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Was kostet betriebliche Altersvorsorge? So rechnest du mit Zuschuss und Steuer

Die Kosten deiner betrieblichen Altersvorsorge hängen vor allem davon ab, wie viel du aus deinem Bruttogehalt umwandelst und wie hoch der Pflichtzuschuss deines Arbeitgebers ausfällt. Entscheidend ist nicht der Bruttobeitrag, sondern was dich die Zusatzrente nach Steuern und Sozialabgaben netto wirklich kostet.

11 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Bei Entgeltumwandlung zahlst du aus dem Bruttogehalt, dein Arbeitgeber muss seit 2022 mindestens 15 Prozent dazugeben.
  • Für umgewandelte Beträge bis 338 Euro im Monat fallen 2026 keine Sozialabgaben an, bis 676 Euro keine Steuern.
  • Im Alter wird die Betriebsrente versteuert, für die Krankenkasse gilt ein Freibetrag von 197,75 Euro monatlich.
  • Die interne Kostenquote von Pensionskassen und Pensionsfonds lag im Schnitt bei 0,79 Prozent der Kapitalanlagen.

01 · Grundlagen

Was ist betriebliche Altersvorsorge?

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist eine Zusatzrente, die über deinen Arbeitgeber aufgebaut wird. Du kannst dafür einen Teil deines Bruttogehalts verwenden oder dein Chef finanziert die Beiträge ganz oder teilweise.

Die betriebliche Altersvorsorge ist rechtlich kein einheitliches Produkt, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Wege, über den Arbeitgeber eine Zusatzrente aufzubauen. In der Praxis haben sich dafür zwei Grundmodelle etabliert: die arbeitgeberfinanzierte Versorgung und die Entgeltumwandlung. Bei der Entgeltumwandlung verzichtest du auf einen Teil deines Bruttogehalts und dein Arbeitgeber leitet diesen Betrag in einen Vorsorgevertrag weiter.

Für dich als Studierende oder Berufseinsteigerin ist vor allem der gesetzliche Anspruch auf Entgeltumwandlung relevant. Seit 2002 muss dein Arbeitgeber auf deine Nachfrage hin einen solchen Vertrag anbieten. Seit 2022 muss er zudem bei bestehenden Verträgen einen Zuschuss von 15 Prozent auf deine Beiträge zahlen, sofern er durch die Entgeltumwandlung Sozialabgaben spart.

Mehr als 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland hatten Ende 2023 Ansprüche auf eine Betriebsrente. Das entspricht mehr als der Hälfte aller regulär Beschäftigten. In größeren Unternehmen sind betriebliche Vorsorgekonzepte dabei deutlich weiter verbreitet als in kleinen Firmen.

Kurz erklärt

Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Aufbau einer Zusatzrente über den Arbeitgeber, entweder durch Entgeltumwandlung aus dem Bruttogehalt oder durch arbeitgeberfinanzierte Beiträge.

Die bAV ist neben der gesetzlichen Rente und der privaten Vorsorge die dritte Säule der Altersvorsorge in Deutschland.

02 · Schritt für Schritt

So setzt sich der Beitrag bei Entgeltumwandlung zusammen

Bei der Entgeltumwandlung fließt ein Teil deines Bruttogehalts in den Vorsorgevertrag. Dein Arbeitgeber zahlt einen Pflichtzuschuss, und du sparst auf den umgewandelten Betrag Steuern und Sozialabgaben.

Der Beitrag in deinen bAV-Vertrag besteht aus zwei Teilen: deinem umgewandelten Bruttogehalt und dem Pflichtzuschuss deines Arbeitgebers. Der Zuschuss beträgt seit 2022 mindestens 15 Prozent deines umgewandelten Betrags. In Tarifverträgen können abweichende Regelungen gelten, die für dich günstiger oder ungünstiger ausfallen können.

