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Wohngebäudeversicherung mit Selbstbeteiligung: So senkst du deinen Beitrag

Eine Selbstbeteiligung in der Wohngebäudeversicherung reduziert deine Prämie, verpflichtet dich im Schadenfall aber zu einer Kostenbeteiligung. Wann sich der Eigenbehalt lohnt und wie du die richtige Höhe wählst, erfährst du hier.

10 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Mit einer Selbstbeteiligung kannst du den Versicherungsbeitrag um bis zu 20 Prozent senken.
  • Du wählst zwischen einem festen Eurobetrag und einem prozentualen Anteil am Schaden.
  • Für Eigentümer mit geringem Schadensrisiko ist ein Selbstbehalt meist finanziell vorteilhaft.
  • Bei Wohnungseigentümergemeinschaften tragen alle Eigentümer den Selbstbehalt anteilig.

01 · Grundlagen

Was bedeutet Selbstbeteiligung in der Wohngebäudeversicherung?

Die Selbstbeteiligung ist ein vertraglich vereinbarter Betrag, den du im Schadenfall aus eigener Tasche zahlst. Im Gegenzug gewährt der Versicherer einen Rabatt auf die Jahresprämie.

In der Praxis wird die Selbstbeteiligung auch als Kostenbeteiligung, Selbstbehalt oder Eigenbehalt bezeichnet. Du findest dieses Prinzip nicht nur in der Wohngebäudeversicherung, sondern auch in der Autoversicherung, der Privathaftpflichtversicherung und der Hausratversicherung. Der zentrale Vorteil liegt in den niedrigeren Prämien, denn Versicherer gewähren für einen vereinbarten Selbstbehalt teils großzügige Rabatte. Beiträge lassen sich mit einer Selbstbeteiligung nicht selten um bis zu 20 Prozent reduzieren.

Für dich bedeutet das: Je höher der Selbstbehalt, desto günstiger wird der laufende Beitrag. Gleichzeitig übernimmst du im Schadenfall mehr Verantwortung. Ein weiterer Effekt ist, dass ein Selbstbehalt dich dazu motivieren kann, präventive Maßnahmen zur Schadensvermeidung zu ergreifen, etwa die regelmäßige Wartung von Rohren oder die Kontrolle des Dachs.

Die Selbstbeteiligung greift bei jedem versicherten Schadenfall erneut. Hast du also in einem Jahr zwei getrennte Schäden, zahlst du den vereinbarten Betrag auch zweimal. Das solltest du bei der Wahl der Höhe berücksichtigen.

Selbstbeteiligung (Eigenbehalt): Der Teil eines versicherten Schadens, den du als Versicherungsnehmerin selbst trägst. Die Versicherung übernimmt nur die Kosten, die über diesen Betrag hinausgehen. Je höher der vereinbarte Selbstbehalt, desto niedriger fällt dein laufender Versicherungsbeitrag aus.

Kurz erklärt

Selbstbeteiligung (Eigenbehalt)

Der Teil eines versicherten Schadens, den du als Versicherungsnehmerin selbst trägst. Die Versicherung übernimmt nur die Kosten, die über diesen Betrag hinausgehen.

Je höher der vereinbarte Selbstbehalt, desto niedriger fällt dein laufender Versicherungsbeitrag aus.

02 · Vergleich

Absolute oder prozentuale Selbstbeteiligung: Was passt zu dir?

Du kannst in der Wohngebäudeversicherung zwischen zwei Modellen wählen. Beide haben unterschiedliche Auswirkungen auf dein Kostenrisiko im Schadenfall.

Bei der absoluten Selbstbeteiligung zahlst du pro Versicherungsfall einen festen Eurobetrag, zum Beispiel 500 Euro. Dieses Modell ist für die meisten Eigentümer die bessere Wahl, weil dein Kostenrisiko klar kalkulierbar bleibt. Bei der prozentualen Selbstbeteiligung wird dagegen ein fester Prozentsatz der Schadensumme fällig, etwa zehn Prozent. Das kann bei einem großen Schaden schnell sehr teuer werden: Bei einem Schaden von 50.000 Euro wären das bereits 5.000 Euro Eigenanteil.

Manche Tarife kombinieren beide Systeme und sehen für die prozentuale Beteiligung feste Unter- und Obergrenzen vor. Damit begrenzen sie das Risiko nach oben, behalten aber den prozentualen Anreiz bei. Für die Wohngebäudeversicherung empfiehlt sich in der Regel die absolute Selbstbeteiligung.

