Ratgeber · Versicherung
Was kostet eine Direktversicherung? Kosten, Zuschüsse und Abgaben
Die Kosten einer Direktversicherung hängen von deinem Gehalt, dem Arbeitgeberzuschuss und den Abgaben im Alter ab. Entscheidend ist, dass du die Beiträge aus dem Bruttogehalt zahlst und so Steuern und Sozialabgaben sparst.
11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Bis zu 338 Euro monatlich kannst du 2026 steuer- und sozialabgabenfrei in eine Direktversicherung einzahlen.
- Dein Arbeitgeber muss seit 2022 mindestens 15 Prozent deines Beitrags als Zuschuss zahlen.
- Im Alter fallen auf die Betriebsrente volle Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an, wenn du gesetzlich versichert bist.
- Die ersten 197,75 Euro deiner monatlichen Betriebsrente sind frei von Krankenkassenbeiträgen.
01 · Schritt für Schritt
So funktioniert die Entgeltumwandlung
Bei der Direktversicherung wandelst du einen Teil deines Bruttogehalts in einen Beitrag für die betriebliche Altersvorsorge um. Dadurch sinkt dein zu versteuerndes Einkommen.
Dein Arbeitgeber behält den vereinbarten Beitrag direkt von deinem Bruttolohn ein und überweist ihn an den Versicherer. Auf diesen umgewandelten Betrag fallen zunächst keine Einkommensteuer und keine Sozialabgaben an, wodurch dein Nettoaufwand deutlich unter dem nominalen Beitrag liegt. Die Direktversicherung kann nur für deine berufliche Haupttätigkeit vereinbart werden, nicht für einen Nebenjob.
Im Ruhestand erhältst du entweder eine lebenslange Rente oder unter bestimmten vertraglichen Bedingungen eine Kapitalauszahlung. Bei Verträgen, die ab 2005 abgeschlossen wurden, bringt die Kapitalauszahlung allerdings eine erhebliche steuerliche Belastung mit sich. Du solltest daher vorab prüfen, welche Auszahlungsvariante zu deiner Lebensplanung passt.
- Du legst fest, welcher Betrag monatlich aus deinem Bruttogehalt in die Direktversicherung fließen soll.
- Dein Arbeitgeber zieht den Beitrag direkt vom Bruttolohn ein und überweist ihn an den Versicherer.
- Auf den umgewandelten Betrag fallen zunächst keine Einkommensteuer und keine Sozialabgaben an.
- Im Ruhestand erhältst du eine lebenslange Rente oder unter bestimmten Bedingungen eine Kapitalauszahlung.
Bruttogehalt festlegen
Du entscheidest, welcher Betrag monatlich aus deinem Bruttogehalt in die Direktversicherung fließen soll.
Arbeitgeber zieht Beitrag ab
Dein Arbeitgeber behält den Beitrag direkt vom Bruttolohn ein und überweist ihn an den Versicherer.
Steuern und Sozialabgaben sparen
Auf den umgewandelten Betrag fallen zunächst keine Einkommensteuer und keine Sozialabgaben an.
Rente oder Kapital im Alter
Im Ruhestand erhältst du eine lebenslange Rente oder unter bestimmten Bedingungen eine Kapitalauszahlung.
02 · Kosten
Was kostet dich die Direktversicherung monatlich?
Deine monatliche Belastung hängt davon ab, wie viel du aus deinem Bruttogehalt umwandelst und wie hoch der Zuschuss deines Arbeitgebers ist.
Deine tatsächliche monatliche Belastung liegt unter dem nominalen Beitrag, weil du den Betrag aus dem Bruttogehalt zahlst und dadurch Steuern und Sozialabgaben sparst. Der Arbeitgeber ist seit 2022 verpflichtet, mindestens 15 Prozent deines Beitrags als Zuschuss zu leisten, sofern kein Tarifvertrag etwas anderes regelt. Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig mehr, was die Direktversicherung deutlich attraktiver macht.
Bei einem Beitrag von 100 Euro trägst du selbst 85 Euro aus deinem Bruttogehalt, während dein Arbeitgeber 15 Euro zuschießt. Durch die Ersparnis bei Steuern und Sozialabgaben liegt dein Nettoaufwand in der Regel noch einmal spürbar unter diesen 85 Euro. Erst ab einem Arbeitgeberzuschuss von mindestens 20 Prozent lohnt sich die Direktversicherung in den meisten Fällen wirklich.
- Dein Beitrag aus dem Bruttogehalt beträgt bei einem Gesamtbeitrag von 100 Euro monatlich 85 Euro.
