag) zu dokumentieren. So vermeidest du spätere Abrechnungsstreitigkeiten.

AUF EINEN BLICK

  • Wer einen eigenen Heizstromzähler hat, zahlt direkt an den Anbieter – Heizkosten tauchen dann nicht in der Nebenkostenabrechnung des Vermieters auf.
  • Die Betriebskostenverordnung (BetrKV) regelt, welche Posten umlagefähig sind – Heizkosten gehören dazu.
  • Widerspruchsfrist bei Nebenkostenabrechnungen beachten: In der Regel zwölf Monate nach Zugang der Abrechnung.
  • Tipp: Mieterverein oder Verbraucherzentrale kann bei Unklarheiten zur Nebenkostenabrechnung kostenlos beraten.

Heizstrom in der Nebenkostenabrechnung: Was Mieter:innen wissen müssen

Heizkosten sind nach der Miete oft der zweitgrößte Posten im Haushaltsbudget – eine realistische Planung verhindert böse Überraschungen bei der Jahresabrechnung.

Ob Heizstromkosten in deiner Nebenkostenabrechnung auftauchen oder nicht, hängt davon ab, wie die Heizversorgung im Haus organisiert ist. Wenn du einen eigenen Heizstromzähler hast und deinen Vertrag direkt mit dem Energieversorger abgeschlossen hast, zahlst du die Kosten direkt an den Anbieter – und der Vermieter hat mit der Heizstromabrechnung nichts zu tun. In diesem Fall tauchen Heizkosten nicht in der Betriebskostenabrechnung auf.

Anders sieht es in Mehrfamilienhäusern aus, in denen der Vermieter oder die Hausverwaltung den Heizstrom zentral bezieht und die Kosten dann auf die Mieter:innen umlegt. In diesem Fall werden die Heizstromkosten über die Nebenkostenabrechnung verteilt. Die Betriebskostenverordnung (BetrKV) regelt, welche Kosten überhaupt umlagefähig sind – Heizkosten zählen dazu. Die Verteilung muss den Vorgaben der Heizkostenverordnung entsprechen, die eine verbrauchsabhängige Abrechnung vorschreibt.

Als Mieter:in hast du das Recht, die Nebenkostenabrechnung zu prüfen und innerhalb von zwölf Monaten nach Zugang Widerspruch einzulegen, wenn du Fehler entdeckst. Fehler passieren häufiger als man denkt: falsche Verteilungsschlüssel, nicht umlagefähige Kosten, die fälschlicherweise eingerechnet wurden, oder schlicht Rechenfehler. Wer sich unsicher ist, kann sich an Mietervereine oder Verbraucherzentralen wenden, die Abrechnungen oft kostengünstig prüfen.

AUF EINEN BLICK

  • Monatliche Abschläge an den tatsächlichen Vorjahresverbrauch anpassen lassen – viele Anbieter passen automatisch an, aber auf Antrag geht es schneller.
  • Rücklage bilden: In milden Wintern kann eine Nachzahlung drohen, wenn der Abschlag zu niedrig war; in kalten Wintern eine höhere Nachzahlung.
  • Unser Brutto-Netto-Rechner hilft dir, dein verfügbares Nettoeinkommen (aus Erwerbseinkommen oder Rente) zu berechnen und Energiekosten einzubudgetieren.

Budget planen: Heizstrom im Haushalt richtig einkalkulieren

Heizkosten sind nach der Miete oft der zweitgrößte Posten im monatlichen Budget von Verbraucher:innen – und gleichzeitig der am häufigsten unterschätzte. Wer im Herbst einzieht und die Heizstromkosten nicht von Anfang an realistisch einplant, erlebt im Frühjahr bei der Jahresabrechnung eine unangenehme Überraschung. Eine solide Haushaltsplanung beginnt daher damit, Heizkosten als festen Planposten zu behandeln – nicht als variablen Restbetrag.

Wenn du berufstätig bist oder einen Nebenjob hast, lohnt es sich zu wissen, wie viel Nettoeinkommen dir nach Abzügen tatsächlich bleibt. Als Minijobber:in kannst du bis zu 603 Euro monatlich (Stand 2026) verdienen, ohne sozialversicherungspflichtig zu werden. In diesem Fall gilt: Den genauen Nettobetrag kennst du erst nach Abzug aller Steuern und ggf. Abgaben – unser Brutto-Netto-Rechner hilft dir, das schnell und präzise zu berechnen.