Der Grund liegt in der Funktion der Wohngebäudeversicherung: Sie soll dich vor allem vor großen, existenzbedrohenden Schäden schützen. Eine prozentuale Beteiligung läuft diesem Ziel entgegen, weil sie bei genau den Schäden am stärksten zuschlägt, die dich am härtesten treffen.

Vergleich der beiden Selbstbeteiligungsmodelle: Bei der absoluten Selbstbeteiligung gilt ein fester Eurobetrag je Schadenfall, zum Beispiel 500 Euro. Bei der prozentualen Selbstbeteiligung gilt ein festgelegter Prozentsatz der Schadensumme, zum Beispiel 10 Prozent. Das Kostenrisiko bei Großschäden bleibt bei der absoluten Variante kalkulierbar und gedeckelt, während es bei der prozentualen Variante mit der Schadenshöhe deutlich ansteigt. Für die meisten Eigentümer ist die absolute Selbstbeteiligung die bessere Wahl, die prozentuale ist eher ungeeignet, da hohe Kosten möglich sind. Manche Tarife kombinieren beide Systeme und sehen für die prozentuale Beteiligung feste Unter- und Obergrenzen vor.

Vergleich der beiden Selbstbeteiligungsmodelle
Absolute SelbstbeteiligungProzentuale Selbstbeteiligung
BerechnungFester Eurobetrag je Schadenfall, z. B. 500 EuroFestgelegter Prozentsatz der Schadensumme, z. B. 10 Prozent
EmpfehlungFür die meisten Eigentümer die bessere WahlEher ungeeignet, da hohe Kosten möglich sind

03 · Schritt für Schritt

So funktioniert die Kostenbeteiligung im Schadenfall

Der Ablauf ist einfach: Du meldest den Schaden, die Versicherung reguliert ihn und zieht deinen Anteil ab. Entscheidend ist, dass du auch kleine Schäden unterhalb des Selbstbehalts selbst zahlst.

Hast du beispielsweise einen Selbstbehalt von 2.000 Euro vereinbart und die Schadenshöhe liegt bei 5.000 Euro, übernimmt die Versicherung 3.000 Euro. Liegt der Schaden dagegen nur bei 1.500 Euro, bekommst du keine Erstattung und trägst die Kosten vollständig selbst. Der Selbstbehalt wird bei jedem einzelnen Schadenfall erneut fällig.

Für dich heißt das: Kleine Reparaturen lohnen sich oft nicht als Versicherungsfall. Du solltest vor einer Meldung prüfen, ob die Schadensumme überhaupt über deinem Selbstbehalt liegt. Bei Schäden knapp darüber kann es sinnvoll sein, die Kosten selbst zu tragen, um eine mögliche Beitragserhöhung nach dem Schaden zu vermeiden.

Schaden entdecken und melden: Du meldest den versicherten Schaden, zum Beispiel einen Leitungswasserschaden, unverzüglich deiner Wohngebäudeversicherung. Danach wird die Schadenhöhe ermittelt, ein Gutachter oder Handwerker stellt die Kosten für Reparatur oder Wiederherstellung fest. Anschließend wird der Selbstbehalt abgezogen, die Versicherung zieht deinen vereinbarten Selbstbehalt von der ermittelten Schadensumme ab und zahlt nur den Restbetrag aus. Kleine Schäden trägst du allein: Liegt die Schadensumme unter deinem Selbstbehalt, bekommst du keine Erstattung und zahlst die Rechnung vollständig selbst.

01

Schaden entdecken und melden

Du meldest den versicherten Schaden, zum Beispiel einen Leitungswasserschaden, unverzüglich deiner Wohngebäudeversicherung.

02

Schadenhöhe wird ermittelt

Ein Gutachter oder Handwerker stellt die Kosten für Reparatur oder Wiederherstellung fest.

03

Selbstbehalt wird abgezogen

Die Versicherung zieht deinen vereinbarten Selbstbehalt von der ermittelten Schadensumme ab und zahlt nur den Restbetrag aus.

04

Kleine Schäden trägst du allein

Liegt die Schadensumme unter deinem Selbstbehalt, bekommst du keine Erstattung und zahlst die Rechnung vollständig selbst.

04 · Was gilt

Wann zahlt die Wohngebäudeversicherung trotz Selbstbeteiligung?

Der Selbstbehalt greift nur bei versicherten Schäden am Gebäude. Für bestimmte Leistungen oder Bausteine gelten gesonderte Regelungen.