- Der Pflichtzuschuss des Arbeitgebers liegt bei 15 Euro, also 15 Prozent deines Beitrags.
- Der Arbeitgeberzuschuss ist seit 2022 Pflicht, sofern kein Tarifvertrag etwas anderes regelt.
Monatliche Kosten einer Direktversicherung
03 · Im Vertrag
Welche Freigrenze gilt für die Beiträge?
Für die Einzahlungen in eine Direktversicherung gibt es eine steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Freigrenze. Bis zu dieser Grenze bleiben deine Beiträge unbelastet.
Für Einzahlungen in eine Direktversicherung gilt eine monatliche Freigrenze von 338 Euro. Bis zu diesem Betrag bleiben deine Beiträge im Jahr 2026 sowohl steuerfrei als auch sozialabgabenfrei. Diese Grenze bezieht sich auf dein Bruttogehalt und umfasst den gesamten Beitrag, also deinen Anteil und den Zuschuss deines Arbeitgebers.
Zahlst du mehr als 338 Euro monatlich ein, wird der übersteigende Teil steuer- und sozialabgabenpflichtig. Die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung begrenzt zusätzlich, bis zu welchem Einkommen überhaupt Beiträge erhoben werden. Die Freigrenze von 338 Euro gilt für Steuern und Sozialabgaben gleichermaßen.
- Bis zu 338 Euro monatlich kannst du 2026 steuerfrei in eine Direktversicherung einzahlen.
- Auch die Sozialabgabenfreiheit gilt für Beiträge bis zu 338 Euro im Monat.
- Die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung begrenzt, bis zu welchem Einkommen Beiträge erhoben werden.
Freigrenze für Beiträge
04 · Was gilt
Sozialversicherungsfreiheit in der Ansparphase
Während der Ansparphase sind deine Beiträge zur Direktversicherung von den Sozialabgaben befreit. Das gilt für die Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung.
Auch der Arbeitgeberzuschuss bleibt bis zu dieser Grenze sozialabgabenfrei.
Beiträge oberhalb der Freigrenze werden dagegen sozialversicherungspflichtig. Private Rentenversicherungen, die du aus bereits versteuertem Einkommen finanzierst, genießen diese Sozialabgabenfreiheit in der Ansparphase nicht. Die Sozialversicherungsfreiheit gilt nur für Beiträge im Rahmen der Entgeltumwandlung bis zur Freigrenze.
- Sozialversicherungsfrei sind Beiträge bis 338 Euro monatlich im Rahmen der Entgeltumwandlung.
- Nicht sozialversicherungsfrei sind Beiträge oberhalb der Freigrenze und Einzahlungen aus versteuertem Einkommen.
- Der Arbeitgeberzuschuss bleibt bis zur Freigrenze ebenfalls sozialabgabenfrei.
Sozialversicherungsfrei
Nicht sozialversicherungsfrei
05 · Vergleich
Welche Durchführungswege gibt es?
Die Direktversicherung ist nur einer von mehreren Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung. Jeder Weg hat eigene Regeln für Kosten und Abgaben.
Daneben gibt es die Pensionskasse und den Pensionsfonds, die sich in Vertragspartner, Anlageform und typischer Betriebsgröße unterscheiden. Die Wahl des Durchführungswegs trifft dein Arbeitgeber, nicht du als Arbeitnehmer.
Die Direktversicherung wird von Lebensversicherern angeboten und eignet sich besonders für kleine und mittlere Unternehmen. Pensionskassen sind rechtlich selbstständige Einrichtungen mit überwiegend klassischer Anlage, während Pensionsfonds stärker auf Fonds setzen und eher in größeren Unternehmen vorkommen. Für dich als Arbeitnehmer ist entscheidend, welche Konditionen der gewählte Durchführungsweg bietet, nicht welcher Weg es ist.
- Die Direktversicherung ist der typische Durchführungsweg für kleine und mittlere Unternehmen.
- Pensionskassen und Pensionsfonds kommen überwiegend in größeren Unternehmen zum Einsatz.
- Die Wahl des Durchführungswegs trifft dein Arbeitgeber.
| Direktversicherung | Pensionskasse | Pensionsfonds | |
|---|---|---|---|
| Vertragspartner | Lebensversicherer | ||
| Anlageform | klassisch oder fondsgebunden | ||
| Typische Betriebsgröße | kleine und mittlere Unternehmen |
06 · Was gilt
Was passiert bei einem Jobwechsel?
Deine Ansprüche aus der Direktversicherung verfallen bei einem Arbeitgeberwechsel nicht. Du hast mehrere Möglichkeiten, den Vertrag fortzuführen.