Praktisch empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: Ermittle deinen Jahresverbrauch aus der letzten Heizstromabrechnung, teile ihn durch zwölf, und multipliziere ihn mit dem aktuellen Arbeitspreis. Dieser Monatsbetrag sollte direkt als fixer Posten in deinen Haushaltsplan eingetragen werden. Zusätzlich ist eine kleine Rücklage für Nachzahlungen sinnvoll – besonders wenn du gerade erst eingezogen bist und keinen eigenen Vorjahresverbrauch als Referenz hast. In einem kalten Winter können die tatsächlichen Kosten deutlich über dem Abschlag liegen, der auf dem Verbrauch der Vormieter:innen basiert.

Wer staatliche Unterstützung bezieht – sei es Wohngeld, Bürgergeld oder andere Sozialleistungen –, sollte prüfen, ob Heizkostenzuschüsse oder einmalige Leistungen beantragt werden können. Die Regelungen und Anspruchsvoraussetzungen ändern sich regelmäßig, weshalb eine direkte Anfrage beim zuständigen Amt oder einer Sozialberatung stets aktueller ist als jede gedruckte Information.

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Häufige Fragen

Heizstrom ist ein spezieller Tarif für elektrische Heizsysteme wie Nachtspeicheröfen und wird oft zu günstigeren Bedingungen angeboten als normaler Haushaltsstrom. Normaler Haushaltsstrom versorgt Ihre Geräte und Beleuchtung, während Heizstrom nur für die Wärmeerzeugung genutzt werden darf und meist über einen separaten Zähler läuft.

Ja, als Mieterin oder Mieter können Sie Ihren Heizstromtarif in der Regel selbst wechseln, sofern Sie einen eigenen Heizstromzähler haben und der Vertrag auf Ihren Namen läuft. Sie müssen jedoch vorher prüfen, ob Ihr Vermieter oder die Hausverwaltung bestimmte Vorgaben macht, und den Wechsel rechtzeitig mit dem neuen Anbieter abstimmen.

Heizstrom ist in der Regel teurer als Gas oder Fernwärme, da Strom als Energieträger höhere Kosten verursacht. Allerdings kann ein gut gewählter Heizstromtarif mit günstigen Nachtstromzeiten die Kosten senken, sodass der Unterschied je nach Region und Anbieter geringer ausfällt. Für einen genauen Vergleich sollten Sie die tatsächlichen Preise und Ihren Verbrauch heranziehen.

Wenn Sie keinen separaten Heizstromzähler finden, sollten Sie zuerst Ihre Stromrechnung und den Zählerkasten prüfen, ob es einen zweiten Zähler oder eine Unterzähler gibt. Falls nicht, wenden Sie sich an Ihren Vermieter oder Netzbetreiber, um zu klären, ob Ihre Heizung über den normalen Hausstrom läuft und ob eine getrennte Messung möglich ist.

Ihren Heizstromverbrauch können Sie am einfachsten über den separaten Zähler ablesen, den Sie monatlich oder jährlich notieren. Die Berechnung erfolgt, indem Sie den aktuellen Zählerstand vom vorherigen abziehen und mit dem Heizwert multiplizieren, wobei Sie auch die Jahresabrechnung Ihres Anbieters als Referenz nutzen können.

Ja, als Verbraucherin oder Verbraucher können Sie unter bestimmten Voraussetzungen staatliche Unterstützung für hohe Heizkosten erhalten, etwa über Wohngeld oder Bürgergeld, wenn Ihr Einkommen niedrig ist. Sie müssen dafür einen Antrag bei der zuständigen Behörde stellen und Ihre tatsächlichen Heizkosten nachweisen, wobei die Höhe der Förderung von Ihrer individuellen Situation abhängt.

Wenn Sie umziehen, müssen Sie Ihren Heizstromvertrag in der Regel zum Umzugstermin kündigen oder auf die neue Adresse umschreiben lassen, sofern dort ebenfalls ein Heizstromzähler vorhanden ist. Informieren Sie Ihren Anbieter frühzeitig, um eine reibungslose Abrechnung zu gewährleisten, und beachten Sie, dass Sie am neuen Wohnort einen neuen Vertrag abschließen müssen.

Ein Wechsel vom Nachtspeicherofen zu einer anderen Heizung kann sich langfristig lohnen, da moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Gasheizungen oft effizienter arbeiten und niedrigere Betriebskosten verursachen. Allerdings sind die Anschaffungs- und Umbaukosten hoch, daher sollten Sie eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführen und mögliche Förderungen für den Heizungstausch berücksichtigen.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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