Der Selbstbehalt fällt bei den klassischen versicherten Gefahren an: Feuer und Blitzschlag, Leitungswasserschäden an Rohren und Installationen sowie Sturm- und Hagelschäden am Dach oder an Fenstern. Auch bei Schäden durch Naturgefahren wie Überschwemmung oder Rückstau wird er fällig, sofern du Elementarschutz vereinbart hast. Bei Elementarschäden ist der Selbstbehalt oft deutlich höher als bei den Grundgefahren.

Kein Selbstbehalt gilt dagegen häufig für Leistungen aus dem Haus- und Wohnungsschutzbrief, für Aufräum- und Hotelkosten nach einem versicherten Schaden oder für Schäden, die unter eine separate Glasversicherung fallen. Auch bei einer Beitragsfreistellung des Vertrags während einer Sanierung wird kein Selbstbehalt berechnet. Prüfe in deinem Tarif genau, welche Leistungen vom Selbstbehalt ausgenommen sind.

Selbstbeteiligung in der Wohngebäudeversicherung: Der Selbstbehalt fällt an bei Schäden durch Feuer und Blitzschlag, bei Leitungswasserschäden an Rohren und Installationen, bei Sturm- und Hagelschäden am Dach oder an Fenstern sowie bei Schäden durch Naturgefahren wie Überschwemmung oder Rückstau. Kein Selbstbehalt gilt für Leistungen aus dem Haus- und Wohnungsschutzbrief, für Aufräum- und Hotelkosten nach einem versicherten Schaden, für Schäden, die unter eine separate Glasversicherung fallen, und für die Beitragsfreistellung des Vertrags während einer Sanierung.

Selbstbehalt fällt an

·Schäden durch Feuer und Blitzschlag
·Leitungswasserschäden an Rohren und Installationen
·Sturm- und Hagelschäden am Dach oder an Fenstern
·Schäden durch Naturgefahren wie Überschwemmung oder Rückstau

Kein Selbstbehalt

·Leistungen aus dem Haus- und Wohnungsschutzbrief
·Aufräum- und Hotelkosten nach einem versicherten Schaden
·Schäden, die unter eine separate Glasversicherung fallen
·Beitragsfreistellung des Vertrags während einer Sanierung

05 · Checkliste

Wie hoch sollte deine Selbstbeteiligung sein?

Die passende Höhe hängt von deinem Schadensrisiko, dem Gebäudezustand und deinem Budget ab. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, aber klare Orientierungspunkte.

Wähle einen niedrigen Selbstbehalt, wenn dein Haus älter ist und Rohrbrüche oder Leitungswasserschäden wahrscheinlicher werden. Gerade in unsanierten Altbauten führen Gefahren wie Rohrbrüche, Leitungswasser oder Stürme ab einem gewissen Gebäudealter wesentlich häufiger zu Schäden. Eine hohe Selbstbeteiligung empfiehlt sich tendenziell vor allem für Eigentümer mit einem niedrigen Schadensrisiko.

Wähle einen höheren Selbstbehalt, wenn dein Gebäude neuwertig oder frisch saniert ist und du das Schadensrisiko als gering einschätzt. Prüfe außerdem, ob du den Selbstbehalt im Schadenfall ohne finanzielle Engpässe zahlen kannst. In Regionen mit hoher Naturgefahrenquote kann ein niedriger Selbstbehalt sinnvoll sein, weil die Wahrscheinlichkeit eines Elementarschadens steigt. Vergleiche zudem die Beitragsersparnis: Ein hoher Selbstbehalt lohnt nur, wenn die Prämie deutlich sinkt.

Kriterien für die Wahl des Selbstbehalts: Wähle einen niedrigen Selbstbehalt, wenn dein Haus älter ist und Rohrbrüche oder Leitungswasserschäden wahrscheinlicher werden. Wähle einen höheren Selbstbehalt, wenn dein Gebäude neuwertig oder frisch saniert ist und du das Schadensrisiko als gering einschätzt. Prüfe, ob du den Selbstbehalt im Schadenfall ohne finanzielle Engpässe zahlen kannst. Beachte, dass in Regionen mit hoher Naturgefahrenquote ein niedriger Selbstbehalt sinnvoll sein kann. Vergleiche die Beitragsersparnis: Ein hoher Selbstbehalt lohnt nur, wenn die Prämie deutlich sinkt.

Kriterien für die Wahl des Selbstbehalts

01

Wähle einen niedrigen Selbstbehalt, wenn dein Haus älter ist und Rohrbrüche oder Leitungswasserschäden wahrscheinlicher werden.

