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FinanzenVorsorge Was Die Renteninformation Verschweigt
FinanzbildungWas9 Min.

Was die Renteninformation verschweigt – und was das für dich in bedeutet

Deine Renteninformation klingt gut – aber sie lässt wichtige Infos weg. Wir erklären, was fehlt & was das wirklich bedeutet.

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Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Die Deutsche Rentenversicherung schickt ab einer bestimmten Anzahl an Beitragsjahren jährlich eine Renteninformation per Post.
  • Das Dokument zeigt: bisher erworbene Rentenansprüche, Hochrechnungen bei gleicher Beitragsentwicklung und eine Einschätzung zur Rentenlücke.
  • Ziel ist Transparenz – doch die Aussagekraft für Studierende und Berufseinsteiger:innen ist stark eingeschränkt.
  • Wer noch keine ausreichenden Beitragsjahre gesammelt hat, erhält gar keine Renteninformation – und tappt damit im Dunkeln.

Was die Renteninformation dir wirklich sagt – und was sie geflissentlich weglässt

Die Deutsche Rentenversicherung schickt ab einer bestimmten Anzahl an Beitragsjahren jährlich eine Renteninformation per Post.

Die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung klingt nach Transparenz. Doch für viele Sparer:innen und Anleger:innen enthält das Dokument mehr Lücken als Antworten: Inflation, fehlende Beitragsjahre und die persönliche Rentenlücke bleiben systematisch unerwähnt.

Das Wichtigste in Kürze: Die Renteninformation zeigt Nominalwerte ohne Kaufkraftanpassung, ignoriert Beitragslücken und sagt dir nicht, ob deine spätere Rente zum Leben reicht. Wer das nicht versteht, plant seine Altersvorsorge auf falschen Grundlagen – und das kostet Jahrzehnte.

AUF EINEN BLICK

  • Das Dokument zeigt: bisher erworbene Rentenansprüche, Hochrechnungen bei gleicher Beitragsentwicklung und eine Einschätzung zur Rentenlücke.
  • Ziel ist Transparenz – doch die Aussagekraft für viele Verbraucher:innen ist stark eingeschränkt.
  • Wer noch keine ausreichenden Beitragsjahre gesammelt hat, erhält gar keine Renteninformation – und tappt damit im Dunkeln.

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Was die Renteninformation überhaupt ist – und für wen sie gemacht wurde

Die Renteninformation weist Beträge in heutigem Nominalwert aus – die Kaufkraft in 30–40 Jahren wird nicht realistisch abgebildet.

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) verschickt einmal im Jahr an alle Versicherten, die mindestens fünf Jahre Beitragszeit nachweisen können, eine Renteninformation per Post. Das Dokument ist auf den ersten Blick übersichtlich: Es zeigt die bisher erworbenen Rentenansprüche, enthält Hochrechnungen für zwei Szenarien – gleichbleibende und zwei Prozent höhere Lohnentwicklung – und gibt einen ersten Hinweis darauf, ob eine Rentenlücke entstehen könnte. Das Ziel ist erklärtermaßen Transparenz, und für jemanden mitten im Berufsleben mit stabilen Beitragsjahren ist das Dokument auch tatsächlich ein hilfreicher Ausgangspunkt.

Für Berufseinsteiger:innen und Menschen mit kurzen Erwerbsbiografien greift dieses Konzept jedoch erheblich zu kurz. Wer gerade erst sein erstes oder zweites Beitragsjahr angesammelt hat, erhält unter Umständen gar keine Renteninformation – und tappt damit vollständig im Dunkeln. Die Fünf-Jahres-Hürde klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber für jemanden, der mit 22 oder 24 Jahren ins Berufsleben startet, eine reale Schwelle. Hinzu kommt: Selbst wenn das Dokument ankommt, ist die Aussagekraft der Hochrechnungen für Menschen mit wenigen Beitragsjahren extrem begrenzt, weil die Projektionen auf einer kurzen Datengrundlage beruhen und systematische Lücken nicht erklärt werden.