Steuerlich und sozialversicherungsrechtlich gelten klare Obergrenzen. Auf monatliche Beiträge bis 338 Euro fallen keine Sozialabgaben an. Steuerfrei sind Beiträge bis zu 676 Euro im Monat. Diese Grenzen gelten pro Person und nicht pro Vertrag.

  • Du legst fest, welchen Teil deines Bruttogehalts du monatlich umwandeln willst.
  • Dein Arbeitgeber zahlt mindestens 15 Prozent dieses Betrags zusätzlich in den Vertrag ein.
  • Auf Beiträge bis 338 Euro im Monat fallen keine Sozialabgaben an, auf Beiträge bis 676 Euro keine Steuern.
  • Die spätere Betriebsrente musst du versteuern, für die Krankenversicherung gilt ein Freibetrag von 197,75 Euro monatlich.
01

Bruttogehalt festlegen

Du entscheidest, welchen Teil deines Bruttogehalts du monatlich für die betriebliche Altersvorsorge verwenden willst.

02

Arbeitgeberzuschuss erhalten

Dein Arbeitgeber muss seit 2022 mindestens 15 Prozent deines umgewandelten Betrags zusätzlich in den Vertrag einzahlen.

03

Steuern und Sozialabgaben sparen

Auf Beträge bis 338 Euro im Monat fallen keine Sozialabgaben an, auf Beträge bis 676 Euro keine Steuern.

04

Rente im Alter versteuern

Die spätere Betriebsrente musst du versteuern. Für die Krankenversicherung gilt ein Freibetrag von 197,75 Euro monatlich.

03 · Vergleich

Arbeitgeberfinanzierte oder arbeitnehmerfinanzierte bAV?

Wie viel dich die betriebliche Altersvorsorge kostet, hängt stark davon ab, wer die Beiträge zahlt. Ein Vergleich der beiden Grundmodelle zeigt die Unterschiede bei Aufwand und Zuschuss.

Der größte Kostenunterschied liegt darin, ob dein Arbeitgeber die Beiträge allein trägt oder ob du selbst Gehalt umwandelst. Bei einer arbeitgeberfinanzierten bAV ist dein Nettoaufwand null Euro, weil kein Gehaltsverzicht nötig ist. Diese Form ist die klassische betriebliche Altersversorgung und dient Unternehmen heute vor allem dazu, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu binden.

Bei der Entgeltumwandlung reduziert sich dein Nettogehalt, allerdings deutlich geringer als der Bruttoverzicht. Ein Beispiel: Bei einer Einzahlung von 100 Euro landen mit dem Pflichtzuschuss 115 Euro im Vertrag, während dein Nettoaufwand bei etwa 55 Euro liegt. Die genaue Ersparnis hängt von deinem individuellen Steuersatz und deinen Sozialabgaben ab.

Zahlt dein Arbeitgeber die Betriebsrente komplett allein, solltest du sie in jedem Fall mitnehmen. Diese zusätzliche Vergütung kostet dich nichts und erhöht deine spätere Rente ohne Eigenaufwand.

Zwei Wege zur Betriebsrente im Kostenvergleich
Arbeitgeberfinanzierte bAVEntgeltumwandlung
Wer zahlt die Beiträge?Dein Arbeitgeber übernimmt die Beiträge alleinDu zahlst aus deinem Bruttogehalt, der Chef gibt mindestens 15 Prozent dazu
Dein Nettoaufwand0 Euro, da kein Gehaltsverzicht nötig istReduziertes Nettogehalt, aber geringer als der Bruttoverzicht
Steuerliche FörderungBis 676 Euro monatlich steuerfrei, bis 338 Euro sozialabgabenfrei
VerbreitungKlassisches Modell, vor allem in größeren UnternehmenGesetzlicher Anspruch für alle Arbeitnehmer seit 2002

04 · Was gilt

Welche Durchführungs­wege gibt es?