02

Wähle einen höheren Selbstbehalt, wenn dein Gebäude neuwertig oder frisch saniert ist und du das Schadensrisiko als gering einschätzt.

03

Prüfe, ob du den Selbstbehalt im Schadenfall ohne finanzielle Engpässe zahlen kannst.

04

Beachte, dass in Regionen mit hoher Naturgefahrenquote ein niedriger Selbstbehalt sinnvoll sein kann.

05

Vergleiche die Beitragsersparnis: Ein hoher Selbstbehalt lohnt nur, wenn die Prämie deutlich sinkt.

06 · Im Vertrag

Selbstbeteiligung und Versicherungs­summe: So hängt beides zusammen

Die Wohngebäudeversicherung arbeitet heute meist mit dem gleitenden Neuwert. Das hat Folgen für deinen Selbstbehalt und die Absicherung im Totalschaden.

Beim gleitenden Neuwert verzichtet die Versicherung auf eine feste Versicherungssumme und passt den Wert deines Hauses jährlich an Baukosten und Preissteigerungen an. Dein Selbstbehalt bleibt davon unberührt, er ist als fester Betrag oder Prozentsatz unabhängig von der Wertentwicklung des Gebäudes. Der gleitende Neuwert schützt dich vor einer Unterversicherung, weil keine feste Summe den Ersatz begrenzt.

In älteren Tarifen wird der Gebäudewert über den Wert 1914 berechnet. Eine Unterversicherung kann entstehen, wenn die Summe zu niedrig angesetzt ist. Dann zahlt die Versicherung im Schadenfall nur anteilig. Handelst du grob fahrlässig, etwa durch offenes Feuer bei Sturm, kann der Versicherer die Leistung kürzen. Auch in diesem Fall bleibt dein Selbstbehalt bestehen und wird zusätzlich abgezogen.

Wichtige Klauseln und Begriffe: Beim gleitenden Neuwert verzichtet die Versicherung auf eine feste Versicherungssumme und passt den Wert deines Hauses jährlich an Baukosten und Preissteigerungen an. Dein Selbstbehalt bleibt davon unberührt. Beim Wert 1914 wird der Gebäudewert in älteren Tarifen über den Wert 1914 berechnet, eine Unterversicherung kann entstehen, wenn die Summe zu niedrig angesetzt ist. Bei grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer die Leistung kürzen, etwa durch offenes Feuer bei Sturm.

Wichtige Klauseln und Begriffe

Gleitender NeuwertVersicherungssummeDie Versicherung verzichtet auf eine feste Versicherungssumme und passt den Wert deines Hauses jährlich an Baukosten und Preissteigerungen an. Dein Selbstbehalt bleibt davon unberührt.
VersicherungssummeWert 1914In älteren Tarifen wird der Gebäudewert über den Wert 1914 berechnet. Eine Unterversicherung kann entstehen, wenn die Summe zu niedrig angesetzt ist.
Grobe FahrlässigkeitLeistungskürzungHandelst du grob fahrlässig, etwa durch offenes Feuer bei Sturm, kann der Versicherer die Leistung kürzen. Der Selbstbehalt kommt dann zusätzlich zum Tragen.
NaturgefahrenElementarschutzFür Überschwemmung, Rückstau oder Erdrutsch ist ein separater Elementarschutz nötig. Auch hier gilt der vereinbarte Selbstbehalt je Schadenfall.

07 · Kosten

So wirkt sich der Selbstbehalt auf deinen Versicherungs­beitrag aus

Der Rabatt durch einen Selbstbehalt ist spürbar, aber nicht bei jedem Anbieter gleich. Die Ersparnis muss zum übernommenen Risiko passen.

Mit einer Selbstbeteiligung in der Wohngebäudeversicherung lassen sich die Beiträge nicht selten um bis zu 20 Prozent reduzieren. Die Rabatte variieren je nach Anbieter und Tarif, eine Ersparnis in dieser Größenordnung ist aber realistisch. Je höher der Selbstbehalt, desto günstiger fällt der Versicherungsbeitrag aus.

Als grobe Orientierung gilt: Mit 500 Euro Selbstbeteiligung zahlst du etwa 85 bis 90 Prozent des Beitrags ohne Selbstbehalt. Mit 1.000 Euro Selbstbeteiligung liegst du bei etwa 80 bis 85 Prozent, mit 2.000 Euro bei etwa 75 bis 80 Prozent. Diese Werte sind Richtwerte, die je nach Tarif und Anbieter abweichen können. Entscheidend ist, dass du die Ersparnis über mehrere Jahre betrachtest und sie ins Verhältnis zum übernommenen Risiko setzt.