Das eigentliche Problem ist also kein Fehler im Dokument – es ist die strukturelle Kommunikationslücke. Die Renteninformation wurde konzipiert, um einen Überblick über bereits erworbene Ansprüche zu geben. Sie wurde nicht entwickelt, um jungen Menschen zu erklären, warum ihre Rentenansprüche strukturell niedriger ausfallen werden als die ihrer Elterngeneration oder warum die ausgewiesenen Zahlen mit Vorsicht zu interpretieren sind. Wer das nicht weiß, hält die Hochrechnung für eine realistische Prognose – und das ist sie für Berufseinsteiger:innen fast nie.

AUF EINEN BLICK

  • Inflation frisst Jahr für Jahr an der Kaufkraft: Ein nominaler Betrag in der Zukunft kauft erheblich weniger als derselbe Betrag heute.
  • Nur eine Spalte enthält einen inflationsbereinigten Hinweis – dieser ist aber methodisch eingeschränkt und für viele Leser:innen kaum auffindbar.
  • Für alle, die noch am Anfang ihres Erwerbslebens stehen, ist der Kaufkraftverlust über Jahrzehnte besonders gravierend.

Die Inflation fehlt fast komplett – und das ist kein Zufall

Eine Zeit ohne sozialversicherungspflichtige Beschäftigung – etwa eine längere Auszeit oder Familienphase – führt in der Regel zu keinen Rentenansprüchen für diesen Zeitraum.

Der offensichtlichste blinde Fleck der Renteninformation ist die Kaufkraft. Das Dokument weist alle Beträge in heutigem Nominalwert aus. Das bedeutet: Die ausgewiesene Summe beschreibt, wie viele Euro du in Zukunft monatlich erhältst – aber nicht, was du damit kaufen kannst. Inflation frisst Jahr für Jahr an der Kaufkraft: Bei einer langfristigen Inflationsrate von zwei Prozent pro Jahr – dem Zielwert der Europäischen Zentralbank – halbiert sich die Kaufkraft eines nominalen Betrags in rund 35 Jahren. Für jemanden, der heute 22 ist und mit 67 in Rente geht, ist das kein theoretisches Szenario, sondern mathematische Realität.

Es gibt in der Renteninformation tatsächlich einen Hinweis auf inflationsbereinigte Werte – aber er ist methodisch eingeschränkt und für die meisten Leser:innen schwer auffindbar. Die DRV weist in einem der Szenarien einen „Rentenwert in heutiger Kaufkraft" aus, der auf einer pauschalen Abzinsungsannahme basiert. Diese Zahl erscheint klein gedruckt, wird kaum erklärt und vermittelt dennoch nicht das volle Bild: Welche Inflationsrate wird zugrunde gelegt? Über welchen Zeitraum? Werden zukünftige Rentenanpassungen einbezogen? Diese Fragen bleiben offen.

Für alle, die noch viele Jahre bis zum Renteneintritt vor sich haben, ist der Kaufkraftverlust besonders gravierend. Wer 40 oder mehr Jahre bis zur Rente vor sich hat, dem nützt eine Nominalzahl ohne Kaufkraftkontext herzlich wenig. Wer heute eine Renteninformation liest und die ausgewiesene monatliche Summe als reale Planungsgröße nimmt, plant auf einer Grundlage, die strukturell zu optimistisch ist. Finanzbildung beginnt hier: mit dem Verständnis, dass eine Zahl auf dem Papier nicht gleich Kaufkraft ist.

AUF EINEN BLICK

  • Wer beispielsweise eine mehrjährige berufliche Auszeit nimmt, hat entsprechend weniger Beitragsjahre als Gleichaltrige ohne diese Unterbrechung.
  • Die Renteninformation bildet diese Lücke nicht als Problem ab – sie projiziert einfach weniger Ansprüche, ohne den Kontext zu erklären.
  • Freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung existieren, werden aber in keiner Standardkommunikation der DRV aktiv empfohlen.

Eine Auszeit vom Berufsleben bedeutet Beitragslücke – und niemand erklärt das

Die Renteninformation zeigt, was du voraussichtlich bekommst – nicht, ob das zum Leben reicht.