Alle Einzahlungen, die du selbst geleistet hast, sind unverfallbar und bleiben dir erhalten. Bei den Arbeitgeberbeiträgen gilt seit 2018, dass sie gesichert sind, wenn du mindestens drei Jahre im Unternehmen gearbeitet hast und beim Jobwechsel 21 Jahre alt warst.
Du hast mehrere Möglichkeiten, den Vertrag fortzuführen. Der neue Arbeitgeber kann den alten Vertrag übernehmen, du kannst das Guthaben auf einen neuen Vertrag übertragen oder den alten Vertrag ruhen lassen und in einem neuen Vertrag weitersparen. Eine ersatzlose Kündigung mit Verlust des Guthabens ist nicht möglich.
- Möglich sind die Übernahme durch den neuen Arbeitgeber, die Übertragung des Guthabens oder das Ruhenlassen des alten Vertrags.
- Nicht möglich sind die ersatzlose Kündigung, der automatische Verfall des Guthabens oder die Mitnahme von Arbeitgeberbeiträgen vor Ablauf von drei Jahren.
- Du kannst den Vertrag auch privat fortführen, wenn der neue Arbeitgeber ihn nicht übernimmt.
Möglich
Nicht möglich
07 · Kosten
Welche Abgaben fallen auf die Betriebsrente an?
Im Ruhestand musst du auf deine Betriebsrente aus der Direktversicherung Abgaben zahlen. Die Höhe hängt von deinem Versichertenstatus ab.
Auf Versorgungsbezüge fallen volle Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung und Pflegeversicherung an, also sowohl der Arbeitnehmer- als auch der Arbeitgeberanteil. Insgesamt liegt die Belastung bei gut 19 Prozent für die Krankenversicherung plus etwa 3 Prozent für die Pflegeversicherung.
Die ersten 197,75 Euro deiner monatlichen Rente sind frei von Krankenkassenbeiträgen. Erst der darüber hinausgehende Teil wird mit Beiträgen belastet. Privat Krankenversicherte zahlen auf die Betriebsrente keine Krankenkassenbeiträge.
- Für gesetzlich Versicherte fallen auf die Betriebsrente volle Krankenversicherungsbeiträge von etwa 19 Prozent an.
- Die Pflegeversicherung schlägt mit etwa 3 Prozent zu Buche.
- Die ersten 197,75 Euro der monatlichen Rente sind frei von Krankenkassenbeiträgen.
Abgaben auf die Betriebsrente
08 · Im Vertrag
Welche Freibeträge gelten für Versorgungsbezüge?
Für Versorgungsbezüge wie die Betriebsrente gibt es einen Freibetrag bei der Krankenversicherung. Nur der Teil der Rente oberhalb dieses Betrags wird mit Beiträgen belastet.
Für Versorgungsbezüge wie die Betriebsrente gilt ein monatlicher Freibetrag von 197,75 Euro bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Nur der Teil deiner Rente, der diesen Betrag übersteigt, wird mit Krankenkassenbeiträgen belastet. Der Freibetrag gilt auch für die Pflegeversicherung.
Privat Krankenversicherte profitieren von einer anderen Regelung: Sie zahlen auf die Betriebsrente keine Krankenkassenbeiträge, unabhängig von der Höhe der Rente. Der Freibetrag von 197,75 Euro gilt für Kranken- und Pflegeversicherung gleichermaßen.
- Die ersten 197,75 Euro deiner monatlichen Betriebsrente sind frei von Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung.
- Auch für die Pflegeversicherung gilt der Freibetrag von 197,75 Euro monatlich.
- Privat Krankenversicherte zahlen auf die Betriebsrente keine Krankenkassenbeiträge.
Freibetrag für Versorgungsbezüge
09 · Vergleich
Kapitalauszahlung oder Rente: Was ist günstiger?
Bei Verträgen ab 2005 ist die Kapitalauszahlung steuerlich oft ungünstiger als die lebenslange Rente. Die Abgaben unterscheiden sich deutlich.
Bei einer Einmalzahlung wird das gesamte Kapital in einem Jahr versteuert, was zu einer hohen Steuerlast führen kann. Die lebenslange Rente verteilt die Steuerlast dagegen auf viele Jahre, in denen dein Steuersatz meist niedriger ist.
Für die Krankenkassenbeiträge gilt bei Kapitalauszahlung eine Sonderregelung: Das Kapital wird rechnerisch auf 120 Monate verteilt, also auf zehn Jahre, und auf diesen monatlichen Betrag werden Beiträge erhoben. Eine Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent kombiniert mit einer lebenslangen Rente aus dem Restkapital ist oft ein sinnvoller Kompromiss. Die lebenslange Rente ist bei Verträgen ab 2005 in der Regel die steuerlich günstigere Variante.