Für die betriebliche Altersvorsorge stehen verschiedene Durchführungswege zur Verfügung. Sie unterscheiden sich darin, wer den Vertrag abschließt und wie das Kapital angelegt wird.

Üblich ist heute eine beitragsorientierte Leistungszusage, bei der der Arbeitgeber den festgelegten Beitrag in eine Anwartschaft auf Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung umwandelt.

Der häufigste Weg ist die Direktversicherung. Dabei schließt der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer einen Lebens- oder Rentenversicherungsvertrag zugunsten des Arbeitnehmers ab. Bezugsberechtigt sind der Arbeitnehmer und gegebenenfalls seine Hinterbliebenen. Direktversicherungen stehen unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Daneben gibt es Pensionskassen, Pensionsfonds, Unterstützungskassen und Direktzusagen. Pensionskassen und Pensionsfonds sind rechtlich selbstständige Einrichtungen, die Beiträge verwalten und Renten auszahlen. Pensionsfonds dürfen dabei flexibler in Aktien und andere Anlageklassen investieren.

Üblich und verbreitet

·Direktversicherung: Der Arbeitgeber schließt eine Lebens- oder Rentenversicherung zugunsten des Arbeitnehmers ab
·Pensionskasse: Eine rechtlich selbstständige Einrichtung verwaltet die Beiträge und zahlt die Rente aus
·Pensionsfonds: Eine eigenständige Einrichtung, die in Aktien und andere Anlagen investieren darf
·Unterstützungskasse: Der Arbeitgeber bildet Rückstellungen und zahlt die Rente direkt aus
·Direktzusage: Der Arbeitgeber verpflichtet sich selbst zur Zahlung der Betriebsrente

Seltener oder spezieller

·Private Rentenversicherung ohne Einschaltung des Arbeitgebers
·Riester-Rente als reine Privatvorsorge ohne Gehaltsumwandlung
·Gesetzliche Rentenversicherung als alleinige Altersvorsorge

05 · Kosten

Was kostet dich die bAV netto?

Der Bruttobeitrag ist nicht dein tatsächlicher Aufwand. Durch Steuer- und Sozialabgabenersparnis sowie den Arbeitgeberzuschuss liegt dein Nettoaufwand deutlich unter dem eingezahlten Betrag.

Dein tatsächlicher Aufwand für die betriebliche Altersvorsorge liegt deutlich unter dem Bruttobeitrag. Das liegt an drei Faktoren: der Steuerersparnis, der Sozialabgabenersparnis und dem Arbeitgeberzuschuss. Diese Effekte wirken sofort in der Ansparphase und reduzieren dein Nettogehalt weniger, als der umgewandelte Betrag vermuten lässt.

Bei einer Einzahlung von 100 Euro landen mit dem Pflichtzuschuss von 15 Prozent insgesamt 115 Euro im Vorsorgevertrag. Dein Nettoaufwand liegt in einem typischen Fall bei etwa 55 Euro pro Monat. Die Differenz ergibt sich aus der Ersparnis bei Steuern und Sozialabgaben, die du sonst auf diesen Gehaltsteil gezahlt hättest.

Entscheidend für deine Kalkulation ist nicht der Bruttobeitrag, sondern dein Nettoaufwand. Je höher dein Grenzsteuersatz ist, desto größer fällt die Ersparnis aus. Im Alter musst du die Betriebsrente allerdings versteuern und unter Umständen Krankenkassenbeiträge zahlen.

Monatlicher Aufwand bei 100 Euro Entgeltumwandlung

Bruttobeitrag in den Vertrag115 EUR
Dein Nettoaufwand55 EUR
Arbeitgeberzuschuss15 EUR

06 · Kosten

Welche Kosten fallen im Vertrag an?

Neben deinem Beitrag entstehen innerhalb des Vorsorgevertrags Kosten für Verwaltung und Kapitalanlage. Diese internen Kosten schmälern die Rendite deiner Betriebsrente.