Eine längere Auszeit vom Berufsleben, etwa für eine Weiterbildung oder eine Familienphase, ist in der Regel keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Wer ausschließlich diese Auszeit nimmt – auch wenn er oder sie nebenbei einen Minijob bis zur Grenze von 603 Euro monatlich (Stand 2026) ausübt – sammelt in dieser Zeit keine oder kaum Rentenansprüche. Eine solche Auszeit umfasst in Deutschland typischerweise fünf bis sechs Jahre. Das entspricht fünf bis sechs Jahren, in denen keine oder kaum Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung fließen. Gleichaltrige, die direkt nach der Schule eine Ausbildung begonnen haben, sind in dieser Zeit längst Beitragszahlende.

Die Renteninformation bildet diese Lücke nicht als strukturelles Problem ab. Sie projiziert schlicht weniger Ansprüche – ohne den Kontext zu erklären oder darauf hinzuweisen, dass dieser Rückstand über das gesamte Erwerbsleben hinweg eine Rolle spielt. Das ist keine böse Absicht, aber es ist ein echtes Kommunikationsproblem. Wer sein Dokument erhält und sieht, dass die Hochrechnung niedriger ausfällt als erwartet, versteht in der Regel nicht, warum das so ist – und was er oder sie dagegen tun könnte.

Es gibt durchaus die Möglichkeit, als Verbraucher:in freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu leisten. Diese Option wird in keiner Standardkommunikation der DRV aktiv empfohlen oder erklärt. Sie ist nicht für alle sinnvoll – die Opportunitätskosten, also was man alternativ mit dem Geld machen könnte, spielen eine Rolle – aber sie existiert und könnte für manche Sparer:innen, insbesondere gegen Ende einer solchen Auszeit, eine relevante Überlegung sein. Dass die DRV darüber im Rahmen der Renteninformation schweigt, ist bezeichnend für die strukturelle Kommunikationslücke des Dokuments.

Hinzu kommt: Wer eine berufliche Neuorientierung anstrebt, startet statistisch gesehen mit einem späteren Berufseinstieg – und damit auch mit einem späteren Beginn der vollen Beitragszeit. Das hat langfristige Auswirkungen auf die Gesamtansprüche, die weit über die Auszeit hinausgehen. Ein späterer Berufsstart bedeutet nicht automatisch eine geringere Rente, wenn das Gehalt später entsprechend höher ausfällt – aber es bedeutet, dass die Planung bewusster erfolgen muss.

AUF EINEN BLICK

  • Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen voraussichtlicher gesetzlicher Rente und dem tatsächlich benötigten Einkommen im Alter.
  • Faktoren wie Mietkosten, Gesundheitsausgaben oder Pflege im Alter finden in der Renteninformation keinerlei Erwähnung.
  • Für Menschen mit späterem Berufsstart, die oft höhere Lebenshaltungskosten haben, ist diese Lücke strukturell größer.

Die Rentenlücke: Das Schweigen über das Entscheidende

Die Renteninformation enthält zwar einen Hinweis auf Erwerbsminderungsrente – aber keine konkrete Aussage, ob du überhaupt anspruchsberechtigt bist.

Die Renteninformation zeigt dir, was du voraussichtlich an gesetzlicher Rente erhalten wirst. Was sie dir nicht zeigt: ob das reicht. Die sogenannte Rentenlücke ist die Differenz zwischen der voraussichtlichen gesetzlichen Rente und dem Betrag, den du im Alter tatsächlich benötigst, um deinen gewünschten Lebensstandard zu finanzieren. Diese Lücke ist für die meisten Menschen vorhanden – die Frage ist nur, wie groß sie ist und wie früh man beginnt, sie zu schließen.

Die Faktoren, die den tatsächlichen Bedarf im Alter bestimmen, sind vielfältig und höchst individuell: Mietkosten oder Eigenheimfinanzierung, Gesundheitsausgaben, mögliche Pflegebedürftigkeit, Reisen, Hobbys, finanzielle Unterstützung für Kinder oder Enkel. Keiner dieser Faktoren findet in der Renteninformation auch nur eine kurze Erwähnung. Das Dokument präsentiert eine Zahl, als wäre damit die Frage der Altersversorgung beantwortet – dabei ist sie nur gestellt.