- Bei der lebenslangen Rente fällt die Steuerlast individuell nach deinem Steuersatz im Alter an.
- Bei der Kapitalauszahlung wird das Kapital auf 120 Monate verteilt und darauf werden Krankenkassenbeiträge erhoben.
- Eine Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent ist oft möglich.
| Lebenslange Rente | Kapitalauszahlung | |
|---|---|---|
| Steuerliche Belastung | individueller Steuersatz im Alter | oft höhere Steuerlast bei Einmalzahlung |
| Krankenkassenbeiträge | monatlich auf den Rentenbetrag | auf 1/120 des Kapitals über 10 Jahre |
| Planbarkeit | lebenslange Zahlung garantiert | Kapital frei verfügbar |
10 · Checkliste
Wann lohnt sich die Direktversicherung?
Die Direktversicherung lohnt sich vor allem, wenn dein Arbeitgeber mindestens 20 Prozent Zuschuss zahlt und du die Beiträge aus dem Bruttogehalt leistest.
Die Direktversicherung zahlt sich dann aus, wenn dein Arbeitgeber mindestens 20 Prozent zu deinem Beitrag dazugibt. Trägst du die Beiträge allein und verzinst sich das Guthaben nur moderat, müsstest du sehr alt werden, um dein eingezahltes Geld wieder herauszubekommen. Das liegt auch an den Abgaben auf die spätere Betriebsrente und den Abstrichen bei der gesetzlichen Rente.
Die Befreiung von Sozialabgaben und Steuern in der Ansparphase kann die Abzüge in der Rentenphase nicht immer aufwiegen. Ein Arbeitgeberzuschuss von mindestens 20 Prozent ist die wichtigste Voraussetzung für eine lohnende Direktversicherung.
- Dein Arbeitgeber zahlt mindestens 20 Prozent Zuschuss zu deinem Beitrag.
- Du bist gesetzlich krankenversichert und profitierst von der Sozialabgabenfreiheit in der Ansparphase.
- Dein Steuersatz im Alter ist voraussichtlich niedriger als heute.
- Du kannst den Vertrag auch bei einem Jobwechsel fortführen.
- Du akzeptierst die Abgaben auf die spätere Betriebsrente.
Checkliste: Lohnt sich die Direktversicherung für dich?
Dein Arbeitgeber zahlt mindestens 15 Prozent Zuschuss zu deinem Beitrag.
Du bist gesetzlich krankenversichert und profitierst von der Sozialabgabenfreiheit in der Ansparphase.
Dein Steuersatz im Alter ist voraussichtlich niedriger als heute.
Du kannst den Vertrag auch bei einem Jobwechsel fortführen.
Du akzeptierst die Abgaben auf die spätere Betriebsrente.
11 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Direktversicherung
Viele Arbeitnehmer unterschätzen die Abgaben im Alter oder verlassen sich auf einen zu geringen Arbeitgeberzuschuss. Diese Fehler solltest du vermeiden.
Ein häufiger Fehler ist der Abschluss einer Direktversicherung ohne ausreichenden Arbeitgeberzuschuss. Wenn dein Chef nur den gesetzlichen Mindestzuschuss von 15 Prozent zahlt, reicht das oft nicht aus, um die Abgaben im Alter auszugleichen. Du solltest daher vor dem Abschluss prüfen, ob dein Arbeitgeber bereit ist, mindestens 20 Prozent beizusteuern.
Viele Arbeitnehmer unterschätzen auch die Abgaben auf die Betriebsrente im Alter oder wählen eine Kapitalauszahlung, ohne die Steuerfolgen zu prüfen. Eine Direktversicherung für einen Nebenjob abzuschließen ist nicht möglich, da sie nur für die berufliche Haupttätigkeit vereinbart werden kann. Beiträge oberhalb der Freigrenze von 338 Euro solltest du nur einzahlen, wenn du die Folgen für Steuern und Sozialabgaben genau kennst.
- Schließe keinen Vertrag ohne ausreichenden Arbeitgeberzuschuss ab.
- Kalkuliere die Abgaben auf die Betriebsrente im Alter von Anfang an ein.
- Wähle keine Kapitalauszahlung, ohne die Steuerfolgen geprüft zu haben.
- Versuche nicht, eine Direktversicherung für einen Nebenjob abzuschließen.
- Zahle keine Beiträge oberhalb der Freigrenze ein, ohne die Folgen zu prüfen.
Häufige Fehler
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