Die BaFin hat die Kosten von Pensionskassen und Pensionsfonds in Deutschland untersucht und kommt zu einem beruhigenden Ergebnis.

Die durchschnittlichen Gesamtkosten deutscher Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung betrugen im Jahr 2021 rund 0,79 Prozent der Kapitalanlagen zu Buchwerten. Bezogen auf die Zeitwerte lagen die Kosten bei etwa 0,72 Prozent. Die BaFin hält diese internen Kosten für angemessen und sieht kein strukturelles Kostenproblem.

Im Vergleich zur Riester-Rente schneidet die bAV bei den Kosten deutlich besser ab. Bei Riester-Verträgen fließt nach Analysen im Schnitt jeder vierte eingezahlte Euro in Abschluss- und Verwaltungskosten. Bei der betrieblichen Altersvorsorge liegen die internen Kosten der Einrichtungen dagegen unter einem Prozent der Kapitalanlagen.

Interne Kosten von Pensionskassen und Pensionsfonds

Gesamtkosten bezogen auf Kapitalanlagen zu Buchwerten0,79 %
Gesamtkosten bezogen auf Kapitalanlagen zu Zeitwerten0,72 %

07 · Checkliste

Wann lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge?

Nicht für jeden ist die bAV automatisch die beste Wahl. Diese Kriterien helfen dir, die Entscheidung für oder gegen eine Entgeltumwandlung zu treffen.

Die betriebliche Altersvorsorge ist nicht für jede Person automatisch die beste Wahl. Ob sie sich für dich lohnt, hängt von deiner beruflichen Situation, deinem Einkommen und den Konditionen deines Arbeitgebers ab. In bestimmten Konstellationen ist die bAV jedoch besonders vorteilhaft.

Attraktiv ist die bAV vor allem für Beschäftigte mit geringem Verdienst, die im Alter mit einer niedrigen gesetzlichen Rente rechnen. Seit 2018 können Sparer mindestens 100 und maximal 200 Euro ihrer Betriebs- und Riesterrente behalten, ohne dass diese vollständig auf die Grundsicherung angerechnet werden. Von Renten, die 100 Euro übersteigen, bleiben 30 Prozent anrechnungsfrei, insgesamt jedoch nicht mehr als 200 Euro.

  • Dein Arbeitgeber finanziert die bAV komplett oder zahlt mehr als den Pflichtzuschuss von 15 Prozent.
  • Du erwartest im Alter eine geringe gesetzliche Rente und willst deine Rentenlücke verkleinern.
  • Du bleibst voraussichtlich länger bei deinem aktuellen Arbeitgeber.
  • Du profitierst von der Steuer- und Sozialabgabenersparnis in der Ansparphase.

Checkliste: In diesen Fällen ist die bAV sinnvoll

01

Dein Arbeitgeber finanziert die bAV komplett oder zahlt mehr als den Pflichtzuschuss von 15 Prozent

02

Du erwartest im Alter eine geringe gesetzliche Rente und willst deine Rentenlücke verkleinern

03

Du bleibst voraussichtlich länger bei deinem aktuellen Arbeitgeber

04

Du profitierst von der Steuer- und Sozialabgabenersparnis in der Ansparphase

05

Du willst von der Beitragsgarantie und dem Zinseszinseffekt über viele Jahre profitieren

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der betrieblichen Altersvorsorge

Einige Entscheidungen können dazu führen, dass du unter dem Strich weniger Rente bekommst als möglich. Diese Fehler solltest du vermeiden.

Der häufigste Fehler ist, eine arbeitgeberfinanzierte bAV auszuschlagen. Wenn dein Chef die Beiträge komplett übernimmt, kostet dich die Zusatzrente nichts und du solltest sie in jedem Fall mitnehmen.