Für Menschen, die später ins Berufsleben starten und im Laufe der Karriere häufig höhere Lebenshaltungskosten gewohnt sind – Miete in teuren Großstädten, internationale Mobilität, höhere Konsumstandards – ist diese Lücke strukturell größer als bei anderen Gruppen. Wer mit 30 anfängt, ernsthaft über Altersvorsorge nachzudenken, hat noch viele gute Jahre vor sich. Wer erst mit 45 beginnt, muss deutlich mehr aufholen. Die Renteninformation gibt keinen einzigen Hinweis darauf, dass dieser Zeitdruck existiert.

AUF EINEN BLICK

  • Wer die Wartezeit und Mindestbeitragsjahre noch nicht erfüllt hat, ist im Ernstfall gar nicht abgesichert.
  • Berufsanfänger:innen und Menschen in der ersten Karrierephase unterschätzen dieses Risiko häufig, weil die Kommunikation der DRV darauf nicht explizit eingeht.
  • Hier greift eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) – je früher abgeschlossen, desto günstiger und leichter zu bekommen.

Was die Renteninformation zur Erwerbsminderung verschweigt

Das gesetzliche Rentensystem basiert auf dem Umlageverfahren: Die heutige Erwerbsgeneration zahlt für die heutige Rentnergeneration.

Die Renteninformation enthält tatsächlich einen kurzen Hinweis auf die Erwerbsminderungsrente – aber dieser Hinweis ist in seiner praktischen Aussagekraft für junge Menschen nahezu wertlos. Denn das Dokument erklärt nicht, ob du im konkreten Ernstfall überhaupt anspruchsberechtigt wärst. Für die Erwerbsminderungsrente gelten Zugangsvoraussetzungen: Du musst in der Regel die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt und in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge geleistet haben. Wer diese Bedingungen noch nicht erfüllt, ist im Ernstfall gar nicht abgesichert – ein Umstand, den das Dokument nicht explizit kommuniziert.

Für Berufseinsteiger:innen und Menschen in den ersten Berufsjahren ist das ein reales Risiko, das systematisch unterschätzt wird. Berufsunfähigkeit trifft Menschen in jedem Alter – psychische Erkrankungen, Unfälle, chronische Erkrankungen sind keine Phänomene des Rentenalters. Wer zu Beginn des Berufslebens aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeitsfähig ist, hat in der Regel keinen Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente, weil die Beitragsjahre fehlen.

Hier greift eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) als wichtige Ergänzung. Der entscheidende Vorteil: Je früher eine BU abgeschlossen wird, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge – und desto leichter ist es, eine Versicherung zu bekommen, weil Vorerkrankungen noch keine Rolle spielen. Die Renteninformation gibt keinen Hinweis auf diese private Absicherungsoption. Sie kommuniziert ein staatliches System – und dieses System hat für junge Menschen in bestimmten Lebensphasen schlicht Lücken, die eigenverantwortlich geschlossen werden müssen.

AUF EINEN BLICK

  • Der demografische Wandel erhöht den Druck: Immer weniger Beitragszahlende finanzieren immer mehr Rentenempfänger:innen.
  • Das Rentenniveau – also das Verhältnis von Durchschnittsrente zu Durchschnittslohn – ist ein politisch umstrittener Wert, der laufend Gegenstand von Reformen ist.
  • Die Renteninformation gibt keine Szenarien für mögliche zukünftige Rentenreformen oder Niveauabsenkungen aus.
  • Für die heutige Generation junger Erwerbstätiger ist privates und betriebliches Vorsorgen deshalb kein Luxus, sondern strukturell notwendig.

Der Generationenvertrag unter Druck – was Sie wirklich wissen müssen

Rentenlücke berechnen: Nutzen Sie den StudySmarter-Rentenrechner, um Ihre persönliche Vorsorgelücke zu simulieren.

Das gesetzliche Rentensystem in Deutschland basiert auf dem Umlageverfahren: Die heutige Erwerbsgeneration zahlt für die heutige Rentnergeneration. Dieses Prinzip funktioniert solange gut, wie ausreichend viele Beitragszahlende für eine überschaubare Zahl von Rentner:innen aufkommen. Der demografische Wandel verschiebt dieses Verhältnis jedoch dauerhaft: Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer-Generation gehen in den nächsten Jahren in Rente, während gleichzeitig weniger junge Menschen ins Erwerbsleben eintreten. Immer weniger Beitragszahlende finanzieren immer mehr Rentenempfänger:innen – das ist kein Horrorszenario, sondern Statistik.