Beitragsersparnis durch Selbstbeteiligung: Ohne Selbstbeteiligung zahlst du 100 Prozent des Beitrags. Mit 500 Euro Selbstbeteiligung zahlst du etwa 85 bis 90 Prozent des Beitrags. Mit 1.000 Euro Selbstbeteiligung zahlst du etwa 80 bis 85 Prozent des Beitrags. Mit 2.000 Euro Selbstbeteiligung zahlst du etwa 75 bis 80 Prozent des Beitrags. Die Rabatte variieren je nach Anbieter und Tarif, eine Ersparnis von bis zu 20 Prozent ist realistisch.

Kurz erklärt

Mit Selbstbeteiligung

Beitragsersparnis durch Selbstbeteiligung

bis zu 20 % Beitragsersparnis

08 · Hintergrund

Selbstbeteiligung in der Eigentümergemeinschaft: Wer zahlt?

In einer Wohnungseigentümergemeinschaft stellt sich die Frage, ob der Selbstbehalt nur den betroffenen Eigentümer oder alle gemeinsam trifft. Der Bundesgerichtshof hat das geklärt.

Der Bundesgerichtshof hat das geklärt.

Der Bundesgerichtshof hat 2022 entschieden, dass alle Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft die Selbstbeteiligung der Wohngebäudeversicherung gemeinsam tragen. Die Verteilung erfolgt nach den Miteigentumsanteilen. Das gilt sowohl für Schäden am Sonder- als auch am Gemeinschaftseigentum.

Begründet wurde das Urteil damit, dass alle Eigentümer von den niedrigeren Versicherungsbeiträgen profitieren, die durch den Selbstbehalt entstehen. Für dich als Eigentümerin bedeutet das: Auch wenn ein Schaden nur eine andere Wohnung betrifft, zahlst du deinen Anteil am Selbstbehalt über die Hausgeldabrechnung mit. Das gilt auch für die Fortführung des Versicherungsvertrags nach einem Leistungsfall.

Der Bundesgerichtshof hat 2022 entschieden, dass alle Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft die Selbstbeteiligung der Wohngebäudeversicherung gemeinsam tragen. Die Verteilung erfolgt nach den Miteigentumsanteilen. Das gilt sowohl für Schäden am Sonder- als auch am Gemeinschaftseigentum. Begründet wurde das Urteil damit, dass alle Eigentümer von den niedrigeren Versicherungsbeiträgen profitieren, die durch den Selbstbehalt entstehen. Für dich als Eigentümerin bedeutet das: Auch wenn ein Schaden nur eine andere Wohnung betrifft, zahlst du deinen Anteil am Selbstbehalt über die Hausgeldabrechnung.

Der Bundesgerichtshof hat 2022 entschieden, dass alle Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft die Selbstbeteiligung der Wohngebäudeversicherung gemeinsam tragen. Die Verteilung erfolgt nach den Miteigentumsanteilen.

Das gilt sowohl für Schäden am Sonder- als auch am Gemeinschaftseigentum. Begründet wurde das Urteil damit, dass alle Eigentümer von den niedrigeren Versicherungsbeiträgen profitieren, die durch den Selbstbehalt entstehen.

Für dich als Eigentümerin bedeutet das: Auch wenn ein Schaden nur eine andere Wohnung betrifft, zahlst du deinen Anteil am Selbstbehalt über die Hausgeldabrechnung mit.

09 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Selbstbeteiligung vermeiden

Ein zu hoher Selbstbehalt kann im Schadenfall zur finanziellen Falle werden. Diese Punkte solltest du vor Vertragsabschluss prüfen.

Ein häufiger Fehler ist, einen hohen Selbstbehalt zu wählen, ohne die Rücklagen für den Schadenfall zu haben. Wenn du 2.000 Euro Selbstbehalt vereinbarst, aber keine 2.000 Euro kurzfristig aufbringen kannst, wird aus einem versicherten Schaden ein finanzielles Problem. Der Selbstbehalt wird bei jedem einzelnen Schadenfall erneut fällig, nicht nur einmal pro Jahr.