Auch bei der Entgeltumwandlung passieren vermeidbare Fehler. Wer den Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent nicht einfordert, verschenkt bares Geld. Seit 2022 müssen Arbeitgeber auch bestehende Verträge bezuschussen, sofern sie durch die Entgeltumwandlung Sozialabgaben sparen.

Ein weiterer Fehler ist die Kündigung des bAV-Vertrags bei einem Jobwechsel. Dabei musst du Steuern und Sozialabgaben auf den Rückkaufswert nachzahlen. Besser ist in der Regel die Übertragung des Vertrags auf den neuen Arbeitgeber oder die Beitragsfreistellung.

Diese Fehler kosten dich Rendite

·Du verzichtest auf die bAV, obwohl dein Arbeitgeber die Beiträge komplett übernimmt
·Du schließt eine Entgeltumwandlung ab, ohne den Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent einzufordern
·Du kündigst einen bestehenden bAV-Vertrag bei einem Jobwechsel, statt ihn auf den neuen Arbeitgeber übertragen zu lassen
·Du ignorierst die Kosten des Vorsorgevertrags und vergleichst nicht die Angebote verschiedener Durchführungswege
·Du rechnest nur mit dem Bruttobeitrag und übersiehst, dass dein Nettoaufwand durch Steuerersparnis deutlich niedriger liegt

09 · Hintergrund

So wirkt sich die bAV auf deine gesetzliche Rente aus

Die Entgeltumwandlung reduziert dein sozialversicherungspflichtiges Bruttogehalt. Das kann Auswirkungen auf deine spätere gesetzliche Rente haben.

Dadurch zahlst du weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein und erwirbst entsprechend geringere Rentenanwartschaften. Dieser Effekt ist eine direkte Folge der Sozialabgabenfreiheit auf Beiträge bis 338 Euro im Monat.

Die betriebliche Rente soll diese Lücke schließen. Durch den Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 Prozent und die Steuerersparnis fällt die bAV-Rente in der Regel höher aus als die entgangene gesetzliche Rente. Trotzdem solltest du diesen Zusammenhang bei deiner Planung berücksichtigen, besonders wenn du über viele Jahre hohe Beträge umwandelst.

Für Beträge bis 338 Euro im Monat fallen keine Sozialabgaben an. Das bedeutet, dass du auf diesen Teil deines Gehalts weder Rentenversicherungsbeiträge zahlst noch spätere Ansprüche aus der gesetzlichen Rente aufbaust. Die spätere Betriebsrente muss diesen Ausgleich leisten.

Wandelst du einen Teil deines Bruttogehalts in eine betriebliche Altersvorsorge um, sinkt dein sozialversicherungspflichtiges Einkommen. Dadurch zahlst du weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein und erwirbst entsprechend geringere Rentenanwartschaften.

Für Beträge bis 338 Euro im Monat fallen keine Sozialabgaben an. Das bedeutet, dass du auf diesen Teil deines Gehalts weder Rentenversicherungsbeiträge zahlst noch spätere Ansprüche aus der gesetzlichen Rente aufbaust.

Die betriebliche Rente soll diese Lücke schließen. Durch den Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 Prozent und die Steuerersparnis fällt die Gesamtrendite in der Regel höher aus als der Verlust bei der gesetzlichen Rente.

Beachte die Beitragsbemessungsgrenze: Liegt dein Gehalt über dieser Grenze, zahlst du auf den umgewandelten Teil ohnehin keine Rentenversicherungsbeiträge mehr. Dann entsteht durch die Entgeltumwandlung keine zusätzliche Lücke in der gesetzlichen Rente.

10 · Was gilt

Was passiert bei häufigem Jobwechsel?

Ein Wechsel des Arbeitgebers kann die betriebliche Altersvorsorge kompliziert machen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, deinen Vertrag mitzunehmen oder fortzuführen.