Das sogenannte Rentenniveau – das Verhältnis der Standardrente zum Durchschnittslohn – ist ein politisch intensiv diskutierter Wert. Es ist Gegenstand von Reformen, Koalitionsverträgen und gesellschaftlichen Debatten. Die Renteninformation gibt keine Szenarien aus, wie sich das Rentenniveau in den nächsten Jahrzehnten entwickeln könnte. Sie rechnet auf Basis der aktuellen gesetzlichen Grundlagen – nicht auf Basis möglicher Reformen, Anpassungen oder politischer Entscheidungen, die in den nächsten 40 Jahren zweifellos noch kommen werden. Für jemanden, der heute 22 ist und erst in mehr als vier Jahrzehnten in Rente geht, ist das eine erhebliche Planungsunsicherheit, die das Dokument komplett ausblendet.

Junge Erwachsene gehören zu der Generation, die von diesen strukturellen Veränderungen am stärksten betroffen sein werden. Gleichzeitig haben sie den größten Vorteil: Zeit. Wer früh beginnt, die eigene Vorsorge zu diversifizieren – gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge, private Vorsorge – kann den Zinseszinseffekt über Jahrzehnte für sich nutzen. Die Renteninformation motiviert zu diesem Schritt nicht – sie zeigt eine Zahl, ohne den Handlungsauftrag dahinter zu formulieren.

AUF EINEN BLICK

  • Beitragsjahre dokumentieren: Prüfen Sie Ihren aktuellen Rentenkontoauszug bei der Deutschen Rentenversicherung – den können Sie kostenlos anfordern.
  • BU früh absichern: Berufsunfähigkeit ist das größte Armutsrisiko im Erwerbsleben; als Berufseinsteiger:in sind Sie gesetzlich kaum abgesichert.
  • Ergänzende Altersvorsorge verstehen: ETF-Sparpläne, Riester (Sonderförderung für Berufseinsteiger), betriebliche Altersvorsorge – Optionen kennen und vergleichen.
  • Finanzplan erstellen: Wer früh anfängt, profitiert massiv vom Zinseszinseffekt – selbst kleine monatliche Beträge machen über Jahrzehnte einen großen Unterschied.

Was du jetzt konkret tun kannst

Der erste und wichtigste Schritt ist, die eigene Rentenlücke überhaupt sichtbar zu machen. Das klingt abstrakt, ist aber mit den richtigen Werkzeugen gut machbar. Ein Rentenrechner, der nicht nur die gesetzliche Hochrechnung abbildet, sondern auch Inflation, Beitragslücken und den persönlichen Bedarf im Alter berücksichtigt, liefert eine deutlich realistischere Planungsbasis als die Renteninformation allein. Wer seine Situation einmal schwarz auf weiß vor sich hat, kann gezielt entscheiden – anstatt das Thema auf später zu verschieben.

Parallel dazu lohnt es sich, den eigenen Rentenkontoauszug zu kennen. Diesen kann jede und jeder kostenlos bei der Deutschen Rentenversicherung anfordern – er zeigt alle gemeldeten Beitragszeiten, eventuelle Lücken und anerkannte Zeiten wie Ausbildung oder Wehrdienstzeiten. Wer weiß, wo er steht, kann gezielt prüfen, ob und wo Handlungsbedarf besteht. Das ist nicht kompliziert, erfordert aber einen aktiven Schritt – der von der Standardkommunikation der DRV nicht konsequent eingefordert wird.

Das Thema Berufsunfähigkeit sollte frühzeitig angegangen werden – idealerweise direkt zu Beginn des Berufslebens oder in jungen Jahren. Eine BU-Versicherung ist in jungen Jahren und in gutem Gesundheitszustand in der Regel deutlich günstiger und einfacher zu erhalten als später. Wer wartet, bis sich gesundheitliche Einschränkungen zeigen, riskiert höhere Prämien oder eine abgelehnte Bewerbung. Das ist eine der wenigen Bereiche in der Finanzplanung, bei denen früh handeln objektiv vorteilhaft ist.