Ein weiterer Fehler ist, nur den Beitrag zu vergleichen, nicht aber die Höhe des Selbstbehalts in den Tarifen. Ein scheinbar günstiger Tarif kann einen deutlich höheren Selbstbehalt haben. Auch der Verzicht auf Elementarschutz, weil der Selbstbehalt dort oft höher ist, ist riskant: Du trägst dann das volle Risiko allein. Prüfe außerdem regelmäßig, ob dein Selbstbehalt noch zu deinem Gebäudezustand und deinem Budget passt.

Häufige Fehler beim Selbstbehalt: Du wählst einen hohen Selbstbehalt, ohne die Rücklagen für den Schadenfall zu haben. Du vergleichst nur den Beitrag, nicht aber die Höhe des Selbstbehalts in den Tarifen. Du übersiehst, dass der Selbstbehalt bei jedem einzelnen Schadenfall erneut fällig wird. Du verzichtest auf Elementarschutz, weil der Selbstbehalt dort oft höher ist, und trägst das volle Risiko allein. Du änderst den Selbstbehalt nicht, obwohl sich dein Gebäudezustand oder dein Budget verändert hat.

Häufige Fehler beim Selbstbehalt

·Du wählst einen hohen Selbstbehalt, ohne die Rücklagen für den Schadenfall zu haben.
·Du vergleichst nur den Beitrag, nicht aber die Höhe des Selbstbehalts in den Tarifen.
·Du übersiehst, dass der Selbstbehalt bei jedem einzelnen Schadenfall erneut fällig wird.
·Du verzichtest auf Elementarschutz, weil der Selbstbehalt dort oft höher ist, und trägst das volle Risiko allein.
·Du änderst den Selbstbehalt nicht, obwohl sich dein Gebäudezustand oder dein Budget verändert hat.

10 · Checkliste

Tarifvergleich: So findest du die beste Wohngebäudeversicherung mit Selbstbeteiligung

Ein reiner Preisvergleich reicht nicht. Achte auf das Verhältnis aus Beitrag, Selbstbehalt und Leistungsumfang, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Ein reiner Preisvergleich reicht nicht. Achte auf das Verhältnis aus Beitrag, Selbstbehalt und Leistungsumfang, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Vergleiche mindestens drei Tarife mit identischem Selbstbehalt, zum Beispiel 500 Euro. Nur so erhältst du ein realistisches Bild der Beitragsunterschiede. Prüfe, ob der Tarif den gleitenden Neuwert ohne feste Versicherungssumme abdeckt, denn das schützt dich vor Unterversicherung. Achte darauf, ob Naturgefahren wie Überschwemmung und Rückstau enthalten oder zubuchbar sind.

Lies die Klauseln zur groben Fahrlässigkeit und zu Leitungswasserschäden genau. Berechne die Ersparnis über fünf Jahre und setze sie ins Verhältnis zum übernommenen Selbstbehalt. Prüfe außerdem, ob eine Glasversicherung als Zusatzbaustein sinnvoll ist und ob dort ein separater Selbstbehalt gilt. So findest du einen Tarif, der zu deinem Risiko und deinem Budget passt.

Checkliste für den Tarifvergleich: Vergleiche mindestens drei Tarife mit identischem Selbstbehalt, zum Beispiel 500 Euro. Prüfe, ob der Tarif den gleitenden Neuwert ohne feste Versicherungssumme abdeckt. Achte darauf, ob Naturgefahren wie Überschwemmung und Rückstau enthalten oder zubuchbar sind. Lies die Klauseln zur groben Fahrlässigkeit und zu Leitungswasserschäden. Berechne die Ersparnis über fünf Jahre und setze sie ins Verhältnis zum übernommenen Selbstbehalt. Prüfe, ob eine Glasversicherung als Zusatzbaustein sinnvoll ist und ob dort ein separater Selbstbehalt gilt.

Checkliste für den Tarifvergleich

01

Vergleiche Tarife mit identischem Selbstbehalt, zum Beispiel 500 Euro.

02

Prüfe, ob der Tarif den gleitenden Neuwert ohne feste Versicherungssumme abdeckt.

03

Achte darauf, ob Naturgefahren wie Überschwemmung und Rückstau enthalten oder zubuchbar sind.

04

Berechne die Ersparnis über mehrere Jahre und setze sie ins Verhältnis zum übernommenen Selbstbehalt.

05

Prüfe, ob eine Glasversicherung als Zusatzbaustein sinnvoll ist und ob dort ein separater Selbstbehalt gilt.

Häufige Fragen

Fragen zu Wohngebäudeversicherung mit Selbstbeteiligung

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026