Wer bereits bei Antritt einer neuen Stelle weiß, dass er diese höchstens ein paar Jahre ausführen will, sollte sich gut überlegen, Bruttogehalt in eine Lebensversicherung zu stecken. Es ist nicht gesagt, ob der neue Arbeitgeber den alten bAV-Vertrag übernimmt. Eine automatische Übernahme ist gesetzlich nicht vorgesehen.

Für deinen bestehenden Vertrag gibt es beim Jobwechsel mehrere Optionen. Die Übertragung auf den neuen Arbeitgeber ist möglich, wenn dieser zustimmt. Alternativ kannst du den alten Vertrag beitragsfrei stellen und beim neuen Arbeitgeber einen neuen Vertrag abschließen. Auch die Fortführung als private Rentenversicherung kommt infrage, wenn der Arbeitgeber zustimmt.

Die Kündigung des Vertrags und Auszahlung des Rückkaufswerts ist die schlechteste Option. Dabei musst du Steuern und Sozialabgaben auf den ausgezahlten Betrag nachzahlen. In der Regel verlierst du dadurch einen erheblichen Teil deiner angesparten Beiträge.

Möglich und sinnvoll

·Übertragung des bestehenden Vertrags auf den neuen Arbeitgeber, wenn dieser zustimmt
·Beitragsfreistellung des alten Vertrags und Abschluss eines neuen beim neuen Arbeitgeber
·Fortführung des Vertrags als private Rentenversicherung, wenn der Arbeitgeber zustimmt

Eher nachteilig

·Kündigung des Vertrags und Auszahlung des Rückkaufswerts, da du dann Steuern und Sozialabgaben nachzahlen musst
·Automatische Übernahme durch den neuen Arbeitgeber, denn dazu ist er nicht verpflichtet

11 · Im Vertrag

Welche Rolle spielen Pensionsfonds und Direktversicherungen?

Die Wahl des Durchführungswegs beeinflusst, wie dein Geld angelegt wird und welche Kosten entstehen. Pensionsfonds und Direktversicherungen sind zwei häufig genutzte Wege.

Die Direktversicherung ist der häufigste Weg der betrieblichen Altersvorsorge. Dabei schließt der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer einen Lebens- oder Rentenversicherungsvertrag zugunsten des Arbeitnehmers ab.

Pensionsfonds sind eigenständige Einrichtungen, die in Aktien und andere Anlageklassen investieren dürfen. Sie bieten damit eine flexiblere Anlagestrategie als klassische Direktversicherungen. Die internen Kosten von Pensionskassen und Pensionsfonds liegen laut BaFin im Schnitt unter einem Prozent der Kapitalanlagen.

Die BaFin prüft bei Lebensversicherungsprodukten seit Neuestem, ob sie einen angemessenen Kundennutzen bieten. Als Maßstab gilt aktuell eine Rendite über der langjährigen Inflationsrate von zwei Prozent. Das betrifft auch Direktversicherungen im Rahmen der bAV.

Die wichtigsten Durchführungswege im Detail

DirektversicherungHäufigster WegDer Arbeitgeber schließt als Versicherungsnehmer einen Lebens- oder Rentenversicherungsvertrag zugunsten des Arbeitnehmers ab. Bezugsberechtigt sind der Arbeitnehmer und seine Hinterbliebenen.
PensionskasseSelbstständige EinrichtungEine rechtlich selbstständige Einrichtung verwaltet die Beiträge und zahlt die Rente aus. Sie unterliegt der Aufsicht der BaFin.
PensionsfondsFlexiblere AnlageEin Pensionsfonds darf in Aktien und andere Anlageklassen investieren. Die internen Kosten liegen im Schnitt bei 0,79 Prozent der Kapitalanlagen.
Beitragsorientierte LeistungszusageÜbliches ModellDer Arbeitgeber wandelt den festgelegten Beitrag in eine Anwartschaft auf Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung um.

Häufige Fragen

Fragen zu Was kostet betriebliche Altersvorsorge? So rechnest du mit Zuschuss und Steuer

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026