Für die ergänzende Altersvorsorge gibt es mehrere Optionen, die für Sparer:innen und Anleger:innen relevant sind: ETF-Sparpläne, die über den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich hinaus Kapitalerträge mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent versteuern, bieten Flexibilität und langfristiges Wachstumspotenzial. Riester-Verträge bieten insbesondere für Berufseinsteiger:innen eine staatliche Grundzulage und können steuerlich gefördert werden – allerdings ist die individuelle Eignung abhängig von Einkommenssituation und Lebensplanung. Betriebliche Altersvorsorge (bAV) lohnt sich oft ab dem ersten Arbeitsverhältnis, da Beiträge steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Keine dieser Optionen ist für jeden gleich geeignet – aber alle sind es wert, informiert abgewogen zu werden.

Die Renteninformation ist ein Startpunkt – kein Finanzplan

Die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung ist kein schlechtes Dokument – aber sie ist für Sparer:innen und Berufseinsteiger:innen strukturell unvollständig. Sie zeigt Nominalwerte ohne Kaufkraftkorrektur, bildet Beitragslücken durch Erwerbsunterbrechungen nicht als Problem ab, schweigt zur persönlichen Rentenlücke und gibt keinen Hinweis darauf, ob du im Fall einer Berufsunfähigkeit überhaupt abgesichert bist. Wer diese Lücken kennt, kann gegensteuern – wer sie nicht kennt, plant auf einer falschen Grundlage.

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Häufige Fragen

Die gesetzliche Rentenversicherung verschickt dir in der Regel erstmals mit 27 Jahren eine Renteninformation, danach erhältst du sie alle fünf Jahre. Wenn du älter als 43 Jahre bist, bekommst du sie alle drei Jahre, und ab 55 Jahren jährlich.

Die Prognose in der Renteninformation basiert auf deinen bisherigen Beiträgen und einer Fortschreibung unter bestimmten Annahmen, etwa zur Lohnentwicklung. Sie ist also eine realistische Schätzung, aber keine Garantie, denn politische Reformen oder Änderungen in deinem Erwerbsleben können das Ergebnis verändern.

Eine Ausbildung zählt nur dann für die gesetzliche Rente, wenn du während der Ausbildung Pflichtbeiträge zahlst, etwa durch ein Praktikum oder eine berufliche Tätigkeit. Reine Ausbildungszeiten ohne Beiträge werden nur in Ausnahmefällen als Anrechnungszeiten berücksichtigt, etwa bei Kindererziehung oder Pflege.

Die Rentenlücke ist der Unterschied zwischen deiner voraussichtlichen gesetzlichen Rente und deinem letzten Nettoeinkommen vor dem Rentenbeginn. Du berechnest sie, indem du deinen aktuellen Nettoverdienst mit der prognostizierten Rente vergleichst und die Differenz in Euro pro Monat ermittelst.

Über die gesetzliche Rentenversicherung bist du nur eingeschränkt gegen Berufsunfähigkeit abgesichert, denn der volle Schutz greift erst nach bestimmten Wartezeiten und Beitragsjahren. In der Regel benötigst du eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, um im Fall einer Erkrankung oder eines Unfalls abgesichert zu sein.

Das Rentenniveau gibt an, wie hoch eine Standardrente im Verhältnis zum durchschnittlichen Einkommen ausfällt, und es sinkt, weil die Lebenserwartung steigt und die Zahl der Beitragszahler im Verhältnis zu den Rentnern abnimmt. Die Politik hat das Niveau gesetzlich auf einem bestimmten Mindestwert stabilisiert, aber durch die demografische Entwicklung wird es langfristig weiter fallen.

Ob sich Riester lohnt, hängt stark von deiner persönlichen Situation ab, etwa von der Anzahl der Kinder und deinem Einkommen. Für Geringverdiener und Familien mit Kindern kann die Förderung attraktiv sein, aber wegen der hohen Kosten und der eingeschränkten Flexibilität lohnt sich eine genaue Prüfung vor Abschluss.

Deinen aktuellen Rentenstand kannst du online über das Portal der Deutschen Rentenversicherung mit deiner persönlichen Identifikationsnummer einsehen. Alternativ erhältst du auf Antrag eine schriftliche Rentenauskunft, die deine bislang erworbenen Entgeltpunkte und den aktuellen Kontostand auflistet.

Quellen & Stand 09.07.2026

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StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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